Torfrock – …Dat matscht so schön (1977)

FrontCover1Jetzt geht´s hoch in den Norden, an die Waterkant (oder so):

Torfrock ist eine Deutschrock-Band, die 1977 von Klaus Büchner und Raymond Voß gegründet wurde.

Die Musiker kennen sich zum Teil schon seit Mitte der 1970er-Jahre. Klaus Büchner und Raymond Voß gründeten vor Torfrock zusammen mit anderen Musikern die Folk-Band Basia, die im Hamburger Ernst-Deutsch-Theater arbeitete und auftrat. Die Texte dieser Band lehnten sich an Literatur von Edgar Allan Poe und ähnlichem an.

Aus einer Idee Büchners in dieser Zeit, Songs u. a. von Jimi Hendrix mit plattdeutschen Texten vorzutragen, was sich beim Publikum für alle überraschend als Erfolg herausstellte, entwickelte sich der Plan, eine Band zu gründen, die sich dem regionalen Humor widmet. Teil des Konzeptes waren alltägliche Geschichten, die häufig in dem fiktiven, stereotypisch norddeutschen Dorf Torfmoorholm bzw. in der Wikinger-Metropole Haithabu platziert wurden. Die Besetzung der Band bestand zu dieser Zeit neben Klaus Büchner und Raymond Voß aus Thomas Rieckmann (Texter, Bass, Gesang), Reinhard Heinrichs (Texter, Percussion und Gesang) und Gunnar Kämmer (Percussion und Schlagzeug). Die Band wurde zunächst im norddeutschen Raum bekannt, der dadurch angesprochen wurde. Die erste Phase von Torfrock endete mit dem Aufkommen der Neuen Deutschen Welle.

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Danach wandten sich die Musiker neuen Bandprojekten zu. Die Band Hammaburg bestand größtenteils noch aus denselben Mitgliedern und auch der Stil war der Musik von Torfrock noch sehr ähnlich. Raymond Voß und Gunnar Kämmer gründeten 1982 die Band Eltern haften für ihre Kinder, die sich ernsteren Themen widmete. Den größten Erfolg hatte Klaus Büchner in den 1980er- und 1990er-Jahren als Kleiner Klaus zusammen mit Klaus Baumgart in dem Schlager- und Blödel-Duo Klaus und Klaus. Raymond Voß beteiligte sich zwischendurch am Texten; viele dieser Songs wurden später von Torfrock wieder neu verwendet. Klaus Büchner und Raymond Voß nahmen auch unter ihren eigenen Namen Singles auf.

Ende der 1980er-Jahre fand Torfrock wieder zusammen. Nach unerwartet erfolgreichen vereinzelten Auftritten und dem bundesweiten Durchbruch durch Beinhart, dem Titelsong der ersten Werner-Comicverfilmung, beschloss die Band, wieder neue Musik zu veröffentlichen und auf Tournee zu gehen. Neben kleineren, über das ganze Jahr verteilten Tourneen gab Torfrock jährlich zu Weihnachten in verschiedenen norddeutschen Städten Konzerte mit dem Namen Die Beinharte Bagalutenwiehnacht.

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Für den 1989 verstorbenen Bassisten Thomas Rieckmann sprang Uwe Meitzner ein. Auf den Wunsch von Voß hin, Torfrock zu einer Rockband zu machen, verstärkte der Solo-Gitarrist Jürgen Lugge ab nun die Band. Zusätzliche Musikprojekte liefen parallel. Zusammen mit Mitgliedern der Rattles wurde unter dem Namen Hoellenhunde eine Maxi veröffentlicht. Raymond Voß sang für Jay Stapley, den Gitarristen von Marius Müller-Westernhagen, auf der Single Orient Express. Auch Büchners Klaus-und-Klaus-Projekt bestand noch bis 1997, als Büchner seinen Ausstieg aus dem Duo beschloss, um sich Torfrock besser widmen zu können. Hier kam es später zu Konflikten und einer Umbesetzung, sowie zum für alle unerwarteten Tod von Jürgen Lugge im Jahr 1999.

