Uli Stein – Viel Spass beim Autofahren (1990)

Autofahren01AEr war und ist einer der Großmeister des blühenden Blödsinns !

Und wer ist Uli Stein ?
Uli Stein, 1946 geboren, ist der erfolgreichste und bekannteste Cartoonist Deutschlands. Nach dem Abi studierte er Pädagogik, entschied sich aber kurz vor dem Staatsexamen gegen eine Beamtenlaufbahn und begann zu fotografieren und zu schreiben. Seine Nonsens- und Satirentexte bescherten ihm eine eigene Sendung beim Saarländischen Rundfunk, bevor er eher nebenbei entdeckte, dass er die Pointen seiner komischen Einfälle mit dem Zeichenstift schneller auf den Punkt bringen konnte als mit vielen Worten.
So entstanden seine ersten Cartoons, deren Figuren im Laufe der Jahre zu den unverwechselbaren Charakteren wurden, die heute Millionen Menschen kennen und lieben. Seine Cartoons erschienen zuerst in Zeitungen und Zeitschriften, danach in Büchern und auf zahlreichen Produkten. Allein im deutschsprachigen Raum wurden mehr als elf Millionen Cartoonbücher von Uli Stein verkauft und viele der Bücher, die nicht selten in den Bestsellerlisten stehen, sind in andere Sprachen bis hin nach China und Korea übersetzt worden.

Und wann immer ich Uli Stein Cartoons sehe, frage mich, welche Gene mal wohl braucht, um auf derart treffenden Humor zu kommen … oder was hat er, was ich nicht habe …

Wie auch immer die Anwort lautet … ohne Uli Stein wäre das Leben sinnlos .. oder so … oder so ähnlich ….

Hier ein Beispiel aus jenen Jahren, als er sich anschickte, die Republik mit seinen drolligen Figuren zu begeistern. Entgegen seiner späteren Werke verwendet er hier auch noch diverse Foto-Witze … vielleicht war er sich noch nicht so sicher, ob seine dicknasigen Figuren mit den Spiegeleier-Augen alleine „tragfähig“ sind … welch Irrtum !

Vermutlich kann man ein Wochenende nicht beser beginnen, als sich von Uli Stein unterhalten zu lassen.

Von daher: ein schönes Wochende !

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Insterburg & Co – Lasst uns unseren Apfelbaum und andere brandneue Ladenhüter (1970)

FrontCover1.jpgKaum ein anderes Combo beherrschte die „hohe Schule“ des blühenden Blödsinns bessers als damals jene Insterburg & Co., die einen angesichts ihres textlichen Irrsinns in den Wahnsinn treiben konnte. Sie waren schlicht und ergreifend die Großmeister in ihrem Metier:

Insterburg & Co. war eine deutsche Komikerband, die in der Urbesetzung von 1967 bis 1979 bestand.

Der Bandname leitet sich vom Künstlernamen Ingo Insterburgs ab. Die weiteren Mitglieder waren Karl Dall, Peter Ehlebracht und Jürgen Barz …  weitere Informationen zu diesem wahrlich schräg.komischen Ensemble finden sich dann z.B. hier.

Hier nun mal ihr viertes Album und auch dieses enthält alles, was die „Insterburgs“ damals so populär machten:

Schräge Ton (sie verwenden ein ganzes Arsenal von Klanginstrumenten aller Art) und noch viel schrägere Texte …

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Nun denn … ich glaub man mag sie oder man mag sie nicht … Ich kann mich über den blühenden Blödsinn dieses Quartetts köstlich amüsieren …

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Aber das Prädikat „zeitlos“ würde nicht passen … dazu waren die Anarcho-Komiker (mit gelegentlichem Hang zu zotigen Witzen) zu sehr der damaligen Zeit verbunden.

Dennoch: klare Hörempfehlung meinerseits !

