Spider Murphy Gang – Der große Kinofilm (1983)

FrontCover1Dass man damals der Spider Murphy Gang einen eigenen Spielfilm spendiert hat, ist ein weiterer Beleg, welche Popularität sie damals zumindest in unseren südlichen Breitengraden hatte.

Die Spider Murphy Gang ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahre 1983 rund um die gleichnamige Münchner Pop-/Rockband. Produziert wurde der Film von Michael

Die Spider Murphy Gang, das sind die vier Bayern Günther Sigl, Michael Busse, Franz Trojan und Barney Murphy, die als Bandmusiker durchstarten wollen. Sie haben keine Lust mehr, in Clubs, in denen hauptsächlich Amerikaner verkehren, irgendwelche x-beliebigen US-Poptitel zu covern. Vielmehr wollen sie ihre eigene Musik machen: bayerische Mundarttexte in Popgewand, eine Art bajuwarischen Rock ’n’ Roll, den man aber auch nördlich des Weißwurstäquators zu goutieren versteht. Doch mit ihrer originellen Idee beißen die vier rasch auf Granit, keiner glaubt daran, dass man mit „Bavarian Rock“, zumal in dialekteingefärbtem Deutsch, irgendeinen Raum füllen kann. Bald geht den Musikern das Geld aus, zumal Günther, der einzige unter ihnen, der bislang in Lohn und Brot stand, seinen Job als Bankkaufmann hingeschmissen hat. Um das Unglück perfekt zu machen, geht auch noch seine Freundin stiften.

Jetzt heißt es für die ebenso leidenschaftlichen wie begeisterungsfähigen Musiker: Alles auf eine Karte setzen. In einer heruntergekommenen Pinte in München-Haidhausen sollen sie ihre Chance bekommen – als Lückenbüßer für einen ausgefallenen Gig. Die vier Jungs kommen bei den Gästen an, und Kneipenwirt Joschko, ein ausgemachtes Schlitzohr, wittert seine Chance auf das große Geld. Erst muss er aber die neue Combo finanziell auf die Beine stellen, um mit ihnen eine Platte aufzunehmen. Die Scheibe wird jedoch ein totaler Ladenhüter, und die sich anbahnende Musikerkarriere bleibt gleich zu Beginn im Ansatz stecken. Doch die „Spiders“ lassen sich nicht unterkriegen und mieten kurzerhand den Circus Krone an, wo bereits einst, im Juni 1966, die Beatles einen großen Erfolg erzielt hatten. Und tatsächlich wird dieser Auftritt ihr Durchbruch.

Hüllentext

Die Spider Murphy Gang wurde überwiegend in München gedreht und am 6. Oktober 1983 uraufgeführt.

Regisseur Georg Kostya hatte sich einen Namen als Moderator einer Rocksendung im Bayerischen Rundfunk gemacht. Die Filmbauten entwarf Norbert Scherer.

Der von Senta Bergers und Michael Verhoevens Münchner Produktionsfirma Sentana hergestellte Film lief außerhalb Bayerns nahezu überall in Deutschland sehr schlecht.

Günther, Michael, Barny und Franz, echtes Münchner G’wachs aus der Vorstadt, tingeln jedes Wochenende durch die Provinz, doch die Gagen sind mager und die Musik nicht die ihre. Sie wollen echten Rock ’n‘ Roll machen, und das zu bayerischen Texten – und sie wollen München, d.h. zunächst Schwabing, erobern. Einer ihrer verzweifelten Versuche führt sie in eine der heruntergekommenen Musikkneipen in Schwabing. Joschko, der chaotische Wirt, lässt sie aufspielen, weil seine Haus-Band in letzter Minute abgesagt hat.

