Mario Hené – Lieber allein, als gemeinsam einsam (1977)

FrontCover1Mario Hené (* 8. Februar 1954 in Berlin-Charlottenburg) ist ein deutscher Liedermacher. Hené wuchs mit seinem Bruder Piet bei seiner Mutter Hilde im Märkischen Viertel in West-Berlin auf. Sein Vater starb, als Mario drei Jahre alt war. Im Alter von zwölf Jahren fing Hené an, Gitarre zu spielen. Neben klassischen Stücken lernte er auch das Fingerpicking der Folkmusiker. Diese Stilmischung prägt die Musik von Mario Hené. 1971 begann Hené eine Lehre als Orgelbauer in Landshut, brach diese aber vorzeitig ab. Stattdessen sang er Blues- und Folksongs in Berliner Kneipen und spielte nebenbei auch in der Band Sanatorium. 1977 erscheint sein Debütalbum „Lieber allein als gemeinsam einsam“, dem bis 1990 sieben weitere Alben folgen. Von Ende der 1990er Jahre bis 2012 trat Hené zusammen mit Jürgen von der Lippe auf. Gemeinsam veröffentlichten sie verschiedene CDs. MarioHené01Seit 2006 war Hené mit dem Programm „Leise ist laut genug“ in Deutschland auf Solotour. Unter gleichem Namen erschien 2012 nach 20 Jahren Pause erstmals wieder ein neues Soloalbum. (Quelle: wikipedia) Hier nun sein Debütalbum aus jenen buten 70er Jahren, wo sich aus zunehmend Männer getrauten, ihre sensiblen Seiten zu zeigen (auch wenn das damals von der frauenbewegten Latzhosen-Fraktion sehr kritisch beäugt wurde) Allein der Blick auf die Titel seine Lieder weisen schon darauf hin: „Wie ein Baum im Herbstwind“, „Der Weg nach nirgendwo“, „Der Wind hat mir ein Märchen erzählt“ oder „Lied vom Steppenwolf“. Und schon wieder so ne LP, die ich damals – also 1977 – kaum beachtet hätte, die mich heute aber hellauf begeistert. Und so erinnert sich Mario Hené an dieses Album: „Das Debüt-Album „Lieber allein als gemeinsam einsam“ erscheint, arrangiert von John O’Brien Docker. Mit seinen poetischen Texten und der verträumt melancholischen Instrumentierung wird das Album auf Anhieb zum Erfolg. (Die Textzeilen des Titelsongs werden zum geflügelten Wort und sind auch 25 Jahre später noch häufig in Kontaktanzeigen zu lesen…)

Bevor es jedoch soweit war, musste Mario sich noch einmal live bewähren: Auf der Präsentation des Plattenlabels NATURE im Hamburger LOGO musste er „den Pausenclown machen“. Irgendwann im Laufe dieses Abends sagte man ihm schließlich, dass er jetzt einen Plattenvertrag bekomme.“ MarioHené02Später schreibt er dann noch über dieses Album, dass es wohl auch von Selbstmitleid geprägt war … aber, wenn man quasi vaterlos aufwächst, dann ist eine solche Phase durchaus notwendig. Besser eine solche Phase durchleben, als z.B. die Schmerzen der Kindheit zu verleugnen und zu verdrängen. Auf jedenfall findet man au diesem Album eine Flut von nachdenkenswerten Texten und dies gepaart mit einer Musik, die treffsicher und traumhaft schön ist (da hat wohl auch der alte Studiohase Peter Weihe einen großen Anteil daran, Bassist Dieter Horns dürfte einigen als Mitglied von „Lucifer´s Friends“ bekannt sein). Ein Namen, den man sich wirklich merken sollte, zumal dieser Mario Hené im Laufe der Jahre sehr unterschiedliche musikalische Projekte angegangen ist. Ein völlig anderer Hené zeigt sich dann, als er als musikalischer Partner von Jürgen von der Lippe unterwegs war (man glaubt es kaum). Hier empfehle ich mal dieses Video. Wie auch immer: Die Empfehlung des Monats !

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Mit Alexis Korner

Besetzung:
John O’Brien Docker (guitar)
Peter Franken (drums)
Mario Hené (vocals, guitar)
Dieter Horns (bass)
Bob Lanese (trumpet)
Manfred Sperling (percussion)
Peter Weihe (guitar)

BackCover1Titel:
01. Wie ein Baum im Herbstwind 2.34
02. Du stehst am Fenster 3.41
03. Der Weg nach nirgendwo 3.20
04. Der Wind hat mir ein Märchen erzählt 3.11
05. Gestern, heute und morgen 4.55
06. Ein Leben lang 3.07
07. Vielleicht 4.46
08. Ich brauche dich 3.47
09. Zeit(t)räume 3.50
10. Lieber allein, als gemeinsam einsam 3.10
11. Lied vom Steppenwolf 5.15

Musik und Texte: Mario HenéLabelB1

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Bis heute aktiv: Mario Hené