Verschiedene Interpreten – Ins Land der Franken fahren (1964)

FrontCover1Die Leute von Tempo Schallplatten in Pullach-Grosshesselohe (bei München) waren wohl so ab 1963 ganz beseelt, denn ihr Mundartkomiker Herbert Hisel  hatte doch einen beträchtlicher Erfolg.

Und so kam es wohl, dass man die „fränkische Note“ des Labels mit einer LP erweitern konnte.

Man produzierte „eine musikalische, höchst humoristische Frankenreise“, dabei handelte es sich um einen Live-Mitschnitt einer „öffentlichen Aufnahme“.

Und natürlich war der Herbert Hisel der Conférencier, der launing durch das musikalische Programm auf Seite 1 führte und hin und wieder mit seinen Kalauern das Publikum erfreute.

Zu hören sind dann Steff Lindemann und seine Nürnberger Stadtmusikanten, Das Dalheimer Trio und die Alfelder Moidla und diese Kapellen waren sicherlich sehr erfreut, dass sie im Dunstkreis von Herbert Hisel ihren Bekanntheitsgrad erhöhen konnten.

Auf Seite 2 ist er dann als Solist zu hören und zwar mit seiner allseits bekannten Nummer „Der Stammtischbruder“: Einerseits ein wirklich abstrus-abgedrehter Humor (und von daher wieder mal genau meine Kragenweite), andererseits – die Zeiten haben sich halt geändert – schon auch ganz schön heftig frauenfeindlich …

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Titel:
01. Steff Lindemann + seine Nürnberger Stadtmusikanten: Frankenlied (Becker/v.Scheffel) 1.47
02. Steff Lindemann + seine Nürnberger Stadtmusikanten: Rothenburger Dreher (Traditional) 2.45
03. Herbert Hisel: Die goldene Maus (Hisel) 1.42
04. Das Dahlheimer Trio: Fränkische Volksweise (Traditional) 1.51
05. Die Alfelder Moidla: Wenn i glei net von Fieraboh bin (Traditional) 3.10
06. Herbert Hisel: Der Humor der Franken (Hisel) 2.34
07. Steff Lindemann + seine Nürnberger Stadtmusikanten: Wo ist denn as Gergla (Traditional) 3.01
08. Das Dahlheimer Trio: Fränkische Polka (Traditional) 2.37
09. Die Alfelder Moidla: Ansage + Draußen vor der Wirtshautür (Traditional) 3.03
10. Herbert Hisel: Der Stammtischbruder (Hisel) 13.08
11. Auf Wiedersehen im schönen Frankenland 0.14

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Herbert Schneider – Münchner Witz (1981 – 1986)

MünchnerWitz01AHat mich natürlich interessiert, dieses Büchlein, das vorgibt, den „Münchner Witz“ zu präsentieren.

Verfasser der Zusammenstellung ist Herbert Schneider:

Herbert Schneider wird 1922 in der Münchner Vorstadt Schwanthalerhöhe geboren. Er besucht die Realschule bzw. Oberschule, macht sein Notabitur und wird zum Kriegsdienst eingezogen. Seinen Berufswunsch als Radrennfahrer kann er nach 1945 nicht verwirklichen, stattdessen macht er in Garmisch-Partenkirchen ein Zeitungspraktikum und wird Journalist und Schriftsteller. Seit 1950 beim Münchner Merkur tätig, hat er seine eigene Kolumne „Maßgeschneidert“ und schreibt regelmäßig „Das Mittwochfeuilleton“. Bei der tz erscheint zudem seine Kolumne „Der Schwager“.

1959 ist Schneider einer der Mitbegründer der Münchner Autorengruppe Die Turmschreiber. Im Laufe der Jahre verfasst er bis zu 5000 Kolumnen, Geschichten, Glossen, Kommentare, Gedichte sowie Aphorismen. Als einer der ersten Mundartautoren nach dem Krieg veröffentlicht er 1956 den Lyrikband D‘ Münchner Rass, worin er „Milieu, Kolorit und Seele der Münchner mit Gemüt, Witz und leiser Ironie“ (Alfons Schweiggert) schildert. In regelmäßigen Abständen erscheinen seine Feuilletons und sonstigen Geschichten auch in Buchform.

