ZDF – 50 Jahre Das Aktuelle Sportstudio (2013)

TitelKein Fußball- und Sportfreund kam an dieser Sendung vorbei … Das Aktuelle Sportstudio setzte da an, wo die ARD-Sportschau aufhören musste: Bei den vertieften Betrachtungen und Analysen zum Sportgeschehen am Samstag … :

„das aktuelle sportstudio“ ist eine wöchentliche Sportsendung des ZDF am Samstagabend. Wiederholt wird die Sendung in der Nacht von Samstag auf Sonntag beim Partnersender 3sat. Sie wurde erstmals am 14. August 1963 ausgestrahlt. Von 1999 bis 2005 trug die Sendung den Namen ZDF SPORTstudio.

Da das ZDF im Jahre 1963 mit bescheidenen Mitteln seinen Sendebetrieb aufnehmen musste, versuchte man die Publikumsrenner besonders zu forcieren, worunter insbesondere der Sport fiel. So begann man mit einer ungewöhnlich großen Sport-Redaktion von 42 Mitarbeitern, der es tatsächlich gelang, die ARD eine ganze Zeit lang bei der Sehbeteiligung zu überbieten. Dieses Vorhaben begünstigte die gerade neu eingeführte Fußball-Bundesliga, welche den Fußball mit ihrem Punktesystem wesentlich attraktiver gestaltete. Dazu schuf man eine maßgeschneiderte Sendung.

Für das der Sendung zu Grunde liegende Paket an Bundesliga-Übertragungsrechten zahlt das ZDF laut Verhandlungskreisen für die vier Spielzeiten 2013/14 bis 2016/17 zwischen 88 und 92 Millionen Euro. Der Sender macht zur Höhe der Ausgaben keine Angaben. Laut ZDF kosten die 46 bis 48 durchschnittlich 75-minütigen Sendungen pro Jahr im Schnitt rund 150.000 Euro pro Ausgabe.

Die erste Sendung des aktuellen sportstudios wurde am 24. August 1963 ausgestrahlt, dem ersten Spieltag der Fußballbundesliga. Zwar ging es – insbesondere in der spielfreien Zeit – auch um andere Sportarten, einen Großteil des Programms nahm aber stets der Fußball ein. Damit begann gewöhnlich auch die Sendung, lediglich Harry Valérien begann mitunter mit einer Randsportart.

RainerGünzler

Der erste Moderator: Rainer Günzler (1963 – 1969)

Die – immer noch aktuelle – Titelmusik „Up to date“ wurde von Thomas Reich komponiert und mit der Big Band von Max Greger eingespielt. Ursprünglich begann die Sendung immer mit einer Bahnhofsuhr, um die Aktualität zu unterstreichen, dann folgte eine von Hand gedrehte Litfaßsäule, auf der die Themen der Sendung plakatiert waren. Inzwischen ist man zu einer modernisierten Bahnhofsuhr zurückgekehrt. Das Live-Publikum applaudiert dem Moderator beim Antritt.In der Anfangszeit entstand die Sendung noch während ihrer Ausstrahlung. Weil das ZDF überhaupt keine Einspielstationen besaß, mussten sämtliche 16-mm-Filme von den Stadien nach Eschborn bei Frankfurt gebracht, dort entwickelt und geschnitten werden. Der Reporter musste ebenfalls nach Eschborn eilen, da er nur dort den Live-Kommentar sprechen konnte. Dabei handelte man stets nach dem Grundsatz: Lieber eine interessante Panne als eine langweilige Sendung. Dem Publikum führte man dieses Vorgehen stets vor Augen, damit es mitzittern konnte.

Torwand

Moderator Karl Senne, 1986, fotografiert durch die Torwand

Ein Markenzeichen des aktuellen sportstudios ist die Torwand, die auf eine Anregung des Moderators Werner Schneider zurückgeht und seit 1964 im Einsatz ist. Erfunden wurde die Torwand von Heinrich Klein. Anfänglich befanden sich die beiden Löcher links unten und rechts oben, ferner besaßen sie nur einen Durchmesser von 50 cm (einige Quellen sprechen von 49 cm). Seit 1966 existiert die auch heute noch bekannte Version der Torwand (B: 2,70 m, H: 1,83 m, Löcher links oben und rechts unten mit einem Durchmesser von 55 cm). Zwar hatte man in den 1970er Jahren versucht, sie aus dem Programm zu nehmen, Zuschauerproteste führten aber zur schnellen Wiedereinführung. Bisher konnte noch kein Studiogast mit den je drei Versuchen pro Loch sechs Treffer erzielen. Selbst fünf Treffer sind ausgesprochen selten.

