Horst Fischer – Trompeten Serenaden mit Horst Fischer, Vol. 2 (1971)

FrontCover1.jpgUnd noch so eine Musiker-Biographie, die eine wie mich nicht kalt lässt:

Unter den Trompetern der heutigen Generation weiß leider niemand mehr,daß es in Deutschland in den 50er und 60er Jahren einen Trompeter gab,der zweifellos zur Weltspitze zählte und ohne Scheu mit Spitzen-Hochtonbläsern wie Maynard Ferguson oder Bill Chase verglichen werden konnte.

Horst Fischer war der Star der bekanntesten deutschen Unterhaltungsorchester,denen zu jener Zeit eine gänzlich andere Popularität als heute zukam – ein Kind des Wirtschaftswunders.

Geboren (8.Juni 1930) und aufgewachsen in Chemnitz,war er bereits in jungen Jahren der Solist der großen ostdeutschen Tanzorchester (Karl Walter,Kurt Henkels) und ging 1951 nach Stuttgart zu Erwin Lehns Südfunk- Tanzorchester,wo er sich als Solist wie auch als Leadtrompeter aus dem Orchester hervorhob.

Es folgten schnell erfolgreiche Soloproduktionen mit eigenen und anderen Orchestern,so z.B.der legendäre „River Song“ mit dem Orchester Willy Berking.

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Informationen über Horst Fischer aus dem Jahr 1951

Das US-Magazin Downbeat wählte ihn in den 50er Jahren unter die Weltspitze der Trompeter,er lehnte jedoch ein Angebot Stan Kentons,als Solist und Leadtrompeter in dessen weltberühmte Band einzutreten,ab und blieb den deutschen Orchestern treu.

Nach seiner erneuten Rückkehr 1958 zu Erwin Lehn folgten Engagements als Solist und Leadtrompeter beim RIAS Berlin unter Werner Müller in der Zeit von 1961 bis 1966.

Bis 1971 lebte er in Köln und war der gefragte Gastsolist sämtlicher deutscher Tanzorchester.Auf Tourneen im In-und Ausland war er noch Ende der 60er Jahre der umjubelte Startrompeter,so bei den legendären Japan-Tourneen von Werner Müller.

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Anfang der 70er Jahre zog es ihn in die Schweiz zur neuformierten DRS Big Band Zürich,welche er 1976 aufgrund eines Alkoholproblems verlassen mußte.

Obwohl noch 1973 eine viel beachtete LP mit dem Orchester Hans Bertram unter dem Titel „Horst Fischer And His Golden Trumpet“ bei Polydor erschien,wurde es zusehends stiller um Fischer,dessen Krankheit ihn immer stärker seiner Kräfte beraubte.

Nach seiner Rückkehr aus der Schweiz versuchte er,in deutschen Bands wieder Fuß zu fassen, was ihm jedoch nicht mehr gelang.

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In seinen letzten Lebensjahren wohnte Horst Fischer in Bergisch-Gladbach (Refrath),wo er ohne Engagements zusehends verarmte.Der Plattenmillionär,der bereits 1959 die goldene Trompete für über eine Million verkaufte Platten verliehen bekam,hatte letztlich gerade noch zwei Menschen,die ihm in seiner unglücklichsten Zeit zur Seite standen,seine Verlobte und einen selbstlosen Freund, Stefan Will.

Horst Fischer starb am 21.März 1986, 55jährig,von der Musikszene gänzlich vergessen. (Quelle: magictrumpet.de)

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Was für ein vergeudetes Leben … angesichts dieses Talentes.

Natürlich hören wir die klassische Unterhaltungsmusik der 60er Jahre, aber immer wieder dringt diese Trompete mit all seinen klanglichen Facetten druch …  und bei dem Klassiker „A White Shade Of Pale“ wagt sich Horst Fischer an eine Interpretation, die seinesgleichen sucht … hier spielt er grandios-atemberaubend …

Das hier vorliegende Album ist übrigens so ne Art Sampler, entstanden sind die Aufnahmen im Jahr 1968 und wurden damals erstmalig für das Album „Trumpet For Lovers“ verwendet.

