Anna Seghers – Das siebte Kreuz (Hörspiel) (1955 / 1968)

FrontCover1Zurück aus Rhein Hessen … und es war ein sehr intensiver Urlaub, ein Urlaub von dem wir z.B. durch das Wetter verwöhnt wurden, aber auch ein Urlaub, der mich tief eintauchen ließ in die deutsche Geschichte – von der Nibelungen-Sage bis hin, ja bis hin zum KZ Osthofen – und in diesem sehr speziellem KZ (es existierte „nur“ bis 1934) stieß ich auf Anna Seghers:

Anna Seghers (* 19. November 1900 in Mainz; † 1. Juni 1983 in Ost-Berlin; gebürtig Netty Reiling, verheiratet als Netty Radványi) war eine deutsche Schriftstellerin.

Anna Seghers war das einzige Kind des Mainzer Kunst- und Antiquitätenhändlers Isidor Reiling und seiner Frau Hedwig (geb. Fuld). Ihr Großvater mütterlicherseits war der Frankfurter Rechtsanwalt Salomon Fuld. Der Vater war Mitglied und anteiliger Bauträger der 1879 eingeweihten neuorthodoxen Synagoge in der Flachsmarktstraße. Sie besuchte ab 1907 eine Privatschule, dann ab 1910 die Höhere Mädchenschule in Mainz, das heutige Frauenlob-Gymnasium. Im Ersten Weltkrieg leistete sie Kriegshilfsdienste. 1920 absolvierte sie das Abitur. Anschließend studierte sie in Köln und Heidelberg Geschichte, Kunstgeschichte und Sinologie. 1924 promovierte sie an der Universität Heidelberg mit einer Dissertation über Jude und Judentum im Werk Rembrandts.

1925 heiratete sie den aus einer jüdischen Familie stammenden ungarischen Soziologen László Radványi, der sich von da an Johann Lorenz Schmidt nannte. Mit ihm hatte sie zwei Kinder. Das Ehepaar zog nach Berlin, wo es von 1925 bis 1933 im Bezirk Wilmersdorf wohnte. 1926 wurde der Sohn Peter geboren, der heute Pierre Radványi heißt. In der Weihnachtsbeilage 1924 der Frankfurter Zeitung hatte die junge Autorin ihre erste Erzählung Die Toten auf der Insel Djal mit Antje Seghers signiert. Die Erzählung Grubetsch erschien 1927 unter dem Künstlernamen Seghers (ohne Vornamen), worauf Kritiker einen Mann als Autor vermuteten. Das Pseudonym entlieh sie dem von ihr geschätzten niederländischen Radierer und Maler Hercules Seghers (der Name wurde auch Segers geschrieben).

AnnaSeghers01

1928 wurde Tochter Ruth geboren. In diesem Jahr erschien auch Seghers’ erstes Buch Aufstand der Fischer von St. Barbara unter dem Pseudonym Anna Seghers. Für ihr Erstlingswerk erhielt sie auf Vorschlag von Hans Henny Jahnn noch im selben Jahr den Kleist-Preis. Ebenfalls 1928 trat sie der KPD bei und im folgenden Jahr war sie Gründungsmitglied des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller. 1930 reiste sie erstmals in die Sowjetunion. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Anna Seghers kurzzeitig von der Gestapo verhaftet; ihre Bücher wurden in Deutschland verboten und verbrannt. Wenig später konnte sie in die Schweiz fliehen, von wo aus sie sich nach Paris begab.

Im Exil arbeitete sie an Zeitschriften deutscher Emigranten mit, unter anderem als Mitglied der Redaktion der Neuen Deutschen Blätter. 1935 war sie eine der Gründerinnen des Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller in Paris. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs und dem Einmarsch deutscher Truppen in Paris wurde Seghers’ Mann in Südfrankreich im Lager Le Vernet interniert. Anna Seghers gelang mit ihren Kindern die Flucht aus dem besetzten Paris in den von Philippe Pétain regierten Teil Südfrankreichs. Dort bemühte sie sich in Marseille um die Freilassung ihres Mannes sowie um Möglichkeiten zur Ausreise. Erfolg hatten ihre Bemühungen schließlich beim von Gilberto Bosques geleiteten mexikanischen Generalkonsulat, wo Flüchtlingen großzügig Einreisegenehmigungen ausgestellt wurden. Diese Zeit bildete den Hintergrund des Romans Transit (erschienen 1944).

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Gedenktafel am Haus Anna-Seghers-Straße 81, in Berlin-Adlershof

Im März 1941 gelang es Anna Seghers, mit ihrer Familie von Marseille aus über Martinique, New York, Veracruz nach Mexiko-Stadt auszuwandern. Ihr Mann fand dort Anstellung, erst an der Arbeiter-Universität, später auch an der Nationaluniversität. Anna Seghers gründete den antifaschistischen Heinrich-Heine-Klub, dessen Präsidentin sie wurde. Gemeinsam mit Ludwig Renn rief sie die Bewegung Freies Deutschland ins Leben und gab deren gleichnamige Zeitschrift heraus. 1942 erschien ihr Roman Das siebte Kreuz – in einer englischen Ausgabe in den USA und auf Deutsch in Mexiko. Im Juni 1943 erlitt Anna Seghers bei einem Verkehrsunfall schwere Verletzungen, die einen langen Krankenhausaufenthalt notwendig machten. 1944 verfilmte Fred Zinnemann Das siebte Kreuz – der Erfolg von Buch und Film machten Anna Seghers weltberühmt; nach ihrem Tod machte Hans Werner Henze diesen Roman 1996 in einer Nachdichtung von Hans-Ulrich Treichel zur Grundlage seiner 9. Sinfonie.

AnnaSeghers05

Anna Seghers mit Georg Lukacs auf der „Welt Friedenskonferenz“, Paris, 1949

1947 verließ Seghers Mexiko und kehrte nach Berlin zurück, wo sie anfangs als Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands in West-Berlin lebte. Auf dem Ersten Deutschen Schriftstellerkongress im Oktober 1947 hielt sie eine viel beachtete Rede über das Exil und den Freiheitsbegriff. In diesem Jahr wurde ihr der Georg-Büchner-Preis verliehen. 1950 zog sie nach Ost-Berlin und wurde zum Mitglied des Weltfriedensrates und zum Gründungsmitglied der Deutschen Akademie der Künste berufen. Im Jahr 1951 erhielt sie den Nationalpreis der DDR und unternahm eine Reise in die Volksrepublik China. 1952 wurde sie Präsidentin des Schriftstellerverbandes der DDR und blieb es bis 1978. 1955 zogen Anna Seghers und ihr Mann in die Volkswohlstraße 81 (seit 1984 Anna-Seghers-Straße) in Berlin-Adlershof, wo sie bis zu ihrem Tod wohnten. Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts befindet sich in der Wohnung die Anna-Seghers-Gedenkstätte, ein Museum zu Leben und Werk der Autorin.

AnnaSeghers04

Grab von Anna Seghers auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin

Als 1957 Walter Janka, dem Leiter des Aufbau-Verlages, der ihre Bücher verlegte, wegen angeblicher „konterrevolutionärer Verschwörung“ der Prozess gemacht wurde, nahm Anna Seghers dazu nicht öffentlich Stellung. Beim Ausschluss von Heiner Müller aus dem Schriftstellerverband im Jahre 1961 stimmte sie dagegen. 1975 wurden ihr der Kulturpreis des Weltfriedensrates sowie die Ehrenbürgerschaft von (Ost-)Berlin verliehen. 1978 trat sie als Präsidentin des Schriftstellerverbandes zurück und wurde dessen Ehrenpräsidentin. Im selben Jahr starb ihr Mann. Im Jahre 1979 schwieg Anna Seghers zu den Ausschlüssen von neun kritischen Autoren aus dem Schriftstellerverband. 1981 wurde ihr die Ehrenbürgerwürde ihrer Geburtsstadt Mainz verliehen. Sie starb am 1. Juni 1983 und wurde, nach einem Staatsakt in der Akademie der Künste der DDR, auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin beigesetzt.

Die frühen Werke Anna Seghers’ können der Neuen Sachlichkeit zugeordnet werden. In der Exilliteratur spielte sie nicht nur als Organisatorin eine wichtige Rolle, sondern schrieb mit Transit und Das siebte Kreuz auch zwei der literarisch bedeutendsten Romane dieser Zeit. Ihre späteren, in der DDR erschienenen Romane sind dem Sozialistischen Realismus verpflichtet. Sie zeigen eine schematische Figurenführung und irritieren durch ihre Parteitreue, die nicht zuletzt auf die zahlreichen offiziellen Funktionen (u. a. als Präsidentin des Schriftstellerverbandes) zurückgeführt werden kann. Im Gegensatz zu den Romanen der fünfziger und sechziger Jahre behalten die späten Erzählungen ihre literarische Gültigkeit. Bis ins hohe Alter bewies Seghers darin eine erzählerische Frische, die nicht zuletzt daher rührte, dass sie immer wieder Stoffe aus der Renaissance, aus Ostasien, der Karibik oder Mexiko aufgriff, die sie sowohl einfühlsam und kenntnisreich wie auch mit großer Erfindungs- und Gestaltungsgabe – jenseits aller Klischees – literarisch großartig zu erzählen verstand. (wikipedia)

Berlin, Anna Seghers, Ehrenbürgerschaft Mainz

Anna Seghers wurde 1983 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Mainz verliehen. Aus diesem Anlaß waren in ihrer Berliner Wohnung (v.l.n.r.) Dr. Storch (FDP), A. Seghers, Oberbürgermeister Jocke Fuchs, Wegell (FDP), Klaus Bölling, Bürgermeister Dr. Keim sowie Dr. Harder, Präsident der Gutenberg-Universität Mainz und andere Persönlichkeiten anwesend.

Und hier eine Hörspielfassung ihres wohl größten Werks: „Das siebte Kreuz “ (ursprünglich ein Hörspiel des DDR-Radio aus dem Jahr 1955, 1968 dann als Doppel-LP auf dem Label Litera erschienen):

Das siebte Kreuz ist ein Roman von Anna Seghers über die Flucht von sieben Häftlingen aus einem Konzentrationslager während der Zeit des Nationalsozialismus.

1938 begann Anna Seghers die Arbeit an ihrem Roman im Exil in Südfrankreich. Da sie keine Recherchen an den Örtlichkeiten des Romans durchführen konnte, griff sie auf eine Region als Schauplatz zurück, die sie als gebürtige Mainzerin kannte. Das von ihr zugrundegelegte Konzentrationslager Osthofen befand sich auf einem damals stillgelegten Fabrikgelände nahe Worms.

Bereits 1939 erschien das erste Kapitel in der Moskauer Zeitschrift „Internationale Literatur“.[1] 1942 wurde der komplette Roman in den USA in englischer Sprache und im mexikanischen Exilverlag „El Libro Libre“ („Das Freie Buch“) in deutscher Sprache veröffentlicht. Ebenfalls 1942 wurde in den USA eine Comic-Fassung verlegt.[2] Durch den Abdruck in zahlreichen Zeitungen Amerikas dürfte die complete pictorial version damals bis zu 20 Millionen Leser erreicht haben. 1944 erschien eine überarbeitete und gekürzte Ausgabe für die auf den europäischen Kriegsschauplatz entsandten US-Soldaten. Später wurde von Anna Seghers das weitere Leben einiger Romanfiguren in Erzählungen fortgeführt („Das Ende“, „Die Saboteure“, „Vierzig Jahre der Margarete Wolf“).

