Ludwig Hoffmann + Das Londoner Philharmonische Orchester – Aus der Sprechstunde … in eine andere Welt (Beethoven) (1972)

FrontCover1Da kommt der Hausarzt am Abend müde aus der Praxis nach Hause … und freut sich dann doch sehr, im Sessel jenen zauberhaften Klängen zu lauschen, die ihm die Firma Endopharm, Sprendlingen als Werbegeschenk vermutlich per Post überreicht hat.

Das Hüllenillustration stammt von Wilhelm Busch … und damit der Arzt es ja nicht vergisst, gibt es auf der Rückseite ausführliche Produktinformationen zu dem Präperat „Vomex A“ (Erbrechen-Schwindel-Übelkreit) … garniert mit ein paar flotten Fotos.

Und zu hören gibt es dann das Klavier Konzert Nr. 5 von Ludwig van Beethoven:

Beethovens letztes reines Klavierkonzert (er schrieb sein Violinkonzert op. 61 später für Klavier um) ist der Gipfel seiner Weiterentwicklung dieses Genres. Gerade dieses Konzert beeinflusste nachhaltig spätere Künstler und die weitere Entwicklung der Gattung. Es setzt den Stil des sinfonischen Klavierkonzertes fort, den Beethoven im vorhergehenden 4. Klavierkonzert begonnen hatte.

Das Werk stellt die Weiterentwicklung von Beethovens ersten vier Klavierkonzerten dar und zeigt den Weg zum sinfonischen Klavierkonzertstil, wie ihn u. a. später Johannes Brahms prägte. In der Tonart Es-Dur stehen u. a. die 3. Sinfonie, die Eroica-Variationen und vier Klaviersonaten. Sie wurde von Beethoven öfters benutzt, um Heldentum musikalisch darzustellen.

Das Konzert entstand in Beethovens mittlerer Schaffensperiode in der Umgebung der fünften bis siebten Sinfonie oder dem vierten Klavierkonzert. Das Jahrzehnt zwischen 1803 und 1813 war Beethovens produktivste Arbeitsphase. (Quelle: wikipedia)

Partitur

Auszug aus der Partitur

Der ausführene Pianist, Ludwig Hoffmann, ist heute nicht mehr so bekannt, das war aber mal ganz anders:

Ludwig Hoffmann (* 11. Juni 1925 in Berlin; † 1999 in München) war ein deutscher Pianist.

Ludwig Hoffmann erhielt seine künstlerische Ausbildung bei Bruno Hinze-Reinhold, Paul Weingarten, Richard Rössler und Hans-Otto Schmidt-Neuhaus. Meisterkurse belegte er unter anderem bei Marguerite Long und Arturo Benedetti Michelangeli. 1947 gewann er den Liszt-Preis Weimar, weitere Preise folgten in den nächsten Jahren. Mit dem Jahr 1954 begann er eine rege Konzerttätigkeit rund um den Globus.

LudwigHoffmann02Zahlreiche Einspielungen, die er für verschiedene Radiostationen aufnahm, harren noch ihrer Wiederentdeckung. Auf Schallplatte ist sein Schaffen nur ungenügend dokumentiert, da er zu Beginn seiner Karriere zwar bei Telefunken, danach aber bei keinem der Major-Labels dauerhaft unter Vertrag war. Der hochvirtuose Pianist war häufiger Duopartner Ingrid Haeblers. Er führte neben Standardwerken auch seltener gespielte Stücke moderner Komponisten auf. Sein Liszt-Spiel setzte Maßstäbe und ist auch heute noch hörenswert.

Von 1970 bis 1991 war er Professor an der Musikhochschule München. Seine Nachfolgerin ist Margarita Höhenrieder. Er war Jurymitglied bei über 25 renommierten internationalen Wettbewerben, u.a. dem Chopin-Wettbewerb in Warschau, dem Liszt-Wettbewerb in Budapest, sowie Wettbewerben in St. Petersburg, Montreal, Sydney, Bozen, Genf. Außerdem leitete er Meisterklassen in Maryland, München, Rotterdam und Weimar. Ludwig Hoffmann war lange Jahre Mitglied der European Piano Teacher Association (EPTA) und hat diese, als Gegenspieler von Karl-Heinz Kämmerling, als Gründungsmitglied entscheidend geprägt. Sein Bruder ist Ingfried Hoffmann. (Quelle: wikipedia)

Ansonsten lässt sich feststellen, dass wir es hier mit einem wirklich wuchtigem Klavierkonzert, dem die zarten Nuancen dennoch nicht fehlen, zu tun haben.

Und da freut sich ja nicht nur der Hausarzt am Abend in seinem Sessel.

Entstanden sind die Aufnahmen übrigens bereits 1962 und wurden ursprünglich auf dem britischen Label Marble Arch Records veröffentlicht.

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Besetzung:
Ludwig Hoffmann (piano)
+
Das Londoner Philharmonische Orchester unter der Leitung von Horst Stein

 

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Titel:

Klavierkonzert Nr.5 Es-Dur Opus 73:
01. -I. Allegro 19.31
02. II. Adagio Un Poco Mosso – III. Rondo – Allegro 17.50

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