Verschiedene Interpreten – Mein Zaubergarten – Entspannt malen und kreativ sein mit schönen Geschichten zum Zuhören (2003)

FrontCover1.jpgAlso das ist ja nun wirklich ein Hörbuch, das einen überraschen kann, denn hier geht es niht nur um das Hören:

Ausmalen ist das neue Yoga: Gönnen Sie sich eine Auszeit, indem Sie der Auswahl von Geschichten rund um das Thema „Garten und Natur“ lauschen und dabei die passenden Malvorlagen kreativ gestalten. Entspannen, den Alltag und die Zeit vergessen, zur Ruhe kommen, durchatmen – schon weicht der Alltagsstress bunten Blüten und frischem Grün. (Produktinformation)

Das Hörbuch „Mein Zaubergarten“ vom Hörverlag beinhaltet zwei CD’s mit einer Gesamtlaufzeit von 2,5 Stunden.

Bereits das Cover des Hörbuchs ist zauberhaft gestaltet und ein echter Blickfang. Mit einem Gummibändchen werden die innenliegenden Fächer mit Hör-CD’s und Malmotiven dekorativ zusammengehalten. Sehr schön gestaltet!

Heitere, besinnliche und märchenhafte Geschichten über Gärten und Blumen aus alter Zeit laden zum Träumen ein.

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Zwei der insgesamt 10 Malvorlagen

Das Hörbuch hat mich tatsächlich verzaubert und aus meinem stressigen Alltag gerissen. Die Ausmalmotive, die momentan absolut im Trend liegen, laden zusätzlich zum Entspannen ein. Sie sind aus einer dickeren Pappe gefertigt, in einem handlichen Format, welches sich auch zum einrahmen oder verschenken eignet. Die Motive sind sehr fröhlich, beschwingt und zum Hörbuchthema passend blumig. Die Kurzgeschichten versüßen die Wartezeit auf den Frühling und Sommer. Sie werden von angenehmen Erzählstimmen widergegeben mit denen es leicht fällt in andere Welten abzutauchen. Die klassischen Geschichten handeln alle von Gärten und Blumen. Sie entführen in eine alte Zeit und lassen den Hörer in die bunte Welt des Gärtnerns und die strahlenden Farben der Blumen hinab tauchen. Das Hörbuch zaubert Sonnenschein in den Alltag!

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Fazit: Wunderschöne, klassische Kurzgeschichten aus alter Zeit über Blumen und Gärten, die Sonnenschein in den Alltag zaubern. Beschwingte, fröhliche Motive in einem handlichen Format laden zusätzlich zum Ausmalen und entspannen ein. Die Erzählstimmen sind sehr angenehm und lassen den Hörer in die bunte Welt der Blumen und Gärten eintauchen. Eine absolute Empfehlung ! (Captain Jack)

Mein Zaubergarten ist eine Ansammlung von Kurzgeschichten vieler bekannter klassischer Autoren wie Hermann Hesse, Theodor Fontane, Giovanni Bocacco, Alphonse Daudet, Hans Christian Andersen…., die sich alle über das Thema Garten, Blumen, Jahreszeiten und Gartenarbeit in vielen verschiedenen Geschichten auslassen und ihre Gedanken dazu äußern.

Doris Lessing

Doris Lessing

Jede Geschichte wird von einem anderen Sprecher vorgelesen. Dies gibt viel Abwechslung und jeder Geschichte seinen eigenen Charakter. Meist sind die Kurzgeschichten recht kurz und doch sehr ansprechend. Mir haben sie sehr gefallen. Sie waren sehr unterschiedlich , haben mich sehr animiert, motiviert und inspiriert Gartenarbeit zu machen, in den Garten gehen zu wollen und Pflanzen, Gemüse und Blumen zu säen, zu pflanzen und zu pflegen.

