Harmonia Vocalis – Unentbärlich (1996)

frontcover1Die großen Vorbilder, die Comedian Harmonists springen einem bei diesem Album gerade zu an. Bei den Jungs von Harmonica Vocalis handelt es sich um zeimlich unbekannt gebliebene Gruppe, die sich dem Genre „A-capella“ Gesang gewidmet hat.

HARMONIA VOCALIS ist ein Nürnberger Vokalensemble, das aus dem „Windsbacher Knabenchor“ hervorging und dementsprechend A-capella-Gesang und Kleinkunst auf höchstem Niveau bietet.

Bei einer Brasilien-Tournee des berühmten „Windsbacher Knabenchores“ 1983 begannen sechs „Windsbacher“ zum Spaß Lieder in „close harmony“ zu singen, die sie dann neben ihrer Arbeit im Chor in ihrer Freizeit einzustudierten. Anlaß war ein Geburtstagsständchen für eine der Begleiterinnen. Und so probten und intonierten sie „Ein goldenes Herz, aus dem nur Liebe spricht“. Das war der Beginn des HARMONIA-VOCALIS-Ensembles.

Es folgten kleinere Auftritte im privaten Kreis. In kürzester Zeit entwickelte sich aus diesem anfänglichen Freizeitspaß ein anspruchsvolles, professionelles Programm, das an die bekannten „Comedian Harmonists“ anknüpft, sie aber nicht imitiert. Die Sänger huldigen dem reinen A-Capella-Ideal, so daß Instrumente stimmlich nachgeahmt werden. Sie imitieren Kontrabaß und Schlagzeug, Vogelgezwitscher oder Schellackplatten-Songs, eine Blaskapelle oder tänzelnde Sängerinnen für das „Schubi-du-bab“.

Das HARMONIA-VOCALIS-Ensemble bereicherte die Kleinkunstszene um eine schon fast vergessen geglaubte Tradition, das Vokalensemble. „Was sie im einzelnen auszeichnet, ist ihre Intonationsgenauigkeit, die expressive Dynamik, präzise Artikulation und Synchronität der Phrasierung, Tugenden, die von den Windsbachern her geläufig sind, letztendlich die Homogenität der Stimmen.“

Bald erhielten sie Einladungen für die ersten eigenen Konzerte. Funk und Fernsehen begannen, sich für sie zu interessieren, und sie durften 1985 erstmals im Bayerischen Rundfunk ihr „goldenes Herz“ darbieten.

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Auch nach der Zeit im Windsbacher Knabenchor blieb die „HARMONIA VOCALIS“ zusammen. Und mit der „Sentimental Journey“ 1989 in Nürnberg wurde plötzlich aus dem Geheimtip ein gefragtes Vokalensemble, das 1990 im Rahmen des Kulturförderpreises der Stadt Nürnberg mit einem Nürnberg-Stipendium ausgezeichnet wurde.

Der TV-Auftritt in der ARD-Sendung „Kein Schöner Land“ 1991 machte HARMONIA VOCALIS dann bundesweit bekannt. Sie erhielten einen Plattenvertrag, aus dem ihre ersten beiden CDs „6 mal anders“ und „… unentbärlich“ hervorgingen.

Heute werden die Sänger von HARMONIA VOCALIS in der Presse als „Kehlkopf-Artisten“ bezeichnet oder einfach nur als „perfekt“. Denn, ob „Mein kleiner grüner Kaktus“ als tiefe Verneigung vor den Comedian Harmonists intoniert wird, oder Drafi Deutschers „Marmor, Stein und Eisen bricht“ zu hören ist, sie vollbringen „wahre Stimmbandsaltos auf dem Vokaltrapez“, um ihr Publikum zu begeistern.

Mittlerweile entwickeln sich ihre eigenen Songs zu den eigentlichen Hits des Abends: das Lied vom „Teddybär“, eine außergewöhnliche Romanze im „Liebes Lied“ und das fränkische Rap-Lied „Allmächd na“. Neuerdings gibt es auch eine Vertonung von Wilhelm Buschs „Max und Moritz“.

Das Motto der Sänger lautet: „Ohne alles, mit viel Spaß!“

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Die Jungs von „Harmonia Vocalis“ in zivil.

Sechs unterschiedliche ehemalige „ Windsbacher“ Sänger mit solistischen Qualitäten fügten und fügen sich zu einem harmonischen Ganzen zusammen: der IT-Fachmann Peter Eckart (Tenor), Diplom-Agraringenieur Wolfgang Hofbauer (Tenor), Theatermacher Bernd Lang (Tenor), [3] Hauptschullehrer Thomas Fillep (Baß) und der Banker Franz Rudolf (Bariton). Thomas Fillep ist verantwortlich für die meisterlich virtuosen Arrangements.

Aus dem ursprünglichen Sextett schied der Banker Hans-Günther Bonk (Baß) aus (Quelle: nuernbergwiki.de)

Hier ihr zweites Frühwerk, und dabei stellen sie sich gar nicht mal ungeschickt an: sie mixen den alten Stil der 30er Jahre mit dem Sound der „Prinzen“ und zaubern so ein durchaus bemerkenswertes Album.

Und wenn ihnen auch nie der „ganz große Durchbruch“ gelungen ist … neulich feierten sie ihr 30jähriges Bühnenjubiläum …  und das ist schon beachtlich …

Reinhören lohnt sich … allein schon wegen der witzign Version von „Marmor, Stein und Eisen bricht“.

presse

Besetzung:
Günther Bonk (vocals)
Peter Eckart
Thomas Fillep (vocals)
Wolfgang Hofbauer (vocals)
Bernd Lang (vocals)
Franz Rudolf (vocals)

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Titel:
01. Mädels (Fillep/Blaimer) 2.27
02. Marmor, Stein und Eisen bricht (Bruhn/Deutscher/Loose) 3.08
03. Super Susi (Fillep/Blaimer) 3.25
04. Liebes Lied (Fillep/Lang) 3.06
05. Der Lasterfahrer (Fillep) 3.03
06. I Am Happy `Cause Of You (Fillep/Lang) 3.19
07. Why Is It Wrong ? (Fillep/Lang) 3.40
07. Du da ? (Fillep/Blaimer/Lang) 3.13
08. Ohne alles (Fillep/Lang) 3.16
09. Little Teddybear (Fillep/Lang/Fernholz) 3.01
10. I Had A Dream (Späth) 2.13
11. Volks Lied (Fillep/Traditional) 3.17

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