Süddeutsche Zeitung Magazin – Nr. 19 – Hinten rechts – Portrait Udo Voigt (NPD) + Joan Baez Interview (2015)

SZMagazin19_2015_01AMein Wochenende fängt immer dann besonders gut an, wenn die Freitagsbeilage der „Süddeutschen Zeitung“, die sich „Süddeutsche Zeitung Magazin“ nennt, interessante Themen hat und nicht, wie es leider immer wieder der fall ist, die Themen Mode, Schmuck und sonstigen Krempel enthält.

Ein „SZ Magazin“, das mir besonders gut gefallen hat, ist die hier präsentierte Ausgabe, die Nr. 19 aus dem Jahre 2015 (erschienen am 8. Mai).

Und dieses Heft hatten wir vor Jahren ib Marokko dabei und ich habe es dann wieder mal „gerettet“, um hier Auszüge aus diesem Heft zu präsentieren, bevor dann auch dieses Heft ins Altpapier wandert …

2 Themen waren mir wichtig:

„Der NPD Politiker Udo Voigt lehnt die EU ab, sitzt aber im Europaparlament – in der letzten Reihe. Wir haben ihn ein Jahr lang beobachtet“ (so die Ankündigung).

Man glaubt es kaum, in dieser Zeit: Da hat der Journalist Tobias Haberl doch glatt ein Jahr Zeit, um sich dieser schrägen und gefährlichen Person zu nähern …

Und genau deshalb schätze ich jene Printmedien, die sich diesen Luxus noch leisten (wie lange noch, möchte man spontan fragen).

Und dann noch als Schmankerl oder „bonus“ da Interview mit der  „Folk-Legende über die politische Kraft von Musik“ (in Wirklichkeit erzählt Joan Baez noch viel mehr …

Joan Baez … die war 28. August 1963 mit von der Partie als Martin Luther King seine fulminante Rede „I have a dream“ in Washington hierl … Joan Baez, die man in dem Woodstock-Film mit dem Klassiker „Joe Hill“ hören und sehen konnte … zwei Stichpunkte, die mir wieder mal eine Gänsehaut bescheren.

Joan Baez, das ganz dringende Kontrastprogramm zu dem unsäglichem Udo Voigt … Und das Interview führte Johannes Waechter, ein wahrlich profunder Kenner der Musikszene jener Zeit ..

Wer mag, kann ja mal in diese zwei Beiträge reinlesen …

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Historisch: Joan Baez a, 28. August 1963 in Wahsington. An diesem Tag singt sie vor 250.000 Demonstranten. "Weh Shall Overcome", und Martin Luther King hält seine berühmte "I have a Dream" Rede.

Historisch: Joan Baez am 28. August 1963 in Wahsington. An diesem Tag singt sie vor 250.000 Demonstranten. „Weh Shall Overcome“, und Martin Luther King hält seine berühmte „I have a Dream“ Rede.

Ulrike Posche + Kester Schlenz – Thomas Gottschalk – Mein Leben – Das Interview (2015)

ThomasGottschalkDasInterviiew01AMeine werte Frau Gemahlin pflegt in unseren Urlaubstagen noch nicht gelesene Ausgaben des Magazins „Stern“ zu verspeisen, um sie dann im jeweiligen Urlaubsland „freizulassen“ (so ihr Ausdruck), damit andere Urlaubsgäste sich vielleicht damit vergnügen können.

Bei der Stern-Ausgabe Nr. 18 (vom 23.4.2015) legte ich damals mein Veto ein, weil mir das ausführliche Gottschalk-Interview für diesen blog geeignet erschien, denn … für viele, ganz sicher aber für mich war der Gottschalk in seinen frühen Jahren ein Hoffnungsträgerder deutschen Unterhaltungsszene und sein Beiträge für das Bayerische Radio waren damals schon ziemlich genial, ob ihrer keck-schnodrigen Wortbeiträge von eben diesem Gottschalk.

Wie es dann weiterging wissen auch alle und nun, erschien seine Biographie (das macht man so, wenn man 65 Jahre alt wird) und natürlich war auch dieses Interview Teil der für so ein Buch notwendigen PR-Kampagne.

Und natürlich ist der Gottschalk auch Teil meiner Zeit als aktiver Vater, denn auch ich schätzte damals jene große Samstagaband-Show, weniger der Musik wegen, weniger der dort aufgeführten Mätzchen, aber dennoch: es war halt ein familiäres Vergnügen, auf das sich vor allem meine Töchter immer wieder aufs neue freuten.

Und da wollte der Papa natürlich nicht abseits stehen.

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In diesem Interview (14 Seiten !) gibt Gottschalk Auskunft über Gott und die Welt und natürlich über seine Sicht der Dinge … und früher dachte ich mal, der könnte in die Fußstapfen des von mir so verehrter Hans-Joachim Kullenkampf treten … das Zeug dazu hätte er neute noch, aber ich vermute mal, der Sonnyboy im Gottschalk wird dies eher zu verhindern wissen.

Der Fotograf, der dazugehörigen Fotosession ist übrigens ein gewisser Bryan Adams … ja, genau der … „Summer Of 69“ etc.