Dazu gibt es 10 A5 einseitige Karten, die beim Zuhören angemalt werden können. Es sind hauptsächlich Blumenmotive. Im ungemaltem Zustand haben sie mir nicht sonderlich gefallen. Drei Karten habe ich mit Filzstiften ausgemalt. Die Farbe färbt ein wenig auf der Rückseite durch, aber da die Bilder sowieso einseitig sind, finde ich es nicht sehr schlimm. Angemalt, gefielen mir die Bilder dann doch ganz gut. Wobei ich aber schon Gemüse, Obst oder auch Krabbeltierchen oder warum nicht, auch Gartengeräte sehr begrüßt hätte, da viele Kurzgeschichten diese Themen besaßen.
Dies bemängele ich leider immer wieder, dass bei Gartenthemen in Ausmalbücher fast ausschließlich nur Blumen abgezeichnet sind. Dabei ist ein Garten so viel mehr als nur Blumen.

Ansonsten fand ich die Kombination Hörbuch mit Ausmalbilder sehr schön und auch sehr passend. Es macht Spaß den vielen verschiedenen Stimmen zuzuhören und gleichzeitig mit Farben spielen zu können. (Federzauber)

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Über die Sprecher/Sprecherinnen noch folgende Informationen:

Katharina Thalbach ist eine Ausnahmeerscheinung: Sie stand schon als vierjährige auf der Bühne und feierte frühe Erfolge u. a. am Berliner Ensemble. Sie spielte große Rollen in Filmen wie „Die Blechtrommel“, „Sonnenallee“ oder Doris Dörries „Paradies“ und prägte die Bühne in Theaterstücken wie „Käthchen von Heilbronn“ (Schauspielern des Jahres 1980) und „Hamlet“ (Ophelia). Zudem trat sie auch als Regisseurin hervor, u.a. mit „Don Juan“, „Der Hauptmann von Köpenick“ oder Opern wie „Salome“ und „Jenufa“. Ihre einzigartige Stimme sowie ihr Sinn für Regie machen sie zu einer Hörbuchsprecherin ganz eigener Klasse.

Katharina Thalbach

Juliane Köhler erhielt ihre Schauspielausbildung am H.B. Studio in New York. Ihre Karriere begann am Niedersächsischen Staatstheater in Hannover. Ab 1993 spielte sie mit Unterbrechungen am Bayerischen Staatsschauspiel in München. Internationale Bekanntheit erlangte sie durch die Rolle im Kinofilm „Aimée und Jaguar“, für den sie den Silbernen Bären erhielt. In dem 2003 mit dem Oscar ausgezeichneten Film „Nirgendwo in Afrika“ der Regisseurin Caroline Link spielte sie die Hauptrolle.

Stefan Wilkening

Stefan Wilkening

Der Schauspieler und Sprecher Stefan Wilkening ist neben seinen Theaterengagements (u.a. Münchner Kammerspiele, Schauspiel Frankfurt) in zahlreichen Dokumentationen, Hörfunk- und Hörbuchproduktionen zu hören, sowie in verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen (u.a. „Tatort“, „Der Alte“, „Um Himmels Willen“) zu sehen.
Für den Hörverlag las er z. B. „Glaube der Lüge“ von Elizabeth George, die „Merlin-Saga“ von T.A. Barron und „Mord im Orientexpress“ von Agatha Christie. Darüber hinaus wirkte Stefan Wilkening u. a. bei den Hörspielproduktionen „Ulysses“ und „Moby-Dick“ mit. Mit seinen erfolgreichen Solo-Live-Hörspielen ist er gern gesehener Gast auf allen deutschen Bühnen.

Laura Maire, geboren 1979 in München, absolvierte ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt. Bekannt wurde sie durch eine Hauptrolle in der ARD-Vorabendserie „Verdammt verliebt“. Sie synchronisierte u. a. Brie Larson in „Raum“ (2016 mit einem Oscar ausgezeichnet) und Ashley Greene (als Alice Cullen) in der „Twilight“-Reihe. Daneben war sie immer wieder in „How I Met Your Mother“ zu hören. Maire erhielt 2011 den Deutschen Hörbuchpreis als Beste Interpretin. 2014 las sie für den Hörverlag den Thriller „Schattengrund“ von Elisabeth Herrmann und erhielt für ihr „virtuoses Sprach-Spiel“ noch einmal den Deutschen Hörbuchpreis als Beste Interpretin.

