Klaus Hoffmann – Es muß aus Liebe sein (1989)

FrontCover11987 wechselte der damals schon sehr erfolgreiche Liedermacher Klaus Hoffmann zu Virgin Records. Und mit seinem 2. Album für dieses Label gelang ihm ein weiterer Höhepunkt seines Schaffens.

„Ja, es ist aus Liebe… … kann ich da nur sagen. Der Liederpoet, Schriftsteller und Schauspieler Klaus Hoffmann ist das Aushängeschild eines zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Genres.
Die Lieder sind in ihrer Musikalität, in ihren Texten und Stimmungen von einer unendlichen poetischen Kraft.
Wunderschön dass es noch Menschen gibt, die uns davon verkünden, dass jedes Kind einen Engel braucht. Derselbe Mond ist tiefgründig,einfach grandios. „Eine Schönheit ist sie nicht“ ist eine Verbeugung vor allen Frauen.
Die Texte erheitern, sie regen zum Nachdenken an und öffnen teilweise die Seele. Meine Verbeugung vor Ihnen,Herr Hoffmann; Sie sind ein grosser Künstler.Für Menschen ,die man mag kann es kein passenderes Geschenk geben…. Hier kann man noch lachen, weinen,tanzen und träumen… das alles durch eine CD. Sensationell (W. Potthoff)

KlausHoffmann

Und in der Tat: hier stimmt einfach alles … Texte, die es in sich haben, Texte die mehrals einmal Gänsehaut erzeugen können und dann noch gepaart mit exzellenter Musik und nicht minder exzellenten Musiker.

Schmunzeln musste ich über den Satz meines Vorredners „… ist eine Verbeugung vor allen Frauen“ … Ich denke mal, die „Frauen“ werden es ihm schon gedankt haben (gut dass man hier mein freches Grinsen nicht sehen kann).

Jetzt mal unabhängig von meinen unanständigen Gedanken kann ich dieses Album nur jedem ans Herz legen, der sich für anspruchsvolle Texte, die dann auch noch musikalisch absolut überzeugend in Szene gesetzt werden, interessiert.

Inlet02A

Besetzung:
Hawo Bleich (keybpards)
Michael Brandt (guitar)
Johannes Gehlmann (guitar)
Daniel Gioia (percussion)
Klaus Hoffmann (vocals, guitar)
Robert Howell (drums, percussion)
Stefan Warmuth (bass)
+
The Kick Horns:
Simon Clarke – Roddy Lorimer – Tim Sanders – Peter Thomas
+
Chor:
Christin Sargend – Linda Bettina Thuluweit – Claudia Schwarz
+
Marina Dominguez (vocals)

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Titel:
01. Es muß aus Liebe sein 4.16
02. Derselbe Mond über Berlin 3.52
03. Ich bin zu müde um höflich zu sein 3.15
04. Der Preis der Macht 3.28
05. Eine Schönheit ist sie nicht 3.08
06. Jedes Kind braucht einen Engel 4.02
07. Total verrückt  3.42
08. Wie tanzt man Paso Doble 4.08
09. Ich dachte das wäre das Leben 4.00
10. Wie ein Stein 5.16
11. Du bist da 4.14

Musik + Texte: Klaus Hoffmann

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Klaus Hoffmann – Morjen Berlin (1985)

FrontCover1.jpgKlaus Hoffmann ist ganz sicher einer der musikalisch vielfältigsten Liedermacher in deutschen Landen, der zudem auch textlich zur Spitze dieses Genres gehört.

Klaus Hoffmann (eigentlich: Klaus-Dieter Hoffmann, * 26. März 1951 in Berlin) ist ein deutscher Sänger, Schauspieler, Autor und Liedermacher.

Klaus Hoffmann wurde als einziges Kind des Finanzbeamten Erich und der Fabrikarbeiterin Waldtraud Hoffmann geboren und wuchs in der Kaiser-Friedrich-Straße in Berlin Charlottenburg auf. Einschneidendes Erlebnis seiner als einsam beschriebenen Kindheit war der frühe Tod des Vaters im Jahr 1961. Dieser hatte, an Diabetes und einem Herzfehler leidend, sein musikalisches Talent und seine künstlerischen Ambitionen nicht verwirklichen können und unter der Enge und Eintönigkeit seiner Tätigkeit im Finanzamt gelitten.