HerbertSchneider1962 wird Schneider mit dem Förderpreis Literatur der Stadt München ausgezeichnet, 1967 erhält er die Ludwig-Thoma-Medaille und das Silberne Poetenschiff der Literarischen Gesellschaft Die Barke, 1969 den Bayerischen Poetentaler, 1986 den Ernst-Hoferichter-Preis und 1990 den Sigi-Sommer-Literaturpreis. 2011 wird Schneider außerdem der Bayerische Verdienstorden verliehen. (Bayerische Staatsbibliothek)

Und hier eines seiner 30 Bücher, in denen er wiedermal die weiß-blaue Fahne hochhält.

.In einer durchaus humprvollen Einleitung versucht er den besonderen Charakter des Münchner Witzes herauszuarbeiten … darüber kann man dann ganz sicher trefflich streiten …

In diesem Vorwort geht er insbesondere auf die legendären „Kare und Lucke“  Witze, die ich selbst noch aus meiner Kindheit kenne, wenngleich der Ursprung dieser beiden Witzfiguren im 19. Jahrhundert lag:

Wenn man heute junge Münchner um die zwanzig fragt, wer denn der Kare und der Lugge sind, dann erntet man nur verständnisloses Achselzucken. Und die Au, die Isarvorstadt, die Ludwigsvorstadt oder Haidhausen, wo diese „Helden“ einst ihr Unwesen trieben, sind längst keine Vorstädte mehr sondern gehören zum innerstädtischen Münchner Bereich, ja Teile davon sind zu wirklichen In-Vierteln geworden, in denen es sich schick und teuer leben lässt.

KareLucke
Es sind die Münchner jenseits der vierzig, die mit den Kare und Lugge-Witzen aufgewachsen sind, zwar auch nur übermittelt von Eltern und Großeltern, aber doch überraschend präsent – wie alles, was man sich immer und immer wieder anhören muss.

Der Kare und der Lugge, das waren die Tagelöhner und Gelegenheitsarbeiter, die Hallodris und Halbseidenen, die Nichtuer und glücklosen G’schäftemacher, die Zuhälter und (Über)lebenskünstler der Münchner Vorstädte des 19. Jahrhunderts – Geschichten, geboren aus dem Elend der kleinen Leute, die Anfang des 20. Jahrhunderts zum Volksgut wurden, besungen in Liedern und Couplets. Eingegangen in die Geschichte der Landeshauptstadt sind sie schließlich als Witzfiguren mit derber Sprache und rauen Sitten, ein bisserl einfältig und ziemlich bauernschlau.

Und dann folgen neben diversen „Kare und Lucke“ Witzen weitere Kapitel, die z.B. mit „Mir san Mir“ oder „Ich bein ein Preuße“ heissen und sich also um thematische Ordnung bemühen.

Viele der Witze sind eher von schlichter Natur, manche arg derb und gelegentlich taucht der schwarze Humor auf, wie z.B. bei diesem Witz:

StarfighterNun gut, dieser Witz macht deutlich, dass Schneider´s Witzesammlung schon sehr alt war, denn Witze um den Starfighter (einer jener unglaublichen Skandale um Franz Josef Strauß), hatte allemals in den 60er Jahren Hochkonjunktur.

Nun, eine überwiegend amüsante, kleine Textsammlung … für alle, die gelegentlich einen Witz für jede nur denkbare Situation suchen … hier könnte man glatt fündig werden. Ursprünglich erschien das Buch 1981, die mir vorliegende Ausgabe stammt aus dem Jahr 1986 und ist eine „erweiterte Ausgabe“. Und es war die ehrwürdigen Hugendubel Buchhandlung, die dieses Büchlein (86 Seiten)veröffentlichte.

Und wie´s guter Brauch ist, hier ein paar Vorschaubilder, bevor es dann zur Präsentation geht:

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BayerischeWitze

Deutsches MAD – Nr. 233 (September 1988)

Titel.jpgDie Amis haben uns ja nicht nur mit Coca Cola, Jazz und Rock N Roll beglückt, nein, es gab dann auch noch des völlig durchgeknallte Magazin „Mad“:

MAD ist ein US-amerikanisches Satiremagazin. Es wird außerhalb der USA auch in vielen anderen Ländern herausgegeben.

