Folkwang Kammerorchester Essen -Violinkonzert C-Dur – Adagio cantibile – Cellonkonzert C – Dur (Joseph Haydn) (1997)

FrontCover1Noch so ein Orchester, das einen wirklich amitionierten Anspruch hat:

Das Folkwang Kammerorchester Essen ist ein Orchester, das auf der Grundlage des Folkwang-Gedankens Abschlussstudenten nordrhein-westfälischer Musikhochschulen auf professionellem Niveau in das spätere Berufsleben begleitet. Es wurde 1958 durch den Direktor der Folkwang-Hochschule Heinz Dressel gegründet. Seitdem wurden über 500 Musiker in Opern- und Konzertorchestern im In- und Ausland übernommen.

Als einziges Orchester spielt es regelmäßig und exklusiv in den historischen Räumen der Villa Hügel. Daneben konnte sich das Ensemble durch Gastspiele in Deutschland und im benachbarten europäischen Ausland einen Platz unter den deutschen Kammerorchestern erspielen. Das Orchester spielte auf dem Schleswig-Holstein Musik Festival und dem Schwetzinger Mozartfest, Konzertreisen führten es nach Österreich, der Schweiz, Litauen und Italien. 2008 spielte es beim Rheingau Musik Festival. Eine feste Partnerschaft besteht unter anderem mit dem Essener Bachchor.

Als Chefdirigenten wirkten Heinz Dressel, Heribert Beissel, Alexander Schwinck, Karl-Heinz Bloemeke und Stefan Fraas. Der jetzige Chefdirigent Achim Fiedler ist seit 2006 im Amt. (Quelle: wikipedia)

EinschätzungIch weiss nun nicht, ob diese CD die erste Aufnahme dieses Kammerorchesters war (diese CD wird auf der website des Kammerorchesters gar nicht erwähnt oder aufgeführt), aber ich weiss, dass wir es hier mit einer fulminanten Aufnahme zu tun haben.

Haydn hatte ich bisher nicht so im Blick … mit dieser Aufnahme hat sich das aber geändert … wer mag, kann ja nun seinen Blick auf Haydn und erst recht auf das Folkwang Kammerorchester Essen lenken … es lohnt sich ! Und das die Sparkasse Essen sich finaziell an diesem Projekt beteiligt hat … lobenswert !

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Besetzung:
Folkwang Kammerorchester Essen unter der Leitung  von Karl-Heinz Bloemeke
+
Christian Ludwig (violin)
Johann Ludwig (violoncello)

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Titel:

Konzert für Violine und Orchester C-Dur Hob. VII: 1:
01. Allegro moderator 10.36
02. Adagio 5.38
03. Finale: Presto 4.39

Aus der Sinfonie Nr. 13 D-Dur:
04. Adagio cantabile 7.02

Konzert für Violoncello und Orchester C-Dur Bob. VIIb: 1:
05. Moderato 10.37
06. Adagio 8.33
07. Finale: Allegro molto 6.31

Musik: Joseph Haydn

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Peter Damm – Hornkonzerte der Vorklassik (1984)

FrontCover1.jpgFür mich eine Neuentdeckung, aber ein, die sich gewaschen hat … denn hier brilliert der Peter Damm:

Peter Damm wurde 1937 in Meiningen/Thüringen geboren. Im Alter von elf Jahren begann er mit Violinunterricht seine musikalische Ausbildung. Erste Versuche auf einem Horn folgten 1951 bei Franz Nauber in Meiningen. Nach einer kurzen Zeit als Forstlehrling studierte er von Dezember 1951 bis 1957 Horn an der Hochschule für Musik in Weimar bei Prof. Karl Biehlig.

Die ersten Schritte im Orchester machte Peter Damm im Oktober 1953 in Bad Berka sowie Weihnachten 1953 erstmals in „Hänsel und Gretel“ als Orchesteraushilfe in Meiningen. Am 5. Juli 1955 trat er zum ersten Mal als Solist mit Mozarts Konzert KV 447 auf.

Seine künstlerische Laufbahn begann 1957 als Solohornist des Orchesters der Bühnen der Stadt Gera. 1959 wurde Peter Damm als Solohornist des Gewandhausorchesters Leipzig verpflichtet, dem er unter Franz Konwitschny, Vaclav Neumann u.a. bis 1969 angehörte.

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Von 1969 bis 2002 war Peter Damm in gleicher Position an der Sächsischen Staatskapelle Dresden engagiert. Bei seiner Verabschiedung ernannte ihn das Orchester zum Ehrenmitglied.

1967 wurde Peter Damm zum Kammermusiker, 1971 zum Kammervirtuosen ernannt.
Seit vielen Jahren unterrichtet Peter Damm an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden. Er leitet internationale Meisterkurse, Seminare und Workshops in Europa, Japan und Nordamerika. Konzertreisen als Solist und Kammermusiker führten ihn in nahezu alle europäischen Länder, nach Nord- und Südamerika sowie nach Japan. Peter Damm und „Karlchen“, September 1991. Foto: © Adolf Clemens.

Seit 1986 ist Peter Damm Präsident des Internationalen Wettbewerbes für Blasinstrumente in Markneukirchen. Er ist Ehrenmitglied der International Horn Society Peter Damm01und der Horngesellschaft Bayern. Sein Schaffen ist in vielen Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen dokumentiert. Sein umfangreiches Repertoire an Solo-, Kammermusik- und Konzertliteratur reicht vom 18. Jahrhundert bis zur zeitgenössischen Musik. So war er auch an zahlreichen Uraufführungen zeitgenössischer Werke beteiligt.

2007 fand das Horn seine wohlverdiente Ruhe. Nach dem Konzert anlässlich der Eröffnung des Internationalen Horn-Symposiums in La-Chaux-de-Fonds wurde es pensioniert, der endgültige Schlussstrich gezogen. Das Credo: „Aufhören, solange es noch bedauert wird.“ Gemeinsam verbrachten Peter Damm und das Horn 56 Jahre. (Selbstdarstellung)

Der Titel ‚Hornkonzerte der Vorklassik‘ sprach mich sofort an, da ich ein Freund von Hornkonzerten bin und ich die Zusammenstellung der Komponisten sehr interessant fand. Skeptisch war ich gegenüber dem Label, da ich bisher noch keine CD aus dem Hause ‚Berlin Classics‘ besitze und ich viel wert auf eine gute Wiedergabe der Musik lege.
Meine Skepsis gegenüber dem mir unbekannten Label wurde beim ersten Abspielen der CD teilweise bestätigt: Die Aufnahme kann man nicht gerade als klar und gestochen

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Peter Damm mit einem gewissen Karlchen (1991)

scharf bezeichnen, sie klingt eher leicht verwaschen und feine Details werden nicht deutlich abgebildet. Die Höhen wirken etwas glanzlos/matt, während die Tiefen angenehm satt dargestellt werden. Die Aufnahme lässt Räumlichkeit vermissen, die Instrumente scheinen alle mehr oder weniger in der Mitte angeordnet zu sein. Das Cembalo scheint weit entfernt im Hintergrund platziert zu sein, während das Horn gelegentlich übertrieben dominant im Vordergrund steht. Zu Beginn eines Stückes, wenn die Instrumente noch nicht eingesetzt haben, ist ein leichtes Rauschen und Brummeln zu hören.

