Bürkholz Formation – Bürkholz Formation (1972-1973) (2016)

FrontCover1Eine feine Ausgrabung aus den frühen, ganz frühen Jahren des harten DDR-Rocks:

Die Bürkholz-Formation war eine Rockband in der DDR. Der Schlagzeuger Thomas Bürkholz und der Gitarrist Heinz Geisler gründeten die Leipziger Band gegen Ende des Jahres 1972. Zu den weiteren Mitgliedern zählten der Sänger Hans-Jürgen Beyer, der Keyboarder Michael Heubach, der Bassist Frank Czerny und der Saxophonist Wolfgang Zahn.

Die Gruppe war vor allem wegen ihrer Live-Konzerte sehr beliebt. Innerhalb weniger Monate etablierte sich die Band durch Konzerte, Rundfunk- und Fernsehauftritte neben Gruppen wie den Puhdys oder der Klaus Renft Combo in den DDR-Charts.

In dem 1972 entstandenen Dokumentarfilm Wenn jeder tanzen würde, wie er wollte, na! werden Ausschnitte eines Konzerts der Band im „Klubhaus der Eisenbahner“ in Berlin-Karlshorst gezeigt.

Nach weniger als einem Jahr wurde die Bürkholz-Formation am 20. Juli 1973 verboten. Der Grund war ein Konzert am 22. Juni 1973, das während der Betriebsfestspiele eines Kombinats im Radeberger Vorwärts-Stadion aus den Fugen geriet: Im Verlauf des Auftritts kam es zu Ausschreitungen von Zuschauern gegen die Ordnungskräfte. Am Ende wurde sogar die Bühne gestürmt. Die Veranstaltung musste abgebrochen werden.

Bürkholz Formation01

Die Staatsanwaltschaft Leipzig berichtete dem Abteilungsleiter für Kultur über dieses Ereignis und empfahl ihm, die Spielerlaubnis der Bürkholz-Formation zu überprüfen. Die Gruppe habe die Zuschauer durch ihren ekstatischen Vortrag aufgepeitscht und daher den Aufruhr ausgelöst.

Nach einem Ordnungsstrafverfahren musste jedes Mitglied 300 Mark Strafe zahlen. Neben der Zwangsauflösung der Gruppe wurden teilweise Spielverbote ausgesprochen: Thomas Bürkholz durfte seinen Beruf als Musiker zunächst für unbestimmte Zeit nicht mehr ausüben. Für Heinz Geisler, Wolfgang Zahn und Frank-Peter Czerny galt ein Spielverbot von einem Jahr. Michael Heubach und Sänger Hans-Jürgen Beyer blieben verschont. Die Titel der Bürkholz-Formation wurden gesperrt. Eine geplante Tournee mit der Top-Band Omega durch deren Heimatland Ungarn wurde aufgrund der Auflösung der Band kurzfristig abgesagt.

Beyer begann eine Karriere als Schlagersänger. Geisler wurde später Musiker und Komponist bei der DDR-Band Pilot. Heubach wurde kurzzeitig Mitglied bei der Horst-Krüger-Band, mit der er auch den schon in der Bürkholz-Formation komponierten Titel Tagesreise aufnahm und gründete 1974 die Band Automobil mit Nina Hagen als Sängerin. Czerny wechselte zu Prinzip. Bürkholz konnte ab 1975 bei SET einsteigen. (wikipedia)

Und die Jungs, angestachelt von ihren englischen Vorbildern lassen es hier z.T. so richtig krachen … Nach der Ballade „Finden wir uns neu“ geht dann die Post so richtig ab …  „Kantate Wahrheit II“

Bei „Sei kein Vulkan“ grinsen z.B. Atomic Rooster um die Ecke … erneut hören wir einen absolut überzeugenden Sänger … dass der dann später in die Schlagerbranche wechselte … es kann einem grausen.

Und wer sich dann auch noch so bravorös an die Colosseum Komposition „Skelington“ hat bei mir eh einen Stein im Brett … der zweite Live Kracher auf diesem Album-Zusammengestellt wurden diese Aufnahmen von einem dad kayan (vielen Dank !), und ich vermute mal, da hat ihm ein Musiker der Band diese Liveaufnahmen irgendwie zugesteckt …

Und was besseres konnte uns nicht passieren ! Und hätten die weitermachen können … die Puhdys hätten da ne wirklich scharfe Konkurrenz gehabt.

BackCover1

Besetzung:
Hans-Jürgen Beyer (vocals)
Thomas Bürkholz (drums)
Frank Czerny (bass)
Heinz Geisler (guitar)
Michael Heubach (keyboards)
Wolfgang Zahn (saxophone)

Booklet4

Titel:
01. Finden wir uns neu (Heubach/Maywald)) 5.18
02. Kantate Wahrheit II (live) (Heubach) 9.46
03. Sei kein Vulkan (Heubach/Pannach) 4.13
04. Skelington (Clemson/Hiseman) (live) 15.03
05. Got To Be With You (englische Version; 2009) ((Heubach/Maywald)) 3.20

Inlay1

*
**

Booklet1A

Stürmischen Applaus erntete beim Konzert Musik für junge Leute“ in der Magdeburger Stadthalle die Bürkholz-Formation, Leipzig, für ein bemerkenswertes Werk. Sie stellte ihre Kantate „Die Wahrheit“, eine Komposition des musikalischen Leiters der Gruppe, Michael Heubach, vor.
Alle Bandmitglieder haben sich an Leipziger Musikschulen ein fundiertes musikalisches Grundwissen in Theorie und Praxis angeeignet. Gegenwärtig verbindet sie eine enge Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“, wo sie gemeinsame Konzerte mit dem dortigen Orchester veranstalten. Damit beweisen sie überzeugend, wie man eine Synthese zwischen moderner E-Musik und Beat herstellen kann.
Während der Weltfestspiele wird die Formation in Berlin erwartet. Geplant sind Tourneen nach Polen, Ungarn und in die CSSR. (Melodie & Rhythmus 6 / 1973)

Und dann noch der Hans-Jürgen Beyer, der nun wirklich ein toller Sänger war mit „Smoke On The Water“ (begleitet von der Band „The Butlers“:

Kraan – Live (1975)

FrontCover1Und wieder mal so eine Präsenttion, die man getrost zur Kategorie „Herzensangelegenheit“ zählen darf:

Kraan gründeten sich Anfang der 70er Jahre in Ulm, zogen geschlossen nach Berlin und machten ein paar Jahre später mit ihrer Mischung aus Jazz, Rock und fernöstlichen Elementen nicht nur bundesweit Furore. Die Band zählt zu den Mitbegründern des Kraut- bzw. Deutschrock und damit zu den stilprägendsten Bands Deutschlands.

Und dann dieses Live-Album !!!

“Wir heißen Kraan und fangen jetzt aan!” – so begrüßt im Oktober 1974 Helmut Hattler im berliner “Quartier Latin“ die Konzertbesucher, welches Zeuge eines der wohl fulminantesten und energiegeladensten Livekonzerte der Krautrockära werden sollte .