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Besetzung:
Jürgen Barz (drums, percussion, vocals)
Karl Dall (vocals, accordeon)
Peter Ehlebracht (guitar, vocals)
Ingo Insterburg (guitar, vocals, violin)
+
diverse weitere Instrumente …

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Titel:
01. Ensemble Insterburg & Co.: Pierre Blamage (Insterburg) 1.45
02. Peter Ehlebracht / Karl Dall: 13 kleine Affen (Ehlebracht) 2.34
03. Peter Ehlebracht / Karl Dall: 2 rosa Elefanten (Ehlebracht) 0.57
04. Peter Ehlebracht / Karl Dall: Mutterlied (Ehlebracht) 1.37
05. Ensemble Insterburg & Co.: Wir sind verlauste Affen (Insterburg) 2.01
06. Ensemble Insterburg & Co.: Ach, wir saufen gerne Bier (Insterburg) 1.25
07. Ingo Insterburg / Jürgen Barz: Otto Darmstatt ging im Wald spazieren (Insterburg) 2.41
08. Ingo Insterburg: Ach, es war ein Findelkind (Insterburg) 2.13
09. Ingo Insterburg: Ich liebte ein Mädchen (Insterburg) 1.09
10. Peter Ehlebracht / Karl Dall: Big Valley (Ehlebracht) 2.13
11. Peter Ehlebracht / Karl Dall: My Big Valley (Ehlebracht) 2.12
12. Ingo Insterburg / Jürgen Barz: In Paris, in Paris (Insterburg) 1.21
13. Jürgen Barz und Ensemble: Meine Tomaten (Insterburg) 2.05
14. Peter Ehlebracht: Der Zeisig (Ehlebracht) 0.56
15. Karl Dall / Jürgen Barz: Die Maden in Pflaumen  (Insterburg)  0:44
16. Ingo Insterburg / Jürgen Barz: Wer hat Angst…  (Insterburg) 3.41
17. Peter Ehlebracht: Der Gartenzwerg (Ehlebracht) 0:39
18. Karl Dall und Ensemble: 7 rote Rosen (Insterburg) 2:29
19. Ingo Insterburg: Der Mistkäfer (Insterburg) 0.38
20. Ingo Insterburg / Jürgen Barz: Manche haben schon… (Insterburg) 1.08
21. Ensemble Insterburg & Co.: Alexis Sorbas (Instrumental) (Theodorakis) 2.43
22. Ensemble Insterburg & Co.: Menuett nach Boccherini (Boccherini) 0.52
23. Ensemble Insterburg & Co.: Lasst uns unsern Apfelbaum (Insterburg) 2.55
24. Ensemble Insterburg & Co.: Liebe Oma (Insterburg) 3.40

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Mehr von Insterburg & Co.:

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Karl Valentin + Liesl Karlstadt – Buchbinder Wanninger + Die alten Rittersleut´(1962)

FrontCover1Und jetzt mal wieder ein kleines Schmankerl aus bayerischen Gefilden … der legendaäre Karl Valentin mit zumindest einer Glanznummer: „Buchbinder Wanninger“

Buchbinder Wanninger ist ein Sketch des Münchner Komikers Karl Valentin. In der Szene, die auch in einer Schallplattenaufnahme vorliegt, versucht der Buchbinder Wanninger vergeblich, telefonisch bei seinem Auftraggeber (der Baufirma Meisel & Compagnie) in Erfahrung zu bringen, ob er die Rechnung für die von ihm fertiggestellten Bücher der Lieferung gleich beilegen soll, wird dabei aber nur von einem zum anderen Ansprechpartner innerhalb der auftraggebenden Firma weiterverbunden, ohne die erhoffte Information zu erhalten. Das Ganze endet mit der geknurrten Aussage des verzweifelten Buchbinders „Saubande, dreckade!“

Einen weiteren komischen Effekt erzielte Valentin dadurch, dass jeder neue Gesprächspartner in der Firma hierarchisch höher stand und sich auch auf einer jedes Mal höheren Sprachebene ausdrückte. Dies forderte den Münchner Dialekt sprechenden Buchbinder zusätzlich heraus, da er vergeblich versuchte, sich dem jeweiligen Sprachregister anzupassen.

