Joseph Haydn – Genie der Klassik (Edition Die grossen Komponisten) (2006)

FrontCover1Ein bisschen Bildung kann ja nie schaden, und von daher mal eine kleine Einführung in das Leben und Werk des Komponisten Joseph Haydn:

Franz Joseph Haydn (* 31. März oder 1. April 1732 in Rohrau, Niederösterreich; † 31. Mai 1809 in Wien) war ein österreichischer Komponist der Wiener Klassik.

Der Bruder des Komponisten Michael Haydn und des Tenors Johann Evangelist Haydn verbrachte den größeren Teil seiner beruflichen Laufbahn als Hofmusiker auf dem Landsitz der wohlhabenden ungarischen Familie Esterházy, deren Orchester und Oper er leitete. Die Abgeschiedenheit von anderen Komponisten und musikalischen Strömungen beschrieb er mit den Worten: „Ich war von der Welt abgesondert, niemand in meiner Nähe konnte mich an mir selbst irremachen und quälen, und so musste ich original werden.“

Haydns 1797 uraufgeführte Vertonung des Gedichts Gott! erhalte Franz, den Kaiser, Unsern guten Kaiser Franz!, das Kaiserlied, wurde zu den Österreichischen Kaiserhymnen und mit anderem Text später die deutsche Nationalhymne. (Quelle: wikipedia)

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Franz Joseph Haydn wurde am 31. März 1732 im niederösterreichischen Rohrau geboren. Als er am 31. Mai 1809 im Alter von 77 Jahren in Gumpendorf bei Wien starb, hatte er die abendländische Musik tiefgreifender verändert, als irgendein Komponist vor oder nach ihm und er konnte auf eine der glückhaftesten Künstlerexistenzen, von denen wir wissen, zurückblicken.
„Ich war von der Welt abgesondert, niemand in meiner Nähe konnte mich an mir selbst irremachen und quälen, und so musste ich original werden.“ Will man Haydns Genie angemessen würdigen, so muss man sich anhand seines berühmtesten Zitats vor Augen führen, was „original werden“ für ihn bedeutete. Denn ein großer Anteil der heute für selbstverständlich genommenen Ingredienzien der Wiener Klassik, die Sinfonie, das Streichquartett, die Klaviersonate, das Oratorium oder die Sonatenhauptsatzform sind Joseph Haydns Schöpfungen oder Ideen. Ohne Haydns Lebensleistung würde also die Musik Mozarts, Beethovens, Schuberts, Brahms‘ oder Bruckners niemals in der Form komponiert worden sein, wie wir sie kennen und lieben. (Quelle: klassikakzente.de)

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Und über sein Leben und seine Musik informiert dieses Büchlein (aus der Edition „Die grossen Komponisten“ von doch etewas obskuren Firma namens „International Masters Publishers“) mit beiliegender CD. Puristen der Klassik mögen ob der „populären“ Aufmachung die Nase rümpfen, aber all diejenigen, die nicht im akademischen Elfenbeinturm sitzen, hatten (und haben jetzt wieder) die Möglichkeit, sich auch ein wenig kurzweilig über Joseph Haydn zu informieren (einschließlich Werkbeschreibung zu den einzelnen Kompositionen)

Und wer sich diesen Querschnitt mal anhören will, wird feststellen, dass sich das durchaus lohnt, denn – mir zumindest – ist erstmalig die wirkliche Klasse des Josph Haydn bewusst geworden.

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Besetzung:

Österreich-Ungarisches Haydn Orchester:
Leitung: Adam Fischer

Trio:
Stefan Mendl (piano)
Wolfgang Redik (violin)
Marucs Trefny (cello)

Radio-Sinfonie Orchester Stuttgart:
Leitung: Sir Neville Marriner

Petersen Quartett

Franz Liszt Kammerorchester:
Miklos Perenyi (cello)
Leitung: James Rolla

Capella Coloniensis:
Leitung: Ulf Björnlin

Krakauer Symphonie:
Leitung: Roland Bader

Franz-Schubert-Quartett

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Titel:

Österreich-Ungarisches Haydn Orchester:
01. Symphonie Nr. 100 (Erster Satz: „Militär“) 7.51

Trio:
02. Klaviertrio Nr. 25 (Zweiter Satz „Zigeunertrio“) 5.14

Radio-Sinfonie Orchester Stuttgart:
03. Oboenkonzert (Dritter Satz) 5.20

Österreich-Ungarisches Haydn Orchester:
04. Symphonie Nr. 82 (Zweiter Satz „Der Bär“) 8.18