Erstausgabe

Die Erstausgabe (1942)

1937 bricht Georg Heisler mit sechs Mitgefangenen aus dem Konzentrationslager Westhofen bei Worms aus. Der KZ-Kommandant Fahrenberg befiehlt, die Entflohenen innerhalb von sieben Tagen zurückzubringen. Er lässt die Kronen von sieben Bäumen kappen und an den Stämmen in Schulterhöhe je einen Querbalken anbringen, so dass sieben Kreuze entstehen, eines für jeden Flüchtigen. Sechs der Entflohenen werden entweder gefasst oder kommen auf der Flucht um, doch das siebte Kreuz bleibt frei. Georg Heisler gelingt schließlich die Flucht in Richtung der Niederlande.

Jeder der sieben Flüchtigen mit ihren unterschiedlichen Berufen und Biografien steht für eine soziale Schicht. Auch die Vertreter des Nationalsozialismus, allen voran der Lagerkommandant SA-Scharführer Fahrenberg, verkörpern politische Haltungen in Nazi-Deutschland. Zusammen mit den Randfiguren des Romans entsteht ein Querschnitt durch die Gesellschaft dieser Zeit.

Der Roman schildert in sieben Kapiteln die siebentägige Flucht Heislers, die nur gelingen konnte, weil Heisler bei all seinem Mut kein Individualist ist wie die anderen Flüchtigen, sondern als Kommunist Rückhalt bei seinen Genossen im Untergrund findet. Aber auch gutwillige Deutsche, politisch nicht organisiert, helfen ihm auf seiner Flucht.

Comic

US-Comic (1942)

Georg und sechs andere KZ-Insassen fliehen früh morgens bei einem Arbeitseinsatz außerhalb ihres Lagers, nachdem sie einen Wärter niedergeschlagen haben. Mit Hundestaffeln und Scheinwerfern sucht man nach ihnen. Als sie sich außerhalb des Lagers befinden, klettern die Wärter Mannsfeld, Ibst und Meißner über einen Abhang, um die Flüchtlinge einzufangen. Albert Beutler wird gefangen, den anderen gelingt zunächst die Flucht. Der Kommandant Fahrenberg lässt das Gebiet weiträumig absperren, sieben Platanen kappen und an jeden Stamm ein Querbrett nageln. Nach dem Ausbruch der Häftlinge schwört Fahrenberg, dass er die Häftlinge in sieben Tagen wieder beisammenhat.

Georg Heisler kriecht durch die Kanalisation und gelangt auf ein Feld. Er geht ins nächste Dorf, wo er in einem Schuppen etwas zum Anziehen stiehlt. Um heil aus diesem Dorf herauszukommen, nimmt er ein Maschinenteil mit einem Artikelschein daran an sich, um sich damit auszuweisen. In Buchenau angekommen, rastet er. Alle Tore schließen sich, und er versteckt sich hinter einem Holzstapel. Georg gelingt schließlich die Flucht aus dem Dorf, indem er über die Mauer klettert. Er will nach Frankfurt zu seiner Liebsten Leni. Bei der Mitfahrt auf einem Brauereifahrzeug wird er auf einer Landstraße zwischen Oppenheim und Mainz abgesetzt.

Filmbild

Aus dem gleichnamigen US-Film (1944)

Vom nächsten Dorf aus gelangt Georg per Straßenbahn nach Mainz. Dort begibt er sich in den Dom, um in einer Nische zu schlafen. Er zieht seinen Sträflingsanzug aus und gibt sich als Kirchgänger aus. Da seine Hand durch Scherben verletzt ist, geht er am nächsten Morgen zur Behandlung in eine jüdische Arztpraxis.

Georg geht rheinabwärts und tauscht mit einem Schiffer die Kleidung. Mit einem Angler namens „Hechtschwänzchen“ wandert er weiter. Als ihn ein Polizist anspricht, flieht er. Er läuft in ein Industriegebiet, und da er nicht verfolgt wird, kauft er sich an einer Bude ein Bier und überredet eine Bierfahrerin, ihn mitzunehmen. Diese setzt ihn hinter Mainz-Mombach ab und Georg schläft in einem Schuppen. Am nächsten Morgen überquert er den Rhein mit der Fähre und gelangt per Anhalter nach Höchst und von dort aus nach Frankfurt-Niederrad. Voller Hoffnung klopft er bei Leni an, aber die ist inzwischen mit einem Nationalsozialisten liiert und gibt vor, Georg nicht zu erkennen. Georg „stürmt“ die Wohnung und lässt etwas zum Essen mitgehen.

Diverse Buchausgaben

Diverse Buchausgaben

Nachdem er den Schienen gefolgt ist, steht er vor dem Haus, welches ihm der tote Belloni (dem bei der Flucht über die Dächer in die Füße geschossen wurde und der vom Dach fiel) beschrieben hatte. Frau Marelli gibt ihm Kleidung und 8 Mark, die ihr Belloni zu viel gegeben hatte. Er folgt einem Mädchen auf ihr Zimmer und legt sich dort nieder. Später wacht er durch Geräusche auf und flieht aus dem Fenster.

Am Eschenheimer Turm in Frankfurt trifft er Füllgrabe. Dieser will sich stellen und Georg mitnehmen. Nun will Georg nach Botzenbach. Da er weiß, dass alle aus seiner Familie bewacht werden, will er jemanden vorschicken, und er denkt dabei an Paul Röder.

Röder wohnt in Frankfurt-Bockenheim in der Brunnengasse 12. Paul ist da, er nimmt ihn mit in die Wohnung, Georg erzählt aber nicht gleich, dass er aus Westhofen ausgebrochen ist. Paul will ihm helfen, deswegen geht er zu Herrn Schenk in die Moselgasse. Schenk ist in Westhofen, und seine Frau wohnt seit drei Monaten nicht mehr dort. Danach geht Paul zu Herrn Sauer, doch der will Georg nicht kennen, da er Paul für einen Spitzel der Gestapo hält. Deswegen bringt Röder Georg zu seiner Tante Katharina Grabber, die ein Fuhrunternehmen besitzt und Georg einstellt und versteckt.

Paul organisiert mit Hilfe des alten Arbeitskollegen und Kommunisten Fiedler für Georg eine Unterkunft bei einem gewissen Doktor Kreß in der Riederwaldsiedlung. Am nächsten Morgen kommt Fiedlers Ehefrau mit einem Umschlag, in dem sich ein Zettel mit dem Ort, ein gefälschter Pass und etwas Geld befinden. Georg soll am nächsten Tag um 5:30 Uhr an der Anlegestelle an der Kasteler Brücke in Mainz am Schiff „Wilhelmine“ sein. Georg wird von Kreß in Kostheim abgesetzt und geht zur Kasteler Brücke. Dort zeigt er dem Wachposten seinen Pass und gelangt auf den Kahn.

Alle anderen Entflohenen werden entweder gefasst oder sind tot. Fahrenberg lässt die lebenden Flüchtlinge an die Platanen binden. Fahrenberg und Zillich werden als Kommandanten ausgetauscht. Unter der neuen Leitung von Sommerfeld und Uhlenhaut werden alle sieben Platanen gefällt. Ob Fahrenberg anschließend in einem Hotel Selbstmord begeht, bleibt offen; es wird jedoch sehr glaubhaft angedeutet.

AnnaSeghers06

Georg Heisler:
Der Kommunist Georg Heisler ist die zentrale Figur des Romans; als Einziger der sieben Flüchtlinge überlebt er, indem er in die Niederlande flüchtet. Seine Jugend ist geprägt von unbeständigen Freundschaften.

Ernst Wallau
Der ehemalige Betriebsrat und Abgeordnete Wallau ist ebenfalls einer der sieben Flüchtlinge und ist für Heisler Vorbild und geistige Hilfe. Nachdem er gefasst wird, redet er nicht und wird schließlich von Zillich erschlagen.

Füllgrabe
Füllgrabe ist ein wohlhabender Kaufmann, der an Kommunisten spendete, bevor er in das Konzentrationslager kam. Über ihn wird gesagt, dass er die Flucht schaffen könne. Er kannte Heisler bereits von früher und trifft sich mit ihm in Frankfurt, wo Füllgrabe ihn überreden will, sich mit ihm bei der Gestapo zu stellen, was Heisler jedoch ablehnt. Füllgrabe geht schließlich zur Gestapo und stellt sich.

Anna Seghers Darstellung von Westhofen basiert auf Berichten von Gefangenen aus dem KZ Sachsenhausen. Der Name „Westhofen“ spielt auf das KZ in Osthofen an, einem Nachbarort des Orts Westhofen im rheinland-pfälzischen Landkreis Alzey-Worms. Das KZ Osthofen war 1934 allerdings bereits aufgelöst worden. Möglicherweise diente die reale Flucht von Max Tschornicki aus dem KZ Osthofen als Vorlage.

Seghers wollte mit ihrem Roman zeigen, dass Häftlinge aus einem Konzentrationslager ausbrechen konnten, und zwar mit Hilfe Gleichgesinnter, dass der Faschismus in Hitler-Deutschland bekämpft wurde, und dass die Nationalsozialisten nicht allmächtig waren.

In der DDR wurde der Roman Das siebte Kreuz als Pflichtlektüre auch im Deutschunterricht der Oberschulen besprochen, zumal Anna Seghers 1952–1978 Präsidentin des Deutschen Schriftstellerverbands in der DDR war. Das siebte Kreuz wurde als einziges Werk einer Frau in die ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher aufgenommen, zudem ist es Teil der ZEIT-Schülerbibliothek. Marcel Reich-Ranicki bezeichnete es 1988 als Meisterwerk der deutschen Literatur und als den bedeutendsten deutschen Roman über das Leben während des „Dritten Reiches“ und nahm es in seinen 2002 erschienenen Kanon der deutschen Literatur auf. (wikipedia)

Und wir hören so ein Hörspiel, das ob der Intensität einem die Kehle zuschnürten könnte …

Und wenn´s nach mir ging, müsste dieses Werk weiterhin Pflichtlektüre in deutschen Schulen sein …

Als Beigabe gibt´s dann noch die 8seitige Broschüre „Anna Seghers – Mainzer Weltliteratur“ (2003), die ich im KZ Osthofen entdeckt habe … eine kurze Übersicht über Leben und Werk der Anna Seghers.