Eva Gosciejewicz studierte Schauspielkunst am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Es folgten Engagements u.a. an den Kammerspielen München, dem Bayerischen Staatsschauspiel und dem Theater Bremen. Neben ihrer Arbeit am Theater ist sie in zahlreichen Hörfunk- und Hörbuchproduktionen zu hören sowie in verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen (u. a. „Tatort“, „Polizeiruf 110“) zu sehen. Für den Hörverlag las sie z. B. „Malka Mai“ von Mirjam Pressler (Hörbuch des Jahres 2002) und „Die weiße Massai“ von Corinne Hofmann.

Eva Gosciejewicz

Eva Gosciejewicz

Nico Holonics, geboren 1983 in Leipzig, absolvierte sein Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Von 2007 bis 2010 war er am Münchner Volkstheater, ab 2010 an den Münchner Kammerspielen engagiert. Seit 2012 ist er Ensemblemitglied am Schauspiel Frankfurt. Für seine darstellerischen Leistungen wurde er mit dem Bayerischen Kunstförderpreis 2010 ausgezeichnet.

Sabine Kastius, geboren in Hamburg, ist seit 1988 als Sprecherin für Funk, Fernsehen und Dokumentarfilme sowie als Theater- und Filmschauspielerin u.a. für den Bayerischen Rundfunk, SWR, ZDF und ARTE tätig. Zudem hält sie Prosa- und Lyrik-Lesungen, für die sie seit 2005 auch mit verschiedenen Musikern wie Charly Böck und Roman Bunka zusammenarbeitet. Für den Hörverlag las sie u. a. „Starting at Zero“ und „Blütenherz & Zaubergarten“.
Die Schauspielerin

Dr. Franziska Augstein, geboren 1964 in Hamburg als Tochter des Spiegel-Gründers Rudolf Augstein und der Übersetzerin Maria Carlsson, ist eine deutsche Publizistin. Sie studierte Geschichtswissenschaft, Politologie und Philosophie und war zwischen 1987 bis 1989 für das Magazin der Wochenzeitung „Die Zeit“ tätig. Bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ war sie ab 1997 Redakteurin in der Feuilleton-Redaktion und von 2000 bis 2001 Feuilleton-Korrespondentin in Berlin. Im Anschluss daran begann sie, für die „Süddeutsche Zeitung“ zu schreiben und betreute seit 2010 die Rubrik „Das Politische Buch“. Seit 2016 erscheint alle vierzehn Tage ihre Kolumne „Augsteins Welt“. Für den Hörverlag ist sie u. a. in „Blütenherz & Zaubergarten“ zu hören.

Franziska Augstein

Franziska Augstein

Cecilia Wortmann, geboren 1971 in Düsseldorf, hatte ihren ersten Auftritt vor der Kamera mit sechs Jahren in der „Sesamstraße“. Nach dem Abitur studierte sie zunächst Musik an der Universität Essen, zog dem Studium jedoch die Arbeit an ihrer Schauspielkarriere vor und nahm Schauspielunterricht. Bekannt wurde sie durch ihre Rollen in den RTL-Serien „Unter uns“ und „Dr. Stefan Frank – Der Arzt, dem die Frauen vertrauen“. Seit 2002 ist sie mit dem Regisseur Sönke Wortmann verheiratet.

Wie oben bereits erwähnt: Ganz und gar kein übliches Hörbuch … Ein Hör- und Malbuch in einer Zeit, in der man solche Anregungen wohl benötigt …

Und vermutlich ist das eher ein Hörbuch für Frauen … mit all der Poesie und all den Märchen …

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Titel:

CD 1:
01. Ansage 0.10.

Hermann Hesse: Im Garten (gelesen von Stefan Wilkening):
02. Im Garten (Teil 1) 3.38
03. Im Garten (Teil 2) 3.26
04. Im Garten (Teil 3) 4.45

Karel Capek: Wie man einen Garten anlegt (gelesen von Juliane Köhler):
05. Wie man einen Garten anlegt (Teil 1) 2.36
06. Wie man einen Garten anlegt (Teil 2) 2.39

Hugo von Hofmannsthal: Lob des Gartens (gelesen von Cecilia Wortmann):
07. Lob des Gartens (Teil 1) 2.46
08. Lob des Gartens (Teil 2) 3.00