Petersen Quartett:
05. Streichquartett Nr. 2 (Zweiter Satz) 5.37

Franz Liszt Kammerorchester:
06. Cellokonzert Nr. 1 (Erster Satz) 9.29

Capella Coloniensis:
07. Symphonie Nr. 87 (Erster Satz) 7.00

Krakauer Symphonie:
08. Die Schöpfung (Nr. 1a „Die Vorstellung des Chaos“) 5.45

Franz-Schubert-Quartett:
09. Streichquartett Nr. 82 (Vierter Satz) 5.40

Österreich-Ungarisches Haydn Orchester:
10. Symphonie Nr. 104 (Erster Satz „Salomon“) 8.47

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Aldi – Weihnachtszauber und Rezeptideen für eine fröhliche Zeit (2006)

Titel.jpgIch weiß, es mag gewagt sein, hier eine Kundenzeitschrift des Discounters Aldi zu präsentieren.

Und ja, ich kenne alle nur denkbaren Kritikpunkte an Aldi, Lidl & Co.

Ich weiß aber auch, dass all die biobewußten „Ernährungsaposteln“ (ich nenn´ das jetzt mal so keck) sich schon auch klar machen müssen, dass diese so ganz bewußte Ernährung schon auch einen gewissen fetten Geldbeutel voraussetzten und ich weiß nur zu gut, dass dieser bei allzuvielen Menschen eben nicht vorhanden ist.

Und von daher: ja … auch Aldi hat hier seinen Platz, zumal mich die Aldi Kundenzeitschrift ein paar begleitet hat (das waren all jene Jahre, in denen ich einen Single-Haushalt zu organisieren hatte und ich meinen Töchtern aber auch meinen damaligen Partnerinnen schon auch kulinarisch ein wenig bieten wollte).

Und ich fand die Anregungen, die in den jeweiligen Kundenzeitschriften enthalten war für mich, als eher unbedarften Hausmann immer sehr praktisch.

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Weitere Kundenzeitschriften von Aldi aus den Jahren 2006 und 2007

Und ich weiß, Weihnachten/Sylvester 2018 steht vor der Tür (kann man ja auch in all den Geschäften, ob sie nun Aldi, Rewe heißen, sehen … auch Biomärkten haben längst „aufgerüstet“).

Diese Kundenzeitschriften erschien damals bei Aldi vierteljährlich und man konnte sie kostenlos mitnehmen … Hier das Heft IV/2006 …

Und auch heute noch finde ich interessante Anregungen und nachdem ich heuer wohl die für Familienfeier für die Nachspeise zuständig bin … habe ich mich bereits inspirieren lassen und meine Enkelkinder bekommen dann auch den alkoholfreien Apfelpunsch …

Gefunden habe ich das Heft nicht im Keller, sondern in unserer kleinen Kochbibliothek in der Küche.

Und natürlich: Die Aldi – Marktstrategen verstanden ihr Handwerk … mit all ihren stimmungsvollen Bildern …

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Also … da läuft mir schon das Wasser im Mund zusammen … 

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Hmmmmm ….

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Riesengarnelen im Kokosmantel

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Kleine Ergänzung: Neulich war in der „Süddeutschen Zeitung“ ein Test über vegane Brotaufstriche in Bioqualität … der Tester war ein wohl über alle Zweifel erhabene Spitzenkoch … Testsieger wurde das Produkt des Discounters Lidl … da hat meine Frau Gemahlin ein wenig geschluckt und die abgeschlagenen Produzenten der anderen Brotaufstriche wohl auch.

Peter Longerich – Davon haben wir nichts gewusst (2006)

TitelbildEs bleibt ein wichtiges Thema …

Davon haben wir nichts gewusst — So lautete nach dem Ende der Naziherrschaft in Deutschland die Standardantwort auf die Frage, wie man die millionenfache Vernichtung von Juden hatte zulassen können. Die historische Forschung hatte daran, dass die übergroße Mehrheit der Deutschen tatsächlich nicht gewusst haben sollte, wie das Regime mit den ja nicht etwa im Verborgenen, sondern unter großem propagandistischen Tamtam Deportierten verfuhr, zwar immer wieder wohl begründete Zweifel geäußert. Eine derart faktenreiche und auf nur annähernd so breitem Quellenstudium basierende Arbeit, wie die nun von Peter Longerich vorgelegte, stand aber bis jetzt aus.