Nach dem Realschulabschluss 1967 absolvierte Hoffmann eine Ausbildung zum Großhandelskaufmann für Stahl und Eisen bei Klöckner-Eisenhandel GmbH & Co. KG In dieser Zeit begann Hoffmann seine Laufbahn als Liedermacher mit ersten Auftritten in

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Klaus Hoffmann, 1968

Berliner Szenekneipen. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung unternahm er 1969 eine Reise nach Afghanistan, die ihn mehrfach in lebensbedrohliche Situationen brachte. 1970 begann er eine Schauspielausbildung an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin. Neben seiner Schauspielausbildung arbeitete er intensiv an seiner Karriere als Liedermacher.

Ab 1974 erhielt Hoffmann Engagements an der Freien Volksbühne Berlin unter Intendant Kurt Hübner und am Hamburger Thalia-Theater unter Intendant Boy Gobert. Er spielt in mehreren Film- und Fernsehproduktionen mit, so etwa in Ingmar Bergmans „Das Schlangenei“ oder Tom Toelles ”Die Kameliendame“. Einem breiten Publikum wurde Hoffmann bekannt durch die Titelrolle in der Verfilmung von Ulrich Plenzdorfs „Die neuen Leiden des jungen W.“. Für diese Rolle wurde er mit dem „Bambi“ sowie der „Goldenen Kamera“ der TV-Zeitschrift Hörzu ausgezeichnet.

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Sein erstes Album „Klaus Hoffmann“ erschien 1975. Die ausnahmslos von ihm selbst geschriebenen Lieder des 1978er Albums „Was fang ich an in dieser Stadt?“ drehten sich überwiegend um seine – damals geteilte – Heimatstadt Berlin. 1978 erhielt Hoffmann für seine Lieder den Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte Chanson. 1979 folgte seine erste große, ausverkaufte Deutschland-Tournee sowie 1980 der Deutsche Schallplattenpreis für die LP „Westend“. Hoffmann hat bis heute mehr als 30 Alben eingespielt. (Quelle: wikipedia)

Hier sein 85er Album, das – wie der Titel schon ein wenig verrät – auch um seine Heimatstadt Berlin geht … Aber es geht auch + über Berlin hinaus -um städtisches Leben mit all dem pulsierendem Leben, mit all dieses verdammten Hoffnungen und Ticket1986.jpgSehnsüchten.

Und das Album ist ein Glanzpunkt in der wahrlich nicht an Höhepunkten armen Discographie des Klaus Hoffmann:

Musikalisch bewegt sich Klaus Hoffmann hier noch einen gewaltigen Schritt näher an höchstes nationales Niveau heran. Mal balladesk, mal rockig (auch schon mal typisch deutschrockig), mal angejazzt – von Arrangement und Komposition, von der Qualität der Musiker wie der Produktionstechnik ist das allererste Sahne. Vielleicht Hoffmanns bestes Album bis zu diesem Zeitpunkt. Wie der Titel des Albums unschwer erraten lässt, ist dieses Album eine einzige Hommage an des Künstlers Heimatstadt, Berlin. Liebeserklärungen an die Schattenseiten wie den Glamour, an die Menschen unterschiedlichster sozialer Herkunft und ihr Lebensgefühl. Aber auch schonungslose Blicke in die Kieze… Hoffnungslosigkeit, die in Gewalt, Prostitution und Selbstzerstörung mündet. Nicht nur mit „Der Dreck der Straße“ und „Gewalt“ überrascht Hoffmann mit völlig neuen Tönen, hier harter Funk und Soul. Selten hat sich der Sänger lässiger und lockerer präsentiert – die Songs strahlen geradezu sonnenbebrillte Coolness aus, wie das saucoole „Ich hab die Liebe geseh’n“. „Morjen Berlin“ präsentiert sich als zeitlos schönes Klassealbum – eine ungeschönte Visitenkarte für unsere Bundeshauptstadt! (Steve Braun)