Im Sommer 1952 brachten die amerikanischen Comic-Verleger Harvey Kurtzman und William M. Gaines die erste Ausgabe der Zeitschrift MAD, damals noch unter dem Titel Tales Calculated To Drive You Mad, heraus. Was zunächst als Parodie auf klassische Superhelden-Comics gedacht war, entwickelte sich bald zu einem Satire-Magazin, das sich über Politik, Gesellschaft, Film und Fernsehen lustig machte. 1956 erschien auf dem Titelblatt von MAD zum ersten Mal ein grinsendes Gesicht mit Segelohren, Sommersprossen und Zahnlücke: Alfred E. Neumann, gezeichnet von Norman Mingo und Frank Kelly Freas. Seitdem ist er der Coverboy der Zeitschrift und auf fast jeder Ausgabe zu sehen. Die Figur an sich ist viel älter und das Bild des Jungen wurde schon im 19. Jahrhundert auf Postkarten publiziert.

Im Verlauf der Jahre wurde MAD zu einem festen Bestandteil der amerikanischen Kultur. Viele der Zeichner, Charaktere und Rubriken sind legendär (Don Martin, Dave Berg, Al Jaffee, Spion & Spion, das Faltbild, Sergio Aragonés etc.). Berühmtheit erlangte das Magazin vor allem auch durch Mort Druckers satirisch-überdrehte Parodien auf aktuelle Kinofilme und Fernsehserien. „Star Trek II: Der Zorn des Khan“ war der erste und letzte Film, der vom MAD-Magazin gelobt wurde.

Das erste deutsche MAD erschien im September 1967. Da es auf dem deutschen Markt guten Absatz fand, konnte die Auflage rasch gesteigert werden. Nach 32 Ausgaben wurde Herbert Feuerstein Chefredakteur des Magazins und prägte dessen Stil maßgeblich, woran seit 1975 auch der textende Zeichner Ivica Astalos großen Anteil hatte. Ein wichtiges Merkmal des deutschen MAD war, dass auch deutschsprachige Autoren und Zeichner (I. Astalos, Dieter Stein, Nils Fliegner, Rolf Trautmann und Gunther Baars) Beiträge verfassten und MAD somit einen deutschen Anstrich verliehen.

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Herbert Feuerstein

In den 1970er Jahren wurde die Zeitschrift auch im deutschsprachigen Raum endgültig zum Kult. Einige von Feuerstein geschaffene, sogenannte Inflektive („lechz“, „würg“) wurden fester Bestandteil der Jugendsprache. 1992 verließ Feuerstein die Zeitschrift zugunsten seiner TV-Karriere. Anfang der 1990er Jahre ging die Auflage von 300.000 auf 30.000 Exemplare zurück. Der Verleger Klaus Recht führte das Heft noch drei Jahre weiter, ehe es 1995 nach 300 Ausgaben eingestellt wurde, was vor allem auf das mangelnde Interesse der jungen, fernsehverwöhnten Generation zurückgeführt wurde.

Am 7. Oktober 1998 wagte der Stuttgarter Dino-Verlag einen Neuanfang und brachte ein neues deutsches MAD heraus, das bis zum Dezember 2009 monatlich erschien und seit Februar 2010 alle zwei Monate herausgegeben wird. Im Gegensatz zum früheren deutschen MAD ist die neue Ausgabe nicht mehr frei von Werbung und durchgängig farbig.

Seit dem 31. Dezember 2002 wird das MAD-Magazin von der Panini Verlags GmbH herausgegeben, die den Dino-Verlag übernommen hat. Zuständige Redakteure sind Mathias Ulinski und Jo Löffler.

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Weitere Ausgaben

Mit der 100. Ausgabe des MAD-Magazins ist im Dezember 2006 eine Spezialausgabe erschienen, die den doppelten Umfang an Seiten hat. Im Januar 2007 erschien das dreizehnte Spezialmagazin mit dem Besten aus 100 Ausgaben.

Als Kernzielgruppe benennt der Verlag 13- bis 18-jährige Jungen, die verkaufte Quartalsauflage lag im zweiten Quartal 2012 bei knapp unter 22.000 Exemplaren (laut IVW II/2012) und ist seit Jahren rückläufig. Seit dem 3. Quartal 2012 werden die Verkaufszahlen nicht mehr der IVW gemeldet. (Quelle: wikipedia)

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Aus dem Inhalt dieses Heftes (34 Seiten):

