Das Heide-Männerquartett – Auf der Lüneburger Heide – Lieder von Hermann Löns) (1961)

FrontCover1.jpgAlso, über das Heide-Männerquartett ist mir nichts bekannt … mehr bekannt ist natürlich über den Schriftsteller Hermann Löns:

Hermann Löns (* 29. August 1866 in Culm, Westpreußen; † 26. September 1914 bei Loivre in der Nähe von Reims, Frankreich) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Schon zu Lebzeiten wurde Löns, dessen Landschaftsideal die Heide war, als Jäger, Natur- und Heimatdichter sowie als Naturforscher und -schützer zum Mythos.

Hermann Löns gilt als Heide-Dichter und Heimatschriftsteller. Er selbst war Stadtmensch und Intellektueller. Als Reaktion auf die aufkommende Verstädterung zu Beginn des industriellen Massenzeitalters hing sein Herz am kargen Sandboden der Heide und ihren Bauern. Er wohnte wochenlang in seiner Jagdhütte im Westenholzer Bruch. Von dort ging er auf die Pirsch in Wald, Heide und Moor und verfasste mehrere seiner Werke. Unter anderem In der Jagdbude aus Mein grünes Buch oder Der Porst aus Mein buntes Buch. Viele Werke beinhalten Tier- und Jagdgeschichten sowie Landschaftsschilderungen. Seine Prosa ist von Natureindrücken geprägt. Dass die Jäger zu Hegern wurden, wird auf die Aktivitäten des passionierten Jägers Hermann Löns zurückgeführt. Seinen Schriften kann man entnehmen, dass ihm lebende Wildtiere

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Herman Löns, ca. 1900

wichtiger waren als die tote Jagdbeute. Löns setzte sich 1911 für die Gründung des Naturparks Lüneburger Heide ein, des ersten deutschen Naturparks.

Heute gründet sich der Fremdenverkehr in der Lüneburger Heide auch auf den Mythos Hermann Löns. Nach seinem Tod war Löns nicht vergessen: Seine Natur- und Tiergeschichten wurden gelesen, seine Lieder wurden gesungen, einige Gedichte auswendig gelernt, Jäger, Naturschützer und Wanderfreunde verehrten ihn. Er war ein früher Verfechter des Naturschutzes und war so Wegbereiter des heutigen Umweltschutzes.

Einzelne seiner Werke wurden auch für das Kino adaptiert. Der Heimatfilm Rot ist die Liebe (1956) ist eine Verfilmung seines erfolgreichen Romans Das zweite Gesicht. Die Hauptfigur in dem melodramatischen Film, ein Poet und Schriftsteller, weist autobiographische Züge von Löns auf. In der Filmhandlung ist die Hauptfigur zwischen Ehefrau und früherer Freundin hin- und hergerissen und zieht sich in seine Hütte in der Heide zurück.

Der sehr populär gewordene Kinofilm Grün ist die Heide (1951), ebenfalls aus dem Heimatfilmgenre, beruht auf Motiven von Hermann Löns. Weitere Verfilmungen unter diesem Titel, die auch in der Lüneburger Heide spielen, gab es 1932 und 1972. Besondere Bekanntheit erlangten seine vertonten Gedichte, die später als Heidelieder beinahe den Status von Volksliedern erlangten, so wie das Abendlied (Rose Marie)[7] mit der Melodie von Fritz Jöde. (Quelle: wikipedia)

Ergänzend sei darauf hingewiesen, dass Hermann Löns seinen Tod im I. Weltkrieg fand und das nur, weil er auf Teufel komm raus, unbedingt an diesem Krieg teilnehmen wollte, obwohl als als damals 48jähriger und bar jeder militärischen Ausbildung eigentlich völlig ungeeignet war. Und da hält sich dann mein Mitleid in Grenzen.

HermannLöns

Über diesen Gesangsverein ist nichts bekannt, aber der Chorleiter Willy Sommerfeld scheint jener Sommerfeld zu sein, der sich nicht nur 1933 weigerte, den Hitlergruß zu zeigen, sondern der sich als deutscher Stummfilm-Pianist einen Namen gemacht hat:

Willy Sommerfeld (* 11. Mai 1904 in Danzig; † 19. Dezember 2007 in Berlin) war ein bis zu seinem Tod im Alter von 103 Jahren aktiver deutscher Stummfilm-Pianist.

