Herbert Grönemeyer – Chaos (1993)

FrontCover1Mit dem Grönemeyer bin ich zwar nie so richtig warm geworden, dennoch gehört er natürlich als unverzichtbarer Bestandteil zur deutschen Rockmusik und dass er mit seinem Stil nicht erfolgreich gewesen wäre, kann man ja nun wirklich nicht behauptet.

Deshalb erteile ich nun einem das Wort, der sich mit „dem Grönemeyer“ deutlich besser auskennt als ich:

Chaos ist das neunte Studioalbum von Herbert Grönemeyer. Es erschien im Jahr 1993. Das Album kam bei Fans und Kritikern gut an und bot wieder einmal typischen Rock a la Grönemeyer. Insgesamt war das Album vielleicht das bis dato gitarrenlastigste und rockigste Album von Grönemeyer. Kommerziell knüpfte Chaos an die Verkaufszahlen von Luxus an und bestätigte damit einen gewissen Abwärtstrend. In Österreich verpasste Grönemeyer erstmals seit Bochum Rang 1 der Charts.

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„Chaos“ beginnt mit synthetischen Drums und lässt Schlimmes befürchten. Umso erfreuter vernimmt man mit Einsetzen natürlicher Drums einen guten Rocksong. „Die Härte“ ist musikalisch durchaus die Härte. Ein schräges Bläserintro wird von einem wuchtigen Ska übernommen. Das macht Spaß und groovt gut. „Land Unter“ ist eine Ballade mit synthetischen Drums und viel Synthies. Das ist nicht meins, so etwas hat Grönemeyer schon besser präsentiert. Der treibende Rocksong „Fisch Im Netz“ legt wieder zu, auch „Keine Garantie“ geht gut ab. Der Song beginnt mit einem schönen Gitarrenintro und stampft bluesrockig los.

„Grönland“ beginnt atmosphärisch und überzeugt über die gesamte Länge durch die gelungene Instrumentierung. Allerdings ist es kein Song, der sich dem Mainstream schnell erschließt. „Ich Geb‘ Nichts Mehr“ klingt direkter und rockiger und „Morgenrot“ überzeugt wieder mit tollen Gitarrensounds. Der Song selbst ist ein eher langsamer, aber grooviger Rocksong. Mit „Kein Verlust“ gibt es die typische Grönemeyer Ballade. „Die Welle“ beendet das Album rockig, sehr rockig. Nach einem starken Gitarrenintro geht der Song als Boogierock angenehm flott ab.

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Fazit Chaos ist ein Album, das mich persönlich überrascht. Grönemeyer klang zuvor selten so rockig und gitarrenlastig. Auch wenn die ganz großen Hits fehlen, überzeugt Chaos als kompaktes Rockalbum. Möglicherweise können sich klassische Grönemeyer Fans mit dem Album etwas schwerer tun, aber für Freunde guter deutschsprachiger Rockmusik ist das Album allemal empfehlenswert. (MP; rezensator.de)

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Besetzung:
Herbert Grönemeyer (vocals, keyboards)
Norbert Hamm (bass, drum programming)
Jakob Hansonis (keyboards)
Frank Kirchner (saxophone)
Alfred Kritzer (keyboards)
Armin Rühl (drums, percussion)
Stefan Zobeley (guitar)
+
Holger Marg (trumpet)
Marcus Scheltinga (trombone)

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Titel:
01. Chaos 4.52
02. Die Härte 3.43
03. Land unter 5.03
04. Fisch im Netz 4.25
05. Keine Garantie 5.21
06 Grönland 6:53
07. Ich geb‘ nichts mehr 4.28
08. Morgenrot 3.49
09. Kein Verlust 3.57
10. Die Welle 4.55

Musik und Texte: Herbert Grönemeyer

CD1

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Herbert Grönemeyer – Unplugged (1995)

FrontCover1Mit dem Grönemeyer bin ich zwar nie so richtig warm geworden, dennoch gehört er natürlich als unverzichtbarer Bestandteil zur deutschen Rockmusik und dass er mit seinem Stil nicht erfolgreich gewesen wäre, kann man ja nun wirklich nicht behauptet.

Deshalb erteile ich nun einem das Wort, der sich mit „dem Grönemeyer“ deutlich besser auskennt als ich:

Unplugged Herbert ist ein Live-Album von Herbert Grönemeyer, welches im Jahr 1995 erschien. Das Album entstand, nachdem Herbert als erster deutschsprachiger Künstler für die damals berühmte MTV-Serie Unplugged eingeladen wurde. Die Aufnahmen entstanden in Berlin im Studio Babelsdorf. Der Unplugged Auftritt wurde auf CD festgehalten. Heraus kam eine Art Best-Of, nur Unplugged. Für die Aufnahmen wurde eine Streichersektion mit vier Violinen, zwei Violas, einem Cello und einem Kontrabass eingeladen. Außerdem verstärkte der bekannte Percussionist Nippy Noya die Band, was dem Groove des Albums sehr entgegenkam.

