Joachim Süß und sein Ensemble – Weihnachten is nimmer weit (1982)

FrontCover1.jpgVon der alpenländischen Weihnachtsmusik geht nun unsere Reise in das Erzgebirge. und dort hat Weihnachten quasi auch ein festes Zuhause:

Gibt es ein Weihnachtsland? Es ist das Erzgebirge! Heimat der Lichter, der lebendigen Bräuche und Traditionen. Engel und Bergmann, Pyramide und Schwibbogen strahlen für Sie in den hell erleuchteten Fenstern.

Hier ist die Heimat der Weihnacht, wie man sie sich nicht schöner wünschen kann. Schlendern Sie über einen erzgebirgischen Weihnachtsmarkt. Singen Sie mit den Bergmännern bei einer feierlichen Mettenschicht unter Tage. Und genießen Sie die wohlige Gemütlichkeit dieser Region bei einer Lichterfahrt übers Land. Kurz: Den weihnachtlichen Zauber im Erzgebirge. (erzgebirge-tourismus.de)

Erzbirge01.jpg

Und insbesondere zu den Zeiten der DDR war der Zitherspieler Joachim Süß ein Garant für stimmungsvolle Weihnachtslieder aus dem Erzgebirge:

Joachim Süß (* 22. Dezember 1932 in Crottendorf) ist ein deutscher Zither-Solist sowie Mundartsprecher und -sänger.

Der in Crottendorf lebende Süß ist einer der bekanntesten Zitherspieler im Erzgebirge. Ab einem Alter von zehn Jahren erhielt er Zitherunterricht bei Philipp Hänel. Im Alter von 14 Jahren gründete er seine erste Singgruppe, eine Instrumentalgruppe folgte zwei Jahre und schließlich 1949 das Crottendorfer Heimatterzett, das sich der Pflege erzgebirgischen Liedguts verschrieben hatte.

Seit 1954 ist er Berufsmusiker. Gemeinsam mit dem Bandoneon-Solisten Hans Friedl, den Geschwistern Caldarelli und den Geschwistern Münzberger ging er zunächst auf Tournee durch die DDR. 1965/66 war er zwei Jahre lang Zithersolist der Instrumentalgruppe Herbert Roth. Während dieser Zeit produzierte Herbert Roth mit seinem Ensemble einige von Joachim Süß geschriebene Titel für den Rundfunk.

JoachimSüß01

1972 gründete er sein eigenes Ensemble Joachim Süß und sein Ensemble, mit dem er seitdem zahlreiche Auftritte absolvierte und mehrere Alben überwiegend in erzgebirgischer Mundart produzierte. Mit seinem Ensemble und seiner Enkeltochter Therese Fiedler ist er regelmäßig in volkstümlichen Fernsehsendungen wie So klingt’s bei uns im Arzgebirg oder der Wernesgrüner Musikantenschenke zu sehen und zu hören.

Süß spielte 364 Titel mit diversen Ensembles und als Solist im Studio ein, wirkte an 115 Fernsehsendungen mit und komponierte 56 Lieder (Stand Februar 2009).

Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. (Quelle: wikipedia)

JoachimSüß03

Und dass auch er sein Handwerk verstand, kann man z.B. bei „Weihnachten is / Es Weihnachtslechten / Dr Bargma / Heilige Nacht im Erzgebirg“ hören.

Ansonsten gilt auch hier das gleiche was ich zur alpenländischen Weihnachts-LP geschrieben haben:

Hier wird innig und zugleich bescheiden aufgespielt … natürlich mit der notwendigen Rührseligkeit verkünden die Texte und Weisen von der Sehnsucht nach einer harmonischen Welt … und damit sind wir schon beim Kern des heutigen Weihnachten … eine Sehnsucht, die sich nicht erfüllen wird … aber Jahr für Jahr neu auf den Tisch kommt, so auch 2019.

BackCover

Besetzung:
Joachim Süß und sein Ensemble

JoachimSüß02

Titel:
01. Weihnachten is nimmer weit (Friedl) 3.01
02 S‘ Raachermannl (Lang) 3.26
03. Weihnachten is / Es Weihnachtslechten / Dr Bargma / Heilige Nacht im Erzgebirg (Elsert/Süß/Lang/Dietrich) 2.50
04. Weihnacht übern Wallern (Bauersachs) 2.31
05. Ihr Leite, freit eich alle (O selige Weihnachtszeit)
06. Süßer Die Glocken nie klingen / O Tannenbaum / Am Weihnachtsbaum / Leise rieselt der Schnee (Traditional) 2.37
07. Dr Himmel is es Lichterbugn (Weihnachten im Gebirge) (Uhlig/Krauß) 1.18
08 Heilig-Ohmd-Lied (Traditional/v.Elterlein) 2.32
09. Nu is es su weit (Süß/Pollmer) 1.46
10. Ruschellied (Süß/Pollmer) 1.33
11. Wenn’s in Winter schneie tut (Peuschel) 2.22
12. Wenn der Obnd steigt sachte nieder (Günther/Süß) 2.18
13. Heit is wieder Hutzenobnd (*) (R.Krauß/F.Krauß) 1.51
14. Schnitzerlied (Richter/Stoll) 1.34
15. Erzegbirgisches Klippellied (Friedl/Meier) 2.31
16. Bleibn mer noch e wing do (Günther) 2.31
17 Schneeschuhfahrermarsch (Günther) 3.41

LabelA

*
**

(*) Die Hutzenstube ist ein erzgebirgisch-vogtländischer Begriff. Er bezeichnet einen Raum im Wohnhaus, in dem die Klöpplerinnen ihrer Arbeit nachgingen.

Ursprünglich trafen sich die Klöpplerinnen bei ihren Nachbarn zu ihrer Arbeit, der Rix (‚Reihe‘), um in der Geselligkeit Heizkosten zu sparen. Bei dieser Arbeit wurde viel gesungen, und es entstanden viele Reime. So wurde die Hutzenstube zur Wiege des erzgebirgischen Mundartliedes. Unter anderem thematisieren die bekannten Lieder Da Uf’nbank und der Hutz’nmarsch das Treiben in der Bauernstube.

Hutzenobnd

Ursprünglich wurden in der Hutzenstube beim Federnschleißen auch die Gänse- und Entenfedern für die Daunenbetten sortiert und von den Kielen befreit. Am Abend kamen dann die Männer und Burschen vorbei und blieben auf e Dippel Gaffee (‚eine Tasse Kaffee‘) und Bäbe (‚Rührkuchen‘) und sangen mit den Frauen.

Aus dieser Tradition sind die heutigen Hutzenabende entstanden, die meistens in Gaststätten mit viel Gesang und erzgebirgischer Kost stattfinden. In Zwönitz und im vogtländischen Treuen finden regelmäßig Hutzentage statt. (Quelle: wikipedia)

Erzbirge02

Weihnachten in Schwarzenberg/Erzgebirge