Ärzte ohne Grenzen – Jahresbericht 2013

TitelWeil die Menschen weiterhin mit einer unvorstellbaren Grausamkeit sich gegenseitig abschlachten, ist eine Organisation wie „Ärzte ohne Grenzen“ unverzichtbar:

Hier ein paar Informationen zur Geschichte dieser Organisation:

Ärzte ohne Grenzen ist die deutsche Übersetzung des Namens der 1971 gegründeten größten internationalen Organisation für medizinische Nothilfe Médecins Sans Frontières.

Die private, unabhängige Hilfsorganisation leistet medizinische Nothilfe in Krisen- und Kriegsgebieten. Hierfür wurde ihr 1999 der Friedensnobelpreis verliehen.

Alle Sektionen auf internationaler Ebene wie auch die deutsche Sektion nutzen die französische Bezeichnung Médecins Sans Frontières, deren Abkürzung MSF und die Übersetzung in ihre jeweilige Sprache, zum Beispiel Englisch Doctors Without Borders.

Ärzte ohne Grenzen ist ein Netzwerk mit Sektionen in 19 Ländern. Ein internationales Büro in Genf hat koordinierende Funktionen und unterstützt die Zusammenarbeit im Netzwerk. Jährlich werden für Projekte der Organisation etwa 3.000 Ärzte, Psychologen, Krankenschwestern, Hebammen und Logistiker rekrutiert. Mitarbeiter in 19 Sektionen sind dauerhaft damit beschäftigt, Freiwillige anzuwerben, die Finanzen zu verwalten und Beziehungen zu den Medien zu pflegen. Die Mitarbeiter sind unter anderem Ärzte, Pflegekräfte, Psychologen, Hebammen, Logistiker und Administratoren. Zu etwa 90 % finanziert sich Ärzte ohne Grenzen aus Privatspenden; staatliche Gelder und sonstige Einnahmen erbringen die restlichen 10 %. Die Organisation verfügt über ein jährliches Budget von mehr als 600 Millionen Euro.

Beispiel04

In mehr als 60 Ländern unterhält MSF medizinische Hilfsprojekte und bildet auch teilweise Mitarbeiter im Land fort. Die Hilfsprojekte sind unterschiedlich und reichen von medizinischer Nothilfe über Bereitstellung von sauberem Wasser und Latrinen bis zur medizinischen Aufklärung der Bevölkerung. Die Organisation weist, wie im Falle Tschetscheniens oder des Kosovo, auf Menschenrechtsverletzungen und Verletzungen des humanitären Völkerrechts hin. Erst ein einziges Mal seit ihrer Gründung hat die Organisation auf militärisches Eingreifen gesetzt, nämlich 1994 im Falle des Völkermordes in Ruanda.

Die humanitäre Arbeit von MSF für die Opfer von Not und Gewalt wurde 1999 durch die Verleihung des Friedensnobelpreises besonders geehrt.

„Das norwegische Nobel-Komitee hat entschieden, den Friedensnobelpreis 1999 an Ärzte ohne Grenzen zu vergeben, in Anerkennung der bahnbrechenden humanitären Arbeit dieser Organisation auf mehreren Kontinenten.“

Beispiel05Ärzte ohne Grenzen arbeitet unabhängig, unparteiisch und, abhängig von der konkreten Einsatzsituation, so neutral wie möglich. Nur das ermöglicht es nach Auffassung der Organisation, in Krisenregionen wirkungsvoll humanitäre Hilfe zu leisten.

MSF sieht auch das Witnessing („Zeuge sein“) im Rahmen der medizinischen Nothilfe als eine wichtige Aufgabe. Witnessing bedeutet, auf Völker in Not aufmerksam zu machen. Berichtet wird über das, was Mitarbeiter vor Ort sehen. Mögliche Aktionen sind: Gespräche mit Verantwortlichen, Lobbying oder öffentliche Aufklärungskampagnen, im schlimmsten Falle sogar Rückzug aus einem Einsatzgebiet. Nach Meinung von MSF ist zwischen Witnessing und Neutralität in der praktischen humanitären Arbeit unter Umständen eine Abwägung notwendig, die im Einzelfall eine Aufgabe der Neutralität notwendig macht. Diese Auffassung zur Neutralität unterscheidet MSF von der strikt praktizierten Neutralität des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), aus dessen Einsatzerfahrungen MSF entstand. MSF ist, nach den Worten des Mitbegründers Bernard Kouchner, stets unparteiisch, aber nicht immer neutral.

Ärzte ohne Grenzen e. V., gegründet 1993 als Verein, ist die deutsche Sektion der Organisation. Seit 2003 gibt es zudem eine Ärzte ohne Grenzen Stiftung.

Zusammen mit den Sektionen aus Großbritannien und den Niederlande bildet die deutsche Sektion das Operational Centre Amsterdam. Dieses ist eines von fünf Zentren, welche relativ eigenständig Einsätze planen und durchführen.

Die Organisation ist seit 1998 Träger des DZI-Spendensiegels. Im Jahr 2010 waren durchschnittlich 104 Mitarbeiter in den deutschen Büros beschäftigt. 289 Mitarbeiter wurden in Projektländer entsandt. Die Sektion hatte ein Mittelaufkommen von 78.486.000 €. (Quelle: wikipedia)

Und wer mehr über diese großartige Organisation wissen will, kann sich hier mal den Jahresbericht 2013 ansehen: Der für mich vorbildlich gestaltete Jahresbericht wird wohl bei jedem Leser einen tiefenRespekt vor der Leistungen dieser Frauen und Männer, die sich dieser Aufgabe gewidmet haben, auslösen.