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Besetzung:
Klaus Hoffmann (vocals)
Thomas Holm (drums, percusion)
Ute Kannenberg (vocals)
David Kreitner (saxophone)
Mathias Müller (guitar)
Matthias Raué (keyboards)
Stefan Warmuth (bass)

LPBackCover

Titel:
01. Ich hab die Liebe gesehn (Hoffmann) 4.29
02. Morjen Berlin (Hoffmann) 3.45
03. Der Dreck der Straße (Hoffmann) 2.59
04. Ratten der Großstadt (Hoffmann) 3.25
05. Tegel (Hoffmann) 3.09
06. Städter sind cool (Hoffmann) 3.12
07. Junge Hunde (Raue/Hoffmann) 3.23
08. Gewalt (Hoffmann) 3.17
09. Für zwei Stunden (Hoffmann) 3.46
10. Keine Zeit (Hoffmann) 2.09
11. Sommer in der Stadt (Hoffmann) 4.27
12. Gesichter (Hoffmann) 4.05

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Morjen Berlin, morjen du Schöne,
Herz in der Hand, Küsse im Sinn.
Schnauze, du Stadt, machst lange Beene,
rennst vorneweg, knallst wieder hin,
machst uff janz groß, du große Kleene,
stehst uff besonders, bist Provinz.

Morjen Berlin, morjen du Schöne.
Morjen Berlin, morjen du Schöne,
verhungertes Kind, Fussel im Bauch.
Klappe, du Gör, hälst große Reden,
schlägst Riesenrad, stehst uffm Schlauch,
wartest auf Sonne, du lachende Träne,
zauberst dir Regen, du Trümmerkind.

Morjen Berlin, morjen du Schöne.
Mama ist weg, Papa geht fremd,
dich will doch keener, nicht mal geschenkt.
Hör uff zu flennen, putz dir die Nase,
ick mag dich,
komm altes Mädchen, ick bin dein Prinz.

Morjen Berlin, morjen du Schöne,
der Zirkus beginnt, die Clowns schlagen Krach
dufte, du Stadt, laß et mal tönen,
Riesenspektakel bis in die Nacht.
Ick liebe deine Farben, ick liebe deine Töne,
och wenn du langsam graumeliert klingst.
Morjen Berlin, morjen du Schöne.

Klaus Hoffmann – Klaus Hoffmann (1975)

FrontCover1Klaus Hoffmann ist ganz sicher einer der musikalisch vielfältigsten Liedermacher in deutschen Landen:

Klaus Hoffmann (eigentlich: Klaus-Dieter Hoffmann, * 26. März 1951 in Berlin) ist ein deutscher Sänger, Schauspieler, Autor und Liedermacher.

Klaus Hoffmann wurde als einziges Kind des Finanzbeamten Erich und der Fabrikarbeiterin Waldtraud Hoffmann geboren und wuchs in der Kaiser-Friedrich-Straße in Berlin Charlottenburg auf. Einschneidendes Erlebnis seiner als einsam beschriebenen Kindheit war der frühe Tod des Vaters im Jahr 1961. Dieser hatte, an Diabetes und einem Herzfehler leidend, sein musikalisches Talent und seine künstlerischen Ambitionen nicht verwirklichen können und unter der Enge und Eintönigkeit seiner Tätigkeit im Finanzamt gelitten.

Nach dem Realschulabschluss 1967 absolvierte Hoffmann eine Ausbildung zum Großhandelskaufmann für Stahl und Eisen bei Klöckner-Eisenhandel GmbH & Co. KG In dieser Zeit begann Hoffmann seine Laufbahn als Liedermacher mit ersten Auftritten in Berliner Szenekneipen. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung unternahm er 1969 eine Reise nach Afghanistan, die ihn mehrfach in lebensbedrohliche Situationen brachte. 1970 begann er eine Schauspielausbildung an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin. Neben seiner Schauspielausbildung arbeitete er intensiv an seiner Karriere als Liedermacher.

