Wolfgang Lackerschmid Quintet – A Jazz Tribute To Franz Grothe (2004)

FrontCover1Für mich auch so ein bedeutender Jazzmusiker aus deutschen Landen:

Wolfgang Wilhelm Lackerschmid (* 19. September 1956 in Tegernsee) ist ein deutscher Jazzmusiker, Bandleader und Komponist. Sein Hauptinstrument ist das Vibraphon, er spielt aber auch Piano und Mallet-Instrumente wie die Marimba.

Lackerschmid wuchs in Ehingen auf. Er studierte von 1975 bis 1980 mit den Hauptfächern Komposition/ Musiktheorie bei Martin Gümbel und Schlagwerk bei Gyula Rasz an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart.

1976 gründete Lackerschmid seine Mallet Connection, mit der er im selben Jahr die gleichnamige LP aufnahm. Auf dieser LP arbeitete er mit Künstlern wie Rocky Knauer, Gerhart Ziegler, Janusz Stefanski, Dieter Bihlmaier, Leszek Zadlo und Herbert Joos. 1978 holte ihn Joachim Ernst Berent zusammen mit Karl Berger, David Friedman und Tom van der Geld zur ersten Vibraphone Summit.

Durch diese Engagements und Kollaborationen erlangte Lackerschmid zunehmend Bekanntheit in der europäischen Jazzszene. Im Januar 1979 kam es dann zu der nachhaltig wichtigen Zusammenarbeit mit Trompeter Chet Baker. Nachdem die beiden sich auf einem Festival kennenlernten, offenbarte Lackerschmid Baker, er wolle ein Duo Album aufnehmen. Begeistert von der Idee fanden die beiden sich wenige Monate später in Stuttgart im Studio wieder und nahmen die LP Ballads for Two auf, gefolgt von Chet Baker/Wolfgang Lackerschmid, mit Larry Coryell, Buster Williams und Tony Williams.

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Chet Baker & Wolfgang Lackerschmid

Nachdem sich der Vibraphonist Anfang der 1980er Jahre verstärkt um seine Plattenfirma Sandra Musik kümmerte, erhielt er 1988 den ersten großen Auftrag einer Theaterbühne. So schrieb er die Ballettmusik für Schneewittchen am Augsburger Stadttheater.

Da Lackerschmid seinen Wohnsitz nach Augsburg verlegte, kam es dort zu immer mehr Projekten. So verfasste er Auftragsarbeiten für das Theater Augsburg (Faust, Peer Gynt) und die Augsburger Puppenkiste (Paula und die Kistenkobolde, Ein Sommernachtstraum). Ebenfalls vertonte er Lyrik des berühmten Augsburger Schriftstellers Bertolt Brecht sowie die Bäsle-Briefe von W.A. Mozart und widmete der Stadt die Komposition Steinklang, Geschichte einer Stadt.

Seit etwa 1980 ist er auch außerhalb Europas auf Tournee, vorwiegend in den Vereinigten Staaten von Amerika. Zu seinen wichtigsten Wegbegleitern zählt neben Chet Baker auch Attilla Zoller.

WolfgangLackerschmid01Dem Diskographen Tom Lord zufolge war er zwischen 1976 und 2016 an 48 Aufnahmesessions beteiligt. Er lebt in Augsburg, wo er auch ein Tonstudio betreibt. Seit 2016 ist er Mitglied im Bundesvorstand der Deutsche Jazzunion (ehemals Union Deutscher Jazzmusiker)

Lackerschmid leitet mehrere Ensembles als Band- oder Co-Leader. Darunter befinden sich Gruppierungen wie die Band Brazil & Blue mit Hendrik Meurkens, Paquito D’Rivera, Romero Lubambo, John Lee und Paolo Braga. Lackerschmid leitet sein eigenes Ensemble Lebende Kammermusik für neue Werke zwischen Jazz und E-Musik und die Produktion und Band Franz Grothe Jazz Standards (gefördert von der Franz Grothe Stiftung). Ab 1979 war er im Duo mit dem Trompeter Chet Baker unterwegs, dann mit Günter Lenz und mit Attila Zoller (zwischen 1988 und 1998). Besondere Beachtung fanden international seine Duette mit Chet Baker.