  • Titelbild Rolf Trautmann 
  • MADs Monatlicher Almanach (Herbert Feuerstein)
  • Fragen Sie Alfred / Leserbriefe / MAD-Kettenbrief (Herbert Feuerstein)
  • Don Martin Neulich, an der Küste (Don Martin)
  • (Sch)Weißbuch MAD-Besuch beim Body-Building (Dieter Stein/Frank Vielmeister)
  • Eid-Genossen Drama auf Seite 9 (John Caldwell)
  • Regel mit Köpfen Wenn die ungeschriebenen Verhaltensgesetze unserer Gesellschaft tatsächlich aufgeschrieben werden (George Woodbridge/Mike Snider)
  • Schwarz auf Weiß Spion & Spion (Antonio Prohias)
  • Fromme (Wider)Sprüche Ein MAD-Blick auf die Logik der Regierung /Harry North/ Mike Snider)
  • Quak-Käse Die Geschichte des Froschkönigs (Ivica Astalos)
  • Zum Abschluss freigegeben MAD ist zu Besuch bei einer Abiturfeier (Sergio Aragones)
  • Schüttel-Frust Händeschütteln, das man lieber vermeiden soll (Al Jaffee / Idee: Frank Jacobs)
  • Werbmasse Der MAD-Mini-Markt
  • Duck & Doof Duck Edwing humpelt in die Erste-Hilfe-Station (Duck Edwing)
  •  (Ein)Fallstudie Der große MAD-Report: Kreativität (Apichai Bhakdibutr/Gunter Baars)
  • Kippenbekenntnis Neue Warnungen auf Zigarettenschachteln (Joe Raiola/Charlie Kadau)
  • Jeder Stuss ein Treffer! MADs übersichtliche, klare und praktische Ergebnis-Tabelle aus dem täglichen Leben (Nils Fliegner/Paul Petersdorf)
  • Eigenwerbung / Vorschau auf das nächste Heft / Impressum 
  • MAD-Faltblatt (Al Jaffee)
  • Anzeigenparodie: Bauchkiller 

Muss man niht mögen, aber wer total abgefahrenen shrägen Humor mag, ist auchbei diesem Heft gut bedient.

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Die Rückseite des Heftes

Und noch heute wird „Mad Alfred“ gerne für aktuelle Personen der Zeitgeschichte verwendet:

 

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Verschiedene Interpreten – Lachkabinett (1979)

FrontCover1Mit dem Humor ist es so eine Sache.

Der eine oder andere kann sich über den einen oder anderen Humoristen köstlich amüsieren, während dem anderen sich der Humor einfach nicht erschließt.

Ich zähle zur jenen Spezies, die den sog. „schrägen“ Humor mehr als zu schätzen weiß. Und überraschenderweise hatten die „alten“ Humoristen früherer Jahrzehnte jede Menge von diesem schrägen Humor zu bieten … und dieser Sampler von K-tel bietetet etliche Beispiele, die zur Gattung des schrägen Humors gezählt werden dürfen.

Da ist der Peter Frankfeld mit seiner Schildungerung „seiner“ Zeit bei dem Barras (ein Beitrag, den man durchaus subversiv nennen kann).

Heinz Erhardt, war eh ein genialer Sprachverdreher, Walter Reichert scheint mir heute ziemlich vergessen zu sein (was eigentlich ne Schande ist). Die Österreicher Fritz Muliar, Helmut Qualtinger und Hans Moser (sein „Der Dienstmann“ ist längst ein Klassiker) waren jemals in ihrem Metier unschlagbar …

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Karl Valentin und Liesl Karlstadt

Aus der Abteilung boarisch/müchnerischer Humor hören wir den Weiß Ferdl, den Fritz Straqssner (beide kann man immer wieder mal hören) und die legendären Karl Valtentin/Lisl Karstadt und dann noch den damaligen Jungspund den Fredl Fesl, der für die humoristischen Szene in Bayern wirklich eine Bereicherung war.

 

Und es gab für mich auch neues zu entdecken: Ernst Waldbrunn (noch so ein Österreicher) war mir bisher völlig unbekannt und glänzt auf dieser LP als „Portier“ im Hotel Meran.