Da Jürgen Lugge als unersetzlich erachtet wurde, bestand die Band nach dieser Krise aus vier Mitgliedern. Neben Klaus Büchner und Raymond Voß waren der Bassist Volker Schmidt und der Schlagzeuger Marc-Oliver Olliwood Steinwede dabei. Dieser wird seit 2009/10 durch Stefan Lehmann, Schlagzeuger der Band Ohrenfeindt, die seit drei Jahren mit Torfrock auf Tour sind, ersetzt.

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Am Anfang der Geschichte von Torfrock stand die Idee, Klassiker der Rockmusik plattdeutsch zu interpretieren, wie Let’s wörk togesser (Let’s Work Together, Wilbert Harrison), Karola Petersen (Carol, Chuck Berry) oder He Jo (Hey Joe, u. a. Jimi Hendrix, The Leaves).

Aber schon auf dem ersten Album tauchten eigene humoristische Lieder auf, die auf Hochdeutsch bzw. Missingsch vorgetragen werden.

Ein Teil der Torfrocklieder spielt in der Gegenwart und handelt vom ländlichen Leben der Torfstecher im fiktiven Dorf Torfmoorholm („Rut mit’n Torf“). Es geht um Figuren wie „Willi Wühlkelle“, Direktor des Amts für Altertumsforschung, „Presslufthammer B-B-B-B-Bernhard“, den Torfstechermeister „Adular Zech“, den eher eine eintönige Tätigkeit verrichtenden „Jörg vom Butterwerk“, den Straßenbauarbeiter „Tarzan von Teer“ oder den Baggerführer „Hannes Kabeltod“ in Liedern, welche die moderne gewerbliche Berufswelt auf Baustellen, in Werkshallen o. ä. – die den Musikern nicht unbekannt ist – persiflieren. Berühmt werden auch die satirischen Aufarbeitungen der Auswüchse der Freizeitgesellschaft („Die Sonntagsjäger“, „Der Boxer (Haut mir doch bitte nicht mehr auf die Lippe)“, „Die Butterfahrt“).

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Andererseits spinnen sie volkstümlich historische Geschichten um die Wikinger-Siedlung „Haithabu“, eine archäologische Fundstätte in Schleswig-Holstein. Zentrale Figur dieser Geschichten ist Rollo der Wikinger, ein trinkfreudiger, raubeiniger, rothaariger Wikingerhäuptling, der angeblich an der „Überfahrt nach Amerika“ führend beteiligt gewesen sein soll. Fiktive Quelle der Wikingerlieder ist nach Aussagen der Gruppe ein Runenstein in Torfmoorholm. Kultstatus gerade in Norddeutschland erreichte das Lied „Volle Granate, Renate“ um eine gleichnamige Wikingerfrau.

In der Figur von Rollo dem Wikinger sind offensichtlich die geschichtliche Figur des Normannenfürsten „Rollo der Wikinger“ und die amerikanische Comic-Figur Hägar der Schreckliche vermengt worden. (Quelle: wikipedia)

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Hier ihr Debütalbum, das damals – ob des ganz speziellen Regionlkonzeptes schon für Aufsehen sorgte.

Und die Blödelbarden legen sich ganz schön ins Kreuz. Freilich, für diese Art von Humor (der gelegentlich doch ziemlich banalist) braucht man vermutlich ein ganz spezielles Gen … Bei mir ist dieses Gen nicht sonderlich ausgeprägt. Aber sie schaffen es schon, gelegentlich feine musikalische Ieen zu realisieren.

Aber dennoch: skurril ist dieses Album allemal.

