Grobschnitt – Grobschnitt (1972)

frontcover1Grobschnitt ist eine deutsche Rockband, die zwischen 1970 und 1989 bestand. Seit 2006 ist sie in einer neuen Formation wieder aktiv.

1970 verschmolzen in Hagen mehrere Schülerbands zu Grobschnitt. Namensgebend war die Kapelle Elias Grobschnitt, die sich im Ersten Weltkrieg aus Soldaten mit selbstgebastelten Musikinstrumenten gebildet hatte.

Viele Musiker und Roadies gaben sich Künstlernamen; so nannten sich die Gründungsmitglieder Eroc (Schlagzeug), Felix (ebenfalls Schlagzeug), Lupo (Solo-Gitarre), Wildschwein (Rhythmus-Gitarre, Gesang, Saxophon), Baer (Bass), Quecksilber (Tasteninstrumente), Toni Moff Mollo (Lichtanlage, später auch Gesang).
Musik und Auftritte der Band

Die Band Grobschnitt galt als innovative Gruppe, die sich mit einer Mischung aus Theater, optischen Effekten, Klamauk und langen musikalischen Improvisationen präsentierte. Die Improvisationen Solar Music oder Powerplay konnten über eine Stunde dauern.

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Grobschnitt als „The Crew“, 1969

Die Liedtexte der Band waren zunächst englisch, später kamen deutschsprachige Texte hinzu. In beiden Fällen äußerte sich die Band zu gesellschaftlich umstrittenen Themen wie der Friedensbewegung, der Fortschritts- und Technikgläubigkeit oder dem Protest gegen den Ausbau der Atomenergie. Ein Beispiel dafür ist der Text von Vater Schmidt’s Wandertag auf dem Album Jumbo. Aber auch musikalische Märchen wie auf dem Konzeptalbum Rockpommel’s Land wurden gespielt. Die pyrotechnischen Anteile der Bühnenshow waren wegweisend. 1975 erschien das Album Jumbo erst mit englischen Texten und dann ein Jahr später auf Deutsch.

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1989 löste sich die Band nach 19 Jahren mit ihrer Last Party Tour auf. 2006 gab es eine Wiedervereinigung, an der einige alte Mitglieder wie auch ihre Söhne beteiligt waren. Nach einem Testauftritt vor geladenen Fans im Mai 2007 fanden im Oktober des gleichen Jahres die ersten beiden öffentlichen Auftritte in Aschaffenburg statt. Seitdem tritt die Band wieder regelmäßig auf.

2012 wurde das Rockmärchen Rockpommel’s Land im Theater der Stadt Hagen mit einem Sinfonieorchester an vier ausverkauften Abenden aufgeführt. (Quelle: wikipedia)

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Münsterländische Volkszeitung, 4. Juni 1971

Und so ging´s los, bereits in den 60er Jahren:

Achim und Gerd, der schon immer Lupo genannt wurde, waren zusammen auf der Schule und Banknachbarn. Sie hörten »The Tornados, The Shadows, The Spotnicks und The Ventures«.
Nach Bandmaschinen und Moped kamen die ersten Instrumente und 1965 die Band The Universals, ein Jahr später The Crew. Das ist, so Eroc, »eine andere Geschichte« und die soll »irgendwann noch erzählt werden«. Was soll man sagen? Das ist wie Kind freut sich am Heilig Abend nach dem Auspacken schon auf das kommende Fest.
Weitere erwähnte Stationen auf dem Weg zu Grobschnitt sind Charing Cross und Wutpickel. Irgendwann brachte Rainer, später Toni Moff Mollo, ein Foto der Kapelle Grobschnitt (aus seines Großvaters Musik-Umfeld) mit und die späteren Grobschnitt nannten sich Kapelle Elias Grobschnitt. Erstmal. (Quelle: rocktimes.de)

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Was soll ich schreiben: Dass dies einer der besten deutschen Debütalbum der Prog-Rock Ära ist.

Oder:
Was für eine Scheibe!!! Grobschnitt deutet hier schon an, was später ihr Markenzeichen wird: geile Melodien, tolle Gitarrenriffs und ein paar eingestreute Späße. Besonders die langen Titel Symphonie, Sun Trip und New Era sind überzeugend. Kurz: CD einlegen, zurücklehnen und geniessen. (Lothar Schneider)

Oder:
Die Jungs aus Hagen, noch mit 2. Schlagzeuger, Bär als Bassist, Quenting als Keyboarder. Trotzdem wissen sie schon was sie wollen.
Die zum Teil längeren Songs spielen schon in der Oberliga des progressiv-symphonischen Rocks mit.
Das es Krautrock ist, hört man nur am Gesang und natürlich an der berühmt berüchtigten Einleitung zum Ölberg. (Klaus Hensel)

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Oder:
Dass ich damals zu blöd war, Grobschnitt zu entdecken … nun gut … da kam von meiner Fixierung auf UK/US Musik jener Jahre.

Aber man bekommt ja noch ne zweite Chance, z.B. hier.

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Besetzung:
Stefan Danielak (guitar, vocals)
Joachim „Eroc“ Ehrig (drums, percussion, electromnic effects)
Axel „Felix“ Harlos (drums, percussion)
Gerd-Otto „Lupo“ Kühn (leadguitar)
Herrmann „Quecksilber“ Quettling (keyboards, spinet, percussion)
Bernhard „Bär“ Uhlemann (bass, flute, percussion)

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Titel:
01. Symphony 13.49
01.1. Introduction
01.2. Modulation
01.3. Variation
01.4.Finale
02. Travelling 6.50
03. Wonderful Music 3.40
04. Sun Trip 17.48
04.1. Am Ölberg (Mount Of Olives)
04.2. On The Way
04.3. Battlefield
04.4. New Era
+
05. Die Sinfonie 29.41

Musik und Texte:
Stefan Danielak – Joachim Ehrig – Axel Harlos – Gerd-Otto Kühn – Herrmann Quettling –  Bernhard Uhlemann

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Am Ölberg (Mount Of Olives):

Und es geschah am 26. Tag des siebten Monats, da trat des Herrn Engel zu Moses und sprach: “Sage deinem Volke, es möge sich versammeln am dritten Tage auf dem Ölberg und der Herr wird sich euch offenbaren. Und am dritten Tage versammelten sich die Gläubigen am Ölberg, aber er, der Herr, er erschien nicht. Und die Gläubigen harrten der Dinge und sie harrten drei Tage und drei Nächte. Langsam bekamen sie kalte Füße und das Brot ward alle. Am vierten Tag begann es zu regnen, am fünften schneite es bereits, doch die Gläubigen harrten unentwegt aus. Die Jahre gingen ins Land und die Gläubigen warteten hungrig und mit kalten Füßen auf den Herrn und kein Klagelaut kam über ihre Lippen. Und sie warten heute noch auf den Herrn, wie vor zweitausend Jahren. Und niemand fragt sich: “Wie lange eigentlich noch”…???

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Na, das wird sich der Oberbürgermeister Rudolf Loskand (SPD) aber gefreut haben.

Grobschnitt – Jumbo (1975)

GrobschnittFrontCoverDie Band Grobschnitt galt für ihre Zeit als eine sehr innovative Gruppe, die mit einer Mischung aus Theater, optischen Effekten, fröhlichem Klamauk und überaus langen musikalischen Improvisationen ihre vielstündigen Bühnenshows darbrachte. Die längste dieser ununterbrochenen Improvisationen konnte über eine Stunde dauern und trug den Titel Solar Music oder auch Powerplay. Die Liedtexte der Band waren zunächst auf englisch, später kamen dann verstärkt deutschsprachige Texte hinzu. In beiden Fällen äußerte sich die Band zu gesellschaftlich umstrittenen Themen wie beispielsweise der Friedensbewegung, der Fortschritts- und Technikgläubigkeit oder dem Protest gegen den Ausbau der Atomenergie. Ein typisches Beispiel für dieses Engagement ist der Text von Vater Schmidt’s Wandertag auf dem Album Jumbo. (Quelle: wikipedia)

Und ein Ralf Hehemann erinnert sich:

„Es war auf einem Festival in Dortmund, irgentwan zu der Zeit als Grobschnitt gerade die Razzia rausgebracht hatten, da spielte die Band, die damals meine absolute Lieblingsband war, ein Potpurri. Es fing am mit: „Heeeeeut ist ein schöner Taaag, wiiiiie Vater Schmidt ihn maaag …“. Ich kannte den Song noch nicht und er ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Es war natürlich Vater Schmidt’s Wandertag von der Jumbo. Für mich ist das immer noch eines der genialsten Songs von Grobschnitt, mit reichlich Tempo und Stimmungswechseln drin. Krautrock vom feinsten. Und dann der Text. Noch lange bevor so etwas wie eine Grüne Partei in Deutschland populär wurde, witzelten Grobschnitt schon mit viel Ironie über unsere künstliche „schöne neue Welt“ und dem Müll der dabei, anscheinend unvermeidlich, überall herum liegt. Die anderen Songs auf Jumbo kommen zwar nicht an den Wandertag heran, aber sind alle beste Grobschnitt Qualität im Stil von Ballermann. Das warn noch Zeiten ;-)“

Jumbo Inside1

Auch wenn ein Sticker auf dem Cover mit dem Slogan „Mit deutschen Texten“ wirbt, gibt es auch englischsprachige Songs auf „Jumbo“. Aber irgendwie lässt mich der Gedanken nicht los, dass Grobschnitt eine derart teutonische Band war, dass ihr diese englischsprachigen Songs auch nicht geholfen haben, einen internationalen „Durchbruch“ zu erreichen …

P.S. Auf dem Label steht „all titles composed and arranged by Elias Grobschnitt“ … ein Hinweis auf den ursprünglichen Namen der Band … d.h. wir haben es hier bei allen Kompositionen mit sog. „Gemeinschaftskompositionen“ zu tun.

GrobschnittJumboBC

Besetzung:
Stefan Danielak (guitar, vocals)
Joachim „Eroc“ Ehrig (drums, percussion, vocals))
Wolfgang Jäger (bass)
Volker Kahrs (keyboards)
Gerd O. Kühn (guitar)

GrobschnittJumbo

Titel:
01. Jupp (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 0.13
02. The Excursion Of Father Smith (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn)     9:37
03. The Clown (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 6.42
04. Dream And Reality (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 5.25
05. Sunny Sunday’s Sunset (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 11.30
06. Auf Wiedersehen (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 0.54
+
07. Jupp (alternate version) (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 0.12
08. Vater Schmidt’s Wandertag (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 9.40
09. Der Clown (altnate version) (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 6.53
10. Traum und Wirklichkeit (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 5.30
11. Sonntag’s Sonnabend (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 11.27
12. Auf Wiedersehen (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 0.46
13.  Sonnenflug (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn) 4.04
14. Der Clown (Single-Version) (Danielak/Ehrig/Jäger/Kahrs/Kühn 3.37#

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Verschiedene Interpreten – Alles in Butter (1982)

FrontCover1Durchaus auch so ne Scheibe, die man bei einer geseeligen Karnevalsparty laufen lassen kann … am beste zur vorgerückten Stunde.

Und was wird geboten ? „Die Seine Sahne vom Feinsten“ und die Jahreszahl der Veröffentlichung weisst darauf hin, ass wir hier so etliche Kracher der sog. Neuden Deutschen Welle (NDW) um die Ohren gehaut bekommen.

Nun, mit der NDW bin ich eigentlich mit extrem wenigen Ausnahmen nie klar gekommen (ich war damals ja auch nicht die passende Zielgruppe).

Aber um Himmels willen, warum tauchen dann Lieder von Drafi Deutscher („Marmor, Stein und Eisen bricht“) oder der Ina Deter Band, Trio (die Minimalisten jener Tage) oder gar Grobschnitt mit ihrem Anti-AKW Song „Wir wollen leben“ auf ?

Von daher ist dieser Sampler eine recht krude Angelegenheit, die man vielleicht auf einer Party in vorgerückter Stunden geniessen kann.

Ansonsten legt man (bzw. ich) die LP mit ungläubigen Kopfschütteln zur Seite.

Das Cover allerdings ist nun wirklich pfiffig.

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Titel:
01. Hubert Kah: Sternenhimmel (Zundel/Kemmler/Herter) 3.06
02. Frl. Menke: Traumboy Menke/Gutowski) 3.52
03. Ina Deter Band: Ob blond, ob Braun, ob Henna (Deter) 3.51
04. UKW: Ich will (Hubert) 2.35
05. Recht Herzlich: Der Kleine Elefant (Lacasio/Palma) 3.18
06. Drafi Deutscher: Marmor, Stein und Eisen bricht (Bruhn/Loose) 2.57
07. Extrabreit: Duo Infernale (Jaeger-Ramig) 3.11
08. Wolf Maahn:  Oh, Julia (Maahn) 3.41
09. Markus;  Ich will Spaß (Klopprogge) 3.43
10. Trio: Anna – Lassmichrein Lassmichraus (Kralle, Remmler) 2.44
11. Albatros: Es wird Zeit (Hardin/Glover/Niedzwetzki/Moethe) 2.59
12. Romeo: Marina (Weingarten/Granata) 3.32
13. Duo Enzian: Zwei Schwestern (Auerbach/Vejvoda) 3.25
14. Dombrowski: Hör ma‘ (Sabine, Sabine, Sabine) (Martinek/Bergner/Ullmann/Remmler) 3.25
15. Grobschnitt: Wir wollen leben (Grobschnitt) 4.15
16. Ixi: Detlev (Clemens/Tiedemann) 3.52

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Frl.Menke

Frl. Menke auf der Suche nach ihrem Traumboy (vielleicht hat sie ihn ja 2017 im Dschungelcamp gefunden)