Man kann sagen, dass Grönemeyer und seine Band hier nachhaltig überzeugen konnten. Das klang mit jedem Song sehr gut. Die Arrangements sind gelungen, die Band performt sehr gut und Herbert singt gut. Auf die Songs einzeln einzugehen lohnt nicht, denn letztlich hielt sich die Band ziemlich eng an die Originalsongs.

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Fazit Grönemeyer überzeugt auch Unplugged. Die Band spielt perfekt auf den Punkt. Die Drums verleihen dem Ganzen einen schönen Groove, die Akkordeon-Einspielungen bilden eine passende Ergänzung. Songs wie Tanzen und Männer erhalten durch die Akkordeonparts einen ganz neuen Anstrich. Unplugged Herbert ist eine runde Sache. Für Grönemeyer Fans ist das Album unbedingt empfehlenswert, aber auch für Freunde guter handgemachter Musik lohnt sich ein Reinhören (Quelle: rezensator.de)

Und dass ein Herbert Grönemeyer sich natürlich mit exzellenten Musiker umgibt, bedarf eigentlich keiner Erwähnung: dennoch, denn das man dann schon …

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Aufgenommen in den Potsdamer Babelsberg Studios, Berlin, 15. Mai 1994 mit dem Eurosound Recording Mobile

 

Besetzung:
Herbert Grönemeyer (vocals, piano)
Norbert Hamm (bass)
Jakob Hansonis (guitar)
Frank Kirchner (saxophone)
Alfred Kritzer (keyboards, accordion, vocals)
Nippy Noya (percussion)
Armin Rühl (drums)
Stefan Zobeley (guitar)
+
Viola:
Andreas Kuhlmann, Martin Vollmer

Violin:
Claudia Schmid, Hans Jörg Krämer, Luitgard Spohn, Sophie Hohmeier

Contrabass:
Hubert Otten

Cello:
Markus Möllenbeck

Inside1Titel:
01. Chaos (Grönemeyer) 4.45
02. Keine Garantie (Grönemeyer) 5.15
03. Halt mich (Grönemeyer) 3.30
04. Ich will mehr (Grönemeyer) 4.40
05. Vollmond (Grönemeyer) 5.39
06. Tanzen (Grönemeyer) 5.30
07. Land unter (Grönemeyer) 5.06
08. Morgenrot (Grönemeyer) 4.24
09. Die Welle (Grönemeyer) 4.27
10. Flugzeuge im Bauch (Grönemeyer) 4.12
11. Alkohol (Mrotzek/Hamm) 4.52
12. Die Härte (Grönemeyer) 3.57
13. Unterwegs (Grönemeyer) 5.26
14. Männer (Grönemeyer) 4.07
15. Bloß geliebt (Sulke) 4.49
16. Luxus (Grönemeyer) 5.29

CD1

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Herbert Grönemeyer – Bleibt alles anders (1998)

FrontCover1.jpgMit dem Herbert Grönemeyer bin ich ja nie warm geworden … und bei diesem Album geht´s mir nicht anders:

Bleibt alles anders ist das zehnte Studioalbum des deutschen Rockmusikers Herbert Grönemeyer. Es wurde am 17. April 1998 bei Grönland Records veröffentlicht. Es war das erste deutschsprachige Studioalbum des Künstlers nach fünf Jahren.

Bleibt alles anders entstand zwischen November 1996 und März 1998, hauptsächlich in London. Es war das erste Album, das Herbert Grönemeyer mit seinem Produzenten Alex Silva produzierte. Das Album erschien sowohl als CD[1] als auch als LP, wobei die ersten sechs Lieder auf der A-Seite und die anderen fünf auf der B-Seite zu finden sind.

Im Mai 1998 begann Grönemeyer eine Tournee zum Album, unterbrach diese allerdings, da im November sein Bruder Wilhelm und seine Ehefrau Anna starben. Im Frühjahr 1999 setzte er die Tournee fort.

Grönemeyer selbst hält Bleibt alles anders für seine „komplexeste und traurigste Platte“. Bei den Titeln Nach mir und Stand der Dinge hat Grönemeyers damalige Ehefrau Anna Henkel die Songtexte mitgeschrieben. Der Titel Reines Herz soll laut Aussage von Grönemeyer das „zynische Machtdenken von Politikern“ behandeln. (Quelle: wikipedia)

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Wer so groß ist wie Grönemeyer, der muß nicht auf Verkaufszahlen schielen und kann in Ruhe so ein Album machen wie es Bleibt alles anders ist. Da wird dem Hörer schon einiges abverlangt. Die Stimme läßt keinen Zweifel zu: Das ist schon Herbert aus Bochum — aber in großer Experimentierstimmung. So erinnert „Fanatisch“ musikalisch sehr stark an „Riders on the storm“ von den Doors, während Herbert seinen bedrohlichen Text offenbar in einen Telefonhörer hineinsingt. Das Titelstück wiederum ist ungeheuer dynamisch und intensiv. Beide vereint die Tatsache, daß man der „Message“ wirklich nur mit Hilfe des CD-Booklets folgen kann. „Ich dreh mich um dich“ erschließt sich hingegen sofort: Der Komponist von „Flugzeuge im Bauch“ hat das Balladenschreiben nicht verlernt.