Seit 2000 spielt Lackerschmid in verschiedenen Duo und Bandprojekten mit der Sängerin Stefanie Schlesinger.

In der zusammen mit Njamy Sitson und Walter Lang 2007 gegründeten Afro-Jazz-Formation Daktarimba spielt Wolfgang Lackerschmid ausschließlich Marimba. Die erste CD Veröffentlichung D´Afrique war 2016 in der Kategorie „Besondere Instrumente“ für einen Jazz Echo nominiert.

Seit 2014 steht er auch zusammen mit Hélio Alves, Nilson Matta und Duduka da Fonseca als Wolfgang Lackerschmid & The Brazilian Trio auf der Bühne.

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Njamy Sitson, Wolfgang Lackerschmid, Walter Lang

Zusätzlich zu eigenen Gruppen ist Lackerschmid auch als Gastsolist bei Konzerten und auf Veröffentlichungen anderer Künstler zu hören, so bei Pete York, Ray Pizzi, Götz Tangerding, Biréli Lagrène, der Unterbiberger Hofmusik, den Klazz Brothers, František Uhlíř, Jiří Stivín, Sandro Roy, Ryan Carniaux und anderen.

Lackerschmid komponierte Stücke aus vielen Bereichen des Jazz. Hier sind seine 10 Stücke für Chet Baker ebenso zu nennen wie die Kindermusicals Pinocchio, Der Zauberer von Oz (uraufgeführt 1995 auf der Waldbühne Sigmaringendorf) und Schneewittchen. WolfgangLackerschmid03.jpgÜberhaupt verfasste Lackerschmid häufig Auftragskompositionen für Theater, Film und Fernsehen.

Neben den oben genannten Werken komponierte Lackerschmid beispielsweise auch für die Augsburger Puppenkiste (Papilio, Paula und die Kistenkobolde, Norbert Nackendick, Das kleine Känguru und der Angsthase u. a.), für das Theater Augsburg (Faust, Pancomedia, Peer Gynt u. a.) und viele weitere Theaterproduktionen. Auch Filmmusik stammt aus Lackerschmids Feder, neben den Filmen Mit dir und Xaver und Carlotta, für die er komponierte, sind Lackerschmids Werke auch in mehreren Folgen der Fernsehserie Gute Zeiten, schlechte Zeiten zu hören. Er schrieb zudem mehrere Werke für das SUK Kammerorchester Prag, verschiedene Kompositionen für Percussionensemble, Chorwerke und Ballettmusiken. (Quelle: wikipedia)

Und hier das bereits oben genannte Album mit Musik von Franz Grothe:

Franz Grothe wurde am 17. September 1908 in Berlin-Treptow als Sohn eines Pianisten und einer Konzertsängerin geboren. Mit fünf Jahren erhielt er bereits Violin-, mit sechs Klavierunterricht, im Alter von zehn Jahren entstanden erste Kompositionen. Dem Besuch des Gymnasiums in Berlin schloss sich das Studium an der Musikhochschule in den Fächern Violine, Klavier, Musiktheorie an, und mit 16 Jahren war Franz Grothe bereits Pianist einer Jazzband des englischen Saxophonisten Eric Borchardt.
Grothe wurde Pianist im Orchester Dajos Bela, verließ es jedoch Ende 1930, um ausschließlich zu komponieren. Seine Lieder wurden gespielt von Jack Hilton, Marek Franz Grothe01Weber, Juan Llossas, Barnabas von Geczy und u. a. interpretiert von Helge Rosvaenge, Franz Völker, Ernst Busch. Ende 1931 gründete Franz Grothe seinen eigenen Musikverlag, die „Edition Franz Grothe“. In der Zeit entstanden viele Filmkompositionen. Grothes wichtigste Filme in dieser Zeit waren die mit Willi Forst und Marta Eggerth, und als er in Deutschland ein gefragter Filmkomponist war, wurde die Universal in den USA aufmerksam und machte ihm ein Angebot.
Franz Grothe ging nach Hollywood, doch viele Projekte zerschlugen sich. Zurück in Europa, entstanden Lieder für so bekannte Filme wie „Immer wenn ich glücklich bin“ und „Napoleon ist an allem schuld“. Bei der Arbeit an letzterem lernte er seine spätere Frau Kirsten Heiberg kennen, die in einer Szene sein Lied „Warum hat der Napoleon“ interpretierte. Grothes Popularität war mit seinen Filmschlagern größer denn je geworden, er schrieb einen Evergreen nach dem anderen. Mit seiner Hilfe wurde auch das Swingverbot in Deutschland durchbrochen.

