Rainhard Fendrich – aufLeben (2004)

FrontCover1.jpgDas Jahr 2003 stelle für den Rainhard Fendrich Jahrgang 1955) eine Zäsur dar. Denn er trennte sich von mit Andrea Sator, mit der er von 1984 bis 2003  verheiratet war.

Wer so eine Trennung nach viele Jahren schon mal selber erlebt hat, kann erahnen, in welch sensibler Lebensphase da man sein kann.

Dies gilt auch dann, wenn man quasi gleich eine neue Partnerin hat, in diesem Fall war die die Musicaldarstellerin Ina Wagler-Fendrich (Jahrgang 1975), hm … 2o Jahre jünger also … hm … grübel …

Nun gut … auf jedem Fall ist ihm mit diesem Album ein Geniestreich gelungen:

Nach Rosenkrieg im Hause Fendrich nun die musikalische Aufarbeitung mit dem Album Aufleben. Seit Jahrzehnten definiert der Österreicher das Männerbild je nach eigener Befindlichkeit neu, mal „Macho Macho“, dann „Männersache“. Derzeit singt der BluesHerzblatt-Spezialist geläutert und zerknirscht über das persönliche Gefühlschaos, eingebettet in spanisch inspirierte Arrangements, eher an Schlager denn Rockmusik angelehnt, wie beim Duett mit Carmen Jaime „Soy tu vida (…weil ich dein Leben bin)“, den Liedern „So wie eine Tänzerin“, „Knall“, „Wenn du mich liebst“ oder „Nicht der Rede wert“. Tiefer gehen da schon die traurige Mollballade „Engel“, das berührende spanische Traditional „Serenata por un amigo“ und der einzige, im Dialekt gesungene Titel „Schlaf mit dein‘ Herzschlag ein“.

Bei so viel Innenschau ist man doch froh, dass Fendrich nicht ganz den Humor verloren hat, mit dem Vocoder-Gesang auf „Metrosexuell“ ein bisschen am modernen Männerbild der Hochglanz-Gazetten kratzt und schwarzhumorig über das „Damenkränzchen Tarantula“ sinniert. Freund Harold Faltermeyer hat produziert und dabei ein paar opulente Szenarien am Rande dieser Gefühlsachterbahn aufgefahren, wobei „Er war ein Star“ doch arg ins Klischee rutscht. Da baden wir lieber im deutsch-deutschen Melodram „Berlin“. Insgesamt ein sehr zerrissenes Gefühlsbad dieses Aufleben, stabiler Standort noch nicht gefunden. (Ingeborg Schober)

Es geht ein Raunen
Alle Wege führen wieder nach Berlin
Die Welt soll staunen
Wenn sie den Phönix aus den Mienenfeldern fliegen seh´n
Kannst wieder Leben wie´s Dir passt
Nicht immer hat man Dich geliebt
Dich hat schon mal die ganze Welt gehasst
veränderst täglich Dein Gesicht
bist eitel wie die Dietrich
Divas sterben ohne Licht
Auf einmal herrschte Einigkeit
Zum Teufel mit der Ewigkeit
Die Heimat will ihr Herz zurück
Um jeden Preis in einem Stück
Berlin
Zerstört. doch nie besiegt
Jede Menge abgekriegt
Für jedes Kind
ein Monument
Für alles was man Freiheit nennt
Berlin
Sie hab´n´s Allen vorgemacht
mit einem Schlag in einer Nacht
nicht mehr zu zuseh´n ,einfach loszu geh´n
sie war´n die Helden von Berlin
Marx und „Honnie“ sind passe
Heut trifft man Sony und Cartier
Die machen alle wieder gleich
Fast wie im Himmelreich
Noch kocht das Blut vor Euphorie
Nur hie und da am Bahnhof Zoo
Ein nerviges ;“Was guckst Du so!“
Und nichts ist anders mehr, als anderswo
Geteiltes Leid ,geteiltes Glück
Die Einen dreh´n die Zeit zurück
Die „unvermummt“ nach vorne geh´n
Das sind die Helden von Berlin
Das sind die Helden von Berlin
Es geht ein Raunen,
alle Wege führen wieder nach Berlin

Man achte mal bei diesem Song, „Berlin“ auf das Gitarrensolo .. mehr sag´ ich nicht.