Bleibt alles anders ist ein komplexes Kunstwerk. Man muß sich sehr darauf einlassen und wird dafür mit wachsendem Hörgenuß belohnt. Was Grönemeyer über die Dauer von mehr als einem Jahr in enger Zusammenarbeit mit dem Programmierer Alex Silva geschaffen hat, findet man auf dem deutschen Markt so schnell nicht noch einmal. (Wolfram Lumpe)

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Herbert Grönemeyer ließ diese Platte das erste Mal von Alex Silva produzieren, und man hört es. Die Produktion bezieht sehr viele elektronische Elemente ein, die aber das tun, was sie idealerweise tun sollen, nämlich (nur) die Qualität der Songs unterstreichen, und die ist hier überwiegend sehr hoch. Der Opener „Nach mir“ klingt nach „klassischem“ Grönemeyer circa „Chaos“ – rockig, geradeaus, mit einem Text, der jedenfalls meiner Meinung nach die Gefühlswelt eines gerade verlassenen Mannes satirisch überzeichnet. „Bleibt alles anders“ ist schon elektronischer, ist aber in seiner Grundanlage auch ein Track des Songwriters Grönemeyer. Ausgesprochen überzeugend ist „Fanatisch“, ein Song, bei dem Musik und Text kongenial zusammenpassen. Es wird das Psychogramm eines Stalkers aus seiner Innensicht dargestellt, die Musik untermalt eine schaurig-schwüle-gefährliche Stimmung, die immer wieder in hymnenhaften Momenten die Euphorie des Stalkers einfängt – wenn er nämlich besonders genießt, wie sich sein Opfer fürchtet. Das ist ganz großartig. Auch zu empfehlen sind „Energie“, „Stand der Dinge“ und besonders „Selbstmitleid“ – beim letztgenannten Song schlüpft Grönemeyer wieder in eine Rolle, nämlich die des modernen Mannes, der seine Rolle vor lauter Selbstmitleid nicht mehr findet. Insgesamt sehr überzeugend. (Cinema Showam)

Nun ja … überzeugt hat mich auch dieses Album nicht … abee … ich bin ja auch nie recht warm geworden mit dem Herbert Grönemeyer …. Und die arg wirre Gestaltung des Booklets ist wohl auch Ausdruck der damaligen Zerrissenheit des Herbert Grönemeyer.

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Besetzung:
Norbert Hamm (bass)
Herbert Grönemeyer (vocals, keyboards)
Jakob Hansonis (guitar)
Alfred Kritzer (keyboards)
Mike Rowe (organ)
Armin Rühl (drums, percussion)
Stephan Zobeley (guitar)
+
Christian Neander (guitar bei 03.)

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Titel:
01. Nach mir 3.59
02. Bleibt alles anders 4.42
03. Fanatisch 4.06
04. Letzte Version 4.49
05. Ich dreh mich um dich 4.43
06. Energie 4.06
07. Neue Welt 5.14
08. Selbstmitleid 2.43
09. Stand der Dinge 4.23
10. Reines Herz 4.37
11. Schmetterlinge im Eis 6.31

Musik + Texte: Herbert Grönemeyer
Texte bei 01. + 09.: Anna Henkel

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Band für Afrika – Nackt im Wind (1985)

FrontCover1Diese Aktion hat damals für ganz viel Furore gesorgt:

Die Band für Afrika war ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener deutscher Künstler, mit dem Ziel Spendengelder für Afrika zu sammeln. Vorbild dafür war das britische Projekt Band Aid, das Bob Geldof und Midge Ure 1984 in England organisierten.

Das Projekt wurde im Jahr 1985 initiiert. Der Text des Liedes Nackt im Wind stammt von Wolfgang Niedecken (BAP). Im Januar 1985 wurde in den Studios der FSM ein Videoclip für die Fernsehsendung Formel Eins aufgenommen. Alle beteiligten Künstler und Plattenfirmen verzichteten auf ihre Gage. Der Song erreichte Platz drei der Hitparade.

Band für Afrika trat am 13. Juli 1985 anlässlich des Live-Aid-Konzerts in Köln live auf, der Titel Nackt im Wind wurde weltweit übertragen. Außerdem wurde noch Deserteure von Wolf Maahn gemeinsam gesungen, was 1987 anlässlich der damals letzten Rockpalast-Nacht in der ARD gesendet wurde.

Nackt im Wind ist der Name eines 1985 von Herbert Grönemeyer und Wolfgang Niedecken geschriebenen Liedes. Es entstand für das Projekt Band für Afrika, das zum Ziel hatte, nach dem Vorbild des Band-Aid-Projektes um Bob Geldof (1984) ein vergleichbares deutsches Musikprojekt zu initiieren, um Geld für die Opfer der Hungersnot in Äthiopien 1984–1985 zu sammeln.