 

HansJoachimFriedrichs

Hans-Joachim Friedrichs

Mit bisher (Stand: 24. August 2013) 56 Besuchen führt Franz Beckenbauer die Gästeliste an. Den zweiten Platz teilen sich Rudi Völler und Otto Rehhagel mit je 35 Besuchen. Danach folgen Felix Magath (34) und Erich Ribbeck (30).Günter Netzer erzielte am 18. Mai 1974 erstmals fünf Treffer. Dies gelang später zudem Rudi Völler, Günter Hermann, Reinhard Saftig, Matthias Becker, Rolf Fringer, Frank Pagelsdorf und Frank Rost.
Franz Beckenbauer gelangen bisher maximal vier Treffer. Vier Treffer konnten – neben anderen – auch der Comedian Mike Krüger, die Fußballspielerin Aylin Yaren, Formel-1-Rennfahrer Lewis Hamilton, Oliver Bierhoff, Jérôme Boateng, Michael Ballack, René Adler, Christian Träsch und Hans-Joachim Watzke erzielen.
Am 19. August 2006, übertragen aus dem Aachener Reitstadion anlässlich der Reit-WM, erzielte Ludger Beerbaum mit Reitstiefeln zwei Treffer.
Franz Beckenbauer ist es wiederum gelungen, den Ball von einem Weißbierglas in das untere Loch der Torwand zu schießen.
Die Fußball-Weltmeisterin Fatmire Bajramaj erzielte am 6. Oktober 2007 zwei Treffer in das untere Loch in Pumps mit 7-Zentimeter-Absätzen.
Der Handball-Nationalspieler Florian Kehrmann schoss einem Mann die Brille vom Kopf, weil der harte Schuss von der Kante des Torwandkasten abprallte.
Michael Rensing vom 1. FC Köln schoss am Karsamstag 2012 siebenmal auf die Torwand, weil ihm der sechste Schuss missglückt war. Moderator Sven Voss kommentierte das Vorgehen Rensings mit den Worten „Was ist denn jetzt los?“ Zuvor hatte schon mal Hans Jörg Criens in den 1980er Jahren siebenmal auf die Torwand geschossen, weil er zunächst irrtümlicherweise viermal aufs untere Loch schoss, woraufhin Moderator Karl Senne noch drei Schüsse auf das obere Loch gelten ließ.
DieAnfänge1975 traf der Eishockeyspieler Lorenz Funk senior tatsächlich sechsmal bei sechs Versuchen an der ZDF-Torwand. Dies geschah allerdings nicht während des Aktuellen Sportstudios, sondern im Rahmen einer Veranstaltung des ZDF bei der Internationalen Funkausstellung. Daraufhin wurde Funk ins Aktuelle Sportstudio eingeladen, wo er allerdings keinen seiner sechs Versuche verwandelte.
Am 1. April 1967 erzielte der ZDF-Chauffeur Arno Butterweck scheinbar in der Sendung sechs Treffer bei sechs Versuchen. Dem Datum entsprechend war dieses Ergebnis jedoch eine Fälschung des ZDF.

Der ursprüngliche Sendetitel Das aktuelle Sport-Studio wurde am 4. Dezember 1999 in ZDF SPORTstudio geändert und der Sendeplatz wurde 2004 dauerhaft auf 23 Uhr verlegt. Der Grund dafür: Bislang hatte man stets live gesendet, was mit dem Wort „aktuell“ im Titel zum Ausdruck kam. Nunmehr handelte es sich nur noch um eine aus Kostengründen zuvor aufgezeichnete Sendung. Ab dem 6. August 2005 wurde die Sendung in der Regel live und unter dem Namen das aktuelle sportstudio auf dem alten Sendeplatz um 22 Uhr ausgestrahlt. Bei Sendebeginn nach 22 Uhr wurde das aktuelle Sportstudio in Ausnahmefällen zeitversetzt gesendet. Seit 11. September 2010 wird das Sportstudio in der Regel samstags ab etwa 22 Uhr live on tape aufgezeichnet und ab 23 Uhr gesendet.

