Axel Hacke & Michael Sowa – Der Weisse Neger Wumbaba (2004)

TitelDer Axel Hacke war lange Zeit so ne richtige Kultfigur für das liberale Bürgertum … und das hatte natürlich seinen Grund:

Axel Hacke (* 20. Januar 1956 in Braunschweig) ist ein deutscher Journalist und Schriftsteller.

Axel Hacke wuchs in seiner Geburtsstadt Braunschweig auf, wo er sich in seiner Jugend politisch bei den Jungdemokraten engagierte. In seiner Kindheit trug er die evangelische Kirchenzeitung aus, seine Eltern glaubten, er werde Pfarrer. Nach Abitur am Wilhelm-Gymnasium und Wehrdienst begann Hacke 1976 zunächst ein Studium in Göttingen, zog dann aber bald weiter nach München, wo er die Deutsche Journalistenschule besuchte und Politische Wissenschaften studierte. Von 1981 bis 2000 arbeitete er als Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung, zunächst vier Jahre lang als Sportreporter, danach als politischer Kommentator, vor allem aber als einer der Autoren des „Streiflichts“ auf der ersten Seite der SZ und als Autor vieler Reportagen auf der Seite Drei des Blattes. Er berichtete, schrieb Porträts (zum Beispiel über den Modeschöpfer Wolfgang Joop), berichtete über den politischen Alltag in Bonn und Berlin sowie über die Wendezeit in der DDR und den neuen Bundesländern und war Korrespondent bei vielen Olympischen Spielen und Fußball-Weltmeisterschaften. Seit 2000 ist er als Kolumnist und Schriftsteller freiberuflich tätig.

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Axel Hacke, 2004

1991 erschien sein erstes Buch Nächte mit Bosch, ein Sammelband von Erzählungen, Reportagen und Glossen, in deren Titelgeschichte zum ersten Mal eine von Hackes berühmtesten Figuren auftritt, der sprechende Kühlschrank Bosch. Bereits 1990 veröffentlichte Hacke im SZ-Magazin der Süddeutschen Zeitung (das im gleichen Jahr gegründet worden war) seine erste Kolumne Der kleine Erziehungsberater, Geschichten aus dem Alltagsleben einer Familie mit drei kleinen Kindern. Die gesammelten Texte erschienen 1992 unter dem gleichen Titel in Buchform, wurden seither mehr als eine Million Mal verkauft und standen zwei Jahre lang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Nach diesem Vorbild sind seither ungezählte Bücher und Kolumnen zum Thema Erziehung erschienen. „Hacke hat für die aufgeschriebene Vaterschaft Ähnliches geleistet wie Wolfram Siebeck für die aufgeschriebene Feinschmeckerei“, schrieb der ZEIT-Kolumnist Harald Martenstein.

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Axel Hacke, 2006

Hacke hat seither zahlreiche Bücher sowohl für Kinder als auch für Erwachsene veröffentlicht, von denen viele der Berliner Maler Michael Sowa illustrierte. Gleichzeitig schrieb er in den Jahren 2001 bis 2007 unter dem Titel Und was mache ich jetzt in der Sonntagsausgabe des Berliner Tagesspiegels eine wöchentliche Kolumne sowie im Bayerischen Rundfunk seine Geschichten wie Du und Ich. Große Bekanntheit erlangte seine Rubrik Das Beste aus meinem Leben, in der er seit 1997 jeden Freitag im SZ-Magazin „sein“ Leben als Mann schildert, umzingelt von Alltag, Frau und Kindern und Bosch, dem sprechenden Kühlschrank. Das Beste aus meinem Leben war im Jahr 2007 Grundlage für eine achtteilige ARD-Fernsehserie mit Oliver Mommsen und Elena Uhlig und wurde im SZ-Magazin Anfang August 2008 abgelöst von der aktuellen Kolumne Das Beste aus aller Welt.

