Playmobil Katalog 2014

Titel.jpgGelegentlich gestatte ich es mir, ein wenig albern zu werden .. und dann erfreue ich mich z.B. an alten Spielzeug-Katalogen, so wie diesem von Playmobil aus dem Jahr 2014:

Playmobil ist ein System-Spielzeug und eine Marke der deutschen geobra Brandstätter Stiftung & Co. KG (oder einfach Brandstätter-Gruppe) mit Sitz in Zirndorf bei Nürnberg. Hauptelement ist eine 7,5 cm große Spielfigur aus Kunststoff. Daneben gibt es seit 1981 auch 5,5 cm große Figuren, die Kinder darstellen sollen. Hände, Arme, Beine und der Kopf lassen sich bewegen. An die Hände können verschiedene Teile, wie Werkzeuge oder Waffen, angesteckt werden. Pro Jahr werden 100 Millionen Figuren hergestellt. Der Bundesgerichtshof bescheinigte den 7,5 cm großen Playmobil-Figuren, dass sie auf den Betrachter bzw. den Spieler die „Wirkung von einem Kind, nett und noch unsicher auf den Beinen“ entfalten, obwohl sie Erwachsene darstellen.

Die Markteinführung erfolgte 1974 mit den ersten Figuren Ritter, Indianer und Bauarbeiter. Erfinder von Playmobil ist der Mustermacher und damalige Chefentwickler

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Der erste Playmobil-Katalog aus dem Jahr 1974

Hans Beck, der die Idee eines neuen Spielsystems auf Wunsch von Firmeneigentümer Horst Brandstätter realisierte. Der Markenname „Playmobil“ geht ebenfalls auf Hans Beck und Horst Brandstätter zurück. Der charakteristische blaue Schriftzug wurde von dem Künstler und Grafikdesigner Rainer Willingstorfer entworfen. Neben Playmobil gehört seit 2000 auch die Marke Lechuza zur Brandstätter-Gruppe.

Das Unternehmen Geobra Brandstätter stellte das neu entwickelte Spielzeug erstmals 1974 auf der Nürnberger Spielwarenmesse vor. Den ersten Themen Baustelle, Wilder Westen und Ritterzeit folgten bis heute rund 40 verschiedene Themen mit umfangreichem Zubehör. 1976 kamen weibliche Figuren dazu, Kinder- und Babyfiguren wurden erstmals 1981 bzw. 1983 verkauft. Die Figuren wurden im Laufe der Jahre nur leicht modifiziert – so kamen bewegliche Hände und verschiedene „Haartrachten“ hinzu –, blieben aber immer an den ursprünglichen, in ihrer Reduziertheit unverkennbaren Formen ausgerichtet. Ab 1976 fertigte die griechische Firma Lyra das Playmobilsortiment in Lizenz von Geobra Brandstätter für den dortigen Markt und entwickelte auch eigene Produkte zu dem System. Das Unternehmen exportierte wohl auch in den Nahen Osten, 1986 wurde die Produktion jedoch eingestellt. Ab 1982 fertigte die Firma Schaper die Produkte in Lizenz in den USA.

Nur wenige Jahre nach der Markteinführung von Playmobil wurde das Unternehmen Geobra Brandstätter der umsatzstärkste deutsche Spielwarenhersteller und rangiert seitdem an der Spitze. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 4400 Mitarbeiter.

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Die ersten Playmobil Figuren aus dem Jahr 1974

Playmobil-Figuren und -Gegenstände der Marke Playmobil sind industriell hergestellte Massenware der Gattung Aufstellfiguren und von ihrer Funktion her Nachfolger von Kinderspielzeug nach Art von Zinnsoldaten. Die sogenannten „Klickies“ sind technische Artefakte, die in großen Serien mit Spritzgussmaschinen aus einem Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat (ABS) hergestellt werden. Menschen darstellende Playmobil-Figuren werden in Malta produziert. Sie bestehen aus einem Kopf, einer Perücke, zwei Armen sowie einem Rumpf mit Innenteil und Beinpaar. Werden sie in der richtigen Reihenfolge zusammengesetzt, genügt ein kräftiger Druck auf den Schädel, und alles klickt fest zusammen.

HorstBrandstatter + Hans Beck

Horst Brandstätter und Hans Beck, 1975

In einem Urteil vom 28. Oktober 1994 stellte das Landgericht Nürnberg-Fürth fest, dass Playmobil-Figuren als „Werke der angewandten Kunst“ eine „urheberrechtliche Werksqualität“ besitzen. In ihnen komme „künstlerische Individualität“ zum Ausdruck. Zitat: „Die ‚playmobil‘-Grundfigur ist grade nicht eine naturalistische Darstellung eines Menschen oder Menschentyps. Von der menschlichen Gestalt, ihren Proportionen und ihrem ‚normalen‘ Äußeren wurde in vielfacher Hinsicht abstrahiert und eine Merkmalskombination geschaffen, die in der Natur nicht vorgegeben ist. […] Demnach hat der Schöpfer der ‚playmobil‘-Grundfigur […] in Verwirklichung eigenständiger Vorstellungen eine auf ihre wesentlichen Elemente zurückgenommene, trotzdem aber noch natürlich wirkende menschliche Figur geschaffen. Dem Schöpfer des Klagemodells ist es gelungen, Modelle zu schaffen, die unter teilweiser Verwendung technisch bedingter und/oder bereits bekannter Kombinationselemente einen ästhetischen Gesamteindruck hervorrufen, der im vorbekannten Formenschatz noch nicht vorhanden ist.“

