Dieter Falk – A Tribute To Martin Luther (2016)

FrontCover1.jpgAlso, an dieses Album bin ich mit einer gehörigen Portion Skepsis herangegangen …

Der Düsseldorfer Musiker, Komponist & Pianist Dieter Falk gehört mit fünf ECHO-Nominierungen für über 20 Millionen verkaufte CDs als Produzent (u.a. für PUR, Pe Werner, Monrose, Paul Young, Patricia Kaas und viele andere) seit vielen Jahren zur Spitze der deutschen Musikszene.

Seine über 100 CD-Produktionen u.a. für Roger Chapman, Nazareth, Brings, Reba McEntire, Francine Jordi, Detlev Jöcker, Die Priester, Nino de Angelo und Marque brachten Ihn mehrfach in die Top-Platzierungen der Verkaufs-Charts.

über 50 Platin- und Goldene Schallplatten sammelte der 59-jährige Musikproduzent & Arrangeur, der zudem für einige grosse TV-Sender als Musik-Experte tätig ist. Seine Kompositionen wurden u.a. interpretiert von Künstlern wie Daliah Lavi, Nana Mouskouri, Marshall & Alexander oder Guildo Horn.

DieterFalk02Dieter Falk zählt zu den versiertesten Pianisten des Landes. Der Musikprofessor an der Düsseldorfer Robert-Schumann Hochschule ist mehrfacher „Keyboarder des Jahres“ (Fachblatt Musikmagazin) „Klavierspieler des Jahres 2012“ (Bundesverband Klavier) und saß zwei Jahre in der Pro7 „Popstars“-Jury neben Nina Hagen und Detlef „Dee“ Soost. Daraus ging die Girlgroup „Monrose“ hervor, deren Debütalbum er auch mitproduzierte.

Als Pianist veröffentlichte Dieter Falk verschiedene Instrumental-CDs, die in Deutschland zu den meist verkauftesten Ihrer Art zählen. 2007 erschien „A Tribute to Paul Gerhardt“, das den Impala-Award für über 40.000 verkaufte Exemplare erhielt.

Zuletzt erschienen die mit dem Jazz-Award ausgezeichneten Alben „Celebrate Bach“ und „Toccata“ (Universal) die er als „Falk & Sons“ zusammen mit seinen beiden Söhnen Max (Drums) und Paul (Hammond & Vocals) eingespielt hat. Ebenso 2017 das Album „Tribute to Martin Luther“

In den 1980er Jahren arbeitete Dieter Falk als Produzent und Sessionmusiker in Los Angeles und Nashville u.a. zusammen mit Steve Lukather (Toto), Abe Laboriel, Alex Acuna (Weather Report), Jerry Hey, Chuck Findley, Dann Huff & Lee Konitz .

In Wolfgang Schmids Jazz-Rock Formation „Kick“ spielte er von 1989-1992 u.a. zusammen mit Billy Cobham, Nippi Noya, Peter Wölpl und Wolfgang Haffner.

DieterFalk0310 Jahre lang schrieb er für die Musikmagazine „Keyboards“, „Gitarre & Bass“ und „Fachblatt Musik-Magazin“ Piano und Band-Workshops, die monatlich in Kolumnen veröffentlicht wurden. Daraus entstand die Klavierschule „Rock-Pop-Piano-Workshop“ im Voggenreiter-Verlag und zuletzt 2015 sein Klavierbuch „23 Jazz & Pop Arrangements for Solo-Piano“

Seine 2010 und 2016 zusammen mit Librettist Michael Kunze geschriebenen Pop-Oratorien „10 GEBOTE“ und „LUTHER“ sahen über 400.000 Besucher und starteten mit über 50.000 teilnehmenden Sängern/innen einen neuen deutschen Chor-Boom.

Das ebenfalls in Zusammenarbeit mich mit Michael Kunze entstandene Musical „MOSES“ feierte 2013 Premiere am Theater St.Gallen und lief dort restlos ausverkauft in drei Spielzeiten bis 2015.

Obwohl Komponist für den BVB 100-Jahre-Song, schrieb er auch für den Lokalrivalen Schalke 04 das Musical „Kennst du den Mythos“. 2017 startete Dieter Falk sein Projekt „RockChor 60 plus“ in 15 deutschen Städten.

Zuletzt war Dieter Falk musikalischer Leiter der „Rotkäppchen Nacht der Chöre“ mit Revolverheld in Freyburg, Sachsen

Im März 2019 erschien seine Autobiographie „Backstage: Von PUR, Popstars & 10 Geboten“ (Bene-DroemerKnaur).

Dieter Falk wurde fünfmal für den Echo als erfolgreichster Produzent nominiert, die von Ihm produzierten Künstler-CD`s erhielten 10 ECHO-Auszeichnungen. Mit mehreren Musikprojekten konnte er über 50 Platin- und Goldene Schallplatten – für mehr als 20 Millionen verkaufte Tonträger – gewinnen)

3M Visionary Award (1996) für seine Produktion „Abentuerland“ mit PUR
Keyboarder des Jahres 1992-1995 (Fachblatt Musikmagazin)
Impala Award (2008) für sein Solo-Album „A tribute to Paul Gerhardt“
Jazz Award (2012) für „Celebrate bach“
Klavierspieler des Jahres 2012 (Bundesverband Klavier) (Selbstdarstellung)

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Und na ja … über Martin Luther brauch ich ja nicht viele Worte verlieren:

Martin Luther (* 10. November 1483 in Eisleben, Grafschaft Mansfeld; † 18. Februar 1546 ebenda), ein Augustinermönch und Theologieprofessor, war der Initiator der MartinLuther02Reformation. Er fand in Gottes Gnadenzusage und der Rechtfertigung durch Jesus Christus allein das Wesen des christlichen Glaubens. Auf dieser Basis wollte er damalige Fehlentwicklungen der Römisch-katholischen Kirche beseitigen und sie in ihrer ursprünglichen evangelischen Gestalt wiederherstellen („re-formieren“). Entgegen Luthers Absicht kam es zu einer Kirchenspaltung, aus der evangelisch-lutherische Kirchen und im Lauf der Reformation weitere Konfessionen des Protestantismus entstanden.