Und natürlich ist dieses Interview nicht mehr aktuell … Gottschalk hat ja mittlerweile beziehungsmäßig ein neues Kapitel aufgeschlagen …

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Und hier geht´s zur Präsentation:

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Thomas Gottschalk + Bryan Adams

Thomas Gottschalk + Bryan Adams

Debbie Milke – Der amerikanische Albtraum (aus: Der Spiegel 15/2015) (2015)

DerAmerikanischeAlbtraum01ADas ist die Geschichte der Berlinerin Debra Sadeik;

Debra Jean „Debbie“ Milke (* 10. März 1964 als Debra Sadeik in Berlin-Lichterfelde) ist eine US-Amerikanerin, die am 12. Oktober 1990 wegen Anstiftung zum Mord an ihrem Sohn zum Tode verurteilt wurde. Während ihrer Zeit in der Todeszelle kamen zunehmend Zweifel an ihrer Schuld auf. Im September 2013 kam Milke frei, im Dezember 2014 wurde die Mordanklage aufgehoben.

Milke wurde am 10. März 1964 als Tochter eines US-Soldaten und einer Deutschen im Berliner Stadtteil Steglitz geboren und zog 1965 mit ihrer Familie nach Arizona in den Vereinigten Staaten. Dort heiratete sie 1984 Mark Milke, 1985 kam Sohn Christopher auf die Welt. Die Ehe wurde nach drei Jahren geschieden.

Am 2. Dezember 1989 fuhren Milkes Mitbewohner James Lynn Styers sowie dessen High-School-Freund Roger Mark Scott[3] mit dem vierjährigen Christopher in die Wüste, wo er erschossen wurde. Nach seiner Verhaftung behauptete Scott, Milke habe ihn und Styers mit dem Mord beauftragt, um an die Lebensversicherung in Höhe von 5000 US-Dollar zu kommen. Diese Lebensversicherung war aber lediglich Teil eines Sozialversicherungspakets, das allen Angestellten in Milkes Firma zustand, und wurde nicht von ihr gezielt abgeschlossen.

Im Anschluss wurde Milke durch den Mord-Ermittler Armando Saldate verhört, von dem polizeiintern bekannt war, dass er die Rechte von Verdächtigen missachtet und bereits unter Eid gelogen hatte. Im Prozess sagte Saldate aus, Milke habe ihm die Anstiftung zum Mord gestanden. Sie habe ihre Tat damit begründet, dass der Sohn nicht werden solle wie sein Vater. Allerdings wurde Milke nicht über ihre Rechte (Miranda Rights) aufgeklärt und ein Geständnis von Milke nie unterschrieben; es gab kein Protokoll des Verhörs, keinen Zeugen und keine Video- und/oder Tonaufnahme. Am 12. Oktober 1990 wurde Milke wegen Mordes, Verschwörung zum Mord, Kindesmissbrauch und Entführung schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt.

Debbie Milke mit Sohn Christopher, 1989

Debbie Milke mit Sohn Christopher, 1989

In den folgenden Jahren wurden immer mehr Zweifel an ihrer Schuld laut. So wurde beim Mittäter Roger Scott, der Milke belastet hatte, Schizophrenie festgestellt. Auch Armando Saldates Verhörmethoden kamen ans Licht und ließen Zweifel an Milkes Geständnis aufkommen. Obwohl Milke nur die US-Staatsbürgerschaft besitzt, setzten sich viele Prominente aus Deutschland für sie ein.

Der Termin für Milkes Hinrichtung wurde auf Januar 1998 festgelegt. Ein Arzt hatte bereits ihre Venen für den Zugang der Giftinjektion überprüft und auch ein Pfarrer hatte sie schon als seelischer Beistand besucht, bevor Milkes Anwälte die Hinrichtung noch verhindern konnten.

Nach mehreren Anläufen der Verteidigung wurde am 14. März 2013 das strittige Urteil schließlich vom für Arizona zuständigen Appellationsgericht, einer mit drei Richtern besetzten Kammer des United States Court of Appeals for the Ninth Circuit in San Francisco, aufgehoben und die Freilassung von Milke binnen 90 Tagen angeordnet. Gegen diesen Beschluss legte der Generalstaatsanwalt von Arizona, Tom Horne, Berufung ein, weshalb Milke vorläufig weiter in Haft bleiben musste. Diese Berufung wurde am 6. Mai 2013 verworfen.

Am 8. Juli 2013 ordnete das Bundesbezirksgericht schließlich an, den Prozess wieder aufzurollen oder Milke aus der Haft zu entlassen. Wenige Stunden nach dieser Entscheidung erhob das Arizona Attorney General’s Office erneut Anklage gegen Milke. Die Staatsanwaltschaft erwartete im bevorstehenden Prozess eine erneute Aussage von Armando Saldate, diesmal unter Eid.