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Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums im Jahr 2014 fand von 1. Dezember 2013 bis 2. November 2014 im Historischen Museum der Pfalz in Speyer die Sonderausstellung 40 Jahre Playmobil – Eine Abenteuerreise durch die Zeit statt. Diese wurde nach ihrem Ende in Speyer wie auch die Vorgängerausstellung an andere Orte weitergegeben. So war sie vom 29. März bis 25. Oktober 2015 im Landesmuseum Festung Ehrenbreitstein Koblenz und vom 21. November 2015 bis 21. Februar 2016 im Braunschweigischen Landesmuseum Vieweg-Haus/Staatliches Naturhistorisches Museum Braunschweig und vom 18. oder 19. März bis 25. September 2016 im Maximilianpark Hamm zu sehen. Die letzte Station der Ausstellung folgt von 15. Oktober 2016 bis 27. August 2017 in Limburgsmuseum Venlo (Niederlande)[12]. Neben dieser Ausstellung fanden zwei weitere Ausstellungen zum 40. Jubiläum statt: Die Welt im Spiel – 40 Jahre Playmobil im Spielzeugmuseum Nürnberg von 19. April bis 19. Oktober 2014 und Happy Birthday! – 40 Jahre Playmobil im Städtisches Museum Zirndorf von 28. Juni 2014 bis 22. Februar 2015. Im September 2014 fand die Aktion 40 Jahre Playmobil – 40.000 Figuren – „Share the smile!“ in ausgewählten Großstädten auf der ganzen Welt statt. Bei einer weiteren Aktion Around the World schickte Playmobil den Mitgliedern von Playmobil Collectors Club eine Playmobil-Figur als Reisenden mit Namen Tim the Traveller in die ganze Welt.

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Am 3. Juni 2015 verstarb der Playmobil-Unternehmensinhaber Horst Brandstätter. Nach seinem Tod ging das Unternehmen in eine Doppelstiftung über: eine gemeinnützige Stiftung und eine Unternehmensstiftung, in der die wichtigsten Mitarbeiter vertreten sind. An der Geschäftspolitik der Firma hat sich seit dem Juni 2015 nichts Wesentliches geändert und seither herrscht auch ein Machtvakuum bzw. Führungsproblem: In der Süddeutsche Zeitung hieß es „Keiner der drei neuen Vorstände darf allein entscheiden, man belauere sich.“[15] Im März 2016 verließ Judith Weingart, eine der Vorsitzenden, die Firma wegen Problemen mit ihren Vorsitzpartnern. (Quelle: wikipedia)

Wem das noch nicht an Basisinformationen reicht, den verweise ich gerne auf den wikipedia-Beitrag, dort finden sich noch diverse Informationen zur Firmengeschichte.

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So z.B. wie sich die Figuren dem jeweiligen Zeitgeist anpassten:

Playmobil-Figuren wurde bereits mehrfach ein pädagogischer Mehrwert bescheinigt.[69] Allerdings wird auch regelmäßig Kritik an bestimmten Szenen oder Figuren in Playmobil-Sets von Kunden oder Pädagogen laut, auf die der Hersteller zumeist auch reagiert:

  • Laut Horst Brandstätter trinken Maurer „heute schon auch noch ihre Flasche Bier“. Trotzdem verschwand der Plastik-Bierkasten aus dem Bauarbeiter-Set, da das Biertrinken während der Arbeit nicht mehr den heutigen Vorstellungen von Arbeitssicherheit entspricht und das Nachspielen der Szene Kinder an die Vorstellung gewöhnt, regelmäßiger Alkoholkonsum, auch während der Arbeit, sei „normal“.
  • Obwohl im Mittelalter oft Tanzbären zur Schau gestellt wurden, wurde ein Tanzbär einem Mittelalter-Satz entnommen, nachdem es Proteste von Tierschützern gegeben hatte.
  • In den USA protestierten Eltern gegen das Set „Sicherheitsschleuse“.
    2015 protestierten Kunden in den USA gegen ein Piratenset, das einen schwarzen Seeräuber mit Sklavenkragen enthielt.

Andererseits wird Playmobil vorgeworfen, dass diejenigen Sets, die die Alltagsrealität abbilden sollen, genau diesem Anspruch nicht gerecht würden. Es gebe unter den Figuren „nicht einen schwer Erziehbaren. Keinen Alkoholiker. Nicht einmal einen nackten Hintern. Das penetrante Lächeln nervt selbst viele Kinder.“

Zur Realität gehöre es auch, dass es früher Piratinnen gegeben habe und heute Bankräuberinnen gebe. Auf diesen Einwand hin schuf Geobra Brandstätter eine weibliche Bankräuberfigur, auch damit Kinder lernen, dass Frauen wie Männer die Fähigkeit besitzen, „gemein und durchtrieben zu sein“, und damit Mädchen, die nicht immer „brav“ sein wollen (und sollen), eine Identifikationsfigur erhalten. Dazu merkt „Spiegel Online“ kritisch an, dass Bankräuberinnen insofern eine vernachlässigbar kleine soziale Gruppe bildeten, als nur fünf Prozent aller Banküberfälle von Frauen verübt werden.

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Nun gut … hier eben mal der Weihnachtskatalog aus dem Jahr 2014 … nicht dabei sind überraschender Weise keine Cowboys, Indianer, Ritter und Piraten.

Klar im Jahr 1974 hat mich so ein Katalog nicht die Bohne interessiert, als Kind hätte ich allerdings leuchtende Augen bekommen … die habe ich dann bei meinen Töchtern und Enkelkindern gesehen …

Und ja … ich weiß, Plastik ist problematisch … und so kommt einer wie ich dann selbst bei so einem vordergründig harmlosem Spielzeug-Katalog ins Grübeln.

Und ja … ich weiß, bei all diesen Figuren und Szenarien (vom Cowboy-Saloon bis hin zu Schlössern in pink) werden Geschlechtsrollen zementiert … und so kommt einer wie ich dann selbst bei so einem vordergründig harmlosem Spielzeug-Katalog ins Grübeln.

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Die Rückseite des Katalogs

Susanne Schüssler + Klaus Wagenbach – Buchstäblich Wagenbach (2014)

TitelDa lacht das Herz eines Archivaren und Chronisten !

„Ein Almanach mit der (Verlags- )Geschichte aus 50 Jahren, vielen Anekdoten, Fotos und Lesestücken aus dem Programm, besonders schön ausgestattet.

