Geschwister Caldarelli – Arzgebirg wie bist du schie (1969/1980)

FrontCover1Ursprünglich erschien diese Scheibe bereits 1969 und wurde dann 1980 (mit neuem Cover) erneut veröffentlicht. Und 1994 erschienen diese Aufnahmen dann auch auf CD.

Wir hören traditionelle Melodien aus dem Erzgebirge, dargeboten von den Geschwister Caldarelli (klingt irgendwie auch nicht besonders deutsch) :

Die Geschwister Caldarelli waren ein Volksmusik-Gesangstrio aus dem sächsischen Sosa, das in den 1930er und 1940er Jahren durch Rundfunk-Programme und Schallplattenaufnahmen große Bekanntheit erlangte.

Die drei Schwestern Tisilda (verehel. Tischler, 1921–2008), Pierina (verehel. Lorenz, 1923–2012) und Annina Caldarelli (* 1927) sind die jüngsten von zwölf Geschwistern. Ihr Vater kam 1902 aus den italienischen Abruzzen ins obere Erzgebirge, wo er als Steinbrucharbeiter Arbeit beim Eisenbahnbau fand und 1904 in Sosa eine Einheimische heiratete.

Schon früh im Kirchenchor aktiv, war der erste größere Erfolg der Geschwister der erste Platz bei einem Gesangswettbewerb im benachbarten Schwarzenberg, den der Fabrikant und Förderer erzgebirgischen Brauchtums Friedrich Emil Krauß organisiert hatte. Ein Mitschnitt des Konzerts wurde wenig später im Reichssender Leipzig übertragen. Die Geschwister Caldarelli konnten den Wettbewerb im Folgejahr erneut gewinnen.

Geschwister Caldarelli
Nach dem Krieg traten die Geschwister ab dem Frühjahr 1946 wieder verstärkt im Rundfunk auf; Tourneen und Schallplattenaufnahmen folgten. Nachdem sie ein Kind bekommen hatte, trat Tisilda ab 1953 nicht mehr auf; sie wurde von Hilde Kranz ersetzt. Pierina hatte inzwischen ebenfalls geheiratet und lebte in Leipzig, Annina lebte in Stendal. (Quelle: wikipedia)

Originalausgabe aus dem Jahre 1969

Im MDR lief in der Serie „Lebensläufe“ eine Dokumentation über die 3 Schwestern unter dem Titel: „Geschwister Caldarelli – Eine erzgebirgische Legende“:

Karte„Drei junge Mädchen betreten 1940 die Bretter, die die Welt bedeuten: Annina, 13 Jahre alt, Pirina, 15, und Tisilda, 19. Beim Wettsingen in der westerzgebirgischen Metropole Schwarzenberg beginnt eine Karriere, die die Volksmusik im südlichen Sachsen über Jahrzehnte hinweg prägen wird. Es ist der erste große Auftritt des deutschlandweit bekannten erzgebirgischen Gesangsterzetts „Geschwister Caldarelli“.1999 begingen die Caldarellis im Kreiskulturhaus Aue ihr 60. Bühnenjubiläum. Fans aus ganz Deutschland reisten an und feierten mit ihren Stars ein rauschendes Fest.“ (Programmankündigung)

Ein ganz wichtiger Partner für dieses Trio war dann der Joachim Süß:

Joachim Süß (* 22. Dezember 1932 in Crottendorf) ist ein deutscher Zither-Solist sowie Mundartsprecher und -sänger.

Der in Crottendorf lebende Süß ist einer der bekanntesten Zitherspieler im Erzgebirge. Ab einem Alter von zehn Jahren erhielt er Zitherunterricht bei Philipp Hänel. Im Alter von 14 Jahren gründete er seine erste Singgruppe, eine Instrumentalgruppe folgte zwei Jahre und schließlich 1949 das Crottendorfer Heimatterzett, das sich der Pflege erzgebirgischen Liedguts verschrieben hatte.

Seit 1954 ist er Berufsmusiker. Gemeinsam mit dem Bandoneon-Solisten Hans Friedl, den Geschwistern Caldarelli und den Geschwistern Münzberger ging er zunächst auf Tournee durch die DDR. 1965/66 war er zwei Jahre lang Zithersolist der Instrumentalgruppe Herbert Roth. Während dieser Zeit produzierte Herbert Roth mit seinem Ensemble einige von Joachim Süß geschriebene Titel für den Rundfunk.

1972 gründete er sein eigenes Ensemble Joachim Süß und sein Ensemble, mit dem er seitdem zahlreiche Auftritte absolvierte und mehrere Alben überwiegend in erzgebirgischer Mundart produzierte. Mit seinem Ensemble und seiner Enkeltochter Therese Fiedler ist er regelmäßig in volkstümlichen Fernsehsendungen wie „Su klingt’s bei uns im Aarzgebirg“ oder der „Wernesgrüner Musikantenschenke“ zu sehen und zu hören.

Süß spielte 364 Titel mit diversen Ensembles und als Solist im Studio ein, wirkte an 115 Fernsehsendungen mit und komponierte 56 Lieder (Stand Februar 2009).

Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

JoachimSüß
Nein, diese Musik erschließt sich mir nicht wirklich und dennoch, ich empfinde vor dieser Musik so etwas wie Respekt. Bei den Bergmannsliedern gingen mir die Arbeitsbedingungen der Bergleute im Erzgebirge (und anderswo) durch den Kopf und da muss man dann schon mal inne halten.

Und: diese Musik muss ja viele Menschen bewegt haben … früher hätte ich auf diese Musik wohl arg spöttisch reagiert haben, heute verbietet es mir eben dieser Respekt vor musikalisch anders empfindenden Menschen mich über diese Musik lustig zu machen …

Von daher: diese Musik ist Teil unseres kulturellen Erbes.

Das schöne Erzgebirge

Besetzung:
Geschwister Caldarelli
+
Joachim Süß (Zither)
Volksmusiktrio „Heiteres Erzgebirge“
Volksmusikgruppe „Alfred Wolf“, Klingenthal (bei 16.)

BackCover1Titel:
01. Arzgebirg, wie bist du schie (Günther) 3.47
02. Dr Vugelbeerbaam (Schreyer) 2.22
03. Wu de Wälder haamlich rauschen (Günther) 3.23
04. Vergass dei Haamit net (Günther) 3.16
05. De Beerkinner (Kaufmann) 2.39
06. Schwammemarsch (Lattermann) 2.10
07. Arzgebirg Haamitland (Stoll) 1.39
08. Erzgebirgisches Wanderlied (Richter) 2.38
09. Neuer Anbruch (Bergmannslied) (Kauß/Wagner-Buchholz) 1.30
10. Wenn schwarze Kittel scharenweis‘ (Bergmannslied) (Traditional) 1.53
11. Wenn das Glöcklein drei tut läuten (Erzgebirgisches Berglied) (Traditional) 2.40
12. Glück auf, ihr Bergleut‘ jung und alt (Bergmannslied) (Traditional) 2.19
13. Erzgebirgisches Ketschellied (Friedl) 1.57
14. Im Berggasthaus (Süß) 2.29
15. Kirmes-Tanzlied (Walther/Richter) 1.55
16. Heit wolln mr noch net hamgieh (Richter) 3.02

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Die Labels der Originalausgabe aus dem Jahre 1969