Hier ist die Band in ihrer ursprünglichen weil noch keyboardlosen Besetzung in absoluter Höchstform zu hören. Die schier überschäumende improvisatorische Spielfreude und ihre publikumsnahe Bühnenpräsenz kommentierte Radio Rias seinerzeit mit den treffenden Worten „Ihnen gehörte der Abend, denn sie hatten alles: eine aufregende Versiertheit an ihren Instrumenten, ein enormes Feeling für Arrangements, Improvisationsübergänge, Effekt- Timing, eine Ensemble-Dichte, die einen beinahe fassungslos ließ, und vor allem eine allgemein sympathische Bühnenpräsenz.“

Kraan01

Nach drei Studioalben bekommt die Musik der bisher „privaten“ wintruper Jamsessions auf der Bühne endlich die musikalischen Flügel verliehen, die den Kraanichen ihren eigen(tlich)en Schwung verleit. Wohlbrandts virtuoses Arpeggiospiel, Hattlers bassige Pyrotechnik, Papperts schwebend- bis schneidendes Wah-Wah-Sax, Frides perlende Rhythmik und das verschwitzt-mitgehende Publikum sind die perfekten Zutaten für dieses einzigartige Livedokument. Man kann aufgrund seiner unzähligen 70er-„Nam-Nam“-Partyerfahrungen erahnen, was das für eine mitreißende Oktobernacht gewesen sein muß.

Hallo Ja Ja, I know… ein livehaftiger Gipfelsturm! (Mr. Upduff)

UKFront+BackCover

UK Front + Back Cover

Dieses Album trug den Ruf Kraans als ausgezeichnete Liveband über die deutschen und europäischen Grenzen hinaus bis in die USA. Und auch in Deutschland, wo das Quartett aus Ulm seit spätestens ihrem dritten Album Andy Nogger in der ersten Liga spielte, steigerte Kraan Live ihre Popularität noch einmal: Keine Mitte-70er-Jahre Fete, auf der das 15-minütige „Nam Nam“ mit Hellmut Hattlers notorischem Bass-Solo nicht mindestens zweimal lief, resignierende Luftgitarristen nicht vor einem der vielen guten Soli Peter Wolbrandts in die Knie gingen.

CDBooklet1+2

Aufgenommen vom semi-legendären Conny Plank im Oktober 1974 im Berliner Quartier Latin, präsentiert Kraan Live eine Band in Höchstform. Sehr souverän, gleichermaßen inspiriert wie konzentriert spielten Kraan an diesem Abend ihren verschachtelten, dabei immer auch luftigen Funky Jazz-Rock mit Latin-Einschlag. Erstaunlich, wie außerordentlich homogen und einzigartig diese Musik im Wiederveröffentlichungsjahr 2000, also 25 Jahre später, immer noch ist. Dafür, dass die Jahre trotz der verbesserten Soundqualität nicht gänzlich aus dem Hörer-Bewusstsein verschwinden, sorgt vor allem das mit sehr viel Feingefühl vom Doppel-LP- auf das CD-Format übertragene Artwork, das dem Original nicht nur überaus unterhaltsame Linernotes und Pressestimmen hinzufügt, sondern auch der „German Rock Osterfestival“-Sticker, der damals auf dem LP-Cover klebte. Besser können Sorgfalt und Feingefühl wohl kaum miteinander auskommen. (Rolf Jäger)

Kraan02
Kraan haben es nicht geschätzt, dass ihre Musik einen Stempel verpasst bekommt. So jedenfalls kann man es im Booklet der bestens remasterten Neuauflage ihres herausragenden Konzertmitschnitts „Live“ aus dem Jahr 1975 nachlesen. Trotzdem finden sich in den Linernotes der Scheibe Stilbezeichnungen wie „Fusionrockband“ oder „Jazzrock“. Sei’s drum: wer auf die Musik des britischen Trios Backdoor um Bass-Koryphäe Colin Hodgkinson steht, kommt auch bei Kraan auf seine Kosten. Eine weitere Referenz-Truppe ist Colosseum, von dessen Saxophonisten Dick Heckstall-Smith sich Kraan’s Johannes A. Pappert sicher beeinflussen ließ. Die neun teilweise überlangen und improvisationsträchtigen Tracks sind im Oktober 1974 im Berliner Quatier Latin mitgeschnitten worden. An den Reglern sass der bekannte Conny Plank. Die vier Band-Mitglieder präsentieren sich als Ausnahmemusiker, die perfekt interagieren und sich die Bälle nur so zuwerfen. Der bereits erwähnte Pappert, Bass-Berserker Hellmut Hattler, der immer leicht funky klingende Gitarrist Peter Wolbrandt und der sehr flexibel zu Werke gehende Drummer Jan Fride erinnern in der Tat an eine gut geölte Melodie- und Rhythmus-Maschine. Der Set beginnt mit dem treibenden „Jerk of life“, dem Wohlbrandt mit seiner Gitarre gleich eine funky Note verpasst.

CDBooklet07

Mit „Nam Nam“ (15:09) folgt eines, wenn nicht das Highlight der Scheibe. Von der Combo als „flotteres Stück“ angekündigt, beinhaltet der Song ein spektakuläres Bass-Solo Hattlers. Unwiderstehlich, wie der Mann seinen Rickenbaker-Viersaiter bearbeitet. Auch Wohlbrandt sowie Pappert solieren prächtig und das Volk im Quatier Latin lässt sich bei dem Song hörbar mitreißen. Das ungemein dynamische, jazzrockige „Holiday am Marterhorn including Gipfelsturm“, gefolgt vom wilden „Sarah’s Ritt durch den Schwarzwald“, schließen sich an. Auf dem soulrockigen „Andy Nogger“ und dem jazzrockigen „Andy Nogger – Gutter King“ meinen die Kraan-Jungs leider, singen zu müssen. Gut, dass sie sich in dieser Hinsicht sonst weitestgehend zurückhalten. Die Kraan-Musik bedarf im Übrigen keiner Vocals. Das funky daherkommende „Hallo ja ja, I don’t know“ (10.18) startet in verschlepptem Tempo, um dann nach einer kurzen Pause um so mehr loszufetzen. Für Kraan-Verhältnisse vergleichsweise sentimental wird die Geschichte vom „Lonesome Liftboy“ in Szene gesetzt. Am Ende des Gigs steht mit „Kraan Arabia“ (12:30) – der Titel des Songs besagt es schon – ein kraftvoller Tribut an die orientalische Musiktradition, bei dem mit dem Percussionisten und Karthago-Mann Tommy Goldschmidt ein Gastmusiker mit Akzente setzt. „Vier Seiten tierisch heißer Musik“ wird im Booklet von Kraan’s „Live“ ein Kritiker zitiert, der damals in der Zeitschrift „Sounds“ den Konzertmitschnitt besprochen hat. Diese Beurteilung trifft auch rund 45 Jahre später den Nagel auf den Kopf. (birddog)

Bei diesem Album bleiben keine Wünsche mehr offen !

BackCover

Besetzung:
Jan Fride (drums, percussion)
Hellmut Hattler (bass, vocals)
Johannes Pappert (saxophone)
Peter Wolbrandt (guitar, vocals)

CDBooklet04

Titel:
01. Jerk Of Life 5.09
02. Nam nam 15.09
03. Holiday am Marterhorn including Gipfelsturm 12.59
04. Sarah’s Ritt durch den Schwarzwald 6.01
05. Andy Nogger 3.32
06. Andy Nogger – Gutter King 7.00
07. Hallo ja ja, I Don’t Know 10.19
08. Lonesome Liftboy 5.13
09. Kraan Arabia 12.31

Musik und Texte: Jan Fride – Hellmut Hattler – Johannes Pappert – Peter Wolbrandt

LabelD

*
**

KraanTörntAn

UKLinerNotes

Curt Cress – Curt Cress Clan (1975)

FrontCover1Wann immer ich den Namen Curt Cress höre, schnalze ich mit der Zunge:

Curt Cress (* 11. August 1952 in Schlierbach (Brachttal)) ist ein deutscher Schlagzeuger und Komponist, der in seiner Karriere an zahllosen Produktionen beteiligt war und dabei auch für internationale Stars arbeitete.

Curt Cress begann seine Karriere 1965 bei der Hanauer Band Last. Später spielte er ebenfalls in Hanau bei den Bands Inspiration Six und zuletzt 1969 bei Orange Peel, die offiziell schon im darauf folgenden Jahr wieder aufgelöst wurde, sich aber bis heute für gelegentliche Auftritte zusammenfindet.

Curt Cress wirkte bis heute bei etwa 12.000 veröffentlichten Aufnahmen mit und ist auf mindestens 400 Millionen verkauften Tonträgern zu hören.

Curt Cress wirkte sowohl als Bandmitglied etlicher Formationen wie Klaus Doldingers Passport, Atlantis, Spliff, Snowball, Curt Cress Clan als auch als Gast bei zahlreichen Studioaufnahmen und Live-Auftritten deutscher und internationaler Künstler mit, z. B. Falco, Peter Maffay, Rick Springfield, SAGA und Tina Turner. Eigene Solo-Veröffentlichungen als Schlagzeug-Avantgard-Produktionen folgten: AVANTI, SING, BANG, TRIP.

CurtCress02

Bekannt wurde Cress auch als Produzent, u. a. für Uwe Ochsenknecht, Claudia Cane, Heiner Pudelko, Nena, Nina Hagen und das Royal Philharmonic Orchestra. Er arbeitete weiterhin als Studiomusiker, etwa für Boney M., Supermax, Hubert Kah, Michael Cretu, Scorpions, Alphaville, BAP, Inga & Annette Humpe, Peter Cornelius, Marianne Rosenberg, Stefan Waggershausen, Udo Lindenberg, Meat Loaf, Freddie Mercury (Mr. Bad Guy) und Kurt Baebi.

Einen Namen machte sich Cress zudem als Fernseh- und Filmmusikkomponist. So komponierte er die Musik zu den Serien SK Kölsch, Die Rote Meile, HeliCops – Einsatz über Berlin oder auch für die Telenovelas Bianca – Wege zum Glück und Julia – Wege zum Glück. Cress ist einer der Komponisten zur Szenenmusik der Serie Verliebt in Berlin. Er arbeitete auch für den Tatort und arrangierte unter anderem die Titelmelodien der ARD Sportschau und von Wetten, dass..?. Für den Spielfilm Bandits wurde Cress als Playback-Musiker engagiert. Seine Bewegungen und Eigenheiten während der CD-Produktion nahm Katja Riemann dann als Vorlage für ihre Darstellung einer Schlagzeugerin. 2009 bis 2010 zeichnete er zusammen mit Chris Weller und Manuel Mayer für die Musik der ZDF-Telenovela Alisa – Folge deinem Herzen verantwortlich.

CurtCress03

Cress ist seit 2006 Professor an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater; bereits seit 2004 unterrichtet er dort.

Er besitzt die CC Holding GmbH, in der seine Firmen Medienprodukte für Musik, Film und Fernsehen herstellen. Zur Holding gehören die Firmen F.A.M.E. Recordings Publishing GmbH, F.A.M.E. Artist Recordings GmbH, Cress Publishing GmbH und Pilot Tonstudio GmbH.

Curt Cress ist verheiratet und hat drei Kinder. (wikipedia)

CurtCress01

Und hier sein erstes Solo-Album … im typischen Sound des damaligen Jazz Rock (Prädikat „high-energy“ Musik).

Auch wenn „CCC“ nicht unbedingt als massenkompatibel galt, verkaufte es sich über 10.000 Mal, nicht schlecht für eine Jazzrock-Produktion. Curt Cress, Kristian Schultze und Dave King knüpften dann ein Jahr später mit Snowball an das CCC-Konzept an und perfektionierten es mit dieser gelungenen Mischung aus Jazz, Rock und Funk bis Anfang der Achtzigerjahre zu einen auch international hochangesehenen Projekt. (CD Hüllentext)

„Es wurde funky und groovte, Schultze baute immer wieder dominante Keyboardwälle auf, Kriegel ließ seine Gitarre oft verzerrt schmettern, griff aber auch zur Akustischen. Die Bandbreite reicht von balladesk-ruhigen Nummern bis furiosen Eruptionen. Das ganze ist hochwertig aufbereitet, mit remastertem Sound und informativem Booklet.“ (Good Times, 12 / 2010 – 01 / 2011)

So isses … und bei all der Virtuosität der Musiker (man beachte mal die Besetzungsliste) schnalze ich nicht nur bei den Namen Curt Cress und als ehemaliger Bassist hat mich insbesondere der Dave King vom Hocker gehauen.

BackCover1

Besetzung:
Curt Cress (drums, percussion)
Dave King (bass)
Volker Kriegel (guitar)
Ack  van Rooyen (flugelhorn)
Kristian Schultze (keyboards)

Booklet03A

Titel:
01. Cyclone (Cress/King) 3.55
02. From The Back (King) 4.32
03. Fields (Schultze) 5.35
04. Shuffle On Out (King) 5.54
05. Delphine (Cress/Schultze) 3.28
06. „451271“ (Cress/King) 3.37
07. No Answer (Cress/King) 3.45
08. Movin‘ Right Along (King) 2.49
09. Funk Off (Cress/King) 3.59

LabelA1

*
**

Hüllentext01

Justyn Tyme – #Fyve (2011)

FrontCover1So lob´ ich mir das: Blitzsauberer, blitzgescheiter Jazz-Rock !

Hier ihr fünftes Album:

Treibende grooves, ausgefeilte Bläsersätze der beiden Saxophonisten, abwechslungsreiche Kompositionen ausnahmslos aus eigenen Federn, das sind die Markenzeichen des Sextetts, das seit zwanzig Jahren in weitgehend gleicher Besetzung zusammenspielt.

Das intuitive Verständnis der Musiker schafft Freiräume für spontane Einfälle, lässt auch komplexe Arrangements entspannt klingen, und sorgt für jede
Menge Spaß, auf und vor der Bühne. die stilistische Weltreise der Band führt zu exotischen Instrumenten: Berimbau, Kalimba, Oudu und fernöstliche Bläsersounds wie auch die selbst entwickelte dream pipe erweitern das Spektrum der Klänge und fügen sich ein in die rhythmische Dynamik, die jedes Publikum mitreißt. Trotz aller Vielfalt von Latin Jazz, Weltmusik, Funk und Soul ist die Musik von Justyn Tyme unverkennbar und einzigartig:
voller Power und doch relaxed, humorvoll und inspirierend. (Werbetext)

Ist zwar nur ein Werbetext, aber durchaus zutreffend ! Für mich musikalisch einer der aufregendsten Neuentdeckungen des Jahres und zwar für alle, die für komplexe, und dennoch sinnlich starke Kompositionen ein offenes Ohr haben !