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DVD Version

Schon bei ihrem ersten Konzert ist das Publikum wie elektrisiert. Joschko, der einen Riecher für Musik gepaart mit Erfolg hat, nimmt sie unter Exklusivvertrag und macht sich selbst zum Manager, ohne den „nix mehr geht“. Der Verkauf der ersten Platte läuft nur sehr zögerlich an, eine in der Leopoldstraße, zwei in der Herzogstraße. Aber Joschko lässt es sich nicht verdrießen und steuert gleich das nächste, das ganz große Ziel an, ein Konzert im Circus Krone. Und als die ersten Songs im Radio abgespielt werden, ist das Tor zur Karriere weit offen. (ard.de)

„Ein heiterer Rückblick auf den Aufstieg einer Münchener Rockgruppe, die im Gefolge der ‚Neuen Deutschen Welle‘ in den frühen 80er Jahren Erfolge feierte. Ohne große Ambitionen inszeniert, aber dank ironischer Zwischentöne recht unterhaltsam.“ (Lexikon des Internationalen Films)

„‚Die Spider Murphy Gang‘, die Karriere-Story der valentinesken vier, profihaft dargestellt von ihnen selbst, geschrieben und gedreht von ihrem ‚Paten‘, dem Münchner TV- und Theatermann Georg Kostya. Das erstaunlich flink-flockige Debüt-Werk, satt mit Hinterhof-Milieu und Schwabing-Slapstick, zielt dabei ganz leger über den Comedy-Anlaß hinaus. Auch Kleinkunst, nicht nur große Oper, sollte gefördert werden, sagt der Pate im Film, ein schlitzohriger Kneipenwirt (Hans Brenner); der ist Rollstuhlfahrer wie Regisseur Kostya selbst, und ganz unsentimental wird er in die ‚Gang‘ und ihre Geschichten integriert – im richtigen Leben ficht Kostya auch für die Rechte der ‚Rollis‘.“ (Der Spiegel, Nr. 41 vom 10. Oktober 1983)

Und ja .. .bei den Spiders bin ich gnadenlos subjektiv … habe ich sie doch schon in diesen kleine Clubs gesehen … als sie noch keine Sau kannte.

Und der Auftritt der Band am Ende dieses Films im Circus Krone ist nun wirklich Klasse !

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Besetzung:
Michael Busse (keyboards)
Barney Murphy (guitar)
Günther Sigl (bass, vocals)
Franz Trojan (drums)
+
Hans Brenner (Joschko)
Anni Bröhl (Rosi)
Alfred Edel (Adi)
Thekla Mayhoff (Uschi)
Hanns Meilhamer (Helmut)
Ilse Pagé: Dr. Ilona Weiß

Regie: Georg Kostya
Drehbuch: Georg Kostya, Paul S. Born, Michael Verhoeven und die Spider Murphy Gang

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Barney Murphy lernt die Rosi kennen …

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Der Sparkassen-Leiter ist mit der Konzentration seines Angestellten Günther Sigl nicht zufrieden

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Und die Freundin vom Günther macht sich Sorgen

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Der Barny hingegen pflegt das Leben eines Rock N Rollers

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Auch wenn er sich gelegentlich im Arbeitsamt beraten lässt …

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Michael Busse hingegen studiert …

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Und der Günther sucht Kontakt zur Musikindustrie

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Und hier wird geprobt …

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Der türkische Nachbar hingegen will schlafen …

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Der Gorilla in einem Schickeria Club lässt die Spiders nicht rein …

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Und nun will man einen Gig beim Joschko … in seiner Kneipe

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Eine Dame vom Kulturreferat kommt wegen einem finanziellem Zuschuss für die Kneipe

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Die Spiders dürfen vorspielen …

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Und die Rosi hat sich inzwischen einen gut betuchtem Typ angelacht …

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Die ersten Fans kommen …

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Der Joschko bietet sich als Manager an …

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Und der Günther komponiert und komponiert …

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Dem Chef reicht es …

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Gib eine Beschriftung ein

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Eine Traumsequenz …

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Und haben sie die Möglichkeit in einem Kühlraum zu üben

