Sigrid Butteron u.a – Die Hesselbachs – Geschichte einer Funk- und Fernsehfamilie – Eine Dokumentation (1991)

TitelAlso wenn etwas in der bundesdeutschen Radio- und Fernsehgeschichte der Nachkriegszeit Kult ist, dann sind es die „Hesselbachs“ !

Die Hesselbachs waren eine hessische Hörfunk- und Fernsehfamilie aus der Anfangszeit der Bundesrepublik Deutschland, produziert vom Hessischen Rundfunk. Entwickelt wurden die „Hesselbachs“ aus einer Kabarettsendung fürs Radio vom Autor und Hauptdarsteller Wolf Schmidt (Karl Hesselbach, auch als „Babba“ bekannt). Den größten Publikumserfolg hatten dabei die drei Staffeln der Fernsehserie, die mit ihren enormen Einschaltquoten, in der Spitze bis 93 %, als echte Straßenfeger gelten.

Zur Familie gehören:

Vater: Karl Hesselbach
Mutter: Marie Hesselbach
Älterer Sohn: Willy Hesselbach (Prokurist)
Ältere Tochter: Anneliese Hesselbach
Jüngere Tochter: Heidi Hesselbach
Jüngerer Sohn: Peter Hesselbach

Am 17. September 1949 strahlte der Hessische Rundfunk das erste von 77 Hörspielen über die Familie Hesselbach aus. Die einzelnen Folgen dauerten zwischen 23 und 68 Minuten. Die Hörspiele sind im Archiv des Hessischen Rundfunks zum großen Teil erhalten geblieben, allerdings wurden sie relativ selten wiederholt. Insgesamt wurden bis 1956 drei Staffeln produziert.

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n den Jahren 1954 bis 1956 wurden mit niedrigstem Budget – und zum Teil unter Verwendung des Privatvermögens von Wolf Schmidt – parallel zu den Hörspielen vier Hesselbach-Spielfilme gedreht.

In den Filmen spielte Else Knott die Mamma Hesselbach. Produziert wurden die Filme von Lia Wöhr. Der zweite Film wird nach erfolgter Restaurierung wieder regelmäßig im Hessenfernsehen ausgestrahlt. Der dritte Film ist bislang noch nicht restauriert. 4 der 5 Filmrollen des ersten Films sowie alle Filmrollen des vierten Films gelten nach wie vor als verschollen.

1960 bis 1961 zeigte die ARD die Fernsehserie unter dem Titel Die Firma Hesselbach, welcher gleichzeitig Titel der ersten Staffel war. Ab Ende 1961 ging unter dem Titel Die Familie Hesselbach die zweite Staffel auf Sendung; die letzte Staffel wurde 1966 bis 1967 unter dem Titel Herr Hesselbach und … ausgestrahlt.

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Im November 1961 veröffentlichte die Schallplattenfirma Polydor zwei Schallplatten unter dem Titel Die Abenteuer des Herrn Hesselbach. Die erste Platte enthielt die Folgen Der erste Bub und Das Brötchen, die zweite Platte die Folgen Geschäftlich in Paris und Das Eheversprechen. Neben Wolf Schmidt sind Liesel Christ und Gudrun Gewecke (die berühmte „Erna“ aus dem Röhrenden Hirsch) zu hören. Die Sketche auf den Schallplatten stammen eigentlich nicht aus der Hesselbachreihe, sondern aus der Kurzhörspielreihe „1000 Worte Hessisch“, die z. T. noch vor den Hörspiel-Hesselbachs produziert worden war. (Quelle: wikipedia)

Und genau um diese Kultserie geht es dieser Dokumentation, die 1991 beidem rührigen Eichborn Verlag erschienen ist.

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Alles, aber auch alles und noch viel mehr über die Hesselbachs und ihren Mastermind Wolf Schmidt …

Herz, was willst Du mehr … und es mag ja sein, dass dieser Humor heute ein wenig angestaubt klingt … aber er zündet auch noch heute … zumindest für meine Ohren … von daher … die Hesselbachs werden hier wohl Stammgäste werden.

