Ursula Calis – Thüringer Spezialitäten (2000)

TitelDa könnt´ einem doch glatt das Wasser im Mund zusammenlaufen ….

Die Thüringer Küche ist eine rustikale und herzhafte Küche mit einer Reihe von lohnenswerten Spezialitäten. Das Land bietet Fleisch-, Geflügel- und Fischgerichte, Gemüse- und Salatköstlichkeiten und viele beliebte Backwaren.

Wie auch sonst, sind die Grenzen zu den benachbarten Küchenregionen fließend. Daher ist die folgende Abgrenzung nur als Anhaltspunkt zu verstehen. Die Thüringer Küche ist trotz aller Einflüsse aus den benachbarten Küchenregionen verhältnismäßig eigenständig geblieben. Gemeinsamkeiten zeigt sie im Osten durch die dort angrenzenden sächsische und erzgebirgische Küche, in Südthüringen durch die fränkische Küche, im Norden durch die Küche Sachsen-Anhalts, weniger merklich durch die im Westen angrenzende hessische Küche, vielleicht wegen der jahrzehntelange Trennung vom Westen.
Besonderheiten

Wer einmal in Thüringen ist, der sollte die Spezialitäten dieser Region auch verkosten und nicht auf die internationale Küche ausweichen, die dort auch angeboten wird. Dazu ist es meist empfehlenswert, die Städte zu meiden und aufs Land zu fahren. Hier bekommt man die „original Thüringer Küche“. Alternativ wäre eine gezielte Suche nach Gaststätten mit Thüringer Küche, die selbstverständlich auch in den Städten zu finden sind.

Anzuraten sind Besuche von Gemeinden mit Backhäusern, da dort regelmäßig die gut besuchten Backhausfeste veranstaltet werden, während derer die Landfrauen viele Bleche mit Kuchen, Zwiebelkuchen oder Detscher backen.

Eine Besonderheit unter den vielen Volksfesten in Thüringen ist der Weimarer Zwiebelmarkt (Zippelmarkt), der am zweiten Oktoberwochenende bis zu 350.000 Besucher anlockt. Dieses Zwiebelfest wird seit über 300 Jahren, seit 1653, in der Goethe- und Schiller-Stadt veranstaltet. An rund fünfhundert Marktständen in der Altstadt werden Weimarer Zwiebelkuchen und andere Köstlichkeiten rund um die Zwiebel und viele andere Gerichte dargeboten. Wer ein Andenken an den Zwiebelmarktbesuch mitnehmen möchte, kann sich einen Zwiebelzopf kaufen. Zahlreiche Künstler zeigen ihr Können auf den vielen Bühnen zwischen den Ständen und stellen ihr Programm vor. (Quelle: www.kochwiki.org)

Und mit diesem Büchlein (84 Seiten) kann man sich schlau machen und ich garantiere einfach mal … da läuft nicht nur das Wasser im Mund zusammen, sondern … da findet jeder Gerichte, die einen anspornen, die Küchenschürze umzubinden und loszulegen …

Mahlzeit !

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Thüringer Bauernschmaus mit Champignons

 

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Hiftenmus (= Hagebuttenmus)

 

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Titanic – BILD Leser beschimpfen Titanic (2000)

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Die Fußball WM im Putin.Land steht ja quasi vor der Tür und da dachte ich mir … kram doch mal wieder diesen alten Beitrag (erstmalig 2014 veröffentlicht) hervor:

Dieser „Skandal“ hat vor 18 Jahren einen rechten Wirbel ausgelöst und ich habe mich damals köstlich amüsiert:

Am Abend des 5. Juli 2000, dem Tag vor der Wahl des ausrichtenden Verbandes durch die Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees, sandte der damalige Chefredakteur der Titanic Martin Sonneborn nacheinander zwei Bestechungsfaxe an das Grand Hotel Dolder in Zürich, in dem die Teilnehmer der Tagung des Weltfußballverbandes abgestiegen waren. Er bat die Rezeptionistin, das als „hochwichtige Nachricht“ deklarierte Schreiben den Komiteemitgliedern Chung Mong-joon (Südkorea), Jack Austin Warner (Trinidad und Tobago), Ricardo Teixeira (Brasilien), Abdullah Al-Dabal (Saudi-Arabien), Ismail Bhamjee (Botswana), Charles Dempsey (Neuseeland) und Chuck Blazer (USA) zukommen zu lassen. Die Hotelangestellte steckte die Faxe in Umschläge und schob sie umgehend den Empfängern unter der Zimmertür durch. Von Umschlägen war am Telefon keine Rede gewesen: Die Hotelangestellte war von allein auf diese Idee gekommen, sorgte jedoch damit, wie Sonneborn später in seinem Buch über diese Ereignisse schrieb, „für den letzten Schliff, der der Aktion endgültig Authentizität verlieh“.

In dem Schreiben wurde den sieben Männern auf Englisch ein kleines Geschenk für den Fall angeboten, dass sie ihre Stimme der Bewerbung Deutschlands gäben. Konkret wurde ihnen ein Präsentkorb mit echtem Schwarzwälder Schinken und eine Kuckucksuhr angeboten. Hier die relevante Passage des Originalschreibens:

“[…] in this difficult situation, Germany would like to emphasize the urgency of its appeal to hold the World Cup 2006 in Germany. Let me come straight to the point: In appreciation of your support we would like to offer you a small gift for your vote in favour of Germany: A fine basket with specialities from the black forest, including some really good sausages, ham and – hold on to your seat – a wonderful KuKuClock! And a beer mug, too! Do we leave you any choice???
We trust in the wisdom of your decision tomorrow, sincerely yours
Martin Sonneborn Secretary TDES (WM 2006 initiative)”

TitanicTitelBildDie Satire-Aktion war, wie sich im Nachhinein herausstellte, möglicherweise ein Glücksfall für die deutsche Kandidatur. Das neuseeländische FIFA-Mitglied Dempsey, der mit dem Auftrag der Oceania Football Confederation, für Südafrika zu stimmen, nach Zürich gereist war, fühlte sich durch verschiedene Gründe unter Druck gesetzt und enthielt sich bei der Wahl der Stimme. Was genau Dempsey zur Enthaltung der Stimme bewog, ist umstritten. In einem der wenigen Interviews danach sprach er von „Druck durch einflussreiche europäische Interessensgruppen“, als Hauptgrund gab er an: „Den Hauptausschlag für meine Entscheidung gab, dass im Kreis meiner Kollegen getuschelt wurde, ich würde Geld von der Delegation Südafrikas nehmen. Dem wollte ich mit der Enthaltung entgegentreten.“ Das FIFA-Exekutivkomitee entschied sich schließlich mit 12:11 Stimmen für die Bewerbung Deutschlands. Bei einem Stimmenpatt hätte das Votum des FIFA-Präsidenten Sepp Blatter, dessen Sympathie für Südafrika bekannt war, doppelt gezählt.

Allerdings betonte Dempsey, er habe sich auf den Rat des UEFA-Präsidenten Johansson hin entschieden, nach dem Ausscheiden Englands aus dem Bewerbungsrennen keinem anderen Bewerber seine Stimme zu geben. Die von Titanic ins Feld geführte und live auf CNN getätigte Äußerung „This final fax broke my neck“ hat er niemals wiederholt.

Nach Bekanntwerden der Aktion und Befürchtungen der Anfechtbarkeit des Abstimmungsergebnisses reagierte der Deutsche Fußball-Bund scharf und drohte dem Magazin mit einer Schadenersatzforderung von 600 Millionen D-Mark. Sonneborn hat daraufhin eine Unterlassungserklärung abgegeben, zeit seines Lebens nicht mehr Einfluss auf FIFA- und UEFA-Delegierte zu nehmen, da (Zitat Sonneborn) „600 Millionen Mark das Jahresgehalt eines TITANIC-Redakteurs übersteigen“ würden. Die Bild-Zeitung erschien daraufhin mit der Schlagzeile Böses Spiel gegen Franz (gemeint war der damalige Präsident des deutschen WM-Organisationskomitees Franz Beckenbauer) und rief ihre Leser dazu auf, der Titanic-Redaktion, deren Telefonnummer mitveröffentlicht wurde, die Meinung zu sagen. Mitschnitte dieser Anrufe, in denen die Redakteure als „Vaterlandsverräter“ und „Nestbeschmutzer“ beschimpft wurden, veröffentlichte die Titanic später auf der CD Bild-Leser beschimpfen Titanic-Redakteure. (Quelle: wikipedia)