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Die Konzerte werden immer besser besucht …

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Unter den Besuchern sind auch verkrache Existenzen und Philosophen …

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Der Joschko lässt nichts anbrennen …

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Auf dem Weg zum Kulturreferat …

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Man wagt den Gang ins Studio

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Die erste Single ist gepresst

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Das Wohnhaus mit dem Übungsraum der Spiders wird abgerissen

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Michael Busse verliebt sich

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Die Rosi im den der Peep Show

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Ein Manager, dem´s wohl nur um Kohle geht

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Er kann´s nicht fassen, die Single ist in den Charts

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Und nun winkt der Circus Krone

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Der Joschko flirtet mit der Dame vom Kulturreferat

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Und der Michael Busse schmachtet seine Rosmarie an

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Die Bühne und der Circus Krone kochen …

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Und der Michael Busse kann auch rocken …

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Und nachdem der Bandbus wieder einmal den Geist aufgibt …

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feiert man nach der Show  … in der Straßenbahn …

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Die anderen Fahrgäste staunen ein wenig …

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Alle haben ihre Freundinnen dabei, nur der Chauvi Franz Trojan bleibt allein …

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Francis Robber + Gerry Reynolds – Square Dances (1983)

FrontCover1Und nun bietet sich die  wohl einmalige Gelegenheit „Square Dances … mit Tanzbeschreibung“ zu hören … Hat man ja auch nicht alle Tage.

Erschienen ist diese Langspielplatte in der Reihe „Rhythmen und Tänze der Völker“ der Calig-Verlag GmbH, München und sie ist einfach so drollig, dass sie schon wieder gut ist.

Es geht also um Square Dance:

Square Dance ist ein Volkstanz, der in den USA entstanden ist. Die verschiedenen Tanzfiguren, die im Square Dance benutzt werden, basieren auf traditionellen Volkstänzen der verschiedenen Völker, die in die USA eingewandert sind. Einige dieser Tänze sind Morris Dance, English Country Dance und die Quadrille. Square Dance wird von vielen Menschen in aller Welt getanzt; nach Deutschland kam er durch die amerikanische Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg.

Square Dance wird in Gruppen zu je vier Paaren getanzt, die zu Beginn auf den vier Seiten eines Quadrats (Englisch Square) stehen. Die Figurenfolgen werden durch Ansagen (Calls) eines Callers (Ausrufer) in gesprochener oder gesungener Form angegeben. Diese Calls sind weltweit normiert – so kann ein Tänzer aus Deutschland jederzeit ohne Schwierigkeiten zusammen mit Tänzern aus anderen Ländern tanzen.

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Square Dance:

Traditional Square Dance und den
Western Square Dance auch „Modern Western Square Dance“ oder „Modern American Square Dance“ genannt. Diese moderne Form des Square Dance wird weltweit getanzt und ist auch der offizielle Volkstanz der meisten Bundesstaaten der USA.

Während es beim traditionellen Square Dance fest vorgegebene Choreographien gibt, ist die Reihenfolge der Figuren beim modernen Square Dance mehr oder weniger spontan, einzig und allein der Caller weiß, welche Figur als Nächstes getanzt wird. Je nach choreographischer Technik werden vorbereitete Figurenkombinationen benutzt oder spontan entschieden, welche Figur den erwünschten Effekt hat.

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Die Musik der beiden Formen unterscheidet sich ebenfalls. Im traditionellen Square Dance ist die Musik traditionelle „Country-Dance“-Musik: überwiegend irische und schottische Jigs und Reels sowie Volksmusik aus Québec oder Cape Breton (Kanada), England, Schottland und anderen Ländern. Die Musik wird fast immer durch eine traditionelle Tanzmusikband gespielt. Im Western Square Dance ist die Musik eine Mischung vieler Musikarten, von Pop bis zur traditionellen sowie modernen Country-Musik, Broadway Musicals, Schlager usw. Die Musik wird nur selten von einer Band gespielt, sondern ist aufgezeichnet und der Caller singt live dazu.