Wie überlebt man gute Bücher? Besser als schlechte. Das Beispiel liegt vor Ihnen:

Die Geschichte eines unabhängigen Verlags, dem seit 50 Jahren die stets gleiche wirtschaftsbesserwisserische Frage gestellt wird: Warum gibt es Sie eigentlich noch?
Gegenfrage: Wie viele nach allen Regeln der Kunst geleitete Verlage sind in
der gleichen Zeit in falsche Hände geraten, übernommen oder verkauft worden?
Die Frage nach dem Überleben ist also eine besonders raffinierte Verweigerung von Selbsterkenntnis.
Dieser Almanach ist eine Art kommentiertes Lesebuch über fünf Jahrzehnte und zugleich ein Vademecum fürs Überleben: Als Ermutigung, weder dem eventgejagten Mainstream noch der Verlockung »technischer Vorgaben« zu folgen, sondern dem Radikalen, Neuen, Unerhörten zur Seite zu springen und sich dem Genuss schön gemachter Bücher hinzugeben.“ (aus der Verlagsankündigung)
Liebe zum Widerspruch und zum Nebeneinander – diese Verlagsmaximen von Wagenbach findet Arno Widman in diesem Jubiläumsband zum 50. Geburtstag des Verlags wieder. Das gefällt ihm. Wenn der schmale, mit lauter kleinen Geschichten über und von Autoren, Verlagsmitarbeitern und -freunden gefüllte Band auch den Anschein erwecken mag, für die kleine Form zusändig zu sein, für Widmann steht fest: Dieser Verlag hat es faustdick hinter den Ohren. Die Intimität, die hier beim Blättern entsteht, findet er jedenfalls schön. (Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.03.2014, Quelle: perlentaucher)

Der junge Klaus Wagenbach

Das Wort ‘Urgestein’ wird heute inflationär im Mund herumgeführt. Jeder Halbprominente, der seiner Sache zehn Jahre lang treu geblieben ist, ohne in einen Korruptionsskandal verwickelt worden zu sein, gilt als Urgestein. Wenn Superlative leichtfertig vergeben werden, mit welchem Titel soll man einen Mann ehren, der fünf Jahrzehnte in seiner Branche gegen den Wind gekreuzt ist? Der fünf Jahrzehnte seinen Verlag unabhängig nach seinem unkorrumpierbaren Kunst- und Politikverständnis geführt hat? Urgestein ist viel zu schwach für einen solchen Mann. Gottvater der unabhängigen Verlage, leuchtendes Beispiel der Integrität und vielleicht der einflussreichste Verleger der Bundesrepublik seit 1964: Das ist wohl das mindeste für den Wagenbach Verlag und seinen immer noch quicklebendigen Patron Klaus Wagenbach.
Der Klaus Wagenbach Verlag: Sprachrohr einer sich demokratisierenden Welt

Der Wagenbach Verlag und seine Anfänge: Hier ranken Legenden, hier spinnen sich Geschichten weiter, die tief in die Gesellschaftsstruktur der sich demokratisierenden Bundesrepublik reichen. Gegründet 1964, auf dem Vorplatz der Studentenunruhen und des RAF-Terrorismus, trat Klaus Wagenbach mit geschärftem kritischen Profil an. Hedonismus, Geschichtsbewusstsein und Anarchie: Ein Programm, dem er durch die Parteien bis heute treu geblieben ist. Apropos Hedonismus: Diese genussreiche, die weltlichen Dinge schätzende Geisteshaltung drückt sich nicht nur in Klaus Wagenbachs Italophilie aus, sondern auch in der Herstellungsqualität seiner Bücher. Gleich die ersten ab 1965 erscheinenden Bände fielen inmitten schludriger Taschenbücher-Mentalität durch ihr extravagantes Quartformat und die hochwertige Verarbeitung auf.

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Der alte Klaus Wagenbach

Nach eigener Aussage ist Klaus Wagenbach der am höchsten vorbestrafte Verleger der Bundesrepublik Deutschland. Die Veröffentlichung von Dissidenten-Werken wie Biermanns “Drahtharfe” brachte ihm ein DDR-Durchreiseverbot ein: Wagenbach überwand seine Flugangst und reiste fortan mit dem Flugzeug von seinem Berliner Verlagssitz in den Westen. Klaus Wagenbach verlegte Ulrike Meinhofs “Bambule”, druckte das Manifest der RAF und hielt Meinhofs Grabrede. Soviel zu seinen Vorstrafen. Jahrzehntelang war er Zielscheibe der Springer-Presse. Er brachte aber auch ein kritisches Buch zur Meinhof heraus und wandte sich gegen Linksdogmatiker. Er führte durch das Beispiel seines Lebens den Beweis, dass sich kritische Zeitgenossenschaft nicht auf eine politische Linie festlegen muss.

Mit Wagenbach-Autoren lassen sich ganze Literaturlexika füllen. Wer sich einen anregenden Überblick über 50 Jahre Verlagstätigkeit verschaffen will, dem sei der Jubiläumsband “Buchstäblich Wagenbach” empfohlen. Zwischen den Buchdeckeln versammeln sich Textauszüge der hellsten und schöpferischsten literarischen Köpfe: Vergnügen Sie sich mit Hannah Arendt, Michel Houellebecq, Ingeborg Bachmann, A. L. Kennedy oder Pier Paolo Pasolini – allesamt Wagenbach-Autoren. Wagenbach selbst, nebenbei Kafka-Spezialist und Besitzer der größten Kafka-Dokumente-Sammlung weltweit, hat sich 2002 von der Verlagsspitze zurückgezogen und die Leitung in die Hände seiner Frau Susanne Schüssler gelegt.