Schnell wurden mir jedoch die Qualitäten der Aufnahme bewusst. Sicherlich besticht die Aufnahme nicht durch Klarheit und Detailreichtum, aber es entfaltet sich ein sehr angenehmer warmer entspannender wohltuender Klang im Abhörraum, der zu den Stücken absolut passend ist. Die Interpretationen der Stücke kann man als gelungen und hörenswert bezeichnen. Besonders das erste Stück (Telemann) hat es mir angetan. Es wird lebhaft und dynamisch gespielt. (k.d.)

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Auch wenn die Aufnahme nun schon einige Jahre alt ist: Peter Damm zeigt auch im Abstand seine einsame Klasse mit seinem espressiven, virtuosen und manchmal sogar leichten Vibratospiel. Das Kammerorchester  unter Hartmut Haenchen ist ein kongenialer Partner mit allen Finessen, die diesen weitgehend unbekannten Werken zum wirklichen Leben verhelfen. (Gunter)

Genug der Worte … man mögen sich von diesen virtuosen Klängen berauschen lassen …

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Besetzung:
Peter Damm (horn)
+
Kammerorchester der Deutschen Staatsoper Berlin unter Leitung von Hartmut Haenchen
Matthias Eisenberg (harpsichord)
Manfred Pernutz (bass)
Matthias Pfaender (cello)

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Titel:

Georg Philipp Telemann: Concerto Für Horn, Orchester und B.C. in D-Dur (10.00):
01. Vivace 2.22
02. Largo 3.32
03. Allegro Moderato 4.06

Christoph Förster: Konzert für Waldhorn, Streich-Orchester und B.C. in Es-Dur (13.55):
04. Con Discrezione 5.19
05. Adagio 3.40
06. Allegro 4.56

Anonymus: 
07. Sonata da caccia für Horn, Streich-Orchester und B.C. in C-Dur 14.20

Joseph Haydn: Konzert für Horn, Orchester und B.C. No.1 in D-Dur (18.49):
08. Allegro 6.24
09. Adagio 8.20
10. Allegro 4.10

Johann Beer: Concerto a 4 für Posthorn, Jagdhorn, Violinen und B.C. In B Flat Major:
11. Allegro Moderato 2.29
12. Aria 3.12
13. Menuett 0.57
14. Siciliano 1.48
15. Bourrée 0.51
16. Giga 1.00

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Weitere prachtvolle Aufnahmen aus dem Eterna Archiv:

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Verschiedene Interpreten – Baby Klassik (2012)

frontcover1Da kann man jetzt eigentlich schreiben: „Aus gegebenen Anlass“ … :

Die positive Wirkung, die klassische Musik auf Babys hat, ist unumstritten. Die sanften Klänge beruhigen, es entstehen positive Gefühle, und Ängste werden abgebaut. Für „Baby Klassik“ wurde mit viel Liebe die Musik speziell auf die Bedürfnisse unserer Kleinen abgestimmt. Die wunderschön interpretierten Werke von Mozart, Bach, Brahms und vielen mehr tragen dazu bei, dass sich nicht nur die Babys, sondern auch deren Eltern rundum wohl fühlen und entspannen.
Das liebevoll gestaltete Booklet enthält kleine Tipps, Tricks und Kniffe, die helfen können, die Babys besser zu verstehen und das neue gemeinsame Leben spielend zu meistern. (Produkt-Info)

Mit Ausnahme des ersten Titels empfinde ich die Musik durchaus passend für diese kleine Zielgruppe … Klar das sind etliche Klassiker dabei, die einfach das Ohr schmeicheln („Für Elise“ oder der großartige „Pachelbel'“ von Pachelbel).

Sehr interessant fand ich dann das liebevoll gestaltete Begleitheft (die Texte verfasste Ruth Seiberts) , in dem auch wissenswertes über die beruhigende oder auch heilende Kraft der Musik zu finden sind

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Da freut sich der besorgte Großvater … 

Und dann hat – vermutlich ne Oma – folgenden Gedanken zu diesem Album formuliert:

Mithilfe der CD findet man für das Kleinkind einen schönen Übergang vom Tag zur Nacht. Bei regelmäßigem Abspielen vor dem Schlafengehen wird die CD nach kurzer Zeit zu einem festen Ritual: Wenn die beruhigende Musik erklingt, wird geschlafen – egal wie spät es ist. Vermutlich klappte das Ritual auch mit Kinderliedern, aber wir möchten unseren einjährigen Enkel damit (und mit anderer, kindgerechter Klassik) ein wenig prägen und seinen Geschmack entsprechend bilden.

Und da grinst der Bildungsbürger um die Ecke … aber ich kann ja meiner Enkeltochter nicht die Liveaufnahmen der MC 5 überreichen … aber gedanklich bin ich schon bei weiteren Musikzusammenstellungen abseits der Klassik … denn ich will ja mein Enkelkind auch ein wenig prägen *ggg*

Die Tipps für die ersten Monate mit einem Baby (50 an der Zahl) erscheinen mir recht hilfreich … und sie erinnern mich schmunzelnd an meine Zeiten als frischgebackenen Vater … heute hoffe ich, dass für meine Tochter eine interesssante Lektüre sind

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Und am Schluss des Albums erklingt dann die gute alte Spieluhr: „Guten Abend, gut Nacht“ !

Und; man kann die Musik doch glatt auch genießen, wenn man kein Baby ist !