Interessantg dann noch. Die Vorderseite meines Exemplars ziert ein Namensaufkleber (den Namen habe ich gelöscht) … und bei dem ursprünglichen ‚Besitzer handeltes es sich um einen „Dr. jur.“ aus Hamm/Westfalen … Man sieht, auch studierte Menschen hörten sich damals eine solche Musik an ….

Übringes: Auch heute kann man sich so ein Album in bestimmten Stunden und Stmmungen durchaus gut anhören … der Klangder Trompete ist einfach nur wunderbar !

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Besetzung:
Horst Fischer (trumpet)
+
Werner Müller und sein Orchester

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Titel:
01. La La La (Arcuss/Calva) 2.54
02. Love Is Blue (Popp/Cour) 2.35
03. Delilah (Reed/Mason) 2.16
04. This Is My Song (Chaplin) 3.03
05. A Whiter Shade Of Pale (Brooker/Bach) 3.10
06. Parlez moi d’amour (Lenoir) 232
07. The Last Waltz (Reed/Mason) 2.12
08. What A Wonderful World (Weiss/Douglas) 2.19
09. Congratulations (Martin/Coulter/Fleming) 2.38
10. La vie en rose (Louiguy/Siegel) 2.39
11. La ronde (Strauss/Ducreux) 2.21
12. Day Dream Believer (Stewart)

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Horst Fischer (* 8. Juni 1930 in Oberhermersdorf; † 21. März 1986 in Köln)

Verschiedene Interpreten – Auf der Strasse der Erinnerung – Die schönsten Evergreens von gestern und heute (Teil 1) (1969)

FrontCover1Ein vermutlich ziemlich rares und zugleich sehr ambitioniertes Projekt ist diese 10teilige Schallplatten-Serie die von Reader´s Digest im Jahr 1969 als oppulente Box veröffentlicht wurde.

Hier ein paar Zeilen aus der vollmundigen Werbung für dieses Produkt:

„Auf 10 großen Langspielplatten ein 6 Stundenprogramm mit all Ihren Lieblingsmelodien zum Tanzen und Träumen ! Sie werden diese Evergreens mitsingen, mitsummen, mitpfeifen: morgens, abends, an einem Werktag, am Sonntag, bei einer Party – und immer werden Sie dabei vor sich hinlächeln in Gedanken an schöne Zeiten – damals.“

Sehr überraschend ist, dass bei der Werbung in keiner Zeile erwähnt wird, dass die Innenhüllen der jweiligen LP´s vollgestopft mit Informationen sind: Jedes Lied wird ausführlich dargestellt und seine Historie geschildert – für mein Dafürhalten eine sehr ungewöhnliche Form der Präsentation, gerade im Bereich der leichten Muße. Eine derartige Akribie ist mehr als wohltuend.

Die zehn Alben hatten dann auch noch eine mehr oder weniger schlüssige thematische Gliederung:

Werbeflyer01ALP 01: Die großen Schlager
LP 02: Das gab´s nur einmal
LP 03: Ewig junge Operette
LP 04: Ausgerechnet Bananen
LP 05: Die goldenen 20er
LP 06: Musik für Verliebte
LP 07: Mit Swing fing´s wieder an
LP 08: Musik kennt keine Grenzen
LP 09: Filme, die die Welt eroberten
LP 10: Hitparade

Als Werbeträger hat man dann noch Dietmar Schönherr und Vivi Bach engagiert und die waren damals nicht nur entsprechend bekannt, sondern standen wohl auch für eine gewisse Seriosität.

Na gut, dann fangen wir mal mit dem ersten Album an, das sich „Die großen Schlager“ nennt.

Hier tummelt sich schon eine wirklich bunte Mischung populärer Melodien:

Hau-Ruck Volksmusik ala „Rosemunde“ wechseln sich mit dem Klassiker der Antillen „Banana Boat Song“ ab und auch auch so manche Raritäten sind dabei, wie z.B. die Instrumentalfassung von „Macky Messer“.