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Detlef Felken + Tino Jacobs – Die Welt im Buch – Kleine Chronik des Verlags C. H. Beck, 1763 – 2013 (2013)

TitelDa hat es ein Verlag ganz schön lang geschafft zu überleben:

C.H.BECK, gegründet im Jahre 1763, zählt zu den großen und traditionsreichen Namen im deutschen Verlagswesen. Mit mehr als 9.000 lieferbaren Werken, darunter auch zahlreichen elektronischen Publikationen, mit über 70 Fachzeitschriften und mit einer jährlichen Produktion von bis zu 1.500 Neuerscheinungen und Neuauflagen rangiert der VERLAG C.H.BECK auch quantitativ unter den großen deutschen Buch- und Zeitschriftenverlagen. Allein am Hauptsitz des Verlages in München sind etwa 550 Mitarbeiter beschäftigt; eine Zweigniederlassung mit den Redaktionen der Mehrzahl der juristischen Zeitschriften befindet sich in Frankfurt am Main. An diesen beiden Standorten betreuen über 120 Fachlektoren und Redakteure mehr als 14.000 Autoren. Am früheren Sitz des Verlages in Nördlingen, einer mittelalterlichen Kleinstadt im bayerischen Schwaben, arbeitet die Beck´sche Druckerei einschließlich einer Setzerei und einer Multimedia-Abteilung mit weiteren knapp 400 Mitarbeitern. Ebenfalls dort angesiedelt ist das verlagseigene Logistik-Unternehmen, die Nördlinger Verlagsauslieferung. Die Buchhandelskette Schweitzer Fachinformationen sowie eine Reihe weiterer Fachverlage im In- und Ausland ergänzen die insgesamt rund 2.000 Mitarbeiter zählende Beck’sche Firmengruppe.

C.H.BECK ist eines der ältesten Verlagsunternehmen in Deutschland. Inhaber und Leiter sind heute die Brüder Dr. Hans Dieter Beck und Dr. h.c. Wolfgang Beck, die in sechster Generation in direkter Linie vom Firmengründer Carl Gottlob Beck abstammen. Dieser kaufte im Jahre 1763 in Nördlingen eine dort schon 130 Jahre zuvor bestehende Druckerei und gliederte ihr einen Verlag und eine Buchhandlung an. Die Initialen seines Sohnes und Nachfolgers Carl Heinrich Beck leben fort in der heutigen Firmenbezeichnung C.H.BECK. Der Verleger der vierten Generation, Oscar Beck, verlegte 1889 den Verlagssitz nach München, während die Druckerei in Nördlingen verblieb. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann der Ausbau zu einem vielseitigen wissenschaftlichen Verlag, der immer auch ein kleines literarisches Programm pflegte. Für mehrere Jahrzehnte war C.H.BECK ein führender theologischer Verlag. Später trat die Theologie hinter andere Wissenschaftsgebiete zurück, die das Verlagsprogramm bis heute prägen und deren Ursprünge bis weit ins 19. Jahrhundert zurückreichen, wie etwa die Geschichte, die Altertumswissenschaften, die Literaturwissenschaft und – nicht zuletzt – die Jurisprudenz.

BeckgruppeDie Verlagsarbeit der Gegenwart gliedert sich in zwei Bereiche, nämlich den Verlagszweig Recht – Steuern – Wirtschaft, geleitet von Dr. Hans Dieter Beck, und den Zweig Literatur – Sachbuch – Wissenschaft, geleitet von Dr. h.c. Wolfgang Beck. Sie befinden sich hier auf der Homepage des juristischen und wirtschaftswissenschaftlichen Programmzweigs; zum literarischen Verlagsbereich gelangen Sie hier.

Ein bedeutender Faktor für die Ausweitung des juristischen Verlagsprogramms bei C.H.BECK war die Gründung des Deutschen Reiches im Jahre 1871, in deren Folge kurz vor der Jahrhundertwende einige wichtige, erstmals für ganz Deutschland geltende Gesetze entstanden, so die Zivilprozessordnung von 1876, das Bürgerliche Gesetzbuch von 1896 und das Handelsgesetzbuch von 1897. Schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden mit den Gesetzessammlungen Sartorius (ab 1903), Schönfelder (ab 1931), mit dem BGB-Kommentar Palandt (Erstauflage 1938) und mit der Neuen Juristischen Wochenschrift (ab 1947) mehrere Standardwerke gegründet, die bis heute prägend für das Erscheinungsbild des Verlages in der Öffentlichkeit sind. Auch im Bereich der elektronischen Medien startete der Verlag sehr frühzeitig und veröffentlichte bereits 1989 eine erste juristische Datenbank auf CD-ROM.

Mittlerweile pflegt C.H.BECK auf juristischem Gebiet alle denkbaren Publikationsformen, sowohl große mehrbändige Werke für Spezialisten als auch preiswerte Broschuren für ein breites Publikum, fortlaufend aktualisierte Loseblattwerke ebenso wie Lehrbücher und Zeitschriften, DVDs und Apps sowie seit dem Jahre 2001 eine umfassende Online-Datenbank unter dem Namen beck-online. Dabei war und ist es Politik des Verlages, den Bedarf an juristischer Literatur auf allen Gebieten des Rechts, einschließlich des Steuerrechts, möglichst breit und lückenlos abzudecken, wobei immer ein Schwerpunkt auf Werke für die juristische Berufspraxis, besonders auf Kommentare und Handbücher, gelegt wurde.