BackCover

Besetzung:
Aribert Grimmer (Hermann)
Harry Hindemith (Georg)
Ernst Kahler (Pelzer)
Willy A. Kleinau (Paul)
Franz Kutschera (Füllgrabe)
Paul Lewitt (Dr. Löwenstein)
Werner Pledath (Overkamp)
Horst Preusker (Fischer)
Horst Schönemann (Bunsen)
Paul Streckfuß Aldinger
Renate Thormelen (Gerda Kreß)
Gerry Wolff (Peter Kreß)

Bearbeitung und Regie: Hedda Zinner

Beispiel01

Titel:
01. Das siebte Kreuz 1.17.21

Text: Anna Seghers

LabelC1

*
**

Beispiel02

Und dann noch dieses … weil ich ja mittlerweile 65 Jahre alt geworden bin:

Glück

Die drei Fragezeichen – 120 – Der schwarze Skorpion (2004)

FrontCover1Und  weiter geht´s  mit dieser legendären Kultserie und ich mir ist ein kleiner Lapsus unterlaufen. Versehentlich habe ich mir die Folge 120 geschnappt … meine letzte Pr#äsenttion war ja die Folge 47 aus dem Jahr 1990.

Und seit dem hat sich einiges getan:

Der ursprüngliche und langjährige Erzähler bei dieser Serie, Peter Pasetti ist im Jahr 1996 verstorben.

An seine Stelle trat Thomas Fritsch, ebenfalls ein bekannter deutscher Schauspieler. Er hat die Rolle des Erzählers von 2002 bis März 2017  inne.

Und klar, die Musik war „aktueller“, die Geräusche natürlich auch ein wenig  pfiffiger.

Der schwarze Skorpion ist ein Fall der drei ???, der von Marco Sonnleitner geschrieben

Thomas Fritsch

Thomas Fritsch

wurde.

Laut gellen die Schreie durch das Stadion: „Ein Skorpion… ein riesiger Skorpion!“ Unter den Zuschauern der Beachvolleyball-Weltmeisterschaft in Rocky Beach bricht Panik aus. Ken Parker, einer der Spieler, ist zusammengebrochen, weil er von dem giftigen Spinnentier gestochen wurde. Wie ist der schwarze Skorpion in den Sand des Spielfeldes geraten? Wollte jemand mit einem Anschlag den bevorstehenden Sieg der amerikanischen Mannschaft verhindern? Die drei ??? nehmen die Ermittlungen auf und bekommen es in diesem sehr gefährlichen Abenteuer mit einer ganzen Reihe weiterer unheimlicher Tiere zu tun… (Klappentext)

Folgende Besonderheiten sind für diese Folge festzuhalten:

Aus dem großen Unbekannten mit der tiefen Stimme, der im Buch „Deep Voice“ (Tiefe Stimme) genannt wird, wird in der Hörspielfassung „Deep Throat“. Vielleicht wollte man sie ein wenig an der Serie Akte X orientieren. In der ersten Staffel der amerikanischen Originalserie wird der große Unbekannte mit der tiefen Stimme „Deep Throat“ genannt. Ob das nur ein Zufall ist…;o) ?

Justus „Kampf“ mit der Grasnatter in der Zentrale kommt leider nur im Buch vor.

Wer von euch den Film „Sneakers, die Lautlosen“ kennt, dem wird die Szene, in der Bob Justus beschreibt, was er alles im Kofferraum gehört hat (Bodenschwellen auf der Brücke etc.), vielleicht bekannt vorkommen. Aber warum soll sich ein Autor nicht von einem guten Film inspirieren lasse, oder? Vielleicht ist es aber auch nur reiner Zufall…;0) ?

Peters Handy hat den gleichen Klingelton, wie das Mobiltelefon des Quizmasters Nick Nobel aus dem Fall um das gefährliche Quiz (hört mal genau hin).

Dies war über drei Jahre das letzte Drei ??? Abenteuer, welches als Hörspiel erschienen ist.

Die wirklich gute Geschichte wurde in der Hörspielfassung leider ein wenig verworren umgesetzt. Spannung kommt leider auch nur im Ansatz auf. Wir empfehlen euch deshalb das Buch, da es im Vergleich zum Hörspiel um einiges besser und spannender ist. (so ein Experte bei 3fragezeichen.net)

Nun gut … for fans only !

Laut gellen

Besetzung:
Thomas Fritsch (Erzähler)
Andreas Fröhlich (Bob Andrews, Recherchen und Archiv)
Jürgen Holdorf (Ken Parker)
Ilka Kirsch (Mrs. Bancroft)
Heinz Lieven (Dr. Robinson)
Alexander Müller (Zuschauer)
Oliver Rohrbeck (Justus Jonas, Erster Detektiv)
Marco Sand (Mickey McQuire)
Peter Shaw, Zweiter Detektiv Jens Wawrczeck

Booklet1

Titel:
01. Der schwarze Skorpion (Teil 1)
02. Der schwarze Skorpion (Teil 2)

MC2A

*
**

DieDreiDetektive

Auch die drei Detektive kommen in die Jahre

Charles Dickens – Oliver Twist (Hörspiel) (1970)

FrontCover1Keine Frage: Ein Klassiker der „sozialkritischen“ Kinder- und Jugendlitertur vergangener Zeit, geschrieben von Charles Dickens:

Charles John Huffam Dickens, (als Pseudonym auch Boz; * 7. Februar 1812 in Landport bei Portsmouth, England; † 9. Juni 1870 auf seinem Landsitz Gads Hill Place in Higham bei Rochester, England) war ein englischer Schriftsteller.

Ihm wird große literaturgeschichtliche Bedeutung beigemessen. 2015 wählten 82 internationale Literaturkritiker und -wissenschaftler vier seiner Romane zu den bedeutendsten britischen Romanen: David Copperfield, Bleak House, Große Erwartungen und Dombey und Sohn. Zu seinen bekanntesten Werken gehören außerdem Oliver Twist, Eine Geschichte aus zwei Städten und A Christmas Carol.

In seinen Werken finden sich oft konkrete Hinweise auf die sozialen Missstände des viktorianischen Zeitalters, etwa durch die beispielhafte Darstellung der kritischen Situation der armen Stadtbevölkerung oder der damals vorherrschenden Sozialstrukturen. So schafft es Dickens gekonnt mit Oliver Twist, seinem zweiten Roman von 1838, seiner Leserschaft das Problem von Armut und daraus folgender Kriminalität nahezubringen, was seinerzeit dazu beitrug, auf die schwierige Lage der Bevölkerung von Jacob’s Island, einem damaligen Slum in London, in dem der Roman spielt, aufmerksam zu machen; in der Folge verbesserte sich die dortige Lebenssituation. Ebenso übte Dickens mit der Darstellung des tragischen Charakters der Prostituierten Nancy Kritik am viktorianischen Klassensystem und trug zusätzlich zum Abbau festgefahrener Vorurteile in der damaligen Gesellschaft bei, indem er Nancys menschliche Wesenszüge hervorhebt. Aber auch Einrichtungen des viktorianischen Staatswesens kritisiert Dickens. So verurteilt er in Bleak House den damaligen Court of Chancery für die Verschleppung von Rechtsstreitigkeiten, während er in Little Dorrit die Ineffektivität eines korrupten Patentamtes anprangert.

CharlesDickens01

Oliver Twist kommt in einem Armenhaus auf die Welt. Die Mutter stirbt kurz nach der Geburt und hinterlässt nur ein kleines geheimnisvolles Medaillon, das eine alte Armenhäuslerin an sich nimmt. Der Junge wächst ohne Wissen um seine Abstammung als Waise mit zwanzig bis dreißig anderen Kindern unter der Obhut von Mrs Mann auf. Mit neun muss er ins Armenhaus, weil er zu alt fürs Waisenhaus ist. Als Oliver eines Tages von den anderen Jungen vorgeschickt wird, um mehr Essen zu erbitten, sieht sich das Armenhaus gezwungen, den „unverschämten Burschen“, der „sicherlich mal am Galgen enden wird“, zu bestrafen. Oliver wird mitsamt fünf Pfund an den Leichenbestatter Sowerberry verschenkt, um bei ihm in die Lehre zu gehen. Doch auch dort meint es das Schicksal mit dem armen Oliver nicht gut, und bevor er erneut zum Opfer eines Unglückes wird, flieht er nach London. Dort angekommen gerät er in die Fänge von Fagin, einem alten jüdischen Hehler, der elternlose Kinder zu Kriminellen ausbildet.

Gemeinsam mit dem Baldowerer und dessen Kumpel soll Oliver schließlich das Handwerk des Taschendiebstahls erlernen, doch obwohl der Junge bei der Tat nur entsetzt zusehen kann, wird er von der Polizei geschnappt. Der Geschädigte, ein gütiger Mann namens Brownlow, spricht sich jedoch für Oliver aus und nimmt sich seiner an. Oliver wird zum ersten Mal gut behandelt, aber sein Glück hält nicht lange an. Er wird wieder von Fagin gefasst und muss mit einem der größten Verbrecher Londons einen Einbruch begehen. Dieser geht schief – Oliver wird bewusstlos und angeschossen in einem Graben liegengelassen. Zu seinem Glück nimmt ihn die Familie auf, die er zuvor bestehlen sollte. Jedoch beginnt nun wieder eine neue Jagd auf Oliver und ein unheimlicher Mensch namens Monks kommt ins Spiel.

Theatermanuskript

Theatermanuskript, 1887

Mit Oliver Twist prangerte Dickens die gesellschaftlichen Missstände der damaligen Zeit an. Der Waisenknabe Oliver wird körperlich und seelisch misshandelt und erfährt nur von wenigen Menschen Güte und Barmherzigkeit. Die Armen und Kranken erscheinen als nichts mehr als Aussätzige in einer Welt der Stärkeren und gesellschaftlich Höhergestellten. Ungerechtigkeit, Hunger und Tod sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Charles Dickens schmückt seine Erzählung mit ironischen, oft schon zynischen Beschreibungen. Kinderarbeit wird in dem Werk ebenso thematisiert wie Kinderkriminalität. Die Schilderungen der Brutalitäten gegenüber den Armen und Schwachen sind – aus heutiger Sicht – oft so absurd, dass man sie kaum glauben mag. Nach Erscheinen des Romans wurde zum ersten Mal das Armengesetz diskutiert und erfolgreich geändert. (wikipedia)

Illustration01

 

Beeindruckend, welche Wirkung dieser Roman wohl hatte.

Hier eine Hörspiel-Fassung von dem Label Europa (heute wohl so eine Art Kult-Label aus den 60er und 70er Jahren).
Oliver Twist wächst in einem Armenhaus auf und da es ihm da nicht gefällt läuft er nach London weg. Dort nimmt ihn der Hehler Fagin auf, der ihn zum Dieb ausbildet. Aber Oliver ist ein guter Junge, dieser neue Beruf sagt ihn nicht zu, auf fehlt ihm das Talent, so dass er schon bei seinem ersten Auftrag erwischt und vermöbelt wird. Mr. Brownlow pflegt gen Jungen gesund, aber dann ist Oliver plötzlich wieder verschwunden.