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Im Jahr 2004 erschien eines der erfolgreichsten Bücher Hackes, Der weiße Neger Wumbaba. Er behandelt darin auf amüsante Weise das Thema „Missverstandene Liedtexte“, wobei schon der Buchtitel auf einen Verhörer zurückgeht, Matthias Claudius’ berühmtes Abendlied, in dem es heißt: „Der Wald steht schwarz und schweiget / und aus den Wiesen steiget / Der weiße Nebel wunderbar.“ Der letzte Vers wurde hier als „Der weiße Neger Wumbaba“ missverstanden. Ein zweites Buch zu diesem Thema erschien 2007 unter dem Titel Der weiße Neger Wumbaba kehrt zurück, ein drittes 2009 unter dem Titel Wumbabas Vermächtnis. 2017 gelang Axel Hacke mit Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen ein Bestseller, der Ende 2017 auf Platz 1 der Sachbücher des Magazins Der Spiegel zu finden war.[4] Hackes Bücher wurden bisher in 17 Sprachen übersetzt. Einige, zum Beispiel Der kleine König Dezember, waren auch in Japan Bestseller.

Hacke ist mit der Sängerin und Drehbuchautorin Ursula Mauder verheiratet. Er hat vier Kinder und lebt mit seiner Familie in München und dem Chiemgau.

Auf seinen zahlreichen Lesungen entscheidet Axel Hacke erst im Laufe des Abends, welche Texte er vorträgt, denn sein Prinzip ist es, einen möglichst großen Querschnitt seiner Texte auf die Bühne zu bringen. Einen Schwerpunkt bildet dabei jeweils das jüngst erschienene Buch. Seine Auftritte führen ihn auf Bühnen im gesamten deutschsprachigen Raum. Während der Adventszeit tritt er unter dem Titel Alle Jahre schon wieder in Erscheinung. (Quelle: wikipedia)

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Und hier einer seiner „Mega-Besteller“, illustriert von Michael Sowa:

Michael Sowa (* 1. Juli 1945 in Berlin) ist ein deutscher Maler und Zeichner.

Michael Sowa lebt seit seiner Geburt in Berlin. Nach Abschluss eines Kunstpädagogikstudiums ist er seit 1975 als freier Maler und Zeichner tätig. Unter anderem veröffentlichte er im Satiremagazin Titanic, illustrierte zahlreiche Zeitschriften, Bücher und Buchcover. Viele seiner Werke hat er mit gemeinsam mit Axel Hacke publiziert. Pseudonym: Heinz Obein

Einem breiteren Publikum wurde der Künstler auch durch den Erfolg des Films Die fabelhafte Welt der Amélie bekannt, in dem einige seiner Werke gezeigt wurden. Vielen Zuschauern blieben die ungewöhnlichen Gemälde wie Filmhund und Geflügel mit Perlen in Erinnerung, die er eigens für diesen Film schuf.

Michael Sowa

Michael Sowa

Im Jahre 1995 wurde er mit dem Olaf-Gulbransson-Preis ausgezeichnet. 2004 erhielt er für das Buch Prinz Tamino den Berliner Buchpreis in der Kategorie Kinderbuch. 2013 erhielt er den Göttinger Elch als Würdigung seines satirischen Lebenswerkes sowie den Sondermann-Preis.

2009 wurden 130 seiner Werke in einer Ausstellung in Japan gezeigt (Tokio, Kyōto und Yokohama).

„Michael Sowa weiß, was Kinder lieben: einen abgefahrenen Plot mit Happy End und deftigen Humoreinlagen. All das liefert der Autor und Künstler ihnen jetzt im Kinderbuch Stinkheim am Arschberg. Hoffen wir, dass das außen und innen schön gestaltete Büchlein trotz des für zarte Gemüter sich provozierenden Titels seinen Weg in die Kinderzimmer findet. […] Und während der große Mensch beim Vorlesen unablässig grinsen muss, schwelgt der kleine Betrachter in den typisch Sowa´schen skurrilen Details seiner akkuraten, an den realistischen Stil alter Meister erinnernden Malweise.“ (Heike Byn)

Axel Hacke und Michael Sowa

Michael Sowa + Alex Hacke

Und nun zu diesem Büchlein:

Kinder können nicht zuhören. Und wenn sie es tun, dann schlägt ihnen die Phantasie oft ein Schnippchen, das sie — oft bis zum Tod — mit falschen Liedtexten leben lässt. Denn vor allem Kinder sind grausame Verhörer  so wie Frau J. aus Stephanskirchen, die als junges Mädchen felsenfest davon überzeugt war, dass der eigentlich klischeehafte Satz eines mittelmäßigen Seemannslieds (Stürmisch die Nacht und die See geht hoch) tatsächlich Stürmisch die Nacht und die Säge tobt laute. Für den Münchner Autor und Kolumnisten Axel Hacke sind diese Verhörer von teils schrecklicher Schönheit die eigentliche Quelle unerschöpflicher Poesie: Der Verhörende schafft sich gewissermaßen aus der Unverständlichkeit der Welt heraus einen eigenen Kosmos, ein Beweis für die kindlich-dichterische Kraft, die vielen von uns innewohnt, ohne dass wir eigentlich etwas von ihr ahnen“, heißt es in dem von Michael Sowa wieder einmal kongenial illustrierten Buch Der weiße Neger Wumbaba. Hackes Meinung nach haben Liedtexter gar die Aufgabe, zum Fehlhören zu animieren.

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Gibt´s natürlich auch als Hörbuch … demnächst hier in diesem Ramschladen … 

 

In seiner Kolumne Das beste aus meinem Leben für die Süddeutsche Zeitung erwähnte Hacke einmal einige schöne Exempel für die Freudschen Fehler des Gehörs — mit der Folge, dass ihn immer neue Zuschriften seiner Leser ereilten, darunter die wirklich überzeugende Umdichtung des Evergreens Der Mond ist aufgegangen von Matthias Claudius, dessen vertonte Gedichtzeilen und aus den Wiesen steiget / der weiße Nebel wunderbar“ das Gehirn eines Musikenthusiasten folgendermaßen verwandelte: und aus den Wiesen steiget / der weiße Neger Wumbaba. Dieses ungleich größere Zitat ziert nun als Titel ein Buch, die Hackes Originalkolumne sowie seine zahlreichen Nachfolger versammelt. Selbst wenn man sich bei manchen der eingesandten Verhörern etwas ohrenreibend fragt, wie das Hirn derlei phonetisch-semantische Kapriolen zustande bringt, so ist Der weiße Neger Wumbaba doch der beste Beweis für die im Buch aufgestellte These, dass die besseren Liedtexte in den Köpfen der Hörer entstehen.Und das ist auf zauberhafte Weise sicher war. (Thomas Köster)

In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an eine Jugndsünde meinerseits. In jenen Jahre hörte ich nur zu gerne bei dem Hendrix Klassiker „Foxy Lady“ …. „Fuck the lady“ (ähm … räusper … schäm)

Unabhängig: dieses Büchlein erhält von mir das Prädikat amüsant.

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Auch dieses Rätsel wird gelöst … 

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Forschungs- und Arbeitsgruppe Geschichte des BND – Der Bundesnachrichtendienst und das Filmprojekt Mr Dynamit (2014)

TitelJetzt wird es ein wenig drollig:

Als der Nürnberger Karl-Heinz Günther 1965 das erste von 314 Taschenbüchern schrieb, in denen ein deutscher Geheimdienstagent mit den Schurken des Planeten abrechnet, hatte James Bond bereits Goldfinger erledigt, den russischen KGB vermöbelt und auch Dr. No zur Strecke gebracht. Robert Urban, sein Kollege vom Bundesnachrichtendienst, bewohnte ein Schwabinger Penthouse, fuhr Porsche, jagte am liebsten Frauen und, wenn es sich nicht verhindern ließ, irre Wissenschaftler oder Milliardäre. Ähnlichkeiten zu 007 waren beabsichtigt. Günther nannte seine Hefte-Reihe „Mister Dynamit“ und verdiente mit ihr ordentlich Geld.