Aufgenommen live im Rüssl Studio, Hamburg

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Besetzung:
Klaus Büchner (vocals, flute)
Reinhardt Heinrichts (percussion, harmonica)
Gunnar Kämmer (drums, percussion)
Thomas Rieckmann (bass
Raymond Voß (guitar)

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Titel:
01. Torfmoorholmer Regionalhymne (Büchner/Voß) 2.23
02. Spruch: Arbeitstag in Torfmoorholm (Büchner/Voß/Rieckmann) 1.15
03. Rut mit’n Torf (…dat matscht so schön) (Büchner/Voß) 5.11
04. Spruch: Torfmoorholmer Arbeitswelt (Büchner) 0.25
05. Sommertied-Blues (Summertime Blues) (Cochran/Büchner) 2.30
06. Spruch: Jochen Kurzschluß (Büchner) 0.50
07. He, Jo (Roberts/Büchner/Voß) 3.09
08. Spruch: Torfmoorholmer Frühgeschichte (Büchner) 0.53
09. Rollo, der Wikinger (Büchner/Voß/Rieckmann) 4.34
10. Rollos Taufe (Büchner/Voß) 7.33
11. Spruch: Fingerfertigkeit (Büchner) 0.27
12. Karola Petersen (Oh, Carol) (Berry/Büchner/Voß) 2.51
13. Spruch: Joe verfällt der Mystik (Büchner) 0.14
14. De‘ Wind secht Maria (The Wind Cries Mary) (Hendrix/Büchner) 2.53
15. Spruch: Friedhelm Fusel (Büchner) 0.33
16. Spuk am Brautsee (Büchner/Voß) 3.16
17. Spruch: Torfmoorholmer Gastfreundschaft (Büchner) 0.44
18. Let’s Wörk Togesser (Let’s Work Together) (Büchner/Voß/Harrison) 2.34

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Der Hüllentext dieses Albums

Und es gibt sie immer noch (hier die aktuelle website):

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Someday Jacob – Morning Comes (2011)

FrontCover1.jpgAlso … diese Band aus Bremen kann auf ein ganz besonderes Merkmal verweisen. Ihr Bandleader war früher für mindestens 12 Jahre auch Musikjounalist u.a. bei dem deutschsprachigem „Rolling Stone“ Magazin …

Sowas kommt dann ja auch nicht alle Tage vor.

„Morning Comes“: So heißt das neue Album von Someday Jacob. Unter dem Soloprojekt setzt der Bremer Musiker Jörn Schlüter um, was ihn als Songwriter bewegt: Musik, die das Weite sucht und sich am Strand aufstellt. Zwischen Meer und Festland, Profundem und Profanem, Heiligem und Alltäglichem. Immer mit der Gitarre im Zentrum, steht Schlüters Indie-Folk musikalisch zwischen Paul Simon und Damien Rice. eine Spur Americana ist ebenfalls dabei.
Auf der Platte haben viele Freunde des Bremers mitgewirkt. Fiona Brice zum Beispiel, zuletzt mit Placebo auf den großen Bühnen der Welt unterwegs, aber z. B. auch bei Midlake, Gemma Ray und Simply Red zu hören. Sie hat für zwei Songs Geigen arrangiert und gespielt.

Jörn Schlüter

Jörn Schlüter

Ulrich Kodjo Wendt am Akkordeon, den kennt man diversen Fatih-Akin-Soundtracks. Der Hamburger Saitenmeister Uli Kringler am Banjo. Richard Neuberg von den fabelhaften Viarosa aus London, Dania König, früher bei Könikwerq und Nadja Rüdebusch von Emmy Moll. „Das ist doch das Schönste, wenn fabelhafte Musiker ihren Teil zu deiner Musik dazutun“, erklärt Schlüter, „das macht alles aufregend; man ist plötzlich von seinen eigenen Songs überrascht.“

Einfaches RGB

Konzertplakat, 2015

Nach einem knappen Dutzend Alben als Songwriter und Arrangeur in anderen Bands und für andere Künstler ist Schlüter seit gut zwei Jahren Someday Jacob. Gut hundertfünfzig gespielte Konzerte haben zu Freundschaften geführt – Someday Jacob wurde ein Band. Zudem ist Schlüter Teil von Songs & Whispers, einem Netzwerk von Songwritern zumeist aus dem UK. Das Album markiert diesen ersten Abschnitt des Werdens. Mit herausragenden Songs, einer warm analogen Produktion und einem Gefühl von Aufbruch. „Die Leute in diesen Liedern wollen alle an einen anderen Ort“, erklärt Schlüter, „Sie machen sich auf den Weg: Das Alte vergeht, das Neue ist noch nicht da, aber man kann es schon erkennen.“ Die Reise beginnt.