Ab 1974 erhielt Hoffmann Engagements an der Freien Volksbühne Berlin unter Intendant Kurt Hübner und am Hamburger Thalia-Theater unter Intendant Boy Gobert. Er spielt in mehreren Film- und Fernsehproduktionen mit, so etwa in Ingmar Bergmans „Das Schlangenei“ oder Tom Toelles ”Die Kameliendame“. Einem breiten Publikum wurde Hoffmann bekannt durch die Titelrolle in der Verfilmung von Ulrich Plenzdorfs „Die neuen Leiden des jungen W.“. Für diese Rolle wurde er mit dem „Bambi“ sowie der „Goldenen Kamera“ der TV-Zeitschrift Hörzu ausgezeichnet.

mitDieterBorsche

mit Dieter Borsche

Sein erstes Album „Klaus Hoffmann“ erschien 1975. Die ausnahmslos von ihm selbst geschriebenen Lieder des 1978er Albums „Was fang ich an in dieser Stadt?“ drehten sich überwiegend um seine – damals geteilte – Heimatstadt Berlin. 1978 erhielt Hoffmann für seine Lieder den Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte Chanson. 1979 folgte seine erste große, ausverkaufte Deutschland-Tournee sowie 1980 der Deutsche Schallplattenpreis für die LP „Westend“. Hoffmann hat bis heute mehr als 30 Alben eingespielt.

Im Jahr 2006 nahm Hoffmann den Kulturpreis der Boulevardzeitung B.Z. in Empfang und forderte in seiner Dankesrede, dass die Kunst- und Kulturförderung nicht den Banken überlassen werden dürfe.

Am 27. März 2011, einen Tag nach seinem 60. Geburtstag, feierte Klaus Hoffmann seinen runden Geburtstag im Berliner Friedrichstadt-Palast mit zahlreichen Wegbegleitern, allen voran Reinhard Mey. Weitere Gäste des über vierstündigen Konzerts, das bereits Monate zuvor ausverkauft war, waren Hannes Wader, Herman van Veen, Lydie Auvray, Romy Haag, Rolf Kühn und Robert Kreis.

Hoffmann verbindet eine enge Freundschaft mit dem Liedermacher Reinhard Mey, den er in seiner Autobiographie als seinen „Bruder“ bezeichnet. Mey schrieb anlässlich des 60. Geburtstags von Klaus Hoffmann sein Lied „Für Klaus“; beide Künstler haben diverse Lieder wie „Alle Soldaten woll’n nach Haus“,„Schenk mir diese Nacht“ sowie „Meine Zeit“ gemeinsam aufgenommen.

Seit August 2001 ist Klaus Hoffmann mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Malene Steger verheiratet; als Trauzeugen fungierten Hella und Reinhard Mey. Klaus Hoffmann lebt in seiner Heimatstadt Berlin und geht regelmäßig nach jedem neuen Album auf ausgiebige Deutschlandtournee.

Musikalisch gleichermaßen von amerikanischen Singer-songwriters wie Bob Dylan sowie vom französischen Chanson und dem spezifischen Berliner Chanson in der Tradition von Harald Juhnke und Hildegard Knef beeinflusst, sind Hoffmanns Texte bestimmt von der Auseinandersetzung mit seiner Kindheit im kleinbürgerlichen Nachkriegsberlin („Berlin“, „Was fang ich an in dieser Stadt?“, „Brett vorm Kopp“, „Der Boxer“, „Kreuzberger Walzer“, „Man vergisst nichts“, „Die Straßen von Berlin“, „Der König der Kinder“ , „Hoffmann-Berlin“ ) sowie der Aufbruchstimmung der 68er Generation, die sich gegen die Enge und Ängstlichkeit der Elterngeneration auflehnten („Estaminet“, „Die Mittelmäßigkkeit“, „Das alte Lied“, „Ein neuer Anfang“, „Sechseinhalb Uhr morgens“). Durchgehendes Motiv in Hoffmanns Liedern ist dabei der Konflikt zwischen der Wärme und der kindlichen Geborgenheit des Vertrauten auf der einen Seite sowie dem Aufbegehren angesichts der Möglichkeiten und Herausforderungen des Unbekannten, der nur über die Versöhnung mit der Widersprüchlichkeit der eigenen Geschichte und der Berlins gelöst werden kann („Sehen“, „Stille“, „Wenn du liebst“, „Wenn ich sing“, „Morjen Berlin“, „Berliner Sonntag“, „Wenn ich dich wiederseh“, „Ich glaub noch dran“, „Hier bin ich zu Haus“).