Der traditionelle und der moderne Western Square Dance haben eine Anzahl von Calls gemeinsam, aber es gibt kleine Unterschiede bezüglich der Ausführung:

Beispiel: Der „Allemande Left“ wird traditionsgemäß durchgeführt, indem man sich mit einem anderen Tänzer die linke Hand gibt, sich leicht zurücklehnt und um den zentralen Punkt der gefassten Hände herumgeht. Beim Western Square Dance wird der Griff so geändert, dass jeweils der linke Unterarm des anderen Tänzers gegriffen und sich nicht zurückgelehnt wird. Diese Änderung macht es einfacher, die Figur zu tanzen und in eine lange Sequenz von Calls einzubinden.

Der traditionelle Square Dance wird heute nur noch vereinzelt getanzt. Der Modern American Square Dance erlebte dagegen seit den 90er-Jahren einen regelrechten Boom. Neben den USA und Kanada, wo der Tanz seine Wurzeln hatte und daher traditionell sehr stark vertreten war, breitete er sich auch in einigen außeramerikanischen Ländern stark aus. In Europa sind dies insbesondere Schweden, Dänemark, England, Deutschland und Tschechien. Außerhalb von Europa sind Australien und Japan zu nennen. (Quelle: wikipedia)

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Wie auch immer: auch diese LP wird mich nicht dazu verleiten, mich dem Square Dance hinzugeben (trotz ausführlicher Anleitung in dem beigefügtem Begleitheft), aber die Musik ist schon ganz witzig … da wird gefiedelt, was das Zeug hält und dass da keine Zweifel aufkommen, auch das muss man drauf haben … von daher Respekt vor den beiden Bands, die auf dieser LP musizieren (wer auch immer „Francis Robber mit seinen Boys“ und „Gerry Reynolds und seine Texas-Boys sind)

Den Gassenhauer „Oh, Susannah“ kennt eh jeder und besonders pfiffig ist dann das „Jingle Bells“, kann man auch außerhalb der Weihnachtszeit hören und genießen !

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Weitere Aufnahmen aus der Calig-Reihe „Ryhthmen und Tänzer der Völker“

Und wer dazu Lust hat, kann sich im ausführlichen Begleitheft über die unterschiedlichen Tanzschritte-variationen informieren, für jedes Lied hat man entsprechende Angaben/Vorgaben: Mir wurde ganz schummrig bei all den Varianten und ich habe mir vorgestellt, wie ich über meine eigenen Beine purzeln, weil ich da immer wieder was durcheinanderbringen würde … Das ist ja ne echte Wissenschaft für sich !

Und dann hab´ ich mir eben noch vorgestellte, wie man zu „Jingle Bells“ einen flotten Square Dance unterm Weihnachtsbaum in der guten deutschen Stube hinlegt … das hat doch was !

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Besetzung:
Francis Robber mit seinen Boys
Gerry Reynolds und seine Texas-Boys

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Titel:
01. Buffalo Boys 2.34
02. Grand Square 2.45
03. Divide The Ring 3.13
04. Country Dance 2.26
05. Reel Anne-Marie 2.14
06. Camptown Races 2.18
07. Oh, Susannah 2.09
08. Lamplighter’s Reel 2.07
09. Patty Cake Polka 1.42
10. Soldiers‘ Joy 2.35
11. In The Streets 2.12
12. Cotton Eyes Joe 1.49
13. Mexican Waltz 2.23
14. Jingle Bells 2.50

Musik: Traditional

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Johannes Goldner + Wilfried Bahnmüller – Bayerisches Bier (1983)

Titel.jpgAm bayerischen Bier scheiden sich vermutlich die Geister. Während den einen dieses Bier eher zu flach vorkommt im Vergleich zu all den anderen Biersorten aus West,- Nord- und Ostdeutschland, schwören die anderen darauf.