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Titel:
01. Phillippe Entremont: Variationen über Twinkle (Mozart) 2.18
02. Wolfgang Emamnuel Schmidt: Karneval der Tiere – Der Schwan (Saint-Saens) 2.59
03. Phillippe Entremont: Albumblatt „Für Elise“ (Beethoven) 3.02
04. Tafelmusik Baroque Orchestra: Eine kleine Nachtmusik – Romanze (Mozart) 4.39
05. Ekaterina Dershavina: Aria aus Goldberg-Variationen (Bach) 4.20
06. Shigenori Kudo & Naoko Yoshino: Greensleeves (Traditional) 3.33
07. Andreas Bach: Kinderszenen: Träumerei (Schumann) 2.23
08. Ralph Manno & Staaatskapelle Weimar: Klarinettenkonzert A-Dur: Adagio (Mozart) 7.43
09. Tchikovsky Chamber Orchestra: Streichquartett F-Dur: Serenade (Haydn) 5.46
10. London Festival Orchestra: In the Bleak Midwinter (Holst) 3.30
11. Philharmonia Virtuosis of New York: Canon in D (Pachelbel) 5.47
12. Fou Ts´ong: Nocturne Es-Dur (Chopin) 3.41
13. Philadelphia Orchestra: Notenbüchlein für Anna Magdalena: Bist du bei mir (Bach) 3.44
14. Jean-Pierre Pampal & Marielle Nodmann: Sicilienne op. 78 (Faure) 3.29
15. Philharmonia Virtuosis of New York: Air (Bach) 5.00
16. Peter Sorger: Guten Abend, gut Nacht (für Spieluhr) (Brahms)

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Die Inspiration, mich mit dem Thema „Baby Musik“ zu beschäftigen, kam von der Graugans: dafür ein herzliches Dankeschön !

Verschiedene Interpreten – Holzhauser Musiktage (2008)

FrontCover1Ein durch und durch sympathisches Projekt sind die „Holzhauser Musiktage“

Seit über 3 Jahrzehnten finden um das malerische Örtchen Holzhausen am Starnberger See alljährlich die Holzhauser Musiktage statt. Von dem bekannten Geiger Denes Zsigmondy und der Pianistin Anneliese Nissen 1978 ins Leben gerufen, hat dieses kleine Festival viele große Interpreten der klassischen Musik zu Gast haben dürfen.

Alfred Brendel, Julian v. Karoly, Andras Schiff, Gerhard Lenssen, das Cherubini Quartett, Juliane Banse, Isabelle Faust und viele mehr spielten hier in Tennen und Kirchen, mit großer Freude und zur Begeisterung des zahlreichen Publikums. Wilhelm Kempff gab in Holzhausen 1980 sein letztes Konzert. Mit der 30. Wiederkehr 2008 arrivierte der jetzige künstlerische Leiter, Professor Ingolf Turban, ein Festival, das es in dieser Form noch nicht explizit gab: ein „Raritätenfestival“ für Streicher. Dieses sei zudem die Antwort aus dem Süden der Republik auf das seit vielen Jahren bekannte und hochgeschätzte Festival „Raritäten der Klaviermusik“ im Schloss vor Husum. Auch in Holzhausen ist nun das Programm der Star.

BookletBackCover1Anlässlich des 30jährigen Jubiläums haben wir eine CD zusammengestellt, die Sie bei Konzerten oder der angegebenen Kontakt E-mail-Adresse zum Preis von Euro 15.- erwerben können. Die CD enthält musikalische Höhepunkte der letzten 20 Jahre, das Cover wurde liebevoll von Loriot gestaltet, der im Rahmen der Musiktage den „Karneval der Tiere“ aufführte und die Musiktage stets unterstützte.(Selbstdarstellung anläßlich der Veröffentlichung dieser CD)
Also, geboten wird ein musikalischer Rückblick unter Mitwirkung von Loriot (der das Cover gestaltete)  auf 30 Jahre großartige Festivalgeschichte bei den Holzhauser Musiktagen.

Sie enthält einzigartigen Archivaufnahmen aus diesen 30 Jahren (enthalten sind Aufnahmen von 1986 bis 2007, zumeist privat aufgenommen von Axel Bauer) und einer Neuaufnahme des Beethoven Trios Op.1 Nr.3 entstanden. Festivalleiter Ingolf Turban, Sebastian Hess und Johannes Umbreit waren die Künstler.

Und natürlich möchte ich auch ein wenig über den Gründer dieses Festivals, berichten. Er verstarb im Feburar 2014). Hier ein paar biographische und beeindruckende Notizen aus einem Nachruf im „Münchner Merkur“:

Dénes Zsigmondy ist tot. Der bekannte Geigenvirtuose wurde 91 Jahre alt. Seine letzten Lebensjahre verbrachte der gebürtige Ungar in der Seeresidenz „Alte Post“.

Der hochmusikalische Zsigmondy hatte in Budapest studiert, doch seine eigentliche Karriere begann erst 1944, nachdem er sein Heimatland aus politischen Gründen verlassen hatte. Er wurde zum weltweit gefragten Interpreten klassischer und zeitgenössischer Musik, vor allem in den USA und Japan. Dénes Zsigmondy war auch ein genialer Pädagoge: 1972 folgte er dem Ruf nach Seattle, später lehrte er an den Hochschulen in Mainz und Augsburg. In den siebziger Jahren zog es Zsigmondy ans Ostufer des Starnberger Sees. Hier gründete er 1978 die „Holzhauser Musiktage“, die den Ort in der Musikwelt bekannt machten.

Dénes Zsigmondy hatte Bela Bartok noch persönlich gekannt, für die Einspielungen der Werke des ungarischen Komponisten war Zsigmondy berühmt. Viele Seeshaupter haben das im April 1995 anlässlich der Enthüllung des Mahnmals persönlich erlebt: Als Zeitzeugen aus dem KZ-Zug und aus dem Dorf vor großem Publikum aus ihren Erinnerungen gelesen hatten, holte Zsigmondy einfach seine Violine hervor und spielte Bartok – nichts hätte besser als Abschluss gepasst, als diese schnörkellose Komposition. (Münchner Merkur, 21.02.2014)

Und in einem anderem Rückblick findet man folgende Zeilen:

DénesZsigmondy

Dénes Zsigmondy

„Er war ein Musikbesessener im positiven Sinn“, erinnert sich Verena-Maria Fitz, die ab ihrem 15. Lebensjahr bei Zsigmondy Geigenunterricht bekam. Die heute 31-jährige Violinistin ist inzwischen Mitglied der Bayerischen Staatsoper und spielt auf einem Instrument von Zsigmondy. „Ich habe ihn als einen wahnsinnig energetischen Menschen kennen gelernt. Da war er schon über 70 Jahre alt, aber ein Energiebündel hoch zehn.“ Eigentlich habe sie ihm ihre Karriere zu verdanken, sagt sie. „Er hat mich auf den richtigen Weg gebracht. Und zwar durch seine besondere Herangehensweise. Mit ihm wurde die Musik zum Erlebnis.“

Später nahm die gebürtige Augsburgerin regelmäßig an den Holzhauser Musiktagen teil, die Zsigmondy 1978 ins Leben gerufen hatte und 28 Jahren leitete. „Ich habe nur schöne Erinnerungen an die Atmosphäre im Sommer am See.“ Seine Meisterschüler unterrichtete Zsigmondy 25 Jahre lang in einem romantischen Teepavillon an der Ammerlander Seestraße, von 2003 an fand der Unterricht im alten Schulhaus in Holzhausen statt.