Elisabeth von Arnim: Aus dem Tagebuch (Elisabeth und ihr Garten) (gelesen von Juliane Köhler):
09. Elisabeth und ihr Garten (Teil 1) 2.39
10. Elisabeth und ihr Garten (Teil 2) 3.56
11. Elisabeth und ihr Garten (Teil 3) 2.35
12. Elisabeth und ihr Garten (Teil 4) 3.03
13. Elisabeth und ihr Garten (Teil 5) 3.32
14. Elisabeth und ihr Garten (Teil 6) 3.31

Manfred Kyber: Maimärchen (gelesen von Katharina Thalbach):
15. Maimärchen (Teil 1) 3.45
16. Maimärchen (Teil 2) 3.54

Erwin Strittmatter: Lob auf den Juni (gelesen von Sabine Kastius)
16. Lob auf den Juni 3.03

Theodor Fontane: Ein Sommer in London (gelesen von Nico Holonics)
17. Ein Sommer in London (Teil 1) 2.48
18. Ein Sommer in London (Teil 2) 3.08
19. Ein Sommer in London (Teil 3) 

Theodor Fontane: Der Eibenbaum im Parkgarten (gelesen von Stefan Wilkening);
20. Der Eibenbaum im Parkgarten (Teil 1) 3.15
21. Der Eibenbaum im Parkgarten (Teil 2) 3.59

Johannes Roth: Was macht der Gärtner im Winter (gelesen von Cecilia Wortmann):
22. Was macht der Gärtner im Winter (Teil 1) 3.42
23. Was macht der Gärtner im Winter (Teil 2) 3.38

CD 2:

Plinius der Jüngere: Römische Gärten (gelesen von Juliane Köhler):
01. Römische Gärten 2.40

Doris Lessing: Der Granatapfel (gelesen von Eva Gosciejewicz):
02. Der Granatapfel (Teil 1) 3.16
03. Der Granatapfel (Teil 2) 3.13
04. Der Granatapfel (Teil 3) 3.28
05. Der Granatapfel (Teil 4) 3.25
06. Der Granatapfel (Teil 5) 2.44
07. Der Granatapfel (Teil 6) 3.25

Alphonse Daudet: Die Apfelsinen (gelesen von Stefan Wilkening);
08. Die Apfelsinen (Teil 1) 3.35
09. Die Apfelsinen (Teil 2) 3.43

Giovanni Boccaccio: Das Dekameron (Ausschnitt) (gelesen von Franziska Augstein):
10. Das Dekameron (aus der Einleitung vom 3. Tag) 4.24

Jacob und Wilhelm Grimm: Von dem Sommer- und Wintergarten (gelesen von Sabine Kastius).
11. Von dem Sommer- und Wintergarten (Teil 1) 2.59
12. Von dem Sommer- und Wintergarten (Teil 2) 3.48

Hans Christian Andersen: Wer war die Glücklichste? (gelesen von Laura Maire):
13. Wer war die Glücklichste? (Teil 1) 3.16
14. Wer war die Glücklichste? (Teil 2) 3.20
15. Wer war die Glücklichste? (Teil 3) 3.35

Jacob und Wilhelm Grimm: Schneeweißchen und Rosenrot Eva Gosciejewicz):
11. Schneeweißchen und Rosenrot (Teil 1) 3.34
12. Schneeweißchen und Rosenrot (Teil 2) 2.50
13. Schneeweißchen und Rosenrot (Teil 3) 3.46
14. Schneeweißchen und Rosenrot (Teil 4) 3.12
15. Schneeweißchen und Rosenrot (Teil 5) 3.52

CD2A

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Wolfgang Adenberg + Alexander Bermange – Die sieben Raben (Gebrüder Grimm) (2007)

frontcover1Also, da gibt es das Städtchen Hanau:

Hanau („die lebensfrohe Stadt am Main und Konzig – das Tor zum Spessart und Vogelsberg“ – Eigenwerbung) hat nicht nur ca. 92.oo Einwohner … nein Hanau ist mehr:

Hanau ist die Geburtsstadt der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm und Ausgangspunkt der Deutschen Märchenstraße.

Und so kommt es, dass Hanau seit 33 Jahren (also seit 1985) als besondere Attraktion die „Brüder Grimm Festspiele “ präsentiert.

Hier eine Aufnahme aus dem Festspieljahr 2007, das ich eigentlich allen (ob groß oder klein) gerne ans Herz legen möchte.