Und wieder einmal fällt auf, dass in früheren Jahrzehnten der Schlager und die Jazzmusik durchaus gut miteinander kombinierbar waren … man höre sich mal „Tschau, tschau Bambina“ … und ein Glen Miller ist auch vertreten.

Wer es also auch gerne mal sentimentl, kitschig und gelegentlich feurig mag, hat hier einiges zu entdecken. Die gelegentlichen akustischen Unebenheiten lassen sich dabei leider nicht vermeiden.

Aber das schönste ist: In schöner Unregelmäsigkeit werde ich im Laufe der Zeit alle 10 Langspielplatten dieser „Luxusedition“ präsentieren.

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Titel:
01. Caterina Valente: Komm zurück (Olivieri/Siegel) 2.08
02. Hill Bown und sein Orchester: Charmaine (Rapee/Pollack) 2.50
03. Johnny Gibbs und sein Orchester: Mackie Messer (Instrumentalfassung) (Weill) 2.15
04. Vico Torriani: Ramona (Wayne/Gilbert/Rasch)  2.39
05. Henri René und sein Orchester: La Cumparsita (Rodriguez) 3.39
06. Das Orchester Glenn Miller: In The Mood (Garland/Razaf) 3.37
07. Pablo Beltran Ruiz und sein Orchester: Banana Boat Song (Traditional) 2.57
08. Will Glahé mit seinem Orchester: Rosamunde (Vejvoda/Zeman/Richter) 2.30
09. Alan Braden und sein Orchester: Patricia (Prado) 2.27
10. Ken Thorne und sein Orchester: Tschau, tschau, Bambina (Modugno/Verde) 2.53
11. Lys Assia und die Cornels: O mein Papa (Burkhard) 2.47
12. Will Glahé und sein Orchester: Wochenend und Sonnenschein (Ager/Yellen) 2.24
13. Juan Garcia Medeles und sein Orchester: Siboney (Lecuona/Morse) 3.03
14. Das Orchester Armand Migiana und Chor: C´est si bon (Hornez/Betti) 2.37
15. The Golden Saxophones with The Romantic Strings: Red Roses For A Blue Lady) (Tepper/Bennet) 2.58
16. Horst Fischer: Il Silenzio (Rosso/Celeste/Brezza/Petersern) 3.04

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Gutschein

Gutschein zum Erwerb der 10 LP Box „Auf der Straße zur Erinnerung“
(DM 98,–)

Verschiedene Interpreten – Klingende Post: Herbst 1968 (1968)

FrontCover1Und jetzt ein kleiner Leckerbissen für Vinyl-Jäger: Die klingende Post !

„Die Klingende Post war eine von 1954 bis 1973 etwa zweimal jährlich erscheinende Werbeplatte im Single-Format (7“ 45 rpm) des deutschen Plattenlabels Teldec mit einer Übersicht seiner aktuellen Platten.

Ein Vorläufer der „Klingenden Post“ ist die Schallplatte Neuheiten und Bestseller (DE: Teldec T 71 262), die 1954 noch vor der Platte Klingende Post 1 (DE: Teldec T 71 330) bereits mit derselben Idee erschien. Die enthaltenen Lieder wurden jeweils kurz angespielt und zwischen 1956 und 1959 teilweise auch anmoderiert, sodass sich der Hörer einen Eindruck der kommenden Neuheiten machen konnte.

Anfänglich kosteten die Platten eine D-Mark, später wurden sie von den Geschäften kostenlos an ihre Kunden abgegeben, konnten also nicht käuflich erworben werden. Auf der Hüllevorderseite von Folge 9 (1957) stand der Vermerk „Warenprobe“, sodass vielleicht bereits diese Folge gratis verteilt wurde. Ab Folge 10 (1957) stand dann der Vermerk „Unverkäuflich“ auf der Etikette, wenn für diese Folge auch nicht auf allen Pressungen. Der beigefügte Bestellzettel enthält auch Tips für andere, auf der Platte selbst nicht zu hörende Aufnahmen.