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mit Hildegard Knef

Hoffmann gilt als der führende deutsche Interpret des belgischen Chansoniers Jacques Brel, dessen Musik er als Zündfunken seiner Befreiung aus Elternhaus und Kleinbürgertum beschrieb. Bereits Hoffmanns erstes Album (1975) enthielt Versionen der Brel-Titel „So sind hier die Leute“, „Amsterdam“ und „Adieu Emile“, wobei er in zwei Fällen deutsche Textadaptionen von Heinz Riedel übernahm. Auch das Nachfolgealbum „Was bleibt?“ von 1976 enthielt zwei von Brel geschriebene Lieder, Marieke und Geh nicht fort von mir (Ne me quitte pas). 1977 folgte das Live-Doppelalbum „Ich will Gesang, will Spiel und Tanz“ mit den beiden Brel-Songs Mein Flanderland (Le plat pays) und Allein.

Ermöglicht durch den Kontakt zu Therèse Brel, der Witwe von Jacques Brel, begann Hoffmann 1996 mit der Arbeit an dem Musical „Brel – die letzte Vorstellung“. Darin blickt der sterbenskranke Brel auf sein Leben, indem er es durch seine Chansons – gesungen in deutscher Übersetzung – Revue passieren lässt. Am 12. Juni 1997 fand die Premiere des Musicals im Schillertheater in Berlin statt. Im gleichen Jahr erhielt Hoffmann hierfür die „Goldene Europa“ für das „Bühnenereignis des Jahres“.

Mit seinem Programm „Klaus Hoffmann singt Jacques Brel. Wenn uns nur Liebe bleibt“ ging Hoffmann anschließend, nur begleitet vom Pianisten Hawo Bleich, auf Tournee. Am 9. Oktober 2008 trat er anlässlich des 30. Todestages von Jacques Brel mit seinem Programm im „Maison Heinrich Heine“ in Paris auf.

Im Jahre 2000 erschien Klaus Hoffmanns erster Roman unter dem Titel „Afghana“, der Aufbruch und Reise des Protagonisten durch das Afghanistan der späten 60er Jahre beschreibt. 2004 wurde sein zweiter Roman „Der Mann, der fliegen wollte“ veröffentlicht, den Klaus Hoffmann, begleitet am Klavier von Hawo Bleich, auf einer großen Lesereise mit Musik in ganz Deutschland vorstellte. Im Februar 2011 erschien schließlich Klaus Hoffmanns dritter Roman „Phillip und die Frauen“, der wie die vorigen Romane starke autobiographische Züge aufzeigt. Seine Autobiographie mit dem Titel „Als wenn es gar nichts wär“ erschien im Oktober 2012. (Quelle: wikipedia)

Also: wahrlich eine abwechslungsreiche und vielseitige Vita. Und auch wenn mir sein Gesangsstil gelegentlich zu theatralisch ist, ist dieses Debütalbum wirklich ein Genuss … Und ja, ich mag solche Texte, sie regen an, lösen eigene Empfindungen aus … das kann man nicht verordnen, aber Empfindungen und Gedanken fangen dann schon an, zu fließen.