Booklet03A.jpg

Auch das 13.Studioalbum von Rainhard Fendrich hat keinerlei Abnützungserscheinungen. Wie viele seiner Vorgänger erreichte auch dieses Album die Nummer 1 in Österreich, und war sagenhafte 43 Wochen in den Charts. Auch in Deutschland, wo andere Österreicher erfolgreicher waren , schaffte es dieses tolle Album immerhin bis auf Platz 43. Das Album brachte Herr Fendrich nach einer sehr schwierigen privaten Phase( darüber sollen andere berichten, oder Schmutzwäsche waschen) auf den Markt. Ich finde dieses Album gerade deswegen als sehr reif und super durchdacht. Es ist eine Freude wie abwechslungsreich, vom spanischen Soy tu vida bis zu der wunderschönen Ballade Schlaf mit dein“Herzschlag ein (für mich textmäßig eine der besten Rainhard Fendrich Balladen überhaupt) dieses Werk rüberkommt. Auch ENGEL ist äußerst anspruchsvoll und wunderbar angenehm zu hören. Man kann auch ein bisschen schmunzeln, bei METROSEXUELL, wo er uns eitle Männer aufs Korn nimmt – genial. Rundum ein reifes wunderschönes Werk des österreichischen Liedermachers. (Salchner Bernhard)

Oder auch einfach schlicht und ergreifend: ein verdammt reifes Album eines Mann, der mein Jahrgang ist, vielleicht trifft er deshalb auch genau meinen Nerv, vielleicht singt er hier auch stellvertretend für mich, weil mir immer die passenden Worte fehlen.

BackCover1.jpg

Besetzung:
David Bell (bass)
Harold Faltermeyer (keyboards)
Rainhard Fendrich (vocals, guitar)
Bumi Fian (trumpet)
Martin Fuss (reeds)
Christian Radovan (trombone)
Stephan Maass (percussion)
Robby Musenbichler (guitar)
Peter Wrba (drums)
+
background vocals;‘
Monika Ballwein – Stella Jones – Ina Nadine Wagner – Kathrin von Schallenberg – Tina Frank
+
Carmen Jaime (vocals)

Booklet01A.jpg

Titel:
01. Soy Tu Vida (Fendrich/Faltermeyer) 3.32
02. Knall (Fendrich/Faltermeyer) 3.19
03. Berlin (Fendrich/Faltermeyer 5.04
04. Wenn du mich liebst (Fendrich) 3.02
05. So wie eine Tänzerin (Fendrich) 3.05
06. Engel (Fendrich) 3.38
07. Er war ein Star (Fendrich) 4.57
08. Metrosexuell (Fendrich/Faltermeyer) 3.52
09. Der Frauentröster (Fendrich/Faltenmeyer) 2.32
10. Damenkränzchen Tarantula (Fendrich/Faltermeyer) 3.39
11. Nicht der Rede wert (Fendrich) 3.01
12. Schlaf mit dein‘ Herzschlag ein (Fendrich) 2.24
13. Serenata Por Un Amigo (Fendrich) 2.28

CD1.jpg

*
**

Illustration.jpg

Mädchen sieht man wunderschön
Geht man den Strand entlang
Und sich nach ihnen umzudreh´n
Ist einfach nur ein Drang

Mädchen trifft man überall
Lacht dich eine an
fühlt man sich endlich wieder mal.
Rund herum als Mann.
Man kennt die reichen New York Ladies
Man kennt die Girls von L.A.
Man kennt die Göttinnen von Mailand und Paris
Sind sie noch so zuckersüß
Du siehst einfach nicht mehr hin

So wie eine Tänzerin
Zieht dich keine in ihren Bann
So wie eine Tänzerin
Zeigt keine was sie kann.
So wie eine Tänzerin
Verspricht es keine Frau
So wie eine Tänzerin
Lacht Dir keine den Himmel blau.