Der Autor belegt mit seiner ebenso fundierten wie sorgfältigen Analyse, dass die Zahl derer, die sehr wohl um die Judenvernichtung wussten, um ein Vielfaches höher gewesen sein muss, als bisher angenommen. Auch wenn die Mehrheit trotz allem tatsächlich wohl nicht so genau wusste oder wissen wollte, was mit den Juden tatsächlich geschah: Je länger der Krieg dauerte, desto geringer wurde das Interesse der Naziführung zu verhindern, dass die in Umlauf befindlichen Gerüchte zur allgemeinen Gewissheit würden: „Seit Mitte 1942 propagierte das Regime zunehmend – ein ungefähres Wissen um die „Endlösung“ voraussetzend – und ganz offen, dass im Falle einer Niederlage in diesem Krieg die Juden den Deutschen das Gleiche zufügen würden, was diese ihnen angetan hatten.“

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Und keiner wollte dies gesehen haben … 

Das Gefühl, so Longerich, dass die „Judenfrage“ unmittelbar eine Frage des eigenen Überlebens sei, „war offenbar weit verbreitet“. 1943 ging die NS-Propaganda diesbezüglich endgültig in die Offensive und bekannte sich ganz und gar unmissverständlich zu ihrer Vernichtungspolitik. Im Werben für den „Totalen Krieg“ wurde dessen Notwendigkeit für jeden deutlich hörbar damit begründet, „der jüdische Erzfeind“ müsse ausgerottet werden, bevor dieser seiner Absicht in die Tat umsetzen könne, seinerseits das deutsche Volk zu vernichten. „Die ‚dem Volk‘ abverlangten zusätzlichen Kriegsanstrengungen versuchte das Regime in ein Plebiszit für die radikalste denkbare ‚Lösung der Judenfrage‘ umzumünzen.“ Zugleich ließ man keinen Zweifel daran, dass das Volk insgesamt im Falle einer Niederlage von den Siegern wegen seiner Komplizenschaft zur Rechenschaft gezogen würde.

Als die unvermeidbare Niederlage näher rückte, vollzog das NS-Regime noch einmal einen Schwenk und belegte die „Endlösung“ parteiintern mit einem Erörterungsverbot. Doch da hatte die Bevölkerung in ihrer übergroßen Mehrheit ohnehin bereits ihre „Flucht in die Unwissenheit“ angetreten und sich so gegen die bevorstehende Generalanklage gewappnet. (Andreas Vierekce) 

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Die Verfolgung der Juden erfolgte öffentlich, und nicht im stillen Kämmerlein

 „So methodisch reflektiert, so akribisch genau ist das schwierige Thema noch nie behandelt worden. Kurzum: ein exzellentes Buch, das für eine längst fällige Korrektur unseres Geschichtsbildes sorgt.“ (Die Zeit)

„Longerichs Studie beeindruckt durch derartige Analysen und die große Materialfülle, aber auch durch die differenzierte Herangehensweise und abgewogene Urteile.“ (blick nach rechts)

»Longerichs voluminöses Werk lässt sich flüssig lesen und bietet einen guten Ausgangspunkt zur Beschäftigung mit dem Thema.« (Mindener Tageblatt)

Es bleibt ein wichtiges Thema …
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Es geschah in aller Öffentlichkeit: Ohne Schuhe und mit abgeschnittenen Hosenbeinen trieben SS-Leute Michael Siegel am 10. März 1933 durch München.

Wolf Biermann – Fünf Briefe aus gegebenen Anlässen (2006)

TitelEs gab da mal so einen Versandhandel, der auch viel Geschäftslokale in Deutschland hatte und der nannte sich „Zweitausendeins“ … nein diese Geschichte erzähle ich jetzt nicht.

Aber dieser Versandhandel vertrieb für viele Jahre exklusiv die Werke von Wolf Biermann.

Und als der dann 2006 70 Jahre alt wurde, dachte sich dieser Versandhandel, da machen wir mal ne besondere Aktion und veröffentlichte dieses kleine Büchlein (66 Seiten) … und zwar ganz frank und frei … auf gut deutsch: Dies Büchlein gab es kostenlos für Kunden von „Zweitausendeins“.

Und es enthielt 5 Brief von Wolf Biermann … die in dieser Form wohl erstmalig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.