Und darum geht´s in diesem Brüder Grimm Märchen:

Einem Vater wird nach sieben Jungen endlich ein Mädchen geboren. Der Vater schickt seine Söhne zur Quelle, um mit einem Krug Taufwasser für das Töchterchen zu holen. Die sieben Brüder streiten, und ihnen fällt der Krug in den Brunnen.
Sie getrauen sich nicht nach Hause zurück und der Vater macht sich Sorgen, als sie lange nicht zurückkehren.
Er denkt, sie spielen nur und haben das Wasser vergessen. In seinem Ärger sagt er: „Ich wollte, dass die Jungen alle zu Raben würden.“ Der gedankenlose Wunsch wird umgehend erfüllt – der Vater sieht sieben Raben durch die Lüfte flattern.
Das Töchterchen wächst auf, ohne zu wissen, dass es Brüder gehabt hat, denn die Eltern verschweigen ihr deren Schicksal. Endlich erfährt es durch andere Leute, was geschehen ist – und dass diese ihr die Schuld an dem Vorgefallenen geben. Obwohl die Eltern ihr erklären, es könne nichts für das Verhängnis, fühlt es sich weiter schuldig und macht sich allein auf den Weg, die Brüder zu suchen, wobei sie nur einen Ring ihrer Eltern, ein Stühlchen und Verpflegung mit auf die Reise nimmt.
Das Mädchen durchwandert die ganze Welt, kann ihre Brüder aber nicht finden. Endlich, die Welt ist zu Ende. Sie kommt zur Sonne, die ist viel zu heiß für Menschenkinder, dann zum Mond, der ihr aber viel zu kalt und böse ist. Die Sterne jedoch sind ihr freundlich gesinnt, und der Morgenstern gibt ihr ein Hinkelbeinchen (einen Hühnerknochen), mit dem es den Glasberg aufschließen könne – dort seien die Brüder zu finden.
Am Glasberg angekommen, möchte das Mädchen das Beinchen auspacken, doch es hat den Schlüssel verloren. In ihrer Not schneidet es sich einen Finger ab, steckt ihn in das Schloss, und das Tor öffnet sich.
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Die sieben Raben. Gezeichnet von Franz Stassen Berlin. (Einem alten Volksmärchen nacherzählt von Wilhelm Kotzde; 1912)