Das Konzept und die Besonderheit der Holzhauser Musiktage begründete Zsigmondy selbst folgendermaßen: „Mir war die Tatsache bewusst, dass nicht jeder ein tolles Talent ist. So habe ich immer versucht, ein bisschen auszugleichen. Wenn jemand kein so großes Geschick hat, aber musikalisch sehr gut ist, dann lobe ich dafür mehr. Etwas strenger bin ich bei denjenigen, von denen ich sehr viel erwartete. Dadurch hat sich nie jemand zurückgesetzt gefühlt.“

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Viele berühmte Menschen waren mit ihm befreundet. Besonders gerne erinnerte sich Denes Zsigmondy an den Pianisten Alfred Brendel und an Vicco von Bülow (Loriot), der nicht nur ein Nachbar von ihm war, sondern auch mit seinem „Karneval der Tiere“ bei den Holzhauser Musiktagen auftrat.

Der Geigenvirtuose Denes Zsigmondy war „ein Genussmensch. Er feierte die Feste, wie sie fielen“, sagt Verena-Maria Fitz. Sein Haus in Ambach sei ein „Sammelsurium eines erfüllten Lebens gewesen“. Das Wichtigste für ihn war, „das Leben in vollen Zügen zu genießen“. (Roswitha Diemer)

Wenn ich anfangs schrieb: „Ein durch und durch sympathisches Projekt sind die „Holzhauser Musiktage“, dann meine ich das nicht nur wegen der hochkarätigen Musik, die dort Jahr für Jahr geboten wird, sondern auch weil ich Projekte dieser Art abseits der großen Kulturmetropolen einfach nur großartigen finde … Auch in der

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Besetzung:
Julian Banse (sopran bei 04. – 10.)
Isabelle Faust (violine bei 11.)
Sebastian Hess (cello bei 15. – 18.)
Nikolai Lugansky (piano bei 12. – 14.)
Anneliese Nissen (piano bei 02.)
Christoph Poppen (violin be 04. – 10.)
Wolfgang Rieger (piano bei 04. – 10.)
Noreen Silver (cello bei 03.)
Phillip Silver (piano bei 03.)
Ingolf Turban (violine bei 15. – 18.)
Johannes Umbreit (piano (bei 15. – 18.)
Jörg Widmann (clarinet bei 04. – 10.)
Denes Zsigmondy (violin bei 01. – 03.)

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Titel:

Johann Sabastian Bach: Sonate Nr 1 In G-Minor, WMV 1001:
01. IV. Presto 4.00 (1995)

Ludwig van Beethoven: Sonatain A-Major For Violin and Piano (Kreutzer) op. 47:
02. III. Finale – Presto 7.03 (1986)

Joseph Haydn: Piano Trio in G-Major, Hob XV: 25
03. III. Rondo all´ongarese: Presto 3.39 (1987)

Jörg Widmann: Sieben Abgesänge auf eine tote Linde:
04. – 10. Sieben Abgesänge auf eine tote Linde 15.38 (1997)

Johannes Brahms: Violin Sonata No. 1 in G-Major, op 78:
11. III. Allegro molto moderato 8.24 (1994)

Sergei Rachmaninov: Etudes Tableaux, op. 33:
12. No. 6 in e-flat minor, Non allegro 1.39
13.  No. 8 in g-minor, Moderato 3.58
14. No. 9 in c-sharp-minor, Grave 2.44 (1989)

Ludwig van Beethoven: Trio Op. Nr. 1 No. 3 in C-Minor:
15. I. Allegro con brio 7.07
16. II. Andante cantible con variazioni 7.31
17. III. Menuetto, Quasi Allegro 3.44
18. IV. Finale. Prestissimo 6.00 (2007)

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Dieses kleine Festival auf dem Lande gibt´s immer noch: Hier die Künstler des Festivals 2018

Moskauer Kammerorchester – Haydn Biber Hummel (1974)

FrontCover1Seit meinen weihnachtlichen Musikexzessen bin ich wieder mal vernarrt in klassische Bläsermusik. Und da kam mir diese LP aus dem Jahr 1974 gerade recht.

Und hier werden gleich drei – eher unbekannte Komponisten (okay, für Haydn gilt das a nicht) entsprechend virtuos gewürdigt.

Als da wären:

Joseph Haydn:

Franz Joseph Haydn (* 31. März oder 1. April 1732 in Rohrau, Niederösterreich; † 31. Mai 1809 in Wien) war ein österreichischer Komponist zur Zeit der Wiener Klassik. Er war Bruder des Komponisten Michael Haydn und des Tenors Johann Evangelist Haydn.

Den größeren Teil seiner beruflichen Laufbahn verbrachte Joseph Haydn als Hofmusiker Haydn.jpgauf dem Landsitz der wohlhabenden ungarischen Familie Esterházy, wo er deren Orchester und Oper leitete. Die Abgeschiedenheit von anderen Komponisten und musikalischen Strömungen beschrieb er mit dem bekannten Zitat: „Ich war von der Welt abgesondert, niemand in meiner Nähe konnte mich an mir selbst irremachen und quälen, und so musste ich original werden.“

1797 vertonte Haydn für den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Franz II. das hierzu bei Lorenz Leopold Haschka ebenfalls vom Hof bestellte Gedicht Gott! erhalte Franz, den Kaiser, Unsern guten Kaiser Franz!. Die Melodie war bis zum Ende der Habsburgermonarchie 1918 die der Österreichischen Kaiserhymnen und fand auch danach noch in der Ersten Republik Anwendung. Im Jahr 1841 wurde ihr das extra hierzu gedichtete Lied der Deutschen von Heinrich Hoffmann von Fallersleben unterlegt, das in dieser Form 1922 die Hymne des damaligen Deutschen Reiches wurde und bis heute mit der dritten Strophe des Hoffmann-Gedichts die Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland ist.