Ta … dieses Büchlein … es ist nicht nur eine Anäherung an den eitlen Pfau namens Wolf Biermann, es ist auch eine kleine Annäherung an jene Jahrzehnte deutsch-deutscher Geschichte …

Mag sein sein, dass er mit der Margot Honecker …. wo war die eigentlich, als er 1976 ausgebürgert wurde ? … wenn ich mich recht entsinne spielte er 2 Tage nach der Ausbürgerung in München … und wenn ich mich recht entsinne, spielte er 3 1/2 Stunden … ich war dabei und es war natürlich ein ergreifendes Konzert.

Mag ja sein, dass er ein „privilegierter Oppositioneller“ war …

Das ändert aber nichts an der Tatsache, das er einer der zentralen Figuren der Opposition in der DDR war … und ja, der deutschen Sprache war er mächtig …

Davon kann man sich in diesem kleinen Sonderdruck überzeugen.

Weitere Annäherungen an diesen Biermann sind für mich unausweichlich ….

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Eine bittere Abrechnung mit jenem DDR-Anwalt, der als Anwalt für den Freikauf von DDR-Häftlingen zuständig war … damals … 

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Auch ein Brief von Robert Havemann ist in dem Büchlein enthalten

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Mit spitzer Zunge …

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Brief an die Witwe von Robert Havemann

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Hier geht es um Urheberrechtsfragen zu dem Lied „Die Internationale“

Beispiel12

Beispiel13

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Angelina Maccarone – Verfolgt (Film) (2006)

frontcover1Ein kompliziertes Thema, ein sehr komplexes Thema, ein Thema, das wahrlich nicht jedermans Sache ist und sein muss:

Verfolgt ist ein deutscher Beziehungsfilm der Regisseurin Angelina Maccarone aus dem Jahr 2006. Der Film schildert die sadomasochistische Amour fou der Bewährungshelferin Elsa und ihres sechzehnjährigen Klienten Jan. Der Schwarzweißfilm gewann den Goldenen Leoparden im Wettbewerb Cineasten der Gegenwart des 59. Internationalen Filmfestivals von Locarno.

Die erfolgreiche Bewährungshelferin Elsa Seifert lebt mit Raimar, dem Vater der gemeinsamen Tochter Daniela, und geht vollständig in ihrer Arbeit auf. Nach dem Auszug ihrer Tochter beginnt Elsa an ihrem Leben und jahrealten Handlungsabläufen zu zweifeln.

Sie sucht ein intensives Lebensgefühl in ihrem Alltag wiederzuentdecken. Als ihr neuer Klient, der sechzehnjährige Straftäter Jan, vorschlägt, sich ihr sexuell zu unterwerfen und auszuliefern, entdeckt sie die ihr neue Welt des Sadomasochismus.

Schnell erkennt sie den Reiz, den weibliche Dominanz auf sie ausübt. Elsa wagt es, sich auf Jans Angebot einzulassen; während die beiden ihre Sehnsüchte umsetzen und sich immer intensiver nur noch aufeinander beziehen, entgleist Elsas Leben immer mehr.

Verfolgt entstand ohne eine Beteiligung eines Fernsehsenders. Cast und Crew beteiligten sich finanziell an der Produktion und ermöglichten so deren Entstehung.
Die Produktion wurde von der Filmförderung Hamburg, dem Kuratorium junger deutscher Film der FFA und MEDIA MFI gefördert.

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Der Film wurde von der überwiegenden Mehrheit der Kritik überschwänglich gelobt:

„In kunstvollem Schwarz-Weiß erzählt die Regisseurin gnadenlos hart eine gewagte Sado-Maso-Story. Maren Kroymann fasziniert als 52jährige, die sich in eine gefährlich intensive Liaison mit einem 16Jährigen einlässt. Ein Film von schockierender Offenheit.“ (Die Welt)

    „In der Newcomer-Reiher ,Cineasten der Gegenwart‘ sorgte VERFOLGT für eine kleine Sensation: die Geschichte einer Sado-Maso-Beziehung zwischen einer 52-jährigen Bewährungshelferin (großartig: Maren Kroymann) und ihrem 16-jährigen Schützling, behutsam und ganz ohne Voyeurismus oder S/M-Klischee erzählt.“ (Hamburger Morgenpost)

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„… mit schöner Selbstverständlichkeit balancierend auf dem Grat zwischen Komik und Tragödie.“ (Süddeutsche Zeitung)