Die Lutherbibel, Luthers Theologie und Kirchenpolitik trugen zu tiefgreifenden Veränderungen der europäischen Gesellschaft und Kultur in der frühen Neuzeit bei. (Quelle: wikipedia)

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Fräst sich in die Gehörgänge… …und geht nicht mehr raus – ein etwas flapsiges Fazit nach dem ersten Hören. Detailliert: Hier hat sich Dieter Falk an Musik von Luther gewagt, sie für die heutige Zeit adaptiert und außerdem zwei Stücke aus seinem Pop-Oratorium „Luther“ dazugepackt. Letztere, das sei vorweggenommen, fügen sich genial zu den anderen Bearbeitungen.

Der Albumtitel „A tribute to…“ ist Programm. Fast alle der bearbeiteten Stücke erkennt man sofort wieder – sie werden transferiert, aber nicht auf dem Altar der Moderne geschlachtet. Zur Erinnerung: Dieter Falk hat unter anderem Kirchenmusik studiert und war jahrelang in der NGL-Szene („Neue geistliche Lieder“) mit seiner Band als Begleitung der Liedermacherin Inge Brück unterwegs – geistliche Musik ist ihm kein Fremdwort, und er geht die Stücke mit dem gebührenden Respekt an.

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Sympathisch sein Vorwort, in dem er eine ganze Reihe Rahmeninfos gibt, sowie seine detaillierten Bemerkungen zu jedem einzelnen Stück. So sieht ein perfektes Booklet aus…
Der musikalische Inhalt ist ein echtes Überraschungspaket – da ist alles drin, von eher verträumten Piano-Passagen über Big-Band-Sound und Rockmusik. Hierzu insbesondere der Anspieltip „Nun komm der Heiden Heiland“: Beginnt als ruhige Ballade, ein Cello übernimmt das Motiv, die Musik wird mit kompletter Band breiter und zum modernen Pop, dann wieder der Schluß als Pianoballade. Luthers ursprünglich „feste Burg“ gospelt so richtig fröhlich los, getreu Luthers Ansicht „Musik vertreibt den Teufel und macht die Menschen fröhlich“. Sogar das eher melancholische „Aus tiefer Not“ verbreitet keinesfalls Weltuntergangsstimmung…

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Kann kirchliche Musik also fröhlich stimmen? Jawohl, sie kann. Und auch in modernem Gewand, geschickt gemacht wie hier, verliert sie nicht ihre Kraft.
Ich denke, diese CD würde auch dem guten Dr. Martin Luther gefallen – war ihm doch auch damals die „neue“ Kirchenmusik, die er schuf, wichtiger Bestandteil, um die damalige Kirche den Menschen wieder näher- bzw. zurückzubringen. Unbedingte Hörempfehlung! (K. Neumann)

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Und auch mich hat dieses Album immer wieder mal überraschenderweise berührt … z.B. bei dem „Osterlied (Christ ist erstanden)“ … die Melodie stammt aus dem 11. Jahrhundert und Deier Falk macht daraus eine derartig stimmige Piano-Ballade … Respekt !

Er und seine hochkarätigen Begleitmusiker machen aus diesem Album ein wirkliches Überraschungspaket ..

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Einer besonderen Erwähnung bedarf noch das Begleitheft. Hier informiert Falk ziemlich kenntnisreich über die Hintergründe der einzelnen Kompositionen … von daher eine sehr willkommene Ergänzung.

Ach ja … und heute ist der sog. Reformationstag …

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Besetzung:
Stephan Braun (cello)
Allard Buwalda (saxophone)
Dieter Falk (piano)
Max Falk (drums, percussion)
Paul Falk (organ)
Wolfgang Haffner (drums)
Jel Jongen (trombone)
Rik Mol (trumpet)
Bruno Müller (guitar)
Serge Plume (trumpet)
Sandra Sahupala (percussion)
Ossi Schaller (guitar)
Christoph Terbuyken (bass)
+
Das Babelsberger Filmorchester
+
The Jayhorns (brass)

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Titel:
01. Osterlied (Christ ist erstanden) (Traditional) 3.25
02. An der Zeit (Luther) 4.08
03. Ein feste Burg (Luther) 3.25
04. Nun freut euch, lieben Christen g’mein (Luther) 2.47
05. Kyrieleis (Nun bitten wir den Heiligen Geist) (Traditional) 4.30
06. Luther in Worms (D.Falk) 4.58
07. Nun komm der Heiden Heiland (Luther) 3.46
08. 
Gelobet seist Du (Luther) 3.25
09. Multiplikation (Kunze/P.Falk) 4.16
10. Aus tiefer Not (Bach/Luther) 4.49
11. Vom Himmel hoch (Luther) 3.50
12. In Dulci Jubilo (Nun singet und seid froh) 4:27

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Martin Luther (* 10. November 1483 in Eisleben, Grafschaft Mansfeld; † 18. Februar 1546 ebenda)

Und eine ketzerische Gegenschrift zu diesem Album findet man dann hier.

Und ein kleines feines Video von der Studioarbeit zu diesem Album: