Ellen Baier – Klaus Störtebecker – Teil 1 (Hörspiel) (1968)

FrontCover1Sein Name ist legendär und ich behaupte mal, so etliche Jungs meiner Generation haben mit glühenden Ohren, die abenteuerlicher Geschichten dieses Halunken gelesen und wohl auch gehört.

Am 21. Oktober 1401 wurde Klaus Störtebecker samt 71 Kumpanen auf dem Grasbrook in Hamburg geköpft. Später wurden ihre Köpfe auf Pfähle gespießt und an der Elbe als Abschreckung aufgereiht. Nur ein Jahr später fing man Godeke Michels, der zusammen mit 80 Kumpanen ebenfalls auf dem Grasbrook in Hamburg geköpft wurde.

Störtebecker und Michels gehörten zu der Gruppe von Freibeutern, die im Krieg gegen Dänemark im Auftrag der Deutschen dänische Schiffe kaperten und belagerte Städte mit Nahrung versorgten. Nach Ende des Krieges 1395 wollten jedoch viele Freibeuter ihr einträgliches Gewerbe nicht aufgeben und so machten sie kurzerhand die ganze Welt zu ihrem Feind.

Kurz darauf eroberten Seeräuber die Hansestadt Wisby und starteten von hier aus ihre Raubzüge. Die Städte Kalmar und Danzig sandten sofort unabhängig voneinander jeweils eine Flotte aus, um den Stützpunkt der Piraten zu zerstören. Vor Wisby trafen jedoch beide Flotten aufeinander und metzelten sich gegenseitig nieder in der Annahme, die Piraten vor sich zu haben. Erst 1398 konnte der deutsche Ritterorden die Piraten vertreiben, die sich daraufhin ein neues Gebiet suchen mußten.

Störtebeker

Das häufig als Störtebeker-Porträt verwendete Bildnis des Kunz von der Rosen

Die zunehmende Piraterie störte den Handel in der Nordsee doch sehr und so beschloß Hamburg eine Flotte auszusenden, um die Nordsee von dieser Plage zu befreien. Im März 1401 stellte man Störtebecker kurz vor Helgoland. Der stellte sich sofort dem Kampf und ging mit seinen Schiffen in den Angriff über. Der Kampf dauerte den ganzen Tag und hätte man Störtebecker nicht wie ein Fisch mit dem Netz gefangen, so hätte er sicherlich bis zum letzten weiter gekämpft.Viele der Piraten versteckten sich nun mit ihren kleinen Schiffen in den kleinen Fischerhäfen an der Ostfriesischen Küste. Auch Störtebecker plünderte zuerst unter Michels Führung in der Nordsee. Später teilte man sich auf. Michels konzentrierte sich auf den Raum zwischen England und Flandern. Störtebecker verlagerte seinen Stützpunkt auf das sichere, von Untiefen umgebene Helgoland. Von hier aus lief er mit der Flut aus, überfiel Schiffe vor der Elbe und kam gerade rechtzeitig mit dem Beginn der Ebbe wieder zurück.

Dieses heroische Handeln war wohl mit ein Grund, warum sich so viele Sagen um Klaus Störtebecker ranken. Angeblich soll er sogar nach seiner Enthauptung noch an 11 seiner Männer vorbeigelaufen sein, bis ihm der Henker ein Bein stellte.

Die aufgespießten Köpfe an der Elbe waren jedoch nicht Abschreckung genug. Immer wieder mußte Hamburg gegen die Piraten in See stechen. Erst mit dem Sieg über Klaus Kniphof im Jahre 1525 konnte der letzte große Pirat zur Strecke gebracht werden. Seitdem genießt Hamburg den Ruhm die Stadt zu sein, welche die Nordsee von den Seeräubern befreit hat.

Gefangennahme

Die Gefangenahme Klaus Störtebekers

Soweit die Historie, soweit sie eben bekannt ist … Legendbildung und Störtebeker gehören zusammen wie Pech und Schwefel …. der Vergleich ist ja richtig passend.

Dieses Hörspiel hat natürlich nichts mit irgendwelchen hisorischen Wahrheiten zu tun … macht aber nix … wart ein Hörspiel für abenteuerliche Jungs, die damit ihre Phantasie beflügeln konnte … Erschienen ist es auf dem Label Hit-Ton (das Label aus dem Hause „Quelle“).

Ach ja, muss ich eigentlich noch erwähnen, dass ich auch mal so ein Knirps war, dessen Ohren feuerrot wurden bei den Abenteuern dieses Halunken ?

Und Teil 2 folgt dann demnächst in diesem Theater …

HistorischerDruck

Historischer Druck

Besetzung:
Gregor Bals (Johann von Alkun)
Kirsten Dene (Frauke)
Ingeborg Eder (Königin Margarete)
R. van Iwen (3. dänischer Kapitän)
Reginald Iwinski (Stadtwächter)
Katja Kessler (Mara, die Zigeunerin)
Fried Koland (2. dänischer Kapitän)
Friedrich Kolander (Bürgermeister von Wisby)
F. Kolder (Kenno ten Brooke)
Franz Kutschera (Hark, Steuermann)
Emil Ludwig (Konrad von Jungingen)
Rainer Luxem (Knut, dänischer Matrose)
Günter Neuhoff (1. dänischer Kapitän)
Fritz Nydegger (Bruder von Ole und Koch)
Wolf Schirl (der Kanzler von Königin Margarete)
Wolfgang Schirlitz (Hans Schocke, Kaufmann)
Kurt Schmidtchen (Markus, Matrose)
Hans Stetter (Klaus Störtebeker)

Regie: Reginald Iwinski
Musik: G. Johannes / R. van Iwen

BackCoverTitel:
01. Der Kampf gegen die schwarze Margarete + Ein Seeräubernest (Teil 1) 17.31
02. Ein Seeräubernest (Teil 2)  + Der rothaarige Verräter 17.01

Hörspiel von Ellen Baier

LabelB1

 

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Die drei Fragezeichen (Folge 47) – Die drei Fragezeichen und der giftige Gockel (1990)

FrontCover1Und  weiter geht´s  mit dieser legendären Kultserie und darum geht´s in der Folge 47:

Als Justus und Peter ihre Freundin Kelly im Krankenhaus besuchen bekommen sie mit, dass es sich bei Kellys Bettnachbarin um Julia Crown, die Tochter eines bekannten Imbisskettenbesitzers, die Grillhähnchen vertreibt, handelt. Das Mädchen ist offenbar mit ihrem Wagen verunglückt. Als sie jedoch im Schlaf zu stammeln beginnt: „Millionen werden sterben“, ist das Interesse der drei Detektive geweckt. Was steckt hinter den Worten, die Julia im Traum von sich gibt und wer ist Mr. „Sweetness“ der den drei Jungen plötzlich auf Schritt und Tritt zu folgen scheint. Sollte wirklich jemand die köstlichen Hähnchen vergiften wollen? Als die drei ??? nur knapp einem Anschlag entgehen, wird die Zeit knapp die ihnen bleibt, um die Katastrophe noch zu verhindern…

Besonderes:

Folgende Besonderheiten sind für diese Folge festzuhalten:

Bob und Peter haben ab dieser Folge einen Führerschein und auch ein Auto.

Kelly Madigan (Peters Freundin) hat ihren ersten Auftritt.

Justus spricht Big Barnbey Crown, mit Mr. Barney an, obwohl dies sein Vorname ist, ein wirklich schöner Versprecher, hört mal genau hin…

Interessant ist aber auch, dass bei dieser Folge zwei damals noch prominene Schauspieler/Schauspielerinnen mitwirkten: Wolfgang Völz (Raumpatrouille Orion) und Hildegard Krekel („Ekel Alfred“).

VölzKrekel

Wolfgang Völz und Hildegard Krekel

Und dann, nicht minder interessant, in dieser Folge geht´s  letztlich um lebensgefährliche Zusätze in Fast Food Produkte … damals im Jahr 1990 !

Hüllentext

Besetzung:
Kerstin Draeger (Kelly Madigan)
Wolfgang Draeger (Hauptkommissar Reynolds)
Andreas Fröhlich (Bob Andrews, Recherchen und Archiv)
Michael Harck (Pandro Mishkin)
Tessa Gasser (Julia Crown)
Ernst von Klipstein (Dick Miller, Kranführer)
Hildegard Krekel (Schwester Lazar)
Peter Pasetti (Hitchcock, Erzähler)
Oliver Rohrbeck (Justus Jonas, Erster Detektiv)
Jürgen Thormann (Don Dellasandro)
Wolfgang Völz (Big Barney Crown)
Jens Wawrczeck (Peter Shaw, Zweiter Detektiv)

Produktion und Regie: H. G. Francis, Heikedine Körting, Dr. Beurmann
Musik: Musik Tonstudio EUROPA

BackCover1
Titel:
01. Die drei Fragezeichen und der giftige Gockel (Teil 1) 23.33
02. Die drei Fragezeichen und der giftige Gockel  (Teil 2) 23.27

MC2A
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Karl May – Old Firehand (Teil 1 + 2) (Hörspiel) (1974)

FrontCoverTeil1AUnd jetzt tauchen wir mal wieder in die Welt der rauchenden Colts und der flitzenden Pfeile …:

Die Hörspielbearbeitung von Teil 2 basiert auf der Urfassung der Erzählung „Old Firehand“, der ersten großen Indianergeschichte Karl Mays, die er 1875 schrieb. Später greift er in seinem „Winnetou-Zyklus“ die „Old Firehand“-Geschichte noch einmal auf. Entgegen der Urfassung tritt dort an die Stelle des Mädchens „Ellen“ Old Firehands Sohn „Harry“.

Dem Teil 2 des Hörspiels liegt eine Sequenz aus der Erzählung „Der Schatz im Silbersee“ zu Grunde. (Quelle: europa-vinyl.de)

Bei der Explosion einer Ölquelle lernt Old Shatterhand ein Mädchen kennen, ohne zu ahnen, dass es sich bei ihr um die Tochter des berühmten Old Firehand handelt. Und auch Winnetou, der Häuptling der Apachen, hat ein Geheimnis, das ihn mit Old Firehand verbindet …

Die Karl-May-Hörspiele der 70er-Jahre aus dem Hause EUROPA waren und sind ein besonderes Hörerlebnis. Aus heutiger Sicht erscheint es etwas unverständlich, wie man die dicken Karl-May-Schmöker in eine 35 Minuten Hörspielfassung pressen konnte. Doch irgendwie haben die das damals geschafft und die Essenz aus der Geschichte herausgezogen. Im Zuge ihrer ORIGINALE-Reihe, die EUROPA nun dankenswerterweise wieder auf CD anbietet, erschienen mittlerweile fast alle Karl-May-Hörspiele von damals. Eine eigene Klassiker-Reihe für die Karl-May-Hörspiele wäre sicher auch eine gute Idee gewesen.

Old Firehand ist ein weiterer Held des Karl-May-Kosmos, der neben Old Surehand und Old Shatterhand eher der unbekanntere von den Dreien war. Er wird als alter Haudegen beschrieben, fast schon wie ein alter Mann, und Franz-Josef Steffens gibt ihm für diese Figur auch das nötige Profil.

Man hat beide Old Firehand-Hörspiele zu einem zusammengefasst, obwohl beide Geschichten völlig verschieden und nur durch einen kleinen roten Faden miteinader verbunden sind. Es sind eher ruhig erzählte Geschichten, wo nur gelegentlich Action vorkommt. Dennoch passiert in regelmäßigen Abständen immer wieder etwas, sodass keine Langeweile aufkommt.

CDFrontCover

CD Frontcover

Heinz Trixner ist wie gewohnt Old Shatterhand und gleichzeitig der Ich-Erzähler. Konrad Halver, ebenfalls wie gewohnt als Winnetou, ist fast nur eine Nebenfigur. Aber auch Old Firehand nimmt nicht ganz so viel Raum ein. Hauptfigur bleibt Old Shatterhand als Erzähler der Story, zusammen mit dem Mädchen, das von Karin Lieneweg gesprochen wird.

Ernst von Klippstein liefert einen ungewöhnlichen Sam Hawkins ab. Von Klippstein hat eine unverkennbare Stimme, die ihn für fast jede Rolle automatisch prädestiniert, ohne dass er dabei groß schauspielern muss. Für Sam Hawkins wäre etwas mehr gestalterische Kunst vonnöten gewesen. Herr von Klippstein ist akzeptabel als Hawkins, aber keine gelungene Besetzung. (G.Walt)

Front+BackCoverTeil2
Ein weiterer Experte von Europa-Schallplatten ist von diesen Produktionen nicht sinderlich überzeugt:
Die beiden Old Firehand-Folgen überzeugen mich nicht. Der erste Teil enthält eine Episode aus Winnetou II, die hier quasi etwas verlangsamt dargestellt wird, sich dadurch in die Länge zieht und auch nicht so eindrucksvoll ist wie in der Halver-Produktion von Winnetou II. Auffällig ist dagegen, daß hier auf die Urfassung zurückgegriffen wurde, nämlich der Erzählung „Old Firehand“, und statt des Jungen Harry, Old Firehands Sohn – ein Mädel eingesetzt wird. Der zweite Teil hat mit dem ersten ans ich nichts zu tun. Es ist eine Episode aus „Der Schatz im Silbersee“, die wiederum auch schon bei Europa verarbeitet wurde. Hier allerdings wird das Thema ausführlicher behandelt – und erinnert damit an eine Version des Maritim-Labels (Halbbluts Ende/Old Firehand stellt eine Falle). Die ganze Atmosphäre unterscheidet sich stark von den Halver- und Kurmin-Produktionen. Die Westernwelt wird hier zwar mit Musik aus der Kara-Ben-Nemsi-Reihe unterlegt (z.B. In den Schluchten des Balkan), doch erinnert die Atmosphäre eher an Körtings „Kung-Fu“-Serie, also eher an Western, was Karl May-Romane ja gerade nicht sind. Halver und Folken waren übrigens seit 1971 nicht mehr bei Miller/Europa, sondern hatten sich Richtung BASF (Peg/Peggy) aufgemacht. Sie waren von Frau Körting eigens für einige Karl-May-Produktionen (Old Firehand, Old Shatterhand, Winnetou III 3. Folge und Winnetou I 3. Folge) wieder angeheuert worden. Und in Winnetou I 3. Folge wird wiederum die Firewood-Episode verwurstet. Ein paar andere Karl-May-Romane als Vorlage wären da wohl besser gewesen. (nemo)

TrixnerHalver

Heinz Trixner + Konrad Halver

Besetzung:

Teil 1:
Horst Breiter (Emery Forster)
Konrad Halver (Winnetou)
Peter Kirchberger (Maschinist)
Ernst von Klipstein (Sam Hawkins)
Karin Lieneweg (Ellen)
Franz-Josef Steffens (Old Firehand)
Heinz Trixner (Old Shatterhand)

Teil 2:
Horst Breiter (Mr. Hartley)
Reiner Brönneke (Zugführer)
Konrad Halver (Winnetou)
Wolfgang Kaven (Charles Charoy)
Wolfgang Kieling („Cornel“ Brinkley)
Peter Kirchberger (Woodward)
Andreas von der Meden (Dugby)
Franz-Josef Steffens (Old Firehand)
Heinz Trixner (Old Shatterhand + Erzähler)
+
Zugführer, Tramps, Indianer

Hörspielbearbeitung: Peter Folken
Regie: Heikedine Körting

QualitätshinweisTitel:

Teil 1
01. Auf freier Wildbahn 5.50
02. Öl! 4.00
03. Rote Krieger 2.52
04. Verräter 2.11
05. Feuerzeichen 3.34
06. Furchtbare Strafe 4.20
07. Die Kraft des Büffels 6.20

Teil 2:
08. Blume der Savanne 4.32
09. Gefährliches Vorhaben 2.47
10. Reiter im Nebel 10.18
11. Tiefe Narbe 4.16
12. Volles Vertrauen 8.01
13. Mittagshitze 5.59
14. Panik 6.25

Die Texte basieren auf Erzählungen von Karl May

Teil2LabelB1

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Abenteuerhörspiel

Wilhelm Hauff – Das Gespensterschiff (Hörspiel) (1973)

FrontCover1Hier mal wieder ein Hörbuch aus dem großen Fundus der Euripa-Hörbücher, die ja mittlerweile Kultstatus besitzen:

Die Geschichte von dem Gespensterschiff ist eine Erzählung von Wilhelm Hauff, die 1825 erstmals in dessen Märchen-Almanach auf das Jahr 1826 veröffentlicht wurde. In seiner Erzählung transponiert Hauff das Sagenmotiv des Fliegenden Holländers in einen orientalisch-islamischen Kontext.

In der Rahmenerzählung Die Karawane berichtet der Ich-Erzähler Achmet die Begegnung mit dem verfluchten Schiff als eigenes Erlebnis. Auf einer Handelsreise begegnet Achmets Schiff in einem Sturm einem geisterhaft durch die Wellen schwebenden Schiff, bei dessen Anblick die Mannschaft von Verzweiflung gepackt wird, da die Sichtung dieses Schiffes Vorbote nahenden Untergangs ist. So kommt es auch.

Aus dem Schiffbruch kann Achmet sich mit seinem Diener Ibrahim als einzige Überlebende auf dieses Schiff retten, dessen Besatzung aus Leichen besteht, die sich nicht von der Stelle bewegen lassen. Der Leichnam des Kapitäns aber ist mit einem Nagel durch den Kopf an den Mastbaum geheftet. In der folgenden Nacht verfallen die Geretteten in einen lähmenden Schlaf, in dem sie Geräusche von Tritten und Waffengeklirre zu hören meinen und als der Diener für einen Augenblick erwacht, sieht er den Kapitän und den Steuermann lebendig in der Kajüte sitzen, singend und trinkend. In der folgenden Nacht gelingt es ihnen wach zu bleiben, indem sie Koranverse beten und dazu einen Spruch aufsagen, den Ibrahim von seinem Großvater kannte:

Kommt ihr herab aus der Luft,
Steigt ihr aus tiefem Meer,
Schlieft ihr in dunkler Gruft
Stammt ihr vom Feuer her:
Allah ist euer Herr und Meister
Ihm sind gehorsam alle Geister.

Märchenalmanach(Originalausgabe)

Märchenalmanach (Orignalausgabe; 1826)

Aber sobald der weise Muley ihm etwas Erde auf das Haupt gestreut und einen Zauberspruch gemurmelt hat, schlägt der Kapitän die Augen auf und berichtet nun, was den Fluch über ihn, sein Schiff und seine Mannschaft brachte: Sie waren Seeräuber gewesen und der frevelhafte Mord an einem frommen Derwisch hatte dessen Fluch auf sie gebracht, nicht leben und sterben zu können, bis sie ihr Haupt auf die Erde legen. Nach dem Mord war eine Meuterei ausgebrochen, in der alle umkamen, jedoch:Das hilft. Aus einer Nebenkammer beobachten sie Kapitän und Steuermann sich in einer fremden Sprache streitend, gefolgt von Kampfgeräuschen an Deck. Am anderen Tag ist alles wieder so, wie es war. Zudem scheint über Nacht die Mannschaft die bei Tag gesegelte Strecke wieder zurückzusegeln. Um das zu verhüten, umwickeln sie zur Nacht die eingezogenen Segel mit Koranversen und dem Zauberspruch auf Pergament und segeln bei Tag in die Richtung, in der sie Land vermuten. Am sechsten Tag erreichen sie so die indische Küste und gehen nah einer Stadt an Land. In der Stadt suchen sie einen weisen Mann namens Muley auf. Der rät ihnen, die Toten an Land zu bringen, was auch gelingt, indem man sie samt den Planken unter ihnen aus dem Deck sägt. An Land gebracht, zerfallen sie sogleich zu Staub. Schließlich ist nur noch der Kapitän an Bord, da der Nagel auf keine Weise sich aus dem Mast lösen lässt.

[…] in der nächsten Nacht, zur nämlichen Stunde, da wir den Derwisch in die See geworfen, erwachte ich und alle meine Genossen, das Leben war zurückgekehrt, aber wir konnten nichts tun und sprechen, als was wir in jener Nacht gesprochen und getan hatten. So segeln wir seit fünfzig Jahren, können nicht leben, nicht sterben; denn wie konnten wir das Land erreichen. Mit toller Freude segelten wir allemal mit vollen Segeln in den Sturm, weil wir hofften, endlich an einer Klippe zu zerschellen und das müde Haupt, auf dem Grund des Meeres, zur Ruhe zu legen. Es ist uns nicht gelungen. Jetzt aber werde ich sterben. Noch einmal meinen Dank, unbekannter Retter, wenn Schätze dich lohnen können, so nimm mein Schiff, als Zeichen meiner Dankbarkeit.

Illustration

Der Capitano am Mast

Mit diesen Worten stirbt der Kapitän und zerfällt auch zu Staub. Achmet aber nimmt die Schätze des Schiffes, gibt einiges seinem Diener und dem weisen Alten und kehrt zweimal so reich als zuvor nach Basora zurück.

Die Holländersage dürfte Hauff aus der deutschen Übersetzung von Vanderdecken’s Message Home bekannt gewesen sein, die 1821 im Stuttgarter Morgenblatt für gebildete Stände erschienen war, dessen Redaktion Hauff 1827 übernehmen sollte.[2] Johannes Barth zufolge lag aber eine andere Quelle für Hauff näher, nämlich Rokeby von Walter Scott, wo eine Episode aus der Geschichte des Piraten Blackbeard erscheint, die für die Schilderung der Piraten und speziell für den Streit des Kapitäns mit dem Steuermann in der Kajüte, der von Achmet und Ibrahim in der zweiten Nacht beobachtet wird, Quelle gewesen sein kann.

Gero von Wilpert meint in der Erzählung Züge des Biedermeiers zu erkennen, was er an drei Punkten festmacht:

die Brandmarkung rastloser Habgier und verderbenbringender Meuterei,
die Qual rastlosen Umhersegelns als negatives Gegenbild zur romantischen Reiselust und
das glückliche, zudem finanziell lohnende Ende und Achmets Rückkehr in eine wohlhäbige Existenz. (Quelle: wikipedia)

WilhelmHauff01

Dem Autor dieser Gruselgeschichte, Wilhelm Hauff war kein langes Leben beschert:

Wilhelm Hauff (* 29. November 1802 in Stuttgart, Herzogtum Württemberg; † 18. November 1827 in Stuttgart, Königreich Württemberg) war ein deutscher Schriftsteller der Romantik. Er gehörte zum Kreise der Schwäbischen Dichterschule.

Hauffs Vater August Friederich Hauff war Regierungs-Sekretarius in Stuttgart. Als er 1809 starb, zog die Mutter mit ihren vier Kindern (neben Wilhelm: Hermann, geb. 1800; Marie, geb. 1806; Sophie, geb. 1807) zu ihrem Vater Karl Friederich Elsässer nach Tübingen.

Hauff besuchte von 1809 bis 1816 die Schola Anatolica, die damalige Tübinger Lateinschule, und nach bestandenem Landexamen ab 1817 die Klosterschule in Blaubeuren. Er studierte von 1820 bis 1824 als Stipendiat des Evangelischen Stifts Tübingen an der Universität Tübingen Theologie und wurde zum Dr. phil. promoviert. Er war Mitglied der Tübinger Burschenschaft Germania. Aus dieser Zeit stammen einige im Kommersbuch abgedruckte Texte von Studentenliedern.

WilhelmHauff02Hauff arbeitete von 1824 bis 1826 in Stuttgart bei Ernst Eugen Freiherr von Hügel als Hauslehrer und reiste danach durch Frankreich und Norddeutschland. 1825 trat er mit der Satire Der Mann im Mond hervor, in der er Stil und Manier des Trivialautors Heinrich Clauren und dessen Erzählung Mimili virtuos nachahmt und der Lächerlichkeit preisgibt. Zwei Jahre später legte er mit der Controvers-Predigt über H. Clauren und den Mann im Mond den literarischen Bluff offen.

Im Januar 1827 wurde er Redakteur des Cottaschen Morgenblattes für gebildete Stände. Im gleichen Jahr heiratete er auch seine Cousine Luise Hauff (* 6. Januar 1806; † 30. Juli 1867), die ihm am 10. November desselben Jahres die Tochter Wilhelmine († 2. Januar 1845) gebar.

Hauff starb nur eine Woche später infolge einer Typhus-Erkrankung, die er sich während einer Reise durch Tirol zugezogen hatte, bei der er Material für ein geplantes Werk über Andreas Hofer sammeln wollte. Sein Grab befindet sich auf dem Hoppenlaufriedhof in Stuttgart.

Zu Hauffs Gedenken wurde der Wilhelm-Hauff-Preis zur Förderung von Kinder- und Jugendliteratur gestiftet.

Wilhelm Hauffs kurze literarische Schaffensperiode begann 1825 mit der Veröffentlichung einiger Novellen (Memoiren des Satan, Othello) sowie seines ersten Märchenalmanachs.

Die Germanisten Gabriele von Glasenapp und Wolf-Daniel Hartwich wiesen darauf hin, dass Hauff in einigen Werken wie Jud Süß, Mittheilungen aus den Memoiren des Satans und Abner, der Jude, der nichts gesehen hat durch Zeichnungen des Charakters wie der Physiognomie seiner Figuren auch antijüdische Stereotypen und Klischees seiner Zeit reproduziere.

Hauffs Märchen fallen in die spätromantische Literaturphase nach den scharfen Zensurbestimmungen der Karlsbader Beschlüsse im Jahre 1819. Der erste Band um die Rahmenerzählung Die Karawane enthält bekannte Märchen wie Kalif Storch und Der kleine Muck. Der zweite Band um den Scheich von Allessandria und seine Sklaven verlässt den rein orientalischen Handlungsraum; Zwerg Nase und zwei von Wilhelm Grimm übernommene Märchen (Schneeweißchen und Rosenroth und Das Fest der Unterirdischen – letzteres taucht in der grimmschen Märchensammlung nicht auf) stehen in der europäischen Märchentradition. Sein dritter Band, Das Wirtshaus im Spessart, behandelt eher Sagenstoffe als Märchen; die Schwarzwaldsage Das kalte Herz ist die bekannteste dieser Sagen.

AlternativesFront+BackCover

Bei „Das Gespensterschiff“ handelt es sich um eine weitere nicht ganz so bekannte Geschichte im Rahmen der „Europa-Originale“, die jedoch wegen der enorm spannenden Handlung keinen Zweifel an der Berechtigung einer Aufnahme in die erhabene Serie des bekannten Hörspiel-Verlags lässt. Mal wieder ist eine Seefahrergeschichte die Grundlage der Handlung, die in diesem Fall jedoch noch durch weitere gruselige Elemente aufgewertet wird.

Ein mysteriöses, führerloses Schiff treibt durch den Nebel, unscheinbar und doch beunruhigend, und schneller als ihnen lieb ist, machen die beiden Protagonisten Achmet und Ibrahim mit dieser Seltsamkeit Bekanntschaft. Was daraufhin passiert, gleicht einer emotionalen Achterbahnfahrt, begonnen bei der schrecklichen Entdeckung an Bord über den Fund der wertvolle Güter bis hin zu den grässlichen Beobachtungen, die das überraschte Team in der Nacht auf dem Schiff machen muss. Als sie schließlich zügiger als erhofft Land sichten, glauben sie, von den alptraumhaften Szenarien befreit zu sein, doch der Spuk des Gespensterschiffes eilt ihnen auf Schritt und Tritt hinterher.

Das Besondere an dieser Erzählung, die ursprünglich aus der Feder von Wilhelm Hauff stammt, sind die vielen überraschenden Wendepunkte, die den Verlauf des Plots mehr als einmal auf den Kopf stellen. Da beginnt die Seereise in völliger Harmonie und mutiger Aufbruchstimmung, und schon kurze Zeit später packt die Besatzung der Fregatte das Grauen. Ibrahim und Achmet überleben die Katastrophe auf hoher See und warten nur noch auf den sicheren Tod, doch stattdessen ist ihnen ein anderes Schicksal bestimmt. An Bord ihrer neuen ‚Unterkunft‘ erleben sie ein ständiges Auf und Ab, doch hat man schon damit gerechnet, dass sie auf dem Gespensterschiff ihre letzten Minuten verbringen würden, so überleben sie stattdessen auch hier und geraten recht schnell zurück an Land. Und auch dort überleben sie einige unangenehme Überraschungen, deren Effekt aber auch umgehend auf den Zuhörer überspringt.

All dies sind Garanten für Spannung, und diesbezüglich kommt das Publikum bei „Das Gespensterschiff“ auch zu keiner Sekunde zu kurz. Die kompakte und dennoch vielseitige Story bietet zwischen Gruselstimmung und Abenteuererzählung eine ganze Reihe prickelnder Momente, die den geradlinigen (aber deswegen nicht oberflächlichen) Plot zu einem weiteren Highlight dieser Serie avancieren lassen – und aufgrund des vergleichsweise weniger bekannten Inhalts sicherlich auch zu einem der empfehlenswertesten. (Björn Backes)

Wohlan: wer mag kann sich nun in diese düstere Welt der Gespensterschiffe stürzen …

Gespensterschiff

Kulisse des Flying Dutchman aus Fluch der Karibik im Disney-Resort Castaway Cay

Sprecher:
Horst Beck (Der weise Muley)
Benno Gellenbeck (Capitano)
Rüdiger Hess (Steuermann des Gespensterschiffes)
Helmut Kolar (Diener Ibrahim)
Bernd Kreibich (Achmet)
Hans Meinhardt (Bursche)
Hans Paetsch (Erzähler)
Malte Petzel (Steuermann der Fregatte)
Joachim Rake (Kapitän der Fregatte)
Siegmar Schneider (Wirt)

BackCover1
Titel:

01. Schiffbruch 6.07
02. Totenstille 4.31
03. Nichts Lebendiges 3.10
04. Allah, beschütze uns! 3.25
05. Zauberspuk 3.13
06. Wie von Geisterhand 5.39
07. Salem Aleikum 4.52
08. Kostbare Erde 4.15
09. Vom Teufel besessen 6.57

Text: Wilhelm Hauff
Hörspielbearbeitung und Regie: Heikedine Körting
Musik: Bert Brac

LabelA1

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Die drei Fragezeichen (Folge 42) – Die drei Fragezeichen und der weinende Sarg (1987)

FrontCover1Und auch 2020 geht´s weiter mit dieser legendären Kultserie und darum geht´s in der Folge 42:

Michael, der mit seinen Eltern Urlaub in Rocky Beach macht, besucht mit seiner Mutter eine Austellung in der Villa Markels. Dort fällt ihm auf, dass irgendetwas nicht recht zu stimmen scheint. Vor allem der Sarg mit den drei Totenköpfen würde bei hellem Mondschein weinen. Da es ihn sehr beschäftigt, besucht er die drei Fragezeichen und erzählt ihnen von dem weinenden Sarg.

Zuerst sind die drei Jungs eher uninteressiert und sie wissen mit der Art des Jungen nichts anzufangen. Doch ihre Meinung ändert sich schnell, als sie in der Nacht mit Michael in die Villa einsteigen und den Sarg selber weinen sehen. Doch bevor sie nähere Untersuchungen machen können, hören sie noch jemanden, der sich in der Villa aufhält. Schnell verschwinden sie wieder und machen sich in der Zentrale ihre Gedanken.

Bei ihren Ermittlungen stoßen sie auf ein mysteriöses Testament des Besitzers, einen Gärtner der eine Schwäche für scharfe Klingen hat, einen Erben der seine Erbschaft antreten will und einen geheimnisvollen Verwalter. Was wird hier gespielt und was hat der weinende Sarg zu bedeuten ? Um in ihren Ermittlungen voranzukommen, unterhalten sie sich mit dem Gärtner und erhalten einige wichtige Hinweise, die sie der Lösung sehr nahe bringen.

Am Ende kommt es zur Versammlung in der Villa Markels und Michael und die drei Detektive können die mysteriösen Ereignisse um den weindenen Sarg aufklären.

Gerd Baltus

Diesmal mit dabei: Gerd Balthus, ein damals bekannter Schauspieler

Fazit:

Hinter dem weinden Sarg verbirgt sich ein spannendes und unterhaltsames Hörspiel, welches durch die guten Charaktere ein Genuss ist. Auch wenn diese Folge nicht die beste ist, überzeugt sie vor allem durch die detektivische Arbeit von Michael, der manchmal sogar vor Justus die Ermittlungen vorantreibt. Justus Arroganz findet in diesem Hörspiel einen ihrer Höhepunkte. Für jeden drei Fragezeichen Fan der mysteriösen und zugleich spannenden Fälle von Justus, Peter und Bob liebt. (rezension.org)

Und natürlich gehört auch der Gärtner zum Kreis der Verdächtigen …

Hüllentext

Besetzung:
Gerd Baltus (Grady Markels)
Günther Dockerill (Gärtner)
Andreas Fröhlich (Bob Andrews, Recherchen und Archiv)
Monika Gabriel (Margie)
Marianne Kehlau (Mrs. Cross)
Matthias Klimser (Michael Cross)
Horst Naumann (Mr. Cross)
Peter Pasetti (Hitchcock, Erzähler)
Oliver Rohrbeck (Justus Jonas, Erster Detektiv)
Claudia Schermutzki (Mr. Rossings Assistentin)
F. J. Steffens (Brackmann)
Jürgen Thormann (Barney Sawyer)
Eric Vaessen (Humphrey Rossing)
Jens Wawrczeck (Peter Shaw, Zweiter Detektiv)

BackCover1

Titel:
01. Die drei Fragezeichen und der weinende Sarg  (Teil 1) 24.07
02. Die drei Fragezeichen und der weinende Sarg  (Teil 2) 23.53

MC2A

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Und eben lese ich – man glaubt es kaum – folgendes:

Folge203

Die drei Fragezeichen (Folge) 41 – Die drei Fragezeichen und das Volk der Winde (1986)

FrontCover1.jpgUnd auch 2020 geht´s weiter mit dieser legendären Kultserie und darum geht´s in der Folge 41:

Der Wissenschaftler Arnold Brewster ruft die drei Detektive zu Hilfe, denn durch eine Intrige ist er in ein Altersheim abgeschoben worden. Justus, Bob und Peter versuchen, ihm zu helfen.

Sie kommen dabei einem geheimnisvollen Geschehen auf die Spur, bei dem es um Indianer, Gold und einen rätselhaften „Tanzenden Saurier“ geht.

Dieser Fall erinnert in vielen an die frühen Klassiker wie etwa „Das Atztekenschwert“ oder „der magische Kreis“. Thema sind diesmal einmal mehr alte Riten, alte Völer und ihre Traditionen. Vertont wurde hier ein sogenanntes Find Your Find-Buch. Diese Bücher bestanden aus 8 Bänden, in denen vier die drei ??? als Protagonisten agierten. Diese Bücher sollten damals die erfolglos gewordene Drei???-Buchserie in den USA ablösen.

Der Leser übernahm die Rolle des Detektivs in dem er beim Lesen immer wieder auf Spuren stieß, die er am Schluss zu einem Ende führen musste. Der deutsche Kosmos wollte dies Konzept nicht übernehmen. Man übersetzte deshalb nur die vier bücher mit den drei??? und wandelt sie in Romanform um. EUROPA vertonte zunächst nur zwei Bücher. 2011 folgte eine weitere Vertonung als Special und für 2015 ist ein weiteres geplant.

Graphik.jpg

Die Sprecher der Folge sind weitesgehend die der 40.Folge, was darauf hindeutet, dass beide Folgen zumindest zum Teil in einem Rutsch produziert wurden, auch wenn sie im Abnstand von 4 Monaten erschienen waren. (zauberspiegel-online.de)

Interessant an dieser Folge ist, dass neben dem Thema „entrechtete Indianer“ auch das Thema Entmündigung von älteren Menschen behandelt wird …

Hüllentext.jpg

Besetzung:
Helmut Ahner (Kellner)
Karl Walter Diess (Zindler)
Andreas Fröhlich (Bob Andrews, Recherchen und Archiv)
Beate Hasenau (Botin)
Horst Naumann (Brewster)
Svenja Pages (Marie)
Peter Pasetti (Hitchcock, Erzähler)
Oliver Rohrbeck (Justus Jonas, Erster Detektiv)
Manfred Steffen (Pamir)
Frank-Dieter Tausch (Martin)
Jens Wawrczeck (Peter Shaw, Zweiter Detektiv)
Douglas Welbat (Clifford)

BackCover1.jpg

Titel:
01. Die drei Fragezeichen und das Volk der Winde (Teil 1) 27.05
02. Die drei Fragezeichen und das Volk der Winde (Teil 2) 26.32

MC2A.jpg
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Mehr von den drei Fragezeichen:

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Conny Lens – Fluchtversuch (Kriminalhörspiel) (1995)

FrontCoverUnd wieder mal was ganz anderes … seit jeher (früher sicherlich mehr als heute) hat mich das Radiohörpsiel und insbesondere das Radio-Krimi-Hörspiel fasziniert.

Vermutlich deshalb, weil man eben mit vordergründig „einfachen“ Mitteln versuchen musste, Spannung zu erzeugen. In den heutigen Tagen der kompletten Reizüberflutung ist es von daher vielleicht tatsächlich mal eine Wohltat, sich wieder mal mit diesem Medium zu beschäftigen.