JohnnyWeissmüller

Dieter Kürten muss im „Aktuellen Sportstudio“ zusehen, wie Schimpanse Sheeka in der Live-Sendung der Ehefrau von Film- und Sportlegende Johnny Weissmüller die Perücke vom Kopf reißt.

Während der Live-Sendungen kam es auch immer wieder zu besonderen Vorkommnissen. So riss in einer Sendung ein Schimpanse der Frau des ehemaligen Schwimm-Olympiasiegers und Tarzan-Darstellers Johnny Weissmüller die Perücke vom Kopf. In die Geschichte ging auch das Interview mit dem Boxer Norbert Grupe ein, der bei den Fragen von Rainer Günzler beharrlich schwieg, sich am Ende aber freundlich für das Interesse am Boxsport bedankte.

PrinzVonHomburg

Der protokollarisch höchstrangige Studiogast war am 13. Juli 1985 der damals amtierende Bundespräsident Richard von Weizsäcker.

Wichtige Moderatoren waren u.a.

Günther Jauch
Johannes B. Kerner
Dieter Kürten
Harry Valerien‘
Wim Thoelke

Einige Moderatoren waren selber zuvor Leistungssportler, beispielsweise Eiskunstläufer (Rudi Cerne), Fußballer (Michael Steinbrecher) oder Leichtathleten (Wolf-Dieter Poschmann und Bernd Heller).

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Dieser Artikel wurde bereits mehrere Tage vor dem Auftritt von Carmen Thomas verfasst … Bild-Zeitung halt …

Mit Carmen Thomas moderierte am 3. Februar 1973 erstmals eine Frau eine deutsche Sportsendung. Damit sind zwei weitere Ereignisse der deutschen Fernsehgeschichte verbunden: In ihrer zweiten Sendung konnte sie schon zu Beginn der Sendung die Ausgabe der Bild am Sonntag des folgenden Tages zeigen und daraus die Kritik zu ihrer Sendung vorlesen. Wesentlich bekannter machte sie aber am 21. Juli 1973 der Versprecher „Schalke 05“, auf den sie selbst heute noch nahezu wöchentlich angesprochen wird. Über dreißig Jahre später, beim Heimspiel am 28. August 2004 gegen den FC Hansa Rostock, entschuldigte sie sich in der Arena für ihren Lapsus offiziell bei allen anwesenden Schalker Fans. (Quelle: wikipedia)

Und das ZDF spendierte zum 50jährigen Jubiläum nicht nur eine entsprechende Sendung, sondern auch ein kleines Presseheft (30 Seiten; großes Manko: keinerlei ernsthaften graphischen Elemente = Bleiwüste); beide Medien sind die Grundlage für diese Präsentation.

Auch wenn ich heute diese Sendung nicht mehr als Pflichttermin definieren … zurück bleiben unendlich viele spannend, rührende und bewegende Erinnerungen … deshalb auch diese Präsentation.

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Günther Jauch

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KürtenValerien

Meine Lieblingsmoderatoren:
Dieter Kürten + Harry Valerien

Meine Wege kreuzten sich einmal mit Harry Valerien: Ich traf ihn zufällig beim pinkeln in der Toilette eines kleines Kinos bei Wolfratshausen … immerhin !

Katja Ebstein – Katja & Co (1976)

FrontCover1Mitte der 70er Jahre befand sich Katja Ebstein wohl in einem wegweisenden Umbruch …

Ihre Ehe mit Christian Bruhn (jenem extrem erfolgreichen Musikproduzenten und Komponisten jener Tage) neigte sich dem Ende zu und Ebstein wollte wohl auch musikalisch in anspruchsvolleren Gefilden auswandern.

So erschien 1975 ein Album, mit Vertonungen von Heinrich Heine Texten …

Mitten in dieser Umbruchphase kam dann wohl das Angebot für eine 45minütige Personality-Show in der ARD.

Und anschließend wurde die LP „Katja & Co.“ (so nannte sich die Show dann auch gleich veröffentlicht: „Originalaufnahmen aus der gleichnamigen ARD Show mit Katja Ebstein, Adamo, Paul Kuhnd und Theo Lingen“.