Heinrich Ignaz Franz Biber:
Heinrich Ignaz Franz Biber von Bibern (getauft 12. August 1644 in Wartenberg, Böhmen als Hennericus Pieber; † 3. Mai 1704 in Salzburg als Heinrich Ignaz Franz Biber von Bibern) war ein böhmischer Komponist und berühmter Geiger der Barockzeit.

In vielen seiner Frühwerke benutzte Biber die Skordatur (das Umstimmen einzelner Saiten), um besondere Klangeffekte zu erzielen und um schwierige Griffe in den unteren Biber.jpgLagen sowie auf leeren Saiten zu ermöglichen.

Biber schrieb Messen, zwei Requien, zahlreiche Violinsonaten und Tafelmusiken. Sein monumentalstes Werk schuf er 1682 anlässlich der 1100-Jahr-Feier des Erzstiftes Salzburg, eine Messe mit 53 Stimmen, die Missa Salisburgensis und den Hymnus Plaudite tympana. Diese Messe wurde früher Orazio Benevoli zugeschrieben. In den 1970er Jahren wurde angenommen, auch Bibers Vorgänger Andreas Hofer komme als Schöpfer des Werkes in Frage. Seit 1975 gilt Biber als der Komponist. Der größte Teil seiner geistlichen Werke ist so gut wie unbekannt. Von seinen Opern ist nur Chi la dura la vince erhalten.

Von wenigen Geigern und Komponisten vor seiner Zeit findet man so häufig Doppelgriffe, Dreier- und Viererakkorde wie bei Biber. Er beherrschte, damals selten, das Violinspiel bis in die siebte Lage.

Johann Nepomuk Hummel:
Johann Nepomuk Hummel (* 14. November 1778 in Pressburg; † 17. Oktober 1837 in Weimar) war ein österreichischer Komponist und Pianist.

Hummel veröffentlichte unter anderem sechs Konzerte für Klavier und Orchester, acht Klaviersonaten (darunter zwei zu vier Händen), zahlreiche weitere Kompositionen für Klavier solo sowie Kammermusik; außerdem komponierte er eine Reihe von Opern und Singspielen, Kantaten und Messen. Lediglich Sinfonien fehlen in seinem Werkverzeichnis; wahrscheinlich wollte er sich auf diesem Gebiet nicht mit Ludwig van Beethoven vergleichen.

Unter Hummels Werken für Klavier solo übten besonders die Fantasie Es-Dur op. 18 und die Sonate fis-Moll op. 81 großen Einfluss auf die Zeitgenossen aus, zum Beispiel auf Franz Schubert und Felix Mendelssohn Bartholdy. Hummels Einfluss ist auch in den frühen Werken Frédéric Chopins und Robert Schumanns deutlich erkennbar. Unter seinen kammermusikalischen Werken ist das Septett d-Moll für Klavier, Flöte, Oboe, Horn, Bratsche, Violoncello und Kontrabass op. 74 bemerkenswert, ebenso das Quintett Es-Dur/es-Moll für Klavier, Geige, Bratsche, Violoncello und Kontrabass op. 87, das die Besetzung von Schuberts Forellenquintett vorwegnimmt.

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Von unverminderter Bedeutung ist das Konzert Es-Dur (eigentlich E-Dur) für Trompete und Orchester, dessen erster Satz heute ein Standardwerk für Aufnahmeprüfungen und Orchestervorspiele ist (WoO 1 von 1803).

Hummels Musik repräsentiert den Übergang von der klassischen zur romantischen Ära. Dies lässt sich gut an seinen Kompositionen für Flöte verfolgen: Die frühen Werke ähneln denen seines Lehrers Mozart, die mittleren sind frühromantisch. Das Spätwerk ist hochromantisch in virtuoser Prägung. (Alle biographischen Angaben: wikipedia)

Die hier vorliegende Aufnahme ist eine Gemeinschaftsproduktion zwischen dem DDR Eterna Label und dem Мелодия (Melodia) Label aus der damaligen UdSSR.

Solist ist der russische Trompeter Timofej Dokschizer

Timofei Alexandrowitsch Dokschizer (* 13. Dezember 1921 in Neschin, Gouvernement Tschernigow, Ukrainische SSR; † 16. März 2005 in Vilnius, Litauen) war russisch-sowjetischer Trompeter, Dirigent und Komponist ukrainischer Herkunft.

Der 1921 geborene Musiker war Sohn eines musikalischen Autodidakten, wurde 1931 als Zögling in ein Armee-Blasorchester aufgenommen und lernte seit 1933 an der Glasunow-Musikschule bei Anton Wassilewski, dem damaligen Solotrompeter des Bolschoi-Theaters. Ab 1935 unterrichtete ihn dann der Nachfolger Wassilewkis Michail Tabakow, erst an der Zentralmusikschule in Moskau, später dann an der Gnessin-Musikakademie. Wichtig für Dokschizers Entwicklung war die Begegnung mit dem Komponisten Wladimir Peskin, der für ihn ab 1937 eine Reihe von Werken von damals präzedenzloser Schwierigkeit schrieb. Von 1941 und bis 1987 war Timofei Dokschizer Solotrompeter des Bolschoi-Orchesters. 1952 besuchte er die Dirigentenklasse des Moskauer Konservatoriums und legte 1957 dort seine Prüfung als Orchesterleiter bei Ginsburg ab.

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Im Laufe seines Lebens schuf Dokschizer über 80 musikalische Transkriptionen und Stücke für Trompete. In seinem Heimatort in der Ukraine trägt eine Musikschule den Namen des Musikers. Neben seinem umfangreichen Repertoire, das, nach Meinung einiger Experten, praktisch alles umfasste, was es für Trompeten gab, arbeitete er 25 Jahre als Professor am staatlichen musikpädagogischen Institut.

Im Alter von 17 Jahren gewann er den sowjetischen Unionswettbewerb, sowie einen internationalen Wettbewerb in Prag im Jahre 1947. (Quelle: wikipedia)

Und es spielte das Moskauer Kammerorchester unter der Leitung von Rudolf Barshai:

Rudolf Borissowitsch Barschai (* 28. September 1924 in der Staniza Labinskaja, RSFSR; † 2. November 2010 in Basel) war ein russischer Dirigent und Violaspieler.

