Der rasende Bass-Bote – Ausgabe 5/6 87 (1987)

TitelIn meinem Keller lagern ja tonnenweise alte (Musik) Zeitschriften und heute habe ich mal wieder einen Blick in dieses organisierte Chaos geworfen und dabei ist mir der Ordner „Der rasende Bass Bote“ (ein wirklich drolliger Titel) in die Hände gefallen. Die ersten Ausgaben waren nochim Zeitungsformat gedruckt und ich habe keine Ahnnung, wie ich die einscannen sollte. Hier aber eine der ersten Ausgaben (wenn nicht die erste Ausgabe) in üblichen Zeitschriftenformat.

„Der rasende Bass Bote“ wandte sich, wie der Titel schon sagt, an Bassisten aus der Musikszene und nachdem ich vor vielen, vielen Jahren selbst mal als Bassist in diversen Bands gespielt habe, war ich damals natürlich begeistert ob dieser Speziallektüre.

Aber nicht nur ich. Der deutsche Bassist Berthold Basten erinnert sich an jene Jahre:

„1987 lernte ich in Frankfurt auf der Musikmesse den „Rasenden Bass Boten“ (damals noch in der liebenswürdigen Form einer Zeitung) kennen und fand es eine tolle Idee, eine Zeitschrift ausschließlich für Bassisten herauszugeben. Nach dem Studium des ersten Heftes reichte ich zwei Transkriptionen ein mit dem Erfolg, dass sie abgedruckt wurden. Ich erhielt einen Anruf mit der Bitte, doch als freier Mitarbeiter tätig zu werden, was ich natürlich gerne tat. In der Folge wurde ich im Impressum erwähnt und fertigte die unterschiedlichsten Arbeiten an. Um 1988 wandelte sich die Zeitung zur Zeitschrift, 1990 änderte man den Titel in „The Bass“. Es war eine tolle Zeit, die mir viel Spaß gemacht hat. Ich hoffe, einige der damaligen Artikel sind auch heute noch interessant. Der Bass Bote war das erste „German Bass Magazine“ auf das z.B. der heutige „Bass Professor“ aufbauen konnte.“

Dieses Heft enthält neben diversen Technik-Tips auch jede Menge Notenbeispiele, natürlich so einiges an Werbung und Artikel u.a. über Ken Taylor, Jaco Pastorius und Gary McAvoy (der Bassist von Rory Gallagher) …Mit jeder Zeile spürt man es: Da waren Enthusiasten am Werk. Und da verzeiht man gerne das gelegentlich holprige Layout des Heftes.

Hier ein paar Beispiele, bevor es dann zur Präsentation geht:

Beispiel01

Beispiel02

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Beispiel08

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Beispiel10

Beispiel11

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Die scans sind ein wenig amateurhaft geworden, aber ich wollte ja nicht das ganze Heft ruinieren … Ich denke mal als erster Eindruck reicht das allemal aus. Viel Vergnügen bei dem Sprung in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts.

 

Günter Zint – Große Freiheit 30 – Vom Beat zum Bums (1987)

TitelDa hängt mein Herzblut dran:

Der Star-Club war ein Musikclub im Hamburger Stadtteil St. Pauli, der am 13. April 1962 eröffnet und am 31. Dezember 1969 geschlossen wurde. Die Adresse war Große Freiheit 39. Bekannt wurde der Club vor allem durch die Auftritte der Beatles, aber auch anderer bekannter Künstler.

Vor der Gründung des Star-Clubs befand sich an dieser Adresse das von Manfred Weissleder betriebene Stern-Kino. Auf Vorschlag des Musikpromoters Horst Fascher wurde dieses zu einem Musikclub umgestaltet. Die Räume des Kinos einschließlich Eingang und Balkon wurden nur wenig umgebaut. Das Gebäude stand direkt neben dem Grundstück der barocken St.-Josephs-Kirche. Betrieben wurde der Star-Club vom Gründer Manfred Weissleder; Geschäftsführer war Hans Bunkenburg, danach Horst Fascher nach seiner Kellner-Tätigkeit. In den sieben Jahren seines Bestehens gastierten viele bekannte Größen der Rockmusik im Star-Club. Danach zog das Erotik-Nachtlokal Salambo ein. Das Gebäude, das nach einem Brand 1983 brachlag, wurde schließlich 1987 abgerissen.