Am 5. September 2013 wurde Milke gegen eine Kaution von 250.000 Dollar (190.000 Euro) freigelassen. Im Gerichtsbeschluss heißt es: „Das Gericht war bisher nicht in der Lage, die Glaubwürdigkeit von Saldate gegen die Glaubwürdigkeit der Angeklagten zu beurteilen und somit zu entscheiden, ob sie Saldate die Tat gestanden hat oder nicht.“ Die Richterin merkte in ihrer Begründung an, dass es so gut wie keine Beweise für einen Mordprozess gegen Milke gebe. Vorerst wohnte Milke in einer von Unterstützern bereitgestellten Wohnung. Sie musste eine elektronische Fußfessel tragen und durfte zwischen 21 Uhr und 6 Uhr das Haus nicht verlassen. Der Prozess sollte nicht vor Januar 2015 beginnen. Im Dezember 2013 entschied ein Gericht, dass der Hauptbelastungszeuge Saldate auf seinen Antrag hin nicht aussagen muss. Milkes Anwältin kündigte daraufhin an, eine Einstellung des Verfahrens zu beantragen. Ein Gericht in Phoenix entschied am 18. April 2014, dass der Hauptbelastungszeuge gegen Milke doch aussagen muss.

Die Gefängniszelle der Debbie Milke + Debbie Milke mit dem Ermittler Saldate (bei der Festnahme)

Die Gefängniszelle der Debbie Milke + Debbie Milke mit dem Ermittler Saldate (bei der Festnahme)

Im Dezember 2014 ordnete ein Berufungsgericht an, die Mordanklage fallen zu lassen, da nach der Verfassung der Vereinigten Staaten niemand zweimal wegen desselben Vergehens vor Gericht gestellt werden dürfe. Am 18. März 2015 lehnte der Oberste Gerichtshof in Arizona eine weitere Anhörung ab, was einer Einstellung des Verfahrens gleichkam.

Debra Milke reichte eine Zivilklage gegen die verantwortlichen US-Behörden in Arizona ein, um Schadensersatz für die mehr als 24 Jahre zu erhalten, die sie unschuldig im Gefängnis verbrachte. Nach ihrer endgültigen Freilassung kündigte sie an, nach Deutschland zu ziehen. (Quelle: wikipedia)

Die Verteidiger (die Macho-Pose sei - angesichts der Verdienste beider Juristen - verziehen)

Die Verteidiger (die Macho-Pose sei – angesichts der Verdienste beider Juristen – verziehen)

Soweit in aller Kürze die Fakten … In der Prinausgabe des „Spiegels“ vom 4.4.2015 erschien dann ein 9seitiger Artikel, der sich eben nicht nur mit den Fakten beschäftigen, sondern vorrangig mit der schier unerträglichen Frage, wie ein Mensch mit so einem Damoklesschwert, leben, überleben kann.

Und bevor ich diesen „Spiegel“ dem Altpapier-Container übergebe, wollte ich zumindest diesen Artikel noch ein wenig für die Nachwelt erhalten.

Von daher: lesen, innehalten … auch solche Lebensläufe sind Teil unserer Geschichte.

Nach dem Freispruch am 23. März 2014

Nach dem Freispruch am 23. März 2014
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Leckeres aus Omas Küche (Nr. 43) – Frühlingsküche (2015)

TitelHöchste Zeit, sich mal wieder den kulinarischen Themen zuzuwenden … Zu finden in der Rubrik „Essen und Trinken“

Passt nicht so ganz zur Jahreszeit, aber: der nächste Frühling kommt bestimmt ! Dieses kleine Rezeptbüchlein (64 Seiten) handelt vom Thema „Frühlingsküche“ und wenn die dann auch noch aus Omas Küche kommt, dann ist das ja wirklich ein Grund zur Freude:

Rezepte für den Frühling sollen leicht und lecker sein! Omas Küche zeigt davon in dieser Ausgabe eine große Auswahl. Frische Salate oder feine Gemüsevariationen, aber auch Fleischgerichte, Aufläufe und kleine Snacks sind dabei.

Manche Klassiker werden frühlingsfrisch variiert, zum Beispiel das Hühnerfrikaassee mit Gartengemüse oder die Lachsspießchen mit Kerbelsoße. Frühlingshits sind aber auch die Gurkenpfanne mit Schinken oder die Kräuteromeletts mit Champignons. Rezepte für leckere Kleinigkeiten wie Knoblauchgarnelen oder die Tortilla mit Gemüsefülling und eine Auswahl von Rezepten für leckere Kuchen und Torten runden die Sammlung ab.(Werbetext)

Und zukünftig möchte ich mich hier diesem Thema öfters widmen …vom bayerischen Whisky bin hin zu alten Rezeptbüchern und so weiter. Aber als nächstes gehts natürlich erstmal in die Weihnachtsbäckerei …

Jetzt aber erstmal ein paar Vorschaubilder (wenn einem da nicht das Wasser im Mund zusammenläuft, dann weiß ich es auch nicht mehr), bevor es dann zur Präsentation geht:

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Bernd Dörries – Hölle Alaaf (SZ Magazin Nr 6 – Februar 2015)

HölleAlaaf01ADiesen Beitrag des „Süddeutschen Zeitung Magazins“ (06. Februar 2015) fand ich so bemerkenswert, dass ich ihn hier gerne präsentieren wollte, bevor er wieder in der Flut all dieser Texte verschwindet:

„Am Rosenmontag schunkelt wieder gut eine Million Menschen durch Köln. Hinter dem Massenauflauf steht eine Industrie, in der man Millionär werden kann – und Burn-out-Patient.“