Der Verlag ist Mitgesellschafter im Deutschen Taschenbuchverlag (dtv), wo unter anderem die Beck´schen Gesetzestexte in preisgünstigen Taschenbuchausgaben erscheinen, und hält über die Gruppe Schweitzer Fachinformationen Beteiligungen an Fachbuchhandlungen in mehr als 20 Städten Deutschlands. Darüber hinaus ist C.H.BECK an einigen juristischen Fachverlagen und Seminaranbietern mehrheitlich beteiligt. Bereits 1970 hatte der Verlag durch die Übernahme des Verlags Franz Vahlen sein Angebot im wirtschaftswissenschaftlichen und auch im juristischen Programmsegment bedeutend erweitert. Seit dem Jahre 1999 zählt auch die Nomos Verlagsgesellschaft mit Sitz in Baden-Baden und seit dem Jahre 2004 der Kommunal- und Schul-Verlag mit Sitz in Wiesbaden zu der beständig wachsenden Firmengruppe.

Die alt-ehrwürdige Buchhandlung „Schweitzer Sortiment“ am Lenbachplatz in München gehört auch dem Beck-Verlag

Im Ausland wurden 1993 die Verlage C.H.BECK Warschau und C.H.BECK Prag gegründet, die heute vor Ort zu den jeweils führenden juristischen Verlagen zählen. Einige Jahre später wurden Mehrheitsbeteiligungen an dem schweizerischen Verlag Helbing & Lichtenhahn in Basel und an einem rumänischen Verlag – heute C.H.BECK Bukarest – erworben. Seit 2011 besteht eine weitere Niederlassung in Bratislava. Die vielfältigen internationalen Aktivitäten werden abgerundet durch die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Law Publications in Europe (LPE) und durch zahlreiche Co-Publikationen mit juristischen Fachverlagen weltweit.(Selbstdarstellung)

Nun ja, und zum 250. Firmenjubiläum veröffentlichte man diese „Kleine Chronik des Verlags C. H. Beck, 1763 – 2013“ (65 Seiten) und beim durchblättern wurde mir bewußt, dass ich täglich (und zwar mehrfach) diverse juristische Kommentare dieses Verlages zu Rate ziehe …

Hier ein paar Beispielseitn und dann wie immer … an zur Präsentation:

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Und natürlich ist auch das „schöngeistige“ Buch eine Ware … und es geht um Profit und Gewinnmaximierung und da kommt ein aufmüpfiger Betreibsrat sehr ungelegen. Wie mir scheint, ist die Verlagsgruppe C.H. Beck als Arbeitgeber recht knackig. Jedenfalls hatte damals die Gewerkschaft ver.di einen eigenen blog für dieses Unternehmen eingerichtet … und das heißt schon was (chbeck-verdi.blogspot.de)

Betriebsrat

ZDF – 50 Jahre Das Aktuelle Sportstudio (2013)

TitelKein Fußball- und Sportfreund kam an dieser Sendung vorbei … Das Aktuelle Sportstudio setzte da an, wo die ARD-Sportschau aufhören musste: Bei den vertieften Betrachtungen und Analysen zum Sportgeschehen am Samstag … :

„das aktuelle sportstudio“ ist eine wöchentliche Sportsendung des ZDF am Samstagabend. Wiederholt wird die Sendung in der Nacht von Samstag auf Sonntag beim Partnersender 3sat. Sie wurde erstmals am 14. August 1963 ausgestrahlt. Von 1999 bis 2005 trug die Sendung den Namen ZDF SPORTstudio.

Da das ZDF im Jahre 1963 mit bescheidenen Mitteln seinen Sendebetrieb aufnehmen musste, versuchte man die Publikumsrenner besonders zu forcieren, worunter insbesondere der Sport fiel. So begann man mit einer ungewöhnlich großen Sport-Redaktion von 42 Mitarbeitern, der es tatsächlich gelang, die ARD eine ganze Zeit lang bei der Sehbeteiligung zu überbieten. Dieses Vorhaben begünstigte die gerade neu eingeführte Fußball-Bundesliga, welche den Fußball mit ihrem Punktesystem wesentlich attraktiver gestaltete. Dazu schuf man eine maßgeschneiderte Sendung.

Für das der Sendung zu Grunde liegende Paket an Bundesliga-Übertragungsrechten zahlt das ZDF laut Verhandlungskreisen für die vier Spielzeiten 2013/14 bis 2016/17 zwischen 88 und 92 Millionen Euro. Der Sender macht zur Höhe der Ausgaben keine Angaben. Laut ZDF kosten die 46 bis 48 durchschnittlich 75-minütigen Sendungen pro Jahr im Schnitt rund 150.000 Euro pro Ausgabe.

Die erste Sendung des aktuellen sportstudios wurde am 24. August 1963 ausgestrahlt, dem ersten Spieltag der Fußballbundesliga. Zwar ging es – insbesondere in der spielfreien Zeit – auch um andere Sportarten, einen Großteil des Programms nahm aber stets der Fußball ein. Damit begann gewöhnlich auch die Sendung, lediglich Harry Valérien begann mitunter mit einer Randsportart.