Hört man sich diese Leseranrufe nun nochmals an, so bleibt einem eigentlich das Lachen im Hals stecken … der nackte Hass gepaart mit einem rechtsstaatlicher Gesinnung, die einen nur grausen läßt … Mich hat´s gefroren.

BildArtikel

Der Artikel

Titel:
01. Beschimpfungen 2.52
02. Mehr Beschimpfungen 2.51
03. Noch Mehr Beschimpfungen 3.00
04. Wüste Beschimpfungen 2.41
05. Gemeine Beschimpfungen 2.53
06. Hinterfotzige Beschimpfungen 2.53
07. Dummdreiste Beschimpfungen 3.34

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Johann Mayr – Die Zwillinge im Jahr 2001

Seine spitze Feder begleitet mich schon seit etlichen Jahrzehnten und Titelder dabei entstehende knackige Humor ist dann auch noch stets meine Kragenweite.

1956 in München geboren und aufgewachsen, arbeitete viele Jahre als
Gartenarchitekt, als Naturschutzbeauftragter und als Stadtplaner.
Ende der 80ger Jahre (aufgrund einer Wette) erste Cartoons in der Süddeutschen Zeitung.
Diverse Ausstellung in den 90gern, Cartoonbücher und Arbeiten für Zeitschriften und Tageszeitungen machen es möglich, die gut dotierte und krisensichere Stadtplanerstelle an den Nagel zu hängen und sich ausschließlich der Cartoonzeichnerei zu widmen.
In den Nullerjahren Zeichner und Co-Autor einer satirischen Fernsehserie im Bayerischen Fernsehen. Inzwischen über hundert verschiedene Cartoonbücher zu den unterschiedlichsten Themen. Lebt in München. (Selbstdarstellung).

Oder aber auch so:

geboren in München
neunzehnhundertsechsundfünfzig
aufgewachsen im Künstler-Schwabing
aber das sagt gar nichts
Volksschule und Gymnasium fördern Talent
nur durch dauerndes Zeichnen im Unterricht beides überlebt
arbeitet am Theater
als Kulissenschieber
jobbt als Ausfahrer, als Gärtner, Lodenmantelumbügler
studiert Landespflege
Diplom – Ingenieur
verfasst ein Handbuch, wie die Welt zu retten sei
unveröffentlicht
wird Graswurzelrevolutionär

Johann Mayr

kämpft gegen Atomkraftwerke, Großflughäfen und Raketen
fährt Fahrrad, weil das so schön langsam ist
baut eine Gärtnerkommune mit auf
wohnt in (neun) Wohngemeinschaften
will dann Einsiedlermönch werden
das misslingt
arbeitet als Biotopmanager
um die Welt zu retten
arbeitet jahrelang als Stadtplaner
um die Welt zu retten
heiratet, kriegt Kinder
um die Welt zu retten
sieht spät aber schlussendlich doch ein,
dass die Welt nicht so einfach zu retten ist!
Überlegt
sieht sich kritisch um
hat bisher genügend Stoff zum Zeichnen gesammelt
zeichnet
rechts
links
und freihändig
Aquarelle, Grafik, freie Arbeiten,
dann auch Cartoons
macht bei kleineren und größeren Ausstellungen mit
mehrere Cartoonbücher entstehen
veröffentlicht Cartoons in
Freundin, Bunte, Süddeutsche Zeitung, WAZ, TAZ, Handelsblatt,
Bioland, Natürlich, ADAC, Schöner Wohnen, Börsenblatt, Eulenspiegel …
und vielen anderen Zeitschriften
eine satirische Politsendung im Bayrischen Fernsehn
viele Cartoonbücher,
Sternzeichenkalender und -bücher
plant weitere Ausstellungen
in New York, Tokio und Ampermoching (weitere Selbstdarstellung der ausführlicheren Art)