Im Hintergrund ist der große alte Mann der Verlagswelt kreativ und quicklebendig weiterhin tätig. Seine Entdeckungen und editorischen Großtaten sind längst Literatur-Legende: Die Einbürgerung des faszinierenden Michel Hoeullebecq; die 45bändige Vasari-Ausgabe; Erich Frieds “Liebesgedichte” von 1979 (mit über 250.000 Exemplaren eines der erfolgreichsten Bücher im Wagenbach Verlag); oder Alan Bennetts “Die souveräne Leserin” aus dem Jahr 2008, Wagenbachs großer Bestseller. Wir wünschen diesem Verlags-David von Herzen, sich weitere 50 Jahre zwischen den Goliaths der Branche behaupten zu können. (Anna Holz)

Susanne Schüssler, Klaus Wagenbach + Tochter Helene (2012)

Genug der lobenden Worte, bevor ich diese Leihgabe eines treuen Lesers (vielen Dank auch !!!) dieses blogs präsentiere, ein paar Eindrpcke aus diesem prachtvollem Buch (225 Seiten !):

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Der Tagesspiegel, 6.4.1965

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Wagenbach Verlag – Zwiebel – Jahresalmanach und Gesamtverzeichnis 2014/2015 (2014)

TitelDer Verlag Klaus Wagenbach wurde 1964 von Klaus Wagenbach gegründet, beschäftigt heute 12 Mitarbeiter und veröffentlicht jährlich etwa 60 Bücher. Sitz ist Berlin. Der Umsatz des zu den mittleren Verlagen zu zählenden Unternehmens beträgt etwa 2 Millionen Euro. Ein literarischer Schwerpunkt des Verlags Klaus Wagenbach ist Italien.

Der Gründer des Verlages erlöste das Startkapital zur Verlagsgründung in Höhe von 100.000 DM aus dem Verkauf einer Wiese, die ihm sein Vater geschenkt hatte, sowie einiger beweglicher Güter seines Haushalts und den Einnahmen aus seinem zweiten Buch Franz Kafka in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Das Startkapital deckte jedoch lediglich die reinen Herstellungskosten der ersten elf Bücher und des kleinen Verlagsalmanachs – Miete und Gehälter, Vertriebs- und Vertreterkosten waren hierbei noch nicht eingeplant. Zu Beginn wurden die allgemeinen Grundsätze der eigenen Verlagsarbeit zusammen mit Autoren wie Günter Grass, Ingeborg Bachmann, Hans Werner Richter und Johannes Bobrowski festgelegt:

  • Die Arbeit des Verlags dient nicht dem Profit, sondern folgt den inhaltlichen Absichten.
  • Allen Autoren wird Honoraregalität auf höchstem Niveau und Absicherung vor Missbrauch ihrer Rechte gewährt, sowie ein Maximum an Selbstverwirklichung, Mitsprache und Information zugesichert.
  • Die Bücher dürfen nicht überteuert sein.
  • Die Leser sollen nicht nur durch Texte über die Bücher, sondern auch durch Auszüge aus den Büchern informiert werden, mit einem kostenlosen jährlichen Almanach „Zwiebel“.

Eine ausführlichere Verlagsgeschichte finden sich dann hier.

Und hier einer dieser kleine „Zwiebel“ Katalog aus jenem Jahr, in dem man voller Stolz das 50jährige Jubiläum feiern konnte.

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Eine illustre Gesellschaft feiert das 50jährige Jubiläum

Und blättert man durch dieses kleine Büchlein (66 Seiten) so kann einem nur der Mangel an Zeit ins Auge springen … zu gerne hätte man mehr davon, um sich da mal gemütlich dieser internationalen Literatur hinzugeben … *seufz*

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Noch ziemlich altmodisch …. Bestellmöglichkeit mittels Postkarte:

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Und hier der Band „Überzeugungstäter im Wandel der Zeit (2014)“:

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Knax (Das Comic Magazin für jungen Sparkassenkunden) – Nr. 2 (2014)

Titel.jpgÜberrascht ja eigentlich nicht, dass Comics auch gerne für Werbezweck verwendet werden. Eine ganz besonders lange Tradition in dieser Hinsicht hat das Comix-Magazin „Knax)

Knax (offizielle Schreibweise: KNAX) ist ein Werbecomic, der seit 1974 vom Deutschen Sparkassenverlag (Stuttgart) produziert und in Sparkassen in Deutschland kostenlos an Kinder und Jugendliche abgegeben wird. Seither sind über 200 Knax-Hefte erschienen. Der Comic erscheint alle zwei Monate. Im Jahr 2009 betrug die Auflage 800.000 Exemplare pro Heft. Knax ist außer in Deutschland auch in Frankreich, Österreich, Luxemburg, Dänemark und Norwegen erhältlich. Die Zielgruppe des Comics sind „junge Sparkassenkunden“.

Der Comic spielt auf einer fiktiven Insel namens „KNAX“, auf der Dorfbewohner (die „KNAXianer“) in ihrem Dorf „KNAX“ in einer mittelalterlichen Dorfgemeinschaft leben. Außerdem gibt es hier eine Räuberbande, die „Fetzensteiner“, die unter ihrem Anführer Fetz Braun auf der „Burg Fetzenstein“ hausen und die KNAXianer regelmäßig überfallen und bestehlen wollen. Da die Räuber jedoch nicht sehr helle sind, unterliegen sie stets. Die Figuren von Knax stellen ein idealisiertes Bild der bürgerlichen Gesellschaft dar. Die Landwirtschaft ist ebenso vertreten wie die verschiedenen Handwerkszünfte, die Forst- und Seewirtschaft, die Gastronomie und der Handel. Die Finanzwirtschaft wird durch eine Sparkasse repräsentiert.

In den frühen Ausgaben von Knax wurde die Vorgeschichte erklärt. Demnach strandete ein Auswandererschiff an der Insel. Die Menschen nahmen die Insel in Besitz und gaben

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Die Nr. 1 aus dem Jahr 1974

ihr den Namen „nach dem Geräusch, das die Balken von sich gaben, als das Dorf erbaut wurde“. Die Siedler leben seither autark auf der Insel und offenbar ohne Kontakt zur Außenwelt. Die Figuren des Comics sind die Nachkommen dieser gestrandeten Auswanderer. Das Wrack des Schiffs dient Backbert und Steuerbert als Behausung. Die Fetzensteiner sind ehemalige Piraten, die ebenfalls vor der Insel Schiffbruch erlitten und sich in der bereits vorhandenen Burg einnisteten.