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So ne olle Hesselbach Scheibe …

Erich Rauschenbach – Sex ist doof (1991)

TitelAllerhöchste Zeit  mal wieder  ein Wort über den von mir doch sehr verehrten Erich Rauschenbach loszuwerden:

Erich Rauschenbach (* 21. Mai 1944 in Lichtenstein) ist deutscher Cartoonist.

Nach einer Banklehre, Reiseleitertätigkeit und einem nicht abgeschlossenen Studium an der Pädagogischen Hochschule Berlin studierte Rauschenbach von 1969 bis 1973 Grafikdesign an der HdK Berlin.

Seitdem arbeitet er als freiberuflicher Karikaturist und Illustrator für Verlage, Zeitungen, Zeitschriften und das Fernsehen. Bisher erschienen über 50 Bücher seiner Cartoons.

Von 1994 an entstand eine Serie von mehr als 50 Acrylbildern („Alle meine Mädels“), die in Ausstellungen u.a. in Berlin (Lindencorso), Kassel (Caricatura), Greiz (Sommerpalais) und im Wilhelm-Busch-Museum in Hannover (Juli – September 2005) gezeigt wurden.

Rauschenbach lebt in Berlin. (Quelle: wikipedia)

Soweit seine viel zu kurze Kurzbiographie.

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Und ich gestehe gerne, dass er mir lange Zeit ein wichtiger Begleiter war, insbesondere in all jenen Jahren der Irrungen und Verwirrungen, die das weibliche Geschlecht in mir so auslösten. Und da war er mehr als einmal ein tröstlicher Rettungsanker in manch´ „dunkler“ Stunde. Sein Humor hatte mich dabei immer wieder mal aufgerichtet. Und natürlich war sein Humor stark vom Zeitgeist jener bewegten Jahre geprägt, als die Frauenbewegung begann bzw. versuchte, uns Männern das Fürchten zu lehren … mit all den Narreteien, die sich dabei ergaben.

Und vieles von diesen Narreteien, die sich Männlein und Weiblich so erlaubten, finden sich dann wieder in seinen köstlichen Cartoons. Kein Zufall, dass ich als weiteres Beispiel seiner Schaffens sein Buch „Sex ist doof“ ausgesucht habe …

Und: meine Welt wäre ärmer gewesen ohne Erich Rauschenbach (ach ja, ein Interview aus dem Jahr 2005 habe ich dem Päckchen auch beigelegt) … und hier ein paar Beispiele seiner pointierten Beobachtungen zum Thema Nr. 1:

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Uli Stein – Viel Spass im Garten (1991)

TitelHöchste Zeit für all die nun anfallenden Gartenarbeiten … und damit dabei das schmunzeln nicht zu kurz kommt … präsentiere ich mal wieder einen meiner Lieblingscartonisten: Uli Stein !

Und wer ist Uli Stein ?
Uli Stein, 1946 geboren, ist der erfolgreichste und bekannteste Cartoonist Deutschlands. Nach dem Abi studierte er Pädagogik, entschied sich aber kurz vor dem Staatsexamen gegen eine Beamtenlaufbahn und begann zu fotografieren und zu schreiben. Seine Nonsens- und Satirentexte bescherten ihm eine eigene Sendung beim Saarländischen Rundfunk, bevor er eher nebenbei entdeckte, dass er die Pointen seiner komischen Einfälle mit dem Zeichenstift schneller auf den Punkt bringen konnte als mit vielen Worten.
So entstanden seine ersten Cartoons, deren Figuren im Laufe der Jahre zu den unverwechselbaren Charakteren wurden, die heute Millionen Menschen kennen und lieben. Seine Cartoons erschienen zuerst in Zeitungen und Zeitschriften, danach in Büchern und auf zahlreichen Produkten. Allein im deutschsprachigen Raum wurden mehr als elf Millionen Cartoonbücher von Uli Stein verkauft und viele der Bücher, die nicht selten in den Bestsellerlisten stehen, sind in andere Sprachen bis hin nach China und Korea übersetzt worden.

Und wann immer ich Uli Stein Cartoons sehe, frage mich, welche Gene mal wohl braucht, um auf derart treffenden Humor zu kommen … oder was hat er, was ich nicht habe …

Wie auch immer die Anwort lautet … ohne Uli Stein wäre das Leben sinnlos .. oder so … oder so ähnlich ….