Drinnen trifft es auf einen Zwerg, der sagt ihr, die sieben Raben seien nicht zu Haus, aber er deckt ihr den Tisch mit sieben Tellern und Bechern. Das Mädchen nimmt von jedem etwas, in den letzten aber lässt sie ihren Ring fallen. Als die Raben zurückkehren, wollen sie essen, bemerken aber, dass jemand ihnen zuvorgekommen ist. Sie sprechen: „Wer hat von meinem Tellerchen gegessen? Wer hat aus meinem Becherchen getrunken? Das ist eines Menschen Mund gewesen.“ Der siebente Rabe findet auf dem Grund seines Bechers den Ring, erkennt ihn und denkt: Wäre doch nur unsere Schwester hier, so wären wir erlöst.
Sie hört den Wunsch hinter der Tür und tritt hervor, und die Brüder sind erlöst und kehren zusammen nach Hause zurück.
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Interpretation:
Mit seiner schwarzen Farbe verkörpert der Rabe die Trauer. Er steht bis heute sprichwörtlich für den Winter (im Gegensatz zur Schwalbe, Sommer). Laut der Enzyklopädie des Märchens erscheint der Rabe im Märchen oft im Kontext der Motive Seelenreise und Höllenfahrt. Er trägt die Seelen der Verdammnis fort. Andererseits gehört der Rabe zu verschiedenen Licht- oder Sonnengottheiten (Odin, Lugh, Apollon). Raben kreisen beispielsweise um den Berg des Barbarossa. Nach Friedel Lenz sind die Raben Sinnbild für die göttlichen Eingebungen des Geistes.
Sowohl das Glas als auch der Zwerg oder die Alte können ebenfalls als Symbole einer gefühlsarmen, distanzierten Weisheit verstanden werden ). Die Zahl Sieben kommt in vielen Märchen in Zusammenhang mit der Zeit vor. Mit den Sternen sind hier offenbar die sieben Planeten gemeint: Das Kind bekommt den Schlüssel vom Morgenstern, also der Venus. Der Planet Venus heißt auch Abendstern, er erscheint bei Dämmerung (s. Interpretation Die zwölf Brüder). Venus ist in der römischen Mythologie die Göttin der Liebe. Indem der Ring in den Becher gelegt wird, wird der Geist (männlich) mit der Seele (weiblich) vereint
Nach Hedwig von Beit bedeutet der Verlust des Taufgeschirrs das Scheitern einer verfrühten geistigen Erneuerung an unreifen Kräften, mit Verlust des Selbst im Unbewussten oder animalischen. Der Ausspruch der sieben Raben „Wer hat von meinem Tellerchen gegessen? Wer hat aus meinem Becherchen getrunken? Das ist eines Menschen Mund gewesen“ klingt wie die sieben Zwerge bei Schneewittchen. Es existiert auch eine Variante von Schneewittchen, bei der die sieben Zwerge im Glasberg wohnen. Im Beziehungsnetz der Märchen stiftet die Verwandlung der Brüder in Tiere eine Verbindung des Rabenmärchens zu dem Grimm-Märchen Brüderchen und Schwesterchen, wo Brüderchen von der Stiefmutter in ein Reh verwunschen ist. Allerdings ist die Erlösung des einen Brüderchens durch Schwesterchen im Unterschied zum Rabenmärchen hier Nebenschauplatz. (Quelle: Wikipedia)
Und nun zur Musik dieses Musicals:
„Alexander Bermanges variantenreiche Musicalkomposition „Die sieben Raben“ vereint zahlreiche Musikstile zu einem harmonischen Ganzen: vom ansteckenden ‚ungarischen Tanz‘ im Stück „Fest in Budapest“ über „Rock-Opera“-Songs wie „Alles dreht sich um mich“ (die Arie der Sonne) bis hin zum Big-Band-inspirierten „Wir Raben, wir haben es gut“ und zu Jerry-Herman-Anklängen (z. B. „Hello Dolly“, 1964) in „Tanz einen himmlischen Tanz“ (die stimmungsvolle Sing- u. Tanznummer der Sterne). Verwoben mit diesen eingängigen Melodien und Songs sind aber gleichermaßen dissonante Klänge und Motive, durch die hochdramatische Szenen (der böse Fluch, der Alptraum des Mädchens) atmosphärisch gestaltet werden können.“ (Werbetext)
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Alte Grußkarte mit dem Motiv des Märchens „Die sieben Raben“

„Der Musik kam in diesem Musical eine ganz besondere Bedeutung zu. Alexander S. Bermange arbeitet mit Pop- und Swing-Elementen, mischt eine Prise Folkloristisches und einen kräftigen Schuss Broadway mit hinein und gewinnt so genau die richtige Mischung.“ (Hanauer Anzeiger, 18. 6. 2007)

„Eine rundum gelungene Inszenierung (…) Die Musik hat einmal mehr Alexander S. Bermange für das Märchenfestspielmusical komponiert. Gelungen sind ihm fast durchgehend eingängige Melodien, mal flott, mal eher besinnlich.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. 6. 2007)

„Opulente, farbenfrohe Bilder mit Tanz und Musik führten die Gäste durch eine dichte Inszenierung. Alexander S. Bermange, der für die Musik verantwortlich zeichnete, zeigte dabei ebenso viel Fingerspitzen- und Feingefühl wie Wolfgang Adenberg, der die Texte für Geschichte und Lieder verfasst hatte.“ (Hanau Post, 18. 6. 2007)

Und das ist der Komponist, Alexander Bermange
Der britische Komponist und Autor hat eine klassische Ausbildung zum Pianisten absolviert und begann sehr früh, eigene Stücke zu erarbeiten. 1999 beendete er sein Studium an der Oxford University. Seither ist er vor allem für Produktionen am Londoner West End und Broadway tätig.
Die deutsche Musicalfachwelt lernte ihn bei einem Kongress in Hamburg kennen, wo seine Beiträge, u.a. Ausschnitte aus seinem Musical „Nessie“ und „Walking On The Sun“, zu den eindrucksvollsten Nummern gehörten.
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Alexander Bermange