Es kommt Dir vor als würd´ sie schweben
Wenn sie mit ihrer Leichtigkeit
Die Musik erweckt zum Leben
Doch am schönsten muss es sein
Tanzt sie nur für dich allein

So wie eine Tänzerin…..

Sie wird dich nur so lange lieben
Solang ´ihr die Musik gefällt
Sie wäre gerne noch geblieben
Heute tanzt sie noch für dich
Morgen für die ganze Welt

So wie eine Tänzerin …

Sie bleibt ein Kind in ihren Träumen
Sie ist viel mehr als eine Frau
Sie hat stetes Angst ihr leben zu versäumen
Doch wer ihr jemals unterlag
Machte sie die Nacht zum Tag.

So wie eine Tänzerin …

Verschiedene – Skandal! – 30 Jahre Spider Murphy Gang -Mir feiern a bayerische Band (2007)

FrontCover1Es gibt wohl nicht viel deutsche Bands, die ein ‚“Tribute“ Album spendiert bekommen haben.

Die Spider Murphy Gang ist eine davon:

Die schelmisch-freche Hommage von Michael Mittermeier, „Ein Skandal wird 30!“ am Schluss des Albums Skandal! Wir feiern a bayerische Band – 30 Jahre Spider Murphy Gang, bringt es auf den Punkt. Neben den 17 Künstlern, die sich auf teils verblüffende Weise die Ohrwürmer der bayerischsten aller Rock n Roll-Band zur Brust nehmen, umreißt der Comedystar das Phänomen und dessen immensen Einfluss auf bayerischen Blues, Rock, Punk – und auch Comedy. Die Lieder der Spider besitzen hohe Elastizität, doch selbst bei Versionen, die stilistisch enorm vom Origianl abrücken, wie etwa Blumentopf mit einer Hip-Hop-Variante von „Amerika“ oder String of Pearls „Herzklopfen“ als Couplet, blitzt noch der gradlinige Rock‘n‘Roll-Witz durch.

Die stilistische Vielfalt von Bananafishbones bis Rainhard Fendrich, von läßigem Country bis krachigem Punk ist so riesig, dass sich viele Highlights aneinanderreihen. Zeitgenossen wie Werner Schmidbauer, Willy Michl, EAV schlüpfen nahtlos ins Spider-Kostüm, wobei Hans-Jürgen Buchner (Haindling) auf seine einzigartig wehmütige Weise die „Rosmarie“ interpretiert, Dr. Will den „Cadillac“ zu einem schrägen New-Orleans-Krimi ausmalt, und die Ludwig Seuss Band „Vic-a-vis“ als Cajun hört.

Booklet01A

Den größten SMG-Hit „Skandal im Sperrbezirk“ rotzt die junge Band Killerpilze so frisch und enthusiastisch hin, als wäre er ihr gerade selber eingefallen. Dieses Tribute-Album zeigt, wie viele zeitlose Klassiker á la „Schickeria“ die Münchner über ihre Heimatstadt geschrieben haben und damit längst in die Alltagssprache eingegangen sind. (Ingeborg Schober)

Neben einem lustigen Schlusswort vom Michael Mittermeier, finden sich hier 17 Künstler der untschiedlichsten Art ein, um eine Band zu würdigen, die im letzten Jahr ihr 30jähriges Jubiläum feiern durfte.

Booklet03A.jpg

Die Spider Murphy Gang, die in den Achtzigern einen Hit nach dem anderen hatte und dessen „Skandal im Sperrbezirk“ und „Schickeria“ auch heute noch zu den Klassikern im Radio und auf Konzerten zählen.