Ärgerlich nur, dass man es damals nicht für nötig befunden hat, die beteiligten Musiker zu benennen, denn die hatten schon sehr viel damit zu tun, dass dieses Album die Karriere des Liedermachers Klaus Hoffmann begründete.

mitMeyVanVeen

mit Reinhard Mey + Herman van Veen

Besetzung:
Klaus Hoffmann (vocals, guitar)
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker

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Titel:
01. Meine stolze Galeere (Hoffmann) 4.27
02. Der König der Kinder (Serat/Hoffmann) 2.27
03. Die drei Musikanten (Hoffmann) 2.37
04. So sind hier die Leute (Brel/Hoffmann) 3-34
05. Amsterdam (Brel/Hoffmann) 3.45
06. Sarah (Hoffmann) 3.13
07. Tanz (Hoffmann) 4.25
08. Adieu Emile (Brel/Hoffmann) 4.19
09. Das alte Lied (Hoffmann) 4.10
10. Anna Pollinger (Hoffmann) 4.06
11. Feuervogel (Hoffmann) 3.20

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Klaus Hoffmann – Erzählungen (1995)

FrontCover1Für mich der Klaus Hoffmann einfach ein ganz und gar wunderbarer Geschichtenerzähler und Liedermacher und das gilt uch für dieses Album, wenngleich es damals bei der Kritik nicht sonderlich gut ankam:

Einst wurde er als der deutsche Jacques Brel gefeiert. 1995 wirkt Klaus Hoffmann eher wie ein schlagerseliges Überbleibsel des Liedermacher-Booms. Der kritische Wohlklang für den emanzipierten Germanisten, den Hoffmann auch diesmal zelebriert, findet aber nach wie vor Fans – ein Stück Anerkennung für einen, der im deutschsprachigen Genre einiges bewegt hat. An Arrangements und Produktion gibt’s ebenfalls nichts zu mäkeln. Doch das allein hift einer Platte, die das textliche Wehleid so sehr in den Mittelpunkt stellt, nicht recht über die Hürden. (Audio)

Mit seinen 15 „Erzählungen“ beendet Klaus Hoffmann eine Entwicklungsphase, die von „Ciao Bella“ (1983) bis „Sänger“ (1993) reichte: vom Reinhard Mey der Intellektuellen zum Jacques Brel der Lebensfrohen. Heute schöpft Hoffmann gewagte Sprachbilder aus seiner leicht verdrehten Weltsicht. Als Poprocker mit Schlagerleidenschaft taucht der singende Dichter musikalisch wie textlich in ein Wechselbad. Unfreiwillige Komik hält etwa die Kinder-Lovestory „Tilly“ bereit. Andererseits haben Titel wie „Von Tag zu Tag“ oder das freche „Zittern vor den Frauen“ höchste Songwriter-Klasse. (Stereoplay)

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Nun gut, schlagerhafte Elemente nehm´ ich billigend in Kauf (einfach weil ich zum Schlager mittlerweile ein geordnetes Verhältnis habe) und auch deshalb, weil seine Texte auch hier zu überzeugen wissen … man muss ja nicht immer nur abgrundtief tiefsinnig sein. Keine Sorge: Banalitäten sind auch auf diesem Album nicht zu erwarten …

Also: ein gutes Album von diesem Poeten … der bis heute noch aktiv ist !

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Ja, ja, damals gab´s noch die DM

Besetzung:
Wim Bath (trumpet)
Hawo Bleich (keyboards, accordeon)
Lex Bolderdijk (guitar)
Michael Brandt (guitar)
Rund Breuls (trumpet)
Eddie Conrad (percussion)
Klaus Hoffmann (vocals, guitar)
Rami Koch (violin)
Philip Kolb (clarinet, saxophone)
Peter Keiser (bass)
Walter Keiser (drums)
David Rothschild (trombone)

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Titel:
01. Von Tag zu Tag (Hoffmann) 4.47
02. Bin ein Fremder (Hoffmann) 5.01
03. Wohin gehst du (Hoffmann) 3.51
04. Tilly (Hoffmann) 4.26
05. Unser Traum (Hoffmann) 4.49
06. Zittern vor den Frauen (Hoffmann) 3.44
07. Der Himmel schaut zu (Hoffmann) 5.09
08. Land des Lächelns (Hoffmann) 3.35
09. Der Zorn der bösen Affen (Bleich/Hoffmann) 3:10
10. Ich hab es niemandem erzählt (Bleich/Hoffmann) 4.14
11. Wenn (Hoffmann) 4.25
12. Der Diamant (Hoffmann) 4.03
13.  Diese Nacht wird uns verwöhnen (Brandt/Hoffmann) 3.47
14.  Gesucht und auch gefunden (Hoffmann) 4.05
15.  Ich werde wie ein Seemann gehn (Hoffmann) 4.55