In dem Artikel geht es auch um den Bütten-Redner Marc Metzger:

„Wisst ihr, dass so viele Senioren im Internet verschwinden, weil sie die Tasten ›Alt‹ und ›Entfernen‹ drücken?« Der Saal jubelt, rund 3000 Frauen auf Sekt und Weinchen. Marc Metzger steht in seinem arg karierten Kostüm auf der Bühne und schaut mal, wie weit er gehen kann. Er erzählt von seiner Frau, die immer wieder Probleme hat mit der neuen Technik, es aber immer wieder probiert. »Sie gibt sich Mühe, hat aber Pech mit dem Denken.« Das Publikum ist glücklich. Nach 25 Minuten geht Metzger von der Bühne, zieht sich seinen Parka über das Gesicht und setzt sich in ein Restaurant, kleine Pause vor dem nächsten Auftritt. »Zieht es hier? Ich merke das ja gar nicht mehr«, fragt Metzger besorgt.

Das Produkt des Kölner Karnevals, also das, was er verkauft, ist Ausgelassenheit, doch das Leichte ist das Schwere, und das trifft nicht nur auf Marc Metzger zu, der ein Gigant unter den Büttenrednern ist und dafür dauernd so tun muss, als wäre die Arbeit ein Spaß. »Manche denken, es gehe nur darum, auf die Bühne zu gehen und ein paar Betrunkenen ein paar Witze zu erzählen«, sagt er. »Früher dachte ich auch, die Leute müssen von vorne bis hinten durchbrüllen.« Und wenn sie einmal nicht so laut lachten, bekam er Probleme. Vor zwei Jahren brach Metzger zusammen, Burn-out. Er sei wie eine abgebrannte Kerze gewesen. Bis zu elf Auftritte am Tag, elf Mal lustig sein und hoffen, dass die Leute klatschen: Das war zu viel. Nun ist er wieder dabei, will aber weniger machen, na ja, also eben acht Auftritte. Die Leute in Köln haben sich gefreut, dass Metzger zurückkam, weil er eben der Lustigste ist. Er macht diese Zeit nicht zum Thema seiner Auftritte, das passe nicht. Niemand wolle was vom kaputten Clown hören.“

Eine ganz kleine Präsentation (0 Seiten) – aber passend zur närrischen Zeit.

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Bernd Dörries

Bernd Dörries

Wissenschaftlicher Dienst des Deutscher Bundestags – Der Weg zur deutschen Einheit (2015)

TitelEinerseits … könnte man ja fast glauben, das Thema sollte allmählich durch sein … andererseits zeigt es sich … dass genau dies nicht der Fall ist.

Von daher kam mir diese Broschüre, erstellt vom Wissenschaftlichen Dienst des Deutschen Bundestages heute gerade recht … Die „Dossier“ versucht, die damaligen Ereignisse überblickartig zusammen zu fassen … quasi als Einstieg in das Thema … und mehr kann ein Heft mit 96 Seiten ja auch nicht sein.

Dennoch lohnt es sich immer wieder mal, diese dramatischen Ereignisse jener Monate im Jahr 1989 Revue passieren zu lassen …

Mir selbst kamen damals die Tränen in die Augen (und ich hätte es meinem Vater sehr vergönnt, dieses Moment noch zu erleben, denn er glaubte – im Gegensatz zu mir – dass die Weidervereinigung kommen werde).

Anosnten bleibt es für mich beschämend, wie

  • mit der wirtschaftliche Ausverkauf des Ostens mit konsequenter Brutalität vorangetrieben wurde (die Zeche für all diese Demütigungen zahlen wir heute noch)
  • gelegentlich Wessis sehr arrogant auf die Ossis blicken … Gründe dafür gibt es so gar keine …

Und leider habe ich so ein paar Menschen aus dem Osten kennengelernt, die hier ihr Glück im Westen versuchten und dabei bös unter die Räder gekommen sind (z.T. auch wegen einem gelegentlich schier unglaublichen Anspruchsdenken). Aber dann auch jede Menge Menschen, die mit viel Schwung und Energie auch im Westen erfolgreich Fuß gefasst haben …

Mit sehr gemischten Gefühlen habe ich diese Zeit Revue passieren lassen … Menschen mit all ihren Träumen, Idealen und Hoffnungen …

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Am 4. Oktober 1989 veranstalten
Oppositionelle unter den Augen der Staatsmacht
in der Ost-Berliner Gethsemanekirche
eine Mahnwache für inhaftierte Demonstranten

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Bereits am 2. Mai 1989 hatte Ungarn begonnen, seine Grenzanlagen nach Österreich abzubauen. Am 19. August nutzen DDR-Bürger eine Friedensdemonstration an der ungarischösterreichischen
Grenze („Paneuropäisches Picknick“), um auf die österreichische Seite zu gelangen.