Barschai studierte zunächst Geige, dann Bratsche am Moskauer Konservatorium bei den Professoren Lew Zeitlin und Wadim Borissowski. Bei Dmitri Schostakowitsch erhielt er Kompositionsunterricht und musizierte zusammen mit ihm. Bei Ilja Musin studierte er Theorie und Praxis des Dirigierens.

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Als Bratschist konzertierte Barschai sowohl als Solist als auch zusammen mit Swjatoslaw Richter und David Oistrach, zusammen mit Mstislaw Rostropowitsch und Leonid Kogan bildete er ein Trio. Barschai gewann zahlreiche sowjetische und internationale Wettbewerbe.

1945 war Barshai Gründungsmitglied des Borodin-Quartetts, welches er 1953 wieder verließ.

Unter dem Eindruck der Konzerte des Kammerorchesters Wilhelm Stross, das 1955 im Zuge des historischen Staatsbesuchs von Konrad Adenauer als erstes Orchesterensemble nach dem Krieg in der Sowjetunion auftrat, und dort Triumphe feierte, gründete Barshai das Moskauer Kammerorchester, das wie das Stross’sche Orchester „im Stehen“ spielte. Er blieb dessen Dirigent und Leiter bis zu seiner Emigration nach Israel 1977. Dort war er Leiter des Israeli Chamber Orchestra, danach Dirigent des Bournemouth Symphony Orchestra (1982–1986). Seither lebte er in der Schweiz. Barshai dirigierte viele namhafte Orchester, unter ihnen das Vancouver Symphony Orchestra, Vancouver, das London Symphony Orchestra, das Royal Philharmonic Orchestra, das WDR Sinfonieorchester Köln, das Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken, Orchester in Stuttgart, Houston, Miami, Cincinnati und viele andere.

Barschai wurde berühmt als Interpret und durch seine Transkriptionen der Musik von Dmitri Schostakowitsch und Sergei Prokofjew ebenso wie durch seine Dirigate der Musik von Gustav Mahler und Schostakowitsch. Viele seiner Aufnahmen gewannen internationale Preise. Mit der vom Komponisten autorisierten Instrumentierung des 8. Streichquartetts von Schostakowitsch für Kammerorchester schrieb er Musikgeschichte. Das Stück wurde vom Komponisten als Opus 110a in sein Werkverzeichnis aufgenommen.

In seinen letzten Lebensjahren lebte Barschai mit seiner vierten Ehefrau Helena in Ramlinsburg in der Schweiz, wo er auch bestattet wurde. (Quelle: wikipedia)

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Dieses Album erschien in den USA, auch als MC

So, das war jetzt viel biographisches Material, aber mir bleibt es wichtig, die ausführenden Künstler aber auch die Komponisten hier ein wenig vorzustellen.

Aber nun zur Musik: Virtuos und häufig furios gespielte Trompetenmusik der Klassik … und ich kann mich gar nicht entscheiden, ob ich da einen Favoriten hätte.

Und wie in anderen Bereichen der Musik kann man hier hören, dass auch unbekanntere Komponisten der Klassik zuweilen sensationelles zustande gebracht haben. Wer´s nicht glaubt … der solle hören !

Tja, die Trompete: da gibt es eben nicht nur den Miles Davis oder den Till Brönner … es gibt eben auch diesen Timofej Dokschizer, den ja nicht nur ich als Meister seines Fachs bezeichne.

Kurz und bündig: Ein phantastisches Album !

Und dann mag ich noch auf den Hüllentext verweisen, der wieder mal sehr kenntnisreich in die Musik und ihre Hintergründe einführt. So lob´ ich mir das  !

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Alternative Frontcover

Besetzung:
Moskauer Kammerorchester unter der Leitung von Rudolf Barshai
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Timofej Dokschizer (trumpet)

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Titel:

Joseph Haydn: Konzert Es-Dur HOB VII E:1 Für Trompete und Orchester:
01. Allegro 5.49
02. Andante 3.56
03. Finale – Allegro 5.41

Heinrich Ignaz Franz Biber: Sonate B-Dur für sechs Stimmen:
04. Allegro (Adagio)- Allegro (Tempo Ordinario) 6.31.

Johann Nepomuk Hummel: Konzert Es-Dur für Trompete und Orchester:
05. Allegro Con Spirito 9.13
06. Andante – Rondo 9.05

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Joseph Haydn – Symphonie Nr 94 G-Dur („Mit dem Paukenschlag“) (Wiener Philharmoniker Josef Krips) (1957)

FrontCover1Ein weiteres Beispiel für die allseits beliebte Edition „Berühmte Künstler – Unsterbliche Musik von Decca Schallplatten aus den 50er Jahren.

Diesmal wird Joseph Haydn mit seiner Symphonie Nr. 94 G-Dur vorgestellt, die auch den Untertitel „Mit dem Paukenschlag“ trägt.

Und hier der Versuch einer musikhistorischen Betrachtung:

Die Sinfonie Nr. 94 G-Dur komponierte Joseph Haydn im Jahr 1791. Das Werk entstand im Rahmen der ersten Londoner Reise, wurde am 23. März 1792 uraufgeführt und trägt den Titel mit dem Paukenschlag bzw. Surprise (englisch: Überraschung). Insbesondere der langsame Satz zählt zu den bekanntesten Werken Haydns.

Zu allgemeinen Angaben bezüglich der Londoner Sinfonien vgl. die Sinfonie Nr. 93. Der deutsche Titel mit dem Paukenschlag bezieht sich auf einen unerwarteten Fortissimoschlag im zweiten Satz. Er ist insofern „etwas unpräzise“, da sich neben den Pauken auch alle anderen Instrumente an dem entsprechenden Schlag beteiligen. In England wurde die Sinfonie mit dem Titel „The Surprise“ (Die Überraschung) bekannt, wobei dieser Titel vermutlich auf den Flötisten Andrew Ashe zurückgeht.