Das ist nun die dritte Vertonung des Stoffes, die ich mir als Hörspiel angehört habe und auch die kürzeste. Die SDR Produktion aus dem Jahre 1957 unter der Regie von Walter Knaus hatte 83 Minuten Laufzeit (Oliver Twist. 2 CDs). Der NDR vertonte den Stoff 2006 mit 103 Min. Laufzeit mit Rainer Gussek als Regisseur (Oliver Twist) und dieses Hörspiel aus dem Jahr 1970 unter der Regie von Konrad Halver hat ca. 45 Minuten Laufzeit.
Diese Variante ist nicht schlecht, sie ist sogar in einigen Teilen besser als längere Versionen, man holt aus den 45 Minuten wirklich das Maximum heraus, aber was ist in 45 Minuten möglich und wo wird gestrichen? Letztendlich wurde die komplette Kindheit Olivers gestrichen und seine Lehrzeit beim Sargmacher. Es gibt eine kurze Szene im Waisenhaus, danach geht es direkt nach London. Immerhin hat man sich wirklich Mühe gegeben, das Geheimnis um Olivers Herkunft soweit korrekt wiederzugeben und hat die Maylies Episode nicht komplett gestrichen, wie das in den meisten Filmen und Hörspielen der Fall ist, dennoch ist von der tatsächlichen Geschichte wie Dickens sie schrieb nicht mehr viel übrig, obwohl es nur ein kleines dünnes Büchlein im Vergleich zu Dickens anderen Werken ist.

Diverse Illustrationen

Diverse Illustrationen aus der Originalausgabe von George Cruikshank

Die Kürzungen sind nicht wirklich optimal durchgeführt, ohne Kenntnis des Buches entstehen durchaus Verständnislücken wie es zu einigen Situationen kommen konnte. Auch werden einige der Personen nicht richtig eingeführt, sie kommen und gehen in schnellem Wechsel und ich kann mir nur schwer vorstellen, wie ein Neunjähriges Kind aus dieser verstümmelten Zusammenfassung die Handlung ohne Kenntnis des Buches erfassen soll.

Die Sprecher sind OK, nicht wirklich gut, besonders in den Kinderrollen hapert es teilweise deutlich, aber es fällt keiner wirklich richtig unangenehm auf.
Dennoch würde ich wirklich zu einer der anderen Vertonungen raten. Die Version von 1957 von Walter Knaus  gefällt mir bisher immer noch am besten. (Callisto)

Nun gut, in der Tat ein eher schlichtes Hörspiel, aber dennoch: Romane dieser Art und auch Hörspiele dieser Art können schon sensibilisieren … was sich so tut … wenn die Schere zwischen Arm und Reich so spreizt, wenn die bürgerliche Gesellschaft auf Kosten anderer lebt.

BackCover1

Besetzung:
Horst Beck (Fagin)
Katharina Brauren (Mrs. Maylie)
Sieglind Bruhn (2. Waisenkind)
Ingo Eggers (Jack Dawkins)
Marco Fehrs (Giles)
Rudolf Fenner (Sikes)
Konrad Halver (1. Waisenkind, Henry Maylie )
Werner Hinz (Mr. Brownslow)
Ingeborg Kallweit (Mrs. Mann)
Heike Kintzel (Mrs. Bedwin)
Hans Paetsch (Erzähler)
Michael Poelchau (Monks)
Oliver Röhricht (Oliver Twist)
Ernst G. Schiffner (Brittles)
Reinhilt Schneider (Rosa Maylie)
Sabine Titze (Nancy)
Claus Wagener (Dr. Losberne)

Hörspielbearbeitung: Ingeborg Kanstein
Regie: Konrad Halver
Musik: Chris J. Evans

Diverse Buchausgaben

Diverse Buchausgaben

Titel:
01. Oliver Twist (Teil 1) 21.21
02. Oliver Twist (Teil 2) 20.08

LabelB1

*
**

Ellis Kaut – Pumuckl – Spuk in der Werkstatt + Das verkaufte Bett (1982)

FrontCover1Ich weiß, ich weiß … die Welt ist in Aufruhr … und da komm  ich mit dem Pumuckl daher … und seiner Schöpferin, der Ellis Kaut. Ich weiß aber auch, dass sie gerade in dieser Zeit für viele Kinder ein Lichtblick war als das Leben sich vorrangig in den eigenen vier Wänden abspielen musste.

Und auch für mich war sie eine Wegbegleiterin … erst als ich ein Kind war, dann als ich ein Vater war …

Elisabeth „Ellis“ Kaut (* 17. November 1920 in Stuttgart; † 24. September 2015 bei München) war eine deutsche Kinderbuchautorin, die durch die Erfindung des Pumuckl international sehr erfolgreich wurde. Darüber hinaus verfasste sie Novellen für Erwachsene und einige Bildbände.

Ellis Kaut kam durch den Umzug ihrer Eltern in ihrem zweiten Lebensjahr nach München. Mit 18 Jahren wurde sie zum offiziellen Münchner Kindl des Jahres 1938 gekürt. Mit 19 Jahren heiratete sie am 21. November 1939 den Schriftsteller Kurt Preis und blieb in München; die gemeinsame Tochter Ursula wurde im März 1945 geboren. Nach einer Schauspielausbildung studierte Ellis Kaut bis 1944 Bildhauerei. Seit 1948 war sie freie Schriftstellerin und übernahm in den 1950er und 1960er Jahren Sprechrollen bei Hörspielen. Beim Bayerischen Rundfunk betreute sie Kindersendungen. Daneben widmete sie sich jedoch stets auch der Malerei und der Fotografie. Im Gegensatz zu diesen Tätigkeiten sei das Schreiben für sie stets harte Arbeit gewesen, sagte sie 2010 in einem Interview. Zu ihren literarischen Werken habe sie immer eine große Distanz gehabt.

Mit ihrer Stiftung zur Förderung des Lesens und der Jugendliteratur regte sie zur Beschäftigung mit Büchern ihres Genres an.

Ellis Kaut als Münchner Kindl, 1938

Ellis Kaut als Münchner Kindl, 1938

Ellis Kaut war seit 1991 verwitwet und lebte zuletzt im Münchner Stadtteil Pasing. Sie starb nach langer Krankheit am 24. September 2015 im Alter von 94 Jahren in einem Pflegeheim nahe München.

Kaut ist die Autorin der Geschichten über den Kobold Pumuckl, der bei Schreinermeister Eder allerlei Spuk in dessen Werkstatt treibt. Zunächst 1962 als Hörspiel vom Bayerischen Rundfunk gesendet, fanden die Pumuckl-Geschichten bei Kindern auch als Buch, Schallplatte/Kassette, CD oder DVD und als Fernsehserie Anklang. Insgesamt entstanden rund 100 Geschichten, in denen Pumuckl für Aufregung und Verwicklungen zuständig ist.

Die 52-teilige Fernsehserie sowie die Hörspielreihe mit Alfred Pongratz und später Gustl Bayrhammer als Meister Eder und Hans Clarin, der Pumuckl seine Stimme lieh und 2002 selbst den Erben und Cousin des Meister Eder spielte, sorgten für bundesweite Bekanntheit der Figur. Wie Kaut in der Sendung Montagsmaler vom 22. November 1983 selbst erklärte, war „Pumuckl“ der ihr von ihrem Mann gegebene Spitzname.

Im oberbayerischen Ohlstadt entstand ein Pumuckl-Museum.

Neben dem Pumuckl sind auch die Geschichten vom Kater Musch sowie die Fehlerteufelgeschichten einem breiteren Publikum bekannt. Zudem stammt von ihr das Kinderbuch Schlupp vom grünen Stern, das 1974 im Südwest-Verlag erschien und 1986 vom Marionettentheater Augsburger Puppenkiste verfilmt wurde. Außerdem veröffentlichte sie Bildbände mit selbst erstellten Fotografien, beispielsweise München zu jeder Jahreszeit (1990) und Gleich hinter München – das Land Ludwig Thomas (1993). 2009 veröffentlichte sie ihre Autobiografie Nur ich sag ich zu mir. (Quelle: wikipedia)

EllisKaut01

Und was bietet sich besseres an, als nun die beiden ersten Geschichten des Pumuckls zu präsentieren und zwar mit Hans Clarin und Gustly Bayerhammer in den Hauptrollen … als perfekte Protagonisten des gemütlichen Meister Eder und des drolligen Kobolds:

SPUK IN DER WERKSTATT: Der Pumuckl klebt bei Meister Eder am Leimtopf fest. Und nach einem alten Kobold-Gesetz muss er für immer bei dem bleiben, der ihn einmalgesehen hat. Dem Meister Eder fällt es nicht leicht, sich an einen Kobold zu gewöhnen. Auch für den Pumuckl ist es neu, für jemanden sichtbar zu sein. Doch dann merkt der Pumuckl, dass er trotzdem reichlich Schabernack treiben kann.

DAS VERKAUFTE BETT: Beim Frühstück stellen Meister Eder und der Pumuckl fest, dass Teller, Tasse und überhaupt alles für den kleinen Kobold viel zu groß ist. Deshalb bastelt der Schreinermeister als erstes ein Holzbettchen für seinen Freund. Aber eine Kundin überredet ihn, es ihr zu verkaufen. Darüber wird der Pumuckl furchtbar wütend und er beschließt, sich an ihr zu rächen.

Ach man könnte viel über diesen Pumuckl schreiben (ganz sicher war ein kleiner Anarchist), ich könnte darüber schreiben, wie ich die ersten Pumuckl Hörspiele in den frühen 60er Jahren mit roten Ohren gehört habe und wie ich dann viele, viele Jahre später mit meinen Töchtern erneute in die Welt des drolligen Gesellens wieder eingestiegen bin …

Hach …

Und der der Pumuckl wird uns hier noch öfters über den Weg laufen.

Beigefügt habe ich dann noch ein Interview das Norbert Göttler mit Ellis Kaut im Jahr 2009 geführt hat.

EllisKaut02Besetzung:

Spuk in der Werkstatt:
Gustl Bayerhammer (Meister Eder)
Katharina de Bruyn (Frau Bernbacher)
Hans Clarin (Pumuckl)
August Riehl (Sprecher)
Ernie Singerl (Frau Steinhauser)
Fritz Strassner (Bernbacher – Schlossermeister)

Das verkaufte Bett
Gustl Bayrhammer (Meister Eder)
Christian Brandner (Herbert – Sohn)
Katharina de Bruyn (Frau Reiser – Mutter)
Hans Clarin (Pumuckl)
Julia Fischer (Doris – Tochter)
August Riehl (Sprecher)
Erni Singerl (Frau Bauer)
Regie: Alexander Malachovsky

LP Hülle

LP – Hülle

Titel:
01. Hurra, hurra der Pumuckl ist da (Muschler/Horn/Carpendale/König) + Spuk in der Werkstatt 29.01
02. Das verkaufte Bett 20.20
+
03. Ellis Kaut im Gespräch mit Norbert Göttler (2009) 37.58

Text: Ellis Kaut

MC
*
**

Pumickl01

Elfie Donnelly – Benjamin Blümchen im Urlaub (Folge 15) (1981 – 2003)

MCFrontCover1Eigentlich wollte ich dieses Hörspiel hier noch gar nicht loswerden. aber jetzt doch, denn morgen will ich das Hörbuch loswerden und zwar bei einem kleinen Familientreffen in einem Waldlehrgarten bei Grünwald … denn dort treffe ich meine 7jährige Enkeltochter, und die wird sich freuen. Also: Benjamin Blümchen.Und die Autorin heißt Elfie Donnelly:

Elfie Donnelly (* 14. Januar 1950 in London)[1][2] ist eine österreichische Autorin zahlreicher Kinderbücher, Hörspiele und Drehbücher in Österreich und Deutschland. Ihre größten Erfolge sind die Figuren Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen.

