Harry Stein + Udo Wohlfeld – Sozialdemokraten gegen Hitler – Die Widerstandsgruppe Nehrling-Eberling in Weimar (2003)

SozialdemokratenGegenHitler01ADa schreibt einer am 23.12.1943 einen Brief an seine Frau, und der geht so los:

„Meine liebe Heddy !

Ein schönes Weihnachtsfest ! Ich werde heute früh aus Stadelheim (das Gefängnis in München) abgeholt u. soeben wurde mir eröffnet, daß das gegen mich ergangene Todesurteil heute um 14 Uhr vollstreckt wird.“

Und dieser jemand war Kurt Nehrling:

Im Durchgang zur Wohnanlage befand sich in der NS-Zeit auf der rechten Seite ein Wäschegeschäft, das Kurt Nehrling gemeinsam mit seiner Frau Hedwig führte. Kurt Nehrling, 1899 in Weimar geboren, trat bereits im Alter von 19 Jahren in die SPD ein. Der gelernte Schlosser war als Beamter im Öffentlichen Dienst tätig, bis er 1933 aus politischen Gründen in den Wartestand (eine Art einstweiligen Ruhestand) versetzt wurde. Um seine Familie zu ernähren, gründete er das Wäschegeschäft, das sich zu einem Treffpunkt für Weimarer Sozialdemokraten entwickelte. Um Kurt Nehrling und Hans Eberling, einen ehemaligen SPD-Unterbezirkssekretär, bildete sich eine Widerstandsgruppe, der sich vor allem junge Frauen und Männer aus der nunmehr verbotenen Sozialistischen Arbeiterjugend anschlossen. Die Mitglieder trafen sich in Privatwohnungen, tauschten verbotene Bücher und selbstverfasste Druckschriften aus und hielten Kontakt zu Sozialdemokraten in anderen Städten. 1939 wurde Nehrling als Buchhalter für die Polizeikasse wieder in den Landesdienst verpflichtet.

KurtNehrlingAls er an seinem Arbeitsplatz Kritik am NS-Regime übte, wurde er 1942 von Mitarbeitern denunziert. Äußerungen wie die, dass die Sowjetunion den Krieg nicht begonnen habe, sondern sich verteidige, deutete das Oberste SS- und Polizeigericht als „Wehrkraftzersetzung“. Im September 1943 wurde Kurt Nehrling zum Tode verurteilt und am 22. Dezember 1943 im KZ Dachau ermordet. (Quelle: .weimar-im-ns.de)

SozialdemokratenGegenHitler06AUnd in Weimar habe ich eine extrem liebevoll gestaltete Broschüre (66 Seiten) gefunden. Herausgegeben wurde sie vom SPD Kreiverband Weimar, die Autoren waren Harry Stein und Udo Wohlfeld und die beiden trieben Geschichtsforschung der feinsten Art. Sie berichten über die „Widerstandsgruppe Nehrling-Eberling in Weimar“, wobei der Fokus eindeutig auf der Biographie von Kurt Nehrling liegt.

So erfahren wie er in bescheidenen Verhältnissen aufwächst, wie er im I. Weltkrieg war, wie er wegen einer Lungentuberkulose aus dem Militärdienst ausscheiden musste und wie er dann 1919 Mitglied der SPD wurde. Wie er später dann mit seinr 2. Frau (seine 1. Frau sarb 1923 bei der Geburt des zweiten Kindes) eine Wäschegeschäft am Zeppelinplatz in Weimar betrieb.

Und wie er – ohne jemals groß als Widerstandskämpfer hervorgetreten ist, als Sozialdemokrat im III. Reich seinen Weg suchte zwischen Anpassung und (innerer) Rebellion gegen das Nazi-Regime.

Und wie ihm ein paar kritische Worte das Genick brachen, weil Denunzianten nichts besseres zu tun hatten, seine „frevelhaften“ Theorien weterzumelden.

Belegt wird das alles mit einer mustergültigen Sammlung von Dokumenten. Am erschreckendsten ist wohl das ausführliche Urteil, in em die Todesstrafe begründet wird.

Diese Broschüre ist wahrlich keine leichte Kost und mir schnürte es mehr als einmal den Hals zu …  Aber diese Broschüre ist ein wichtiges Dokument, und ein Zeugnis für all jene aufrechten Menschen in diesen Jahren … deren Zivilcourage gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Ergänzt wird die Broschüre dann natürlich auch noch um die Person Hans Eberling und all die anderen Sympathisanten, die sich damals in Weimar auf aufrechte Sozialdemokraten immer wieder quasi konsiparativ trafen, um sich zu stützen und zu stärken, angesichts der braunen Übermacht.

Kurth Nehrling: eine deutsche Biographie, von der man sich nur verneigen kann …

Hier ein paar erste Eindrüke von der Broschüre, die ich nur jedem dringend ans Herz legen möchte:

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Gnadengesuch

Das ist die Sprache der Herrenmenschen

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Stefanie Rölz – Die Geschichte vom kleinen Stern Habdichgern (2003)

TitelHinter diesem kleinen Kinderbüchlein verbirgt sichja eigentlich eine imposanten, fulminante Firmengeschichte:

Sheepworld (dt. Schafwelt, gegründet 1997) ist eine der größten deutschen Geschenkartikel-Firmen mit europaweitem Verkauf und dem Hauptsitz in Ursensollen. Besonders bekannt ist das im Jahr 2004 erschienene Motiv Ohne Dich ist alles doof, welches europaweit erhältlich ist.

Die Firma wurde von Stefanie Rölz und Tobias Hiltl 1997 gegründet. Die beiden lernten sich nach dem Abitur in einem Ferienjob kennen. Da Rölz gerne Comicmotive zeichnete, entschieden sich die beiden erst 19-Jährigen, einen kleinen Vertrieb zu gründen, der anfangs Steff Productions hieß und im elterlichen Keller beheimatet war.