Im Club gastierten Künstler wie The Searchers, The Liverbirds, Johnny Kidd & the Pirates, The Undertakers, Bill Haley, Chuck Berry, Little Richard, Jimi Hendrix, The Rivets, Screaming Lord Sutch, Gene Vincent, Gerry & the Pacemakers, Cream, Ray Charles, Fats Domino, The Remo Four, The Everly Brothers, Mino Reitano, Brenda Lee, Lee Curtis and the All-Stars, The Rattles, The Blizzards, Cisco and his Dynamites und Jerry Lee Lewis. Letzterer nahm dort 1964 sein Album Live at the Star-Club, Hamburg auf. Weltweite Berühmtheit erhielt der Star-Club vor allem durch die Gastspiele der Beatles, die dreimal in dem Club gastierten: Das erste siebenwöchige Gastspiel begann am 13. April 1962 und endete am 31. Mai 1962. Vom 1. bis zum 14. November 1962 gaben sie 28 Konzerte ihres zweiten Gastspiels. Das dritte Gastspiel dauerte vom 18. Dezember bis zum 31. Dezember 1962.

Beispiel36

Das legendäre Star-Club-Plakat zur Eröffnung des Star-Clubs

In einer ersten Phase (bis Juni 1964, als der Club wegen prügelnder Kellner von der Ordnungsbehörde geschlossen wurde und mit Hans Bunkenburg als neuem Geschäftsführer wieder eröffnete) traten allabendlich sieben Bands auf; jede spielte ein Konzert von einer Stunde. Zeitweise gab es auch gleichnamige Ableger in Berlin, Köln, Bielefeld, Bremen, Kiel, Flensburg, in denen dieselben Bands spielten. Bis Dezember 1965 warb eine eigene Zeitschrift Star Club News für die Konzerte. Im Februar 1969 begann die dritte Phase des Star-Club in Hamburg. Nun gestalteten Frank Dostal, Achim Reichel und Kuno Dreysse das Programm. In der Hauptsache spielten Prog-Rock-Bands wie The Nice, Spooky Tooth, Taste, Yes, Colosseum, East of Eden, Vanilla Fudge, The Gun, Steamhammer, Black Sabbath (noch als The Earth), aber auch The Easybeats, Richie Havens, Ohio Express, Bandwagon und The Tremeloes. Allerdings blieb werktags häufig das Publikum aus; die Gage der Groundhogs konnte nicht mehr bezahlt werden. Das letzte Konzert am Tag der Schließung, dem 31. Dezember 1969, gaben Hardin & York.

Günter Zint, der zwischen 1964 und 1969 auch als Fotograf im Club arbeitete, und sein St.-Pauli-Museum haben einen Gedenkstein auf dem früheren Star-Club-Gelände aufstellen lassen. Dieser Stein enthielt zunächst zwei Fehler: The Who sind nie im Star-Club aufgetreten, waren aber als Gäste im Club; der übereifrige Steinmetz hatte bei der Gestaltung des Steines seine Lieblingsgruppe mit eingraviert. Jimi Hendrix wurde auf der Stele als „Jimmy Hendrix“ aufgeführt. Diese beiden Fehler wurden mittlerweile beseitigt. So ist Jimi Hendrix nun in der richtigen Schreibweise vorzufinden, und anstatt The Who wurden The Rivets verewigt. Bei der stilisierten E-Gitarre, die vom Star-Club häufig als Ergänzung zum Logo abgebildet wurde (siehe Bild), handelt es sich um eine grafische Darstellung des Modells Saturn 63 des deutschen Gitarrenbauers Hopf, erstmals veröffentlicht im Jahr 1963 (Quelle: wikipedia)

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Und hier nun ein Buch, das mit ganz viel Liee die Geschichte des Star-Clubs erzählt. Und es konnte eigentlich nur der Günter Zint sein, der ein solches Buch schreiben konnte:

Günter Zint (* 27. Juni 1941 in Fulda) ist ein deutscher Fotograf.

1959 begann er ein Volontariat bei der Deutschen Presse-Agentur (DPA) in Frankfurt am Main, wo er zum Bildjournalisten und Redakteur ausgebildet wurde. Anschließend arbeitete er als Reporter für Quick und twen, bevor er 1962 nach Schweden und nach England ging. 1964 kehrte er nach Deutschland zurück und ließ sich in Hamburg nieder. Von 1967 bis 1971 arbeitete er fest für das Magazin Der Spiegel und anschließend als freier Pressefotograf. Er wurde bekannt durch seine Fotos im Hamburger Star-Club. Ende der 1960er gründete er die St.-Pauli-Nachrichten, ursprünglich eine linke Boulevardzeitung, für die auch Henryk M. Broder und Stefan Aust schrieben. Nach deren Verkauf 1971 entwickelte diese sich immer mehr zu einer Sexpostille. Neben weiteren Aufträgen für Stern, Spiegel, konkret sowie Gewerkschafts- und Auslandszeitungen konzentrierte sich Zint immer mehr auf die ihm wichtig gewordenen Schwerpunkte Umwelt, Soziales, Kiez usw. Günter Zint bezeichnet sich selbst als „Gebrauchsfotograf“.