Elfie Donnelly wurde in London geboren, ihre Mutter war Wienerin, ihr Vater eine Zeit britischer Besatzungssoldat in Österreich. Sie verbrachte ihre ersten Lebensjahre in Rugby, in den englischen Midlands, ab fünf Jahren in Wien, wohin ihre Mutter zunächst alleine zurückgekehrt war. Ihre Mutter starb, als sie 15 war. Nach eigenen Aussagen war sie ein schwieriger Teenager, flog von der Schule. Mit 17 wurde sie schwanger und heiratete, die Ehe hielt jedoch nicht lange.

Donnelly war schon in jungen Jahren als Journalistin tätig. Sie begann in Wien als Texterin in der Presseagentur APA, in der auch die Mutter gearbeitet hatte.

1973 zog sie nach Berlin, heiratete Peter Lustig (Löwenzahn/ZDF) und begann, unter anderem, für den Sender Freies Berlin (SFB) Hörspiele für Kinder zu schreiben. Mit ihrem ersten Buch bekam sie den Deutschen Jugendliteraturpreis. In den Achtzigerjahren wurde sie Schülerin des indischen Gurus Osho.

Sie wohnt mit ihrem jetzigen Mann, dem Autor Paul Arató, auf Ibiza. Elfie Donnelly hat zwei erwachsene Söhne, einen aus der Ehe mit Peter Lustig und zwei Enkel.

Im Alter von 26 Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Buch mit dem Titel Servus Opa, sagte ich leise, eine Geschichte, die von einem kleinen Jungen und dem Tod seines Großvaters erzählt. Das Buch bekam 1978 den Deutschen Jugendbuchpreis und den ersten verliehenen Hans-im-Glück-Preis. Für das Drehbuch zum gleichnamigen Fernsehspiel wurde Donnelly 1979 mit dem Adolf-Grimme-Preis mit Silber (zusammen mit Hans Henning Borgelt) und dem Publikumspreis der Marler Gruppe ausgezeichnet.

Elfie Donnelly02

Elfie Donnelly, 1977

Ab 1977 schrieb sie 65 Folgen Benjamin Blümchen und 41 Folgen Bibi Blocksberg. Sieben Jahre später verkaufte sie ihre Rechte und zog nach Mallorca. Über 6,2 Millionen Mal wurden Audiokassetten mit Benjamin Blümchen verkauft.

Aus Donnellys Feder stammt ebenfalls die seit 2004 veröffentlichte Hörspiel- und Buchserie Elea Eluanda, die Geschichte eines querschnittgelähmten Mädchens, das sich trotz seines Schicksals im Leben bewährt und von ihrem indischen Freund Ravi und der putzigen Tröstereule Ezechiel begleitet wird. Typisch für Donnelly sind in allen Folgen der Serien wiederkehrende Lautumschreibungen: Ezechiels „Aramba cholé“ ist hier genauso zu nennen wie „Hex-hex“ in Bibi Blocksberg und das „Töröö“ des Benjamin Blümchen.

Im Dezember 2019 erschien die erste Staffel von Draculino, einer neuen Hörspielserie für Kinder ab 6 Jahren als Audible Original, die erste Zusammenarbeit Donnellys mit dem Unternehmen. Für die Hauptfigur, den rothaarigen Waisenjungen Luca, dem die Vorderzähne fehlen, weshalb er von einem Vampir-Ehepaar adoptiert wird, stand Donnellys Sohn aus der Ehe mit Peter Lustig Pate.

Elfie Donnelly01

Elfie Donnelly mit Peter Lustig

Das erste Drehbuch schrieb Elfie Donnelly 1981 mit Der rote Strumpf, im gleichen Jahr auch als Hörspiel veröffentlicht. Im Film von Wolfgang Tumler spielte Inge Meysel die Hauptrolle. 2001 verfasste sie das Drehbuch zu Bibi Blocksberg, der sich mit fast 2,5 Millionen Zuschauern als erfolgreichster deutscher Kinofilm des Jahres 2002 erwies. 2003 folgte nach dem Erfolg des ersten Films die Fortsetzung Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen mit Marie Luise Stahl als Elea in der 2. Hauptrolle. In beiden Filmen waren Katja Riemann, Ulrich Noethen, Corinna Harfouch und in der Rolle der „Bibi“ Sidonie von Krosigk zu sehen.

2005/2006 arbeitete die Autorin mit ihrem Mann an zwei Kinofilm-Drehbüchern Emma Panther und Der kleine Medicus im Bereich der Familienunterhaltung. Ebenfalls 2006 entstand das Drehbuch zur romantischen Kino-Dramedy Töne aller Arten nach dem Roman von Peter Trabert. Aus Donnellys Feder stammt auch der Kinofilm Die Mondjäger (früherer Arbeitstitel des Films: APUENA). Im Jahr 2019 kam eine Realfilmfassung von Benjamin Blümchen ins Kino, für die Elfie Donnelly zusammen mit Bettina Börgerding das Drehbuch verfasste.

Elfie Donnelly03

Im Bereich der Erwachsenenliteratur hat Donnelly zwei Kriminalromane im Piper Verlag (Kein einziges Wort und Wen der Tod entlässt) vorzuweisen. Beide Romane haben eine deutsch-österreichische Begräbnisunternehmerin mit einem Faible für Tango in Wien zur Heldin. Die skurrilen Kriminalromane sind von der Kritik nicht zur Kenntnis genommen worden. Der ORF plant auf Grundlage der Wien-Krimis eine Fernsehserie. Für Paare verboten, bei Hoffmann und Campe erschienen, karikiert die Tantra-Therapie-Szene.

Auch der Reiseführer Gebrauchsanweisung für Mallorca (2002) stammt aus ihrer Feder. Als Books on Demand und als E-Book erschienen sind Wendelburgs Komplott, Das Glasauge (Autobiographisches) und Die Hühnerleiter ins Nirvana. (wikipedia)

Elfie Donnelly04

Na ja und dann der sprechende Elefant Benjamin Blümchen:

Benjamin Blümchen ist eine Hörspiel- und Zeichentrickfigur aus der Feder von Elfie Donnelly. Die Hörspielserie gehört zu den erfolgreichsten deutschen Hörspielen, die vor allem unter der Regie von Ulli Herzog im Label Kiddinx (früher Kiosk) entstanden.

Benjamin (Bartholomäus) Blümchen ist ein anthropomorpher, in diesem Fall sprechender, Elefant aus dem Zoo im fiktiven Neustadt und Protagonist der gleichnamigen Hörspielreihe. Zentraler Bestandteil der Geschichten sind normalerweise Abenteuer, die Benjamin mit seinem zehnjährigen menschlichen besten Freund Otto in und um Neustadt (dem zentralen Ort der Handlung) erlebt; oft übernimmt er dabei einen entsprechenden Beruf und meistert ihn, wie für Kinderhörspiele und -filme üblich, mit Bravour.

Benjamin Blümchen

Benjamin Blümchen kennt keine Sprachbarrieren. In vielen verschiedenen Folgen kann sich Benjamin neben Menschen verschiedener Herkunft auch mit anderen Elefanten oder anderen Tieren unterhalten, so organisiert er mit Otto in Folge 9 (hat Geburtstag) seinen Geburtstag oder unterhält sich mit einem indischen Elefanten in Folge 70 (Benjamin und Bibi in Indien). Abgesehen von einigen Folgen, z. B. Folge 37 (Der Gorilla ist weg) und 38 (Der Zoo zieht um), in denen Bibi Blocksberg einigen Tieren zur menschlichen Sprache verhilft, ist Benjamin Blümchen das einzige Tier, das die Menschensprache beherrscht. Einen Sonderfall stellt die Folge 48 (bekommt ein Geschenk) dar, in der Benjamin Blümchen den kleinen Elefanten Nuckel, der die Menschensprache spricht, als Geschenk bekommt. Des Weiteren kann seine Frau Leila (in Folge 11, Auf dem Mond; nicht jedoch in Folge 7 Verliebt sich) auch die menschliche Sprache sprechen. Auch Benjamins Verwandte in Afrika beherrschen die menschliche Sprache, allerdings nur Swahili (Folge 4, In Afrika). In ebendieser Folge (im Gegensatz zu späteren) beherrscht allerdings Benjamin Blümchen die Elefanten- oder gar Tiersprache nicht.

Von 2003 bis 2010 war Benjamin Blümchen das Markenzeichen des Centro-Parks in Oberhausen. (wikipedia)

Und darum geht´s in der Folge 15:

Hüllentext2

Nun gut … wirklich nett gemacht und meine Enkeltochter wird sich freuen. Und vermutlich ist es für Kinder ganz wichtig, dass auch so eine Geschichte, trotz der dramatischen „Rettungsaktion“ immer wieder gut ausgehen wird.

Meine Töchter kannten ihn natürlich auch, aber ich glaub´ ihnen hat Bibi Blocksberg besser gefallen.

CDFrontCover1

Besetzung:
Hallgard Bruckhaus (Ottos Mutter)
Otto Czarski (Eisverkäufer)
Norbert Gescher (Schaffner, Badewärter)
Norbert Gescher (Schaffner)
Joachim Nottke (Erzähler)
Edgar Ott (Benjamin Blümchen)
Frank Schaff (Otto)
Christine Schnell-Neu (Frau)
Manfred Schuster (Mann)
Carsten Zachariae (Kind)

Regie: Ulli Herzog
Musik: Michael Thilo, Harlequin/Donnelly (Text)
Ton: Walter Scheerbarth

Text: Elfie Donnelly

CDBooklet1

Titel:
01. Benjamin Blümchen Lied 0.51
02. Überraschender Gewinn 7.02
03. Auf der Reise 5.48
04. Ankunft im Hotel 3.58
05. Aufregung am Strand 5.35
06. Benjamin als Eisverkäufer 5.50
07. Noch ein neuer Job 3.46
08. Die Rettungsaktion 8.53
09. Bescheidene Helden 1.23

MC2

*
**

Tray1

H.G.Francis – Gruselserie (Folge 18 – Das Weltraum-Monster (1977 – 1982)

FrontCover1Die Gruselserie ist eine deutsche Grusel- und Horror-Hörspielserie von Europa, die in den Jahren 1981–1982 erschienen ist. Die Bücher wurden von H. G. Francis verfasst, weshalb die Serie auch unter dem Titel H. G. Francis’ Gruselserie bekannt ist. 2019 wurde die Serie als fünfteiliges Revival fortgeführt.

Nachdem das Label Europa in den 1970er-Jahren mehrere Einzelveröffentlichungen aus dem Genre Horror auf den Markt gebracht hatte, sollten weitere Episoden innerhalb der Gruselserie gebündelt und etabliert werden.