RainerGünzler

Der erste Moderator: Rainer Günzler (1963 – 1969)

Die – immer noch aktuelle – Titelmusik „Up to date“ wurde von Thomas Reich komponiert und mit der Big Band von Max Greger eingespielt. Ursprünglich begann die Sendung immer mit einer Bahnhofsuhr, um die Aktualität zu unterstreichen, dann folgte eine von Hand gedrehte Litfaßsäule, auf der die Themen der Sendung plakatiert waren. Inzwischen ist man zu einer modernisierten Bahnhofsuhr zurückgekehrt. Das Live-Publikum applaudiert dem Moderator beim Antritt.In der Anfangszeit entstand die Sendung noch während ihrer Ausstrahlung. Weil das ZDF überhaupt keine Einspielstationen besaß, mussten sämtliche 16-mm-Filme von den Stadien nach Eschborn bei Frankfurt gebracht, dort entwickelt und geschnitten werden. Der Reporter musste ebenfalls nach Eschborn eilen, da er nur dort den Live-Kommentar sprechen konnte. Dabei handelte man stets nach dem Grundsatz: Lieber eine interessante Panne als eine langweilige Sendung. Dem Publikum führte man dieses Vorgehen stets vor Augen, damit es mitzittern konnte.

Torwand

Moderator Karl Senne, 1986, fotografiert durch die Torwand

Ein Markenzeichen des aktuellen sportstudios ist die Torwand, die auf eine Anregung des Moderators Werner Schneider zurückgeht und seit 1964 im Einsatz ist. Erfunden wurde die Torwand von Heinrich Klein. Anfänglich befanden sich die beiden Löcher links unten und rechts oben, ferner besaßen sie nur einen Durchmesser von 50 cm (einige Quellen sprechen von 49 cm). Seit 1966 existiert die auch heute noch bekannte Version der Torwand (B: 2,70 m, H: 1,83 m, Löcher links oben und rechts unten mit einem Durchmesser von 55 cm). Zwar hatte man in den 1970er Jahren versucht, sie aus dem Programm zu nehmen, Zuschauerproteste führten aber zur schnellen Wiedereinführung. Bisher konnte noch kein Studiogast mit den je drei Versuchen pro Loch sechs Treffer erzielen. Selbst fünf Treffer sind ausgesprochen selten.

 

HansJoachimFriedrichs

Hans-Joachim Friedrichs

Mit bisher (Stand: 24. August 2013) 56 Besuchen führt Franz Beckenbauer die Gästeliste an. Den zweiten Platz teilen sich Rudi Völler und Otto Rehhagel mit je 35 Besuchen. Danach folgen Felix Magath (34) und Erich Ribbeck (30).Günter Netzer erzielte am 18. Mai 1974 erstmals fünf Treffer. Dies gelang später zudem Rudi Völler, Günter Hermann, Reinhard Saftig, Matthias Becker, Rolf Fringer, Frank Pagelsdorf und Frank Rost.
Franz Beckenbauer gelangen bisher maximal vier Treffer. Vier Treffer konnten – neben anderen – auch der Comedian Mike Krüger, die Fußballspielerin Aylin Yaren, Formel-1-Rennfahrer Lewis Hamilton, Oliver Bierhoff, Jérôme Boateng, Michael Ballack, René Adler, Christian Träsch und Hans-Joachim Watzke erzielen.
Am 19. August 2006, übertragen aus dem Aachener Reitstadion anlässlich der Reit-WM, erzielte Ludger Beerbaum mit Reitstiefeln zwei Treffer.
Franz Beckenbauer ist es wiederum gelungen, den Ball von einem Weißbierglas in das untere Loch der Torwand zu schießen.
Die Fußball-Weltmeisterin Fatmire Bajramaj erzielte am 6. Oktober 2007 zwei Treffer in das untere Loch in Pumps mit 7-Zentimeter-Absätzen.
Der Handball-Nationalspieler Florian Kehrmann schoss einem Mann die Brille vom Kopf, weil der harte Schuss von der Kante des Torwandkasten abprallte.
Michael Rensing vom 1. FC Köln schoss am Karsamstag 2012 siebenmal auf die Torwand, weil ihm der sechste Schuss missglückt war. Moderator Sven Voss kommentierte das Vorgehen Rensings mit den Worten „Was ist denn jetzt los?“ Zuvor hatte schon mal Hans Jörg Criens in den 1980er Jahren siebenmal auf die Torwand geschossen, weil er zunächst irrtümlicherweise viermal aufs untere Loch schoss, woraufhin Moderator Karl Senne noch drei Schüsse auf das obere Loch gelten ließ.
DieAnfänge1975 traf der Eishockeyspieler Lorenz Funk senior tatsächlich sechsmal bei sechs Versuchen an der ZDF-Torwand. Dies geschah allerdings nicht während des Aktuellen Sportstudios, sondern im Rahmen einer Veranstaltung des ZDF bei der Internationalen Funkausstellung. Daraufhin wurde Funk ins Aktuelle Sportstudio eingeladen, wo er allerdings keinen seiner sechs Versuche verwandelte.
Am 1. April 1967 erzielte der ZDF-Chauffeur Arno Butterweck scheinbar in der Sendung sechs Treffer bei sechs Versuchen. Dem Datum entsprechend war dieses Ergebnis jedoch eine Fälschung des ZDF.

Der ursprüngliche Sendetitel Das aktuelle Sport-Studio wurde am 4. Dezember 1999 in ZDF SPORTstudio geändert und der Sendeplatz wurde 2004 dauerhaft auf 23 Uhr verlegt. Der Grund dafür: Bislang hatte man stets live gesendet, was mit dem Wort „aktuell“ im Titel zum Ausdruck kam. Nunmehr handelte es sich nur noch um eine aus Kostengründen zuvor aufgezeichnete Sendung. Ab dem 6. August 2005 wurde die Sendung in der Regel live und unter dem Namen das aktuelle sportstudio auf dem alten Sendeplatz um 22 Uhr ausgestrahlt. Bei Sendebeginn nach 22 Uhr wurde das aktuelle Sportstudio in Ausnahmefällen zeitversetzt gesendet. Seit 11. September 2010 wird das Sportstudio in der Regel samstags ab etwa 22 Uhr live on tape aufgezeichnet und ab 23 Uhr gesendet.