Und natürlich nahm er sich auch des Themas Garten an und spitzte seine Feder …

Hier ein paar Highlights … mehr davon in der Präsentation:

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Die Antwort könnte auch von mir sein … 

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Das nenn´ ich schwarzen Humor

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Comanche Nr. 1 – Red Dust (1991)

TitelUnd nun wieder mal ein Griff in die Comic-Kiste.

Durch Zufall verschlägt es Red Dust, einen rothaarigen Cowboy irischer Abstammung, in das verschlafene Nest Greenstone Falls in Wyoming. Er kommt auf der Triple Six Ranch der jungen Farmerin Comanche unter. Zusammen mit dem schrulligen Ten Gallons, dem Farbigen Toby und dem Greenhorn Clem bewirtschaftet und verteidigt er das Anwesen seiner Arbeitgeberin gegen Indianer und Viehdiebe. Als Red Dust einer Verbrecherbande das Handwerk legt, muss er ins Gefängnis. Nach seiner Entlassung zieht es ihn weiter in den Westen, um der immer näher rückenden Zivilisation zu entgehen. Später kehrt er wieder zu Comanche und ihrer Ranch „666“ zurück.

Greg schrieb die Westernserie. Die Zeichnungen stammten von Hermann, der die Protagonisten letztmals 1985 auf einer Seite in Les aventures mystérieuses et rocambolesques de l’agent spatial zeichnete. Michel Rouge übernahm 1990 die zeichnerische Gestaltung. Das letzte Szenario wurde von Rodolphe zu Ende geschrieben. Die Serie erschien zwischen 1969 und 1980 in der belgischen[2] und zwischen 1969 und 1982 in der französischen Ausgabe von Tintin. Eine weitere Episode wurde 1990 in Hello Bédé veröffentlicht. Einige Kurzgeschichten kamen in Tintin Sélection und Super Tintin heraus. Die Alben veröffentlichte Le Lombard und Dargaud. Im deutschen Sprachraum begann die Veröffentlichung im alten Zack. Weitere Episoden brachte Koralle in Zack Parade[6] und Zack Comic Box heraus. Die ersten Alben erschienen in der Reihe Die großen Edel-Western von Ehapa (by wikipedia)

Hier der erste Band … und da hab ich doch glatt einen interessanten Text dazu gefunden:

Auftakt zu einem Western-Klassiker: Der erste Auftritt des Cowboys namens Red Dust ist zwar heroisch, aber nicht sonderlich glamourös. Inmitten der Prärie hält er sein Gewehr zum Gruß erhoben, um eine Pferdekutsche zu stoppen. Der Kutscher will ihn mitnehmen, sein Mitfahrer, ein professioneller Killer, hat jedoch andere Pläne. Er droht den Kutscher zu erschießen und ihn für die weitere Strecke durch Red Dust zu ersetzen. Auf dem letzten Panel der zweiten Seite fordert ihn Red Dust zum Duell, auf dem letzten Panel der dritten Seite stürzt der Killer getroffen zu Boden.

Was frühzeitig ein furioses Strukturprinzip erahnen lässt, führt zur antiklimaktischen und unglamourösen Wende: Auf dem letzten Panel der vierten Seite verscharrt Red Dust den Leichnam direkt am Wegesrand. Kein Westerner des alten Schlags müsste sich mit derartig profanen Aufgaben aufhalten. Er wüsste aber mit der Waffe ebenbürtig umzugehen, so wie ihm sein Gerechtigkeitsempfinden diktierte, wann er sie benutzen muss. Und es ist dieses Gerechtigkeitsempfinden, das Red Dust dazu veranlassen wird, fortan als Beschützer ihrer allseits bedrohten Ranch seine Dienste der jungen, titelgebenden Comanche zu überantworten.
1969 startete die Reihe des Teams Greg und Hermann in der 50. Ausgabe der Comiczeitschrift „Tintin“ und brachte es in dieser Besetzung auf insgesamt zehn Alben (denen, nachdem Hermann sich an seine eigene Serie „Jeremiah“ begab, fünf weitere mit dem Zeichner Rouge folgen sollten;

An ihrem rapide einsetzenden qualitativen Aderlass lässt sich indes nachvollziehen, wie stark das visuelle Erzähltalent Hermanns „Comanche“ bestimmte) und auch wenn sie für ein jugendliches, männliches Klientel konzipiert war, hinterließ sie doch Spuren im Genregerüst.