Bereits drei Jahre später entwickelte sich die Firma zu einem Millionenunternehmen mit damals schon rund 50 Mitarbeitern. Aufgrund des Wachstums sind die Waren sogar vom Vereinigten Königreich bis zu den Vereinigten Arabischen Emiraten erhältlich.

2001 erreichte Sheepworld mit seinen Produkten rund um die Schafe Sille, Søren und Sisqo bei dem Spielwarenanbieter und Plüschtierhersteller NICI einen Anteil von 6,7 % am Gesamtumsatz, was einem Wert von umgerechnet 4,8 Millionen Euro entspricht.

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Stefanie Rölz

2005 vergrößerte sich die Firma noch einmal, erreichte einen Umsatz von 23 Millionen und beschäftigte 60 Mitarbeiter.

2007 wurde das Sondermodell „sheepworld“ Renault Twingo zu einem Preis ab 12.999 Euro deutschlandweit vertrieben. Besonderheit des Sondermodells war der Sonderrabatt von 1.000 Euro, den die Sheepworld AG jedem Käufer des Twingo für ein gebrauchtes Plüsch-Schaf gewährte, und die Übernachtung mit Frühstück in einem Landgasthof für die Käufer, die ihren Wagen selbst abholen wollten.

Im Mai 2008 wurde der vergrößerte Bürokomplex schließlich fertiggestellt und bezogen. Ein weiterer Meilenstein im selben Jahr war die Ausweitung des Produktsortiments auf die Automobilbranche. Mit der Kaufmann Neuheiten GmbH, einem international tätigen Vertriebsunternehmen (Disney, SUPERRTL und Warner Bros.), wurde ein Lizenzvertrag abgeschlossen, der Neuheiten im Bereich Autozubehör zum Inhalt hatte.

Schaf01Im Geschäftsjahr 2011 ging der Gesamtumsatz der Sheepworld AG von 16 Millionen Euro auf 12,5 Millionen Euro (2010) zurück. Zum Jahresende 2011 beschäftigte Sheepworld 52 Mitarbeiter, davon sieben Auszubildende.

Chancen für die zukünftige Unternehmensentwicklung sieht die Firma darin, sich bzgl. der Produktpalette breiter aufzustellen und neben den Schafprodukten weitere Lizenzen, wie z. B. Blinies oder Nichtlustig, zu kaufen und diese zu vermarkten. So soll aus der Firma eine Multibrand Company werden. Ob sich diese Hoffnungen erfüllen, ist aufgrund Aussagen eines betroffenen Lizenzgebers zweifelhaft.

Inzwischen gibt es über 1500 verschiedene Produkte im Geschenkartikelbereich und im Verlagswesen, darunter alle möglichen Waren wie Kaffeetassen, Kuscheltiere, Postkarten oder Bücher. Die Produkte sind sowohl im Einzelhandel als auch bei den großen Versandhändlern wie Otto-Versand, Autozubehörlieferanten wie Auto-Teile-Unger (ATU) (Sitzbezüge) und Drogeriehändlern wie Rossmann (Personenwaage von Söhnle), erhältlich. Laut Jana Blaschka überzeugt Sheepworld bei seinen Produkten durch ein konstantes Erscheinungsbild mit stimmigen Designs und solider Auswahl der Produkte. (Quelle: wikipedia)

Website

Auszug aus der aktuelle website

Und quasi als Nebenprodukt erschien dann 2003 dieses reizende Kinderbuch (52 Seiten).

Erzählt wird dabei folgende Geschichte:

In einer dunkelblauen Nacht steht die kleine rote Kerze Puffy am Fenster und schaut in den Himmel. Seit Wochen hat sie schon nicht mehr geleuchtet und wird mit jedem Tag trauriger.
Doch dann purzelt ein kleiner Stern mit dem Namen Habdichgern in ihr Leben und bringt Puffy Sternenweisheiten und jede Menge sonnengelben Sternenstaub. Gibt es etwas besseres, um wieder eine glückliche kleine Kerze zu sein?

Wem die Floskel „Phantasie an die Macht“ nicht fremd ist … kann sich hier an dieser kleinen Geschichte, mit all den reizenden Illustrationen erfreuen … und natürlich wird dieses Buch demnächst weiterwandern … meine 6jährige Enkeltochter wird sich ganz sicher freuen.

Schlaf gut, kleine Kerze, schlaf gut kleiner Stern …

Dieses Büchlein hat mir gezeigt, dass neben all der „Härte“, die ich in meinem beruflichen Alltag brauche und auch lebe,  auch eine sehr „weiche“ Seite habe … vielleicht mag ich auch deshalb weiterhin solche Kinderbücher.

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Und während ich mich mit diesem Kinderbuch beschäftigt habe, mich darauf eingelassen habe, hörte ich das Rick Wakeman Album „Country Airs“ … es war ein wunderbarer Soundtrack genau so diesem Buch.

Wer mag,kann sich diese Musik an anhören und zwar hier.

Eckhardt Walter u.a. – 50 Jahre Sigurd (2003)

TitelDie Comicfigur Sigurd ist aus der deutschen Comicgeschichte nicht mehr wegzudenken, mehr noch, kaum eine andere Figur wurde derart zum Kult, wie Sigurd.

Sigurd, der ritterliche Held, ist ein von Hansrudi Wäscher 1953 für den Walter Lehning Verlag geschaffener Comic-Held. Er ist unter den Wäscher-Helden der bekannteste, älteste und der mit den meisten Abenteuern.