JohnnyWeissmüller

Dieter Kürten muss im „Aktuellen Sportstudio“ zusehen, wie Schimpanse Sheeka in der Live-Sendung der Ehefrau von Film- und Sportlegende Johnny Weissmüller die Perücke vom Kopf reißt.

Während der Live-Sendungen kam es auch immer wieder zu besonderen Vorkommnissen. So riss in einer Sendung ein Schimpanse der Frau des ehemaligen Schwimm-Olympiasiegers und Tarzan-Darstellers Johnny Weissmüller die Perücke vom Kopf. In die Geschichte ging auch das Interview mit dem Boxer Norbert Grupe ein, der bei den Fragen von Rainer Günzler beharrlich schwieg, sich am Ende aber freundlich für das Interesse am Boxsport bedankte.

PrinzVonHomburg

Der protokollarisch höchstrangige Studiogast war am 13. Juli 1985 der damals amtierende Bundespräsident Richard von Weizsäcker.

Wichtige Moderatoren waren u.a.

Günther Jauch
Johannes B. Kerner
Dieter Kürten
Harry Valerien‘
Wim Thoelke

Einige Moderatoren waren selber zuvor Leistungssportler, beispielsweise Eiskunstläufer (Rudi Cerne), Fußballer (Michael Steinbrecher) oder Leichtathleten (Wolf-Dieter Poschmann und Bernd Heller).

ZeitungsartikelCarmenThomas1

Dieser Artikel wurde bereits mehrere Tage vor dem Auftritt von Carmen Thomas verfasst … Bild-Zeitung halt …

Mit Carmen Thomas moderierte am 3. Februar 1973 erstmals eine Frau eine deutsche Sportsendung. Damit sind zwei weitere Ereignisse der deutschen Fernsehgeschichte verbunden: In ihrer zweiten Sendung konnte sie schon zu Beginn der Sendung die Ausgabe der Bild am Sonntag des folgenden Tages zeigen und daraus die Kritik zu ihrer Sendung vorlesen. Wesentlich bekannter machte sie aber am 21. Juli 1973 der Versprecher „Schalke 05“, auf den sie selbst heute noch nahezu wöchentlich angesprochen wird. Über dreißig Jahre später, beim Heimspiel am 28. August 2004 gegen den FC Hansa Rostock, entschuldigte sie sich in der Arena für ihren Lapsus offiziell bei allen anwesenden Schalker Fans. (Quelle: wikipedia)

Und das ZDF spendierte zum 50jährigen Jubiläum nicht nur eine entsprechende Sendung, sondern auch ein kleines Presseheft (30 Seiten; großes Manko: keinerlei ernsthaften graphischen Elemente = Bleiwüste); beide Medien sind die Grundlage für diese Präsentation.

Auch wenn ich heute diese Sendung nicht mehr als Pflichttermin definieren … zurück bleiben unendlich viele spannend, rührende und bewegende Erinnerungen … deshalb auch diese Präsentation.

GüntherJauch.jpg

Günther Jauch

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KürtenValerien

Meine Lieblingsmoderatoren:
Dieter Kürten + Harry Valerien

Meine Wege kreuzten sich einmal mit Harry Valerien: Ich traf ihn zufällig beim pinkeln in der Toilette eines kleines Kinos bei Wolfratshausen … immerhin !

Ingrid Steeger – Und find es wunderbar – Mein Leben (2013)

TitelIrgendwie habe ich es nicht übers Herz gebracht, dieses eher alberne Album „Ingrid Steeger singt Klimbim“ so allein und isoliert hier im blog stehen zu lassen. Denn: man würde – so meine Sicht – der Person Ingrid Steeger damit nicht gerecht werden.

Ursprünglich dachte ich mir: „Wer sich derart als Sexsymbol vermarktet und verkauft, braucht sich nicht zu wundern, wenn man dann auch entsprechend eingeordnet und beäugt wird“.

Doch ganz so einfach ist es halt doch nicht. Denn liest man diese doch ziemlich ungeschminkte Autobiographie, dann werden einem schon Zusammenhänge klar.

Da ist eine Kindheit, die von Entbehrungen und Misshandlungen geprägt ist, dann die junge Frau, die wohl die Erfahrung gemacht hat, dass ihr Körper so ne Art Eintrittskarte für ein besseres, möglichweise auch luxuriöses Leben ist … Da sind dann auch Vergewaltigungen als Ausdruck männlicher Macht und als Ausdruck männlicher Verachtung für das weibliche Geschlecht.

Und eine feministische Buchhandlung schreibt dann folgendes über dieses Buch:

Ingrid Steeger, die legendäre Ulknudel aus Klimbim erzählt offen und ehrlich aus ihrem Leben. Als Sexsternchen begann sie ihre Karriere, feierte bald mit der Klamauk-Show Klimbim Erfolge und war damit Vorbild für ein ganzes Genre. Sie war die Muse von legendären Showgrößen wie Michael Pfleghar, Dieter Wedel und Harald Leipnitz.