Die Lebensweise und Bekleidung der Menschen auf Knax legt die Vermutung nahe, dass die Auswanderer wohl in der Renaissancezeit auf die Insel kamen. Ob der Comic in der Gegenwart spielt oder in der Vergangenheit, ist unklar. Didi und Dodo sind die einzigen Kinder auf der Insel und die einzigen, welche moderne Kleidung tragen. Sie leben zusammen und haben offenbar keine Eltern oder Erziehungsberechtigten auf Knax.

Ursprünglich enthielt jede Ausgabe nur eine einzige Geschichte, die gelegentlich an aktuelle Themen angelehnt wurde. In früheren Nummern wurden auf der Rückseite des Heftes noch Hintergrundinformationen zum Thema des Heftes abgedruckt.

Später enthielt jedes KNAX-Heft drei Geschichten, eine mit sieben Seiten, eine mit zehn und eine mit einer Seite Umfang. Die kurze siebenseitige Geschichte hatte stets einen inneren Konflikt in einer der beiden Gruppen zum Inhalt. Die zehnseitige Geschichte erzählte dagegen einen Konflikt zwischen den KNAXianern und den Fetzensteinern. Dazu kamen redaktionelle Seiten, z. B. Wissenswertes, Rätsel, Witze, eine Bastelecke und eine Kontaktseite für Brieffreundschaften.

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Ein paar Hefte aus den 70er Jahren

Seit dem Wechsel zu einem neuen Produktionsteam in der Ausgabe 3/2004 (siehe unten) wurde der Umfang auf zwei siebenseitige und eine einseitige Geschichte gekürzt. Dafür wurden die redaktionellen Seiten um drei erhöht, so dass das Heft weiterhin (mit Cover) 24 Seiten umfasst.

Es gab außer den kostenlos verteilten Heften auch mehrere KNAX-Taschenbücher, die je etwa 100 Seiten stark waren. In diesen war die erste Geschichte jeweils neu, der Rest waren Nachdrucke früher veröffentlichter Geschichten.

Jährlich erscheint ein großformatiger KNAX-Kalender. Die Exemplare aus den Jahren 1983 und 1984 wurden von André Roche gezeichnet.

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Ein paar Hefte aus den 80er Jahren

Das für die Sparkassen 1974 von Peter Wiechmann und dem Zeichner Erwin Frick erfundene Heft Knax wurde zunächst vom Kauka Verlag und bald darauf vom „Studio K“ produziert. Auch Manfred Klinke wird als einer der Miterfinder des Comics genannt. Zu Anfang erschien der Comic mit nur einer abgeschlossenen Geschichte auf 16 Seiten und einer Auflage von 100.000. Die Geschichten handelten zunächst vorwiegend von Themen wie Geld, Zins und Sparen. Im Laufe der Jahre rückten diese Themen aber immer mehr in den Hintergrund und der Comic wurde thematisch freier.

Ab 1980 übernahm das Studio Comicon unter der Leitung von Wiechmann und Fred Kipka die Produktion. Das Format wurde in ein klassisches Comic-Magazin geändert (24-seitig mit drei Geschichten und redaktionellem Inhalt wie Basteltipps, Rätsel und einer Brieffreundschaftenrubrik).

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Ein paar Hefte aus den 90er Jahren

Comicon wurde 1988 aufgeteilt und daraus entstanden die „neue“ Comicon S.L. und Kipkakomiks (mit Sitz in München). Hierbei ging die Produktion von Knax auf Kipkakomiks über, die auch jahrzehntelang andere bekannte deutsche Comics wie Fix und Foxi oder Teile von YPS produzierte. Der Chef von Kipkakomiks, Fred Kipka, verfasste selbst über 20 Jahre lang ausnahmslos alle Knax-Geschichten. Nach seinen Skripts wurde das Artwork von einem Team von Autoren, Zeichnern und Inkern in einem Studio in Barcelona erstellt. Die fertig getuschten Comicseiten kamen dann zurück nach Deutschland, wo ein Siebdruck angefertigt und die Seiten von Hand coloriert wurden. Dort wurden auch die Redaktionsseiten hinzugefügt, Satz, Lithografie und Druck gemacht. Der Vertrieb des Comics erfolgte anschließend über den Auftraggeber, den Deutschen Sparkassen Verlag.

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Ein paar Hefte aus den 00er Jahren

Seit Heft 3/2004 stammen die Knax-Storyboards von Götz Bachmann und werden von Roberto Freire, Boris Zatko und Ulf S. Graupner zeichnerisch umgesetzt. Die Titelbilder und die Knax-Kalenderbilder zeichnet Franz Gerg. Durch diesen Wechsel hat sich ab Heft 3/2004 das Erscheinungsbild des Comics verändert: bei Kipkakomiks war das Werk bis zuletzt komplett handgetuscht und handkoloriert, während das neue Team zwar die Lineart ebenfalls von Hand zeichnet und tuscht, die Kolorierung aber am Computer erstellt.

In Deutschland gibt es über 200 KNAX-Klubs, die von den Sparkassen organisiert werden und zusammen über eine Million Knax-Fans im Alter von ca. sechs bis dreizehn Jahren haben.

Unter dem Begriff Knaxiade werden Kinderfeste mit Spielen und sportlichen Wettkämpfen veranstaltet.

1984, 1987 und 1990 wurde je eine KNAX-Hörspielkassette von der Sparkasse herausgegeben. 1993 erschien das Werbespiel KNAX – Das Computerspiel für Amiga und C64. 1997 gab es eine KNAX Comic Disc für PC, auf deren Datenträger Programme sowie drei kurze Trickfilmepisoden und das Musikvideo Wir sind die Fetzensteiner (auch bekannt als Das KNAX Lied) zu Knax enthalten waren. Insgesamt fünf Knax-Trickfilmepisoden wurden veröffentlicht. Mit Uraufführung im Juni 2007 gibt es auch KNAX – Das Musical mit tollen Hits für schlaue Kids (auch als das KNAX-Musical bekannt).