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Am 7. Juni 1989 versammeln sich etwa 250 bis 300 Angehörige kirchlicher und unabhängiger Basisgruppen in der Ost-Berliner Sophienkirche, um von dort in einem Schweigemarsch gegen den Wahlbetrug bei den Kommunalwahlen in der DDR
 Anfang Mai zu protestieren. Die rund 120 kurz nach Verlassen des Kirchengeländes verhafteten Demonstranten werden am nächsten Tag freigelassen

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Etwa 6.000 DDR-Flüchtlinge sind im Herbst 1989 im Garten der Prager Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Zeltunterkünften untergebracht.

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Der DDR-Regierungssprecher Günther Schabowski antwortet am 9. November 1989 kurz vor 19 Uhr auf die Frage, ab wann die neuen Regelungen für Reisen ins westliche Ausland in Kraft treten würden: „(…) sofort, unverzüglich (…)
über alle Grenzübergangsstellen“.

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Die Abgeordneten der ersten frei gewählten DDR-Volkskammer absolvieren in nur sechs Monaten ein enormes Arbeitspensum: In 38 Sitzungen beraten und verabschieden sie mehr als 150 Gesetze und knapp 100 Beschlüsse.

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Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU/CSU), Mitte, nimmt am 23. Mai 1990 an der gemeinsamen Beratung der Ausschüsse „Deutsche Einheit“ in Bonn teil.

Beispiel16

Der SPD-Vorsitzende und Oppositionsführer
Hans-Jochen Vogel (links) und der SPD-Ehrenvorsitzende
Willy Brandt während der Debatte zur Verabschiedung des Einigungsvertrages.

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Stiftung Jugend forscht e. V. – Passion Zukunft – 50 Jahre Jugend forscht (2015)

TitelNa, zumindest ist „Jugend forscht“ (von Henrix Nannen, dem damaligen Herausgeber des „Stern“ ins Leben gerufen) irklich ne Erfolgsstory (was man von der deutschen Fussballnationalmannschaft bei dieser WM nun wahrlich nicht behaupten kann).

Der Wettbewerb Jugend forscht (kurz: Jufo) ist der größte europäische Jugendwettbewerb im Bereich Naturwissenschaften und Technik. Er wurde 1965 vom damaligen Stern-Chefredakteur Henri Nannen initiiert. Veranstalter des alljährlich stattfindenden Wettbewerbs Jugend forscht ist die Stiftung Jugend forscht e. V., die Ausrichtung der einzelnen Regional- und Landeswettbewerbe erfolgt zusammen mit Patenunternehmen, der Bundeswettbewerb wird jährlich wechselnd bei einem Bundespatenunternehmen ausgetragen.

Eine Teilnahme an Jugend forscht ist bis zum Alter von 21 Jahren als Einzelperson oder in einer Gruppen von bis zu drei Personen möglich. Studierende dürfen lediglich innerhalb der ersten zwei Semester teilnehmen. Personen, die mindestens die 4. Klasse besuchen und jünger als 15 Jahre sind, nehmen in der Sparte Schüler experimentieren teil. Der Rest wird der Sparte Jugend forscht zugeordnet. Bei Gruppen ist das Alter des ältesten Gruppenmitglieds entscheidend.

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Landeswettbewerb Hessen 1966: Das Siegerteam präsentiert Henri Nannen, Hoechst-Generaldirektor Professor Karl Winnacker (Mitte) und dem hessischen Kultusminister Professor Ernst Schütte (rechts) sein Projekt.

Eine Arbeit kann nur in der Region angemeldet werden, in der die Teilnehmenden wohnen beziehungsweise in der Schule oder der Ausbildung sind – bei Gruppen ist die Angabe des Gruppensprechers ausschlaggebend. Deutsche Schülerinnen und Schüler von deutschen Schulen im Ausland (z. B. Botschaftspersonal) und im grenznahen Ausland können ebenfalls teilnehmen; die entsprechenden Schulen und Regionen sind einem bestimmten Landeswettbewerb zugeteilt.

Die Arbeiten müssen für eines der folgenden Fachgebiete angemeldet werden:

Arbeitswelt
Biologie
Chemie
Geo- und Raumwissenschaften
Mathematik/Informatik
Physik
Technik

Arbeiten mit einem interdisziplinären Charakter nehmen in dem Fachgebiet teil, das am besten passt, können sich jedoch über diesen Sonderbereich zusätzlich zum Sieger im Fachgebiet zur nächsten Ebene qualifizieren. Die Teilnahme dort erfolgt dann wieder im Beispiel21.jpgentsprechenden Fachgebiet. Auf Regionalebene wird der Preis für die beste interdisziplinäre Arbeit nicht verliehen. Beim Landeswettbewerb wird ein Projekt Landessieger in diesem Fachgebiet und nimmt beim Bundeswettbewerb im eigentlichen Fachgebiet teil, sowie an der Vergabe des Preises der Bundesbildungsministerin für die beste interdisziplinäre Arbeit, welcher einem Bundessieg gleichgestellt ist. Es ist sinnvoll, aber nicht zwingend notwendig, sich für das Projekt einen Betreuer unter seinen Lehrern – bei Auszubildenden auch unter den Ausbildern im Betrieb – zu suchen, der das Projekt beratend begleitet. In vielen Schulen existieren dafür auch Jufo-AGs.