Der Ritter Sigurd von Eckbertstein trägt eine immer flott frisierte, blonde Haartolle, die immer auf die Seite fällt, in die Sigurd gerade blickt. Seine Freunde sind Bodo, der sich dank der Großmut des Titelhelden von dessen Feind zum Freund gewandelt hat, und Cassim, dem Sigurd einst das Leben rettete. Sein Erzfeind ist Ritter Laban. Die ursprünglich von Wäscher geplante lockere Adaption des Nibelungenliedes konnte er gegen die Verlagsvertreter nicht durchsetzen.

Von Oktober 1953 bis Februar 1960 erschienen 324 Piccolos; von diesen wurden die Hefte 54 und 269 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert. Von Juni 1958 bis April 1968 wurde eine weitere Reihe mit 257 Großbänden veröffentlicht, in der anfangs noch (Nummer 1–124) die Piccolos (allerdings nicht alle) nachgedruckt wurden, ab der Nummer 125 neue Fortsetzungsgeschichten erschienen. Parallel dazu erschienen in den Reihen Piccolo-Sonderband und Bild Abenteuer im Lehning-Verlag auch zahlreiche in sich geschlossene Einzelabenteuer. Zudem gab es 1965 noch einen Sonderband.

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1976 wurden 20 Hefte (Lehning Großband 125–144) vom Melzer-Verlag nachgedruckt. Seit 1980 erschien Sigurd im Norbert Hethke Verlag, der sowohl die alten Geschichten in verschiedenen Formaten (Faksimile-Nachdrucke, gebundene Buchausgaben etc.) nachdruckt als auch neue Geschichten exklusiv veröffentlicht. Seit September 1993 läuft die 3. Piccolo-Serie (eine zweite Serie erschien von August 1961 bis April 1963 mit 87 Heften zu 30 Pfennig, aber beinhaltete lediglich stark gekürzte Nachdrucke aus der ersten Serie) mit neuen Geschichten, die zunächst von Wäscher geschrieben und auch gezeichnet (bis Piccolo 100) wurden. Etwas mehr als die ersten 100 Piccolos dieser Reihe wurden (unter anderem) coloriert in einer Heftreihe (kleineres Micky-Maus-Format) nachgedruckt. Bereits seit Mai 1991 erscheinen die Sigurd-Sonderbände im Hardcoverformat, die in den ersten 14 Bänden neue Geschichten, seither Nachdrucke liefern.

Bis auf wenige Ausnahmen stammen sowohl Text als auch Zeichnungen der im Walter Lehning Verlag veröffentlichten Sigurd-Comics von Wäscher. Zur Anfangszeit lieferte Gerhard Adler die Texte, bis Wäscher, dessen Stärke laut Andreas C. Knigge eher im textlich-inhaltlichen als im grafischen Bereich lag, auch diese Aufgabe übernahm. Während Wäschers Hochzeitsreise sprang Walter Kellermann für ihn ein, sodass dieser für die Heftnummern 202 bis 206 verantwortlich war. (Quelle: wikipedia)

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Und anlässlich des 50. Geburtstag dieses wackeren Helden gab es dann dieses Jubiläumsband:

Das Phänomen SIGURD, DER RITTERLICHE HELD beurteilen zu wollen, lässt sich eigentlich nur emotional angehen. Wohin sind sie eigentlich entschwunden, die wunderbaren Jahre der Kindheit? Als wir in den großen Ferien schmökernd in unseren selbstgebastelten Indianerzelten lagen, umgeben von diesen tollen Schundheftchen die uns sämtliche Eltern und Pädagogen strikt verboten hatten. Heute sind Pädagogen und Eltern froh, wenn ihre Bälger wenigstens Comics lesen und sich nicht nur noch vor PC oder Bildschirm von der Bilderflut berieseln lassen. So ändern sich die Zeiten. In den 50er Jahren von der Elterngeneration noch als „Halbstarke“ beschimpft, heute, nach 50 Jahren schon wieder postmodern.

Mit einem prallgefüllten Prachtband feiert der HETHKE-Verlag dieser Tage den Geburtstag von SIGURD und alles daran ist Reminiszenz an unwiederbringliche Jugend. Vom Hansrudi-Wäscher-Fanclub Bayern initiiert und auch weitgehendst zusammengestellt, bekommt man einen umfassenden Einblick, was in 50 Jahren alles von SIGURD erschienen ist. Auf 46 Seiten wird eine unglaubliche Menge an Exponaten aufgelistet und mit sehr gut reproduzierten Abbildungen faksimiliert. Schon beim groben durchblättern kommen einem angenehme Jugenderinnerungen in den Sinn. Ergänzend dazu erfolgt eine umfassender Rückblick auf die 50er und 60er Jahre in Verbindung mit den Abenteuer-Zyklen des wackeren Recken. Absolutes Highlight ist natürlich ein neuer 12-seitiger-Sigurd-Comic in Farbe, die vorerst letzte Sigurd-Story die noch komplett aus der Feder von Hansrudi Wäscher stammt.

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Und zum Schluss sei auch noch ein anderes Gustostückerl erwähnt, das allererste Sigurd-Piccolo-Heftchen aus dem Jahre 1953. Hansrudi Wäscher hat sich den Spaß erlaubt, es noch einmal textlich zu überarbeiten und in seinem heutigen Stil noch einmal komplett neu zu zeichnen. Ebenfalls beim Hethke-Verlag zu beziehen. Auf Seite 9 zeigt Wäscher mir (und vielleicht auch Ihnen) dann, was ihn mir immer sympathisch gemacht hat – das allzumenschlich Unzulängliche. Sigurd kämpft dort mit seinem späteren Freund Bodo. Der gute Bodo kann dabei eigentlich nur verlieren. Hansrudi Wäscher hat ihm nämlich zwei linke Füße verpasst (siehe Abbildungen). Auf dass es mit den neuen Sigurd-Zeichnern, die Wäschers ritterlichen Recken fortsetzen, die nächsten 50 Jahre ebenso unterhaltsam weitergehen möge. (G. N.; highlightzone.de)

Beeindruckend mit wieviel Liebe und Detailkenntnisse dieses Autorenteam (allesamt vermutlich hardcore Sammler) die Geschichte, aber auch die Wirkung dieser Comicfigur zusammengestellt haben.