Und der Autor dieses Hörspiels, Conny Lens ist einer meiner Geheimtipps für den launigen deutschen Regional-Krimi und seine großartige Serie „Steeler Straße“ (erschienen bei Haffmanns, Zürich) wird zeitlebens einen Ehrenplatz in meiner Bibliothek haben.

Hier aber ein kleines, aber feines Kriminal-Hörspiel, ursprünglich für den WDR produziert, später dann auch bei Goldmann als Tonband-Cassette erschienen.

Und wer ist nun Conny Lens ?

ConnyLens01Friedrich Hitzbleck (* 10.03.1951), der unter seinem Pseudonym „Conny Lens“ publiziert, lebte lange in seiner Geburtsstadt Essen, bevor er nach Datteln zog. Ehe ihn die Leidenschaft für den Krimi  ergriff, absolvierte er die Volksschule und eine kaufmännische Lehre. Neben seiner Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter im Bereich EDV und Organisation schrieb er Romane, Stories und Kabarett-Texte. 1986 gründete er den Hitzbleck-Verlag, in dem seine ersten Kriminalromane erschienen.

Die Romane von Conny Lens und hier wiederum besonders die Serie „Steeler Straße“ um ein marodes Privatdetektivbüro in Essen zeichnen sich durch die spielerische Leichtigkeit aus, mit der sie die traditionellen Elemente des Genres verwenden und in eine realistische Umgebung verlagern.
Conny Lens` stilistische Spannbreite reicht vom „heiteren“ Krimi mit Gruselambiente (ROTER FINGERHUT) über psychogische orientierte Charakterstudien (KOBERMANN) bis zum High-Tech und Computer-Thriller mit Psycho-Touch.

Seit 1988 ist  Conny Lens freier Schriftsteller. Nach seinen ersten Bucherfolgen wandte er sich dem Fernsehen zu und schrieb unter anderem nach gängigen Mustern Episoden für Fernsehserien wie WOLFFS REVIER und DIE STRASSEN VON BERLIN. Die die ZDF-Langläufer-Serie „SOKO 5113“ war er nicht nur als Autor, sondern auch als Script-Doctor tätig.

SteelerStraßeBände
Zum ersten Band der Privatdetektiv-Serie „Steeler Straße“ hieß es in den „Ruhr Nachrichten“: „Der Versuch, eine realistische deutsche Variante dieser typisch amerikanischen Variante des Krimis zu schaffen, ist rundum gelungen – nicht nur daß Conny Lens die großen Vorbilder gekonnt ironisiert und auf ein lebendiges Maß zurückstutzt, mit Wolli Schröder und seiner Mitstreiterin Chris Ullmann ist ihm ein durch und durch sympathisches Detektivteam gelungen.“ (krimilexikon.de)

Und darum geht´s in diesem Hörspiel:

Der Anästhesistin Dr. Karin Steinberger ist ein Kunstfehler unterlaufen. Mit tödlichem Ausgang.
Karin ist mit ihren Nerven am Ende. Sie beschließt, das Wochenende in ihrem Ferienhaus zu verbringen. Alleine. Nicht einmal ihr Freund darf sie begleiten.
Auf der Fahrt trifft sie ein junges Paar: Daggi und ihren Freund Ingo. Denen ist das Benzin ausgegangen.

Eigentlich nimmt die junge Anästhesistin Karin Steinberger nie Anhalter mit, doch als ihr an diesem unfreundlichen Tag ein junges Mädchen neben ihrem liegen gebliebenen Wagen zuwinkt, entschliesst sich Karin trotzdem dazu. Karin erklärt sich dazu bereit, sie bis zur nächsten Tankstelle mitzunehmen, und erfreut steigt das Mädchen ein. Doch zu Karins Überraschung nicht nur sie. Auch ein junger Mann taucht unvermittelt auf und steigt ebenfalls ein.

Erschrocken protestiert Karin, lässt sich aber von den beiden beruhigen und fährt los. Genervt stellt sie fest, dass die Tankstelle bereits geschlossen hat, und sie wird die beiden Leute, die immer unverschämter werden, einfach nicht mehr los. Bald ist die Ärztin zum Spielball der beiden geworden und stellt entsetzt fest, dass sie auch vor Gewalt nicht zurückschrecken.

Ein Verbrecherpärchen à la Bonnie und Clyde. Raffiniertes Hörspiel, das den Hörer mit der in immer tiefere Bedrängnis geratenen Karin mitzittern lässt. Dramatische, aufschlussreiche Dialoge, besonders gut werden die entstehenden Emotionen dargestellt. Die Sprecher sind gut, die Regie ebenfalls da bleibt nichts zu wünschen übrig. (René Wagner)

Ganz sicher nicht der ganz große Wurf … aber dennoch ein feiner Psycho-Krimi und mit der von mir sehr geschätzten Maren Kroymann als Hauptdarstellerin macht das ganze dann noch viel mehr Spaß.

Maren Kroymann

Maren Kroymann

Sprecher:
Ercan Altun (2. Polizist)
Michael Fuchs (Ingo)
Frank Jordan (1.Polizist)
Maren Kroymann (Dr. Karin Steinberger)
Horst Mendroch (Hansum)
Pit Mildenstein (Oberarzt)
Matthias Ponnier (Manfred)
Nina Weniger (Daggi)

Regie: Angeli Backhausen

Titel:
01. Fluchtversuch 42.21

Text: Conny Lens

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