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Titel:
01. Peter Frankenfeld: Etwas über Ballistik 4.22
02. Heinz Erhardt: Schalk im Nacken – Frisch vom Rill, Teil 1  4.19
03. Wilhelm Bendow und Franz-Otto Krüger: Auf der Rennbahn 4.03
04. Wilhelm Reichert und Oscar Heiler: Der Zeuge 7.10
05. Fritz Muliar: Fremdenverkehr 0.40
06. Ernst Waldbrunn: Hier spricht der Portier 7.05
07. Hans Moser: Der Dienstmann 6.33
08. Fritz Muliar: Der Verdacht 0.22
09. Weiß Ferdl: Linie 8   9.27
10. Fritz Strassner: Ein Münchener im Himmel 8.56
11. Fritz Muliar: Die Folianten 2.01
12. Helmut Qualtinger und Gerhard Bronner: Travnicek im Urlaub 1.53
13. Karl Valentin und Liesl Karlstadt: Im Schallplattenladen  3.12
14. Fritz Muliar: Am Totenbett 1.49
15. Heinz Erhardt: Schalk im Nacken – Frisch vom Rill, Teil 2   4.32
16. Fredl Fesl: Fußball-Lied 2.11

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Loriot – Nimm´s leicht (1963 /1973)

NimmsLeicht_01AEin weiteres Schmankerl aus dem prallen Lebenswerk des Loriot:

„Schon beim flüchtigen Durchblättern dieses Bildbandes wird der Betrachter auf Darstellungen stoßen, die ihm seltsam vertraut sind … #Das erste Blatt, ein Knoten im linken Bundesbahngleis zwischen Celle und Lüneburg, beleuchtet einen ärgerlichen Zwischenfall, der, obwohl ungewöhnlich anmutend, fast täglich zur Verstimmung westdeutscher Streckenwärter führt.

Auch alle folgenden Beispiele sind aus dem Leben gegriffen und aus einem Personenkreis, dr für westdeutsche Verhältnisse als repräsentativ angesehen werden kann“ (Klappentext)

Nicht immer wird Loirot´s Humor verstanden bzw. geschätzt, wie folgender Leserbrief auf lovelybooks.de zeigt:

„Den Humor verstehe ich nicht immer, aber das ist auch nicht verwunderlich, da ich viele sarkastische Witze nicht so verstehe. Nicht immer geht es darum, dem Leser ein Lächeln zu entziehen, sondern darum, vertraut, bekannte Situationen vom Alltag jeder Person noch ein mal in Erinnerung zu rufen, um etwas darüber zu grübeln. Der Effekt: „Ach, das kenne ich! “

Ich seh das natürlich ganz anders. Und dieses Büchlein lenkt den Blick auf auf eine „andere Seite“ von Loriot:

AlternativesFrontCoverLoriot hat sich nicht nur als legendärer Unterhalter einen Namen gemacht. Vor allem zu Beginn seiner Karriere war er als Werbegrafiker aktiv. ie meisten Werbeaufträge nahm Loriot in den Jahren nach 1955 an. So arbeitete er unter anderem für die Tabakmarke Stanwell, für Paderborner Bier, für Agfa und für Scharlachberg.

Und der damalige Scharlachberg-Slogang lautet eben „Nimm´s leicht“ … von daher ist dieses Buch quasi ne Zeitverwertung seine damaligen Karikaturen für Schalarchberg.

Das Buch erschien erstmalig 1963, meine Ausgabe ist dann die 6. Ausgabe (76.-91. Tausend) aus dem Jahre 1973.

Bevor´s zur Präsentation geht noch 2 Gedanken aus der „Welt“, denen ich mit sehr gerne anschließe:

„Von-Bülow-Loriot versöhnte die Deutschen mit sich selbst. Nicht nur, dass er sie ausnahmslos alle auf irgendeine Art erreichte und zum Lachen brachte – er trat auch den Beweis an, dass das Deutsche per se irgendwie verschroben-sympathisch, ja sogar auf feinsinnige Art sturzkomisch sein kann. Eine Erfahrung, die nach zwei Weltkriegen und einer menschenverachtenden Diktatur für viele dann doch eher überraschend war. “

„Kaum auszudenken, was mit einer Gesellschaft geschehen soll, die sich irgendwann nicht mehr an Vicco von Bülow und sein erhabenes Werk erinnert . Wir müssen es in aller Deutlichkeit und in Anlehnung an ein großes Lob des Mopses an dieser Stelle sagen: Ein Leben ohne Loriot ist möglich, aber sinnlos.“

Hier ein paar Beispiele zum erinnern und dann geht´s – wie gewohnt – zur Präsentation:

 

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Das Büchlein ohne Schutzhülle

Das Büchlein ohne Schutzhülle

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Scharlachberg-Werbung

Scharlachberg-Werbung

Herbert Hisel – Der Stammtischbruder (1963)

FrontCover1Höchste Zeit wieder mal dieses fränkische Urvieh zu Wort kommen zu lassen.