BackCover1
Besetzung:
Uwe Braun (percussion)
Thomas Gätjens (bass)
Andreas Hauer (drums, udu, harmonica, flute)
Thomas Maier (saxophone berimbau, oud)
Markus Rösch (keyboards, synthesizer)
+
Bernd Detzel (saxophone)
BookletA
Titel:
01. LinLan (Maier) 4.50
02. Whole Step Funk (Rösch) 3.53
03. Oududu (Hauer/Maier) 2.36
04. D-Tune (Rösch) 6.05
05. Guru (Maier) 6.12
06. Volksreplik/Abklingbecken (Hauer/Maier) 2.35
07. Sunset (Rösch) 4.26
08. Frühlich (Maier) 3.45
09. Delta (Hauer/Maier) 2.23
10. Lichtblick (Rösch) 4.23
11. Was ich noch sagen wollte (Braun/Gätjens) 1.41
12. Es wird schon heller (Maier) 6.20
13. Kopieren und Einfügen (Maier) 4.38
CD1
Justyn Tyme

Andreas Perger – Frühe Bänder (1996)

FrontCover1Jetzt mal wieder was aus der Rubrik „rar und exquisit“ und zwar in Sachen Jazz/Jazz-Rock:

Andreas Paolo Perger (* 1970 in München) ist ein zeitgenössischer österreichischer Gitarrist, Improvisateur und Komponist deutsch-polnischer und österreichisch-italienischer Abstammung.

Als Österreicher in München geboren, wuchs Andreas Paolo Perger dort und in Bolzano/Bozen auf. Ab dem siebten Lebensjahr erhielt er Gitarrenunterricht. Seine Arbeit ist gekennzeichnet von der Auseinandersetzung mit der Elektrischen Gitarre und der Klassischen Konzertgitarre in Improvisation, Interpretation und Komposition.

Nach seinen Studien des Jazz am Berklee College of Music in Boston studierte er Interpretation bei Barbara Probst-Polášek am Konservatorium in München, Improvisation und Komposition mit Joe Pass, John McLaughlin, John Scofield und Mike Stern, Evan Parker, Wolfgang Stryi und Frederic Rzewski. Zusätzlich betrieb er freie Studien der Videokunst und Elektronischen Musik. Er arbeitet auch als Studiogitarrist für Film und Fernsehen und gestaltete Klangspuren für Kunstvideos. 1997 wurde er von der Süddeutschen Zeitung als Newcomer of the year ausgezeichnet.[5]

In den 1990er Jahren wurde eine zehn CDs umfassende Serie mit seinen Improvisationen, Interpretation und Kompositionen für Elektrische Gitarre und Klassische Konzertgitarre veröffentlicht[2][6]. Konzerte und Aufführungen mit Musikern aus der Klassischen Musik, dem Jazz und der Experimentellen Musik fanden statt . Kompositionen mit Neuen Medien entstanden. Neben der Klassischen Konzertgitarre nutzt Perger anstelle der Elektrischen Gitarre seit einigen Jahren die selbst entwickelte 5.1-Surround-Gitarre und öffnete sich der Klangkunst und Installation.

Andreas Perger2Die modulbasierte improvisierte Komposition Konzert für 5.1 Surround Gitarre stellt nicht nur optisch eine solche Übergangsform von Gitarrenkonzert und Installation dar. Auch klanglich spannt sich eine akustische Leinwand zwischen Gitarrenkonzert und Klangkunst und bildet die methodische Vorlage zu dem Studioalbum Relief.

Werk für Orchester 1 – Eine interaktive Werkentstehung wurde in der St. Johannes-Evangelist Kirche Berlin im Juni 2013 uraufgeführt. In dieser improvisierten Komposition adaptierte Perger seine Methode für großes Ensemble. Wie der Titel der Komposition darstellt, beinhaltet das Werk interaktive Teilstrecken: Das Publikum gestaltet den Verlauf des Werks mehr oder weniger bewusst mit.

Die Besetzung bestand aus Klaus Janek (kb, e), Antonis Anissegos (e-kl), Biliana Voutchkova (vl), Hilary Jeffery (pos), Alessandra Eramo (st, e), Andreas Paolo Perger (e-g, k), Hannes Lingens (sw), Audrey Chen (st, vc, e), Sabine Vogel (fl), Tobias Delius (ts), Roy Carroll (e), und Elena Kakaliagou (wh). Das dokumentarische Konzertvideo von Carlos Bustamante wurde im Dezember 2013 im Arsenal Kino Berlin uraufgeführt.

Werk für Orchester 2 – Eine interaktive Werkentstehung wurde in der St. Johannes-Evangelist Kirche Berlin im Juni 2015 uraufgeführt.

Die Besetzung bestand aus Biliana Voutchkova (vl), Klaus Janek (kb, e), Antonis Anissegos (e-kl), Hilary Jeffery (pos), Michael Thieke (kl), Alessandra Eramo (st, e), Andreas Paolo Perger (e-g, c), Yorgos Dimitriadis (sw), Audrey Chen (st, vc, e), Sabine Vogel (fl), Gunnar Geisse (laptop-g), Elena Kakaliagou (wh), Almut Kühne (st), Chris Dahlgren (viola da gamba), Katrin Mickiewicz (vla). Die Spielfiguren wurden von Edouard Steinhauer angefertigt. Alexander di Vasos zeichnete die Musik während des Konzerts. Das dokumentarische Konzertvideo wurde von Carlos Bustamante verfasst.

Erste raumbezogene und interaktive improvisierte Kompositionen, sowie eine Radio Live-Übertragung (Surround > Stereo), fanden im Jahre 2002 statt (Quelle: wikipedia)

Andreas Perger3
Und dieses Debütalbum bietet nun wirklich viel, sofern man sich auch mal für avantgardistische Klänge begeistern kann. Insbesondere dann, wenn sich das Saxophon von Christian Haller einmischt … da winkt dann ein Jan Gabarek um die Ecke …  Entstanden sind die Aufnahmen zwischen den Jahren 1992 und 1996. Wir hören den Andreas Perger hier in seiner Embryonalphase … und das klingt dann schon so facettenreich, dass mich diese Aufnahmen auf weitere Werke von ihm mehr als neugierig gemacht haben …

Wie gesagt: rar und exquisit

Andreas Perger

Andreas Paolo Perger spielt Gravur/Gravure in der Zionskirche Berlin (Juli 2014).

Besetzung:
Magnus Fleischmann (drums bei 04 – 07.)
Maurus Fleischmann (bass bei 04. – 07.)
Christian Haller saxophon bei 02. + 03.)
Andreas Perger (guitar)
Hannes Seidel (bass bei 01. – 03.)
Wolfram Winkel (drums bei 01. – 03.)