Die letzte Ansprechpartnerin der Firma Meisel & Compagnie ist offensichtlich die richtige Zielperson. Allerdings gibt auch sie nicht die gewünschte Information, da genau in diesem Moment eine Klingel ertönt und die Dame nur antwortet: „Wir haben jetzt Büroschluss, rufen Sie doch morgen bitte wieder an.“

„Sich wie Buchbinder Wanninger vorkommen“ wird – vor allem im süddeutschen Raum – als geflügeltes Wort gebraucht für Situationen, in denen Ämter oder Unternehmen einen Antragssteller von Mitarbeiter zu Mitarbeiter weiter verweisen, ohne dass er jemals zu seinem eigentlichen Ziel kommt, ähnlich wie „von Pontius zu Pilatus laufen“ oder der Passierschein A38.

Der Sketch Buchbinder Wanninger wurde 1964 von Horst Manfred Adloff als zwölfminütiger Kurzfilm verfilmt. (Quelle: wikipedia)

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Ich jedenfalls brech´ immer wieder ab, wenn ich mir dieses irrsinnige Telefonat anhöre und so altmodisch ist das gar nicht … man denke nur an diverse Erfahrungen, die man mit diversen Hotlines so machen kann.

Und natürlich sind auch die alten Ritterleut´ (eine Radiomitschnitt aus dem Jahr 1941) ein Klassiker, der heute eigentlich den Status eines Volksliedes hat …  wer kennt nicht die Fassung der Hot Dogs ? Hier die Originalaufnahme !

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Liesl Karlstadt und Karl Valentin

Sprecher:
Liesl Karlstadt (bei 01.)
Karl Valentin
+
Männerchor mit Klavierbegleitung (bei 02.)

Briefmarke

Titel:
01. Buchbinder Wanninger (Valentin)
02. Die alten Rittersleut´ (Valentin)

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Herbert Hisel – Obergefreiter Hisel (Jahrgang 22 II Folge) + Der letzte Arbeitslose (1965)

FrontCover1Nicht, dass wir den Herbert Hisel, dem Großmeister des fränkischen Humors hier ganz vergessen, wenngleich justament diese Live-Aufnahme aus dem Jahr 1967 zu seinen Großtaten zählen würde.

Vom Büttenredner zum Schallplatten-Millionär, vom Abteilungsleiter einer großen Nürnberger Radiogerätefabrik zur Humorkanone Nr.1 – es war ein harter und weiter Weg.

Worin liegt das Geheimnis seines Erfolgs ? – Man kann es nur schwer analysieren, man kann es vielleicht etwas umschreiben. Denn letztlich ist es das Geheimnis seiner Persönlichkeit. Wenn „der Hisel“ auf der Bühne stand, dann füllte er den Raum aus, dann wurde es ruhig im Saal oder auch im Festzelt. Hisel bekommt sein Publikum sofort in den Griff, da ist es gleichgültig, ob er vor einem Ärztekongress auftritt oder auf einem Hausfrauennachmittag, vor älternen Menschen oder vor Jugendlichen.

Herberts Humor ist trocken, schlagfertig. Seine Pointen kommen unerwartet, zielsicher, manchmal fast brutal – aber nie grob, nie verletzend, nie beleidigend. Wenn sich Hisel über jemanden lustig macht, dann immer so, dass der andere von Herzen mit lachen kann.
Autogrammkarte    Autogrammkarte

Hisel01„Was machen Sie, wenn Sie auf Posten stehen und es kommt ein Offizier vorbei ?“ – „Dann präsentier‘ ich das Gewehr !“ – „Gut ! Und wenn Sie auf Posten stehen und es kommt ein Haufen betrunkener Soldaten vorbei, was machen Sie dann ?“ – „Mei, no, da präsentier‘ ich auch !“ – „Aber warum denn ?“ – „Weil bei dem Haufen besoffener Soldaten bestimmt ein Offizier dabei ist…“ (aus Jahrgang 22)
Diese Pointe ist typisch für Hisel. Es geht nicht etwa gegen die Offiziere, er sagt nicht „…das sind dann bestimmt Offiziere“, sondern er stellt eine Gemeinsamkeit her, alle saufen, also auch die Offiziere. Und so wird die Pointe nicht verletzend, sondern sie ist im Gegenteil auch für die Betroffenen eigentlich sogar positiv !

Hisel schildert Szenen des Alltags, Grundsituationen – jeder kann sich da sofort identifizieren. Und diese Situationen treffen auf jede Generation zu, auf jede Gesellschaftsschicht. Er erzählt keine Zoten, er macht sich auch nicht über religiöse Tabus lustig und er witzelt nicht über Politik. „Ich will die Leute unterhalten – aber nicht beleidigen oder belehren !“, sagt er. So ist er und das macht ihn so sympatisch – jou werkli ! (Quelle: herbert-hisel.de)

Vermutlich ist Hisel´s Humor nicht jedermanns Sache … aber ich kann mich immer noch amüsieren … nicht über alles, aber ein paar seiner Gags sind wirklich zeitlos.

Diesmal offerierte er weitere Scherze aus dem militärischem Bereich (nehm ich immer ganz besonders gerne an) …. na, und seine Präsentation des „letzten Arbeitslosen“ ist bedingt witzig oder ich bin heute halt auf dieses Thema humoristisch nicht gut anpsrechbar.

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Besetzung:
Herbert Hisel (Sprecher)

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Titel:
01. Obergefreiter Hisel (Jahrgang 22 II Folge) 7.06
02. Der letzte Arbeitslose 7.41

Texte: Herbert Hisel

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Mehr Herbert Hisel:

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Verschiedene Interpreten – Ins Land der Franken fahren (1964)

FrontCover1Die Leute von Tempo Schallplatten in Pullach-Grosshesselohe (bei München) waren wohl so ab 1963 ganz beseelt, denn ihr Mundartkomiker Herbert Hisel  hatte doch einen beträchtlicher Erfolg.

Und so kam es wohl, dass man die „fränkische Note“ des Labels mit einer LP erweitern konnte.

Man produzierte „eine musikalische, höchst humoristische Frankenreise“, dabei handelte es sich um einen Live-Mitschnitt einer „öffentlichen Aufnahme“.

Und natürlich war der Herbert Hisel der Conférencier, der launing durch das musikalische Programm auf Seite 1 führte und hin und wieder mit seinen Kalauern das Publikum erfreute.

Zu hören sind dann Steff Lindemann und seine Nürnberger Stadtmusikanten, Das Dalheimer Trio und die Alfelder Moidla und diese Kapellen waren sicherlich sehr erfreut, dass sie im Dunstkreis von Herbert Hisel ihren Bekanntheitsgrad erhöhen konnten.

Auf Seite 2 ist er dann als Solist zu hören und zwar mit seiner allseits bekannten Nummer „Der Stammtischbruder“: Einerseits ein wirklich abstrus-abgedrehter Humor (und von daher wieder mal genau meine Kragenweite), andererseits – die Zeiten haben sich halt geändert – schon auch ganz schön heftig frauenfeindlich …

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Alternatives Frontcover

Titel:
01. Steff Lindemann + seine Nürnberger Stadtmusikanten: Frankenlied (Becker/v.Scheffel) 1.47
02. Steff Lindemann + seine Nürnberger Stadtmusikanten: Rothenburger Dreher (Traditional) 2.45
03. Herbert Hisel: Die goldene Maus (Hisel) 1.42
04. Das Dahlheimer Trio: Fränkische Volksweise (Traditional) 1.51
05. Die Alfelder Moidla: Wenn i glei net von Fieraboh bin (Traditional) 3.10
06. Herbert Hisel: Der Humor der Franken (Hisel) 2.34
07. Steff Lindemann + seine Nürnberger Stadtmusikanten: Wo ist denn as Gergla (Traditional) 3.01
08. Das Dahlheimer Trio: Fränkische Polka (Traditional) 2.37
09. Die Alfelder Moidla: Ansage + Draußen vor der Wirtshautür (Traditional) 3.03
10. Herbert Hisel: Der Stammtischbruder (Hisel) 13.08
11. Auf Wiedersehen im schönen Frankenland 0.14

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Herbert Schneider – Münchner Witz (1981 – 1986)

MünchnerWitz01AHat mich natürlich interessiert, dieses Büchlein, das vorgibt, den „Münchner Witz“ zu präsentieren.