Zu weiteren Werken zählen „Aladdin“ und „Close Encounters“ sowie Musical-Kompositionen für die Hanauer Festspiele. 2003 zeigte er in einem Showcase am West End Schattenlos, das 2007 mit zwei Frank Wildhorn Awards beim Musicalfestival in Graz ausgezeichnet wurde, dem Publikumspreis und dem zweiten Jurypreis.
In Großbritannien ist er außerdem für seine Comedy-Songs bekannt, die in einem BBC-Programm gesendet werden. Alexander S. Bermange wurde er von der britischen Presse bereits als neuer Andrew Lloyd Webber gefeiert.

Und das ist der Texter, Wolfgang Adenberg:
Wolfgang Adenberg (* 8. März 1967 in Köln) ist ein deutscher Musicalautor, Textdichter und Übersetzer. Von ihm stammen u. a. die Musicals Moulin Rouge Story, Fletsch und Emil und die Detektive, alle mit Musik von Marc Schubring. Besondere Bekanntheit erlangte der gelernte Jurist durch seine Übersetzungen weltbekannter Musicals wie Titanic, 42nd Street, We Will Rock You oder The Scarlet Pimpernel. Seit 2002 übersetzt er die regelmäßig aktualisierten Texte von Starlight Express. Adenberg ist Absolvent des ersten Jahrgangs (1996) der Celler Schule. Auf seinem CD-Label „Anything Goes Records“ produziert und veröffentlicht er Aufnahmen rarer Musicals oder verwandter Genres, u. a. die erste deutschsprachige Aufnahme der Dezemberlieder von Maury Yeston, interpretiert von Pia Douwes.
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Wolfgang Adenberg

Es mag ja sein, dass dies ein Musical aus der Provinz ist (es lebe die Provinz !) … aber selten haben ich ein derartig sympathisches Musical gehört …
Von daher gibt es von mir mal wieder 1000 Sympathiepunkte, denn auch das Ensemble ist einfach nur prachtvoll !
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Das Ensemble

Besetzung:
Barbara Bach (Rosikas Mutter/Sonne)
Julia Breckheimer (Rosika)
Hartmut Schröder (Rosikas Vater/Mond)
Rosikas Brüder/Sterne:
Jürgen Amonath (Stefan)
Thomas Müller-Brandes (Gabor)
Rüdiger Schade (Arpad)
Christiane Schneidt (Janko)
Verena Wüstkamp (Joschi)
Mirjam Wolf (Wenzel)
Sven Zinkan (Lukas)
Hella Boysen (Wahrsagerin, Hebamme)
Corinna Maria Lechler (2. Frau)
Jan Schuba (Pellegrin)
Anita Vidovic (1. Frau)
Die Band:
Alexander S. Bermange (piano)
Stefan Kreuscher (bass)
Dieter Plaue (drums)
Jürgen Schwab (guitar, Keyboards)
Mark Schwarzmayr (Keyboards)
+
Eiko Fues (violin bei 02.)
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Titel:
01  Scheren, Scheren 2.27
02. Ein Fest in Budapest 2.06
03. Es gibt so viel mehr auf der Welt 3.57
04. Von uns weißt du’s nicht 2.01
05. Webet, webet, webet 0.47
06. Ein Schwesterchen 3.12
07. Wunschlos glücklich 3.50
08. Wunschlos unglücklich 1.14
09. Wie tief bin ich gesunken 4.33
10. Gib uns Kra-Kra-Kra-Kra-Kraft 3.09
11. Kein Zauber hält mich auf 3.40
12. Wir Raben, wir haben es gut 3.45
13. Alles dreht sich um mich 3.27
14. Ich rieche, rieche Menschenfleisch 3.19
15. Tanz einen himmlischen Tanz 4.34
16. Ich bin immer bei euch 3.11
17. Schere, Schere – Reprise 0.54
18. Der Schatz bleibt mein 2.09
19. Finale: Es gibt so viel mehr auf der Welt 4.07
Musik: Alexander Bermange
Text: Wolfgang Adenberg
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Auch heuer öffnet das Amphitheater Schloss Philippsruhe, Hanau seine Pforten für die 33. Brüder Grimm Festspiele