Oder aber auch:

»Someday Jacob« holen die Westküste nach Bremen: Die Band beschwört das goldene Leuchten des US-­‐amerikanischen Siebzigerjahre-­‐Folkrocks im Stil von Neil Young oder Fleetwood Mac –und lässt die Sonne Kaliforniens über der norddeutschen Tiefebene aufgehen. Die Band um Sänger und Gitarrist Jörn Schlüter wird in der Presse für ihre kompositorische Qualität hochgelobt –das Musikmagazin »INTRO« nannte das letzte Werk sogar »das songwriterisch womöglich gelungenste Folkrock-­‐Album, das man in deutschen Landen je bekommen hat.«

Someday Jacob

Also, ganz so euphorisch bin ich nun wirklich nicht. Natürlich hat sich da der Jörn Schlüter jede Menge Mühe gegeben und gegen entspannte Westcoast Klänge habe ich schon gar nichts. Hier aber nutzen z.B. die Musiker die vielfältigen Instrumentierungsmöglichkeiten eigentlich viel zu marginal aus und dann: die Songs … eher gleichtönig, farblos, gelegentlich auch flach … vielleicht bin ich heute aber auch nur mit dem falschem Fuß aufgestanden …

Und die Erklärung von Schlüter warum es auf diesem Album geht, ist schon fast von grenzenloser Naivität:

Es geht irgendwie um Menschen, die auf dem Weg in eine bessere Welt sind

Schade eigentlich, weil mir die Band trotzdem irgendwie sympathisch ist. Und deshalb habe ich noch ein Video und die damalige Pressemappe für diese Debütalbum (es gibt mittlerweile 3 Alben der Gruppe) beigelegt …

… Aber jetzt brauch ich was mit Schmackes !

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Besetzung:
Martin Denzin (drums, vocals)
Jörn Schlüter (guitar, vocals)
Manuel Steinhoff (bass, vocals)
+
Fiona Brice (violin bei 04. + 13.)
Karsten Gernau (bass bei 06., 08., 12.)
Dania König (vocals bei 05.)
Uli Kringler (banjo bei 05.)
Christiane Liermann (violin bei 08.)
Richard Neuberg (vocals bei 06.)
Nadja Rüdebusch (vocals bei 07. + 10.)
Ulrich Kodjo Wendt (accordeon bei 08.)

Easter

Titel:
01. Easter 2.10
02. Crossing Over Jordan 3.59
03. Storyline 3.03
04. When The Morning Comes 3.43
05. Days Like These 3.40
06. Big On The Big Parade 3.19
07. Rain 3.32
08. Wasn’t It Today 2.37
09. Wrong Side Up 2.58
10. Weather Man 2.57
11. Zion Time 4.03
12. The Time We Have 2.55
13. Fountain Years 3.17

Musik + Texte: Jörn Schlüter

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Das Fenster – Doch wir (1971)

FrontCover1Hier ne klassische Eintagsfliege aus dem Jahr 1971 und zwar aus der Kategorie „engagierte junge Menschen“ singen von all jenen Hoffnungen dieser Zeit … und da bietet sich natürlich eine ruhige akustische Musik im Folk-Gewand an … quasi ne Art Peter, Paul & Mary auf deutsch. Aber auch der Reinhard Mry war wohl ne Art Pate für das Trio.

Wie diese Band zusammen kam, ist mir nicht bekannt …

Bekannt ist mir aber. welche Reaktionen meinerseits beim Hören dieser LP zu verzeichnen waren.

Erst schmunzelt ich und hatte sofort das garstige Wort „Gutmenschen“ im Sinn und stelle mir das Trio im Rahmen eines evangelischen Gottesdienstes vor. Wäre  damals mühelos möglich gewesen.