Infolge bestehender Beziehungen bekam er 1942 gemeinsam mit Georg Haentzschel den Auftrag, das „DEUTSCHE TANZ- UND UNTERHALTUNGSORCHESTER“ zu gründen, es mit internationalem Sound und den besten deutschen Musikern über Deutschland hinaus zu Anerkennung und Erfolg zu führen.
Nach Kriegsende verlieh Franz Grothe dem deutschen Film wieder entscheidende Impulse. „Das Wirtshaus im Spessart“ wurde ein großer Erfolg, später musikalisch und textlich zum Bühnen-Musical erweitert. Franz Grothes erfolgreichstes Werk für das Theater, nach wie vor an den Bühnen inszeniert und aufgeführt.
Seit 1965 war Franz Grothe ständiger musikalischer Leiter in der beliebten TV-Sendung „Der blaue Bock“. Hier konnte er viele neue Lieder für neue Stimmen schreiben, darunter Rudolf Schock, Erika Köth, Renate Holm, Ernst Krukowski und Willy Hoffmann.
Franz Grothe starb am 12. September 1982 in Köln. (www.sikorski.de)

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Den Vibraphonisten inspirierte die musikalische Substanz dieser Melodien. Lackerschmids Bearbeitungen zeigen, wie zeitlos und vielseitig Grothes Kompositionen sind. (franzgrothe-stiftung.de)

Schöne, eingängige Melodien, die man alle oder teilweise aus alten Filmen und Zeiten kennt, hier jazzig-mainstreamig aber stimmig umgesetzt.
Und noch ein Vorteil: diese CD kann man mitnehmen und bedenkenlos in den CD-Player einlegen, wenn man mal wieder Omi und Opi besuchen geht (no_blues)

In diesem Fall wäe ich dann der Opa *ggg*

Aber im Ernst: eine wunderbare Synthese aus all diesen „altn“ Melodien und den dann darauf basierenden modernen Jazzklängen … vorbildlich.

Und er von mir so geschätzte Stephan Holstein ist mit von der Partie … und mehr vom Stephan Holstein gibt es dann hier.

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Besetzung:
Stephan Holstein (saxophone, clarinet)
Wolfgang Lackerschmid (vibraphone)
Walter Lang (piano)
Henning Siebert (bass)
Falk Willis (drums)

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Titel:
01. Abends, wenn alle Menschen schlafen 5.58
02. In der Nacht ist der Mensch nicht gerne allein 4.16
03. Guten Tag liebes Glück 5.53
04. Schliess deine Augen und träume 11.15
05. Wenn ein junger Mann kommt 6.52
06. So schön wie heut‘  6.55
07. Man kann sein Herz nur einmal verschenken 4.01
08. Kalenderlied 6.00
09. Ganz leise kommt die Nacht 5.24
10. Mitternachtsblues 10.08

Musik: Franz Grothe

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Diese CD widme ich Franz Grothe und meinem Vater, dessen abendliches Klavierspiel mir diese Musik von klein auf vertraut machte.
(Wolfgang Lackerschmid)

Wolfgang Lackerschmid Connection - Live At The Jazzclub

Klaus Wunderlich – Illusion – Klaus Wunderlich spielt Franz Grothe (1983)

FrontCover1Ganz sicher war er einer der Großmeister der Orgel im Rahmen deutscher Unterhaltungsmusik:

Klaus Wunderlich (* 18. Juni 1931 in Chemnitz; † 28. Oktober 1997 in Engen, OT Bittelbrunn) war ein deutscher Musiker. Er wurde mit insgesamt 13 Goldenen Schallplatten und einer Goldenen Musikkassette ausgezeichnet. Wunderlich war der erste deutsche Unterhaltungsmusiker, der die Elektronische Orgel bei einem größeren Publikum populär machte.

Klaus Wunderlich wuchs in Chemnitz als Sohn eines Polizeiinspektors auf. Bereits im Alter von 16 Jahren war er Korrepetitor, doch letztlich zog ihn die Unterhaltungsmusik stärker an.