Neben meiner Meinung nach einigen leichten Durchhängern wie beispielsweise die Fassung vom „Cadilac“ (Dr. Will) oder „Autostop“ (Claas Vogt) findet man hier einen gelungen Überblick über das Schaffen der Spider Murphy Gang und das in oftmals ungwohnter musikalischer Art, die einem die Frage stellt, warum haben die Spiders nicht selber einmal ihre alten Hits im neuen Gewand aufgenommen?

Booklet04A

„Zwoa Zigaretten“ von den Bananafishbones im coolen Countrystyle, „Rock’n’Roll Rendezvous“ vom EAV Frotnman Klaus Eberhartinger, der diesem genialen Song ein völlig neues Leben einhaucht mit seiner lässigen Art seines Gesanges, „Schickeria“ (Rainhard Fendrich im sympathischen Wiener Schmäh) sowie „Vis-a-Vis“ vom Spiderskeyboarder Ludwig Seuss sind in meinen Augen die Höhepunkte dieser, wie ich finde genialen, CD. Auch die mir zunächst ungewohnte Art „Amerika“ (Blumentopf), die mit dem Orginal nur noch der Sample „Amerika“ vom Günther gemein hat oder der „Skandal“ von den Killerpilzen, gefällt einem nach mehrfachen hören, da hier diese Songs völlig anders, frisch und jung daher kommen. Respekt an die Spiders, das sie diese Songs so abgenommen haben. Auch „Herzklopfen“ im 50ties Style von String of Pearls, die „Rock’n’Roll Schuah“ von der bayerischen Rock’n’Roll Combo „Cagey Strings“ oder die geniale Umsetzung von „Rosemarie“ vom Hans Jürgen Buchner (Haindling) sowie das Instrumentalstück „Sommer in der Elisabeth“ vom Wortakrobaten Willy Astor, der hier gekonnt die beiden Hits „Sommer in der Stadt“ und „Pfiat di Gott Elisabeth“ kombiniert sind wahre Ohrenperlen.

Booklet05A.jpg

Durch und durch ein Sampler, der auf den ersten Blick überraschend daherkommt aber – vor allem durch mehrmaligen Hörens – seine Vielfalt aufzeigt, da er völlig andere musikalische Wege geht und den Songs ein neues und frisches sowie modernes Leben einhaucht ohne den Song in seiner Art und Weise, wie er im Orginal klingt, zu zerstören.

Wie schon eingangs erwähnt, frage ich mich, warum haben die Spiders diesen Weg nie eingeschlagen? Mut zu neuem. Warum nicht eimal die eigenen alten Hits im neuen Gewand? (Matty)

Vielleicht deshalb, weil die Originalversionen dann doch die feinsten Versionen bleiben, das trübt aber nichts an diesem netten Tribute Album. Allerdings fehlte mir dann doch der großartige, textlich so ganz andere Song „FFB“ !

BackCover1

Titel:
01. Bananafishbones: Zwoa Zigaretten (Sigl) 2.21
02. Werner Schmidbauer: Sommer in der Stadt (Sigl) 3:18
03. Klaus Eberhartinger: Rock’N’Roll Rendezvous 3:03
04. Killerpilze: Skandal Im Sperrbezirk (Berry/Sigl) 3:04
05. Hans-Jürgen Buchner (Haindling): Rosmarie (Busse) 2:58
06. Rainhard Fendrich: Schickeria 3:37
07. Willy Michl: Schuitog 4:33
08. Willy Astor: Sommer in der Elisabeth 3:31
09. Ludwig Seuss Band: Vis-A-Vis 3:57
10. Blumentopf: Amerika 3:38
11. United Balls: Mit’m Frosch im Hois und Schwammerl in de Knia 3:27
12. Viva Voce: Ich Grüße Alle Und Den Rest Der Welt 2:59
13. Dr. Will: Cadillac 4:12
14. The Fabulous Braincandy: Uh Uh I Fancy You (Oh Oh I Mog Di So) 2:08
15. Cagey Strings: Rock’N’Roll Schuah 2:54
16. String Of Pearls: Herzklopfen 4:08
17. Claas Vogt feat. B. Flintstone: Autostop (Berry/Sigl) 424
18. Michael Mittermeier: Ein Skandal wird 30! (Mittermeier/Kemmler) 7.48