Besonders bekannt sind seine Sternzeichen Jahreskalender … und obwohl ich mit der Astrologie eher nichts, aber auch gar nichts am Hut habe … kommt man gelegentlich nicht darum herum, dass so manche Charkatereigenschaften des jeweiligen Sternzeichens eiem irgendwie verdammt bekannt vorkommen.

Und nachdem ich Zwilling bin … ähm … räusper — verdammt noch mal, zuweilen bringt er doch bestimmte Charaktereigenschaften, die mir nicht fremd sind … mehr als treffend auf den Punkt …

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Beispiel02

Beispiel03

Beispiel04

Genau .. so isses !

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Na ja, wie halt so die Rückseite eines Kalenders aussieht …

 

Deutsches Rundfunkarchiv – Rückkehr in die Fremde – Remigranten und Rundfunk in Deutschland (1945-1955) (2000)

FrontCover1Hier hören wir nun eine Produktion des Deutschen Historischen Museums Berlin, des Deutschen Rundfunkarchivs Frankfurt/M. und Potsdam – Babelsberg, des Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, der Akademie der Künste, des Museums für Post und Kommunikation und des Arbeitskreis selbständiger Kulturinstitute (AsKI)
Diese CD erschien anläßlich einer Ausstellung, die ab März 2000 – beginnend in Berlin – an mehr als zehn Orten der Bundesrepublik Deutschland bis in das Jahr 2002 zu sehen war.

Die Ausstellung, im Auftrag des Arbeitskreises selbständiger Kulturinstitute e.V. Bonn federführend von der Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv in Kooperation mit der Stiftung Archiv der Akademie der Künste in Berlin erarbeitet, befaßte sich mit Remigranten und Rundfunk in Deutschland von 1945 bis 1955. Sie geht den Fragen nach, unter welchen Bedingugen Remigranten, die während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur aus Deutschland hatten fliehen müssen, im Nachkriegsdeutschland, vor allem beim Rundfunk, haben Fuß fassen können und wie sie inhaltlich die Programme dieses Mediums (mit)geprägt haben.
In 17 Tonaufnahmen ist neben Persönlichem vor allem Politisches festgehalten – in Interviews mit Betroffenen, Kommentaren und Vorträgen, Hörspielen und Hörfolgen. (Verlagsankündigung)

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Ein Tondokument  … das einen einerseits gruseln lässt … insbesondere jener „Bericht aus dem Konzentrationslager Oranienburg“ vom 30.09.1933 …  wobei es wohl stimmt, das der SPD Politiker Alfred Faus damals im KZ Oranienburg nicht zu Tode geprügelt wurde:

1917 trat Faust der USPD bei. 1918, nach seiner Rückkehr nach Bremen, trat er für die Bremer Räterepublik ein. Im Dezember 1918 war er Delegierter beim 1. Reichsrätekongress in Berlin. Im Januar und Februar war Faust Mitglied des Rats der Volksbeauftragten in Bremen. Außerdem war er auch Mitglied des Bremer Vollzugsrates sowie Leiter des Kommissariats für Presse und Propaganda und Redakteur der beschlagnahmten Bremer Bürger-Zeitung.

Nach der Niederschlagung der Räterepublik wurde Faust Chefredakteur der Bremer Arbeiterzeitung. Im März 1919 wurde er in die verfassungsgebende Bremer Nationalversammlung gewählt. Von 1920 bis 1933 war Faust Mitglied der Bremer Bürgerschaft. Im Jahr 1922 wechselte er zusammen mit der Rumpf-USPD zur SPD über.