Beispiel38

Der junge Günter Zint

Später wirkte er in der Anti-Atomkraft-Bewegung mit und arbeitete mit dem Journalisten Günter Wallraff zusammen. Seit 1964 trägt er mit seinen Fotos zu Wallraffs Undercover-Reportagen bei. Anfang der 1980er Jahre gründete er zusammen mit den Fotograf/-innen Hinrich Schultze, Marily Stroux, Gaby Schmidt, Jutta Stadach und Inge Kramer die Pan-Foto Agentur zur Verbreitung alternativer Pressefotos GmbH, die auch die Bestände von Zints seit 1966 bestehendem Pan-Foto-Archiv verwaltet. 1999 verließ Zint seinen langjährigen Wohnort Hamburg-Altona und zog in die Gegend von Worpswede. Ab 1982 versuchte er, seine umfangreiche Sammlung von Exponaten, Dokumenten und Fotos zum Hamburger Stadtteil St. Pauli in ein Museum einzubringen, doch zunächst schlugen erfolgversprechende Ansätze immer wieder fehl oder erwiesen sich als schwer finanzierbar. Seit 2005 wird die Sammlung von einem privaten Verein als Sankt-Pauli-Museum getragen, das der Öffentlichkeit einen Teil dieses Materials präsentiert. 2011 zog er mit dem Panfotoarchiv, das über 6 Millionen Fotos von 15 Fotografen enthält, nach Behrste im Landkreis Stade. (Quelle: wikipedia)

Beispiel39

Und Günter Zint erzählt nicht nur die Geschichte des Star-Club, sonern auch die Geschichte des Sex-Theater Salambo und er erzählt die Geschichte bis zum bitteren Ende …

Von daher ein Buch, das weit mehr ist, als nur ein Stückchen deutsche Musikgeschichte. Und den Günter Zint kann man gar noch genug loben, ob seines Lebenswerkes !!!

 

Beispiel01

Beispiel02

Als der Star-Club noch Sternensaal hieß (Postkarte ca. 1919)

Beispiel03

Als der Star-Club noch Stern-Kino hieß (1949)

Beispiel04

Beispiel05

Steve Winwood und Spencer Davis im Star-Club

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Beispiel13

Und wo sind sie heute ?

Beispiel14

Graffittis hinter der Starclubbühne

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Beispiel19

Bei dieser Namensliste kann man nur mit der Zunge schnalzen

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So sah das damals also aus, im Salambo-Club

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Rainer Wick und Günter Zint im Star-Club-Keller (April 1986)

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Was man in einem Archiv so alles finden kann

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Die Rückseite des Buches

Uli Stein – Fröhliche Weihnachten (1987)

Titel01Und gleich noch ein Beitrag zu Weihnachten 2017 der humoristischen Art … Uli Stein und seine Ansichten zum Christfest …

Und wer ist Uli Stein ?
Uli Stein, 1946 geboren, ist der erfolgreichste und bekannteste Cartoonist Deutschlands. Nach dem Abi studierte er Pädagogik, entschied sich aber kurz vor dem Staatsexamen gegen eine Beamtenlaufbahn und begann zu fotografieren und zu schreiben. Seine Nonsens- und Satirentexte bescherten ihm eine eigene Sendung beim Saarländischen Rundfunk, bevor er eher nebenbei entdeckte, dass er die Pointen seiner komischen Einfälle mit dem Zeichenstift schneller auf den Punkt bringen konnte als mit vielen Worten.
So entstanden seine ersten Cartoons, deren Figuren im Laufe der Jahre zu den unverwechselbaren Charakteren wurden, die heute Millionen Menschen kennen und lieben. Seine Cartoons erschienen zuerst in Zeitungen und Zeitschriften, danach in Büchern und auf zahlreichen Produkten. Allein im deutschsprachigen Raum wurden mehr als elf Millionen Cartoonbücher von Uli Stein verkauft und viele der Bücher, die nicht selten in den Bestsellerlisten stehen, sind in andere Sprachen bis hin nach China und Korea übersetzt worden.

Und wann immer ich Uli Stein Cartoons sehe, frage mich, welche Gene mal wohl braucht, um auf derart treffenden Humor zu kommen … oder was hat er, was ich nicht habe …

Wie auch immer die Anwort lautet … ohne Uli Stein wäre das Leben sinnlos .. oder so … oder so ähnlich ….

Und natürlich nahm er sich auch des Themas Weihnachten an und spitzte seine Feder …

Hier ein paar Highlights … mehr davon in der Präsentation:

Beispiel01

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Beispiel06

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UliSteinFröhlicheWeihnachten23