CD1

*
**

SpiderMurphyGang2017_01

Die Spider Murphy Gang im Jahre 2007

Rainhard Fendrich – Und alles is ganz anders wordn´n (1981)

FrontCover1Rainhard Jürgen Fendrich (* 27. Februar 1955 in Wien) ist ein österreichischer Liedermacher, Moderator und Schauspieler. Er zählt zu den erfolgreichsten Vertretern des Austropop und prägte dieses Genre entscheidend.

Rainhard Fendrich verbrachte seine Schulzeit in einem katholischen Internat. Er fand sich nach eigenen Angaben als Kind „dicklich“ und wenig attraktiv. Als er mit 15 eine Gitarre bekam, brachte er sich selbst die Griffe bei und begann auch zu texten. Damalige frustrierende Erfahrungen mit Mädchen finden ihren Ausdruck später, beispielsweise in Cyrano (1991) oder Frieda (2001). Ein Jura-Studium brach er ab, um mit verschiedenen Jobs Schauspiel- und Gesangsunterricht zu finanzieren.

Fendrich trat ab 1980 am Theater an der Wien auf (in Die Gräfin vom Naschmarkt), und gab dort 1982 den Judas im Erfolgsmusical Jesus Christ Superstar. 1980 war er auch von Hans Gratzer für eine Aufführungsserie des Hamlet im Schauspielhaus verpflichtet worden, hatte einen seiner ersten Fernsehauftritte als Sänger in der ORF-Sendung Wir-extra zugunsten von Kindern in der dritten Welt und bekam den ersten Plattenvertrag.

In Tritsch Tratsch folgte 1981 ein weiterer Auftritt mit dem Lied Zweierbeziehung (eines Mannes mit seinem Auto). Das Debütalbum Ich wollte nie einer von denen sein erschien im Mai desselben Jahres, konnte aber zunächst keine hohen Verkaufszahlen erzielen.

Fendrich1980Monate später, im August 1981, landete er mit Strada del sole (in ähnlichem Stil, über eine „Urlaubs-Beziehungskiste“) den österreichischen Sommerhit des Jahres. Insgesamt verkaufte sich die Single 99.000 Mal in Österreich, was dem heutigen Status von 3-fach Platin entsprechen würde. Ebenso erfolgreich war das zweite Album Und alles ist ganz anders word’n. Mit Schickeria und Oben Ohne folgten 1982 die nächsten Nummer-Eins-Hits. Zu dieser Zeit wurde Fendrich bereits als Shooting-Star des Austropop gefeiert. (Quelle: wikipedia)

Hier nun sein 2. Album:
„Das zweite Werk von Fendrich nach seinem heterogenen Einsteiger „Ich wollte nie…“ ist z.T. ein erster Schritt in den heutigen Fendrich, aber doch auch ganz anders als das, was er heute macht. Sie ist zweigeteilt (auf der Original-Vinyl waren das A und B-Seite). Zunächst kommen einige der schmissigeren, witzig-ironischen Lieder, von denen keines ein Hit wurde. Aber sie sind der witzige Fendrich in Bestform (mit Ausnahme des fürchterlichen Absturzes „Polyäthylen“). Das ist kein Musik-Kabarett und Gruppen wie EAV haben bissigere, bessere Ironie geschrieben, aber es ist sehr gut!  „Strada del Sole“, diese geniale, locker-luftig klingende Ironie auf Italophilismus wurde dann Fendrichs erster großer Hit.
Die zweite Seite ist was ganz anderes. Es sind sehr (!) melancholische, ruhige Lieder, meist im Wechsel zwischen Sprechgesang und Melodieanteil vorgetrage, ganz sparsam instrumentiert. Fendrich ist hier noch nicht der Liedermacher oder gar Popsänger späterer Jahre, sondern ein österreichischer Chansonier. Wie man es von ihm kennt, sind seine Texte nicht von höchstem Niveau und haben immer einen Schuss Naivität, aber sie sind sehr dicht, sehr emotional und sehr gut vorgetragen.
Wegen des Überhangs der melancholischen Lieder im ganzen eher eine CD für Freunde des Chansons in seiner modernen alpenländischen Form.