Dass ein Angestellter des BND eine internationale Filmkarriere machen könnte, hätte man selbst damals, mitten im Kalten Krieg, kaum für möglich gehalten. Doch der Münchner Filmproduzent Theo Maria Werner plante im Sommer 1966 Großes. Er hatte die Rechte an „Mister Dynamit – Morgen küsst euch der Tod“ erworben. Für die Hauptrolle war Lex Barker verpflichtet worden, der als „Schmetterhand“ an der Seite seines Freundes Winnetous gerade sehr populär war.
Bittbriefe nach Pullach

Warum Bob Urban beim BND angestellt sein sollte, erklärte Karl-Heinz Günther einmal so: „Der Hauptmarkt für solche Bücher ist Europa. Nimm einen BND-Agenten, sagte ich mir. (. . .) Über die armen Kerle in Pullach schreibt kein Schwein.“

Beispiel01Die Hintergründe des Filmprojekts sind nun bekannt geworden, sie zeigen die Absurdität des Vorhabens. Der Produzent Theo Maria Werner erbat beim BND Unterstützung für „Morgen küsst euch der Tod“. Der Taschenbuch-Held sollte schließlich Kampfjets, Hubschrauber und U-Boote steuern. Auch ein Flugzeugträger taucht in der schlichten Handlung auf. Das schwere militärische Gerät wollte der Produzent über Regierungsstellen besorgen. Werner schrieb Bittbriefe nach Pullach, in die BND-Zentrale. Er packte das Drehbuch dazu, versprach Rücksichtnahmen.

Wie der BND darauf reagierte, schildert ein Report, den die Forschungs- und Arbeitsgruppe „Geschichte des BND“ jetzt vorgelegt hat. Auf 66 Seiten wertet der beim BND angestellte Historiker Bodo Hechelhammer Dokumente aus. So sei die interne Beurteilung des Vorgangs, der 1966 auch BND-Präsident Reinhard Gehlen erreichte, nahezu „euphorisch“ abgefasst gewesen: „Hauptperson ist ein Agent des BND. Er macht die tollsten Sachen. (. . .) der BND kommt ganz groß raus. (. . .) Der Film wird ein Reißer. (. . .) Man kann wohl keine Einwände haben, wenn man sich nicht daran stößt, dass der BND noch mit tatsächlichen Außenaufnahmen bei solchen Sachen mitspielt.“

Nein, der Chef hatte nichts dagegen. „Im Prinzip keine Bedenken“, verfügte Gehlen zackig, aber: „Keine Aufnahme in der Zentrale. Zufahrt zur Zentrale und Tore von Außen ja.“ Historiker Bodo Hechelhammer findet, „dass die damals durchaus weit gedacht haben“. Das Interesse an der Marketingidee sei allerdings „von außen geprägt“ worden. Wusste beim BND bis zur Anfrage des Filmproduzenten niemand etwas von Super-Bob und seinen Erfolgen? Bis zu 200 000 Menschen besorgten sich einzelne „Dynamit“-Ausgaben am Kiosk. An Urban, „Agent mit der Code-Nummer 18“, fiel eine tiefe Treue zum Nato-Bündnis auf. Und auch er hatte seinen eigenen Drink, den „Dynamit“: vier Teile Bourbon, ein Teil trockener Wermut. Vermutlich gerührt.

In den USA wird die Wahrnehmung der Geheimdienste durch Filme und Fernsehserien heute mindestens so stark geprägt wie durch die tatsächliche Arbeit. Die CIA betreibt seit 1997 ein Büro für die Filmindustrie. Über die „Operation Hollywood“ informierte 1999 die Washington Post: Ein früherer Undercover-Agent prüft Drehbücher, diskutiert mit Regisseuren, Drehbuchautoren, Studiomanagern. Stoffe, die der CIA schmeicheln, die ihre hochgerüsteten Spione als gute Kerle und Helden inszenieren, werden mit Geld, Know-how und Material unterstützt.

Beispiel03Auf diese Weise versucht die CIA hin und wieder, ihr negatives Image zu korrigieren. Möglich wurde das, weil die Agency über ein Budget von 14 Milliarden Dollar im Jahr verfügt und sich eine große PR-Einheit leisten kann. Viele Amerikaner haben auch gar kein Problem mit den Geheimdiensten, die im Kampf gegen den Terror eine der Hauptaufgaben sehen.
Schlechte Erfahrungen mit Geheimdiensten

Die Deutschen haben andere Erfahrungen gemacht mit Geheimdiensten, erst mit der Gestapo, später mit der Stasi. Zurückhaltung und leises Auftreten zählt beim BND seit jeher zum Selbstverständnis. Um so überraschender wirkt im Rückblick der Versuch, eine Art deutschen James Bond auf die Leinwand zu bringen. Der für die Pressearbeit zuständige BND-Mitarbeiter war jedenfalls fasziniert von dieser Möglichkeit. Nach Lektüre des Drehbuches notiert er kurz und bündig: „BND = CIA“.