Die für das Projekt benötigten Gerätschaften können zum Teil bei Jugend forscht angefordert werden, dann muss eine Gruppe nicht die kompletten Materialkosten selbst tragen. Häufiger erweist es sich aber sinnvoller, Universitäten und private Unternehmen direkt darauf anzusprechen. Die meisten Universitäten und Unternehmen zeigen sich sehr hilfsbereit. Vieles kann aber auch die Schule stellen. In einigen Ländern gibt es Sponsoren-Pools der Unternehmen und private Vereine, die Jugend forscht-Teilnehmer bei der Anschaffung von Material finanziell unterstützen. (Quelle: wikipedia)

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Frühe Werbeplakate für „Jugend forscht“

Soweit die Basics … *ggg* … und das in den letzten 5 Dekaden wirklich bemerkenswertes geleistet wurde, steht für mich außer Frage … und davon handelt dann auch diese Jubiläumsbroschüre … und den Stolz der Macher, kann ich gut verstehen … und er ist auch berechtigt.

Und dennoch, eine wesentliche Frage wird auch in dieser Broschüre (100 Seiten) nichtoder kaum thematisiert:

Wie steht es mit dem Ethos der Wissenschaft … ist sie wertfrei ? (ist sie natürlich nicht !) und: wem dienen die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Errungenschaften ? Musste die Atombombe erfunden werden ? Brauchen wir den genmanipulierten Menschen ? Den Wissensdrang der Wisschenschaft, ich kann ihn gut verstehen … an welchen Grenzen endet er ?

Diese und noch viel mehr Fragen haben mich beim Lesen dieser Broschüre beschäftigt …

Oder anders ausgedrückt: Mit der Wissenschaft ist es wie mit Feuer und Wasser: Segen un Fluch zugleich …

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Lauter schlaue Leute aus der Geschichte der Wissenschaft

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Der ist grad mal wieder im Weltall

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LVR-Industriemuseum Ratingen (Hrsg.) – Glanz und Grauen – Mode im Dritten Reich (2015

TitelEs war meine Frau Gemahlin, die mich im letzten Jahr dazu motivierte, nach Augsburg zu fahren, um diese ganz spezielle Moden-Ausstellung zu besuchen. Und ich habe es nicht bereut.

Das LVR-Industriemuseum Ratingen untersuchte in einem außergewöhnlichen Forschungsvorhaben die Alltagskleidung der Menschen, Trage- und Konsumgewohnheiten, die Verfügbarkeit von Kleidung und Mode sowie deren Herstellung in der Zeit des Nationalsozialismus. In Kooperation mit der Philipps-Universität Marburg, Institut für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft, entstand so das Forschungsprojekt „Soziokulturelle Untersuchungen zur Bekleidungsgeschichte der 1930er/40er Jahre“, das mit finanzieller Hilfe der VolkswagenStiftung realisiert wurde. Die Sonderausstellung „Glanz und Grauen – Mode im Dritten Reich“ war das sichtbare Ergebnis der ersten Etappe.

Diverse in der Literatur sowie in Spiel- und Dokumentarfilmen immer wieder vermittelte Stereotype über diese Epoche in Hinblick auf das Kleidungs- und Modeverhalten und damit den Alltag werden kritisch hinterfragt. Dafür werden sowohl spezifische Kleidungsstücke untersucht als auch objektbasierte Befragungen von Zeitzeugen durchgeführt. Für beide ist der Ausgangspunkt die umfangreiche Sammlung alltagskultureller Textilien des Museums, in der sich mehr als 500 Kleidungsstücke und Accessoires aus den 1930er und 1940er Jahren befinden sowie Zeitschriften, Fotos etc., die die Bestände zur Mode und Konsumgeschichte ergänzen. Dazu kommen viele private Spenden von Ratinger Bürgerinnen und Bürgern.

„Glanz und Grauen – Mode im ‚Dritten Reich’“ zeigte die wichtigsten Erkenntnisse der bisherigen Forschungsarbeit und war zugleich Abschluss der ersten Etappe eines Forschungsprozesses, der mit der Ausstellung zur Diskussion gestellt wurde. Das Team erhielt vom Feedback der Besucherinnen und Besucher auch Impulse für die weitere Forschungsarbeit.

Im Rahmen der Untersuchung werden noch eine wissenschaftliche Fachtagung und eine Fachpublikation zum Abschluss des Forschungsvorhabens folgen.

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Da erinnert sich einer …

Die Uniformen der Hitlerjugend oder die fließenden Roben einer Zarah Leander – sie gelten als typisch für die Nazi-Zeit. Dieses Klischee hinterfragte die Ausstellung „Glanz und Grauen – Mode im Dritten Reich“. Gezeigt wurden nicht nur elegante Abendkleider, Dirndl und Uniformen. Im Mittelpunkt standen Alltagskleidung und Notgarderobe im Nationalsozialismus – und die politische Bedeutung vermeintlich banaler Hosen oder Jacken.

1933 übernahm die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) die Macht in Deutschland. Adolf Hitler und seine Schergen errichteten eine Diktatur, die mit Rassismus, Terror und Gewalt bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 fast jeden Lebensbereich prägte.