Booklet01A

Besetzung:
Tommy Böröcz (drums)
Gerhard Breyer (background vocals, typewriter)
Ernst Chwatal (strings)
Gottfried Ettl (effects)
Rainhard Fendrich (vocals, guitar, effects)
Erwin Kienast (keyboards, strings)
Mischa Kraus (bass)
Martin Kunz (guitar)
Anja Lechner (cello)
Peter Ludwig (piano)
Peter J. Müller (harmonica)
Alexander Munkas (drums, percussion)
Herbert Novacek (bass)
Andi Steirer (percussion)
Ina Wolf (background vocals)

BackCover1

Titel:
01. Razzia (Fendrich) 4.17
02. Schickeria (Fendrich) 3.36
03. Bodybuilder (Fendrich) 3.00
04. Strada Del Sole (Fendrich) 3.16
05. Polyäthylen (Fendrich/Breyer/Prokopetz) 3.46
06. Und alles is ganz anders word’n (Fendridch) 5.10
07. Sonnenuntergänge (Fendrich) 4.51
08. Ich hasse deine Liebe (Fendrich) 4.15
09. Deine Mutter (Fendrich) 3.59
10. Lass di falln (Fendrich) 3.53
11. Liebeslied (Fendrich) 2.47
12. Wien (Fendrich/Ludwig) 4.00

LabelB1.JPG

*
**

Rainhard Fendrich – Ein Saitensprung (2002)

FrontCover1Wahrlich eine Gala-Show. wahrlich eine Gala-Show der Extraklasse:

Auf Ein Saitensprung wartet Rainhard Fendrich mit einer handfesten Überraschung auf. Seine Anhänger kennen ihn als Liedermacher und Hitsänger von Song-Satiren („Oben ohne“, „Es lebe der Sport“, „Macho Macho“), liebten ihn als TV-Moderator von Herzblatt, applaudierten ihm als Musical-Komponisten (Wake Up) und haben ihn gerne als Fernseh- und Filmschauspieler gesehen. Als Interpret alter Schlager und Jazzstandards ist er hingegen bisher nicht in Erscheinung getreten. Genau in dieser Rolle präsentiert sich Fendrich — sozusagen die österreichische Antwort auf Robbie Williams — jetzt in einem Live-Mitschnitt aus dem Wiener Musentempel Ronacher. Und auch in dem Fach macht er eine erstaunlich gute Figur. Ein Mann mit vielen Gesichtern!

Am 10. und 11. Juni 2002 zeichnete der Künstler mithilfe der vielköpfigen One Night Stand Band diese Gala-Show für das Fernsehen auf. Im feinen Zwirn, d. h. mit Smoking und Fliege gab er im „Jurassic Park der Fernsehunterhaltung“ (O-Ton Fendrich) überzeugend den Entertainer der alten Schule. Er swingte mit Fingerschnipp-Rhythmus und echtem Jazzfeeling durch Klassiker wie Cole Porters „Let’s Do It“, Kurt Weills „Mackie Messer“ und Bert Kämpferts Welt-Hit „Dankeschön“. Er bot Spaß bringende Neufassungen von deutschen Schlagern aus grauer Vorzeit („Ganz in Weiß“, „Kalkutta liegt am Ganges“, „Souvenirs“, „Das machen nur die Beine von Dolores“). Und er trug ein paar Ohrwürmer vor, für die er eigens neue, lustige Textzeilen verfasst hatte („Schöner Gigolo“, „Zuckerpuppe“ etc.).