Aber dann wagte ich es erneut, konzentrierte mich mehr auf die Texte und ja … hin sangen möglicherweise naive Idealisten, abe: Eine zentrale Triebfeder für Veränderungen benötigt wohl auch eine Portion von diesem Idealismus.

Von daher bekommt dieses LP von mir wieder mal ganz viele Sympathiepunkte … Und ja, die Texte, sich auf sie einzulassen, das lohnt ich auch heute noch !

Das Lied „Mutter, wie weit ist Vietnam“ gehört übrigens zu den Songs der sog. DDR „Singbewegung“ und es war in den Schulbüchern der DDR lange vertreten.

Und ein gewisser Skywise erinnert sich auch an diese Gruppe und verweist in seinem Beitrag für das musikforum.de auf die hochkarätige Crew der musikalischen Mitstreiter:

Skywise

Ergänzend sei erwähnt, dass Hannjörg Merklin später dann bei Teller Bunte Knete auftauchte, während Theo Formella sich aus dem Musikgeschäft zurück zog. Soweit ich das überblicke ist er seit vielen Jahre als Facharzt für Psychiatrie tätig.

Aber besondere Aufmerksamkeit verdient in meinen Augen Jasmine Bonnin:

Eine Sängerin, die den ganz großen Durchbruch zwar nie geschafft hat, aber stets beste Kritiken erhielt, ist Jasmine Bonnin. 1952 im marokkanischen Casablanca geboren, war sie seit den siebziger Jahren Teil der hiesigen Szene. Mit dem gefühligen Angie aus der Feder der Rolling-Stones-Autoren Mick Jagger und Keith Richards hat sie Spuren hinterlassen, ihre Version steht in den Regalen vieler Stones-Komplettsammler.

Bereits vor ihrer Karriere als singende und Akustikgitarre spielende Solistin war die stille Blonde Mitglied einer inzwischen fast vergessenen Band mit dem eher ungewöhnlichen Namen Das Fenster. An Bonnins Seite standen Hannjörg Merklin (der später das Duo Henn & Steyl ergänzte) und Theo Formella, beide ebenfalls Sänger und Gitarristen. Auf einer raren BASF-LP wurde das Trio u. a. von Kai Rautenberg (Piano), Elvis Grünberg (Baß) und Heinz Niemeyer (Schlagzeug) unterstützt. (Quelle: bear family)

Und von dieser Künstlerin wird hier bald die Rede sein !

Jasmine

Jasmine Bonnin

Besetzung:
Jasmine Bonnin (vocals)
Theo Formella (guitar, vocals)
Hannjörg Merklin (guitar, vocals)
+
Jürgen Ehlers (bass)
Elvis Grünberg (bass, guitar)
Adi Feuerstein (flute)
Heinz Niemeyer (drums, percussion)
Kai Rautenberg (keyboards)

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Titel:
01. Der Traum (Bob Dylan’s Dream) (Dylan/Merklin) 3.02
02. Wenn du Freunde suchst (Formella) 3.26
03. Krieg im Lande (The Cruel War) (Stookey/Yarrow/Bader) 2.52
04. Was gut für mich ist (Formella) 2.14
05. Sag mir, wo du stehst (König) 2.56
06. Als wir noch Kinder waren (Formella) 3.26
07. Wer allein ist (Merklin) 4.11
08. Der Grenadier (Formella) 2.50
09. Mutter, wie weit ist Vietnam (Schneider/Räbiger) 3.48
10. Die Hektiker (Formella) 2.56
11. Doch wir (Theo Formella) – 2:52
12. Die Menschen sind doch Brüder (Haßler) 1.58

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De Bläck Fööss – Op bläcke Föss noh Kölle – Bilder und Menschen unserer Stadt (1974)

FrontCover1Und nun wieder eine Würdigung einer anderen Region in Deutschland und mit De Bläck Fööss hatte Köln wirkliche Dialekt – Lokalmatadore in ihren Stadtmauern.