Ihr ideologisches Ziel war das „Tausendjährige Reich“. Um es zu verwirklichen, mussten die Nazis die breite Masse der Bevölkerung hinter sich scharen. Sie lockten sie mit der Idee der „Volksgemeinschaft“ aller Deutschen, die sich unter ihrem „Führer“ für das „eine große Ziel“ einsetzte.

„Volksgemeinschaft“ definierte das Regime, indem es andere ausgrenzte. Es verfolgte und vernichtete alle, die nicht seinen Kriterien entsprachen: Juden, Homosexuelle, Sinti und Roma, politische Widerständler und Verweigerer. Wer dagegen „arisch“ und linientreu oder einfach angepasst war, gehörte zu den „Volksgenossen“. Denunzierung, Fehltritte oder Verweigerung konnten aber auch aus einem Kameraden jederzeit einen Verfolgten machen.

Wie sahen Mode und Kleidung des Alltags in dieser Zeit aus? Und was haben sie mit dem NS-Regime zu tun? Die Uniformen für Parteiorganisationen schufen einerseits eine sichtbare Einheit und integrierten ihre Träger und Trägerinnen in die „Volksgemeinschaft“. Die Regierung diktierte andererseits „Judensterne“ als textile Kennzeichen für eine ganze Bevölkerungsgruppe, die sie ausgrenzte. Hat aber Alltagskleidung auch etwas mit Politik zu tun? Ist eine Schürze nicht einfach nur eine Schürze? (Quelle: industriemuseum.lvr.de)

Eine wirklich beeindruckende Ausstellung … und nicht minder beeindruckend ist dieses sog. Begleitbuch (102 Seiten).

Und so stell ich mir packende Geschichtsforschung vor: Ganz viel Quellenstudium, Recherchen ohne Ende … und dann auch noch die Gabe, die Forschungsergebnisse auf eine nachvollziehbare Weise darzustellen.

Von daher: ein wunderbar gelungenes Buch mit einer außergewöhnliche Variante, das III. Reich zu betrachten.

Mich verwunderte nur, warum die Herrenmode eigentlich kaum eine Rolle spielt (mit Ausnahme der Uniformen)

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„Auch im Kriege gut gekleidet … „

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Und hier geht´s zu einem „virtuellen Rundgang“ durch die Ausstellung:

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Süddeutsche Zeitung Magazin – Nr 34 (Die Frau an ihrer Seite) (21. August 2015)

TitelHier war ja schon öfters mal die Rede von dem „SZ – Magazin“, jener Beilage, die immer am Freitag der Tageszeitung der SZ beiliegt.

Und immer wenn ich in meinem Arbeitszimmer mal wieder am stöbern bin, finde ich ein altes Exemplar …

Hier ein Heft aus dem Jahr 2015, das sich in der Titelstory mit der Rechtsanwältin Anja Sturm beschäftigt, jener Rechtsanwältin die als Pflichtverteidigerin beauftragt wurde, Beate Zschäpe zu verteidigen …  und das seit 2012  …

Was dieser unsägliche Mammutprozess mit ihr macht, ist das Thema in diesem sensiblen Portrait.

Weitere Themen:

  • Der Kampf mit Mücken im Sommer
  • Interview mit dem ehemaligen Außenminister Hans Dietrich Genscher über den damaligen Konflikt mit Russland.
  • „Hypnobirthing“ als neue Geburtsmethode
  • Daunenjacken (ein ganz und gar überflüssiger Beitrag)

Ansonsten gibt es es dann noch die üblichen Rubriken wie z.B. Axel Hacke´s Sicht der Welt usw. usw.

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Auch diese Frage wird von Dr. Dr. Erlinger beantwortet

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Ja, ja, die Mückenplage

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Vermutlich eines der letzten Interviews … Genscher starb am 31. März 2016

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Das nenn´ich ein Arbeitszimmer der alten Schule

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Na endlich … der Mann als Sexobjekt … nun ja, wem´s gefällt …

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Das wäre nix für mich …

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Ne Rolex wäre auch nix für mich … dazu müsste der öffentliche Dienst mehr bezahlen *ggg*

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Weitere SZ-Magazine:

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Tanja Roppelt + Felicitas Lutz – Kurz, kess und Kult – Sonja de Lennart und die Caprihose (2015)

TitelJetzt begeb´  ich mich aber auf ganz dünnes Eis … Der Riffmaster und Mode … dass ich nicht lache … weit gefehlt …

Die Capri-Kollektion wird 70! Den runden Geburtstag dieser weltberühmten Modeartikel mit Schlitz feiert das Staatliche Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) in einer Sonderausstellung.

Vom 17. Juli bis zum 20. September 2015 lädt das tim die Besucher auf eine spannende Zeitreise ein, zurück zum modischen Karrierestart der Caprihose. Die Schau spannt den Bogen vom Atelier der jungen Modeschöpferin Sonja De Lennart im München der Nachkriegszeit bis zu den ersten
Touristenwellen über den Brenner an italienische Strände der 1950er Jahre und weiter bis nach Hollywood.

Beim Streifzug durch die Ausstellung können Museumsbesucher einen Blick in ein Modehaus der Nachkriegszeit werfen und sie treffen dabei auf zahlreiche prominente Capri-Trägerinnen.

