Will Brandes – Baby-Babbel-Bossa-Nova + Ein guter Stern (1963)

FrontCover1.jpgIrgendwie hatte er er mit seiner ganz bestimmten Masche einen ganz besonderen Status unter den Schlagerstars der frühen 60 er Jahre:

Will Brandes (* 11. Januar 1928 in Münstedt; † 8. April 1990 ebenda) war ein deutscher Schlagersänger.

Brandes absolvierte zunächst eine kaufmännische Lehre und ließ sich später in Braunschweig zum Operntenor ausbilden. Ab 1958 trat er als Schlagersänger in Erscheinung. Seinen ersten Schallplattenvertrag schloss er mit der Kölner Plattenfirma Electrola ab und versuchte sich zunächst mit deutschen Coverversionen englischsprachiger Erfolgstitel wie Wach auf little Susie (Wake Up Little Susie, Everly Brothers) oder King Creole (gleichnamig von Elvis Presley). Von Beginn an produzierte Electrola auch Duettaufnahmen mit Brandes und verschiedenen Sängerinnen. Mit Conny Froboess hatte er bereits 1958 seinen ersten größeren Erfolg. Die Titel Teenager Melodie und Ich möchte mit dir träumen, beide veröffentlicht unter Will Brandes01.jpgder Katalognummer 21052, erreichten Platz 7 bzw. 13 in der Musikfachzeitschrift Musikmarkt. Weitere Partnerinnen waren Ruth Fischer und Hanna Dölitsch. Zu Brandes‘ größtem Erfolg bei Electrola geriet die deutsche Adaption des italienischen Titels Marina, gesungen von Rocco Granata. Die Version von Will Brandes war zwischen Dezember 1959 und Mai 1960 19 Wochen in den deutschen Hitlisten vertreten und erreicht mit Platz 7 seine beste Notierung. Die Platte wurde bis Ende 1960 über 500.000 Mal verkauft. Zu dieser Zeit war es üblich, dass die Musikproduzenten dafür sorgten, dass ihre Künstler auch über den Kinofilm an Popularität gewannen. So erhielt auch Brandes die Gelegenheit, in zwei Musikstreifen mitzuwirken. 1959 sang er gemeinsam mit Conny Froboess und Rex Gildo in Hula-Hopp, Conny, und 1960 trat er zusammen mit Bill Ramsey und Dany Mann in dem Film Das Rätsel der grünen Spinne auf.

Als nach Marina Brandes’ Plattenkarriere insgesamt unbefriedigend verlief, wechselte er im Sommer 1961 zu der damals größten deutschen Plattenfirma Polydor. Nach fünf erfolglosen Veröffentlichungen, darunter eine Duettplatte mit Lolita, gelang Brandes im Herbst 1962 mit dem Titel Baby-Twist der größte Erfolg seiner Plattenkarriere. Es war ein Nachzieher des 1961 mit Ralf Bendix erfolgreichen Titels Babysitter-Boogie, den Bendix ebenfalls zur gleichen Zeit als Babysitter-Twist bei Electrola herausbrachte. Während Bendix 1961 mit dem Boogie einen Riesenerfolg schaffte, hatte Brandes mit seinem Twist deutlich die Nase vorn. Bendix konnte sich nur auf Rang 29 platzieren, dagegen stieß Brandes bis auf Platz zwei vor und wurde 22 Wochen lang im Musikmarkt notiert.

Autogrammkarte.jpg

Mit einem weiteren Baby-Song, dem Baby-Babbel-Bossa-Nova, erreichte Brandes im Dezember 1963 Platz neun im Musikmarkt, es war aber zugleich seine letzte Hitparadennotierung. Fernsehauftritte führten Brandes auch in die DDR, durch die es zu einer speziellen Zusammenarbeit mit der DDR-Plattenfirma Amiga kam. 1963 erwarb Polydor den von Amiga mit Lutz Jahoda veröffentlichten Titel Kartäuser Knickebein Shake und produzierte eine eigene Version mit Will Brandes (Katalognummer 52230). Zwei Jahre später veröffentlichte Amiga mit Brandes den nur in der DDR produzierten Song Ich hab keinen Zylinder (Katalognummer 450531). 1966 lief Brandes’ Plattenvertrag bei Polydor aus. 1967 nahm er mit seiner Tochter Marina noch eine Platte bei der kleinen Plattenfirma Alcora auf, danach zog er sich, abgesehen von einigen Nostalgie-Auftritten, aus dem Showgeschäft zurück. Er arbeitete anschließend als Kaufmann und im Gastronomiegewerbe. Brandes starb im Alter von 62 Jahren am 8. April 1990 in seinem Heimatort Münstedt. (Quelle: wikipedia)

Nun, die Seite 1 enthält den quietschvergnügten „Baby-Babbel-Bossa-Nova“ (sollte manmal gehört haben) mit der „kleinen Elisabeth als Stichwortgeberin) … Auf jeden Fallist diese Nummer ein wirklich flotter Bossa-Nova.