Die Bläck Fööss sind eine der erfolgreichsten Kölner Mundart-Musikgruppen.

Vor 1970 spielten die Mitglieder der Bläck Fööss in diversen Kölner Beat-Gruppen. Vorläufer-Bands der Bläck Fööss waren Singing End (Mitglieder: Rainer Pietsch, „Bömmel“ Lückerath und Hartmut Priess) und The Beat Stones (Erry Stocklosa, Peter Schütten und Tommy Engel). Engel spielte bei The Luckies und den Black Birds, danach Schlagzeug bei den Tony Hendrik Five, bevor er zu den Stowaways wechselte. Diese Bands traten im Vorprogramm berühmter Beatgruppen auf, so etwa die Beat Stones am 6. November 1966 bei The Who mit The Lords in Messehalle 8. Die Beat Stones stellten ihre erste Single What? Am I in Love? im Vorprogramm des Beach-Boys-Konzerts am 17. Mai 1967 in der Kölner Sporthalle vor.

Auf Karnevalsbällen spielten diese Gruppen die Hits der Beatles, der Kinks und der Hollies, jedoch gab es auch Nachfrage nach Karnevalsliedern, und so entschloss man sich, auch auf Kölsch zu singen. Graham Bonney, mit dem die Band im Studio arbeitete, schlug ihnen vor, einen kölschen Titel aufzunehmen. Doch die Band wollte ihren guten Namen als Beat-Gruppe nicht riskieren und erfand den Namen De Bläck Fööss (Die nackten Füße) als Parallelnamen, weil er sowohl Kölsch als auch Englisch klang. Die Kölner Plattenfirma Electrola veröffentlichte am 22. Oktober 1970 ihre erste Single Rievkooche-Walzer / Selverhuhzick. Da von der Platte nur 2.000 Exemplare verkauft wurden, produzierte Electrola vorerst keine weiteren mit der Band. Ihr zweiter Titel Mir drinken us einer Fläsch / Drink doch eine met wurde auch von anderen Plattenfirmen zunächst abgelehnt, weil diese englische Texte bevorzugten. Die im September 1971 in den Kölner Cornett-Studios aufgenommenen Titel wurden von Heinz Gietz produziert.

BläckFööss
Mit Heinz Gietz, der Electrola 1966 verlassen und sein eigenes Plattenlabel Cornet Records gegründet hatte, fanden sie schließlich einen erfahrenen Musikproduzenten. Sein kleines Label besaß einen Vertriebsvertrag mit BASF in Ludwigshafen und veröffentlichte 1972 den Titel, der sofort ein Publikumserfolg wurde. Cornet Records produzierte zwei Langspielplatten mit den Bläck Fööss, 1974 Op bläcke Fööss noh Kölle und 1975 Lück wie ich un du. Der Erfolg der Gruppe in den Sälen und beim regionalen Plattenverkauf ermutigte Electrola 1976, der Band erneut einen Plattenvertrag anzubieten. Bald war die Gruppe bei Karnevalssitzungen und -bällen sehr gefragt, nur die konservativen Karnevalsgesellschaften waren zunächst durch das Äußere der Gruppe irritiert: langhaarig, in Jeans und barfuß, um dem neuen Bandnamen gerecht zu werden (was man später wegen der Verletzungsgefahr durch Glasscherben wieder aufgab), tauchten die Bläck Fööss mit E-Gitarren und tragbaren Verstärkern auf den traditionellen Karnevalsveranstaltungen auf.

Hier also ihr Debütalbum aus dem Jahr 1974, wobei die mir vorliegende Vinly-Fassung als Datum 1977 ausweist … Der Grund ist einfach … Nachdem die Bläck Fööss nach diesem Debütalbum zumutlich erstmal in der Kölner Region wie ne Bombe einschlugen, konnten sie auch flugs das Label wechseln … und wer wollte nicht bei Polydor unter Vertrag stehen ?