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Alternatives Frontcover

Um zu vermeiden, dass zu viel des eingenommenen Geldes durch die GEMA an einzelne Künstler gezahlt werden müsse (wodurch die für Spenden zur Verfügung stehende Summe gesunken wäre), kam der Song mit seinen Autoren unter dem Namen „Band für Afrika“ heraus. Tatsächlich hatten jedoch Herbert Grönemeyer (Musik) und Wolfgang Niedecken (Text) das Lied konzipiert. Niedecken hatte den Text ursprünglich für BAP geschrieben, als die Anfrage kam, ob er sich an dem Projekt beteiligen wolle. Er fand den Text passend und bot ihn bei einem Treffen in Frankfurt am Main an. Grönemeyer schrieb dann die Musik dazu.

Niedecken äußerte sich später kritisch zu seinem Text:

„Ich denke, dass man die eine oder andere Zeile überarbeiten müsste. Damals war der Text sehr stark festgemacht an den Sünden unserer Ahnen. Man kann aber auch nicht alles auf die Kolonialzeit zurückführen, was an Problemen vorhanden ist. Das ist der Kardinalfehler dieses Textes. Wenn ich ihn heute noch mal neu schreiben würde, würde ich wahrscheinlich ganz anders herangehen!“

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An den Aufnahmen beteiligten sich Künstler, die zu dieser Zeit eine besondere Popularität in Deutschland genossen. Hierzu zählten Alphaville, BAP, Ina Deter, Extrabreit, Geier Sturzflug, Herbert Grönemeyer, Gitte Haenning, Hans Hartz, Heinz Rudolf Kunze, George Kranz, Klaus Lage, Udo Lindenberg, Wolf Maahn, Peter Maffay, Ulla Meinecke, Marius Müller-Westernhagen, Münchener Freiheit, Nena, Rheingold, Rodgau Monotones, Spider Murphy Gang, Spliff, Trio und Juliane Werding.

Um dem Zweck der Platte zu dienen, verzichteten alle Beteiligten auf ihre Gagen und Tantiemen. Die Initiatoren gingen sogar noch einen Schritt weiter, indem sie durch einen besonderen Aufdruck auf der Schallplattenhülle auch den Handel in die Pflicht nahmen:

„Die Künstler legen Wert auf die Feststellung, daß wirklich niemand außer den Spendenempfängern an dieser Schallplatte profitiert. Komponist, Texter, Musiker, Produzent, Schallplattenfirma und Verlag verzichten auf jeglichen Verdienst und führen mindestens 2,00 DM pro Single (plus nachträglich anfallende GEMA-Lizenzen) als Spende auf die o.a. Konten ab. Der Schallplattenhandel wird gebeten, diesem Beispiel zu folgen.“

Nackt im Wind wurde am 21. Januar 1985 als Single und Maxi-Single veröffentlicht, die jeweils die gesungene und eine Instrumentalversion des Liedes enthielten, und erreichte akzeptable bis gute Platzierungen in den Hitlisten in Österreich (Platz 18), der Schweiz (Platz 21) und Deutschland (Platz 3). (Quelle: wikipedia)

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Da sitzen sie … alle auf einen Haufen

Wie sähe es aus, wenn Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer, Marius Müller-Westernhagen und Peter Maffay zusammen einen Song machen würden? Vor allem, wenn sie dabei von BAP, Klaus Lage, Nena, der Münchner Freiheit und Trio begleitet werden? kann man sich gar nicht vorstellen?

Gab es aber! Initiert von Herbert Grönemeyer fanden sich 1985 über 30 deutsche Popmusikerinnen zusammen, um nach Bob Geldofs Vorbild ein Hilfsprojekt für Afrika einzusingen. komponiert von Grönemeyer und getextet von Wolfgang Niedecken erreichte „Nackt im Wind“ der Band für Afrika immerhin Platz 3 in den Charts. schwer vorstellbar, dass sich diese Musiker heute noch einmal zusammen finden würden, aber damals scheint es zumindest laut beobachtung des Zeit-Journalisten Tom R. Schulz geklappt zu haben:

„Selbst Nena, die gelangweilt wie eine unterbeschäftigte Verkäuferin in der Sportabteilung eines Warenhauses in die Pedalen eines Hometrainers trat, wenn es nichts für sie zu singen gab, oder Peter Maffay, der schweren Schritts im Cowboyanzug umherstapfte, fügten sich in die Gemeinschaft ein.“

Gitte

Gitte beim „Live-Aid“ Konzert in Köln, 1985

Ein solches Starensemble der deutschen Popmusik kann nur von einem angekündigt werden: Ingolf Lück präsentierte die Band für Afrika in der „Formel eins“-Show:

Das Highlight ist aber die Live-Version zum Live Aid-event ’85. der britische Moderator von Radio One schaltet stilecht zum Kölner Dom, wo die beiden Türme erst langsam verschwinden und auf die Bühne geschnitten wird. dort kündigt eine Moderatorin an, dass die 30 Musiker gestern nacht lange zusammen gesessen hätten, um eine Erklärung zu formulieren, die Udo Lindenberg vorträgt, „wir wollen das heute mal ein bisschen konkreter und nicht nur ein paar fromme Sprüche und deswegen steht das hier auf dem Zettel.“:

Als Ergänzung habe ich eine Interview mit Wolfgang Niedecken aus dem Jahr 2010 beigefügt, in dem er u.a. auch über dieses Projekt berichtet.