Ingrid Steeger hat viele der großen deutschen Stars vergangener Zeiten erlebt: Curd Jürgens, Günter Netzer, Horst Frank, Mario Adorf, Iris Berben, Peter Fricke, Klaus Dahlen, Elisabeth Volkmann, Horst Janson, Drafi Deutscher, Michael Holm und viele andere mehr. Erst wurde sie »Miss Filmfestival« in Berlin, später bekam wie Preise wie den Bambi, die Goldenen Kamera und den Grimmepreis.

Beispiel01

Am Wannsee, 1949

Was Ingrid Steeger in ihrer Autobiografie erstmals zulassen wird, ist ein Blick in ihr Innerstes. Denn ihr Leben ist neben dem Glamour geprägt vom Erdulden vieler Übergriffe und der Erfahrung von Vergewaltigungen. Wie sie trotzdem eine starke Frau wurde, die jetzt ihren Weg geht, davon erzählt dieses Buch. Es schildert neben faszinierenden Einblicken in ein Stück deutsche Showgeschichte die Suche nach Selbstbestimmung und erzählt, wie es Ingrid Steeger gelang, ihren Weg zu finden und neuen Mut zu fassen. Sie drehte mit Oswald Kolle Sexfilmchen, erduldete die Eitelkeiten und Exzesse von Harald Juhnke und ging mit dem Großwildjäger Michael Koeneke nach Kenia. Sie beobachtete Dieter Wedel beim Schreiben und Drehen, machte mit Günter Netzer Urlaub und spielte mit dem exzentrischen Peter Fricke Theater.

Wenn man dieses Buch so liest, wird einem schon klar, warum es wohl notwendig war, dass eine Alice Schwarzer just in der Zeit, als Ingrid Steeger einen Erfolg nach dem anderen feierte, die Bühne betrat.

Und, auch das ist mal klar: Dieser Michael Pfleghar war ein ausgesprochenes Arschloch ! Und … der Dieter Wedel … nun ja … auch kein Ruhmesblatt, wie es scheint.

Und: das Buch ist eigentlich viel mehr als eine Autobiographie: es ist zugleich auch eine Art Geschichte der deutschen Unterhaltungsindustrie der letzten Jahrzehnte … Absolut empfehlenswert !

Und hier ein paar Fotos aus dem Buch:

Beispiel02

Mit den Kessler Zwillingen

Beispiel03

In Kenia, 1977

Beispiel04

Mit Dieter Wedel, 1980

Beispiel05

Mit Mario Adorf

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Beispiel06

Sabine Ferenschild – Am Anfang war es schwer – Migrantinnen erzählen aus ihrem Leben (2013)

Titel„Die im dunklen sieht man nicht“ … jene berühmte Brecht-Zeile ist ja nicht nur allseits bekannt, sondern auch weiterhin gültig, gerade in dieser Zeit. Von daher schadet es ganz sicher nicht, sich immer wieder mal mit den Realitäten jener Menschen zu beschäftigen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Das hilft auch, eigene Themen ein wenig zu relativieren, wobei ich damit keinesfalls eine unkritische Haltung gegenüber der eigenen Biographie noch gegenüber den z.T. skandalösen Zuständen in unserem Land das Wort reden möchte.

Und deshalb lege ich allen diese Broschüre ans Herz:

In der neu erschienenen Studie “´Am Anfang war es schwer.´ Migrantinnen erzählen aus ihrem Leben” richtet SÜDWIND den Blick auf das Leben und die Erfahrungen von Migrantinnen in den letzten zwei Jahrzehnten in Deutschland. Es berichten 20 Frauen aus Nicht-EU-Staaten von ihrer Migrationserfahrung, aber auch von ihrem Leben im Herkunftsland und den Beweggründen für ihren Aufbruch.

 “Am Anfang war es schwer.” So lautete eine häufig formulierte Aussage der Frauen aus Afrika, Amerika, Asien und Europa, die sich vornehmlich auf das Ankommen in Deutschland bezog. Eine zum Teil fremde Sprache und weitere Herausforderungen, wie der Einstieg in die Arbeitswelt und kulturelle Unterschiede, prägten die Anfangszeit der Frauen in Deutschland.

Die Studie präsentiert die Geschichten der Migrantinnen in Porträtform. Die Porträts zeigen, dass eine Entscheidung zur Migration oft über viele Jahre reift, bis in Kindheitserfahrungen zurückreichen kann und in der Regel vielfältige Ursachen hat. Die Problematik zurückgelassener Kinder, die Schwierigkeiten, in Deutschland den Aufenthaltsstatus zu sichern, die andauernde Frage “Wo ist meine Heimat?” und die große Verantwortung für die Zukunft der Kinder sind weitere Aspekte, die aus den Porträts aufscheinen.

Dr. Sabine Ferenschild

Dr. Sabine Ferenschild

“Die persönlichen Erzählungen der Frauen sind zwar nicht repräsentativ, doch stellen die geschilderten Lebenswege gängige Kategorien und Annahmen zu Migration und Entwicklung, Zuwanderung sowie Integration in Frage”, so die Autorin der Studie, Dr. Sabine Ferenschild. “Ein erleichterter Zugang zum Arbeitsmarkt und vor allem die Anerkennung von Abschlüssen von MigrantInnen, stellen ein hohes nicht genutztes Potenzial dar. Beides würde gleichzeitig die Wertschätzung und Anerkennung der zugewanderten Menschen erhöhen.”

