Harald Feller – Julius Reubke & Franz Liszt (1982)

FrontCover1Ganz sicher einer Organist der Extraklasse:

Harald Feller (geboren 1951 in München) studierte an der Münchner Musikhochschule die Fächer Orgel (bei Franz Lehrndorfer) und Kirchenmusik. Es folgten weitere Studien in Paris (bei Marie Claire Alain). Feller war Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Aus verschiedenen nationalen und internationalen Interpretationswettbewerben in München, Berlin und Nürnberg ging er als Preisträger hervor. 1979 wurde ihm der Förderpreis für Musik des Bayerischen Staates zuerkannt und 1983 gewann er den international renommierten Improvisationswettbewerb in Haarlem (Holland).
1978 erhielt Feller einen Lehrauftrag an der Musikhochschule in München. Ab 1980 arbeitete er als Dozent an der Fachakademie für kath. Kirchenmusik und Musikerziehung Regensburg, bis er 1983 einen Ruf als Professor an die Musikhochschule in München erhielt, wo er seither eine eigene Orgelklasse betreut.
Eine rege Konzerttätigkeit in Europa, USA und Südkorea sowie Aufnahmen von Rundfunkproduktionen, CDs (Grand Prix international du disque Liszt) und Filmmusik („Schlafes Bruder“) ergänzen die künstlerisch-pädagogische Arbeit. Das breite Spektrum des Musikers zeigt sich u. a. in seinen über das Instrumentale hinausgehenden Aktivitäten als Chorleiter und Komponist (u. a. mit Werken für Chor, Orgel, Orchester und Kammermusik). (Selbstdarstellung)

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Hans Feller

Hier eine seiner zahlreichen Orgelaufnahmen, und da hat er sich z.B. einer Orgelkompositon des mir total unbekannten Julies Reubke gewidmet:

Julius Reubke (* 23. März 1834 in Hausneindorf bei Quedlinburg; † 3. Juni 1858 in Pillnitz bei Dresden) war ein deutscher Pianist, Organist und Komponist.
Inhaltsverzeichnis

Er war ein Sohn des Orgelbauers Adolf Reubke. 1856 kam Reubke nach Weimar und

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Julius Reubke

wurde dort Schüler von Franz Liszt. Neben einigen kleineren Werken schrieb er zwei groß angelegte Sonaten: die Klaviersonate in b-Moll und die Orgelsonate „Der 94. Psalm“ in c-Moll. Die Orgelsonate kann man als großangelegte symphonische Dichtung auffassen. Sie ist in einer düsteren und unruhigen Stimmung gehalten. Die Sonate, die nicht wenige technische Schwierigkeiten aufweist, gehört zum Standardrepertoire der Konzertorganisten.

Reubkes harmonische Sprache ist mit ihren Modulationen und Vorhalten teilweise sehr kühn, beispielsweise die Dissonanzen im Finalsatz der Klaviersonate.

Reubke starb 1858 in Pillnitz und wurde auf dem Hosterwitzer Friedhof beerdigt. Sein Grab ist nicht erhalten. Am 31. Juli 2015 wurde von der Gesellschaft der Orgelfreunde an der Außenwand der Kirche „Maria am Wasser“ in Hosterwitz eine Gedenktafel (Ole Göttsche) angebracht. (wikipedia)

Weitaus bekannter war und ist da schon der Franz Liszt:

Franz Liszt (ungarisch Liszt Ferenc(z) (* 22. Oktober 1811 in Raiding/Doborján, Königreich Ungarn, Kaisertum Österreich; † 31. Juli 1886 in Bayreuth), war ein ungarisch-österreichischer Komponist, Pianist, Dirigent, Theaterleiter, Musiklehrer und

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Franz Liszt

Schriftsteller mit deutscher Muttersprache.

Liszt war einer der prominentesten und einflussreichsten Klaviervirtuosen und mit einem Œuvre von über 1300 Werken und Bearbeitungen[2] zugleich einer der produktivsten Komponisten des 19. Jahrhunderts. Zwar ist ein großer Teil seines Gesamtwerkes der Klavierliteratur zuzuordnen, doch gab Liszt mit der Entwicklung der Sinfonischen Dichtung auch in der orchestralen Musik deutliche Impulse. Sein Konzept der Programmmusik und die Verwendung neuartiger harmonischer und formaler Mittel machten ihn – neben Richard Wagner – zum bekanntesten Protagonisten der Neudeutschen Schule.

Er war Mitbegründer des Allgemeinen Deutschen Musikvereins. 1859 wurde er als Ritter von Liszt in den österreichischen erblichen Ritterstand erhoben. Im Alter von 54 Jahren empfing er in Rom die niederen Weihen und den Titel Abbé. (wikipedia)

Und nun, die Fachpresse war damals ganz aus dem Häuschen:
„Harald Feller erweist sich als ein Organist, der mit Schwung, Energie, Klangfantasie und viel lyrischem Empfindungsvermögen die beiden Großwerke von Liszt und Reubke zur Darstellung zu bringen vermag. …beeindruckende Virtuosität und Brillanz…Eine kurzweilige Platte, bei der das Zuhören Spaß macht.“ ((Gottesdienst und Kirchenmusik 5/83)
„Bei Feller ist einfach alles zu hören, was der oft genug klavieristische Satz zu hören erlaubt…makellose Technik und überaus präzise Artikulation …Fellers Schallplatte ist trotz, oder gerade wegen der Unzahl von Einspielungen derselben Werke ein „Muß“, nicht nur für Sammler.“ (Der Kirchenmusiker 1/84)
„…Auf dieser Platte wird Harald Feller von den erlesenen Klangmöglichkeiten beflügelt und verhilft den beiden Erzgroßwerken der Orgelromantik zu einer Realisierung in strahlender Schönheit…“ (ars organi 12/83)

„…Um diese gestalterisch höchst anspruchsvolle Vortragsfolge dem Hörer innerlich nahezubringen, ist neben einer alle Möglichkeiten bietenden Kathedralorgel – wie hier – sowie ihrer technischen und klangfarblichen Beherrschung vor allem das innere Mitgehen, ein Gefühl des Verbundenseins des Interpreten mit dieser Musik, wichtigste Voraussetzung. Sie erscheint mir bei dem erst 32jährigen bereits vielfach ausgezeichneten Spieler so weitgehend gegeben, daß man seine Einspielung neben die hochrangigen älteren stellen kann….“ (Fonoforum 1/83)

„…Sowohl die stürmisch schwungvollen als auch die lyrisch meditativen Passagen der beiden Stücke gestaltet Feller überzeugend. Eine der besten Orgelschallplatten der letzten Zeit!“ (musica sacra 1/83)

Nun denn, das sollte wohl reichen, dass ein Freund der gepflegte Orgelmusik hier zugreifen mag.

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Besetzung:
Harald Heller (organ)

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Titel:
01. Fantasie und Fuge über „Ad nos ad salutarem“ (Liszt) 25.50
02. Sonate c-moll (der 94-ste Psalm) (Reubke) 22.24

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