Booklet1Titel:
01. Elisabeth I. am 26.Juli (Perger) 5.32
02. Bis dann ,,, (Perger) 5.03
03. Nomo (Winkel)
04. Drehtür (Perger)
05. Schwarzfahrer (Perger)
06. Frühlingswiesenblick (Perger)
07. Wetterherbst (Perger)
08. Gustav (Perger)
09. Es war nicht fair … (Perger)
10. Himmelgrau (Perger)
11. Sag das Wort (Perger)

CD1

*
**

Embryo – Surfin‘ (1975)

FrontCover1Embryo ist eine deutsche Jazzrock- und Weltmusik-Band. Die Gruppe wurde 1969 von Christian Burchard gegründet. Im Lauf der Jahre haben über 400 nationale und internationale Jazz- und Rockmusiker bei der sich als Kollektiv begreifenden Gruppe mitgewirkt, darunter viele namhafte Jazz- und Krautrock-Musiker. 2016 übernahm Marja Burchard, die Tochter des Bandgründers, die Leitung des Projekts.

Christian Burchard war bereits in den 1960er Jahren als Jazzmusiker aktiv und spielte Klavier, Posaune und Vibraphon. Er tourte mit Mal Waldron und bildete mit dem Saxophonisten und Geiger Edgar Hofmann sowie dem Schlagzeuger Dieter Serfas ein Jazztrio. 1969 wechselte Burchard selbst ans Schlagzeug und formierte mit Hofmann und Lothar Meid die neue Band Embryo.

Meid verließ die Band nach kurzer Zeit, um sich Amon Düül anzuschließen. Christian Burchard sammelte unterdessen immer neue Musiker um sich. Insgesamt haben seit 1969 über 400 Musiker beim Musikkollektiv Embryo gespielt. Zu den langjährigen Mitgliedern zählen u. a. Roman Bunka (Gitarre, Oud), Uve Müllrich (Bass), Michael Wehmeyer (Keyboards), Lothar Stahl (Marimba, Schlagzeug) und Jens Pollheide (Bass, Flöte). Außerdem gab es langjährige Freundschaften zu anderen Musikern und Bands, die immer wieder als Gäste bei Embryo erschienen, darunter Charlie Mariano, Mal Waldron, Marty Cook, Chris Karrer (Amon Düül), und Roland Schaeffer (Guru Guru). Eine enge personelle Verflechtung bestand außerdem mit der Herforder Band Missus Beastly, die gemeinsam mit Embryo, Sparifankal und Ton Steine Scherben 1973 das Label April (später Schneeball) gründeten.

Embryo2

Früh, 1971, hatte Embryo einen Radiohit mit dem Titel Tausendfüßler. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich der Stil der Band vom jazzigen Krautrock zu Weltmusik, wobei verschiedene Stile und Richtungen miteinander vereint wurden. Viele Embryo-Alben entstanden auf ausgedehnten Konzertreisen in andere Kontinente. Die Band ist dabei auch mit wichtigen Musikern der von ihnen bereisten Ländern wie Shoba Gurtu, T. A. S. Mani, R. A. Ramamani, Mahmoud Gania und Okay Temiz aufgetreten. Der Film Vagabunden Karawane von Werner Penzel (1980) berichtet über eine dieser Reisen, die von Deutschland bis nach Indien führte.

Bassist Müllrich und Keyboarder Wehmeyer verließen 1980 Embryo und formierten ihre eigene, zunächst Embryo’s Dissidenten genannte Band Dissidenten.

1996[4] trat Christian Burchards Tochter Marja (* 1985) im Alter von elf Jahren erstmals bei Embryo in Erscheinung. Als Multiinstrumentalistin (Klavier, Akkordeon, Marimba, Vibrafon, Schlagzeug, Posaune, Orgel, Keyboard, Santur) hat sie sich bald einen festen Platz in der Band erspielt.

Embryo3

Im Juli 2008 erhielt Embryo beim TFF Rudolstadt den Deutschen Weltmusikpreis Ruth 2008 für das Lebenswerk verliehen.

Im Sommer 2016 erlitt Christian Burchard im Alter von 70 Jahren einen Schlaganfall und war danach nicht mehr fähig aufzutreten. Daraufhin übernahm seine Tochter Marja die Leitung der Band und führt sie auch nach dem Tod Burchards im Januar 2018 fort. Sie hat die Band durch neue Elemente wie Beatboxing und neue Musiker verjüngt, trägt aber mit der Einbindung von Musikern wie Roman Bunka und Michael Wehmeyer auch die Embryo-Tradition fort. (wikipedia)

„Surfin'“ war das zweite und letzte Album, das Embryo für die BASF eingespielt haben. Danach erschienen deren LPs beim Schneeball-Label, das Embryo 1976 zusammen mit Missus Beastly, Sparifankerl und Ton Steine Scherben ins Leben gerufen hatten, um den Schallplattenvertrieb direkt in die Hände der Musiker zu legen.

Embryo4

Allzu viel Kraut- oder Progrock ist auf „Surfin'“ eigentlich nicht mehr zu finden. Sehr flotte und muntere, aber auch recht kommerzielle und eingängige Musik gibt es auf der Scheibe zu hören, allerdings vorgetragen von hervorragenden Musikern und sehr druckvoll produziert. „You Can Turn Me On“, „Music Of Today“, der Titeltrack, „New Ridin'“ und „Sidetrack“ sind recht gefällige, soulig-funkige Rocker, die sich durch die exzellenten Saxsoli von Mariano oder Hofmann auszeichnen, die aber auch wegen des schwachbrüstigen und eigentlich ziemlich unnötigen Gesang bisweilen nerven. Ein paar interessante Stellen, das ausgeflippte Sax von Hofmann in „Music Of Today“, der Sitar-Funk in „New Ridin'“ oder die krautig-schräge zweite Hälfte von „Sidetrack“ z.B., können nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier relativ normale, wenn auch glänzend musizierte, funkig-jazzrockige Einheitskost geboten wird, wie sie Mitte der 70er unzählige Jazzrock- und Fusionbands im Angebot hatten. Daran ändert auch der schöne, entspannt aus den Boxen plätschernde Jazzrocker „Secret“ und das perkussive, krautig-exotische „Dance Of Some Broken Glasses“ nicht viel.

Mit „Surfin'“ verabschieden sich Embryo vom Kraut-Jazzrock ihrer ersten sechs LPs und wenden sich einer stärker von Soul und Funk beeinflussten Musik zu, in die später vermehrt Ethnoelemente integriert werden sollten. „Surfin'“ ist eine durchaus ordentliche Produktion, die aber wohl nur für Kraut- bzw. Jazzrockkomplettisten von Interesse sein wird! (Achim Breiling)

Embryo5

Na endlich mal nackte Männer in diesem blog !

Lauscht man dem einleitenden You Can Turn Me On, möchte man kaum glauben, dass dieses Stück von einem der bedeutendsten Vertreter der Krautrock-Szene stammt. Locker-leichte Fusion-Musik, eingängig, geradlinig, aber eigentlich uninteressant. Lediglich ein paar schrillere Töne des Saxofons bringen ein bisschen Leben in die Bude.

Leider ist dieses Stück durchaus repräsentativ für Surfin‘. Überhaupt, schon bei so einem Albumtitel schrillen bei mir sämtliche Alarmglocken! Interessanter ist da schon das gemächliche, leicht Ethno-beeinflusste Secret mit wunderbarem Saxofon. Sicher einer der einsamen Höhepunkte dieses Albums, auch weil dort endlich mal nicht gesungen wird. Der Gesang ist nämlich, wie bei vielen Krautrockern, keine Stärke der Band und klingt bisweilen ziemlich nervig. (Jochen Rindfrey)

So ganz kann ich meinen Vorredner nicht folgen … aber in der Tat, wenn Charlie Mariano oder auch Edgar Hofmann zu ihren Instrumenten greifen, wird es besonders spannend. Und über den Gesang reg´ ich mich schon gar nicht mehr auf.