Offenbar berauscht von der eigenen Idee hatte Filmproduzent Werner das Bundesverteidigungsministerium angeschrieben und behauptet: Die CIA habe seiner Filmcrew Hilfe zugesagt. Da kannte er die Dienste schlecht. „Mister Dynamit“ wurde zum Thema bei den regelmäßigen Gesprächen zwischen BND und den amerikanischen Kollegen. CIA-Direktor Helms ließ mitteilen, von Bob Urban noch nie gehört zu haben. Das passte den deutschen Aufklärern ins Bild. Sie hatten Werner zuvor als „cleveren, skrupellosen Geschäftsmann“ eingeschätzt. Deshalb durfte nicht einmal mehr auf der Zufahrt zum BND-Gelände gedreht werden.

Am Ende wurde das Projekt zu einem grandiosen Reinfall. Der in Spanien und München gedrehte Film war 1967 international ein Flop, das Publikum wollte lieber den echten James Bond sehen. Und Filmproduzent Werner wurde von Lex Barker sogar noch wegen ausstehender Gagen verklagt. (Christopher Keil, Süddeutsche Zeitung)

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Es handelt sich also um eine skurille Posse aus den Zeiten des kalten Krieges, bei dem keiner so wirklich zu Schaden gekommen ist … Und Lex Barker ist auch ganz sicht verarmt aus dem Leben gegangen. Zu den weiteren Schauspielern, die damals einen erheblichen Bekanntheitsgrad hatten gehörten dann noch Maria Perschy, Ralf Wolter, Siegfried Rauch, Eddi Arent und Joachim Fuchsberger.

Zum Inhalt des Filmes:
Eine Atombombe ist aus den Armeebeständen der Vereinigten Staaten verschwunden. Vernantwortlich dafür ist Bardo Barretti (Amadeo Nazzari), ein italienischer Gangster, der mit diesem Coup die USA zur Zahlung von einer Milliarde Dollar bewegen will, andernfalls er die Bombe über Washington explodieren lassen will. Pentago und CIA erhalten Hilfe durch den deutschen Bundesnachrichtendiens BND, der sich schon seit längerem mit Baretti befasst. Ihr Top-Mann Bob Urban (Lex Barker), genannt Mister Dynamit, wird auf den Fall angesetzt.

Diese Dokumentation stellt akribisch die internen Abläufe des BND bei der Vorbereitung dieses Filmes dar und die beigefügten Faksimilies von behördlichen Schreiben erhöhen den Spaß an der Sache.

Ich hätte ja nie geglaubt, dass der BND so amüsant sein kann.

Hier ein paar Beispiele aus der Dokumentation und dem Film, bevor´s dann zur Präsentation geht:

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Jürgen Nowak (Hrsg.) -Eulenspiegel Sonderausgabe: Die Jahre 1954 – 1969(2004) (Teil 1)

Titel
In Abwandlung eines Spruches von Nitsche sag ich mal: „Ohne Satire wäre das Lebenein Irrtum“ und das gilt und galt damals für Ost und West.

Und in der DDR gab es da die satirische Wochenzeitschrift „Eulenspiegel“, die es tatsächlich geschafft hat, bis zur Wende durchzuhalten und besser noch, die bis heute ihr „Unwesen“ treibt.

Der Eulenspiegel ist ein monatlich erscheinendes Humor- und Satiremagazin mit einer Auflage von 110.000 Exemplaren. Es wird von der Eulenspiegel GmbH in Berlin herausgegeben.