Nicht dass ich hier noch einen Glaubenskrieg anzettel.

Aber dieses Büchlein (50 Seiten) gibt halt Auskunft über all nur erdenklichen Aspekte des bayerischen Biers (und die Einheimischen hier sind schon auch recht stolz auf dieses Gesöff).

Aber ein Blick uf die Geschichte rückt somanche Dinge wider ins rechte Licht (bzw. die Bajuwaren sollten bei all ihrem Stolz auf ihr Bier die Kirche im Dorf lassen):

Die ersten Bierbrauer der Menschheit waren wahrscheinlich die Sumerer, die vor rund 6.000 Jahren das Gebiet im südlichen Mesopotamien (heute Irak) besiedelten. Wohl eher durch Zufall entdeckten die Sumerer das Bierbrauen, als sie mit einem vergorenen Teig für Brot hantierten. Aus ihren Versuchen, den Gärvorgang selbst herbeizuführen, entstand statt Brot ein „Göttertrunk“, der fortan ebendiesen geopfert wurde. Doch das Wissen um die Braukunst entwickelte sich weiter und bald war das neue Getränk nicht mehr nur Gottheiten vorbehalten. Fundstücke aus der Zeit um 2.000 v. Chr. zeugen von Braumeistern, die ihre Rezepte für Bier in Keilschrift für die Nachwelt festgehalten hatten. Die Aufzeichnungen zeigen, dass es damals bereits ein gutes Dutzend verschiedener Biersorten gab.

Im alten Babylon waren wenig später bereits gut 20 verschiedene Biere mit unterschiedlichem Geschmack urkundlich erwähnt: So gab es zum Beispiel Dünnbier, Schwarzbier und Prima Bier – das babylonische „Premium Export“. Dieses Bier wurde bis nach Ägypten exportiert!

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Die Geschichte des Bieres hält einige Überraschungen parat: So nahm schon der Babylonierkönig Hammurabi das Thema Verbraucherschutz sehr ernst und verhängte drastische Strafen für alle, die Schindluder mit dem Bier trieben. Eine Wirtin, die minderwertiges Bier verkaufte, wurde zum Beispiel zur Strafe ertränkt.

Von hier aus trat das Getränk aus Wasser und Malz, das zunächst nur aus dem Getreide Gerste bestand, seinen Siegeszug durch die Welt an. Das Hanfgewächs Hopfen fand erst im Mittelalter den Weg in die Rezeptur. Bei Römern und Griechen war Bier schnell beliebt, ebenso waren Germanen und Kelten dem Trinken des köstlichen Lebensmittels rasch zugeneigt. In der Region Kulmbach wurden Amphoren für Bier aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. gefunden. Sie sind der älteste Nachweis für das Bierbrauen auf deutschem Boden. (Quelle: gefako.de)

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„Pyrprew“ Herttel
Er gehörte zum Mendel-schen Bruderhaus in Nürn-berg, einer Art Wohnheim für ältere unbescholtene Herren, die sich wie Mönche kleideten. Sein Bild (um 1430) ist die älteste Dar-stellung eines deutschen Bierbrauers. Der Stern links oben ist ein „Bier-zeiger“. Er bedeutet, daß hier Bier ausgeschenkt wird. (Quelle: braukultur-franken.de)

Bayern gilt als Bierland schlechthin, doch begann die Vormacht des Biers erst nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648). Denn bis dahin war Bier ein Handelsgut der Hanse an Nordsee und Ostsee. Somit war Bier war bis zum 16. Jahrhundert eine vorrangig norddeutsche Angelegenheit. Hamburg allein hatte 600 Brauereien. Das Brauen und mit Bier brachte den Bürgen der Hansestädte einen Teil ihres Reichtums ein. Der Stadtbürger in Bayern, falls er ein Braurecht besaß, war weit weniger erfolgreich. Er kochte seinen Sud meistens für den Hausgebrauch und keineswegs so rein, wie es dann das Reinheitsgebot verlangte. Kräuter und Wurzeln, Rosmarin, Eichenrind, Honig oder auch Ochsengalle sollten das Bier besser und haltbarer machen. Der bayerische Hof in München bezog seine Hauslieferung bis zur Gründung des Hofbräuhauses in München aus Brauereien der Hansestadt Einbeck, wo man ausschließlich Hopfen einbraute. Im norddeutschen Ausland, in Mecklenburg, in Pommern und auch Sachsen lagen die bedeutendsten Hopfenanbaugebiete des späten Mittelalters.

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Seit der römischen Besetzung bis zum Dreißigjährigen Krieg baute man in Bayern vor allem Wein an. Noch im 18. Jahrhundert konnte Staatskanzler von Kreittmayer spotten, Bayern sei ein glückliches Land, weil hier der Essig an den Weinhängen wächst. Die Umwandlung des Weinlandes in ein Land, das berühmt für sein Bier wurde, brachte vornehmlich steuer- und ordnungspolitische Vorteile. Herzog Maximilian I. von Bayern stellte bereits fest, dass er mit den Umsätzen seines Hofbräus die Kosten des Dreißigjährigen Krieges fast finanzieren konnte. Die Absicht, den hergebrachten Glauben in dem Kernland der Katholischen Liga zu festigen, verstärkte die bayerische Neigung zum Bier samt seiner Tradition klösterlicher Brauereien. Seitdem hat sich auch das Angebot an Bier und der Bestand der Brauereien verändert, trotzdem definiert sich Bayern -und seine Bewohner- heute noch u. a. über die Liebe zum Bier. So gehört das Hofbräuhaus in München zum bayerischen Finanzministerium und die Brauerei Weihenstephan zum Wissenschaftsministerium.

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Bier macht gemütvoll und ruhig mögen die Wittelsbacher-Herrscher von Bayern erkannt haben, also macht es unsere Untertanen leichter regierbar. Also unterstützten sie mit vielen Nachfolgeverordnungen des Reinheitsgebots die gerade gefundene untergärige Brauweise. Dass das dunkle süße Getränk, das dabei herauskam, noch dazu nahrhafter als der Wein war, konnte dem Wiederaufbau des druch Krieg und Pest heruntergekommenen Landes und der Kräftigung der ausgehungerten Untertanen nur nützen. Noch heute liegt der geschätzte bayerische Bierkonsum mit 135 bis 140 Litern pro Kopf und Jahr deutlich höher als der gesamtdeutsche Verbrauch mit 107 Litern. (Quelle: BierundWir.de)

Nun gut, dennoch kann man in diesem Büchlein blättern und sich informieren lassen.

Der Autor, Johannes Goldner,  war früher höchst rühriger „Heimatforscher“, der diverse kulturhistorische Bände über alle nur denkbaren Aspekte bajuwarischen Lebens veröffentlicht hat.

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Weitere Bücher von Johannes Goldner

Die Fotographien hat dann Wilfried Bahnmüller besorgt, wobei die meisten Abbildungen aus historischen Quellen stammen. Zumindest über den ist etwas bekannt (im Gegensatz zu Johannes Goldner):

Dr. Wilfried Bahnmüller, geboren 1939, studierte in München Chemie und promovierte auf dem Gebiet der Wissenschaftlichen Fotografie. Seine Bild- und Textpublikationen beschäftigen sich besonders mit Bayern, aber auch mit Kultur, Landschaft und Geschichte Mittel- und Südeuropas im Allgemeinen. Er ist berufenes Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Photographie, DGPH und im Bayerischen Journalisten Verband.
Heute lebt er mit seiner Frau im kleinen Dorf Gelting südlich von München. (Quelle: foto-bahnmueller.com/)

Und der Verlag, der Pannonia Verlag, Freislassing,  der früher eine wahre Flut von Bavaria Literatur veröffentlicht hatte ist wohl irgendwann mal sang- und klanglos eingegangen.