Ach ja … musikalisch finde ich „Nackt im Wind“ eher dürftig … aber was soll´s… wenn die Einnahmen tatsächlich ein wenig geholfen haben … dann soll´s mir recht sein.

Besetzung;
Alphaville – BAP – Extrabreit – Geier Sturzflug – George Kranz – Gitte Hænning – Hans Hartz – Heinz Rudolf Kunze – Herbert Grönemeyer – Ina Deter – Juliane Werding – Klaus Lage – Marius Müller-Westernhagen – Münchener Freiheit – Nena – Peter Maffay – Rheingold – Rodgau Monotones – Spider Murphy Gang – Spliff – Stefan Waggershausen
Trio – Udo Lindenberg – Ulla Meinecke – Uwe Fahrenkrog-Petersen – Wolf Maahn – Richard Wester

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Titel:
01- Nackt im Wind (Grönemeyer/Niedecken) 5.11
02. Nackt im Wind (Instrumental Version) (Grönemeyer) 4.10
+
03. 03 – Interviw mit Wolfgang Niedecken – Gesellschaftspolitik, unbequeme Wege und Solidarität (2010) 23.57

LabelB1
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Herbert Grönemeyer – Live (1995)

FrontCover1Jetzt ein wahrer Ruhrpott-Star und Poet, der sich natürlich deutschlandweit einen ganz besonderen Ruf erworben hat.

Dieses Herbert Groenemeyer-live-Album aus dem Jahr 1995 enthält 18 Songs, die auf der Chaos-Tour in den Jahren 93 und 94 aufgenommen wurden. Dementsprechend enthält die Scheibe viele Tracks des Chaos-Albums. Ebenfalls zahlreich vertreten sind Hits der Platten „Bochum“, „Ö“ und „Luxus“.

Die großartigen Kompositionen Groenemeyers kommen bei solchen live-Auftritten endlich in angemessener Art und Weise zur Geltung. Vor allem die älteren Stücke wie „Bochum“ oder „Männer“ klingen in ihren Studio-Versionen doch ziemlich saft- und kraftlos; diesen typischen 80er-Sound mit viel Elektronik und wenigen Gitarren kann man sich heutzutage wirklich nicht mehr anhören, und so ist man froh, dass der Deutschrock-Poet im live-Bereich ein hervorragender Showmann und Sänger ist und stets von einer großartigen Rock-Band begleitet wurde und wird.

Das begeisterte Publikum erzeugt in Kombination mit dem druckvollen Sound und der packenden, emotionalen Performance der Musiker und natürlich des Sängers eine absolute Gänsehautatmosphäre – Groenemeyer live ist eine der mitreißendsten Platten im Pop-Musik-Business überhaupt.

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Dass die Texte Groenemeyers genauso ungewöhnlich wie ausdrucksstark sind, ist unbestritten. Der Songschreiber ist zweifellos in der Lage, die ganze Palette menschlicher Empfindungen in Worten und Musik auszudrücken.
Zu den besten Stücken auf der CD zählt für mich die Piano-Ballade „Kein Verlust“ mit seinen bitteren Zeilen, die menschliche Enttäuschung ausdrücken, und zwar in typischer Groenemeyer-Manier („…hast meine Schwäche genossen…auf mein Sentiment gebaut…meine Karten verraten – am anderen Tisch…“).

Ein weiterer großartiger, zum Klavier vorgetragener Song hat hingegen eine ganz andere Charakteristik: „Halt mich“ ist mit Sicherheit eines der schönsten Liebeslieder aller Zeiten, so viel Glück und Begeisterung steckt in dieser Komposition.
Neben den mitreißenden Rock-Nummern „Bochum“ und „Vollmond“ möchte ich noch den Mid-Tempo-Song „Land unter“ hervorheben.
Dieser vom Akkordeon begleitete Song hat eine wehmütige Charakteristik; man fühlt sich in eine rauhe, aber dennoch romantische Nordsee-Szenerie versetzt – Gänsehautfeeling pur.

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Auch die bislang unerwähnten Stücke dieser live-Platte wissen zu überzeugen. Die bis zur Mitte der 90er veröffentlichten Hits Groenemeyers sind allesamt vertreten. Hätte der Meister der deutschen Pop-Musik nicht mittlerweile weiteres, großartiges Songmaterial veröffentlicht, würde ich bei „Groenemeyer live“ von der ultimativen Herbert-Platte sprechen. Sie ist eine ausführliche Best-of-Scheibe mit live-Aufnahmen, die so gut wie alle Studio-Versionen der entsprechenden Songs durch diese unheimlich packende Stadion-Atmosphäre und die intelligenten, druckvollen Arrangements um Längen übertreffen. (Michael Schäfer)

In der Tat ein begeisterndes Album … da weiß ich gar nicht, welche Songs ich da hervorheben soll …

Doch. das ist „Sie“ (eine sensible Ballade über Männergewalt) und dann noch „Vollmond“ … da steht der Hammer !