Also hereinspaziert in jene Welt die damals kleine und heute große Buben weiterhin fasziniert:

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Das allererste Heft, 1953

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Hier beginnt eine akribische Werkanalyse

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Man glaubt ja nicht, was da alles zusammengetragen wurde …

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Andreas Strobel – Franz Marc Museum Kochel am See (2003)

TitelFranz Moritz Wilhelm Marc (* 8. Februar 1880 in München; † 4. März 1916 in Braquis bei Verdun, Frankreich) war ein deutscher Maler, Zeichner und Grafiker. Er gilt als einer der bedeutendsten Maler des Expressionismus in Deutschland. Neben Wassily Kandinsky war er Mitbegründer der Redaktionsgemeinschaft Der Blaue Reiter, die am 18. Dezember 1911 ihre erste Ausstellung in München eröffnete. Der Blaue Reiter ging aus der Neuen Künstlervereinigung München hervor, in der Marc kurzzeitig Mitglied war. Für den Almanach Der Blaue Reiter und andere Veröffentlichungen verfasste er kunsttheoretische Schriften.

Waren Marcs frühe Werke noch dem naturalistischen Stil des Akademismus verhaftet, widmete er sich nach einem Parisbesuch im Jahr 1907 dem Postimpressionismus unter dem Einfluss von Gauguin und van Gogh. Zwischen 1910 und 1914 verwendete er Stilelemente des Fauvismus, Kubismus, Futurismus und Orphismus, trennte sich in seinem Werk jedoch nicht vollständig vom Gegenstand. In dieser Zeit entstanden seine bekannten Gemälde, die hauptsächlich Tiermotive zum Inhalt haben wie Der Tiger, Blaues Pferd I, Die gelbe Kuh, Der Turm der blauen Pferde oder Tierschicksale. Marcs erste abstrakte Gemälde wie Kleine Komposition I und Kämpfende Formen entstanden 1913 und 1914. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde er eingezogen und fiel zwei Jahre später im Alter von 36 Jahren vor Verdun. (Quelle: wikipedia)

 

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Franz Marc

Franz Marc entwickelt sich zu einem der führenden expressionistischen Künstler zu Beginn des 20. Jahrhundert. Die Werke der Impressionismus erschienen Franz Marc zu rational und er vermisst die Gefühle in ihren Werken. Marc löst sich vom Impressionismus, indem er sich von den Werken Vincent van Goghs und Paul Gauguin inspirieren ließ. Für seine Werke verwendet er Ölfarben, Aquarell, Bleistift und Gouache-Farben.

Zu Beginn seiner Künstler Karriere konzentriert er sich auf Porträts und Naturstudien. Er lernt die Tiermaler Heinrich Zügel, Jean Bloé Niestlé und Adolf Hoezel kennen. Diese Kontakte führen im folgenden dann zu einer ganzen Reihe anatomischer Studien und Zeichnungen von Tieren. Sein beliebtestes Tier-Motiv sind Pferde, in verschieden Formen und Formationen. Tiere stellen für Marc den höchsten Wert von Reinheit dar und symbolisieren für ihn die Schöpfung, als in Einklang mit der Natur lebend. In seinen Werken versucht er die Welt aus der Sicht der Tiere auszudrücken. In dem er die Tiere malt, versucht Marc, seine ganz eigene Utopie eines Paradieses auszudrücken.

Nach dem sich Franz Marc mit Form-Komposition beschäftigt hatte und dabei inspiriert wurde von Paul Cézanne, beginnt er diesen Stil zu einer neuen dynamischen Bewegung weiter zu entwickeln. Er fängt an, jeder Farbe ihr eigenes Phänomen zuzuordnen. Jede Farbe bekam also eine eigene Bedeutung.

Er entwickelt einen Stil, der von nun an typisch für seine Bilder sein wird: einfache, klare Formen mit natürlichen Farben, die miteinander in Harmonie stehen. Durch Wassily Kandinsky und Arnold Schönberg entdeckt Marc zu diesem Zeitpunkt auch die Verbindung von Malerei und Musik, deren Aspekte er in seine Bilder einfließen lässt.‘

Ab 1913 ändert sich allerdings Marcs Stil. Seine Bilder werden immer abstrakter und sie ähneln nun den Werken des Kubismus und Futurismus. (Quelle: www.kunst-zeiten.de)

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Franz und Maria Marc in Sindelsdorf, 1911 fotografiert von Wassily Kandinsky

Na ja und dann gibt es in dem kleinen Ort Koche/Obb. (am Kochelsee) ein Franz Marc Museum:

Das Franz Marc Museum in Kochel am See wurde 1986 gegründet, um Leben und Werk dieses bedeutenden Künstlers des 20. Jahrhunderts in der Landschaft zu würdigen, in der der größte Teil seines Oeuvre entstand.

 

Ein Museum für Franz Marc nahe seinem letzten Wohnsitz einzurichten, hatte der Münchner Galerist Otto Stangl angeregt, der von Maria Marc, der Witwe Franz Marcs, zu ihrem Testamentsvollstrecker eingesetzt wurde. Zur Verwirklichung dieses Plans wurde 1985 die Franz Marc Stiftung gegründet. Die Gemeinde Kochel a. See stellte ein aus der Zeit um 1900 stammendes Haus mit der umgebenden Parkanlage zur Verfügung. Otto Stangl und die Erben nach Maria Marc, Marliese Stein und Erwin Wimmers, brachten Kunstwerke ein.