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Na ja, das stimmt nicht so ganz, denn ihre bisherigen großen Hits („Wunder gibt es immer wieder“, „Der Stern von Mykonos “ und  „Und wenn ein neuer Tag erwacht“) gab´s in der Show nur als müde Kurzfassungen, auf die LP sind die Originalversionen zu hören.

Mit „Ich bau mir ein Haus auf einer Insel“ geht´s dann aber richtig los … diesem wunderchönen nachdenkliches Lied wurde dann gleich in einem Videoclip (sagte man damals allerdings noch nicht) präsentiert (Katja Ebstein an einsamen Nordseestränden).

Dann der erste Gast: der unvergessene Theo Lingen … mit einem skurillen Lied namens „Psychoneurotischer Tango“

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Paul Kuhn ist dann der nächste mit einem albern-spritzigem Liedchen und damals wurde dann er Gastauftritt von Adamo sicherlich als ein wichtiger Höhepunkt dieser Show empfunden.

Für die gemeinsamen Duette komponierte man sogar eigene Texte („Ein kleines Glück  „) … die eher parodistischer Natur waren … man nimmt sich selber ganz gekonnt auf die Schippe.

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Und dann noch der Song „Supanoy“ … eine pfiffige Parodie auf die Welt der (Fernseh) Werbung.

Wir hören hier also überwiegende Katja Epstein Raritäten, denn eine Vielzahl dieser Lieder wurden eben eigens für diese TV-Show aufgenommen (musikalische Leitung: Paul Kuhn und Christian Bruhn)

Und damit man sich dann auch so richtig vorstellen kann, wie all diese Musik in diese doch aufwendige Show eingebettet wurde, gibt´s als Ergänzung die gesamte TV-Show obendrein (mit all den Textbeiträgen und Zwischenmusiken, sowie Titeln, die es nicht auf die LP gebracht haben wie z.B. „Kaiser ohne Kleid“ und ein weiterer Theo Lingen Titel)

Hier ein paar nette optische Gags und Einfälle aus dieser Show:

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Als Julia

 

 

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Als Gretchen

 

 

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Unvermeidlich: Das Fernseh-Ballett

 

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Schaut ja fast wie Ingrid Steeger aus

 

 

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Gleich dreimal im Bild: Adamo

 

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Parodie auf Werbung

 

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Besetzung:
Katja Ebstein – Paul Kuhn- Theo Lingen -Adamo
+
Das SFB Tanzorchester

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Titel:

Katja Ebstein:
01. Wunder gibt es immer wieder (Bruhn/Loose) 3.32
02. Der Stern von Mykonos  (Bruhn/Buschor) 3.00
03. Und wenn ein neuer Tag erwacht (Bruhn/Loose) 3.00
04. Ich Bau Mir Ein Haus Auf Einer Insel (Bruhn/Kunze) 3.08

Theo Lingen:
05. Psychoneurotischer Tango (Bauer/Weyrich) 2.40

Katja Ebstein und Paul Kuhn:
06. Mit ein bißchen Drumherum (Kuhn/Kunze) 2.41

Katja Ebstein und Theo Lingen: 
07. Theater, Theater, die große Illusion (Bruhn/Kunze) 3.24

Katja Ebstein:
08. Alfie (Bacharach/David/Kunze) 2.13

Adamo
09. Leih mir eine Melodie (Adamo/Hachfeld) 3.24

Katja Ebstein und Adamo:
Medley: 3.04
10.01. Katja Ebstein und Adamo  Ein kleines Glück (Adamo/Brandin)
10.02. Adamo: Es war einmal ein Jäger (Sänger) (Bruhn/Buschor)
10.03. Katja Ebstein:  Gestatten Sie, Monsieur
10.04. Adamo:  Wilde Rosen Werden Blühen
10.05. Katja*  Es Geht Eine Träne Auf Reisen
10.06. Katja Ebstein und Adamo:  Die Hälfte seine Lebens

Katja Ebstein:
11. Aus Liebe weint man nicht (Bruhn/Kunze) 4.08
12. Supanoy (Bruhn/Kunze) 2.16
13. Eine Straße, ein paar Freunde (Bruhn/Kunze) 2.31
+
14. Katja & Co – TV Show (1976) 43.54

 

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Klaus Überall wurde übrigens etwas später der 2. Ehemann von Katja Ebstein; er verstarb denn 2008 an Krebs.