Verfasser der Zusammenstellung ist Herbert Schneider:

Herbert Schneider wird 1922 in der Münchner Vorstadt Schwanthalerhöhe geboren. Er besucht die Realschule bzw. Oberschule, macht sein Notabitur und wird zum Kriegsdienst eingezogen. Seinen Berufswunsch als Radrennfahrer kann er nach 1945 nicht verwirklichen, stattdessen macht er in Garmisch-Partenkirchen ein Zeitungspraktikum und wird Journalist und Schriftsteller. Seit 1950 beim Münchner Merkur tätig, hat er seine eigene Kolumne „Maßgeschneidert“ und schreibt regelmäßig „Das Mittwochfeuilleton“. Bei der tz erscheint zudem seine Kolumne „Der Schwager“.

1959 ist Schneider einer der Mitbegründer der Münchner Autorengruppe Die Turmschreiber. Im Laufe der Jahre verfasst er bis zu 5000 Kolumnen, Geschichten, Glossen, Kommentare, Gedichte sowie Aphorismen. Als einer der ersten Mundartautoren nach dem Krieg veröffentlicht er 1956 den Lyrikband D‘ Münchner Rass, worin er „Milieu, Kolorit und Seele der Münchner mit Gemüt, Witz und leiser Ironie“ (Alfons Schweiggert) schildert. In regelmäßigen Abständen erscheinen seine Feuilletons und sonstigen Geschichten auch in Buchform.

HerbertSchneider1962 wird Schneider mit dem Förderpreis Literatur der Stadt München ausgezeichnet, 1967 erhält er die Ludwig-Thoma-Medaille und das Silberne Poetenschiff der Literarischen Gesellschaft Die Barke, 1969 den Bayerischen Poetentaler, 1986 den Ernst-Hoferichter-Preis und 1990 den Sigi-Sommer-Literaturpreis. 2011 wird Schneider außerdem der Bayerische Verdienstorden verliehen. (Bayerische Staatsbibliothek)

Und hier eines seiner 30 Bücher, in denen er wiedermal die weiß-blaue Fahne hochhält.

.In einer durchaus humprvollen Einleitung versucht er den besonderen Charakter des Münchner Witzes herauszuarbeiten … darüber kann man dann ganz sicher trefflich streiten …

In diesem Vorwort geht er insbesondere auf die legendären „Kare und Lucke“  Witze, die ich selbst noch aus meiner Kindheit kenne, wenngleich der Ursprung dieser beiden Witzfiguren im 19. Jahrhundert lag:

Wenn man heute junge Münchner um die zwanzig fragt, wer denn der Kare und der Lugge sind, dann erntet man nur verständnisloses Achselzucken. Und die Au, die Isarvorstadt, die Ludwigsvorstadt oder Haidhausen, wo diese „Helden“ einst ihr Unwesen trieben, sind längst keine Vorstädte mehr sondern gehören zum innerstädtischen Münchner Bereich, ja Teile davon sind zu wirklichen In-Vierteln geworden, in denen es sich schick und teuer leben lässt.

KareLucke
Es sind die Münchner jenseits der vierzig, die mit den Kare und Lugge-Witzen aufgewachsen sind, zwar auch nur übermittelt von Eltern und Großeltern, aber doch überraschend präsent – wie alles, was man sich immer und immer wieder anhören muss.

Der Kare und der Lugge, das waren die Tagelöhner und Gelegenheitsarbeiter, die Hallodris und Halbseidenen, die Nichtuer und glücklosen G’schäftemacher, die Zuhälter und (Über)lebenskünstler der Münchner Vorstädte des 19. Jahrhunderts – Geschichten, geboren aus dem Elend der kleinen Leute, die Anfang des 20. Jahrhunderts zum Volksgut wurden, besungen in Liedern und Couplets. Eingegangen in die Geschichte der Landeshauptstadt sind sie schließlich als Witzfiguren mit derber Sprache und rauen Sitten, ein bisserl einfältig und ziemlich bauernschlau.

Und dann folgen neben diversen „Kare und Lucke“ Witzen weitere Kapitel, die z.B. mit „Mir san Mir“ oder „Ich bein ein Preuße“ heissen und sich also um thematische Ordnung bemühen.