CD1

 

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Ich sitze vor ’nem Kaffee hier bei Franco
und ich versuchs, ich schreib dir einen Brief
doch mir fallen nicht die Worte ein
es liegt sicher nicht am Wein
es sind die Geister, dich ich rief

Soviele Worte, die wir sagen
soviele Dinge, die wir tun
und die sollen alle richtig sein
und ganz bestimmt auch wichtig sein
was hat das mit uns zu tun

Von Tag zu Tag
läuft unsre Uhr ein wenig ab
und ich schau wie die Wolken ziehn
ich seh, wie sich die Räder drehn
soviel bleibt noch ungesagt
von Tag zu Tag

Der alte Mann dort an der Ecke
wieviel Zeit hat er vertan
und er schaut sich meine Augen an
und er fängt mit der Geschichte an
und er sagt „Sohn, erst Liebe macht den Mann“

Von Tag zu Tag
läuft unsre Uhr ein wenig ab
schau nur, wie schnell die Leute gehn
sieh doch, wie sich die Räder drehn
warum hab ich es ihr nie gesagt

Von Tag zu Tag
warum hab ich es dir nie gesagt
und jetzt fällt es mir wieder ein
ich schreib es in den Brief hinein
ich weiß nur, dass ich dich mag
von Tag zu Tag

So wie du bist, so lieb ich dich
du bist für mich so wesentlich
und das soll der Anfang sein
einer Geschichte sein
nur drei Worte
du und ich

Von Tag zu Tag
warum hab ich es dir nie gesagt

Sag nicht für immer

Von Tag zu Tag
so wie du bist, so lieb ich dich
du bist für mich so wesentlich

Sag nicht für immer

von Tag zu Tag

Klaus Hoffmann – Ciao Bella (1984)

FrontCover1Für mich ist der Klaus Hoffmann nicht nur ein durch und durch sympathischer Kerl … nein, er ist zudem auch noch einer der eindruckvollsten Charaktere, die die deutsche Singer/Songwriter Szene kennt.

„Schon 34 Jahre ist Klaus Hoffmanns -Ciao Bella- Album alt. Der Berliner war da schon acht Jahre im Musikgeschäft und hatte jedes Jahr ein Album veröffentlicht. Hatte der Barde sich am Anfang voll und ganz dem französischen Chanson verbunden, so fand er sich später als Rebell gegen alte Regeln und unsinnige Traditionen vor dem Mikrophon wieder. Danach war Hoffmann vor allem ein Liedermacher und musikalischer Berlin-Chronist. Letztendlich verkörperte er seine eigene Marke, die bis heute Qualität garantiert.

Das Album -Veränderungen- war 1982 der Bruch vom reinen Chansonier in Richtung Liedermacher. Nicht Fisch nicht Fleisch, aber unglaublich interessant.

Danach folgte -Ciao Bella-. Wesentlich ausgereifter, mehr auf Spur gebracht, mit einer klaren Richtung zur deutschen Sprache und einer Musik, die so niemand anders spielte. Begleitet von einer Band, die Musiker mit hoher Klasse ihr eigen nennen konnte. Damit war ein brillantes Übergangsalbum geglückt, auf das Klaus Hoffmann heute als wichtigen Baustein seiner Karriere zurückschauen kann.

KlausHoffmann

Mit dem Opener -Toter Mann- zeigt Hoffmann wo es musikalisch auf diesem Album hingehen soll. -Vielleicht wirst Du nicht fliegen- ist wie eine vertonte Anleitung für ein freies, unbestimmtes Leben. -Ciao Bella- ist auch heute noch eine Hymne auf alles was Mütter ausmacht. Im Guten, wie im Schlechten. -Ich war ein guter Untertan- ist ein Song, der auch auf den ersten Hoffmann-Alben einen Platz gefunden hätte. Es sind Lieder wie -Kann nicht verzeihen-, die Hoffmanns Stärke im Umgang mit Text und Noten zeigen. Die Lieder -Ich hab Dich so gern- und -Tschüß- verkörpern den Charakter des Albums. Fast ein bisschen jazzig, frisch und unverbraucht.

