Hans Henkemans – Klavierkonzert Nr. 24 + Klavierkonzert Nr. 19 (Mozart) (1966)

FrontCover1Der niederländische Pianist Hans Henkemans ist scheinbar in deutschen Landen nicht mehr sonderlich bekannt. Das ist eigentlich umso überraschender, spielte er doch in der klassischen Musikszene der 50er und 60er Jahre in Deutschland eine durchaus beachtliche Rolle.

Nur gut, dass damals wie heute die Plattenhülle bei klassischen Werken meistens mit Informationen nicht geizen:

„Der vor allem als Mozart- und Debussy-Spieler international geschätzte Hans Henkemanns wurde am 23. Dezember 1913 in Den Haag geboren. Obwohl er schon als Knabe ein tüchtiger Klavierspieler war, beschloß er, nach Ablegung der Reifeprüfung Medizin zu studieren. Außerdem aber absolvierte er von seinem 19. bis zu seinem 24. Lebensjahr Kompositionskurse bei dem niederländischem Komponisten Willem Pijper. Im selben Jahr, in dem Henkemans eine Wette gewann, die sämtlichen 73 Klavierwerke von Debussy, innerhalb eines halben Jahres auswendig zu beherrschen, bestand er den ersten Teil seiner medizinischer Abschlußprüfungen. Kurz zuvor hatte er in einem Studentenkonzert sei eigenes erstes Klavierkonzert zur Aufführung gebracht.

HansHenkemans2Als 1936 sein zweites Klavierkonzert vor der Genossenschaft Niederländischer Komponisten preisgekrönt wurde, zog Henkemans die Aufmerksamkeit breiterer Kreise auf sich, und da er nun auch als Pianist einer glänzenden Laufbahn entgegensehen konnte, faßte er den Entschluß, sich ganz der Musik zu widmen, obwohl er sein Arztdiplom bereits erworben hatte.“

Es folgten glänzende Jahre als Konzertpianist. Aber auch die Medizin lies ihn nicht los. Ab ca. 1969 arbeitete er wieder überwiegend als Arzt in der Psychiatrie und 1981 promovierte er dann in diesem Fachgebiet … Verstorben ist dann am 20. Dezember 1995.

Und nun zur Musik:

Das 24. Klavierkonzert ist neben dem 20. Klavierkonzert KV 466 das einzige Klavierkonzert Mozarts, welches in einer Molltonart steht. Beide Werke sind Klavierkonzerte von größter Intensität der Dramatik. Gerade hierin weist das Konzert deutlich auf das Schaffen Beethovens hin, speziell auf dessen 3. Klavierkonzert, ebenfalls in c-Moll. Dieses ähnelt Mozarts 24. Klavierkonzert gar in der Thematik. Der verstärkte Einsatz von Chromatik, prägt den musikalischen Charakter von abgründiger Tiefe, Leid und Tragik. Mozart hat auch mit diesem c-Moll-Konzert die Verpflichtung der Musik an Unterhaltungsideale endgültig überwunden und zur Freiheit des individuellen Künstlers gefunden. Es ist bemerkenswert, dass Mozart dieses Ideal ausgerechnet in einer Zeit höchster Beliebtheit beim Publikum immer weiter verwirklichte, und damit seine Souveränität über die gesellschaftliche Verpflichtung der Kunst demonstrierte. Auf diese Weise gehört das Konzert KV 491, ebenso wie das d-Moll-Werk KV 466, zu den Wegbereitern kommender musikalischer Epochen.

Das 24. Klavierkonzert gehört zu den Klavierkonzerten, welche als sinfonische Konzerte Mozarts bezeichnet werden.

Das 19. Klavierkonzert wird, wie sein Vorgänger KV 456 als Militärkonzert bezeichnet, was an der marschartigen Thematik des Hauptsatzes liegt. Von den HansHenkemansbeiden als Krönungskonzert bezeichneten Werken Mozarts, ist dieses frühere 19. Klavierkonzert das weitaus bedeutendere. Es gehört zu den ungewöhnlichen Vertretern der Klavierkonzerte Mozarts. Schon die Tempoangaben sind schneller, als in den vorausgehenden Konzerten. So fehlt diesem Werk gar ein Andante-Mittelsatz, welcher durch ein Allegretto ersetzt wurde. Die entscheidende Neuerung dieses Konzertes ist die Einverleibung kontrapunktischer Elemente in den Kontext des Solokonzertes. So finden sich im Finalsatz ein einfaches und ein doppeltes Fugato. Dies ist für Mozarts Klavierkonzerte einmalig, weist aber beispielsweise auf den Finalsatz der späten 41. Sinfonie. Die Ausdehnung des dritten Satzes antizipiert einmal mehr die eigenen und musikgeschichtlich folgenden sinfonischen Klavierkonzerte. Die Rolle des Soloklaviers ist in diesem Konzert bemerkenswert häufig auf eine begleitende Funktion reduziert. Die seit dem 15. Klavierkonzert KV 450 obligaten Bläser übernehmen hier oftmals die melodische Führung. Die Thematik des Finalsatzes findet sich in zwei Werken großer Komponisten wieder. So baut Joseph Haydn das Finale seiner 89. Sinfonie auf das Hauptthema der dritten Satzes, des vorliegenden Konzertes auf. Ludwig van Beethoven verwendet diesen Gedanken für das Bauernthema im dritten Satz seiner Pastorale. (Quelle: wikipedia)

Weitere Informationen natürlich noch auf der Rückseite der LP Hülle. Und, auch wenn ich mich mit dieser Musik nicht sonderlich gut auskenne (mich aber dennoch dafür begeistert kann): Mozart war schon ein Teufelskerl !

BackCover1Besetzung:
Hans Henkemans (piano)
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Wiener Syphoniker unter der Leitung von Rudolf Moralt (01.) und JohnPritchard (02.)

Werbertext

Titel:
01. Klavierkonzert Nr 24  KV 491 (aufgenommen: 1956) 29.50
02. Klavierkonzert Nr 19 KV 459 (aufgenommen: 1956) 24.51

Komposition: Wolfgang Amadeus Mozart

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