Eine der Inschriften am Plattenrand lautete anfänglich: „Einspielungen: Telefunken-, Decca-, Capitol­-Aufnahmen“. Mit Folge 8 (1957) entfiel der Firmenname Capitol, weil dieses Plattenlabel vom Lindström-Konzern (Lindström-Electrola) übernommen worden war. Stattdessen waren neu die beiden Namen RCA und London zu lesen. Ab der Folge I/1963 kam noch der Name Warner Bros. hinzu, der allerdings schon auf Hüllen vorheriger Ausgaben vermerkt stand. Ab Mitte der 1960er Jahre standen noch weitere Firmennamen auf den Hüllen, die jedoch nicht auf den Etiketten vermerkt wurden.

SingleASeite1Ab Folge I/1962 wurde die bis zur Folge 17 übliche durchgehende Nummerierung abgelöst und neu stattdessen Jahreszahl und die Ausgabe innerhalb des Jahres angegeben.

Üblicherweise erschien eine neue Folge in einer anderen Farbe als die vorhergehende, wobei auch schon mal auf einen Farbwechsel verzichtet wurde. Daneben gab es auch für einzelne Folgen auch Pressungen in verschiedenen Farben.

Ebenso gab es Pressungen ein und derselben Folge mit voneinander abweichenden Katalognummern, wobei die Platten dann auch unterschiedliche Titelzusammenstellungen enthielten. Andererseits gab es aber auch verschiedene Titelzusammenstellungen unter gleichlautenden Katalognummern.

Ein Kennzeichen der Etiketten war das Posthorn in der oberen Hälfte. Viele Schallplattenhändler liessen sich ihre Exemplare der „Klingenden Post“ mit ihrem Namen und ihrer vollen Anschrift auf dem Etikett über das Posthorn drucken. Teilweise wurde auch zusätzlich ein kurzer Werbespot in eigener Sache in die Platte eingespielt. Ab Folge I/1963 entfiel bei manchen dieser Auftragspressungen das Posthorn, dafür standen dann Name und Anschrift des Bestellers auf der Etikette. Bei späteren Folgen ersetzte das Posthorn der Vermerk „Musterplatte für den Fachhandel unverkäuf­lich“. Daneben gab es für dieselben Nummern auch Ausgaben mit Posthorn. Vereinzelt gab es auch Etiketten mit vollkommen anderem Aussehen, also Spezialanfertigungen im Auftrag bestimmter Geschäfte.“ (Quelle: mikiwiki)

Und hier nun die 2. Ausgabe des Jahres 1968 … die politischen Umwälzungen jener Zeit sind musikalisch nicht mal zu erahnen … Aber Spaß macht es halt dennoch, in solch einen Leckerbissen der musikalisch eher bescheidenen Art hinein zu hören … viel easy listening, ein wenig Jazz und ein paar deutsche Titel … so etliche Interpreten kennt man heute gar nicht her. Aber: 22 Titel in 14 Minuten, dass nenn ich ne knackige Form der Komprimierung ! … Viel Vergnügen !

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Titel:

Seite 1: (7.04)
01. Chris Bruhn mit seinem Orchester: Simon Says
02. Tom Jones: You Can´t Stop Love
03. Horst Fischer: Love Is Blue
04. Ronny: Hohe Tannen
05. Kookie Freeman: Ol´Man River
06. Engelbert: Spanish Eyes
07. The Tatoos: A Banda
08. Klaus Wunderlich: Sind Sie der Graf von Luxemburg
09. Willy Schneider: Schütt´ die Sorgen in ein Gläschen Wein
10. Egerländer Musikanten: Mein erster Ball
11. Original Oberkrainer: Regenbogen über Oberkrain

Seite 2: (7.06)
01. Emundo Ros: In A Little Spanish Town
02. Ted Heath: Two ò Clock Jump
03. Harry James: By A Sleepy Lagooon
04. Les Paul: Lover
05. Frank Chacksfield: In The Still Of The Night
06. Stanley Black: La Bamba
07. Ivor Raymonde Singers: Written On The Wind
08. Maurice Larcange: Michelle
09. Shake Keane: Chain Of Fools
10. Werner Müller: Der dritte Mann
11. Heeresmusikkorps: Auftakt der Fanfaren

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