Die beiden zeitgenössischen Haydn-Biographen, Georg August Griesinger und Albert Christoph Dies, berichten in verschiedener Weise zum Hintergrund des Andante:

„Ich fragte Haydn einst im Scherz, ob es wahr wäre, dass er das Andante mit dem Paukenschlag komponiert habe, um die in seinem Konzert eingeschlafenen Engländer zu wecken? „Nein“, erhielt ich zur Antwort, „sondern es war mir daran gelegen, das Publikum durch etwas Neues zu überraschen und auf eine brillante Art zu debütieren, um mir nicht den Rang von Pleyel ablaufen zu lassen, der zur nämlichen Zeit bey einem Orchester in London angestellt war.“

Haydn „Haydn machte mit Verdruß die Bemerkung, daß selbst im zweiten Akt [der Konzerte] der Gott des Schlafs seine Flügel über die Versammlung ausgebreitet hielt. Er sah das für eine Beschimpfung seiner Muse an, gelobte, dieselbe zu rächen, und komponierte zu diesem Endzwecke eine Symphonie, in welcher er da, wo es am wenigsten erwartet wird, im Andante, das leiseste Piano mit dem Fortissimo im Kontrast brachte. Um die Wirkung so überraschend als möglich zu machen, begleitete er das Fortissimo mit Pauken. (…) Haydn hatte die Paukenschläger vorzüglich gebeten, dicke Stöcke zu nehmen und recht unbarmherzig dreinzuschlagen. Diese entsprachen auch völlig seiner Erwartung. Der urplötzliche Donner des ganzen Orchesters schreckte die Schlafenden auf, alle wurden wach und sahen einander mit verstörten und verwunderten Mienen an. (…) Da aber während dem Andante ein empfindsames Fräulein von der überraschenden Wirkung der Musik hingerissen, derselben nicht hinlängliche Nervenkräfte entgegenstellen konnte, deswegen in eine Ohnmacht viel und an die frische Luft geführt werden mußte, so benützten einige diesen Vorfall als Stoff zum Tadel und sagten, Haydn habe bisher immer auf eine galante Art überrascht, doch dieses Mal sei er sehr grob gewesen. Haydn bekümmerte sich wenig um den Tadel; sein Endzweck, gehört zu werden, war vollkommen und selbst für die Zukunft erreicht.

Die große Bekanntheit der Sinfonie beruht in erster Linie auf dem zweiten Satz. Dieser war auch für sich in zahlreichen Instrumentierungen und Bearbeitungen verbreitet, von denen die meisten noch in den ersten Jahren nach der Uraufführung entstanden. U. a. handelt es sich dabei um Textierungen der Hauptmelodie und z. T. auch einiger Variationen in verschiedenen Sprachen. Eine der frühesten Bearbeitung für Klavier und Gesang ist in englisch und italienisch mit den Texten Hither com ye blooming fair bzw. Per compenso offir non sò. Das Menuett wurde 1811 als Teil eines Quodlibets unter dem Namen Rochus Pumpernickl in Bonn veröffentlicht. Hier ist die Melodie verändert und mit einem fremden Trio zusammengestellt worden. Auch Haydn selbst hat den Satz bearbeitet: In der Arie seines 1801 komponierten Oratoriums Die Jahreszeiten lässt er den Ackermann die Melodie dieses Satzes bei der Arbeit auf dem Felde flöten.

Unklar ist, ob Haydn die Melodie des Andante vollständig selbst komponiert oder ganz bzw. teilweise aus einem Volkslied übernommen hat. Ein Kandidat dafür ist bspw. das österreichische Lied Geh im Gässle auf und n’unter. Einerseits eignet sich die Melodie ihren einfachen Intervallen und wiederholten Tönen gut zum Vortrag eines Textes, andererseits sprechen aber gerade die vielen Textierungen gegen die Existenz eines allgemein bekannten Liedes.

NotenIn der ersten Fassung des zweiten Satzes war der namensgebende Paukenschlag nicht vorgesehen. Nachdem allerdings gemäß den zeitgenössischen Zeitungsberichten der Paukenschlag bei der ersten Aufführung eine große Wirkung erzielte, muss Haydn ihn schon vorher angebracht und den zweiten Satz aus dem Autograph entfernt haben. Die betreffende Seite ist im enthaltenen Fragment auch durchgestrichen, aber die geänderte Fassung in der Eigenschrift des Komponisten ist bis heute nicht aufgefunden worden.

Beispiele für Aussagen zur Sinfonie Nr. 94:

„Die Symphonie […] weist […] eine einfache und klare tonale Struktur auf. Von ihren vier Sätzen stehen drei in der Haupttonart, G-Dur. Die Einfachheit geht so weit, dass selbst die Einleitung zum ersten Satz und das Trio des Menuetts in G-Dur geschrieben sind. Allein für den zweiten […] Satz wählte Haydn eine andere Tonart, nämlich die Subdominant-Tonart C-Dur, und dieser Satz ist auch der einzige, in dem ein längerer Moll-Abschnitt vorkommt. Im ganzen Werk werden also tonale Spannungen geradezu vermieden.“ (Marie Louise Martinez-Göllner)

„Insgesamt ist die Sinfonie Nr. 94 zwar nicht übermäßig komplex, aber doch auch weniger leicht zu durchschauen, als dies der Beiname suggeriert, der nicht wenige Interpreten dazu bewog, sich allein dem Überraschungseffekt des Paukenschlags zuzuwenden. Die im Vergleich zu den früher angeführten „Londoner Sinfonien“ schwerere Verständlichkeit der Nr. 94 dürfte auch der Grund sein, warum Haydn die schon 1791 komponierte Sinfonie zunächst zurückhielt und erst 1792 als fünfte Sinfonie der Serie aufführen ließ.“ (Michael Walter)

„[Die Sinfonie] hat im Laufe der Haydn-Rezeptionsgeschichte eine für ein tieferes Verständnis dieses Werkes geradezu ruinöse Popularität erlangt: Die ‚Paukenschlag‘-Symphonie nimmt im gängigen Haydn-Repertoire etwa dieselbe Stelle ein wie ‚Eine kleine Nachtmusik‘ im Mozart- oder die ‚Schicksalssymphonie‘ im Beethoven-Repertoire.“  (nformationstext zur Aufführung der Sinfonie Nr. 94 am 2. Oktober 2010 der Haydn-Festspiele-Eisenstadt)

Nun, soweit so gut.

Eingespielt wurde dieses 10″ Album von den sicherlich schon damals angesehenen Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Josef Krips.

Und auch über diesen Josef Krips mag ich ein wenig informieren:

Josef Alois Krips (* 8. April 1902 in Wien; † 13. Oktober 1974 in Genf) war ein österreichischer Dirigent.

Krips war ein Schüler von Eusebius Mandyczewski und Felix Weingartner. Von 1921 bis 1924 wirkte er zunächst als Korrepetitor und Weingartners Assistent, später als Chorleiter und Dirigent an der Wiener Volksoper. Nach einjährigen Engagements als Opernchef in Aussig und erster Kapellmeister in Dortmund wurde er 1926 zum Hofkapellmeister an der Badischen Hofkapelle Karlsruhe und kurze Zeit später zum damals jüngsten Generalmusikdirektor Deutschlands ernannt. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 kehrte er als Dirigent nach Wien zurück und wurde 1935 auch Professor an der Wiener Akademie.