BackCover

Besetzung:
Roman Bunka (guitars, saz, sitar, bass, vocals, percussion
Christian Burchard (drums, percussion, keyboards, vibraphone, Marimba, vocals, mellotron, (clavinet
Uwe Müllrich (bass)
+
Edgar Hofmann (saxophone, violin)
Charlie Mariano (saxophone, nagasuram, flute)

Embryo6
Titel:
01. You Can Turn Me On 5.05
02. Music Of Today 4.15
03. Secret 6:25
04. Surfin‘ 3:26
05. New Ridin‘ 3:49
06. In My Luna Matic 1:32
07. Dance Of Some Broken Glasses 9:06
08. Sidetrack 6:03

Musik und Texte: Roman Bunka – Christian Burchard

LabelB1

*
**

Christian Burchard01

Christian Burchard (* 17. Mai 1946 in Hof, Bayern; † 17. Januar 2018)

 

Klaus Lenz Band – Wiegenlied (1977)

FrontCover1Für mich ist er einer der wichtigsten Jazzmusiker der ehemaligen DDR:

Klaus Lenz (* 22. März 1940  in Berlin, genannt Bulle) ist ein deutscher Jazzmusiker, Bandleader und Komponist, vor allem in der Stilrichtung Modern Jazz. Er lebte bis 1977 in der DDR und gilt als Nestor der DDR-Jazzszene. Viele bekannte Interpreten wie Manfred Krug, Günther Fischer, Reinhard Lakomy, Henning Protzmann (Karat), Günter Baby Sommer und Ulrich Gumpert erlernten bei ihm das musikalische Handwerk und spielten mit ihm erfolgreiche Alben ein. Klaus Lenz spielte mit ständig wechselnden Besetzungen, ein Zeugnis seiner permanenten Suche nach neuen musikalischen Ausdrucksformen. Mit jeder Formation erreichte er einen hohen Standard. Neben seinem Engagement als Jazzmusiker komponierte er im Pop-Bereich, arrangierte er für namhafte Orchester und schrieb Film- und Theatermusiken. (wikipedia)

Im Besitz eines Reisepasses, lebte Lenz abwechselnd im Ost- und im Westteil Berlins. Monate, nachdem er gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns protestiert hatte, war eine Tour mit seiner Band durch 30 Städte der BRD geplant und organisiert. Doch im letzten Moment wurde alles durch die DDR-Behörden abgesagt. Da reichte es dem Musiker. Lenz blieb in Westberlin, schickte seinen Pass zurück und versuchte, im Westen Fuß zu fassen.

KlausLenz02

Nur, so einfach war es dann doch nicht. Gute Musiker gab es schon. Und eine Bigband kostet eine Menge Geld. Vielleicht kamen die anderen Kollegen ja auch nicht ganz mit der Autoritätsperson „Bulle“ Lenz klar? Der war zwar wie ein Vater, aber welcher Vater lässt sich schon gern kritisieren?

Nach zwei Schallplatten und zahlreichen Gelegenheitsjobs war dann Schluss mit der Musik. Außerdem wurde es für Lenz in Westberlin zu gefährlich. Kurz nachdem er seinem Musikerkollegen Detlef Kessler mit gefälschten Papieren die Flucht aus der DDR ermöglicht hatte, wurde er zusammengeschlagen. Von Stasi-Mitarbeitern, wie er später aus den Akten erfuhr.

Seitdem ist Lenz im Rheinland zu Hause und hat viele alte Gebäude restauriert. Die Trompete gehörte der Vergangenheit an. Das ging auch jahrelang gut. Bis, ja bis der Wurzener Jazzfan Bernd Ganßauge Klaus Lenz beim 40. Geburtstag der Modern Soul Band sah. Er bedrängte ihn monatelang, doch wieder richtig auf die Bühne zu gehen, versprach für alle Kosten aufzukommen und klopfte ihn sozusagen mit Hilfe von Reinhard Lakomy weich.

KlausLenz03

Zu seinem 70. Geburtstag gab es dann eine einmalige Tour durch den Osten. Die Leute konnten es kaum fassen. „Bulle“ Lenz war plötzlich wieder da. Mit dabei Uschi Brüning, Hansi Klemm, Konny Körner, Wolfgang Fiedler, Jarek Smietana und viele bekannte alte, aber auch junge Jazzmusiker. Die Tour wurde ein großer Erfolg. Doch nach dem Konzert im legendären Leipziger Ring-Café war dann endgültig Schluss. Old Lenz kehrte zurück in sein Dorf.

Zwar liegt jetzt die Trompete wieder in seinem Arbeitszimmer, aber der Raum hat sich verändert. An den Wänden hängen zahlreiche Schwarz-Weiß-Fotos von Leuten, die mit ihm zusammengearbeitet haben: Horst Krüger, Günther „Baby“ Sommer, Conny Bauer, Günther Fischer, Lacky Lakomy, Ernst-Ludwig „Luten“ Petrowsky, Henning Protzmann, Hansi Biebl, Christiane Ufholz, „Jäcki“ Reznicek und immer wieder Manfred Krug und Uschi Brüning. Aber auch Chris Doerk und Frank Schöbel. (Schweriner Volkszeitung, 2015)

Klaus Lenz 2013

Hier sein erstes Album nach seiner Übersiedlung in die BRD; diese Aufnahmen sind noch in den Amiga-Studios entstanden und irgendwie hatte er sie wohl im Gepäck, als er sich in West-Berlin niederließ. (Quelle: musik-sammler.de)

Und was da aus den Boxen dringt ist nur mit dem Wort superb zu beschreiben. Jazz-Rock, Fusion-Jazz oder wie man diese Musik auch immer kategorisieren will … jeden damals ganz sicher auf der Höhe der Zeit, brandaktuell sozusagen …

Ein Album das keinen internationalen Vergleich scheuen müsste … Und die Musik klingt auch heute noch noch frisch, unverbraucht und prickelnd … ein Feuerwerk der besonderen Art !

BackCover

Besetzung:
Hannes Baner (trombone)
Dieter Erhardt (drums)
Wolfgang Fiedler (piano, synthesizer, mellotrone)
Axel Gothe (saxophone, flute, percussion)
Claus-Dieter Knispel (trumpet)
Jürgen Kratzenberg (bass)
Klaus Lenz (trumpet)
Axel-Glenn Müller (saxophone, flute, clarinet)
Christian Pittius (keyboards, synthesizer)
Mathias Pflugbeil (trumpet)
Siegnor Rotbart (flugelhorn)
Bernd Swoboda (trombone)
+
Rainer Gäbler (saxophone bei 01., 04. + 07.)
Detlev Keßler (drums bei 01. + 04.)
Jürgen Reznicek (bass bei 01., 04. + 07.)
Wolfgang Schneider (drums bei 07.)