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Blick in die damalige Ausstellung

Die Erfolgsgeschichte der Caprihose begann in einer Zeit, in der Hosen tragende Frauen häufig noch misstrauisch beäugt wurden. Hosenweiber widersprachen dem gängigen mütterlich-weiblichen Frauenideal der Nachkriegszeit. Als die junge Modeschöpferin Sonja De Lennart kurz nach Kriegsende ihre Capri-Kollektion schneiderte, trug sie die gewagte  Hose vorsichtshalber zunächst nur während eines Capri-Urlaubs am Strand. Es dauerte jedoch nicht lange, bis die innovativen Kollektionen Sonja De Lennarts aus ihrem Münchner Salon Maison Haase  zum Stadtgespräch wurden. An Beinen von Schauspielerinnen wie Ingrid Bergmann und Audrey Hepburn fand die Caprihose den Weg auf Kinoleinwände und in Modezeitschriften und von dort aus in immer mehr Kleiderschränke.

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Sonja de Lennart mit einer früheren Kundin,  namens Uschi Glas bei der Ausststellungseröffnung, Juli 2015

Eng geschnitten und an der Wade geschlitzt, avancierte das dreiviertellange Kleidungsstück zur koketten Ferien- und Freizeitbekleidung für die moderne Frau, die Ende der 1940er Jahre immer häufiger berufstätig war. Das sommerliche Beinkleid
symbolisierte die Sehnsucht nach Sonne, Süden und Sorglosigkeit. Wie viele andere Capri-Produkte wurde auch die Caprihose zum Inbegriff des damals begehrten Reiseziels
Italien. Ab den 1960er Jahren setzte sich die Caprihose schließlich als weltweites Modephänomen durch. Seitdem taucht sie immer wieder in den Kollektionen von
Modeschöpfern auf.

Und …

Sonja De Lennart kam 1920 als Tochter eines Industriellen in Breslau zur Welt. Nach dem Besuch einer Wirtschaftsschule entdeckte sie ihre Leidenschaft für Modedesign. Trotz starken Widerstands von Seiten ihres Vaters entschied sie sich, in Berlin Textilingenieurwesen zu studieren. Der Zweite Weltkrieg und die Flucht in den Westen raubten allerdings der Familie die bisherige Existenzgrundlage.

Unmittelbar nach dem Krieg, noch im Jahr 1945, eröffnete Sonja De Lennart zunächst im bayerischen Weilheim und dann in München ihre erste Boutique unter dem Namen „Salon Sonja“. Die zielstrebige De Lennart begann, erfolgreich eigene modische Kleidung
herzustellen. 1950 zog das Familienunternehmen in der Metropole Bayerns von der Salvatorstraße in die Maximilianstraße um.

Der Möglichkeit, auf der Münchner Handwerksmesse ein von ihr selbstentworfenes Kleid auszustellen, verdankt Sonja De Lennart ihren beruflichen Durchbruch. Die Nachfrage nach ihren Modellen wuchs stetig. Schnell begann sie mit der Herstellung weiterer Modelle nach eigenen Entwürfen.

Im Jahr 1955 eröffnete Sonja De Lennart ihr neues, wesentlich vergrößertes Modehaus in der Münchner Theatinerstraße. Der neue Name „Maison Haase“ bezog ihren Ehemann, Mainrath Haase, ein. Aus den Namen Mainrath und Sonja entstand zudem das französisch klingende „Maison“

Zu den Kunden zählten nationale und internationale Berühmtheiten aus Film und Theater wie Ingrid Bergmann, Gary Cooper, Maria Schell, Curd Jürgens oder Klaus Kinski. (Aus dem Presseheft zur Ausstellung)

Ursprünglich wurde diese Ausstellung in dem Museum „Geburtshaus Levi Strauss Museum in Buttenheim, 2014 gezeigt … in Augsburg wurde sie dann durch weitere Exponate ergänzt.

Sonja De Lennart2015

Sonja De Lennart, 2015

Aha … erst dachte ich mir … was hat denn Mode mit mir zu tun … und nachdem ich mir dieses kleines Heftchen zu dieser kleinen Ausstellung durchgelesen habe … kam ich ins grübeln — und kam nicht umhin, festzustellen – ob mir es nun passte oder nicht – dass das Thema Mode verdammt viel mit mir zu tun hat.

Nicht nur, dass ich den Mini-Rock sehr schick fand … nein … ich erinnerte mich plötzlich, wie ich als 14jähriger unbedingt einen Knautschlack-Mantel wollte, wie ich stolz war, den ersten Parka tragen zu können … bis hin zu jener Phase, als ich – berufsbedingt – im Nadelstreifenanzug durch die Räumlichkeiten einer Behörde wandelte.

Und so gesehen ist dieser kleine Ausstellungsführer ein sehr amüsantes Stück Zeitgeschichte … und gehört dann eben auch zu dem Thema „Wie wir wurden, was wir sind“.

Das blättern durch dieses Heftchen (16 Seiten) kann ich nur empfehlen, das es die zeitgeschichtlichen Zusammenhänge sehr präzise darstellt.

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Beispiel05

Beispiel06

Beispiel07

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Beispiel08