AlfredFaust

Alfred Faust

Beruflich war damit der Wechsel als Redakteur zu der von Wilhelm Kaisen geleiteten Bremer Volkszeitung verbunden. 1928 wurde er Chefredakteur der Zeitung.

Am 6. November 1932 wurde Faust in den Reichstag gewählt aber erst im März 1933 wurde seine Wahl bestätigt. Ende März 1933 verhalf Faust Rudolf Breitscheid zur Flucht in die Schweiz, kehrte aber selbst nach Bremen zurück. Bereits am 28. April 1933 wurde er von der SA der Nazis in Schutzhaft genommen und in die Konzentrationslager Mißler in Findorff und Ochtumsand sowie im Bremer Untersuchungsgefängnis gefangen gehalten. Besonders im KZ Mißler wurde Faust körperlich stark misshandelt.

Unmittelbar danach saß er bis 1934 in einem Gefängnis in Bremen ein. Nach seiner Entlassung wurde Faust aus Bremen ausgewiesen und siedelte nach Berlin über. Dort arbeitete er auf Vermittlung durch Ludwig Roselius bis 1944 im Angelsachsenverlag. Als dieser geschlossen wurde, floh Faust 1944 in seine Heimat Elsass und arbeitete dort bis 1949 als Redakteur in Mülhausen.

Faust kehrte im August 1949 nach Bremen zurück und leitete zunächst den Angelsachsenverlag. Er engagierte sich wieder in der SPD. Vom 11. Juli 1950 bis zu seinem Tod war er Leiter der Pressestelle des Bremer Senats. Nach seinem Tode fand für ihn ein Staatsakt im Bremer Rathaus statt. (Quelle wikipedia)
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Beeindruckend der „Abschied von Zürich “ von Wolfgang Langhoff, einem deutschen Schauspieler, dem ab 1933 folgendes passiert ist:

Am 28. Februar 1933 wurde Langhoff von der Gestapo verhaftet und zunächst im Düsseldorfer Polizeigefängnis inhaftiert, wo er schwerer Folter durch die SA ausgesetzt war. Wenige Tage später wurde er in das Düsseldorfer Zuchthaus Ulmer Höh verlegt. Im Juli 1933 wurde er ins Konzentrationslager Börgermoor im Emsland verbracht. Dort überarbeitete er im August 1933 einen Text von Johann Esser zum später weltberühmt gewordenen Moorsoldaten-Lied. Die Melodie komponierte der Mithäftling Rudi Goguel. Nach der Verlegung ins KZ Lichtenburg erfolgte 1934 die Entlassung Langhoffs im Rahmen der so genannten Osteramnestie. Insgesamt war Langhoff 13 Monate in Haft und Konzentrationslagern. Drei Monate später – im Juni desselben Jahres – floh er in die Schweiz, kurz vor Schließung der Grenze.

Wolfgang Langhoff

Wolfgang Langhoff

Am Schauspielhaus Zürich fand er Unterkunft und Arbeit als Regisseur und Schauspieler. 1935 wurde der autobiographische Bericht Die Moorsoldaten. 13 Monate Konzentrationslager veröffentlicht, der nach der Übersetzung durch Lilo Linke ins Englische weltweit Beachtung fand als eine der ersten Augenzeugenschilderungen der Brutalität in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Langhoff war Gründungsmitglied des Nationalkomitees Freies Deutschland in der Schweiz.

Nach seiner Rückkehr in die Sowjetische Besatzungszone war Langhoff für den Kulturbund Mitglied im 2. Deutschen Volksrat. (Quelle: wikipedia)

Nicht minder beeindruckend, der Kommentar zur Lage in Deutschland von Fritz Eberhard, mit dem vergeblichen Plädoyer gegen die Atombombe.

Und dann Ernst Reutter … der Humanist und Sozialdemokrat … und das Hörspiel von Walter Jens aus dem Jahr 1952 … beeindruckend ohne Ende.

Ein Tondokument … sofern man sich darauf einlassen will oder kann … einen nicht nur schaudern lässt, sondern auch ein wenig stolz macht … ob all dieser Menschen, dieser „deutschen“ Menschen … die sich dem Irrsinn, dem Wahnsinn des Nationalsozialismus widersetzt haben.