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Besetzung:
Herbert Grönemeyer (vocals, keyboards)
Norbert Hamm (bass)
Jakob Hansonis (guitar)
Frank Kirchner (saxophone)
Alfred Kritzer (keyboards, accordion, vocals)
Nippy Noya (percussion)
Armin Rühl (drums)
Stefan Zobeley (guitar)

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Titel:
01. Chaos (Grönemeyer) 5.21
02. Deine Liebe klebt (Grönemeyer) 4.05
03. Kein Verlust (Grönemeyer) 4.15
04. Männer (Grönemeyer) 2.02
05. Kinder an die Macht (Grönemeyer) 2.27
06. Alkohol (Mrotzek/Hamm) 5.14
07. Land nter (Grönemeyer) 5.03
08. Morgenrot (Grönemeyer) 4.10
09. Halt mich (Grönemeyer) 3.32
10. Bochum (Grönemeyer) 4.13
11. Die Härte (Grönemeyer) 3.2
12. Sie (Grönemeyer) 3.44
13. Was soll das (Grönemeyer) 4.49
14. Vollmond (Grönemeyer) 6.10
15. Flugzeuge im Bauch (Grönemeyer) 4.23
16. Marie (Grönemeyer) 4.35
17. Mambo (Grönemeyer) 5.11
18. Ich hab dich lieb (Grönemeyer) 4.29

CD1
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Tray1

Sie sieht in ihm den Filmriß
Das Leben abrupt gestoppt
Kann mit niemandem darüber reden
Das macht sie bekloppt
Es liegt Ewigkeiten zurück
Gelähmt, panisch als passiert es ihr jetzt
Gegenwärtig sein stierer Blick, seine Fäuste
Widerwärtig sein Atem, gehetzt
Sie hat versucht den Traum zu reparieren
Sich aus ihm zu befrei’n
Sie hat lange verzweifelt gewartet
Die Jahre zeigen kein Erbarmen
Das heilt keine Zeit
Immer auf Scherben laufen
Schweigen ein zu schweres Gewicht
Ohnmächtig gegen den Giganten

Seine Nächsten verrät man nicht

Die Nacht ist viel zu leise
Die Seele hämmert so laut
Die Vergangenheit kommt anfallartig
Gebrochen an dem ekligen Stau
Sie hat versucht den Traum zu reparieren
Sich aus ihm zu befrei’n
Sie hat lange verzweifelt gewartet
Die Jahre zeigen kein Erbarmen
Das heilt keine Zeit
Sie hat versucht den Traum zu reparieren
Sich aus ihm zu befrei’n
Sie hat lange verzweifelt gewartet
Die Jahre zeigen kein Erbarmen
Das heilt keine Zeit
Sie hat lange verzweifelt gewartet
Die Jahre zeigen kein Erbarmen
Das heilt keine Zeit

Helge Cramer u.a. – WAAhnsinn – Der Wackersdorf-Film (1986)

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Am 26. April 1986 ereignet sich in Tschernobyl der GAU, dessen Folgen Wochen und Monate das tägliche Leben in Europa bestimmten.
Vor diesem Hintergrund bekam die öffentliche Diskussion um den geplanten Bau der atomaren Wiederaufbereitungsanlage – WAA – im oberfänkischen Wackersdorf eine neue Dimension. Der bis dahin eher lokale Widerstand gegen dieses Vorhaben wurde zu einem nationalen Thema und manifestierte sich am 26./27. Juli 1986 beim 5. Anti-Waahnsinns-Festival als eine Demonstration mit 120.000 Teilnehmern:

WAAhnsinn – Der Wackersdorf-Film ist ein deutscher Dokumentarfilm aus dem Jahr 1986. Die Musikdokumentation entstand im Rahmen des Anti-WAAhnsinns-Festival in Burglengenfeld. Sie wurde durch die gegen die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf zusammenarbeitenden Oberpfälzer Bürgerinitiativen finanziert. Alle Beteiligten verzichteten auf Lohn und Honorare.
Der Film lief nach seiner Fertigstellung auf mehreren Filmfestivals. Er wurde auf der Alpinale als Bester sozialkritischer Film ausgezeichnet. Eine 1987 durch Helge Cramer geschaffene, deutlich umfangreichere Video-Rekonstruktion des Gesamtmaterials wurde unter dem Titel Waahnrock ebenfalls auf mehreren Festivals gezeigt.