AlleAusgaben

Alles Ausgaben von „Comanche“ in einer Deluxe-Version

Das liegt vordergründig an der Habitualisierung der Figur des Red Dust, mehr aber noch an der Stilisierung des Settings durch die narrativen Mittel, auch wenn sie ambivalent bleiben. Zwar ist Red Dust mit den typischen Eigenschaften des Helden ausgestattet, bleibt als Figur jedoch durchgehend asexuell, wie auch seine Physiognomie keine charismatischen Züge trägt. Sein Handeln bleibt reaktiv (wie auch das aller anderen Figuren), seine moralische Haltung ist einzig aus seinen Taten ablesbar.

Der klassische Abenteurer übt sich in sexueller Askese, um seine Autonomie und Handlungsfähigkeit nicht von den „Gefahren“ der weiblichen Lust angetastet zu wissen. Er bewegt sich aber zugleich in einer degenerierten Welt, für deren Korrektur er verantwortlich ist, und hier zeugt bereits Hermanns äußerst filmisches Erzählen, dass er den Sphären des Italowesterns viel näher steht. Die schmutzigen Farben, die zerfurchten Gesichter, die ungewöhnlichen Außenseiter-Figuren, die die Triple Six-Farm Comanches bewohnen, die Allgegenwart von Korruption, Selbstjustiz, organisiertem Verbrechen und institutionalisierter Willkür – nichts davon bewahrt den Mythos des guten Westerns, sondern reiht sich ein in die Ankündigung einer seinen Anarchismus zähmenden Urbanität.

Transzendiert wird hier allerdings nichts, an den Konventionen des Gerüsts allenfalls gekratzt. „Comanche“ ist vielmehr beeindruckendes Dokument des gescheiterten Versuchs seine Entromantisierung mit dem Rückgriff auf Tradition anzukurbeln und deswegen amerikanischer als es ein Leone je sein konnte. (Quelle: tagesspiegel,de vom 11.10.2009)

Unabhängig davon … man kann sich an diesem Comic einfach auch nur mal erfreuen … wissend, dass ein Comic ein Comic ist ….
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Dieter Schuster – Zur Geschichte des 1. Mai in Deutschland (1991)

TitelEs mag ja sein, dass der 1. Mai als Feiertag der Gewerkschaften mittlerweile (wie Weihnachten) sinnentleert ist, ein freier Tag, der alle Arbeitnehmer freut …

Aber, da beißt die Maus keinen Faden ab … ohne Gewerkschaften würde unser Leben hier bei uns und anderswo ganz, ganz anders aussehen …

Von daher gebietet es für mich der Respekt vor der Geschichte der Gewerkschaften am heutigen Tag ein wenig an die Geschichte des 1. Mai in Deutschland zu erinnern.

Seinen Ursprung hat dieser Feiertag allerdings ganz woanders:

Anfang 1886 rief die nordamerikanische Arbeiterbewegung zur Durchsetzung des Achtstundentags zum Generalstreik am 1. Mai auf – in Anlehnung an die Massendemonstration am 1. Mai 1856 in Australien, welche ebenfalls den Achtstundentag forderte. Der 1. Mai war traditionell auch der moving day, an dem öfter Wechsel im Beruf oder Wohnort durchgeführt wurden. Es kam darauf zu Massenstreiks und Demonstrationen in den Industrieregionen.

Auch in einer Chicagoer Fabrik für landwirtschaftliche Geräte erklärten sich zu dieser Zeit die Mehrheit der Arbeiter solidarisch gegen die Betriebsleitung und drohten mit Streik, weil sie unzufrieden waren mit dem 12-Stunden-Tag bei einem Durchschnittstagesverdienst von drei US-Dollar. Die Geschäftsleitung reagierte mit Massenaussperrungen und versuchte, die nun 800 bis 1000 freien Stellen mit neuen Einwanderern zu besetzen. Infolge der Kampagnen der sozialistischen Arbeiter-Zeitung meldeten sich jedoch nur 300 neue Arbeiter, während in anderen Fällen Arbeiter vor der Fabrikpforte Schlange standen. Das wurde und wird bis heute als großer Sieg der Gewerkschaft gewertet.