Auf der Seite zwei tritt er gemeinsam mit der Schlagersängerin Monika Grimm auf:

Monika Grimm wurde 1940 in Schönfels bei Zwickau geboren. Ende der 50er Jahre sang sie bei den „Kolibris“, einem in der DDR sehr bekannten Damenquartett, das oft für Background-Gesang eingesetzt wurde. Ab 1960 sang sie auch eigene Solo-Aufnahmen ein. Gemeinsam mit Ruth Brandin nahm sie 1961 „Das ist das Lied vom alten Plattenschrank“ (Seeger/Schüller) bei AMIGA auf, das auch gut bei der Bevölkerung ankam. Als sie aber kurze Zeit später von einem Besuch bei ihrem damaligen Verlobten in München nicht mehr in die DDR zurückkam, hatten die Verantwortlichen ein Problem.

Monika Grimm01.jpg

Kurzerhand wurde der Titel nochmals beim Rundfunk aufgenommen. Diesmal mit Petra Böttcher, aber diesmal nicht mit dem erwarteten Erfolg. Monika Grimm wurde von Polydor unter Vertrag genommen und 1962 erschienen schon die erste Single „Immer gibt´s ein Wiederseh´n“ unter der neuen Plattenfirma. 1964 gehörte sie zu den „Sweetles“, einer erfolgreichen Damengruppe, die im Sound der Beatles ihren Erfolg suchte und auch ein wenig fand. In den folgenden Jahren versuchte sie vergeblich, eine erfolgreiche Solo-Karriere zu starten. Es blieben einige Achtungserfolge und kleinere Filmrollen. (Quelle: ddr-tanzmusik.de)

Hier zelebriertman dann einen dieser üblichen Schmachtfetzen jener Jahre.

Mehr Vergnügen macht dann halt schon die A-Seite.

Will Brandes02.jpg

Besetzung:
Will Brandes
+
Orchester Kurt Edelhagen

AutogrammkarteB.jpg

Titel:
01. Baby-Babbel-Bossa-Nova (Twardy/Lilibert) 2.30
02. Ein guter Stern (Twardy/Lilibert) 2.05

LabelB1.jpg

*
**

Verschiedene Interpreten – Ruf doch mal an – Die schönsten Telefon-Schlager (1999)

FrontCover1Und wieder mal ne kleine Zeitreise, die so ganz besonders amüsant ist …

25 Schlager rund ums Thema ‚Telefon‘ Enthält die deutsche Version von Jim Reeves’ Telefon-Klassiker He’ll Have To Go Mit Elke Sommer, Bill Ramsey, Greetje Kauffeld u.v.m. ‚Das Pferd frißt keinen Gurkensalat!‘ Mit diesem gesprochenen Test-Satz stellte 1861 der Lehrer Philip Reis eine bahnbrechende Neuerung vor – das Telefon war erfunden. Seitdem ist es aus dem öffentlichen Leben nicht mehr wegzudenken. Es kann helfen, kann Spaß und Geschäfte machen (und auch manchmal nerven). Der Fernsprecher war schon immer ein willkommenes Thema für Schlager-Komponisten und -Texter. Ob einheimische Interpreten (Gerd Böttcher Ein Herz mit Telefon , Elke Sommer Nachts ging das Telefon ) oder Zugereiste (Alma Cogan Ruf mich an, Sacha Distel Deine Stimme am Telefon, Bill Ramsey Telefon aus Paris) – das Thema produzierte immer neue Variationen.(Werbetext)

Aber diese Edition ist noch viel mehr … Da sind z.B. die launigen kulturhistorischen Betrachtung zur Geschichte und Bedeutung des Telefons von Bernd Matheja … da schlendeert einer mit viel schmunzeln wohl auch durch die eigenen Erinnerungen.

Booklet01A

Na ja … und dann die Musik … das bleibt einem der Mund offen, denn hier begegnet man wahrlich nicht nur bekannten Figuren, sondern Sängern/Sängerinnen von den ich noch nie etwas gehört habe … da tauchen Namen wie Alma Cogan, Nora Nova, Helena Vondrackova oder Little Wölfi und machen ihre Sache gar nicht mal so schlecht (klar, wir reden hier vom Schlager der 60er Jahre !)

Diese Zusammenstellung hat dann auch in den USA eine gewisse Beachtung gefunden, denn aus dem Musikportal allmusic findet sich dann folgende Besprechung:

Booklet03A

A thematic compilation of German songs about telephones, Ruf Doch Mal an! Telefon assembles 25 pop recordings from 1949-1972, cross-licensed from nearly a dozen different labels. About a third of the selections are German-language adaptations of pop hits from other countries, particularly the United States. Paul Anka’s „Kissin‘ on the Phone“ and Brenda Lee’s „The Waiting Game“ and „You Can Depend on Me“ are three such hits that are transformed into sparkling schlager in the hands of these mostly German pop vocalists. Mostly pop (teen and otherwise) in style, these are infectious ditties that tap into the popular infatuation with telephones, especially with regard to their role in facilitating private romantic conversations.

Booklet04A

The theme is possibly more compelling than ever considering the ubiquity of cell phones, and the songs, in that respect, are fascinating for turning a magnifying glass on something that most people take for granted today. A few songs feature German-language recordings by American and British stars such as Eve Boswell of the Boswell Sisters and Alma Cogan, but most feature schlager singers. The essay, in German, recounts the history of the telephone in Germany before offering a photo gallery of picture sleeves and artist photos for each song. (by Greg Adams)

Ja und dann … hat mir beiser Zusammenstellung eigentlich ein ganz besonderer Teleon-Schlager gefehlt und zwar Bill Ramsey´s „Hallo Boss, hallo“ … ein verschmitztes Telefonat mit dem Boss der Firma, der gerade in Italien weilt … anhören !

Und natürlich wurden auch meine Erinnerungen hinsichtlich meiner bedeutsamer Telefonate in meinem Leben wach … oh, oh, oh …da wechselten sich große Glücksmomente mit persönlichen Tragödien ab … ei, ei, ei …

Booklet09A

Titel:
01. Bernd Spier: Memphis, Tennessee (Berry/Monzague/Lilibert) 2.20
02. Alma Cogan; Ruf mich an (Olden/Zimber) 2.53
03. Gigi & Bernd Spier: Dann ging das Telefon (Hilliard/Allen/Blecher) 2.14
04. Marianne: Ruf am Sonntag bei mir an (Nils/Bradtke) 2.37
05. Ruth Berle: Nur am Telefon (Wolf/Bower/Hertha) 2.18
06. Monika Grimm:  Ein Kuss am Telefon (Wilson/Whitcup/Märten) 2.23
07. Max Greger: Hallo Susi! (Lieferman/Maine/Astor/Zeuden) 2.47
08. Charly Cotton und seine Twist Makers: Telefon Twist (Bruhn/Buschor) 2.15
09. Dany Mann: Leider falsch verbunden (Halletz/Bradtke) 2.08
10. Elke Sommer: Nachts ging das Telefon (Kollo) 2.24
11. Topsy: Telefon Fox (Simon) 2.47
12. Bill Ramsey: Telefon aus Paris (Gietz/Feltz) 2.07
13. Gerd Böttcher: Ein Herz mit Telefon (Grabe/Brech/Klomfass) 2.59
14. Greetje Kaufeld: Ruf an (ich bin immer für dich da) (Carpenter/Dunlap/Hines/Feltz) 3.03
15. Sacha Distel: Deine Stimme am Telefon (Peeters/Feltz) 2.57
16. Gerhard Wendland: Ich bin bei dir (J.Allison/A,Allison/Bader) 2.17
17. Nora Nova: Nora (Telefon aus St. Tropez) (Berlipp/Stroem/Lind) 3.14
18. Nana Gualdi: Sprich nicht über Liebe am Telefon (Nowa/Renhard) 2.43
19. Eve Boswell: Liebes Telefon (Hadad/Brown/Fleming) 3.09
20. Hannes Verres: Ruf mich noch einmal an, bevor du schlafen gehst (Niessen) 2.49
21. Nino Ferrer: Das Telefon (Ferrer/König/Bellert) 2.46
22. Helena Vondrackova: Ruf mich an (Ondracek/Rytir/Relin) 2.24
23. Marianne: Ruf mich nir mehr an (Alisch/Mennewisch/Breuer) 2.42
24. Little Wölfi: Klingelingeling, mein Telefon (Kuntze/Volkmann/Harings/Höhne) 2.20
25. Evelyn Künnecke:  Ruf mich mal an per Telefon (Berking/Frankenfeld) 3.08
+
26. Bill Ramsey: Hallo Boss, hallo (Gietz/Bradtke) 3.28

CD1

*
**

AlteTelefone