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Ein paar Hefte aus den 10er Jahren

Der Erfolg von Knax inspirierte bald auch andere Zusammenschlüsse von Kreditinstituten zu eigenen Werbecomics wie Sumsi, Mike, der Taschengeldexperte (Volks- und Raiffeisenbanken, 1978–2007) und Marc & Penny (Genossenschaftsbanken, 1981–2007). Seit Juli 2007 erscheint als Nachfolger der beiden letztgenannten Werbecomics das Magazin VR-Primax. (Quelle: wikipedia)

Hier ein Heft aus dem Jahr 2014 … in diesem wird u.a. das 40jährige Jubiläum dieses Comic Magazins gefeiert …

Ansonsten kann man schon konsternieren, dass hier kein Billigprodukt auf den Markt geworfen wurde. Da waren schon Profis am Werk und deren Verbeugung vor Asterix & Co. ist spürbar.

Ärgerlich hingegen die Tatsache, dass diverse Produkte für Kinder im Rahmen der redaktionellen Berichterstattung präsentiert werden … Ach, die armen Eltern …

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Erinnert irgendwie an ein gallisches Dorf …

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Das nenn´ ich Schleichwerbug …. 

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Die Rückseite des Heftes … mit dem Werbeaufdruck der örtlichen Sparkasse

Franz Smola – Werner Berg zum 100. Geburtstag (2004)

TitelBis gestern kannte ich ihn gar nicht, den Expressionisen Werner Berg. Aber gestern war ich in einer Ausstellung im bemerkenswerten Museum in Penzberg/Oberbayern („Sammlung Campendonk“) und da hae ich nicht schlecht gestaunt, ob des Lebenswerkes des Werner Berg … hier bei uns so ziemlich in Vergessenheit geraten, in Österreich hingegen ist er bis heute bekant und geschätzt, dabei wurde er ja eigentlich in Elberfeld (Wuppertal) geboren:

Werner Berg wurde am 11. April 1904 in Elberfeld (Wuppertal) in Deutschland, geboren. Obwohl er schon als Kind Maler werden wollte, zwangen ihn die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse nach dem 1. Weltkrieg zunächst eine Handelslehrte und anschließend ein Studium der Staatswissenschaften zu absolvieren; seit 1923 in Wien, wo er seine Studienkollegin Amalie Kuster kennenlernte, die er später heiratete.

Nach seiner Promotion begann Berg mit dem Studium der Malerei, 1927–29 an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Karl Sterrer und 1929-31 an der Münchner Akademie bei Karl Caspar. 1930 erwarb er gemeinsam mit seiner Frau den Rutarhof, einen Bergbauernhof im Kärntner Unterland nahe der slowenischen Grenze, auf dem er mit seiner Familie und dem befreundeten Dichter Curt Sachsse im März 1931 einzog.

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Werner Berg war auf dem Rutarhof als Bauer und Maler tätig. Kunst und Leben bildeten für ihn eine untrennbare Einheit. Seine Motive waren weitgehend vom bäuerlichen Alltag geprägt. Besonders in seinen frühen Bildern stellte Werner Berg auch häufig seine heranwachsenden fünf Kinder dar. Mit einigen Ausstellungen wurde Berg in Deutschland früh bekannt. Sein extrem knapper, geradezu primitivistischer Stil stieß jedoch bei den Nationalsozialisten auf Widerstand. 1935 wurde seine Ausstellung im Kölner Kunstverein polizeilich gesperrt. Seine Gemälde wurden auf der berüchtigten Schmähausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt. In den späten 1930er Jahren wurde seine Darstellungsweise dem Zeitstil entsprechend deskriptiver und entwickelte mehr Plastizität. Von 1942-45 war Werner Berg zur Landschaftsschilderung als Kriegsmaler in Skandinavien eingesetzt.

Beispiel18.jpgNach dem Krieg kehrte Werner Berg zu einem flächigen, nun oft die Konturlinien betonenden Stil zurück. Trotz seiner Tendenz zu Vereinfachung und Stilisierung beharrte Berg auf einer gegenständlichen Darstellungsweise. Vielen seiner Gemälde gingen Skizzen voraus, die Berg unmittelbar vor dem Motiv in Sekundenschnelle zu Papier brachte. Bereits in der Skizze legte Berg die Komposition bis ins Detail hinein fest. Berg wurde zum Chronisten der slowenisch-kärntnerischen Bevölkerung, der Bauern, Jahrmarktbesucher, Kirchgänger, Eisschützen, Busreisenden und Wartenden.

Zu einem Höhepunkt brachte Werner Berg das Prinzip der flächigen Darstellung auch in seinen zahlreichen Holzschnitten. Im Wechselspiel von hellen und dunklen Flächen erzielte er eine zwingende, auf höchste Konzentration bedachte Wirkung.

Nach dem Krieg folgten zahlreiche Ausstellungen. 1947 wurde Berg Mitglied des Art Club in Wien, 1950 war er Teilnehmer der Biennale von Venedig. 1956 folgte eine Ausstellung in der Österreichischen Galerie in Wien, 1957 in der Moderna Galerija Ljubljana und 1961 eine umfangreiche Schau im Münchner Lenbachhaus. 1968 wurde die Werner Berg Galerie der Stadt Bleiburg eingerichtet. Seit dem Tod des Künstlers 1981 als Stiftung geführt, zeigt diese nun als Museum ständig eine umfangreiche Werkschau Werner Bergs. (Quelle: wernerberg.museum)

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Ausstellungshinweis des Museums in Penzberg

Das ist allerdings nur ein ganz kurzer Abriss seines Lebens … ergreifend und spannungsreich wird es dann erst, wenn man wirklich ein paar Schichten tiefer schaut: Seine Freundschaft mit dem Maler Emil Nolde, seine verzweifelte und zum Scheitern verurteilte Liebschaft (Liebe ?) zur Schriftstellerin Christine Lavant (eigentlich Christine Habernig, geb. Thonhauser; * 4. Juli 1915 in Großedling bei St. Stefan im Lavanttal; † 7. Juni 1973 in Wolfsberg) …

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Werner Berg bei der Feldarbeit (1948) und mit seiner Ehefrau Mauki (1950)

Nolde und Lavant stehen stellvertretend für all die die Brüche in dem Leben des Werner Berg.