Viele der Witze sind eher von schlichter Natur, manche arg derb und gelegentlich taucht der schwarze Humor auf, wie z.B. bei diesem Witz:

StarfighterNun gut, dieser Witz macht deutlich, dass Schneider´s Witzesammlung schon sehr alt war, denn Witze um den Starfighter (einer jener unglaublichen Skandale um Franz Josef Strauß), hatte allemals in den 60er Jahren Hochkonjunktur.

Nun, eine überwiegend amüsante, kleine Textsammlung … für alle, die gelegentlich einen Witz für jede nur denkbare Situation suchen … hier könnte man glatt fündig werden. Ursprünglich erschien das Buch 1981, die mir vorliegende Ausgabe stammt aus dem Jahr 1986 und ist eine „erweiterte Ausgabe“. Und es war die ehrwürdigen Hugendubel Buchhandlung, die dieses Büchlein (86 Seiten)veröffentlichte.

Und wie´s guter Brauch ist, hier ein paar Vorschaubilder, bevor es dann zur Präsentation geht:

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Deutsches MAD – Nr. 233 (September 1988)

Titel.jpgDie Amis haben uns ja nicht nur mit Coca Cola, Jazz und Rock N Roll beglückt, nein, es gab dann auch noch des völlig durchgeknallte Magazin „Mad“:

MAD ist ein US-amerikanisches Satiremagazin. Es wird außerhalb der USA auch in vielen anderen Ländern herausgegeben.

Im Sommer 1952 brachten die amerikanischen Comic-Verleger Harvey Kurtzman und William M. Gaines die erste Ausgabe der Zeitschrift MAD, damals noch unter dem Titel Tales Calculated To Drive You Mad, heraus. Was zunächst als Parodie auf klassische Superhelden-Comics gedacht war, entwickelte sich bald zu einem Satire-Magazin, das sich über Politik, Gesellschaft, Film und Fernsehen lustig machte. 1956 erschien auf dem Titelblatt von MAD zum ersten Mal ein grinsendes Gesicht mit Segelohren, Sommersprossen und Zahnlücke: Alfred E. Neumann, gezeichnet von Norman Mingo und Frank Kelly Freas. Seitdem ist er der Coverboy der Zeitschrift und auf fast jeder Ausgabe zu sehen. Die Figur an sich ist viel älter und das Bild des Jungen wurde schon im 19. Jahrhundert auf Postkarten publiziert.

Im Verlauf der Jahre wurde MAD zu einem festen Bestandteil der amerikanischen Kultur. Viele der Zeichner, Charaktere und Rubriken sind legendär (Don Martin, Dave Berg, Al Jaffee, Spion & Spion, das Faltbild, Sergio Aragonés etc.). Berühmtheit erlangte das Magazin vor allem auch durch Mort Druckers satirisch-überdrehte Parodien auf aktuelle Kinofilme und Fernsehserien. „Star Trek II: Der Zorn des Khan“ war der erste und letzte Film, der vom MAD-Magazin gelobt wurde.

Das erste deutsche MAD erschien im September 1967. Da es auf dem deutschen Markt guten Absatz fand, konnte die Auflage rasch gesteigert werden. Nach 32 Ausgaben wurde Herbert Feuerstein Chefredakteur des Magazins und prägte dessen Stil maßgeblich, woran seit 1975 auch der textende Zeichner Ivica Astalos großen Anteil hatte. Ein wichtiges Merkmal des deutschen MAD war, dass auch deutschsprachige Autoren und Zeichner (I. Astalos, Dieter Stein, Nils Fliegner, Rolf Trautmann und Gunther Baars) Beiträge verfassten und MAD somit einen deutschen Anstrich verliehen.

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Herbert Feuerstein

In den 1970er Jahren wurde die Zeitschrift auch im deutschsprachigen Raum endgültig zum Kult. Einige von Feuerstein geschaffene, sogenannte Inflektive („lechz“, „würg“) wurden fester Bestandteil der Jugendsprache. 1992 verließ Feuerstein die Zeitschrift zugunsten seiner TV-Karriere. Anfang der 1990er Jahre ging die Auflage von 300.000 auf 30.000 Exemplare zurück. Der Verleger Klaus Recht führte das Heft noch drei Jahre weiter, ehe es 1995 nach 300 Ausgaben eingestellt wurde, was vor allem auf das mangelnde Interesse der jungen, fernsehverwöhnten Generation zurückgeführt wurde.