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Dazu kamen Leihgaben der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München. Die wissenschaftliche und museale Konzeption und Betreuung übernahmen Klaus Lankheit und Lenz Kriss-Rettenbeck. Unter der Leitung ihres Vorstandes, Wolfgang Eberl, erwarb die Franz Marc Stiftung dank großzügiger Schenkungen, Zuschüssen und Spenden eine Sammlung von über 50 Werken von Franz Marc. Diese bieten einen Überblick über sein gesamtes Schaffen.

Dank der Großzügigkeit der Familie nach Dr. Erich Mittelsten Scheid konnte 2008 der Neubau des Museums errichtet werden. Er nimmt neben den Werken der Franz Marc Stiftung die Sammlung Etta und Otto Stangl auf, die die zunächst auf Franz Marc konzentrierte Sammlung um den Brücke-Expressionismus, zahlreiche Werke Paul Klees und die Malerei der Nachkriegsabstraktion erweitert.

Das Franz Marc Museum ist ein privat getragenes Museum, das ohne Zuschüsse der öffentlichen Hand auskommt. (Selbstdarstellung)

Und hier eine kleine Broschüre über Franz Marc und auch über dieses Museum..

Und sie zeigt ein eindrucksvolles Künstlerleben … die Entwicklung von Franz Marc ist schon atemberaubend …

Aber dass er dann mit Hurra-Geschrei in den I. Weltkrieg gezogen ist … das kann ich bis heute nicht verstehen … dieser Krieg wurde sein Grab.

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Wilhelm Marc: „Franz Marc beim Holzschneiden“ (um 1895)

 

 

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Franz Marc: Montmartre (1903)

 

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Wassily Kandinski: Titelblatt: Die blauen Reiter (1911)

 

 

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Franz Marc: Zwei Katzen (1913)

 

 

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Postkarte Paul Klee an Franz Marc (1913)

 

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Dazu schreibe man an

post-fuer-sammelsurium@gmx.net

 

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Ausstellungsplakat1910

 

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Ganz schön mutig, für die damaligen Zeiten: Marie Schnür, Maria Franck und Franz Marc am Kochelsee, 1906

 

 

Michael Schorr – Schultze gets the blues (2003)

FilmplakatEin wirklich feiner Film, der da 2003 in die Kinos kam:

Schultze gets the blues ist ein deutscher Film aus dem Jahr 2003. Regie geführt und das Drehbuch geschrieben hat Michael Schorr, bundesweiter Kinostart war der 22. April 2004. Schorr hatte seit 1995 an dem Projekt gearbeitet. Gedreht wurde 2002 in Sachsen-Anhalt, Texas und Louisiana.

Die Tragikomödie fällt – mit Ausnahme des Hauptdarstellers Horst Krause – durch weithin unbekannte Schauspieler (teilweise Laiendarsteller), Landschaftsaufnahmen und den Soundtrack mit Zydeco- und Cajun-Musik sowie Polka auf.
In einem abgeschiedenen Dorf in Sachsen-Anhalt (Teutschenthal bei Halle) wird der Bergarbeiter Schultze zusammen mit seinen Kollegen Manfred und Jürgen in den Vorruhestand geschickt. Auf die Drei wartet fortan ein trostloses Leben zwischen Schrebergarten, Kneipe und ihrem Angelplatz, einer Eisenbahnbrücke über der Saale.

Schultze lebt allein und besucht seine demenzkranke Mutter hin und wieder im Pflegeheim. Eines Nachts hört er im Radio zufällig Zydeco-Musik aus Louisiana, die ihm nicht mehr aus dem Kopf geht. Anstatt seiner gewohnten Polka spielt Schultze nach einiger Überwindung diese Melodie mit seinem Akkordeon sogar beim jährlichen Volksmusikfest seiner Gemeinde, was jedoch beim überwiegenden Teil des Publikums auf Unverständnis stößt. Einige dieser Zuschauer bezeichnen diese ungewohnten Klänge sogar als „Negermusik“.

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Schultze entdeckt den Blues im Radio …

Als von der amerikanischen Partnerstadt des Dorfes, New Braunfels in Texas, eine Einladung für eine Person zu ihrem dortigen Volksfest eintrifft, wird Schultze vom örtlichen Volksmusikverein als Repräsentant ausgewählt. Schon bald nach der Ankunft in den USA muss Schultze aber feststellen, dass die dortige „Wurstfeier“ mit Jodlern und deutscher Nationalhymne nicht mehr als eine schlechte Karikatur der Dorffeste seiner sachsen-anhaltischen Heimat ist. Er entflieht dem Trubel und besorgt sich ein kleines Boot, um damit auf Entdeckungstour zu gehen. Diese führt ihn neben dem Golf von Mexiko auch in die Bayous von Louisiana, wo er schließlich „seine“ Musik findet. Als er mit seinen neuen, amerikanischen Freunden feiert, wird Schultze sehr krank. Es wird nahegelegt, dass er stirbt. Am Ende des Films findet in Teutschenthal eine Beerdigung für Schulze statt, die zu einer Feier seines Lebens wird.

Bei dem Thema, das Schultze nächtens zufällig im Radio erwischt und im Film mehrfach in eigenen Bearbeitungen interpretiert, handelt es sich um „Zydeco from 1988“ der amerikanischen Band Zydeco Force.