DieUSAnarchisten

Die sieben zum Tode verurteilten Anarchisten

Drei Wochen später hielt August Spies, der Chefredakteur und Herausgeber der Arbeiter-Zeitung, am Abend des 1. Mai 1886 auf einer Arbeiterversammlung auf dem Haymarket in Chicago eine Rede. Nach der Haymarket-Versammlung – Ursprung des Arbeiterklassenbewusstseins in den USA – folgte ein mehrtägiger Streik in Chicago und führte zunächst am 3. Mai zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und der Polizei, bei der zwei Demonstranten getötet wurden.

Bei einer Protestkundgebung am Tag darauf eskalierte die Gewalt. Nach der Stürmung der friedlichen Versammlung durch die Polizei warf ein Unbekannter eine Bombe, die einen Polizisten sofort tötete und zahlreiche Polizisten wie auch Demonstranten verletzte. Sechs weitere Polizisten starben an den Folgen des Bombenanschlags. Bei dem anschließenden Gefecht, das in die US-Geschichte als Haymarket Affair eingegangen ist, wurden mehr als 200 Arbeiter verletzt; die Zahl der Toten wird mit sieben Polizisten und schätzungsweise der dreifachen Anzahl auf Seiten der versammelten Arbeiter angegeben.

Acht Anarchisten, die die Kundgebung organisiert hatten, wurden festgenommen und der Verschwörung angeklagt. Vier von ihnen, darunter der Chefredakteur und Herausgeber der Arbeiter-Zeitung, Spies, wurden durch den Strang hingerichtet, einer beging in seiner Zelle Suizid. Die noch lebenden drei wurden sechs Jahre später begnadigt.

Auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationale 1889 wurde zum Gedenken an die Opfer des Haymarket Riot der 1. Mai als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ ausgerufen. Am 1. Mai 1890 wurde zum ersten Mal dieser „Protest- und Gedenktag“ mit Massenstreiks und Massendemonstrationen in der ganzen Welt begangen. (Quelle: wikipedia)

In diesem Buch (108 Seiten; der Herausgeber war der DGB) wird die wechselhafte und z.T. dramatische Geschichte des 1. Mai in Deutschland nacherzählt. Und es ist eine Geschichte von Anfeindungen … Arbeitgeberverbände und die konservativen Partien kämpften jahrzehntelang gegen die Einführung dieses Feiertages …  Aussperrungen und fristlose Kündigungen waren deren Machtinstrumente.

Aber der Blick in die Geschichte zeigt … der Kampf der Gewerkschaften für soziale Gerechtigkeit war nicht umsonst. Und so leben wir heute in einem Sozialstaat (bei dem wahrlich noch nicht alles im richtigen Lot ist), der aber zu den fortschrittliches Sozialsystemen weltweit geführt hat.
Darauf können die Gewerkschaftsbosse und all die tapferen Sozialdemokraten der Vergangenheit stolz sein.
Und die „neue“ SPD unter Martin Schulz erinnert sich wohl wieder mal ein bisschen an diese Tradition …. auch schon wieder Vergangenheit …

Verfasst wurde diese Schrift von Dieter Schuster:

Dieter Schuster (* 22. November 1927 in Leipzig; † 14. Januar 2019 in Düsseldorf) war ein deutscher Archivar, Bibliothekar und Historiker.

Als Schüler wurde er 1943/44 als Luftwaffenhelfer eingesetzt, ehe er 1945 von der Wehrmacht eingezogen wurde. Gegen Kriegsende geriet er in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Nach der Freilassung beendete er die schulische Ausbildung mit dem Abitur.

Im Jahr 1948 war er Volontär beim stadtgeschichtlichen Museum in Leipzig. Er verließ die DDR und studierte bis 1958 Geschichte, Germanistik und Philosophie in Bonn. Als Werkstudent arbeitete er im Parteiarchiv der SPD. Im Jahr 1958 promovierte er bei Max Braubach mit der Arbeit Das preußische Dreiklassenwahlrecht, der politische Streik und die deutsche Sozialdemokratie bis zum Jahr 1914 zum Dr. phil.