AutogrammkarteKripsNach dem Anschluss Österreichs an Deutschland 1938 zog Krips nach Belgrad, wo er ein Jahr als Gastdirigent arbeitete. 1939 ging er nach Wien zurück, erhielt aber wegen der jüdischen Herkunft seines Vaters Berufsverbot. Nach einem kurzen Engagement in Budapest arbeitete er heimlich als Korrepetitor und gab Privatstunden, 1943 erhielt er durch einen Freund eine Stelle in einer Lebensmittelfirma und wurde daher nicht zur Wehrmacht eingezogen.

Nach dem Krieg war Krips der einzige österreichische Dirigent, der als unbelastet galt und sofort wieder arbeiten durfte. So wurde Krips zu einem der meistgefragten Dirigenten. Er war der Erste, der nach dem Zweiten Weltkrieg die Wiener Philharmoniker leitete, und dirigierte bei den ersten Salzburger Festspielen der Nachkriegszeit. In den Jahren 1946 und 1947 leitete er das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker.

Von 1950 bis 1954 war Josef Krips Chefdirigent des London Symphony Orchestra, anschließend, in gleicher Funktion, neun Jahre Leiter des Buffalo Philharmonic Orchestra in New York sowie, von 1963 bis 1970, Chef des San Francisco Symphony Orchestra. Seine letzte Stelle trat er 1970 an, als er Dirigent der Deutschen Oper Berlin wurde. Von 1970 bis 1973 war er Hauptdirigent der Wiener Symphoniker. Als erster österreichischer Dirigent unternahm er eine Tournee durch die Sowjetunion. Krips’ letzter großer Erfolg, Anfang 1974, war eine Neuinszenierung von Così fan tutte an der Grand Opéra Paris.

Eine große Zahl der Aufnahmen von Krips ist immer noch beliebt, beispielsweise die Sinfonien von Beethoven mit dem London Symphony Orchestra, die 1960 aufgenommen wurden und in den 1990er Jahren auf CD erschienen. Bekannt sind auch seine Interpretationen von Mozart-Opern wie Don Giovanni oder Die Entführung aus dem Serail. Mit dem Amsterdamer Concertgebouw-Orchester nahm er 1972–1974 einen acht Langspielplatten umfassenden Zyklus von Mozarts späten 20 Sinfonien auf.

Krips war drei Mal verheiratet: In erster Ehe (1925) mit Maria Heller († 1930) aus Aussig, in zweiter (1947) mit Maria(nne) (Mitzi) Weinlinger geborener Willheim (* 1897, † 9. April 1969), in dritter (9. Oktober 1969) mit Harrietta Procházka (* 1938)

Josef Krips wurde auf dem Neustifter Friedhof in einem Ehrengrab bestattet (Gruppe 16, Reihe 4, Nummer 30). 1988 wurde die Kripsgasse in Wien-Liesing nach ihm benannt. (Quelle: wikipedia)

Anzumerken gilt es noch, dass die Klangfülle dieser Aufnahme schon recht beeindruckend ist und dass diese Symphonie wahrlich seine eindrucksvollen Momente hat.

JosefKrips

Besetzung:
Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Josef Krips

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Titel:
01. Satz 1: Adagio cantabile – Vivace assai 6.44
02. Satz 2: Andante 6.11
03. Satz 3: Menuett (Allegro molto) 5.10
04. Satz 4: Finale (Allegro molto) 3.54

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Weihnachten 2018 (03): Verschiedene Interpreten – Gloria In Excelsis Deo (1966)

FrontCover1.JPGEigentlich nur ne halbe Weihnachts-LP, denn nicht alle dieser Kompositionen wurden explizit für das Weihnachtsfest komponiert. Auch sog. „Krönungsmessen“ waren Anlass für die kompositionen.
Aber wir hören diverse „Gloria“ Kompositionen von namhaften Komponisten der klassischen Musik.

Es gibt wahrlich berufenere Geister, die sich über die Qualität dieser Kompositionen und die jeweiligen, hier zu hörenden Interpretationen äußern können.

Aber zumindest die Aufführungen des Münchener Bach-Chor und des Münchener Bach-Orchester unter der Leitung von Karl Richter) scheinen mir zeitlose Referenzaufnahmen zu sein.

Aber allen Aufnahme sind in ihrer Wirkung wuchtig, vehement und fulminant … selten hat man so geballt die Kraft klassischer Chöre zu hören und zu spüren bekommen.

Da kann man dann schon mal ne Gänsehaut bekommen.

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Titel:

Münchener Bach-Chor, Münchener Bach-Orchester (Ltg.: Karl Richter):
01. Gloria – Chor Nr. 4 aus der Messe in h-Moll, BWW 232 (Bach) 6.51
02. Denn die Herrlichkeit Gottes des Herrn – Chor Nr. 3 aus „Der Messias“ (Händel) 3.21
03. Ehre Sei Dir, Gott – Chor Nr. 43 aus dem Weihnachts-Oratorium, BWW 248 (Bach) 6.50

Chor und Sinfonie-Orchester Des Bayerischen Rundfunks (Ltg.: Eugen Jochum):
04. Gloria – Chor aus der Missa Sanctae Caeciliae (Cäcilien-Messe) (Haydn) 2.51

Maria Stader, Oralia Dominguez, Ernst Haefliger, Michael Roux, Choeurs Elisabeth Brasseur, Orchestre Des Concerts Lamoureux (Ltg.: Igor Markevitch):
05. Gloria – Chor aus der Messe Nr. 14 C-Dur, KV 317 „Krönungsmesse“ (Mozart) 4.03

Karl Kohn, Chor und Sinfonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks (Ltg.:  Rafael Kubelik):
06. Gloria – Chor aus der Messe in tempore bell – „Paukenmesse“ (Haydn) 10.42

Szecsődy Irén, Tiszay Magda, József Simándy, András Faragó, Chor und Orchester der Krönungskirche Budapest (Ltg.: János Ferencsik):
07. Gloria – Chor aus der Ungarischen Krönungsmesse (Liszt) 7.21

Maria Stader, Claudia Hellmann, Ernst Haefliger, Kim Borg, Chor und Sinfonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks (Ltg.: Eugen Jochum Gloria):
08. Chor aus der Messe Nr. 3 f-mollac (Bruckner)

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