Die Zeitschrift ging aus dem Satireblatt Frischer Wind hervor, das seit dem 15. April 1946[1][2] unter sowjetischer Presselizenz erschien. Chefredakteur des Frischen Wind war zunächst Lex Ende, danach Walter Heynowski. Am 1. Mai 1954 nahm die nun im Vierfarbdruck hergestellte Zeitschrift den Titel Eulenspiegel an, nachdem 1950 die unabhängige, in der Nachkriegszeit sehr erfolgreiche Zeitschrift Ulenspiegel eingestellt worden war. Obwohl sie seit Februar 1957 der Abteilung Presselenkung des ZK der SED unterstellt war, wurden manche Ausgaben aufgrund ihrer politischen Brisanz und satirischer Kritik an Versorgungsmängeln in der DDR vor dem Vertrieb vernichtet.

Nach der Veröffentlichung einer Ulbricht-Karikatur 1957 wurde der Chefredakteur Heinz H. Schmidt entlassen. Mit dem Machtantritt Erich Honeckers, so die Einschätzung der langjährigen Eulenspiegel-Autorin und -filmkritikerin Renate Holland-Moritz, verringerten sich die verbliebenen Freiheiten; es kam zu einer „Flucht in die Humoreske“.

Das Blatt erschien bis 1972 im ebenfalls 1954 gegründeten Eulenspiegel-Verlag, der danach zu einem eigenständigen Buchverlag wurde. Der Eulenspiegel war die einzige Satirezeitschrift der DDR. Häufig überstieg die Nachfrage die Auflage, die infolge des Papiermangels auf 500.000 Stück limitiert war. (Quelle: wikipedia)
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Der Vorgänger: „Frischer Wind“

Angesichts der außergewöhnlichen Stellung dieses Satiremagazins scheint mir dieser Wikipedia Beitrag (zumindest was die Jahre 1954 – 1989 betrifft) zu  kurz geraten. Also mach ich mich mal wieder auf die Spur nach ausführlicheren Informationen, denn der „Eulenspiegel“ in den Jahren der DDR hatte es in sich.
Davon überzeugen kann man sich z.B. bei diesem Jubiläumsband überzeugen …. Er umfasst die Jahre 1954 bis 1969 ….
Und stöbert man sich mal durch diesen Band durch … fällt doch so einiges auf …
Da ist zum einen diese gewagte Balance zwischen Anpassung und Kritik … und so etliches ist mehr als kritisch, wenn man zwischen den Zeilen lesen kann … Respekt ! Und dann noch das graphische Niveau der frühen Jahre … all die Zeichner aus dieser Zeit, ja, sie standen ganz sicher in der Tradition des „Simplicisimus“ … ich ziehe meinen Hut ! Etliche Graphiken waren – aus meiner Sicht – der Zeit weit voraus ….

Und dann noch: viele der damaligen Themen sind auch heute noch aktuell … und ich weis nicht recht, ob ich jetzt ob dieser Tatsache heulen oder lachen soll.

„Nirgendwo kann man besser nachlesen, wie die DDR tickte, mit welchen Problemen sich ihre Bürger im Alltag herumschlagen mussten.

Der Eulenspiegel war der Anwalt der kleinen Leute und daher bei „denen ganz oben“ gefürchtet, weil jede realitätsnahe Satire am schönfärberischen Lack kratze und die „unablässlich für das Wohl des Volkes“ wirkenden hohen Funktionäre schwer beleidigte“ (aus dem Vorwort des Herausgebers Jürgen Nowak)

Hier Teil 1 dieser Sonderausgabe; er umfasst die Jahre 1954 – 1961. Teil 2 folgt dann demnächst.
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Beispiel04
Ganz schön spitzfindig ....

Ganz schön spitzfindig …

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Prädikat: zeitlos !

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Willy Brandt taucht auf

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Prädikat: zeitlos

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Beispiel26
Beispiel27

Süffisante Anspielung auf den „Sittenskandal“ um die Frankfurter Edelprostituierte Rosemarie Nittribit

Beispiel28

Prädikat: bitterböse

Beispiel29

Dezenter Hinweis auf Prostituion, die es ja offoziell nicht gab.

 

Beispiel31

Das Thema hatten wir bei den bayerischen Seen auch.

 

Beispiel32
Beispiel33
Beispiel34

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