„Maccarones Herangehensweise an den Stoff ist bemerkenswert: frei von Ledererotik, Körpersäften und Peitschenseligkeit, in kontrastreichem Schwarzweiß zeigt VERFOLGT die Zerbrechlichkeit dieser beiden Menschen, die sich nur zaghaft ihrer Leidenschaft hingeben.“
– Der Tagesspiegel

    „Ein beunruhigender, ein verstörender Film. Und Maren Kroymann gebührt für die Rolle der Elsa alle Darstellerpreise, die der deutsche Film zu vergeben hat.“ (Hessischer Rundfunk)

2006 erhielt der Film den Goldenen Leoparden im Wettbewerb Cineasti del Presente des 59. Internationalen Filmfestivals von Locarno.

2007 wurde Maren Kroymann als Beste Darstellerin mit dem Preis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet.

2007 wurde Kostja Ullmann mit dem New Faces Award als Bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet.

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Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat „Besonders wertvoll“. In der Begründung heißt es u. a.:

„Ohne jemals spekulativ zu werden, greift Regisseurin Angelina Maccarone das Tabuthema SM-Beziehung auf, überspitzt es sogar noch durch die Geschlechts-Alter-Konstellation. Dem wagemutigen Drehbuch von Susanne Billig und der souveränen Inszenierungskunst Angelina Maccarones gelingt es meisterhaft, eine unglaublich facettenreiche, aber niemals überfrachtete Ausgangssituation zu schaffen und diese den ganzen überaus atmosphärisch dichten Film hindurch ständig weiter anzureichern. (…) Die sehr weit führende, in Teilen sehr persönliche Diskussion um den Film in der FBW-Jury ist Indiz für die Brisanz des Themas und für die auf höchstem künstlerischem Niveau gelungene Umsetzung, die einen weiteren Höhepunkt im kreativen Schaffen der Regisseurin und der Produktionsfirma (MMM Film Zimmermann & Co GmbH., Hamburg) darstellen und die größte Hoffnung auf weitere, ähnlich beeindruckende Werke wecken.“ (Quelle: Wikipedia)

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 Und hier noch zur Ergänzung ein Interview mit Kostja Ullmann (damals 22 Jahre alt) über diesen bemerkenswerten Film:

Im Kinofilm „Verfolgt“ spielst du den jungen Straftäter Jan der mit seiner fünfzigjährigen Bewährungshelferin Elsa eine Affäre eingeht. Wird man durch die Beschäftigung mit einem solchen Thema automatisch ein Stück weit erwachsener?

Ullmann: Ich würde nicht sagen, dass ich erwachsener geworden bin. Aber ich habe eine Menge dazugelernt, das prägt ungemein. Vielleicht wird ja aber der Zuschauer erwachsener, wenn er sich den Film ansieht (lacht).

Was hat dich an dieser Rolle gereizt?

Ullmann: Ich war natürlich zunächst schockiert, als ich das Buch bekam, weil ich zum ersten Mal überhaupt mit diesem ganzen Thema konfrontiert wurde. Bei meiner Rollenauswahl ist es mir jedoch sehr wichtig, immer wieder neue Sachen zu machen und eine neue Herausforderung zu suchen. Ich fand das Thema von vornherein sehr spannend. Als ich dann gehört habe, dass Maren Kroymann meine Partnerin sein würde, war klar, dass ich es mache.

 

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Wie hast du dich denn diesem heiklen Thema genähert?

Ullmann: Das Thema hinsichtlich der Konstellation „Junge verliebt sich in ältere Frau“ war mir ja nicht unbekannt, diesbezüglich hatte ich vorher bereits zwei ähnliche Filme gemacht. Aber hin zur sado-masochistischen Beziehung war es natürlich ein gewaltiger Sprung. Ich habe erst versucht, mich privat vorzubereiten: Im Fernsehen habe ich mir eine Reportage angesehen, die sich mit dem Thema beschäftigte. Dann habe ich mir in Hamburg auf der Reeperbahn ein paar Heftchen besorgt, da reingeschaut…

…und welche Art von Erkenntnissen gewonnen?