Klaus Hoffmann singt noch immer. Anders, aber nicht schlechter. Seine Karriere hat ihn nicht auf den Olymp der Bekanntheit geführt; das musste sie auch nicht. Es gibt nur wenige Sänger, die eine derart treue Fangemeinde wie Hoffmann haben. Zuhörer, die seit Jahrzehnten das Schaffen des Berliner Sängers verfolgen.“ Thomas Knackstedt )
Ergänzen möchte ich noch, dass wir hier auch wirklich hochkarätige Musik hören (nicht immer üblich, bei guten Texten dieser Art) und auf das bärenstarke Saxophon will ich dann noch ganz eigens hinwiesen !
Und dann noch: ziemlich dramatisch sein „Allei“ … ach da könnte man ja noch viel eigene Gedanken bei steuern ….
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Besetzung:
Martin Cyrus (guitar, vocals)
Klaus Hoffmann (vocals, guitar bei 03.)
Tom Holm Jr. (drums, percussion)
David Kreitner (saxophone)
Matthias Raue (keyboards, vocals)
Stefan Warmuth (bass)
BackCover

Titel:

01. Toter Mann 4.52
02. Freches Kind 3.17
03. Vielleicht wirst du nicht fliegen 3.48
04. Ciao Bella 3.39
05. Allein 5.03
06. Ich war ein guter Untertan 4.05
07. Hinter Türen 6.24
08. Kann nicht verzeihen 3.28
09. Ich habe dich so gern 2.40
10. Tschüß 3.38

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MC

Da ist die Tür aus braunem Holz,
Berliner Altbau,
und in dem Flur, gleich links,
die Tür zu Eurem Bett,
vor dieser klebte ich oft nachts
mit meinem Kissen,
verheult und voller Angst von Träumen aufgeschreckt.

Da ist die Tür aus braunem Holz,
Berliner Altbau,
und in dem Flur, gleich links,
die Tür zu Eurem Bett,
vor dieser klebte ich oft nachts
mit meinem Kissen,
verheult und voller Angst von Träumen aufgeschreckt.

Da ist die Tür, da roch es alt
nach Oma Müller.
Diese Frau war mehr ein strenger General,
sie war nicht gütig
und erst recht nicht wie im Märchen,
nur wenn sie da war,
war mir das meistens egal.

Da ist die Tür nach vorn raus,
das helle Zimmer,
es war Kulisse Eurer vielen Streitereien.
Ich hörte Ängste, immer wieder laute Fragen,
lädt er sie, oder läßt sie ihn bald allein.
Da gab es Partys,
Weihnachten und auch Geburtstag,
und wenn ihr aus wart,
machte ich mir dort mein Bett,
und ich wartete und zählte die Minuten
und Schatten warf
das Fenster auf das Parkett.

Hinter jeden dieser Türen
lernte ich verlieren,
habe ich verlieren gelernt.

Da ist die Tür zur Badestube, die Toilette,
da hab ich weniger gesessen als geheult,
denn da wurden mir die mütterlichen Sorgen
mit dem Rohrstock auf
den blassen Arsch gebleut.
Das hieß Bestrafung für umgangene Gesetze,
war ein Schlag-auf-Schlag-Erziehungsritual,
und ich hörte noch nach 25 Jahren,
das wäre für gesunde Kinder ganz normal.

Da ist die Küchentür, dahinter war der Sonntag,
denn ich war ein liebes, braves Sonntagskind,
ich aß am Sonnabend das Hühnchen erst als Suppe
und am Sonntag wußte ich, was Hühner sind.
Da ist die Kammer voll mit Kohlen
für den Winter
und eine Tür zum Träumen
für den kleinen Klaus.
Hinter dieser wartete auf mich der Sommer,
sie war verschlossen,
doch führte sie wohl hinaus.