Als erste Folge der neuen Serie wurde 1981 das Hörspiel Frankensteins Sohn im Monster-Labor veröffentlicht. Es handelt sich dabei um eine neue Fassung des bereits 1977 erschienenen Frankensteins Sohn. Auch die zweite Folge Dracula und Frankenstein, die Blutfürsten war lediglich eine Neufassung des Hörspiels Dracula trifft Frankenstein aus dem Jahr 1979. Die Neufassungen erhielten lediglich neue Titel sowie geänderte Musikstücke und andere Cover. Für die nächste Folge verfasste H. G. Francis eine abgewandelte Version des Romans Dracula, die unter dem Titel Dracula, König der Vampire als Folge 3 erschien. Auch die vierte Folge, Schloss des Grauens war lediglich eine Neufassung des bereits 1976 erschienenen Hörspiels Das Gespenst vom Schlosshotel. Folge 5 Angriff der Horrorameisen war die erste neue Geschichte innerhalb der Gruselserie und lehnte sich inhaltlich eher am modernen Horrorfilm, als an der klassischen Gruselgeschichte an.

WeitereAusgaben

Folge 15 bestand ausschließlich aus den von Carsten Bohn komponierten Musikstücken der Reihe, die in längeren Versionen enthalten waren. Diese Folge war außerdem die letzte, die auf LP und MC erschienen, ab Folge 16 wurden die Hörspiele nur noch auf MC veröffentlicht. Mit Folge 18 erschien 1982 die letzte Folge der Serie. Über die Gründe, die zur Einstellung führten, ist nichts bekannt.

1987 erschienen zehn der achtzehn Folgen mit geänderten Covern und teilweise neu abgemischten Sounds und Musikstücken erneut. Die Titel wurden dafür teilweise gekürzt.

1999 erschien die Serie in neu bearbeiteten Fassungen unter dem Motto „Die Rückkehr der Klassiker“ auch auf CD. Aufgrund eines Rechtsstreits zwischen dem Komponisten des Soundtracks, Carsten Bohn, und der Firma Europa wurden die Folgen für diese Ausgabe bearbeitet, wobei man die ursprüngliche Hörspielmusik durch neue Stücke ersetzte sowie Teile musikunterlegter Szenen entweder umschrieb oder ganz wegschnitt. Da die Originalfolge 15 aus reinen Musikstücken bestand, wurde sie in dieser Auflage durch das Hörspiel Nessie, das Ungeheuer von Loch Ness ersetzt, das ursprünglich bereits 1977 als Einzelhörspiel erschien.

Die CD-Auflage der Gruselserie ist von Europa ab 14 Jahren empfohlen. Die Hörspielauflagen vor 1999 hatten eine Altersempfehlung seitens Europas von 12 Jahren. (wikipedia)

Autor dieser Serie war ein gewisser H. G. Francis:

H. G. Francis (* 14. Januar 1936 in Itzehoe; † 3. November 2011 in Hamburg[1]; eigentlich Hans Gerhard Franciskowsky) war ein deutscher Buch- und Hörspielautor. Er verfasste unter zahlreichen Pseudonymen Science-Fiction-Romane und Jugendhörspiele. Von 1971 bis 2004 gehörte er zum festen Autorenstamm der Perry-Rhodan-Serie.
tur studierte der Hobbyschwimmer (Jugendmeister in Schleswig-Holstein) Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Hamburg. Danach war er als Gebietsleiter eines Pharma-Unternehmens tätig.

HGFrancis

H.G. Francis

Seit seiner Jugend interessierte sich H. G. Francis für Literatur und Science-Fiction. Inspiriert durch Werke von Isaac Asimov und Poul Anderson veröffentlichte er schon 1962 seinen ersten Roman Die fünf Oligos. Schon kurz darauf erschien sein erster Band innerhalb der SF-Serie Mark Powers, allerdings unter dem Verlagspseudonym Ted Scott. Es folgten weitere Romane, neben Mark Powers schrieb er mehrere Utopia-Romane und an der Serie Ren Dhark von Kurt Brand mit. Der Autor entwickelte Mitte der 1960er-Jahre seine eigene Serie Rex Corda. Die Serie erschien ab dem 7. November 1966 im Bastei-Verlag, wurde jedoch am 28. August 1967 nach 38 Bänden wieder eingestellt.

Ab 1970 wurde Francis in der Perry-Rhodan-Serie aktiv, zunächst in der Schwesterserie Atlan, ab 1971 dann auch für die Perry-Rhodan-Serie selbst. Sein erster Band trug die Nummer 518 und hieß Sturmlauf in den Tod. In den folgenden über dreißig Jahren verfasste er für die Serie mehr als 200 Heftromane.

Er gab 1972 seine Arbeit als Gebietsleiter auf und wurde hauptberuflich Schriftsteller.

1986 sorgte der Autor mit seinem Roman Die vom fünften Hundert für Aufsehen. Es ist die deutlich erweiterte Version eines schon 1970 erschienenen Romans. In der Erzählung schildert Francis eine Zukunft, in der alle Menschen in Wolkenkratzern leben, die durch Transmitter miteinander verbunden sind. Kein Mensch kennt mehr die freie Natur.

Neben seiner Arbeit bei Perry Rhodan wurde Francis auch als Autor vieler Hörspiele bekannt. So schrieb er unter verschiedenen Pseudonymen hunderte von Hörspielen für das Label Europa. Zu seinen bekanntesten Werken gehören Die Gruselserie und Commander Perkins. Er verfasste nicht nur Originalskripte zu Serien wie Masters of the Universe, sondern arbeitete auch zahlreiche Vorlagen zu Hörspielen um, etwa Die drei ???, TKKG sowie einige Folgen der Fünf Freunde. Für den Kiosk Verlag schrieb er die ersten Jan-Tenner-Folgen. Insgesamt verfasste Francis über 600 Hörspiele mit einer Gesamtauflage von 120 Millionen. Er erhielt für seine Hörspiele 120 Goldene Schallplatten und sechs Platin-Schallplatten.

Das Werk Das Geheimnis des Bermuda-Dreiecks, welches er unter dem Pseudonym Peter Bars schrieb, beinhaltet tatsächliche Begebenheiten. In der Trilogie Die Zeitmaschine geht es um ein Wissenschaftlerteam, welches Zeitreisen zu den Kulturen der Maya und der Ägypter und eine Expedition in die versunkene Stadt Tiahuanaco unternahm.

H. G. Francis zeichnete sich durch eine enorme Produktivität und Vielseitigkeit aus. Neben seiner Tätigkeit bei Perry Rhodan, die er 2005 einstellte, schrieb er sehr viele Tierbücher, Pferdegeschichten (zum Beispiel Wendy-Bücher), Sachbücher und historische Romane. Den Umfang seiner Tätigkeiten beschrieb er: „Ich wäre als Schriftsteller auf keinen Fall ausgefüllt und zufrieden, könnte ich nur in einem Genre arbeiten […] Wichtig ist für mich die Vielfalt und die Herausforderung durch neue Themenkreise. Das Spektrum der Themen kann gar nicht weit genug für mich sein.“[3]

Im Sommer 2009 erlitt Francis einen schweren Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte. 2011 verstarb er an den Spätfolgen.

Und darum geht´s in der letzten Folge dieser Serie, die ursprünglich im Jahr 1977 unter dem Titel „Das Weltraum Wesen“ erschien:

MCWeltraumWesen

Die DRAKON startet von Paradise, dem paradiesischen Planeten in der Tiefe des Universums. Alle an Bord glauben an eine glückliche Rückkehr zur Erde. Doch das Grauen hat sich an Bord geschlichen: Das Weltraum-Monster scheint unüberwindlich zu sein…

Die DRAKON startet nach einer Forschungsmission vom Planeten Paradise in Richtung Erde. Ziel der Mission war herauszufinden, ob sich Paradise als neue Kolonie der Menschen eignet. Doch schon kurz nach dem Start verschwindet Helen Traker spurlos. Während der Suche kommt es erneut zum Verschwinden eines Crewmitgliedes. Pablo Duval, der mit beiden zuletzt zusammen war, wird zunächst verdächtigt, doch dieser Verdacht löst sich schnell auf. Die Crew findet mit Hilfe von Überwachungskameras

Horst Neumann

Horst Neumann

heraus, dass ein fremdes Wesen an Bord der DRAKON ist und offensichtlich schuld an den Vorkommnissen ist. Das Wesen ist aber intelligent genug, um sich nicht von den Kameras einfangen zu lassen. Lediglich seine Schritte sind deutlich zu hören. Der Einsatz eines Kampfroboters kann das Wesen nicht aufhalten und es zerstört den Roboter in Sekunden. Die Crew beschließt, das Monster selbst zu töten und bewaffnet sich mit Lasergewehren. Aufgeteilt in zwei Teams will man das Wesen einkreisen und zur Strecke bringen. Als das Team um Commander Meredith am verabredeten Punkt ankommt, können sie hören, wie das zweite Team gegen das Wesen kämpft. Als die Kampfgeräusche aufhören, ist nur noch das Wesen zu hören und schnell wird klar, dass es dort keine Überlebenden außer dem Wesen gibt. Als letzten Ausweg entschließen sich die letzten Überlebenden Raumanzüge anzuziehen und sämtlichen Sauerstoff aus der DRAKON in den Weltraum abzulassen. Doch selbst diese Maßnahme kann das Wesen nicht töten und der finale Wettlauf gegen den Tod beginnt, bei dem die Crew das Beiboot der DRAKON startklar macht, um in diesem zu entkommen. Doch noch während der Startvorbereitungen taucht das Monster auf und dringt ins Beiboot ein. Die Überlebenden flüchten panisch aus einer zweiten Luke, während das Beiboot mit dem Wesen startet.

Mein Fazit: Die Gruselserie endet mit einer sehr guten Folge, deren Geschichte vielen

Michael Harck

Michael Harck

älteren Hörern bekannt vorkommen wird. Das Drehbuch ist genau genommen eine angepasste Hörspielumsetzung des ersten Alien-Films. Beim Monster werden sehr ähnliche Eigenschaften umgesetzt und die DRAKON, mit ihren langen Korridoren und Möglichkeiten sich zu verstecken, ähnelt der Nostromo aus Alien ebenfalls. Davon abgesehen ist die Geschichte sehr spannend erzählt. Das Monster verdient diese Beschreibung, denn es ist erbarmungslos und tötet alles, was sich ihm in den Weg stellt. Die Todesfälle sind teilweise sogar direkt zu hören und werden nicht nur durch Erzählungen anderer Crewmitglieder vermittelt. Die Angst und auch die Ratlosigkeit wirken sehr realistisch und die Erkenntnis, wie groß die Gefahr ist, wird zur Abwechslung mal nicht verkannt oder

Günther Ungeheuer

Günther Ungeheuer

heruntergespielt. Dies ist in andere Folgen der Serie sehr oft passiert und wirkte sehr klischeehaft. Hier überlegt die Crew gemeinsam, arbeitet als Team zusammen und sucht gemeinsam nach Lösungen. Das Monster in seiner überlegenen Art und Handlungsweise als Gegenspieler, ist genau die Art Endboss, die man in einem Serienfinale erwartet. Einer der wenigen Minuspunkte ist die Doppelbesetzung von Frank Doermer, der neben dem Roboter Sulky auch das Monster spricht. Warum man hier einen Sprecher gespart hat, kann ich nicht ganz verstehen. Eine eigene Stimme für das Monster hätte ihm noch etwas mehr Charakter gegeben. Insgesamt endet Die Gruselserie aber sehr gut und es ist schade, dass diese Serie nicht mehr Folgen bekommen hat. (Tommy2Rock)

Eine der besten Horror Kassetten aus den 80ern.
Beim ersten mal hören ist die richtig spannend und gruselig. (Martinnitus130bpm)

Na dann, hinein ins gruselige Vergnügen. bei dem auch ein paar mir noch bekannten Schauspielern mitwirken. Der Schluss, nach vielen Toten, ist dann doch ein wenig albern.