Wolfgang Fiedler

Wolfgang Fiedler

Titel:
01. Tarantel (Fiedler) 5.13
02. Octopus (Fiedler) 9.24
03. Wiegenlied (Fiedler) 6.45
04. La Fiesta (Corea) 7.29
05. Bubblestone (Hausmann) 5.31
06. The Old New Way (Lenz) 5.56
07. Say It To You Tomorrow (Müller) 4.42

Label

*
**

KlausLenz01

Liliental – Liliental (1978)

FrontCover1Eigentlich hatte ich mich ja für das Album interessiert, weil da der Bassist Helmut Hattler mitwirkte, aber dann kam es irgendwie ganz anders:

Liliental war eine deutsche Studio-Band.

Liliental wurde von dem von Cluster kommenden Dieter Moebius zusammengestellt, um 1976 ein Album aufzunehmen. Neben Moebius waren daran auch Hellmut Hattler und Johannes Pappert (beide von Kraan) beteiligt, weiter Asmus Tietchens und Okko Bekker. Die Aufnahmen wurden in der Produktion von Conny Plank, der sich auch musikalisch aktiv beteiligte, getätigt und zwei Jahre später auf Brain veröffentlicht; bekannt wurde die Nummer Wattwurm. Alle Mitglieder wandten sich danach wieder anderen Projekten zu. (wikipedia)

Auch wenn Dieter Moebius und Kollegen das hier zu rezensierende Album offenbar nicht nach dem deutschen Flugpionier benannte haben (der schreibt sich nämlich Lilienthal mit „th“), schwebt die Musik auf „Liliental“ wie ein Gleitflieger elegant und federleicht dahin. 1976 versammelte Moebius ein paar Bekannte und Freunde in Conny Planks Studio, darunter Helmut Hattler und Johannes Pappert von Kraan, um in wenigen Tagen die vorliegende LP einzuspielen. Erschienen ist das Ganze allerdings erst 2 Jahre später. Ein sehr entspanntes, angenehm anzuhörendes Album war das Ergebnis.

Lilienthal1

Die Werke von Moebius‘ Stammprojekt Cluster (die ab „Zuckerzeit“) geben die Richtung vor, wenn man die auf „Liliental“ zu findende Musik beschreiben möchte. Sanfte elektronische oder elektronisch verfremdete Klänge liefern die Grundlage, auf der sich die Kompositionen aufbauen. Zu dieser elektronischen Komponente kommt dann ein normales Rockinstrumentarium, welches vielfarbig, etwas angejazzt, aber meist eher zurückhaltend zum Einsatz kommt. Ein Piano hallt, eine E-Gitarre jault gedämpft, ein E-Piano perlt verhalten, der Bass wummert dezent, ein Saxophon erklingt zögerlich, eine Flöte seufzt, eine Akustikgitarre schrammelt, dezent klappert die Perkussion oder gar ein Schlagzeug, Okko Beckers singende Säge klagt und alles wird zusammengehalten von allerlei Zirpen, Blubbern und Zischen vom Synthesizer und anderen flächigen und schwebenden Elektrosounds. Selten gibt es einen hymnisch-spacigen Ausbruch, oder ein paar chorartige Vokaleinlagen.

Dieter Moebius1

Dieter Moebius

Elegant, schön, humorvoll (vor allem im drolligen „Wattwurm“) und angenehm, ohne seicht oder langweilig zu werden, mäandert die Musik auf „Liliental“ dahin, wirkt seltsam gedämpfte, ist dabei aber durchaus kurzweilig und vertrackt ausgefallen und besticht durch die vielseitige Instrumentierung. Wer die späteren Werke von Cluster schätzt und die Alben von Harmonia, dem sollte auch „Liliental“ viel Freude machen. Ich würde sogar sagen, dass es auf dieser Scheibe hier deutlich abwechslungsreicher zugeht, als auf den Werken der beiden eben genannten Formationen. Gut, vom Stuhl fegen wird die Scheibe sicher niemanden, doch ist sie eine nette, gehaltvolle, sehr angenehme Hörbeschäftigung für späte Abende oder geruhsame Sonntagnachmittage. Ach ja, man sollte sich nicht vom „geschmackvollen“ Cover abschrecken lassen! (Achim Breiling)

HelmutHattler

Helmut Hattler

Es muß am uninteressanten Cover liegen, dass dieses Album erst gestern den Weg auf meinen Plattenteller fand. Ich war immer der Meinung, dies wäre ein Pop-Album.

Das erste und einzige Album der kurzlebigen Formation Liliental könnte denjenigen gefallen, die auch die späten Cluster mögen. Die Musik ist elektronisch mit jazzigen und esotherischen Einflüssen und würde sich sehr gut als Hintergrundmusik für das Leben auf einer einsamen Insel machen. Beinharten Krautrockern wird dieses Album sicher wenig Freude bereiten. Dass Hellmut Hattler hier Bass spielt, hört man meiner Meinung nicht. (green-brain)

Asmus Tietchens

Asmus Tietchens

Tja genau das ist … ich schrieb ja vorhin. „Eigentlich hatte ich mich ja für das Album interessiert, weil da der Bassist Helmut Hattler mitwirkte … aber dann kam es irgendwie ganz anders“

Und so höre ich ein Album (das bereits 1976  entstand, aber erst 1978 veröffentlicht wurde), das mich erst enttäuscht hat und dann aber in den Bann gezogen hat … denn hier haben ganz unterschiedlichen Typen von Musikern etwas ganz magisches geschaffen, oder wie Asmus Tietchens im Jahr 2007 schreibt und damals einen wirklich interessanten Test zur CD-Wiederveröffentlichung verfasst hat:

„Dreißig Jahre danach ist das Besondere von Lilienthal noch immer deutlich zu hören, aber nun schimmert es unter dem Licht geläuteter Hörerfahrungen.“

BackCover1

Besetzung:
Okko Becker (ARP, keyboards, percussion, vocals, Singende Säge, guitar)
Helmut Hattler (bass)
Dieter Moebius (ARP, guitar, percussion)
Johannes Pappert (saxophone, drums, bass, flute)
Conny Plank (ARP, guitar, vocals)
Asmus Tietchens (synthesizer, piano)

Booklet3+4

Titel:
01. Stresemannstrasse 5.12
02. Adel 5.46
03. Wattwurm 4.08
04. Vielharmonie 7.39
05. Gebremster Schaum 8.37
06. Nachsaison 2.59

Musik: Dieter Moebius – Asmus Tietchens – Okko Becker – Helmut Hattler

LabelB1

*
**

Booklet4A

Aera – Too Much (1981)

FrontCover1Aera waren eine der interessantesten deutschen Jazz-Rock Formaton der 70er Jahre:

Aera war eine deutsche Jazzrockband, die von 1972 bis 1982 existierte. 1978 gewann die Gruppe beim Nachwuchswettbewerb der Deutschen Phono-Akademie den ersten Preis in der Kategorie Jazz.

Die Band formierte sich 1972 um den Gitarristen der Gruppe Ihre Kinder, Muck Groh. Weitere frühe Mitglieder waren Klaus Kreuzeder (Saxophon, Flöte), Dieter Bauer (Bass) und Wolfgang Teske (Schlagzeug). In dieser Formation wurde 1975 das erste Album Aera humanum est eingespielt, wobei beim Stück Alois’ Flötending Peter Malinowski den Bass spielte. Das Album war ausschließlich instrumental.