Willy Sommerfeld kam schon sehr jung mit der Musik in Kontakt: Im Alter von drei Jahren erkrankte er so schwer, dass ihn der Arzt schon aufgegeben hatte. Ein Freund seiner Schwester spielte ihm damals täglich auf seiner Zither etwas vor. Als Willy Sommerfeld dann unerwarteterweise doch noch gesund wurde, hatte er den Wunsch, Musiker zu werden.

Sein erstes Instrument war eine Geige, wobei ihm aber die Töne nicht vielfältig genug waren. Schließlich lernte er Klavier spielen.

Im jungen Erwachsenenalter machte er dann in seiner Geburtsstadt Danzig eine Ausbildung zum Musiklehrer, anschließend begab er sich Anfang der 1920er Jahre nach Berlin. Dort absolvierte er ein Studium der Komposition am Stern’schen Konservatorium.

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Willy Sommerfeld (40er Jahre)

Während jener Zeit verdiente er sich Geld in einem Stummfilm-Kino, wo er zunächst seinen Professor vom Konservatorium, der dort Klavier spielte, auf der Geige begleitete. Da sich der Kinobesitzer aber nicht zwei Musiker gleichzeitig leisten konnte, übernahm schließlich Willy Sommerfeld allein die Filmbegleitung auf dem Klavier. Zu den Filmen spielte er dann rein intuitiv und nicht nach Noten. Laut eigener Aussage schießen ihm die Bilder, die er auf der Leinwand sieht, ins Gehirn, und von dort aus in seine Hände. Da er sehr klein ist, geht das sehr schnell. (Zitat) Damals traf er auch auf viele Schauspieler, er lernte aber nur sehr wenige von ihnen kennen.

Ende der 1920er Jahre übernahm er bei einem Musikverlag in Braunschweig die Stelle eines Lektors. Nach Feierabend begleitete er dann auch dort Filme in den Braunschweiger Kinos.

Anfang der 1930er Jahre wechselt er an das Braunschweiger Staatstheater; zu Beginn hatte er dort die Stelle des Kapellmeisters inne, später arbeitete er sich nach oben, bis er sogar das Orchester dirigierte. Als er sich 1933 nach einer Vorstellung weigerte, den Hitlergruß zu zeigen, wurde er entlassen.

Um 1933 suchte der Regisseur Helmut Käutner einen Pianisten für seine Kabarett-Gruppe Vier Nachrichter. Willy Sommerfeld ging schließlich mit dieser Gruppe auf Deutschlandtournee, bis sie von den Nationalsozialisten verboten wurde.

Anschließend kehrte er nach Berlin zurück. Die darauffolgenden drei Jahrzehnte arbeitete er dann als Komponist und Dirigent, musikalischer Leiter, Hörspiel- und Dokumentarfilmvertoner, Theatermusikschreiber und Musiktherapeut.

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Willy Sommerfeld bei der Arbeit

Zu Beginn der 1970er Jahre traf er einen Kollegen, der im Berliner Kino Arsenal Stummfilme begleitete. Obwohl sich Willy Sommerfeld damals gerade auf den Ruhestand vorbereitete, sprang er für ihn ein und setzte diese Auftritte danach regelmäßig bis ins zweite Halbjahr 2007 fort. Er spielte ohne Noten und erklärte, er wolle vor einer Vorstellung nur wissen, ob der Film lustig oder traurig sei. (Quelle: wikipedia)

Und auf dieser EP (veröffentlicht von dem „Club“ der Europäischen Musikgemeinschaft, Stuttgart) hören wir also nun  – frei nach dem Motto – mein lieber Herr Gesangsverein … deutsche Heimatlieder, verfasst von diesem Heimatdichter, der wahrlich besseres zu tun gehabt hätte, als in den Schützengräben Frankreichs zu verrecken.

Hermann Löns Statue Walsrode

Eine Hermann Löns Statue in Walsrode

Besetzung:
Das Heide-Männerquartett
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Orchester und Chort unter der Leitung von Willy Sommerfeld

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Titel:
01. Heiß ist die Liebe (Löns/Traditional) 1.37
02. Ich bin ein freier Wildbrettschütz (Löns/Traditional) 3-42
03. Rosemarie (Löns/Jöde) 2.36
04. Auf der Lüneburger Heide (Löns/Licht) 2.39

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