Während Schultze an seinem analogen Radio einen anderen Sender sucht, überstreicht er einen kurzen Ausschnitt der 4. Symphonie von Tschaikowski. Derselbe Ausschnitt ist in der Anfangssequenz von Pink Floyds Wish You Were Here zu hören. (Quelle: wikipedia)

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Oder aber auch:
Im tristen anhaltinischen Bergbaustädtchen Teutschenthal möchte eigentlich niemand freiwillig sein Leben oder gar seinen Lebensabend verbringen.
Nach der Frühpensionierung macht sich Schultze (Horst Krause) deshalb hoch erfreut auf ins ferne Texas, um für seinen Volksmusikverein auf dem Wurstfest in New Braunfels aufzuspielen.
Im Land der unendlichen Möglichkeiten muss er jedoch feststellen: Die Welt ist sehr klein, und auch anderswo pflegt man ähnliche Sitten wie in der Heimat.
Regisseur Michael Schorr kommen seine Dokumentarfilmerfahrungen zugute, wenn er in seinem Spielfilmdebüt Realität und Fiktion mischt, die Menschen der Region einbezieht und Laien neben Profis auftreten lässt.
Die brillante Kamera folgt der nicht gerade geschwätzigen Hauptfigur Schultze auf der Suche nach irgendwas, wobei er auf skurrile Gestalten trifft. Die Handlung ist minimalistisch, doch Freunde abseitigen Humors kommen voll auf ihre Kosten.

„Stimmungsvolles, unaufdringlich humorvolles Porträt über Deutschland und seine Tradition am Beispiel eines älteren Mannes, der einen Neuanfang wagt, ohne dafür belohnt zu werden. Der dokumentarisch anmutende, stellenweise reizvoll lakonisch erzählte Spielfilm überzeugt durch den hervorragenden Hauptdarsteller, malerische Bilder und seinen einfühlsamen Umgang mit Musik und Geräuschen.“

Spätes Erwachen:
Das Leben war bisher an Schultze (Horst Krause) relativ unbemerkt vorbeigezogen. Schultze lebt allein in einer traurigen Wohnung in einem traurigen Kaff irgendwo in Sachsen-Anhalt, und er ist darüber im Laufe der Jahre zu einem wortkargen Kerl geworden. Sein Alltag besteht aus dem Job in der Mine, dem örtlichen Musikverein und Kneipenbesuchen mit seinen Kumpels Jürgen und Manfred. Als alle drei quasi über

Michael Schorr

Michael Schorr

Nacht unfreiwillig in den Vorruhestand versetzt werden, werden die Tage noch trister. Seine Freunde finden sich schnell mit der neuen Lage ab und suchen sich aufregende Hobbies wie Angeln oder Schrebergärten. Aber die haben ja auch Familie.

Da taucht, von jenseits von Schultzes begrenztem Horizont, ein kleines Licht aus der Dunkelheit auf: Schultze stolpert beim Radiohören über Zydeco-Musik, und die weckt eine bisher ungeahnte Sehnsucht in ihm. Fortan interessiert er sich für alles, was mit dem amerikanischen Süden zu tun hat, und als er beim alljährlichen Musikwettberwerb statt einer Polka oder eines Volksliedes einen Zydeco-Song auf dem Akkordeon spielt, kommt es zum Eklat – sein Vortrag wird als „Negermusik“ beschimpft.

Doch Schultze lässt sich nicht von seinem geheimen Traum abbringen. Er nimmt kleine Jobs an, um sich eine Reise nach Texas zu finanzieren. An dem Tag, als er zum Reisebüro kommt, ist das Angebot („EUR 699,-„) nicht mehr gültig. Da kommt ihm das Glück zu Hilfe: Der Musikverein erhält die Einladung, ein Mitglied zu einem Wettbewerb in Texas zu entsenden. Da sich niemand traut, fällt die Wahl auf Schultze. Und so tritt Schultze die erste große Reise seines Lebens an …

Schultze gets The Blues ist einer dieser seltenen Filme, die einen unerwartet treffen und gefangen nehmen. Voller Wärme, leisem Witz, Dramatik, einer ungeheuren Portion Wahrhaftigkeit und einer tollen Story. Es stimmt einfach alles, und man fragt sich, woher ein Debütant (Schorr) diese Weisheit und dieses Gespür nimmt. Und dabei auch noch den Mut aufgebracht hat, alles so zu realisieren, wie es ihm vorschwebte. Dabei ist er einige Risiken eingegangen, denn der Film ist unglaublich ruhig, unspektakulär und langsam erzählt. Die Kamera harrt in endlos langen Einstellungen aus, größtenteils sogar ohne eigene Bewegung. Die Darsteller treten aus dem Off ins Bild, und oft genug verlassen sie es wieder. Die Kamera bleibt stehen und lässt die leere Szene auf den Zuschauer wirken. Und dafür ist man dankbar, denn man hat Zeit, über das gerade Gesehene nachzudenken. Viele mögen das langweilig finden (und oft genug sind solche zur Langsamkeit stilisierten Filme das auch), aber ich kann nur versichern, dass die Langsamkeit in diesem Fall funktioniert. Der Film ist ein Meisterwerk, und man muss kein Cineast sein, um das zu sehen.

Horst Krause

Horst Krause, 2017

Einen sehr großen Anteil an der Wirkung des Films hat ohne Frage Horst Krause. Sein „Schultze“ ist derart echt und nachvollziehbar, dass es manches Mal weh tut. Denn ohne dass über die Vergangenheit geredet wird, erfährt man unglaublich viel über den Menschen Schultze, sein Leben und seine Einsamkeit. Horst Krause spielt zurückgenommen, aber eindringlich, und bleibt dabei wohltuend unakademisch und uneitel. So addieren sich die kleinen Gesten schließlich zu einem sehr lebendigen Bild eines Menschen. Dabei wird nicht viel gesprochen, aber das ist auch gar nicht nötig. Im Gegenteil, man würde den Menschen Schultze und die erzählte Geschichte ebenso verstehen, wenn man die Sprachausgabe wegdrehen würde (den Ton müsste man allerdings anlassen, denn die Musik spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Figur).