Beim zweiten Album Hand und Fuß von 1976 waren nur noch Groh (Gitarre und Gesang) und Kreuzeder dabei, sowie Malinowski, der Bauer am Bass ersetzte. Am Schlagzeug saß Lucky Schmidt, Christoph Krieger spielte Geige. Ein Stück wurde durch „Onkel Latzi“ (Ladislaus Wolpert, Baritonsaxophon und Oboe) ergänzt.

Konzertplakat

Konzertplakat, 1981

Auf dem dritten Album Türkis (1979) war von der Ursprungsformation nur noch Kreuzeder übrig, sowie Groh als Gast bei einem Stück. Die übrigen Musiker waren Helmut Meier-Limberg, Lutz Oldemeier, Freddy Setz, Matz Steinke, Achim Giseler und Locko Richter. In dieser Zeit spielte die Band mit drei Schlagzeugern.

Auf dem Album Live von 1980 ist Groh als Toningenieur vermerkt. Bandmitglieder waren Roman Bunka (Gitarre, Gesang), Kreuzeder, Meier-Limberg, Oldemeier, Setz und Richter.

Letztes Album war 1982 Akataki mit Kreuzeder, Gieseler, Meier-Limberg und anderen.

Mitglieder der Gruppe lebten gemeinsam in einer Kommune auf dem fränkischen Land, zunächst in Mechelwind im Landkreis Erlangen-Höchstadt, später in Sulzheim bei Grafenrheinfeld.

Ab 1978 verfolgte Groh als „Muck Grohbian“ ein Soloprojekt. An den Alben Muckefuck und Grotesk waren Mitglieder von Aera beteiligt. 2006 rief er die Neue Aera ins Leben, an der Christoph Krieger beteiligt ist.

Das Musikstück Alois’ Flötending vom Album Aera humanum est wurde vom Bayerischen Rundfunk als Erkennungsmelodie einer Sendereihe benutzt. (Quelle: wikipedia)

KlausKreutzeneder

Klaus Kreuzeder mit Sting

Auch dieses Album, ihr 5. Album besteht aus einer wunderbaren Mixture aus Jazz, Rock und Funk. Daraus mixten die dnn so ne art symphnischen Jazz-Rock und mehr als einmal kommen einem da Klaus Doldinger aber auch Colosseum in den Sinn.

Und sie reihten sich damals mühelos in jene REihe von Bands, wie Embryo, Missus Beastly, Munju, Moira, die abseits des Mainstreams auf höchstem Niveau spielen wollten und auch konnten !

Man höre und genieße !

BackCover1

Besetzung:
Toni Danner (drums)
Achim Gieseler (piano, synthesizer)
Klaus Kreuzeder (saxophone, lyricon)
Peter Kühmstedt (bass)
Limbus (percussion)

Aera
Titel:
01. Don’t Come Back (Gieseler) 5.10
02. What I Can Do, You Can Do Too (Bunka) 3.01
03. Peace (Silver) 2.08
04. Supercool (Kühmstedt) 3.51
05. Nevertheless (Gieseler) 3.49
06. Brainstorming (Gieseler) 4.17
07. Grand Slam 81 (Kreuzeder) 4.07
08. Pricklepit (Gieseler) 6.28
09. Empress (Gieseler) 4.31

LabelB1

*
**

Mehr von Aera:
Mehr

 

 

Thierfeldt – Dilettantischer Sentimentalismus (1986)

FrontCover1Heute ist er Chorleiter in Berlin:

Seit Mai 2009 leitet Wolfgang Thierfeldt den Chor „Terz mit Herz“.

Er ist Jazzmusiker, Dozent an der Universität der Künste Berlin und der Leo-Borchard-Musikschule Berlin-Steglitz-Zehlendorf, zusätzlich Chorleiter des Vokalensembles „Village Voices“, Komponist von Film-, Theater- und Ballettmusik, Arrangeur, musikalischer Leiter zahlreicher Theater- und Musicalproduktionen, erfahrener Seminar- und Kursleiter, unter anderem beim Chorleiterseminar des Berliner Chorverbandes.

ThierfeldtDarüber hinaus wurde er als musikalischer Leiter für Großprojekt-Chöre tätig, wie zum Beispiel bei Konzerten von Michael Bolten im ICC-Berlin, Celine Dion (Waldbühne Berlin) oder den Berliner Philharmonikern und des Lincoln Center Jazz Orchestra unter Claudio Abbado mit Wynton Marsalis (Philharmonie Berlin).

Im Mai 2015 wurde Wolfgang Thierfeldt durch den Berliner Chorverband mit der „Geschwister-Mendelssohn-Medaille“ ausgezeichnet. Damit würdigt der Berliner Chorverband den Einsatz verdienter Persönlichkeiten, die sich in langjähriger, nachhaltiger und jeweils besonderer Weise für die hauptstädtische Chorszene eingesetzt haben. (Kurzbiographie auf der website des Chors)

Was diese Kurzbiographie aber sträflicherweise vergisst zu erwähnen, dass er in seinen frühen Jahren bei dem famosen Jazz-Rock Ensemble Release Music Orchester gespielt hat … und dass er diese ganz bemerkenswerte Solo-Scheibe veröffentlicht hat !

Und ich bin geneigt zu schreiben: je spartanischer die Hüllengestaltung, desto üppiger die Musik.

Gut möglich, dass ich mich wieder mal in etwas hineinsteigere: Aber hier schallt uns Jazz-Rock der besten Qualität entgegen — stilitisch ausgereift und gar kötlich insrumentiert … da lacht ja mein Herz … und nicht nur meines:

Thierfeldt3

Denn da schreibt einer auf dem Portal discogs.com folgendes:

Oh what a lovely lost pseudo jazz fusion album. This little nugget of Germanic audio bliss is packed with lovely warm electric bass and tons of that DX7 we all either love or hate(hey its the 80s). From more mellow hook laden melodic fusion to almost African infused percussion mayhem(Djembe track apply named). Nachsatz nods its musical head to almost chamber arena classically inspired music.Flip is a perfect track of digital funkadelia and harmonized bass-o-matic riffing to a damn cool drum shuffle.
The ensemble is creative enough so that all the music is varied and almost too smoothed out at the edges to be considered real hard jazz fusion but then again that’s ok with me! Would have been nice to have on a CD. (Expansive09)

BackCover1

Besetzung:
Michael Gechter (guitar)
Friedemann Graef (saxophone)
Boubacar Jammeh (percussion)
Hans-Dieter Lorenz (bass)
Frank Lüdeke (saxophone)
Zbigniew Namysłowski (saxophone)
Albrecht Riermeier (vibraphone)
Władysław Sendecki (keyboards)
Wolfgang Thierfeldt  (drums, percussion, flute, keyboards)
+
Krzysztof Ścierański (bass bei 04., 06.)

Thierfeld2t

Wolfgang Thierfeldt, 2020

Titel:
01. Zoom (Thierfeldt) 2.51
02. Madly, Sadly, Badly (Thierfeldt) 4.57
03. If You Think (Thierfeldt) 3.35
04. Spirit Bass Time (Thierfeldt) 5.30
05. Nachsatz (Thierfeldt) 0.41
06. Flip (Thierfeldt) 4.19
07. Ping Pong (Thierfeldt) 5.46
08. Traumwandler (Thierfeldt) 5.52
09. Djembe Doundoumba (Thierfeldt/Engel)

LabelB1

*
**

RMO

Wolfgang Thierfeldt mit dem Release Music Orchestra, 1978