Von daher ist diese Version eine Reissue … ändert aber nichts an der Musik, die damals die Massen verzückte… Aber die Zeiten ändern sich: ein Lied wie „De Mama kritt schon widder e Kind“ finde ich doch ziemlich frauenfeindlich … und im gleichen Jahr (also 1977) schnürrten BAP ihre Stiefel um in noch ganz andere Galaxien vorzudringen …

BASFFrontCover

Besetzung:
Tommy Engel (drums, vocals)
Günther Antonius „Bömmel“ Lückerath (guitar, banjo, mandoline, violine, vocals)
Hartmut Reinhold Priess (guitar, mandoline, bass)

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Titel:
01. Kölle, du uns Stadt am Rhein (Traditional/Priess) 0.40
02. Mer losse d’r Dom en Kölle (Knipp/Priess) 4.30
03. Leev Linda Lou (Knipp/Priess) 4.42
04. Drink doch eine met (Hoock) 4.22
05. Do beste fies op et Föttche jefalle (Priess) 3.37
06. Kumm zoröck noh Kölle (Priess) 3.01
07. Dat häste wirklich nit verdeent (Priess) 3.36
08. Rof mer ens e Taxi (Knipp) 3.08
09. De Mama kritt schon widder e Kind (Priess) 3.01
10. In unserem Veedel (Priess) 3.53
11. Heimweh nach Köln (Ostermann) 2.00

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De Bläck Fööss – Links eröm – rächs eröm (1977)

FrontCover1Man glaubt es kaum: De Bläck Fööss gibt es seit 1970 !!!

Die Geschichte der Bläck Fööss geht bis in die späten 60er zurück, damals waren die späteren „Blankfüßler“ in etlichen anderen Gruppen tätig, 1970 fanden sie dann ihre endgültige Formation. Zu Anfang nannten sich die Kölner noch Stowaways und spielten englische Coverversionen auf Karnevalsveranstaltungen. Als die Zuschauer auch Kölsche Lieder verlangten, kam man den Wünschen der Fans natürlich nach.Die Geschichte der Bläck Fööss geht bis in die späten 60er zurück, damals waren die späteren „Blankfüßler“ in etlichen anderen Gruppen tätig, 1970 fanden sie dann ihre endgültige Formation. Zu Anfang nannten sich die Kölner noch Stowaways und spielten englische Coverversionen auf Karnevalsveranstaltungen. Als die Zuschauer auch Kölsche Lieder verlangten, kam man den Wünschen der Fans natürlich nach.Vorchecking: Robbie Williams, Bon Jovi, Unheilig Aktuelle News Vorchecking Robbie Williams, Bon Jovi, Unheilig Außerdem ab Freitag erhältlich: Hammerfall, Alicia Keys, Bläck Fööss, Nouvelle Vague, Kungs, ASP, Haudegen, Sarah Connor, Hundreds etc. 10
Nachdem die Band sich entschlossen hatte, den Kölsch-Titel „Rievkooche-Walzer“ auch im Studio aufzunehmen, kam der neue Name Bläck Fööss ins Gespräch. Man fand heraus, dass unter dem Namen „Stowaways“ bereits eine englisch singende Beatgruppe existierte. Ins Hochdeutsche übersetzt meint Bläck Fööss übrigens „barfuß“, denn so tritt die Band anfangs auch auf.

Autogrammkarte

Die erste Single verkauft sich knappe 2000 Mal und man tut sich schwer, eine Plattenfirma zu finden, die überhaupt Lieder in Kölner Mundart herausbringen will. In den doch sehr konservativen Karnevalszelten ist die Resonanz auf die langhaarigen Jeansträger anfangs eher zurückhaltend.
Die damaligen Freaks etablieren sich jedoch recht schnell in der Kölner Karnevalsszene, Titel wie „De Mama kritt schon widder e Kind“ oder „Am Arsch der Welt“ stoßen bei der älteren Generation zwar nicht auf große Gegenliebe, doch ist der Erfolg der Bläck Fööss für lange Zeit nicht mehr aufzuhalten.
Zwar glaubten viele Menschen, dass mit der Trennung von Tommy Engel 1994 das Ende der Bläck Fööss bevorstünde, mit Kafi Biermann wurde jedoch schnell Ersatz für den ausgeschiedenen Frontmann gefunden.