Über diese Brüche aber erst recht über sein Kunstverständnis gibt dieses pralle Buch (240 Seiten).

Es erschien anlässlich seines 100. Geburtstags im Jahre 2004.

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Der Rutarhof im Jahr 2015

Eine Besucherin der Ausstellung meinte, dass wir unseren Blick immer stets nach Westen ausrichten, den Osten hingegen eher ausblenden. Und meine Frau Gemahlin (der ich den Besuch dieser Ausstellung zu verdanken haben) ergänzte flüstern zu mir: „Weißt Du noch, als wir in Breslau waren, da haben wir ja auch jede Menge polnischer Expressionisten gesehen, die hier keiner kennt“.

Von daher: hier ein kleiner Beitrag meinerseits, um das ein wenig zu ändern.

Beestattet wurde er übrigens gemäß seinem Wunsch anonym auf dem Friedhof der Namenlosen in Salzburg. Mir scheint, viel besser kann es nicht zum Ausdruck bringen, dass er sich wohl auch ein ein entwurzelter Mensch erlebt hat, ein Mensch mit all seinen Brüchen …

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Christine Lavant (1950); eines der eindrucksvollsten Holzschnitte von Werner Berg; im Original sind dann diese Augen noch intensiver …

 

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Aus seiner Zeit als „Kriegsmaler“

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Ölgemälde und Skizze „Schlafender Landstreicher“ (1934)

Beispiel21

Beispiel22

Selbstbildnis vor Orange (1936)

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Beispiel26

Und nochmals: Christine Lavant

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Rhythmus der Bäume (1954)

Beispiel29

Nach dem Wiesenmarkt (1961)

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Thomasnacht (1964)

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Spieler (1964); für mich eines seiner eindrucksvollsten Werke

Beispiel33

Autobus (1965)

Beispiel34

Beispiel35

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Sonnenblume im Scheinwerferlicht (1971)

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11 Freunde / Lorenz Pfeiffer und Henry Wahlig – Verlorene Helden (2014)

TitelEine bemerkenswerte Beilage, die die Macher das famosen Fußball-Magazins „11 Freunde“ ihrer Februar 2014 Ausgabe (Nr. 148) beigefügt haben.

Aus dem Vorwort dieser Beilage:
Als der 13 Jahre alte Leo Weinstein im Frühjahr 1934 zum Training der Nachwuchsmannschaft des SV Werder Bremen kam, erlebte er den Schock seines jungen Lebens. Der Trainer teilte dem schon seit fünf Jahren im Klub aktiven Jungen mit,dass er ab sofort nicht mehr mitspielen dürfe: weil er Jude sei.
Ausgrenzungen solcher Art erlebten in Deutschland ab dem Frühjahr 1933 tausende jüdische Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Funktionäre, Mäzene oder
einfache Mitglieder. Dabei hatten viele von ihnen sich in ihren Klubs über viele, hatten mitgeholfen, Deutsche Meisterschaften zu gewinnen, waren Nationalspieler oder sogar Gründungsmitglieder großer Vereine wie dem FC Bayern München, Eintracht Frankfurt oder dem 1. FC Nürnberg gewesen.
Die Vertreibung der Juden aus dem Sport ist die Geschichte eines großen Verlustes der jahrzehntelang fast vergessen gewesen ist. Das hat sich in den letzten
15 Jahren durch engagierte Forscher und Fan-Initiativen glücklicherweise allmählich geändert.

LeoWeinstein

Leo Weinstein (1921 – 2009)

Deshalb haben sich 11 FREUNDE und die Kulturstiftung des Deutschen Fußball-Bundes entschlossen, erstmals einen Überblick über die Lebensläufe von Juden im deutschen Fußball zu geben.
Die Sporthistoriker Professor Lorenz Peiffer und Henry Wahlig von der Universität Hannover haben auf Basis eigener Forschungen und dank der Vorarbeit und
Unterstützung vieler anderer Forscher die Biografien von 192 jüdischen Fußballern zusammengetragen, die Opfer der NS -Verfolgung waren. Diese Übersicht
jüdischer Protagonisten in den damals großen Vereinen kann und will nicht vollständig sein. Sie soll dazu anregen, weitere Nachforschungen anzustellen,
mit Zeitzeugen zu sprechen und dazu beizutragen, die jüdische Geschichte des deutschen Fußball fortzuschreiben.
Ermöglicht wurde die vorliegende Publikation durch die DFB -Kulturstiftung, eine Anzeige des Verlags »Die Werkstatt« sowie ein Preisgeld der Stiftung »Gegen Vergessen. Für Demokratie«, von der 11 FREUNDE für »die vorbildliche redaktionelle Arbeit« in Bezug auf Vergangenheitsaufarbeitung und Engagement gegen rechte Tendenzen im Fußball ausgezeichnet worden ist.

Diese Beilage fand eigentlich überall großen Beifall:

„Der DFB und die deutschen Fußballvereine haben erst spät damit begonnen, ihre nationalsozialistische Vergangenheit aufzuarbeiten. Das Fußball-Magazin 11 Freunde hat nun 192 Lebensläufe jüdischer Fußballer und deren Verdrängung aus ihren Vereinen zusammengetragen.