Von daher ist dieser Beitrag auch eine kleine Erinnerung an diesen Heimat-Verlag.

Und ich selbst, bevorzuge ja eigentlich lieber ein Pils mit dem Versprechen „echt friesisch herb“ …

Aber das ist – wie so vieles – eben Geschmackssache … ein Kultgetränk bleibt das Bier allemal … gleichgültig ob es aus Nord, Süd, West oder Ost kommt.

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Scritti (Musikzeitschrift) – Februar 1983

titelEin weiteres Fundstück aus meinem Keller …

Über die Zeitschrift Scritti ist eigentlich wenig bekannt. Erschienen ist sie im Fehldruck Verlag, Hannover (klingt schon sehr nach so einem alternativem Kleinverlag)

Thematisch beschäftigte sich das Magazin mit der damaligen Indie/New Wave Szene und nachdem mich diese musikalische Szenerie damals nur peripher interessierte, habe ich auch nur wenige Ausgaben von Scritti im Keller gefunden.

Aber immerhin, ein paar sind es dann doch.

Im Rahmen meiner persönlichen Kontenklärung glaube ich allerdings, dass ich diese Hefte nicht mehr weiter horten werden — denn auch heute noch kann ich dieser musikalischen Richtung wenig abgewinnen.

Irgendwo habe ich gelesen, Scritti sei damals das „Spex für Arme“ gewesen .. Mag ja sein, darin zu blättern ist dennoch interessant.

Dieses Heft enthält Beiträge über Der Moderne Mann, Wham, Black Flag, Echo & The Bunnymen, das Label Cherry Red, The Cure, Haircut 100, Danse Society, Marvin Gaye, Weekend, Psychic TV, Dead Kennedys und die deutsche Band Kowalski (demnächst auch hier in diesem blog).

Vom Winde verweht … das gilt wohl für viele der damaligen Bands … wie für diese Zeitschrift … sie existierte gerade mal 16 Monate … Die letzte Ausgabe erschien dann im Juli 1983.

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Das Portrait des Cherry Red Labels ist wirklich lesenswert !

 

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Kennt kein Mensch mehr oder ?

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Vermutlich waren es auch diese modischen Variationen, die mir stets fremdgeblieben sind

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Selbstproduzierte Tapes waren damals ganz groß in Mode (und ich erinnere mich schmunzelnd an meinen damaligen eigenen Bootleg-Tapes Vertrieb)

 

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Dieses Label kennt wohl auch keiner mehr …

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Alfons Michael Dauer – Blues aus 100 Jahren (1983)

titelEs gab mal ne Zeit, da wurde Literatur über die sog. „populäre Musik“ von führenden Taschenbuchverlagen auf den Markt geworfen und zwar so, dass man kaum nachkam, diese auch käuflch zu erwerben.

Hier ein ganz besoders interessantes Beispiel, einfach deshalb, weil mir der Blues ja sowas ans Herz gewachsen ist.

Diese Fleißarbeit wurde von Alfons Michael Dauer verfasst:

Alfons Michael Dauer (* 16. April 1921 in Bamberg; † 27. Oktober 2010 in Graz) war ein deutscher Musikwissenschaftler und Ethnologe.

Dauer studierte ab 1941 in Erlangen, Köln und Mainz Musikwissenschaft, Anglistik und Ethnologie (Afrikanistik). 1960 wurde er in Mainz promoviert (Ethnogenese der Mangbetu). Er unternahm Forschungsreisen nach Ghana, Simbabwe und dem Senegal. Von 1965 bis 1976 war er Leiter der Sektion Ethnologie am Institut für den wissenschaftlichen Film in Göttingen tätig, wo er über 400 musikethnologische Filme redaktionell betreute. 1976 bis 1991 hatte er an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Graz die Professur für Afro-Amerikanistik inne.