Der Film berichtet über das fünfte Anti-WAAhnsinns-Festival, das am 26. und 27. Juli 1986, nur 90 Tage nach der Katastrophe von Tschernobyl, in Burglengenfeld stattfand. Das Festival markierte den Höhepunkt der Bürgerproteste gegen die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf. Mit rund 100.000 bis 120.000 Besuchern war es das bis dahin größte Rockkonzert der deutschen Geschichte.

Als Künstler wirkten unter anderen BAP, Udo Lindenberg, Wolfgang Niedecken, Rio Reiser, Herbert Grönemeyer, Haindling, Biermösl Blosn, Wolf Maahn und Die Toten Hosen mit. Der Film legt seinen Schwerpunkt auf die Auftritte der Musiker, zeichnet dabei aber auch das Umfeld nach, in dem die Veranstaltung stattfand.

Die Produktion war von Anfang an auf die Kooperation und das zeitlich parallele Schaffen der beteiligten Regisseure hin ausgelegt. Die Planung sah vor, dass der zu diesem Zeitpunkt im Umfeld des Rockpalast tätige Wagner die Aufzeichnung der Bühnenshow verantwortete, während der Journalist Heitkamp zunächst den Aufbau des Festivals dokumentierte und später die Ereignisse im Backstage-Bereich filmte. Cramer

Filmplakat

Filmplakat

dokumentierte den Großeinsatz der Polizei, fertigte das Material über die Protestierenden an und übernahm den Schnitt. Die Produktion wurde auf U-matic gedreht und geschnitten und später für die Kinos auf 35-mm-Film transferiert.(Quelle: wkipedia)

Der Spiegel schrieb damals Filmpremiere:
„Weihnachten ist auch für die Atomkraftgegner eine Zeit der Besinnung. „WAAhnsinn – Der Wackersdorf-Film“ fügt sich gut in diese Stimmung. In dieser Woche kommt die Dokumentation in die Kinos, die an das große Rockfestival erinnert, zu dem sich im vergangenen Juli mehr als 100000 Besucher in Burglengenfeld versammelt hatten.

Der Film (Regie Christian Wagner) zeigt Bilder von schikanösen Polizeikontrollen und solche, die seit Woodstock bekannt sind: Festivaliers im Schlafsackmorgendliches Zähneputzen im Zeltlager. Und auch die Musik glaubt man seit jenen fernen Tagen schon zu kennen. Prominente Vertreter der Richtung „deutscher Rock“, die manchem Popfreund ein Grausen ist, viele andere aber glücklich macht, sind dabei. Udo Lindenberg, Wolfgang Niedecken und „Bap“, Wolf Maahn und eine Endlos-Liste von Deutsch-Rockern spielen nun noch einmal im Kino auf. Alles vergeben, der Zweck heiligt die Mittel.“ (15. Dezember 1986)

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Und hier mal die Liste der Künstler/Akteure, die man in diesem Streifen zu sehen bekommt, und diese Liste ist wahrlich beeindruckend:

Wolfgang Ambros – Bap – Biermösl Blosn – Fritz Brause Band – Die Firma – Marian Gold – Chris McGregor – Herbert Grönemeyer – Anne Haigis – Haindling – Die Toten Hosen – Uli Hundt und der Wahnsinn – Frankfurter Kurorchester – Udo Lindenberg – Wolf Maahn und Unterstützung – Hedwig Mitteregger – Mo and the Gangsters of Love – Rio Reiser – Rodgau Monotones – Purple Schulz – Theatre du Pain und Hubertus Bensch – Eisi Gulp – Werner Kozwara – Freda Meissner-Blau – Helmut Ruge – Claudia Schenk – Pfarrer Andreas Schlagenhaufer – Günter Wallraff

Und eben fällt mir, dass ich ich in dieser Liste doch glatt noch den großartigen Kevin Coyne vergessen habe.

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Die Toten Hosen – noch ziemlich jung

Für die handwerkliche Qualität der Musikaufzeihnungen zeigte eben de Rockpalast Wagner und da weiß man schon was man hat.

Beeindruckend die Dokumentation rund um den Film … all diese gruseligen Bilder eines völlig überzogenen Verständnis von Staatsmacht – gewalt …

Daher mein Prädikat: Sehr empfehlenswert … eine zeitgeschichtliche Dokumentation von besonderer Güte !

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Rio Reiser + Campino

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Herbert Grönemeyer – Sprünge (1986)

lpfrontcoverTja, mit dem Grönemeyer Herbert bin ich nie so richtig warm geworden, ich vemute mal, es lag an seinem mariniertem Gesangsstil …  seine Texte sind dennoch bemerkenswert,

Sprünge ist das sechste Studioalbum des deutschen Rockmusikers Herbert Grönemeyer. Es erschien im April 1986 bei EMI.

Grönemeyer sah sich vor die Aufgabe gestellt, einen Nachfolger für das Erfolgsalbum 4630 Bochum einzuspielen. Auf den zunehmenden Medienrummel reagierte der Musiker skeptisch und versuchte, sein Privatleben abzuschirmen. Im September 1985 ging Grönemeyer mit seiner Band und Toningenieur Harald Lepschies ins EMI-Studio in Köln. Bassist Norbert Hamm produzierte das von Grönemeyer allein geschriebene Album gemeinsam mit diesem. Im April 1986 erschien das Album.