BackCover

Besetzung:
Frank Doermer (Sulky, Roboter und GROW, das Monster)
Michael Harck (Karl Meisinger)
Brigitte Kollecker (Jeanne Gironde)
Horst Naumann (Pablo Duval)
Horst Stark (Bobby Fitzgerald)
Hans Timmermann (Hamilton Meredith)
Günther Ungeheuer (Erzähler)
Rebecca Völz (Helena Traker)
Wolfgang Völz (Carl Malone)
Judy Winter (Eleonore Maine)

Judy Winter

Judy Winter

Titel:
01. Das Weltraum-Monster 36.38
01.1.Blinder Passagier 8.02
01.2. Blutspur 5.44
01.3. In Die Falle Gelockt 4.58
01.4. Kampfroboter 4.15
01.5. Angriff 7.23
01.6. Letzte Hoffnung 6.59

CD1

*
**

WeltraumMonsterMC

Horst Beseler – Käuzchenkuhle (Hörspiel) (1966/2015)

FrontCover1Vor nicht allzu langer Zeit habe ich hier über die Verfilmung des DDR Kinderbuch-Klassikers „Käuzchenkuhle“ berichtet und zwar hier.

»Regen peitschte in scharfen Stößen aus der Dunkelheit herunter. (…) Der Wind ließ die beiden Lampen an Bahnsteig und Ladestraße so heftig schwanken, dass sie von ihren Masten abzureißen drohten.« Schon die ersten Sätze von »Käuzchenkuhle« ziehen den Leser in den Bann und lassen ihn bis zur letzten Seite nicht mehr los …

Nur widerwillig macht sich Jampoll der eigentlich Jean-Paul heißt, aber dessen Namen keiner richtig aussprechen kann von Berlin aus auf den Weg in das märkische Dorf Wolfsruh, wo er die Ferien bei seinen Großeltern verbringen soll, ohne zu ahnen, welche gefährlichen Abenteuer ihn dort erwarten. Durch Zufall wird Jampoll Zeuge eines Gesprächs: Ein Fremder bedroht seinen Großvater. Beide sind durch ein schreckliches Geheimnis miteinander verbunden. Jampoll will es lüften. Gemeinsam mit den Freunden Kristian, Schraube und Spinne-Schnarr kommt er einem Verbrechen auf die Spur, das an einem unheimlichen Platz im Wald, an der Käuzchenkuhle, geschah und dessen Anfänge bis in die letzten Tage des Zweiten Weltkrieges zurückreichen.

Buch

Die Buchvorlage

Horst Beselers abenteuerliche Geschichte ist von Generationen junger Leser in der DDR verschlungen worden, ein wirklicher Jugendbuchklassiker, der mit seinem Sujet, aber auch mit seiner genauen sozialen Stimmung bis heute immer wieder fasziniert.

Das Buch erschien erstmalig 1965 und ein Jahr später gab es dann diese Hörspielfassung unter der Regie von Maritta Hübner für das Radio;

Maritta Hübner (* 17. Oktober 1930 in Hindenburg O.S.; † 13. August 1989 in Berlin) ist eine deutsche Hörspielregisseurin und Sprecherin. Sie gewann sechsmal den DDR-Kinderhörspielpreis der vom Staatlichen Komitee für Rundfunk vergeben wurde in der Kategorie Hörerpreis und einmal in der Kategorie Kritikerpreis. Das Deutsche Rundfunkarchiv (DRA) verzeichnet über 350 Kinderhörspiel-Inszenierungen der Regisseurin.

Das Hörpiel lehnt sich eng an die Buchvorlage und so realisiert man dann, dass die o.g. Verfilmung aus dem Jahr 1969 mit der kecken Linde eine neue Figur geschaffen hat (überhaupt das Thema Freunde wird in dem Film stärker herausgearbeitet). Und auch die Geschichten um die örtliche Fischerei-Genossenschaft wurde im Film neu eingeführt.

Und nachdem ich weiterhin ein glühender Freund von Hörspiele bin, hat es mir ausgesprochene Freude gemacht, mich erneut mit diesem Klassiker der DDR Kinderliteratur zu beschäftigen. Und Freude kann ich dieser – mich schon sehr belastenden Zeit – gut gebrauchen … vielleicht macht sie ja auch anderen Lesern dieses blogs Freude.

Und dieses Hörbuch bringt die Erkenntnis dass man durchaus kindgerecht über die Schrecken des Nationalsozialismus und des II. Weltkrieges „unterhalten“ und berichten kann. Davon waren wir im Westen damals noch kilometerweit entfernt-.

BackCover1

Besetzung:
Fred Alexander (Erzähler)
Heinz Hartmann (Opa)
Robert Trösch (Fremder)
Else Wolz (Oma)
(warum man den Sprecher der zentralen Figur Jampoll nicht aufgelistet hat, ist mir ein Rätsel)

Bearbeitung (Wort): Erwin Ziemer
Dramaturgie: Hans Kubisch
Technische Realisierung: Eva Löffler

Regie: Maritta Hübner

Inlet02A

Titel:
01. Käuzchenkuhle (Teil 1) 34.30
02. Käuzchenkuhle (Teil 2) 34.53
03. Käuzchenkuhle (Teil 3) 28.09

CD2A

*
**

Inlet01A

Horst Beseler

Horst Beseler

Ellen Baier – Klaus Störtebecker – Teil 1 (Hörspiel) (1968)

FrontCover1Sein Name ist legendär und ich behaupte mal, so etliche Jungs meiner Generation haben mit glühenden Ohren, die abenteuerlicher Geschichten dieses Halunken gelesen und wohl auch gehört.

Am 21. Oktober 1401 wurde Klaus Störtebecker samt 71 Kumpanen auf dem Grasbrook in Hamburg geköpft. Später wurden ihre Köpfe auf Pfähle gespießt und an der Elbe als Abschreckung aufgereiht. Nur ein Jahr später fing man Godeke Michels, der zusammen mit 80 Kumpanen ebenfalls auf dem Grasbrook in Hamburg geköpft wurde.

Störtebecker und Michels gehörten zu der Gruppe von Freibeutern, die im Krieg gegen Dänemark im Auftrag der Deutschen dänische Schiffe kaperten und belagerte Städte mit Nahrung versorgten. Nach Ende des Krieges 1395 wollten jedoch viele Freibeuter ihr einträgliches Gewerbe nicht aufgeben und so machten sie kurzerhand die ganze Welt zu ihrem Feind.

Kurz darauf eroberten Seeräuber die Hansestadt Wisby und starteten von hier aus ihre Raubzüge. Die Städte Kalmar und Danzig sandten sofort unabhängig voneinander jeweils eine Flotte aus, um den Stützpunkt der Piraten zu zerstören. Vor Wisby trafen jedoch beide Flotten aufeinander und metzelten sich gegenseitig nieder in der Annahme, die Piraten vor sich zu haben. Erst 1398 konnte der deutsche Ritterorden die Piraten vertreiben, die sich daraufhin ein neues Gebiet suchen mußten.

Störtebeker

Das häufig als Störtebeker-Porträt verwendete Bildnis des Kunz von der Rosen

Die zunehmende Piraterie störte den Handel in der Nordsee doch sehr und so beschloß Hamburg eine Flotte auszusenden, um die Nordsee von dieser Plage zu befreien. Im März 1401 stellte man Störtebecker kurz vor Helgoland. Der stellte sich sofort dem Kampf und ging mit seinen Schiffen in den Angriff über. Der Kampf dauerte den ganzen Tag und hätte man Störtebecker nicht wie ein Fisch mit dem Netz gefangen, so hätte er sicherlich bis zum letzten weiter gekämpft.Viele der Piraten versteckten sich nun mit ihren kleinen Schiffen in den kleinen Fischerhäfen an der Ostfriesischen Küste. Auch Störtebecker plünderte zuerst unter Michels Führung in der Nordsee. Später teilte man sich auf. Michels konzentrierte sich auf den Raum zwischen England und Flandern. Störtebecker verlagerte seinen Stützpunkt auf das sichere, von Untiefen umgebene Helgoland. Von hier aus lief er mit der Flut aus, überfiel Schiffe vor der Elbe und kam gerade rechtzeitig mit dem Beginn der Ebbe wieder zurück.

Dieses heroische Handeln war wohl mit ein Grund, warum sich so viele Sagen um Klaus Störtebecker ranken. Angeblich soll er sogar nach seiner Enthauptung noch an 11 seiner Männer vorbeigelaufen sein, bis ihm der Henker ein Bein stellte.

Die aufgespießten Köpfe an der Elbe waren jedoch nicht Abschreckung genug. Immer wieder mußte Hamburg gegen die Piraten in See stechen. Erst mit dem Sieg über Klaus Kniphof im Jahre 1525 konnte der letzte große Pirat zur Strecke gebracht werden. Seitdem genießt Hamburg den Ruhm die Stadt zu sein, welche die Nordsee von den Seeräubern befreit hat.

Gefangennahme

Die Gefangenahme Klaus Störtebekers

Soweit die Historie, soweit sie eben bekannt ist … Legendbildung und Störtebeker gehören zusammen wie Pech und Schwefel …. der Vergleich ist ja richtig passend.

Dieses Hörspiel hat natürlich nichts mit irgendwelchen hisorischen Wahrheiten zu tun … macht aber nix … wart ein Hörspiel für abenteuerliche Jungs, die damit ihre Phantasie beflügeln konnte … Erschienen ist es auf dem Label Hit-Ton (das Label aus dem Hause „Quelle“).

Ach ja, muss ich eigentlich noch erwähnen, dass ich auch mal so ein Knirps war, dessen Ohren feuerrot wurden bei den Abenteuern dieses Halunken ?