Ullmann: Dass mir das alles zu extrem ist – weil ich das für meine Rolle so nicht gesehen habe. Für beide, für Jan und für Elsa, ist es Neuland. Die Beziehung findet auf einer ganz anderen Ebene statt und nicht in einer solchen Extremität. Deswegen hat im Endeffekt der Großteil meiner Vorbereitung zusammen mit Maren Kroymann stattgefunden. Wir haben uns an jedem freien Wochenende getroffen, haben alle Szenen durchgeprobt und sind uns dann einfach auch näher gekommen. Es war extrem wichtig, erst einmal locker zu werden und zu sehen, wie weit man eigentlich gehen kann. Und wir haben gesehen, dass wir weit gehen können.

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Der Film ist in der Tat sehr direkt in der Darstellung von Sexualität. In mehreren Szenen bist du nackt während Elsa auf dich einschlägt. Wie hast du das Drehen dieser Szenen empfunden?

Ullmann: Das war für mich schon sehr ungewohnt. Es ist nicht schlimm, nackt am Set zu sein. Aber ich war nicht nur körperlich nackt, sondern auch seelisch, habe alles von mir offenbart. Es ist schon ein sehr komisches Gefühl, nackt auf dem Sofa zu liegen und sich auspeitschen zu lassen. Da habe ich auch erst einmal schlucken müssen und etwas gebraucht, um das zu verkraften. Aber irgendwann ist man so in der Rolle drin und spielt das ganze. Dann hieß es „Danke, Szene aus“ und plötzlich wurde man in die Realität zurückgeholt.

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Was hast du in diesen Augenblicken gedacht?

Ullmann: Es war immer wieder die Frage an mich selbst: „Oh mein Gott, was hast du da gerade gemacht?“. Manchmal konnte ich gar nicht glauben, was ich da kurz zuvor in so einer Szene empfunden habe. Zu fühlen, zu spüren und zu spielen – das war die große Herausforderung.

Gab es für dich denn auch Grenzen bei der Darstellung dieser teilweise sehr intimen Szenen?

Ullmann: Im Prinzip nur die Grenze, nicht nackt von vorne zu sehen zu sein. Das ist alles. Da gab es auch überhaupt kein Problem, eben weil wir vorher besprochen hatten, wie weit wir gehen wollen und das ganze durch das Drehbuch schon relativ weit vorgegeben war. Ich mache mir allerdings ein wenig Gedanken, was meine Eltern sagen, wenn sie diesen Film sehen…

Was verbirgt sich hinter der sexuellen Beziehung zwischen Jan und Elsa?

Ullmann: Eigentlich ist das Sexuelle ja nur die äußere Ebene, die dabei hilft, zwei Menschen zu porträtieren, die dabei sind, zu sich selbst zu finden. Für Jan ist Elsa ist auch ein bisschen eine Mutterfigur, die er immer gesucht hat und im Laufe des Films findet. Er war im Knast, hatte nie eine richtige Familie, war immer auf sich selbst gestellt. Aber er geht natürlich irgendwann zu weit, da hätte er einfach früher aufhören müssen.

(Quelle: planet-interview.de)

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Der Ehemann von Else Seifert kommt dem Geheimnis seiner Frau auf de Spur – und ist sprach- und ratlos

Besetzung:
Susanne Billig (Sprecherin TV)
Frank Meyer-Brockmann (Ralf)
Stephanie Charlotta Koetz (Daniela)
Moritz Grove (Frieder)
Ada Labahn (Manuela)
Maren Kroymann (Elsa Seifert)
Katharina Pichler (Verkäuferin)
Michael Pink (Jugendrichter)
Sophie Rogall (Babette)
Sıla Şahin (Sonnur)
Kostja Ullmann (Jan Winkler)
Markus Voellenklee (Raimar)
Regie  Angelina Maccarone
Drehbuch:  Susanne Billig
Produktion:  Ulrike Zimmermann
Musik:  Jakob Hansonis + Hartmut Ewert
Kamera:  Bernd Meiners
Schnitt:  Bettina Böhler

 

Wie gesagt, ein komplex, kompliziertes und auch sehr heikles Thema … wie dieses dann schauspielerisch umgesetzt wurde … ist beachtenswert !

Wenngleich es einem ganz schön gruseln könnte, angesichts der Obsessionen, die sich in diesem Film  offenbaren …. dass dabei – wie schon in dem Interview gesagt, tiefe seelische Schichten angesprochen werden … versteht sich eigentlich von selbst, denn Sex, der die Seele nicht erreicht … ist öde..
Oder aber auch: ein Film mit verdammt viel Tiefgang …
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