Inga Rumpf & Dagmar Krause – ID Company (1970)

FrontCover1Dagmar Krause und Inga Rumpf spielte ja gemeinsam bei den „City Preachers“, gingen dann aber wieder getrennte Wege. Bei diesem Kultalbum sind wieder vereint, allerdings nur im Titel.Jede der beiden Sängerinnen bestreitet eine LP – Seite:

Auf der einen Seite des Albums singt Inga Rumpf, auf der anderen ihre City-Preachers-Kollegin Dagmar Krause. Daraus resultiert der Albumtitel „I.D. Company“ (Inga Dagmar).

Inga Rumpf ist für die Texte und die Musik der ersten Seite verantwortlich. Ihre Stimme bietet keine Überraschungen, was nicht negativ gemeint ist. Die Instrumentierung ist ungewöhnlich, die Musik jazzig und fernöstlich angehaucht, melodiös und entspannt. Das zweite Stück, Bum-Bum, besitzt schon fast den Zauber früher Embryo-Produktionen. Ein Pflichtkauf für jeden Frumpy-Fan!

Dagmar Krause ist für die deutschen Texte der zweiten Seite verantwortlich und hat auch mitkomponiert. Die Band spielt nun feinsten progressiven, häufig ins experimentelle abdriftenden Jazzrock. Dagmars Stimme muß man gehört haben: mit Gesang hat das nichts mehr zu tun, das ist ein fantastisches Experiment! So etwas Extremes und gleichzeitig Gutes kenne ich eigentlich nur von manchen Peter Hammill-Stücken. Oft wird Dagmars Stimme durch Effekte verfremdet.

Fazit: Ein Meisterwerk, das in keiner Krautrocksammlung fehlen darf. (Rudi Vogel)

Dem Album ist die Auf- und Umbruchphase der beiden Sängerinnen  anzuhören. Das Album ist ein durch und durch experiementelles Album, suchend, forschend (Dagmar Krause geht da noch wesentlich weiter als Inga Rumpf)… ganz so euphorisch wie mein Vorredner („Meisterwerk“) bin ich allerdings nicht, wenn ich dieses Album dennoch als „unverzichtbar“ bezeichnen möchte, dann deshalb, weil es ein eindrucksvolles Dokument jener Zeit ist, in der eben Auf- und Umbruch an der Tagesordnung war.

Wie´s mit den beiden weiterging ist hinlänglich bekannt:

Inga Rumpf brillierte dann mit Frumpy -> Atlantis und dann auch solo: für  mich ist sie bis heute eine der beeindruckendsten deutschen Rock/Blues/Soul Sängerinnen.

Dagmar Krause festigte ihren Ruf als Jazz/Avantgarde Sängerin dann vornehmlich in England, spielte u.a. bei Slapp Happy, Art Bears und Henry Cow. Darüber hinaus hat sie eine Vielzahl von intensiven Solo-Alben vorgelegt.

RumpfKrause

Besetzung:
Hans Hartmann (bass, sitar)
Dagmar Krause (bei 05. – 05.)
Wolfgang Kliegel (violin)
Joe Nay (drums, percussion)
Frank St. Peter (saxophone)
Inga Rumof (vocals bei 01. – 03.)

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Titel:
01. Bhagavad Gita  (Rumpf) 6.01
02. Bum-Bum (Rumpf) 5.45
03. I Watched The Women (Rumpf) 4.43
04. He’s Out Now (Krause/Maronn/Arnoldi) 5.01
05. Dünne, gäserne Frauen (Krause/Maronn/Arnoldi) 4.31
06, Schneeweiße Hände (Krause/Maronn/Arnoldi) 3.19
07. Schwarzes Insekt  (Krause/Maronn/Arnoldi)  4.51

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