Dauer ist insbesondere für die Untersuchung der afrikanischen Wurzeln von afroamerikanischer Musik (wie Jazz, Blues) bekannt, dargelegt in seinem Buch Der Jazz – seine Ursprünge und seine Entwicklung, das zuerst 1956 erschien. Er war Mitherausgeber von Knaurs Jazz Lexikon (1957). 1969 war er an der Gründung der Internationalen Gesellschaft für Jazzforschung in Graz beteiligt. (Quelle: wikipedia)

Und der Akademie der Künste fühlte er sich wohl besonders verbunden, denn:

„Akademie der Künste erhält Nachlass des Musikethnologen Alfons M. Dauer:

Wie seine Familie erst jetzt bekanntgab, ist am 27. Oktober 2010 der deutsch-österreichische Musikethnologe Alfons M. Dauer im 90. Lebensjahr in Graz gestorben. Sein wissenschaftlicher Nachlass, zu dem seine gesamten Forschungsunterlagen, Tonaufnahmen, Korrespondenzen und zum Teil unpublizierte Arbeiten gehören, wird vom Archiv der Akademie der Künste, Berlin, übernommen.

Alfons M. Dauer, 1921 in Bamberg geboren, gilt als der Nestor der internationalen Jazzforschung. Seine Bücher „Der Jazz. Seine Ursprünge und seine Entwicklung“ (1958) sowie „Jazz – die magische Musik“ (1961) setzten durch ihren hohen akademischen Anspruch und die exakten Transkriptionen und Analysen schriftloser Musiktraditionen neue Standards in der Erforschung der afro-amerikanischen und afrikanischen Musik.

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Weitere Bücher an denen Alfons Michael Dauer mitgewirkt hat.

Dauer studierte Musik, Anglistik und Ethnologie (mit Schwerpunkt auf Afrika) unter anderem in Mainz, wo er 1960 mit einer Arbeit über die Ethnogenese der Mangbetu promovierte. Von 1965 bis 1976 war er Leiter der ethnologischen Abteilung am Institut für den wissenschaftlichen Film in Göttingen, für das er die Produktion von über 400 ethnographischen Filmen betreute und selbst mehrere Forschungsreisen nach Afrika unternahm.

Von 1976 bis 1991 hatte er den ersten Lehrstuhl für Afro-Amerikanistik in Europa an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz inne. In dieser Zeit veröffentlichte er unter anderem Studien über die Typologie vokaler Bluesformen, die Tradition afrikanischer Blasorchester und die systematische Klassifikation von Rhythmen. Seither widmete sich Dauer vermehrt historischen Fragestellungen, etwa der Vorgeschichte von Jazzformen, die er keineswegs mehr nur in Afrika vermutete, oder der „Linearen Mehrstimmigkeit“, die er mit dem Ohr des Ethnologen als ein weit über den europäischen Kulturkreis hinaus verbreitetes Phänomen erforschte.

Alfons M. Dauer betreute über Jahrzehnte hindurch zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zu musikethnologischen und jazzspezifischen Themen an deutschen und österreichischen Universitäten.“ (Quelle: adk.de)

Hier eines seiner wirklich bmerkenswerten Bücher … das eben nicht nur „Bluestexte2 zum Inhalt hat, sondern auch den jeweiligen historischen Kontext ausleuchtet, von daher alles andere als „nur“ ein Songbook, sondern eine fein formulierte Anthologie des Blues ist.

Und dabei erlaubte er sich den Spaß auch Rock N Roll (getreu dem Motto „The Blues got a baby and they named it Rock N Roll“) und Jazz („Watermelon Man“) einließen zu lassen.

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Da gab´s doch glatt mal so ne Gruppe, die nannte sich nach diesem Bluestitel.

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Den Song habe ich über die „Spencer Davis Group“ kennengelernt.

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