Die zweite Hälfte des Films spielt in Amerika, und wir erleben, wie Schultze, allein in der Fremde und der Sprache nicht mächtig, durch seine Unvoreingenommenheit und Offenheit Menschen für sich gewinnt (und das gilt natürlich auch für die Zuschauer). Schließlich landet er in den Sümpfen auf dem Hausboot einer dunkelhäutigen Frau und ihrer Tochter. Wie die Beziehung der beiden zueinander ist, wird nicht klar – Details spielen aber auch keine Rolle, denn es wird deutlich, dass Wärme und Sympathie im Spiel sind. Dass Schultze längere Zeit auf dem Hausboot lebt, wird einem klar, wenn seine Kumpels ein Bild von Krause auf dem Hausboot betrachten.

Schließlich stirbt Schultze. In dem Moment, in dem er – und man glaubt gerne, dass es das erste Mal überhaupt ist – sein Glück gefunden hat. Ein passendes Ende, das auch keineswegs so bitter ist, wie man vielleicht glaubt. (Sein Tod ist friedlich. Woran er stirbt, ist nicht ganz klar. Ich tippe auf Erschöpfung, denn auf der vorausgegangenen Fete hatte er einen Zusammenbruch.)
Der Film endet mit Schultzes Beerdigung in seinem Heimatdorf. Die Kapelle spielt die Zydeco-Melodie, die Schultze im Radio gehört hat und die ihn schließlich nach Amerika führte.

Schultze Gets The Blues erinnert mich, trotz aller Unterschiede, ein wenig an Dead Man: Beide Filme haben eine ähnliche Erzählweise, beide wurden mit überschaubarem Budget gedreht, und in beiden Filmen wird die Geschichte eines Menschen erzählt, der sein vertrautes Milieu verlässt und dadurch sowohl Lebenssinn als auch Tod findet.

Schultze Gets The Blues ist ein Glücksfall. Der Film spricht auf wunderbar unmittabere Weise das Gemüt an und ist gleichzeitig ein cineastischer Leckerbissen. Unbedingt angucken! (Rainer Bublitz 12/2005)

Ein Film, der vordergründig ausschließlich Verlierer zeigt … aber der Schultze, der zeigt uns dann, was ne Harke ist !

Prost Schultze ! Auf das Leben !

Gedreht im Herbst 2002 in Sachsen-Anhalt,
Louisiana und Texas.

Besetzung:
Anne v. Angelle (Aretha)
Rosemarie Deibel (Frau Lorant)
Wilhelmine Horschig (Lisa)
Horst Krause (Schultze)
Karl-Fred Müller (Manfred)
Harald Warmbrunn (Jürgen)

u.v.m.

Regie: Michael Schorr
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Fassungslosigkeit macht sich breit: Eine junge Bedienung und dann auch noch weiblich

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Und dann tanzt sie auch noch …

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Schultzes Zydeco kommt nicht gut an, beim Musikverein Harmonie e.V.

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Reisepläne ?

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Das Geburtstagsgeschenk: Eine Reise nach Texas

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Seine zwei besten Freunde bleiben zurück …

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Viel skurriler geht´s nicht: Ein Bad neben der Tankstelle

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Nicht minder skurril: Jodelmusik in Texas

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Und die Freunde in der Heimat vermissen ihn …

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Schultze lässt sich treiben …

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Schultze wird wagemutiger: Volle Fahrt voraus …

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… klappt bloß nicht, wenn das Benzin ausgeht.

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Ein paar Amis auf Entenjagd …

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… Schultze hat auch was davon

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Schultze wird noch wagemutiger

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Und hier spielt die Musik, die er gesucht hat

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Good night, Mr. Schultz

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And the Music goes on and on and on ….

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„Nun lasset uns Abschied nehmen von unserem Herrn Schultze“

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* (in 2 Teilen)

** (beide Teile in einem Aufwasch)

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Franco Volpi (Hrsg) – Arthur Schopenhauer – Die Kunst mit Frauen umzugehen (2003)

titelJetzt wird es interessant … denn kein geringerer als Arthur Schoppenhauer kommt zu Wort !

Arthur Schopenhauer (* 22. Februar 1788 in Danzig; † 21. September 1860 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer.

Schopenhauer entwarf eine Lehre, die gleichermaßen Erkenntnistheorie, Metaphysik, Ästhetik und Ethik umfasst. Er sah sich selbst als Schüler und Vollender Immanuel Kants, dessen Philosophie er als Vorbereitung seiner eigenen Lehre auffasste. Weitere Anregungen bezog er aus der Ideenlehre Platons und aus Vorstellungen östlicher Philosophien. Innerhalb der Philosophie des 19. Jahrhunderts entwickelte er eine eigene Position des Subjektiven Idealismus und vertrat als einer der ersten Philosophen im deutschsprachigen Raum die Überzeugung, dass der Welt ein irrationales Prinzip zugrunde liegt. (Quelle: Wikipedia)

Und hier seine gesammelten Ergüsse (*ggg*) zum Thema „Das Weib an sich und schlechthin“ …
Dazu muss man dann allerdings auch folgendes wissen:

Arthur Schopenhauer war ein Einzelgänger. In Frankfurt war der Gelehrte nach Einschätzung von Chronisten ein „verkannter Niemand“.

Er hielt sich zeitlebens einen Pudel. Dessen Name war immer Atman, nach dem Sanskrit-Wort für Lebenshauch, Atem, in der Tradition der Upanishaden die Essenz des Selbst bzw. die Einzelseele als Teil des Brahman, der „Weltseele“. Wenn ein Hund starb, was etwa alle zehn Jahre vorkam, erwarb er jeweils einen ähnlich aussehenden Pudel. Schopenhauer war der philosophischen Auffassung, dass jeder Hund gleichzeitig jeden anderen Hund

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Das Portrait eines rechten Griesgrams

enthalte. „Des Pudels Kern“ (Goethe) ging also nie verloren. Für Menschen galt ihm sinngemäß das Gleiche. Wie er gestikulierend im Selbstgespräch mit seinem Pudel am Mainufer spazierte, hat unter anderem der Lokaldichter Friedrich Stoltze bespöttelt.