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Titel:
01. Bericht aus dem Konzentrationslager Oranienburg (30.09.1933)  4.23
02. Thomas Mann: Ansprache „Deutsche Hörer!“ (18.03.1941)  5.06
03  Tran und Helle: Über das Abhörverbot ausländischer Sender im Dritten Reich (1940) 2.26
04. Bruno Adler/Annemarie Hase: Frau Wernicke. Über das Abhören von „Feinsendern (11.03.1941) 3.02
05. Wolfgang Langhoff: Abschied von Zürich (12.10.1945) 2.36
06. Fritz Eberhard: Kommentar zur Lage in Deutschland (24.11.1945)  2.39.
07. Markus Wolf: Kommentar zum Ende des Nürnberger Prozesses (01.10.1946) 1.45
08  Hans Mayer:  im Gespräch mit Joachim-Felix Leonhard und Hans-Ulrich Wagner über die Remigration (20.05.1999) 7.12
09. Werner Milch: Vortrag über Victor Gollancz (03.11.1947) 3.21
10  Alfred Kantorowicz: Rede auf dem Ersten Deutschen Schriftstellerkongreß (05.10.1947) 4.05
11. Alfred Döblin: im Gespräch mit Herbert Bahlinger (08.08.1948  ) 2.08
12  Thomas Mann: Ansprache im Goethe-Jahr in der Paulskirche Frankfurt am Main (25.07.1949) 6.45
13  Friedrich Karl Kaul: Hörspiel „Funkhaus Masurenallee“ (16.10.1951) 5.14
14  Ernst Reuter: Ansprache „Wo uns der Schuh drückt“ (27.09.1953) 2.50
15. Walter Jens: Der  Besuch des Fremden (Hörspiel) (18.11.1952) 5.43
16. Erika Mann und Theodor W. Adorno: Im  Gespräch mit Adolf Frisé (29.01.1958)
17  Die Vergessenen: Hörfolge über das Leben deutscher Juden in Paris von Peter Adler (10.03. 1956) 4.27

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(Diesmal ohne Passwort)
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SZ Magazin – 10 Jahre SZ-Magazin (2000)

titelDie „Süddeutsche Zeitung“ hab´ ich quasi mit der Vatermilch eingesaugt …  Mein Vater war zwar strammer CSU-Wähler, aber die „Süddeutsche Zeitung“ gab´s dann täglich, die Alternative, den „Münchner Merkur“ (damals wie heute ehe CSU-lastig) verschmähte er beharrlich, vielleicht, weil er als Germanist dann doch auf ein gewisses Sprachniveau Wert gelegt hat.

Wie auch immer, als ich im Jahr 1975 aus dem Elternhaus auszog, war eine meiner ersten Amtshandlungen, mir meine eigen „SZ“ zu bestellen (damals noch im günstigerem Studenten-Abo).

Und bis heute liegt diese Tageszeitung täglich im Briefkasten.

Na ja, und dann führten sie 1990 die Freitagsbeilage namens „SZ-Magazin“ ein:

Das Süddeutsche Zeitung Magazin (kurz: SZ-Magazin) ist die vierfarbige Beilage, ein sogenanntes Supplement, in der Freitagsausgabe der Süddeutschen Zeitung (SZ) und damit eines der größten Magazine Deutschlands neben dem Zeit-Magazin.
Das Süddeutsche Zeitung Magazin wurde 1990 unter der Chefredaktion von Andreas Lebert gegründet. Seit Sommer 1996 leiteten es Christian Kämmerling (* 1954) und Ulf Poschardt (* 1967). 1999 kam ans Licht, dass Tom Kummer, freier Korrespondent in Los Angeles, Interviews mit Filmstars wie Sharon Stone, Kim Basinger, Brad Pitt und Courtney Love frei erfunden hatte. Als sich herausstellte, dass Poschardt und Kämmerling gefälschte Interviews publiziert hatten, konnte sie die SZ nicht mehr halten. Ab 2000 verantworteten Dominik Wichmann und Jan Weiler gemeinsam die Redaktion. Seit 2004 war Dominik Wichmann alleiniger Chefredakteur. Wichmann wechselte zum 1. Juni 2011 als stellvertretender Chefredakteur zum Stern. Nachdem das SZ-Magazin während einer Übergangszeit von Jan Heidtmann kommissarisch geführt wurde, übernahm am 1. Juli 2011 Timm Klotzek die Chefredaktion. Seit 2013 ist Michael Ebert ebenfalls Chefredakteur an der Seite von Timm Klotzek.