Die EP „Der Stammtischbruder“ war die 3. Schallplatte von Herbert Hisel … also eines seiner Frühwerke, mit denen er damals – zu Recht – viel Aufmerksamkeit erregte.

Zu Recht deshalb, weil sein Humor für die damalige Zeit vermutlich arg schräg war.

Und auch heute noch, ist sein (Sprach)-Witz schon noch beeindruckend … da ist diese Mischung aus Klamauk und zuweilen abenteuerlichen humoristischen Wendungen (z.B. wenn der Arzt einem Patienten Bewegung verordnet). Oder: Hisel verbreitete stets einen Hauch von absurdem Humor … und reiht sich damit ein in die Galerie jener Humoristen von Karl Valentin bis hin zu Gerhard Polt.

Und er war sich damals nie zu schade, sich selbst auf die Schippe zu nehmen … eine Tugend, die ich doch sehr schätze.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Singles von ihm enthält diese nur eine Nummer, eben den „Stammtischbruder“ und diese passt so ganz herrlich zur närrischen Zeit, denn auch wir Bayern können gelegentlicht lachen … z.B. über Herbert Hisel. Viel Vergnügen !

HerbertHisel

Besetzung:
Herbert Hisel (Sprecher)

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Titel:
01. Der Stammtischbruder (Teil 1) 7.21
02. Der Stammtischbruder (Teil 2) 5.41

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Hape Kerkeling – Hurz ! ! ! (1992)

FrontCover1Der Hape Kerkeling hat im Laufe seiner Karriere ganz schön viel unterschiedliche Facetten zum blühen gebracht. Und natürlich war die des gnadenlosen Komikers eine ganz besonders ausgeprägte Facetten.

Ein Prachtbeispiel seines Humors ist dieser Werk. Und so kam es dazu:

1989 gestaltete Kerkeling zusammen mit dem Pianisten Achim Hagemann und Angelo Colagrossi als Co-Autor mit seiner medienkritischen Sendung Total Normal ein Comedy-Format, für das er mit der Goldenen Kamera, dem Adolf-Grimme-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. Zwei Aktionen sind auch Jahre nach dem Ende der Sendung in Erinnerung geblieben: Verkleidet als Königin Beatrix gelang es Kerkeling am 25. April 1991, vor laufender Kamera in einem Wagen vor Eintreffen der echten Königin im Schloss Bellevue vorzufahren.

Außerdem trug Kerkeling in der Maske eines polnischen Opernsängers zur Klavierbegleitung von Achim Hagemann ein „expressives Stück“ vor, eine Parodie auf Neue Musik, die in dem lauten und unvermittelten Ausruf „Hurz!“ mündete. Das nicht eingeweihte Publikum nahm die Darbietung ernst und ließ sich anschließend zu einer intellektuellen Diskussion über die Aussage des Stücks verleiten. Dabei wagte nur eine Teilnehmerin offen auszusprechen, dass sie mit seiner Darbietung überhaupt nichts anfangen konnte. Kerkeling antwortete daraufhin bewusst hochnäsig, dass ihr wohl „der intellektuelle Zugang“ fehle. Hurz! erschien 1992 als Single.

Hier diese Single die drei Hurz Versionen enthält und die ihren Reiz eigentlich nur dann hat, wenn man eben diesen Auftritt im Fernsehen gesehen hat. Ich habe ihn deshalb einfachmal dazugepackt, damit das Hurz Thema auch komplett ist.

Und natürlich reizt es mich mal wieder, bei diesem Hape Kerkeling auf Spurensuche zu gehen … das könnte ein sehr spannendes Thema sein. Und da hat der Hape Kerkeling ja mittlerweile auch jede Menge von sich schon preis gegeben.

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Besetzung:
Achim Hagemann (piano)
Hape Kerkeling (vocals)
+
Kerstin Yvonne Lohausen (vocals)
Karin Wanjelik (vocals)

Hape+Achim

Hape Kerkeling + Achim Hagemann bei Hurz im TV

Titel:
01. Hurz !!! 3.22
02. Hurz !!! (Engl. Version) 3.22
03. Hurz !!! (Habicht Mix feat. MC Lurch) 5.29

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