Glen Gould – Ein Leben in Musik (2002)

FrontCover1Und hier ein Sampler für den deutschsprachigen Raum über einen wohl ganz besonderen Pianisten:

Glenn Gould ist zweifellos einer der bekanntesten und berühmtesten klassischen Pianisten der modernen Geschichte mit einem Stil, der sowohl ausdrucksstark als auch technisch präzise war. Er wurde 1932 in Toronto geboren und genoss eine privilegierte, geschützte Erziehung. Seine musikalischen Begabungen zeigten sich bereits in der Kindheit, und obwohl seine Eltern ihn nie dazu verleiteten, ein Wunderkind zu werden, wurde er mit fünfzehn Jahren professioneller Konzertpianist und erlangte bald einen nationalen Ruf.

Mit Anfang 20 wurde er auch durch Rundfunk- und Fernsehsendungen, Aufnahmen, Schriften, Vorträge und Kompositionen anerkannt. Goulds musikalische Neigungen, der Klavierstil und die Unabhängigkeit des Geistes zeichneten ihn schon früh als Außenseiter aus. Er bevorzugte die strukturell komplizierte Musik und verachtete die frühromantischen und impressionistischen Werke im Kern des Standardrepertoires für Klavier, wobei er die elisabethanische, barocke, klassische, spätromantische und Musik des frühen zwanzigsten Jahrhunderts bevorzugte; Bach und Schönberg standen im Mittelpunkt seiner Ästhetik und seines Repertoires. Er war ein intellektueller Darsteller mit einer besonderen Begabung zur Verdeutlichung von Kontrapunkt und Struktur, aber sein Spiel war auch ausdrucksstark und rhythmisch dynamisch. Er hatte die Technik und die Klangpalette eines Virtuosen, obwohl er viele pianistische Konventionen störte.

In dem Glauben, dass die Rolle des Darstellers richtig kreativ war, bot er originelle, zutiefst persönliche, manchmal schockierende Interpretationen (extreme Tempi, ungewöhnliche Dynamiken, wählerische Phrasierungen) an, insbesondere in kanonischen Werken von Mozart, Beethoven und Brahms.

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Wem diese Präsentation nicht reicht … es gab damals auch ein Box mit insgesamt 70 CDs … 

Goulds amerikanisches Debüt, 1955, und die Veröffentlichung seiner ersten Columbia-Aufnahme von Bachs Goldberg Variations startete seine internationale Konzertkarriere. Trotz seiner musikalischen Eigenheiten erwarb er sich weithin Anerkennung, während seine extravaganten Bühnenmanieren sowie seine Hypochondrie und andere persönliche Exzentrizitäten, die seine Berühmtheit steigerte.

Obwohl seine Bühnenauftritte sehr gefragt waren, rationierte er seine Auftritte enorm (er gab weniger als vierzig Konzerte in Übersee): „Bei Konzerten fühle ich mich erniedrigt wie ein Vaudevillianer“. Schließlich zog er sich 1964 endgültig aus dem Konzertleben zurück. Gould hatte musikalische, temperamentvolle und moralische Einwände gegen Konzerte und hielt sie öffentlich: „Der Zweck der Kunst“, schrieb er, „ist nicht die Freisetzung eines Adrenalinkrieges, sondern die allmähliche, lebenslange Arbeit an einem Zustand von Wunder und Gelassenheit.“ Noch bevor er in Rente ging, war er nicht damit zufrieden, ein Konzertpianist zu sein. Er arbeitete zusätzlich an Radio- und Fernsehprogrammen, veröffentlichte Schriften zu vielen musikalischen und nichtmusikalischen Themen und komponierte weiter. Er nannte sich gern „einen kanadischen Schriftsteller, Komponisten und Rundfunksprecher, der zufällig in seiner Freizeit Klavier spielt.“ (sonyclassical.de)

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Und um eine Mega-Sammlung seiner Aufnahen zu promoten, erschied wohl diese Doppel-CD mit einem Querschnitt seiner Aufnahmen (unterteilt in „Gould spiel Bach“ und „Gould spielt nicht Bach“)

Keine Frage: mehr als beeindruckend … insbesondere seine Bach Interpretationen.

Und wie er z.B.  Mozarts „Rondo alla Turca“ ist nicht minder genial.

Und dann der Mensch Glenn Gould … auch darüber ist in dem wirklich informativem Begleitheft die Rede ,..

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Und dann mag ich ja auch noch auf so ein Buch verweisen, das im direkten Zusammenhang mit Glen Gould steht … ein Buch von Thomas Berner:

Der Untergeher ist ein Roman des österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard aus dem Jahr 1983.

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Erzählt wird der berufliche und private Werdegang dreier angehender Konzertpianisten, von denen einer Glenn Gould ist, und deren lebenslange Auseinandersetzung mit dem Anspruch höchster Perfektion. (Quelle: wikipedia)

Selten habe ich ein derartig schräge Buch gelesen:

Wie viele Romane Thomas Bernhards hat auch Der Untergeher lange Passagen ohne Absätze. Gleich zu Beginn sind drei Sätze abgesetzt – der „vierte Absatz“ allerdings zieht sich bis zum Ende des Buches. Der Untergeher enthält nur selten direkte Rede, stets eingelassen in den Erinnerungsfluss des fiktiven Autors und daneben fragmentarische Zitate, kursiv gesetzt. Mit einer eigenwilligen Zeichensetzung fügt Bernhard an ungewöhnlichen Stellen Pausensignale in den Text ein. (Quelle: wikipedia)

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Besetzung:
Glen Gould (piano, organ,

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Titel:

CD 1; Gould spiel Bach:
01. Praeludium und Fuge C-Dur BWV 846 / 4.20
02. Invention Nr. 1 C-Dur BWV 772 / 2.17
03. Sarabande / 4.10
04. Siciliano: Largo / 3.15
05. Allegro / 3.44
06. Contrapunctus Nr. 1 / 2.46
07. Contrapunctus Nr. 1 / 4.49
08. Praeludium und Fuge über B.A.C.H. B-Dur BWV 898 / 5.22
09. Toccata Nr. 6 g-moll BWV 915 / 8.47
10. Adagio / 4.51
11. Allegro / 4.07
12. Larghetto / 5.41
13. Allegro ma non tanto / 4.11
14. Aria da capo / 3.46

CD 2: Gould spielt nicht Bach;
01. Allegro con brio (Beethoven) /  6.00
02. Sonate für Klavier G-Dur K 13 (Scarlatti) / 2.20
03. Pavan und Galliard „Lord of Salisbury“ (Gibbons) / 5.52
04. Allegro (Fuga) (Händel) /1.59
05. Rondo alla Turca: Allegretto (Mozart) / 4.07
06. Adagio (Haydn) / 5.35
07. Nr. 6 Es-Dur: Presto – Andante amabile e con moto (Beethoven) / 4.48
08. 3 Intermezzi op. 117 (Brahms) / 5.31
09. Sostenuto assai – Allegro ma non troppo (Schuhmann) / 9.01
10. Caresse dansée (Scriabin) 2.28
11. Scherzo: Molto vivace (Chopin) / 2.21
12. Leicht, zart (Schönberg) 1.26
13. Sie trugen ihn auf der Bahre bloß (Strauss) 3.39
14. Vorspiel zum 1. Akt (Wagner) 9.38

CDs

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Radfahren konnte er auch …