Als wissenschaftlicher Bibliothekar und Archivar verzeichnete er zwischen 1960 und 1965 zusammen mit anderen die zentralen Bestände zur deutschen Arbeiterbewegung im Internationalen Institut für Sozialgeschichte in Amsterdam. Danach leitete er ab 1966 die Bibliothek und das Archiv des deutschen Gewerkschaftsbundes in Düsseldorf.

Er veröffentlichte zahlreiche Schriften zur deutschen und internationalen Gewerkschaftsbewegung. Sein Buch Die deutsche Gewerkschaftsbewegung von 1971 erreichte mehrere Auflagen. Zusammen mit Franz Osterroth verfasste er die dreibändige Chronik der deutschen Sozialdemokratie. Nicht im Druck erschienen ist seine Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den Anfängen bis 1918. Diese wurde von der Friedrich-Ebert-Stiftung auf elektronischen Weg veröffentlicht.

Dieter Schuster starb am 14. Januar 2019 in Düsseldorf. (Quuelle: wikipedia)

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Denkschrift zur „Achstundenbewegung“

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Der Arbeitgeberverband Hamburg-Altona fand die 1. Mai-Feier nicht lustig und reagierte entsprechend schroff (25. April 1890)

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Na ja, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wussten es besser …

 

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Beispiel16

Das traurigste Kapitel deutscher Geschichte hat begonnen.

 

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Aus dem DGB-Aufruf 1964

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Das Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung trauert um Dieter Schuster (1927-2019)

Dieter Schuster war als Historiker und Archivar der Geschichte der Arbeiterbewegung verpflichtet.

1927 in Leipzig geboren, gehörte Schuster den Jahrgängen an, die noch minderjährig am Ende des Zweiten Weltkrieges als Luftwaffenhelfer Dienst tun mussten. Er kehrte nach Kriegsende aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück und schloss seine schulische Ausbildung mit dem Abitur ab. Nach einem Volontariat im Stadtgeschichtlichen Museum in Leipzig 1948 zog es ihn im Folgejahr nach Bonn, wo er ein Studium der Geschichte, Germanistik und Philosophie an der dortigen Universität begann. Durch Arbeiten im Parteiarchiv der SPD finanzierte Dieter Schuster seinen Lebensunterhalt. 1958 promovierte er mit einer Dissertation zum Thema „Das preußische Dreiklassenwahlrecht, der politische Streik und die deutsche Sozialdemokratie bis zum Jahr 1914“.

Als Bibliothekar und Archivar arbeitete er von 1960 bis 1964 im „Internationalen Institut für Sozialgeschichte“ (IISG) in Amsterdam, wo er dort befindliche zentrale Überlieferung der deutschen Arbeiterbewegung ordnete und verzeichnete. Ende 1964 holte ihn Werner Hansen als Mitarbeiter des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) nach Düsseldorf. Er übernahm 1966 die Leitung von Archiv und Bibliothek, die er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1992 innehatte.

Zu nennen ist darüber hinaus die Tätigkeit Dieter Schusters in einer Vielzahl von nationalen und internationalen Organisationen, die der Geschichte der Arbeiterbewegung verpflichtet sind. Hervorzuheben ist seine Verbundenheit mit der „International Association of Labour History Institutions“ (IALHI). Im Dezember 1970 gehörte er zu ihren Gründungsmitgliedern. Im Verlaufe seines Berufslebens besuchte Schuster deren Konferenzen und vertrat lange die deutschsprachigen Länder im Leitungsgremium der IALHI. Um seine Arbeit zu würdigen, wurde er nach Ende seines Berufslebens zum Honourary Member der IALHI ernannt.

Als „Hüter des Gedächtnisses der deutschen Gewerkschaftsbewegung“ verband Schuster in seinem publizistischen Arbeiten stets historische und archivarische Profession. Seine mit Franz Osterroth verfasste „Chronik der deutschen Sozialdemokratie“, die deren Geschichte von den Anfängen bis 1979 beschreibt, die online angebotene „Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den Anfängen bis 1918“ oder seine ebenfalls in mehreren Auflagen und in verschiedenen Sprachen erschienene Arbeit „Die deutsche Gewerkschaftsbewegung“ sind nur ausgewählte Beispiele dafür.

All dies wird ihn dem Archiv der sozialen Demokratie verbunden halten. (Quelle: socialhistoryportal.org)