RainhardFendrich
Als Gäste konnte der Wiener prominente Kollegen begrüßen: Mit Bill Ramsey stimmte er den Oldie „The Lady Is A Tramp“ an, PRO7-Talkmasterin Arabella Kiesbauer gab sich in „Lady Sunshine“ als gar nicht mal schlechte Sängerin die Ehre, und Udo Jürgens schaute für eine Duettversion seines Stückes „Ich glaube“ vorbei. Ein rundum gelungener Seitensprung. (Harald Kepler)

Ein bunter Strauß alter und bekannter Melodien, manchmal kommt so ein Gala-Konzert wirklich zur rechten Zeit !

Fendrich

Besetzung:
Monika Ballwein (background vocals)
David Bell (bass)
Josef Buchartz (trumpet)
Rainhard Fendrich (vocals)
Karl „Bumi“ Fian (trumpet)
Maria Frodl (cello)
Martin Fuss (saxophone, clarinet, flute)
Nina Heidenreich (violin)
Stella Jones (background vocals)
Stephan Maass (percussion)
Mario Gherorgiu (violin)
Kota Morikawa (viola)
Robert Musenbichler (guitar)
Hannes Oberwalder (keyboards)
Thomas Rabitsch (keyboards)
Christian Radovan (trombone)
Peter Wrba (drums)
+
Udo Jürgens (vocals bei 09.)
Bill Ramsey (vocals bei 02.)

Booklet01A

Titel:
01. In der Stille der Nacht (Porter/Mleinek) 5.16
02. The Lady Is A Tramp (Rodgers/Hart) 2.57
03. Das machen nur die Beine von Dolores (Jary/Balz) 3.37
04. Zuckerpuppe (Gietz/Bradtke) 2.46
05. Kalkutta liegt am Ganges (Gaze/Bradtke) 1.55
06. Souvenirs (Cy) 2.10
07. Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett (Gietz/Bradtke) 3.16
08. Dankeschön (Kämpfert/Schabach/Fendrich) 3.06
09. Ich glaube (Jürgens/Brandin) 3.54
10. Sei mal verliebt (Porter/Mleinek) 2.32
11. Für mich soll’s rote Rosen regnen (Hammerschmidt/Knef) 3.21
12. Sommerwind (Mayer/Bradtke) 3.05
13. Schöner Gigolo (Casucci/Brmmer) 3.42
14. Der g’schrupfte Ferdl (Bronner) 4.36

CD1

*
**

Wer an weiterführenden Informationen, die zur Vertiefung
der einzelnen blog-Beiträgen dienen, interessiert ist,  benötigt ein Passwort.
Dazu schreibe man an

post-fuer-sammelsurium@gmx.net

 

Rainhard Fendrich – Von Zeit zu Zeit (1989)

frontcover1Ein wahrlich bemerkenswertes Album !

Persönliche Lieder können gründlich ins Auge gehen. Der Österreicher widmet solchen Stücken verwegenerweise die halbe CD – und läuft zu Hochform auf: nachvollziehbar erzählte und hintersinnig verpackte Anekdoten statt fader Selbstbespielungen. Dazu gehört nicht nur Talent, sondern auch Mut. Fendrich hat beides. Für die Hitparade bietet die Platte dazu Zynisches à la Macho Macho. (Audio)

Und ein Kunde bei amazon ist auch ganz begeistert:

„Diese Scheibe war „meine erste“ von Rainhard Fendrich. Keine der nachfolgenden hat dort heranreichen können. Das schöne daran, hier ist jedes Lied ein Hit. Keine vermeintlich schwächeren Songs die man schon mal gerne beim hören überspringt. Wer hier hineinhört wird vom Fendrich – Virus infiziert sein und mehr wollen. Es ist von jeder Sparte etwas dabei. Von heiter ( Der Geburtstag / Es ist ein Alptraum ohne Stammbaum ) über nachdenklich ( Judas / Über meinen Horizont ) bis zu romantisch ( Von Zeit zu Zeit ). Schön vom ersten bis zum letzten Song! “