Sprünge erreichte in Deutschland, Österreich und der Schweiz Platz 1 der Charts. Am 12. Juni 1986 erreichte das Album Platinstatus, war 500.000 Mal verkauft worden. Die Sprünge-Tour durch Deutschland und Österreich begann am 5. April 1986 in Waldbröl und lief zunächst bis Juni 1986. Es folgte u.a. ein Auftritt vor mehr als 100.000 Zuschauern beim Anti-WAAhnsinns-Festival gegen die atomare Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf am 26. Juli 1986. Im Juni und Juli 1987 wurden weitere Konzerte gespielt, bevor die Tour am 12. Juli 1987 im Xantener Amphitheater endete.

Das in Pink gehaltene Cover zeigt unten rechts ein lachendes und springendes „Ink-Männchen“ über der unten angeordneten Titelzeile.

Sprünge enthält sowohl persönliche Betrachtungen und Beziehungsthemen (Mehr geht leider nicht, Nur noch so, Unterwegs) als auch politische Stücke. Grönemeyer grenzte sich in letzterer Hinsicht von Liedermachern ab, die Musik „nur zur Stützung der Texte“ einsetzten, für ihn müssen Musik und Text „ein Ganzes bilden“.  Im Lied Tanzen geht es um den deutschen Nationalstolz, dessen „Wiedererwachen“ Grönemeyer kritisiert, Maß aller Dinge thematisiert die Apartheid in Südafrika.Kinder an die Macht ist dagegen eine Hymne an die Unvoreingenommenheit von Kindern. (Quelle: wikipedia)

gronemeyer

Sprünge ist das sechste Studiobalbum von Herbert Grönemeyer. Es erschien im Jahr 1986, nach dem Erfolgsalbum 4630 Bochum. Sprünge konnte den Erfolg von Bochum nicht ganz bestätigen, obwohl Herbert mit dem Album in Deutschland, Österreich und der Schweiz Rang 1 der Charts erreichte. Allerdings waren die Verkaufszahlen nicht ganz so gut. Sprünge warf auch praktisch keinen Singlehit ab. Insgesamt klang das Album etwas politischer, stilistisch liegt es aber relativ nahe am Vorgängeralbum.

Mit dem ersten Song „Kinder an die Macht“ legte Grönemeyer eine einigermaßen erfolgreiche Single (Rang 33 der deutschen Singlecharts) vor, der Song hätte stilistisch gut auf Bochum gepasst. Interessanter wird es mit dem Song „Tanzen“. Ein Singer Songwriter Titel mit gut groovender Basslinie. „Mehr geht leider nicht“ ist eine typische Grönemeyer Ballade, allerdings mit relativ fett klingender Synthieinstrumentierung. „Mass aller Dinge“ klingt luftiger und lockerer, mit „Nur noch so“ legt Grönemeyer einen der damals typischen Rocksongs deutscher Prägung vor. Das klingt nicht schlecht, wirkt aber doch etwas angestaubt und kantig.

Die nächsten beiden Songs „Unterwegs“ und „Lächeln“ überraschen etwas. Sie eröffneten damals die zweite Seite der LP und klangen mit der LA-Style Gitarre sehr US-amerikanisch. „Viel zu viel“ überzeugt vor allem durch die gelungene Instrumentierung. „Einmal“ ist der schnellste Song des Albums. Er klingt wieder typisch nach damaligem deutschen Rock, mit Anleihen an NDW-Sounds. „Angst“ ist eine Ballade. Die klingt zwar ganz nett, gehört jedoch nicht zu den stärksten Grönemeyer Balladen.

Fazit Grönemeyer konnte den Erfolg von Bochum mit dem Album Sprünge in etwa bestätigen. Qualitativ muss man allerdings gewisse Abstriche machen, musikalisch wird das Niveau des legendären Vorgängeralbums nicht ganz erreicht. Allerdings legte Grönemeyer die Messlatte mit 4630 Bochum auch verdammt hoch. Von daher enttäuscht Grönemeyer mit Sprünge nicht.  (Quelle: rezensator.de)

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Besetzung:
Herbert Grönemeyer (vocals, keyboards)
Norbert Hamm (bass, drum prgramming)
Jakob Hansonis (guitar)
Alfred Kritzer (keyboards)
Gaggy Mrozeck (guitar)
Armin Rühl (drums, percussion)
+
Frank Kirchner (saxophone bei 02. + 10.)

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Titel:
01. Kinder an die Macht 3.53
02. Tanzen 6.32
03. Mehr geht leider nicht 3.57
04. Maß aller Dinge 4.32
05. Nur noch so 3.41
06. Unterwegs 5.00
07. Lächeln 4.12
08. Viel zu viel 4.07
09. Einmal 4.34
10. Angst 4.03

Texte und Musik: Herbert Grönemeyer

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