Als Widerstandskämpfer gegen die nationalsozialistische Okkupation des Fußballs ist der legendäre Josef „Sepp“ Herberger nicht gerade in Erinnerung geblieben. Bereits am 1. Mai 1933 trat er der NSDAP bei und erhielt dort die Partei-Mitgliedsnummer 2 208 548. Später kamen Mitgliedschaften in der deutschen Arbeitsfront, der NS-Volkswohlfahrt und dem Reichschutzbund hinzu. Ein ergebener Nazi war er deswegen wohl nicht. Vielmehr bemühte er sich als Assistent des Nationaltrainers Otto Nerz, den er nach dem Versagen der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen von 1936 ablöste, alles für den Aufbau einer funktionierenden Fußball-Elite zu tun. Dazu gehörten auch geschickte Abwehrkämpfe gegen verschiedene Gliederungen des NS-Apparats, die den Fußball gern für sich eingespannt hätten. Die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), allen voran ihr opportunistischer Präsident Felix Linnemann, taten ohnehin das meiste dafür, dass der Fußball ein emsiges Rädchen im NS-Getriebe abgab.

Nach 1945 kam es dann darauf an, umfangreiche Entlastungserzählungen in Umlauf zu bringen. So heißt es, dass Herberger bis zu seinem Tod eine Freundschaft zum früheren Nationalspieler Gottfried Fuchs unterhielt. Dieser war neben Julius Hirsch einer von zwei jüdischen Sportlern, die je das Trikot des DFB übergestreift hatten. Als Herberger 1972 vorschlug, Fuchs zu den Olympischen Spielen nach München einladen zu lassen, stieß er jedoch auf Ablehnung. Beim DFB war man der Ansicht, „dass ein Präzedenzfall geschaffen würde, der auch für die Zukunft noch erhebliche Belastungen mit sich bringen könnte.“ Zu den DFB-Mannen, die derlei befürchteten, gehörten mehrere Funktionäre mit ambitionierter NS-Vergangenheit.

Fans des FC Bayern München würdigen ihren ehemalien (jüdischen) Präsidenten Kurt Landauer (2014)

Fans des FC Bayern München würdigen ihren ehemalien (jüdischen) Präsidenten Kurt Landauer (2014)

Die Aufarbeitung derselben durch den DFB musste noch einige Jahrzehnte warten. Eine verdienstvolle Recherche dazu hat nun die Fußballzeitschrift „11 Freunde“ in Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung des DFB veröffentlicht. In einer Beilage des aktuellen Heftes rekonstruieren sie 192 Lebensläufe jüdischer Fußballer, die zunächst aus ihren Vereinen verdrängt und viele von ihnen und später in deutschen Konzentrationslagern umgebracht wurden. In der Einleitung skizzieren die Sporthistoriker Lorenz Pfeiffer und Henry Wahlig den systematischen Verlauf dieser tödlichen Ausgrenzung. Ein Beitrag im regulären Heft gibt aber auch Auskunft darüber, welch enormen Zulauf die Vertreibung der Juden aus den deutschen Vereinen der Makabi-Bewegung jüdischer Vereine brachte. Der DFB hat sich sehr lange schwergetan, sich aufklärerisch zu seiner Institutionengeschichte zu verhalten. Die Beilage von „11 Freunde“ verweist nicht nur auf die „verlorenen Helden“, sondern auch auf die noch immer große Forschungslücke zu den Verstrickungen des deutschen Sports in die NS-Verbrechen.“

Beispiel1

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Beispiel4
Beispiel5

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Beispiel6

Dieser Text ist - angesichts der geplannten Fußball-WM in Katar (2022) der reinste Hohn.

Mittlerweile haben wohl viele Vereine damit angefangen, ihre Vereinsgeschichte auch im Hinblick auf die Geschehnisse im III. Reich aufzuarbeiten … lang´ genug hat´s ja gedauert … und eine Broschüre wie sie von der Redaktion 11 Freunde veröffentlicht wurde, ist einfach nur vorbildlich !

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Arbeitsgemeinschaft Frauennotrufe in Bayern – Mit dem Trauma leben lernen (2014)

TitelDas ist jetzt ein Thema, das zwar einerseits heftig in der öffentlichen Diskussion steht, andererseits aber oftmals im privaten Bereich weiterhin tabuisiert und totgeschwiegen wird. (Sexualisierte) Gewalt gegen Frauen.

Und die Notwendigkeit, hier auch professionelle flächendeckend einzusetzen hat sich ja mittlerweile auch in Bayern herumgesprochen.

Und so gibt es auch seit geraumer Zeit die „Arbeitsgemeinschaft Frauennotrufe in Bayern“:

Die Arbeitsgemeinschaft Frauennotrufe in Bayern (FiB) arbeitet seit 1999 als Fachgremium zum Thema sexualisierte, körperlich und psychische Gewalt gegen Frauen und Kinder.

In der FiB haben sich Fachberatungsstellen zusammengeschlossen, die ausschließlich von freien Trägern der Wohlfahrtspflege (eingetragenen und gemeinnützigen Vereinen) betrieben werden.

Die FiB engagiert sich bayernweit

in der politischen Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen,
bei der Verbesserung der sozialen/rechtlichen Situation sowie der Stärkung von Frauen und Mädchen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben,
bei der inhaltlichen und organisatorischen Vernetzung der Frauennotrufe in Bayern und auf Bundesebene.

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Die Homepage der Arbeitsgemeinschaft

Die Mitgliedseinrichtungen der FiB arbeiten parteipolitisch und konfessionell unabhängig. (Selbstdarstellung)

Und die haben dann 2014 diese Broschüre (28 Seiten) veröffentlicht.

Die Broschüre soll helfen, Verständnis für betroffene Personen zu wecken und näher bringen, was ein Trauma im Hinblick auf sexualisierte Gewalt bedeuten kann.

Mir als Mann fällt bei diesem Thema nur der Begriff des „fremdschämens“ ein und zugleich empfinden ich großen REspekt vor all den Beraterinnen, die landauf, landab sichtäglich diesem Grauen stellen.

Deshalb auch die Präsentation dieser Broschüre … das Thema bleibt auf der Tagesordnung !

Und: Dieses Thema geht uns – verdammt nochmal – alle an !

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