Zu Spitzenzeiten im Karneval absolvieren die Bläck Fööss bis zu 10 Auftritte an einem Tag. Als Highlight in der Karriere der Holzfällerhemden tragenden Truppe ist wohl der Auftritt an Silvester 2000 vor 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Kölnarena zu nennen. Bei diesem Konzert feierten sie nicht nur den Jahrtausendwechsel und ihr 30-jähriges Bestehen, sondern nahmen auch den Longplayer „30 Jahre Bläck Fööss“ auf. (Quelle: laut.de)

DieSingles

Die Singles des Albums

Bei diesem feinen Album war der Tommy Engel noch dabei !

Die 12 Songs von „Links eröm – Rächs eröm“ sind aus dieser Zeit einfach mit die allerbesten der Bläck Fööß.
Die Texte von Hartmut Priess und anderen sind zum Hinhören (es ist die Zeit der letzten Zuckungen der „Stadtsanierung“). Die Musik ist gewohnt vielfältig, Latin, Rock, Boogie und ganz anderes. Es war damals auch noch der begnadete Tommy Engel, der sang, und Conny Planks Studiokünste. Was will man mehr? Die LP war dann auch in den bundesweiten! Top Ten. (Serenus Zeitblom)

Die beste Föös Platte!
In der alten Besetzung mit dem unvergessenen Tommy Engel. Undbedingt zu empfehlen. Musikalisch äußerst abwechslungsreich. Hervorragende Texte. Zeitgemäß, gefühlvoll aber auch kritisch. Zum immer wiederhören. Und dazu dies tolle Cover … (Ulrich und Birgit Vogt)

Und dass De Bläck Fööss weit mehrals nur eine Karnevalsband sind … dieses Album ist ein weiterer Beweis … auch für ihre nachdenkliche Seite … einfach nur gut !

Und rocken können sie auch … siehe „En de Weetschaff op d’r Eck“.

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Besetzung:
Tommy Engel (vocals)
Dieter „Joko“ Jaenisch (piano, accordeon, vocals)
Günther Antonius „Bömmel“ Lückerath (guitar, nanjo, mandoline, violine, bouzouki, vocals)
Hartmut Reinhold Priess (bass, guitar, mandolin)
Franz Peter Schütten (vocals, guitar, percussion)
Ernst „Erry“ Josef Stoklosa (vocals, guitar, percussion)

Booklet1

Titel:
01 Rita Schnell (Engel/Jaenisch/Lückerath/Priess/Stoklosa/Schütten) 4.00
02 Müllers Plaat (frei nach einem Gedicht von J. Th. Kuhlemann „Der Noßbaum Schmitz) (Engel/Jaenisch/Lückerath/Priess/Stoklosa/Schütten) 2.49
03. Loss mer jet schunkele (Knipp) 4.04
04. Volksjade + Et Südstadt-Leed (Karolingerring)  (Engel/Jaenisch/Lückerath/Priess/Stoklosa/Schütten) 6.27
05. Sirtaki (Engel/Jaenisch/Lückerath/Priess/Stoklosa/Schütten) 3.49
06. Rollbrett (Engel/Jaenisch/Lückerath/Priess/Stoklosa/Schütten) 3.42
07. Lange Samstag en d’r City (Priess/Knipp) 3.49
08. En minger Bud (frei nach dem Gedicht „et Läuvestüffche“ von H. Paffrath) (Engel/Jaenisch/Lückerath/Priess/Stoklosa/Schütten) 3.16
09. Buuredanz (Knipp/Jaenisch/Stoklosa/Lückerath/Priess/Schütten/Engel) 5.56
10. Engelbät (Engel/Jaenisch/Lückerath/Priess/Stoklosa/Schütten) 2.03
11. En de Weetschaff op d’r Eck (Stoklosa) 3.48

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