Schopenhauers Tagesablauf war strukturiert: morgens die Arbeit am Schreibtisch, Flötespielen regelmäßig vor dem Mittagessen. Die Mahlzeiten soll Schopenhauer nach der Überlieferung seiner Biographen stets in Gasthäusern eingenommen haben, bevor er einen zweistündigen Spaziergang mit seinem jeweils aktuellen Pudel machte.

Über „die Frauen“ äußerte Schopenhauer sich häufig negativ.

Schopenhauer zufolge sind über sexuelle Leidenschaft hinausgehende Liebesbeziehungen zwischen Männern und Frauen nicht möglich.
Das Heiraten verwarf er stets – wohl auch gegründet in verunsichernden Erfahrungen in seinem Elternhaus: (Quelle: Wikipedia).

Zusammengestellt wurde dieses Büchlein von dem Italiener Franco Volpi:

Franco Volpi (* 1952 in Vicenza; † 14. April 2009 ebenda) war ein italienischer Philosoph und Philosophiehistoriker.
Franco Volpi war Professor für Philosophiegeschichte an der Universität Padua. Er hatte Gastprofessuren an den Universitäten Laval, Quebec (1999), Poitiers (1990), Nizza (1993) und Luzern inne.
Sein Forschungsschwerpunkt war die Deutsche Philosophie. Er galt als Experte für die Werke von Arthur Schopenhauer und Martin Heidegger und schätzte den kolumbianischen Autor Nicolás Gómez Dávila, dessen Werke von Volpi in Europa und Lateinamerika bekannt gemacht wurden. Volpi war außerdem Herausgeber philosophischer Handbücher (1988 Lexikon der philosophischen Werke; 1999 Großes Werklexikon der Philosophie) und renommierter Übersetzer deutscher Philosophen, u.a. von Gadamer, Heidegger, Schopenhauer, Carl Schmitt, Ernst Jünger und Rosa Luxemburg.
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Er war Mitarbeiter der Zeitung „La Repubblica“ und Redaktionsmitglied der wissenschaftlichen Fachzeitschriften Philosophischer Literaturanzeiger, Brentano Studien, Husserl Studien, Les Etudes Philosophiques, Internationale Zeitschrift für Philosophie, Iride, Filosofia politica und Informazione filosofica.

Volpi war – nicht nur wegen seiner reichen Übersetzungstätigkeit – über viele Jahre einer der wichtigsten Vermittler zwischen der deutsch- und der italienischsprachigen Philosophie. So lehrte Volpi mehrere Semester an der Universität Witten/Herdecke, war aktiv in wissenschaftlichen Austauschprogrammen der Alexander von Humboldt-Stiftung und des Deutschen Akademischen Austauschdiensts und wurde häufig zu Einzelvorträgen und auf Tagungen an deutschen und schweizerischen Universitäten eingeladen.
Volpi starb an den Folgen eines Fahrradunfalls. (Quelle: wikipedia)

Seit der Antike, so zeigt der Fall Sokrates und Xantippe, ist das Verhältnis zwischen Philosophen und der Damenwelt generell konfliktgeladen. Schopenhauer, der bei seiner Mutter wohnte, einer Grande Dame in den Salons, wenn auch auf Kosten des Familienfriedens, war durch das strapaziöse Zusammenleben in dieser Hinsicht ebenfalls ein gebranntes Kind. Mit erstaunlicher Auffassungsgabe sieht er die dräuende Gefahr kommen, die im Weib an sich liegt, und leistet Widerstand. Unaufhörlich erhebt er seine Stimme, um das männliche Geschlecht vor lockenden Fallen, verhängnisvollen Fährnissen und nervtötenden Verwicklungen zu warnen, die unweigerlich entstehen, wenn ein Mann auf Frauen trifft.

Seine Überlegungen ergeben einen Leitfaden, wie man als Mann mit dem schönen Geschlecht füglich umgehen solle. Für Schopenhauer selbst haben diese Überlegungen in erster Linie den Zweck, der weiblichen Launenhaftigkeit wirksam Paroli zu bieten. Für uns heutige Leserinnen und Leser hingegen sind sie eine vergnügliche Lektüre. (Klappentext des Buches)

Und was nun folgt ist wahrlich starker Tobak, wirklich vergnüglich ist es eigentlich nicht, denn wir lesen die Zeilen eine Mannes (mag er noch so schlau gewesen sein), der – warum auch immer (da gibt es unterschiedliche Theorien) – eine fast durchgängig frauenverachtenden Grundhaltung hatte.

Und je mehr ich in diesem Büchlein (110 Seiten) gelesen habe …. desto weniger konnte ich darin „vergnügliches“ finden … Die ausgewählten Zitate .. da bleibt einem schon die Spucke weg !

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Aus dem einleitendem Essay

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Wird ja immer besser: ein prügelnder Philosoph

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Das nenn´ ich mit zweierlei Maß messen

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So sprach der Misanthrop Schopenhauer

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Und hier noch eine notwendige Empfehlung zum Thema Frau. Arabella hat  ihrem blog „Einfach(es) Leben“ eine wunderbare neue Kategorie hinzugefügt, sie heißt „Frauen, die Geschichte schrieben“ und hier finden sich sogfältig recherchierte Biographien von wahrlich beeindruckenden Frauen.

Dringende Leseempfehlung meinerseits !

Frauen, die Geschichte schrieben