Und Teil 2 folgt dann demnächst in diesem Theater …

HistorischerDruck

Historischer Druck

Besetzung:
Gregor Bals (Johann von Alkun)
Kirsten Dene (Frauke)
Ingeborg Eder (Königin Margarete)
R. van Iwen (3. dänischer Kapitän)
Reginald Iwinski (Stadtwächter)
Katja Kessler (Mara, die Zigeunerin)
Fried Koland (2. dänischer Kapitän)
Friedrich Kolander (Bürgermeister von Wisby)
F. Kolder (Kenno ten Brooke)
Franz Kutschera (Hark, Steuermann)
Emil Ludwig (Konrad von Jungingen)
Rainer Luxem (Knut, dänischer Matrose)
Günter Neuhoff (1. dänischer Kapitän)
Fritz Nydegger (Bruder von Ole und Koch)
Wolf Schirl (der Kanzler von Königin Margarete)
Wolfgang Schirlitz (Hans Schocke, Kaufmann)
Kurt Schmidtchen (Markus, Matrose)
Hans Stetter (Klaus Störtebeker)

Regie: Reginald Iwinski
Musik: G. Johannes / R. van Iwen

BackCoverTitel:
01. Der Kampf gegen die schwarze Margarete + Ein Seeräubernest (Teil 1) 17.31
02. Ein Seeräubernest (Teil 2)  + Der rothaarige Verräter 17.01

Hörspiel von Ellen Baier

LabelB1

 

*
**

Die drei Fragezeichen (Folge 47) – Die drei Fragezeichen und der giftige Gockel (1990)

FrontCover1Und  weiter geht´s  mit dieser legendären Kultserie und darum geht´s in der Folge 47:

Als Justus und Peter ihre Freundin Kelly im Krankenhaus besuchen bekommen sie mit, dass es sich bei Kellys Bettnachbarin um Julia Crown, die Tochter eines bekannten Imbisskettenbesitzers, die Grillhähnchen vertreibt, handelt. Das Mädchen ist offenbar mit ihrem Wagen verunglückt. Als sie jedoch im Schlaf zu stammeln beginnt: „Millionen werden sterben“, ist das Interesse der drei Detektive geweckt. Was steckt hinter den Worten, die Julia im Traum von sich gibt und wer ist Mr. „Sweetness“ der den drei Jungen plötzlich auf Schritt und Tritt zu folgen scheint. Sollte wirklich jemand die köstlichen Hähnchen vergiften wollen? Als die drei ??? nur knapp einem Anschlag entgehen, wird die Zeit knapp die ihnen bleibt, um die Katastrophe noch zu verhindern…

Besonderes:

Folgende Besonderheiten sind für diese Folge festzuhalten:

Bob und Peter haben ab dieser Folge einen Führerschein und auch ein Auto.

Kelly Madigan (Peters Freundin) hat ihren ersten Auftritt.

Justus spricht Big Barnbey Crown, mit Mr. Barney an, obwohl dies sein Vorname ist, ein wirklich schöner Versprecher, hört mal genau hin…

Interessant ist aber auch, dass bei dieser Folge zwei damals noch prominene Schauspieler/Schauspielerinnen mitwirkten: Wolfgang Völz (Raumpatrouille Orion) und Hildegard Krekel („Ekel Alfred“).

VölzKrekel

Wolfgang Völz und Hildegard Krekel

Und dann, nicht minder interessant, in dieser Folge geht´s  letztlich um lebensgefährliche Zusätze in Fast Food Produkte … damals im Jahr 1990 !

Hüllentext

Besetzung:
Kerstin Draeger (Kelly Madigan)
Wolfgang Draeger (Hauptkommissar Reynolds)
Andreas Fröhlich (Bob Andrews, Recherchen und Archiv)
Michael Harck (Pandro Mishkin)
Tessa Gasser (Julia Crown)
Ernst von Klipstein (Dick Miller, Kranführer)
Hildegard Krekel (Schwester Lazar)
Peter Pasetti (Hitchcock, Erzähler)
Oliver Rohrbeck (Justus Jonas, Erster Detektiv)
Jürgen Thormann (Don Dellasandro)
Wolfgang Völz (Big Barney Crown)
Jens Wawrczeck (Peter Shaw, Zweiter Detektiv)

Produktion und Regie: H. G. Francis, Heikedine Körting, Dr. Beurmann
Musik: Musik Tonstudio EUROPA

BackCover1
Titel:
01. Die drei Fragezeichen und der giftige Gockel (Teil 1) 23.33
02. Die drei Fragezeichen und der giftige Gockel  (Teil 2) 23.27

MC2A
*
**

Karl May – Old Firehand (Teil 1 + 2) (Hörspiel) (1974)

FrontCoverTeil1AUnd jetzt tauchen wir mal wieder in die Welt der rauchenden Colts und der flitzenden Pfeile …:

Die Hörspielbearbeitung von Teil 2 basiert auf der Urfassung der Erzählung „Old Firehand“, der ersten großen Indianergeschichte Karl Mays, die er 1875 schrieb. Später greift er in seinem „Winnetou-Zyklus“ die „Old Firehand“-Geschichte noch einmal auf. Entgegen der Urfassung tritt dort an die Stelle des Mädchens „Ellen“ Old Firehands Sohn „Harry“.

Dem Teil 2 des Hörspiels liegt eine Sequenz aus der Erzählung „Der Schatz im Silbersee“ zu Grunde. (Quelle: europa-vinyl.de)

Bei der Explosion einer Ölquelle lernt Old Shatterhand ein Mädchen kennen, ohne zu ahnen, dass es sich bei ihr um die Tochter des berühmten Old Firehand handelt. Und auch Winnetou, der Häuptling der Apachen, hat ein Geheimnis, das ihn mit Old Firehand verbindet …

Die Karl-May-Hörspiele der 70er-Jahre aus dem Hause EUROPA waren und sind ein besonderes Hörerlebnis. Aus heutiger Sicht erscheint es etwas unverständlich, wie man die dicken Karl-May-Schmöker in eine 35 Minuten Hörspielfassung pressen konnte. Doch irgendwie haben die das damals geschafft und die Essenz aus der Geschichte herausgezogen. Im Zuge ihrer ORIGINALE-Reihe, die EUROPA nun dankenswerterweise wieder auf CD anbietet, erschienen mittlerweile fast alle Karl-May-Hörspiele von damals. Eine eigene Klassiker-Reihe für die Karl-May-Hörspiele wäre sicher auch eine gute Idee gewesen.

Old Firehand ist ein weiterer Held des Karl-May-Kosmos, der neben Old Surehand und Old Shatterhand eher der unbekanntere von den Dreien war. Er wird als alter Haudegen beschrieben, fast schon wie ein alter Mann, und Franz-Josef Steffens gibt ihm für diese Figur auch das nötige Profil.

Man hat beide Old Firehand-Hörspiele zu einem zusammengefasst, obwohl beide Geschichten völlig verschieden und nur durch einen kleinen roten Faden miteinader verbunden sind. Es sind eher ruhig erzählte Geschichten, wo nur gelegentlich Action vorkommt. Dennoch passiert in regelmäßigen Abständen immer wieder etwas, sodass keine Langeweile aufkommt.

CDFrontCover

CD Frontcover

Heinz Trixner ist wie gewohnt Old Shatterhand und gleichzeitig der Ich-Erzähler. Konrad Halver, ebenfalls wie gewohnt als Winnetou, ist fast nur eine Nebenfigur. Aber auch Old Firehand nimmt nicht ganz so viel Raum ein. Hauptfigur bleibt Old Shatterhand als Erzähler der Story, zusammen mit dem Mädchen, das von Karin Lieneweg gesprochen wird.

Ernst von Klippstein liefert einen ungewöhnlichen Sam Hawkins ab. Von Klippstein hat eine unverkennbare Stimme, die ihn für fast jede Rolle automatisch prädestiniert, ohne dass er dabei groß schauspielern muss. Für Sam Hawkins wäre etwas mehr gestalterische Kunst vonnöten gewesen. Herr von Klippstein ist akzeptabel als Hawkins, aber keine gelungene Besetzung. (G.Walt)

Front+BackCoverTeil2
Ein weiterer Experte von Europa-Schallplatten ist von diesen Produktionen nicht sinderlich überzeugt:
Die beiden Old Firehand-Folgen überzeugen mich nicht. Der erste Teil enthält eine Episode aus Winnetou II, die hier quasi etwas verlangsamt dargestellt wird, sich dadurch in die Länge zieht und auch nicht so eindrucksvoll ist wie in der Halver-Produktion von Winnetou II. Auffällig ist dagegen, daß hier auf die Urfassung zurückgegriffen wurde, nämlich der Erzählung „Old Firehand“, und statt des Jungen Harry, Old Firehands Sohn – ein Mädel eingesetzt wird. Der zweite Teil hat mit dem ersten ans ich nichts zu tun. Es ist eine Episode aus „Der Schatz im Silbersee“, die wiederum auch schon bei Europa verarbeitet wurde. Hier allerdings wird das Thema ausführlicher behandelt – und erinnert damit an eine Version des Maritim-Labels (Halbbluts Ende/Old Firehand stellt eine Falle). Die ganze Atmosphäre unterscheidet sich stark von den Halver- und Kurmin-Produktionen. Die Westernwelt wird hier zwar mit Musik aus der Kara-Ben-Nemsi-Reihe unterlegt (z.B. In den Schluchten des Balkan), doch erinnert die Atmosphäre eher an Körtings „Kung-Fu“-Serie, also eher an Western, was Karl May-Romane ja gerade nicht sind. Halver und Folken waren übrigens seit 1971 nicht mehr bei Miller/Europa, sondern hatten sich Richtung BASF (Peg/Peggy) aufgemacht. Sie waren von Frau Körting eigens für einige Karl-May-Produktionen (Old Firehand, Old Shatterhand, Winnetou III 3. Folge und Winnetou I 3. Folge) wieder angeheuert worden. Und in Winnetou I 3. Folge wird wiederum die Firewood-Episode verwurstet. Ein paar andere Karl-May-Romane als Vorlage wären da wohl besser gewesen. (nemo)

TrixnerHalver

Heinz Trixner + Konrad Halver

Besetzung:

Teil 1:
Horst Breiter (Emery Forster)
Konrad Halver (Winnetou)
Peter Kirchberger (Maschinist)
Ernst von Klipstein (Sam Hawkins)
Karin Lieneweg (Ellen)
Franz-Josef Steffens (Old Firehand)
Heinz Trixner (Old Shatterhand)

Teil 2:
Horst Breiter (Mr. Hartley)
Reiner Brönneke (Zugführer)
Konrad Halver (Winnetou)
Wolfgang Kaven (Charles Charoy)
Wolfgang Kieling („Cornel“ Brinkley)
Peter Kirchberger (Woodward)
Andreas von der Meden (Dugby)
Franz-Josef Steffens (Old Firehand)
Heinz Trixner (Old Shatterhand + Erzähler)
+
Zugführer, Tramps, Indianer

Hörspielbearbeitung: Peter Folken
Regie: Heikedine Körting

QualitätshinweisTitel:

Teil 1
01. Auf freier Wildbahn 5.50
02. Öl! 4.00
03. Rote Krieger 2.52
04. Verräter 2.11
05. Feuerzeichen 3.34
06. Furchtbare Strafe 4.20
07. Die Kraft des Büffels 6.20

Teil 2:
08. Blume der Savanne 4.32
09. Gefährliches Vorhaben 2.47
10. Reiter im Nebel 10.18
11. Tiefe Narbe 4.16
12. Volles Vertrauen 8.01
13. Mittagshitze 5.59
14. Panik 6.25

Die Texte basieren auf Erzählungen von Karl May

Teil2LabelB1

*
**

Abenteuerhörspiel