Am 7. Oktober 1998 wagte der Stuttgarter Dino-Verlag einen Neuanfang und brachte ein neues deutsches MAD heraus, das bis zum Dezember 2009 monatlich erschien und seit Februar 2010 alle zwei Monate herausgegeben wird. Im Gegensatz zum früheren deutschen MAD ist die neue Ausgabe nicht mehr frei von Werbung und durchgängig farbig.

Seit dem 31. Dezember 2002 wird das MAD-Magazin von der Panini Verlags GmbH herausgegeben, die den Dino-Verlag übernommen hat. Zuständige Redakteure sind Mathias Ulinski und Jo Löffler.

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Weitere Ausgaben

Mit der 100. Ausgabe des MAD-Magazins ist im Dezember 2006 eine Spezialausgabe erschienen, die den doppelten Umfang an Seiten hat. Im Januar 2007 erschien das dreizehnte Spezialmagazin mit dem Besten aus 100 Ausgaben.

Als Kernzielgruppe benennt der Verlag 13- bis 18-jährige Jungen, die verkaufte Quartalsauflage lag im zweiten Quartal 2012 bei knapp unter 22.000 Exemplaren (laut IVW II/2012) und ist seit Jahren rückläufig. Seit dem 3. Quartal 2012 werden die Verkaufszahlen nicht mehr der IVW gemeldet. (Quelle: wikipedia)

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Aus dem Inhalt dieses Heftes (34 Seiten):

  • Titelbild Rolf Trautmann 
  • MADs Monatlicher Almanach (Herbert Feuerstein)
  • Fragen Sie Alfred / Leserbriefe / MAD-Kettenbrief (Herbert Feuerstein)
  • Don Martin Neulich, an der Küste (Don Martin)
  • (Sch)Weißbuch MAD-Besuch beim Body-Building (Dieter Stein/Frank Vielmeister)
  • Eid-Genossen Drama auf Seite 9 (John Caldwell)
  • Regel mit Köpfen Wenn die ungeschriebenen Verhaltensgesetze unserer Gesellschaft tatsächlich aufgeschrieben werden (George Woodbridge/Mike Snider)
  • Schwarz auf Weiß Spion & Spion (Antonio Prohias)
  • Fromme (Wider)Sprüche Ein MAD-Blick auf die Logik der Regierung /Harry North/ Mike Snider)
  • Quak-Käse Die Geschichte des Froschkönigs (Ivica Astalos)
  • Zum Abschluss freigegeben MAD ist zu Besuch bei einer Abiturfeier (Sergio Aragones)
  • Schüttel-Frust Händeschütteln, das man lieber vermeiden soll (Al Jaffee / Idee: Frank Jacobs)
  • Werbmasse Der MAD-Mini-Markt
  • Duck & Doof Duck Edwing humpelt in die Erste-Hilfe-Station (Duck Edwing)
  •  (Ein)Fallstudie Der große MAD-Report: Kreativität (Apichai Bhakdibutr/Gunter Baars)
  • Kippenbekenntnis Neue Warnungen auf Zigarettenschachteln (Joe Raiola/Charlie Kadau)
  • Jeder Stuss ein Treffer! MADs übersichtliche, klare und praktische Ergebnis-Tabelle aus dem täglichen Leben (Nils Fliegner/Paul Petersdorf)
  • Eigenwerbung / Vorschau auf das nächste Heft / Impressum 
  • MAD-Faltblatt (Al Jaffee)
  • Anzeigenparodie: Bauchkiller 

Muss man niht mögen, aber wer total abgefahrenen shrägen Humor mag, ist auchbei diesem Heft gut bedient.

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Die Rückseite des Heftes

Und noch heute wird „Mad Alfred“ gerne für aktuelle Personen der Zeitgeschichte verwendet:

 

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