Zu den bekanntesten Autoren und Kolumnisten gehören Axel Hacke, der Moralkolumnist Rainer Erlinger sowie die Journalistin und Buchautorin Meike Winnemuth. Frühere Kolumnisten waren Hajo Schumacher, Kurt Kister, Willi Winkler, Christian Ulmen und Georg Diez und Donna Leon (Quelle: wikipedia)

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Diverse Ausgaben des SZ Magazins

Na ja, und dann näherte sich das 10jährige Jubiläum dieser Beilage, die im Laufe der Jahre mit Preisen nur so überhäuft wurde.

Und da dachte sich die Redaktion: Satire – können wir auch und konzipierten ein Heft, das wohl einmalig in der Geschichte des SZ-Magazin ist.

Man feierte einfach mal sich selbst

Und das macht man am besten, wenn man ein rauschendes Fest feierte … natürlich ist ganz viel Prominenz aus aller Welt mit an Bord.

Den Hauptarbeit an diesem Heft hatte wohl die Bildredaktion, die völlig beschwipst von dieser Idee die abenteuerlichsten und aberwitzigsten Begegnungen auf dieser Party ablichtete und zusammenstellte (gab´s damals eigentlich schon Photo-Shop ?)

Aber aufgepasst: Hier ist nichts so wie es scheint … wir halten also ein Heft in der (virtuellen) Hand, dass man getrost als ein Heft voller Fake-News (um mich mal modern auszudrücken) bezeichnen darf, kann, muss.

Aber amüsant ist es allemal … ein pralles Heft (das dann am 12. Mai 2000 erschien) zum Thema Bildmanipulation.

Und noch heute lese ich diese SZ-Beilage am Wochenende … nur mit ihren Moden-Sonderausgaben können sie mir gestohlen bleiben !

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A bisserl Werbung durfte schon auch sein

 

 

Das damalige Jubiläumsheft begann mit Titelbildern anderer Zeitschriften,
eigens für das SZ-Magazin

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Dann folgten die Grußworte diverser Meinungsmacher der damaligen Zeit:

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Aber dann begann die Party:

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Madonna mit ihrem neuem Liebhaber

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Bestseller Autor Alex Hacke verteilt Autogramme

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Die drei Tenöre schreiten zur Tat

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Lothar Matthäus erklärt Woody Allen die Nachteile von New York

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Der Chefradakteuer erklärt Bill Clinton die Vorteile deutscher Praktikantinnen, während sich Bill Gates über die klägliche Server-Ausstattung der Redaktion amüsiert.

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Lafontaine und Schröder versöhnen sich … und Madonna trällert ein Liedchen

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Kohl flirtet mit Gaddhaffi

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Prinz Ernst August zeigt, was er drauf hat

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Die Redaktionsgirls tanzen ausgelassen

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Redakteur Lars Reichardt im Gespräch mit Madonna

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Courtney Love hat´s wieder mal übertrieben

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Bill Clinton lernt die Redaktions-Praktikantin besser kennen

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Krenz spielt Karten …

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Dier männliche Teil der Redaktion macht einen Strip … da lässt sich Lothar Matthäus auch nicht lumpen

Erst am Ende des Heftes findet man dann wieder zurück in die Normalität:

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Und der Axel Hacke schreibt noch heute seine Kolumne „Das beste aus meinem Leben“

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Dazu schreibe man an

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