Ein Serviceteil mit Kontaktdaten von Organisationen und Netzwerken von und mit MigrantInnen in Deutschland, die sich in unterschiedlichen Bereichen, wie Beratung, Bildung, Arbeitsrechten, Frauen und Gesundheit engagieren, rundet die Studie ab. So bietet die Publikation die Möglichkeit sich weiter über die in der Studie angesprochenen Themen zu informieren, AnsprechpartnerInnen zu finden oder einfach Orte zu entdecken, an denen man sich austauschen kann.

„Eine Studie wie die hier vorliegende hilft Lesenden, den Gesichtern aus den Nachrichten eine Hintergrundgeschichte zu geben. Es sind nur 20 Geschichten, verschwindend wenig, betrachtet man die Zahlen der Migrantinnen und Migranten, die nach Deutschland kamen und kommen. Jedoch kann man sich beispielhaft in Situationen versetzen – lässt man sich darauf ein – die vielleicht ein leises Gefühl dafür entwickeln lassen, warum und wie Migrantinnen ihre Heimat verlassen um in Deutschland ein anderes, vielleicht besseres Leben führen zu können.“ (Juliana Hilf)

Und es kann darüber hinaus nicht schaden, sich auch mit dieser engagiertem Südwind Stiftung für Ökomonie und Ökumene, Siegburg zu beschäftigen …

Und wie immer hier ein paar Beispiele aus der Broschüre (64 Seiten):

 

Beispiel03

 

Beispiel01
Beispiel02
Beispiel04
Beispiel07
Beispiel05
Beispiel08
Beispiel06
Beispiel09
Beispiel10

 

Und hier geht´s zur Präsentation:

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Beispiel11

Frank Gala – Das Leben ist ´ne Session (2013)

TitelEinen ungewöhnlich ungeschminkten Einblick in die Musikszene der DDR bietet Frank Gahler in seinem e-book. Frank Gahler war der u.a. der Frontman von der großartigen Bluesformation Monokel … und er hat wirklich viel zu erzählen …

Frank Gahler, der von allen, wahrscheinlich der Berliner Maulfäule wegen, seit frühester Kindheit immer nur GALA genannt wird, stand genau genommen schon mit 5 Jahren auf den Brettern, die seine Welt werden sollten. Immer hat unser Singezahn im Chor gesunden und mit 8 sogar – auf Anraten umnebelter Musikpädagogen- Geige zu lernen angefangen – GEIGE! Na das Ding flog sehr schnell in die Ecke!
Dann kam die Gitarre – jaaa, dis war schon besser. Crosby, Stills, Nash and Young, irische Folklore (!), Folkrock, Lindenberg, Pink Floyd und vor allem Led Zeppelin bildeten den Soundtrack für all die Bilder, die im Kopf eines aufmüpfigen Jungmenschen herumschwirren. Eines Tages klaute er seinem Freund Peter eine Hohner Blues Harp – naja, und als er anfing dieses kleine Instrument zu beherrschen ließ ihn der Blues nicht mehr los.
1976 gründete er mit Freunden MONOKEL. Diese Band sollte nun nach sehr kurzer Zeit zu einem derartigen Underground Publikumsmagneten werden, dass auf der einen Seite die Staatsmacht Angst demonstrierte und auf der anderen Seite der Grundstein zu einem legendären Ruf gelegt wurde. Völkerwanderungsähnliche Zustände begleiteten diese Band und MONOKEL Veranstaltungen gerieten zu schwer kontrollierbaren Happenings größten Ausmaßes.
GALA nahm 1982 das Angebot von Georgi Gogow und Gisbert Piatkowski (City) an, um ne gemeinsame Band zu gründen – „NO 55“. Feine Sache das! Tourneen durch ganz Europa (Ost und West), TV Präsenz dass sich die Balken bogen und mehrere Plattenproduktionen vermittelten den Eindruck größten Erfolgs. In dieser Zeit entwickelte GALA ein unnachahmliches Gespür für Kompositionen und Texte, dass ihm das Leben nicht immer leichtmacht. Leider gab es zwischen GALA und dem Bandmanagement zu viele politisch unterschiedliche Auffassungen, so dass es eines Tages knallte und Gala ausstieg.
In dieser Größenordnung kann man allerdings nicht einfach aussteigen. Man sollte einen anderen Beruf ergreifen oder das Land verlassen. Zur Umschulung hatte GALA keine Lust. Umsiedlung nach Westberlin! Zum Glück zerbröselte kurz danach die Mauer, der Grund fürs Fortgehen war dahin, GALA ging wieder in den Osten. Nachdem nun zwischenzeitlich ein Soloprojekt mit der Stuttgarter Firma Intercort um den Produzenten Mick Jackson eher mäßigen Erfolg zeigte, stieß Gala wieder zu MONOKEL. „Wir saufen wieder zusammen, also könn wa ooch wieder zusammen musizieren.“

Frank Gala, Warschau 1980

Frank Gala, Warschau 1980

Und so kündigte Frank Gahlker sein Buch auf seiner facebook Seite selber an:

„Liebe Facebookgemeinde, liebe Freunde… Nun ist es endlich soweit – nachdem mein Buch trotz vollmundiger Ankündigung bei BUSCHFUNK im Verlagseigenen Katalog (mit Bestellnummer, feiner Kurzbeschreibung und Preis) vom Verleger aus Angst vor dem Inhalt schier in letzter Minute schnell zurückgezogen wurde, haben wir es jetzt doch geschafft das Machwerk als e-book zu veröffentlichen.