dieband

Die Band in südlichen Gefilden

Es überwiegen die nachdenklichen Lieder … passend also zur Zeit … Ich empfehle da mal z.B. „Wirtschaftswunderkinder“, den Titelsong „Von Zeit zu Zeit“ (ein herrliches Liebeslied), „I am from Austria“ (tja … auch Fendrich entdeckte damals den Begriff Heimat neu: „Ich bin der Apfel, du mein Stamm“), das Gitarrenintro bei „Über meinen Horizont“ ist auch eine Erwähnung wert.

Dann „Der Geburtstag“ und „Judas“ oder, oder, oder …

Ach, was schreibe ich … reinhören … und ich vermute, ein jeder/eine jede findet einen Song, der ihn so ganz speziell berührt.

Ein verdammt reifes Album, das so recht gegen den Strich gebürstet ist.

bookletbackcover1

Besetzung:
Mario Argandona (percussion, background vocals)
Christian Felke (saxophone, background vocals))
Harald Fendrich (bass)
Rainhard Fendrich (vocals, guitar)
Georg Gabler (keyboards, background vocals)
Tato Gomez (background vocals)
Hartmut Pfannmüller (drums)
Andy Radovan (guitar, background vocals)
booklet01a

Titel:
01. Von Zeit zu Zeit 5.00
02. Zeitgeisterfahrer 4.12
03. Über meinen Horizont 4.28
04. Der Geburtstag 4.26
05. Wie beim ersten Mal 3.37
06. I Am From Austria 3.45
07. Es ist ein Alptraum ohne Stammbaum 3.57
08. Wirtschaftswunderkinder 3.53
09. Judas 3.32
10. Nur so zum Schein 4.03

Musik + Texte: Rainhard Fendrich

cd1

 

+
**

Wer an weiterführenden Informationen, die zur Vertiefung
der einzelnen blog-Beiträgen dienen, interessiert ist,  benötigt ein Passwort.
Dazu schreibe man an

post-fuer-sammelsurium@gmx.net

 

labels

Der Franzi hat a Moped g’habt,
der Teufel hats frisiert
Er hat von seiner letzten Bank
die ganze Schul regiert
Sei Freundin war die Angela,
a Has wie aus em Buach
hat g’habt mitZwölfe an BH
und hohe Steckerlschuach – genauso wars

Den Franzi hat man nie erwischt,
der Franzi war zu hell
er war nie wirklich kriminell,
er war mehr ein Rebell

Ich hör noch wie er zu mir sagt,
wer frei sein will, lebt unbequem
Heut schlaft er nur, wenn überhaupt,
mit viel Tabletten und Alarmsystem

Ja, ja, die meisten von den Wirtschaftswunderkindern
san genauso wieder alte Deppen word’n.
Kaum daß an Platz ham für ihrn breiten Hintern,
verkaufens mit dem Schneid auch gleich den Zorn.
WERBUNG

Sein Händedruck is feuchter word’n
und er a bisserl blad,
er sagt, daß er’s im Magen hat
und tuat ma langsam lad.

Sein Anzug aus dem Katalog
sein Scheitel streng vom Messerschnitt,
ein After-Shave das jder mag,
so kriegt ma spielend jeden Barkredit

Ja, ja, die meisten von den Wirtschaftswunderkindern
san genauso wieder alte Deppen word’n.
Kaum daß an Platz ham für ihrn breiten Hintern,
verkaufens mit dem Schneid auch gleich den Zorn.

Vorbei die Zeit des Flower Power
heut ist schon die Power flauer
wie’s Euch nur so verändern könnts,
frag ich mich oft in meinem Mercedes Benz

Ja, ja, die meisten von den Wirtschaftswunderkindern
san genauso wieder alte Deppen word’n.
Kaum daß an Platz ham für ihrn breiten Hintern,
verkaufens mit dem Schneid a glei‘ ihr’n Zorn.