1951 siedelte Klaus Wunderlich mit einer Band nach Westdeutschland über und tingelte als Pianist in einem Bar-Trio durch Deutschland. Während dieser Zeit machte er auch Bekanntschaft mit der Hammond-Orgel, die ab 1955 zu seinem Hauptinstrument wurde. „Die Orgel ist mein Leben“ und „Auf der Hammond-Orgel kann man jedes Streichinstrument nachmachen mit Ausnahme des Buttermessers,“ sagte Klaus Wunderlich. Es folgten Soloauftritte in diversen Kabaretts, bis 1958 das Label Teldec auf ihn aufmerksam wurde und ihm nach einem Probevorspielen einen Schallplattenvertrag anbot.

In den 1970er Jahren errichtete er in Reichenbach bei Karlsruhe sein eigenes Tonstudio und begann mit dem Moog-Synthesizer zu arbeiten; er spielte damit drei Langspielplatten ein. Sein 1973 unter dem Titel „Sound 2000 – Moog, Organ, Rhythm“ erschienenes Moog-Debut wartete mit Schlagerklassikern wie „La Paloma“ auf. Bekannt wurde sein New Pop Organ Sound, als er die Melodieführung auf der Hammond H100 um Soundeffekte der WERSI–Orgeln W248S, Lowrey H 25-3 und ab 1977 auch der W2 Helios ergänzte. Dieser Sound war im Studio nur aufwendig zu produzieren und live auf der Bühne nicht reproduzierbar. Zu seinen späten öffentlichen Live-Konzerten gehört ein Auftritt in der Londoner Royal Albert Hall.

KlausWunderlichKlaus Wunderlich setzte hauptsächlich folgende Orgeln ein: Hammond C3, Hammond H-100, WERSI W248S, Lowrey H 25-3, WERSI W2 Helios, WERSI Beta DX 400, WERSI Spectra CD700. Seine Musik war stets auf leichte Unterhaltung ausgerichtet.

Am 28. Oktober 1997 erlag Klaus Wunderlich im Beisein seiner Frau Traudl und Freunden in seinem Haus in Bittelbrunn am Bodensee einem Herzinfarkt. (Quelle: wikipedia)

Nun ja, und wenn man sich Klaus Wunderlich den Melodien des Franz Grothe annimmt, kann man ja eigentlich gar nichts falsch machen.

Denn Franz Grothe war ja ein weiterer Großmeister deutscher Unterhaltungsmusik, wenngleich natürlich in einem anderem Zeitraum.

Franz Grothe (* 17. September 1908 in Berlin; † 12. September 1982 in Köln; vollständiger Name Franz Johannes August Grothe) zählte zu den populärsten deutschen Komponisten und Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Seit Beginn des Tonfilms komponierte er viele Melodien und Schlager.

Sein Tod im Jahr 1982 war für Wunderlich natürlich Anlaß, diese musikalische Erinnerungen einzuspielen. Gleichzeitig war diese LP/MC auch so ne Art Werbeplatte für Wersi-Orgel, denn deren Vorzüge werden auf dem Cover lautstark verkündet.

Nun gut … passender könnte der Title nichtsein. Handelt es sich doch bei Aufnahmen dieser Art stets um Ullusionsmusik … sofern man musikalisch dabei nicht sehen bleibt, ist dagegegen ja auch nichts einzuwenden.

FranzGrothe1941

Der junge Franz Grothe, 1941

Besetzung:
Klaus Wunderlich (organ)

BookletVorderseite1

Titel:
01. Sing mit mir 3.04
02. Mitternachtsblues 2.50
03. In der Nacht ist der Mensch nicht gern´ alleine 2.53
04. Guten Tag, liebes Glück 2.15
05. Wenn ein junger Mann kommt 2.09
06. So schön wie heut´ 2.45
07. Auf den Flügeln bunter Träume 2.28
08. Man kann sein Herz nur einmal verschenken 2.24
09. Illusion 2.43
10. Lied der Nachtigall 2.30
11. Es ist nur die Liebe 2.24
12. Komm und gib mir deine Hand 3.07
13. Ganz leise kommt die Nacht 2.54
14. Schön wie der junge Frühling 2.27

Alle Kompositionen: Franz Grothe

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