Im Augenblick ist „DAS LEBEN IST `NE SESSION“ zu erhalten unter: Das Leben ist ´ne Session – Frank Gahler – epubli zu erhalten. Auf vorwiegend schwachsinnige Weise beschreibt GALA sein Leben bei MONOKEL und NO55 – ein Leben zwischen Selbstdisziplin und Orgie, zwischen Arroganz und Selbstzweifel – ein Leben eben, das genau genommen in die Hände fähiger Psychiater gehört. Weitersagen und vieeeel Spaß!“

Sein Erzählstil ist ziemlich schnoddrig, und seine Zeilen  lesen sich auch deshalb sehr authentisch … und das allseits beliebte Motto „Sex, Drugs & Rock N Roll“ ist auch hier förmlich zu greifen, wobei das Wörtchen Drugs natürlich mit Alkohol zu übersetzen ist. Was die Musiker um „Gala“ gesoffen haben … ist unglaublich …

Hier ein Auszug aus dem Buch, der sehr typisch für den Stil seiner Schreibe ist:

„Eine relativ kurze Zeit probierten wir eine Besetzung mit Piano. Leider funktioniert das Ganze nur mit einem Pianisten! In diesem Fall handelte es sich um Ludwig Endesfelder. Er selbst hielt sich für den begabten Bruder von Thelonius Monk und somit selbstverständlich auch für unersetzbar und sah mit seinem störrischen roten Haar und seinem wilden, ebenso roten Bart eher wie ein germanischer Krieger auf der Suche nach versprengten römischen Legionären aus. Von Rhythm & Blues hatte der olle Krieger soviel Ahnung wie `ne Kuh von Stabhochsprung und die Mitgliedervollversammlung seines persönlichen Fanclubs konnte mühelos in einer Telefonzelle abgehalten werden. Dass er schlecht Cello spielte, riss den Karren auch nicht mehr aus’m Dreck.
Es war also nur `ne Frage der Zeit – kurzer Zeit – dass Ludwig Endesfelder die Band unter unwürdigstem Gezeter, und der Erkenntnis, dass die Friedhöfe voll sind von unersetzbaren Menschen, verlassen musste. Ich denke mal, die Erfahrung mit DIESEM anstrengenden Zeitgenossen als Pianisten hat bei uns einen derart starken Eindruck hinterlassen, dass wir noch sehr, sehr lange auf Piano, Keyboards und vor allem auf die großen Künstler, die diese Instrumente bedienen, verzichtet haben.“

Das Buch bietet intensive Einblicke in den Alltag einer DDR-Band: staatlicher Regulierungswahn und persönliche Reifungsprozesse … geben sich hier Seite um Seite die Hand.

Und um es kurz zu machen: wer sich für die Entwicklung deutscher Musik in der DDR interessiert, kommt an diesem Buch schlicht und ergreifend nicht vorbei …

Und wie üblich bei Druckerzeugnissen, die ich hier präsentiere, ein paar optische Anreize, bevors dann zur Präsentation geht:

Beispiel01

Beispiel02

 

Beispiel03

 

Beispiel05

Beispiel06

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Beispiel08

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Stefan Parrisius – In memoriam Chris Howland, Sänger und Schauspieler (Radiomitschnitt) (2013)

ChrisHowlandIm Dezember 2013 ist ja das Unikum Chris Howland verstorben. Anlässlich dieses Todes wiederholte der Bayrische Rundfunk auf seinem Kanal Bayern 2 ein ausführliches Gespräch mit ihm. Es er wurde ein Ein Rückblick auf 60 Jahre Showbusiness …

Er war der erste britische Gastarbeiter im Nachkriegsdeutschland: Chris Howland: Radiostar, Sänger, Schauspieler, Fernsehmoderator mit dem ganz typisch englisch-trockenen Humor. Er starb in der Nacht zum 1. Dezember 2013. Aus diesem Anlass wiederholt Bayern 2 den Talk aus dem Jahr 2009 mit der Moderatorenlegende.

Unzählige Radiohörer kannten ihn als legendären Discjockey Heinrich Pumpernickel.

In den 50er und 60er Jahren unterhielt er sie mit Musik, aber auch mit seinem radebrechenden Deutsch, was zu einer Art Markenzeichen von Chris Howland wurde.

Hinzu kamen die Fernsehsendungen „Musik aus Studio B“ und das legendäre „Vorsicht Kamera“, mit kleinen Filmen, wo zum Beispiel ein umgebauter Kleinwagen an einer Tankstelle vorfuhr und mehr Benzin tankte, als in einen Lastwagen gepasst hätte.
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Auch als Schauspieler war Chris Howland erfolgreich, so wurde er zum Beispiel für fünf Karl-May-Filme engagiert und spielte unter anderem den Butler Archie in „Der Schut“. Darüber hinaus hatte er mit Titeln wie „Das hab‘ ich in Paris gelernt“ und „Fräulein“ auch Erfolg als Schlagersänger.
In „Eins zu Eins. Der Talk“ mit Gastgeber Stefan Parrisius blickte Chris Howland im September 2009 zurück auf 60 Jahre Leben in der Welt der Medien, im Showbusiness.

Aber er erzählte auch aus dem Blickwinkel des jungen Mannes, der als britischer Soldat 1946 ins zerstörte Hamburg kam.

Ein wirklich interessantes Tondukument und zugleich auch ein wenig Werbung für das Medium Radio ! Und als kleine musikalische Erinnerung habe ich den ersten Chris Howland Hit „Fräulein“ beigelegt … Und ich verrate kein Geheimnis, wenn ich ankündige, dass von diesem ganz besonderem Entertainer hier noch mehr zu hören sein wird.

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Stefan Parrisius & Chris Howland

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Fräulein