Johnny Rieger Band – Come Closer (2013)

FrontCover1Es ist ja immer wieder erstaunlich, dass sich junge Leute, junge Musiker für den Blues interessieren … da scheint mir ein ewig sprudelnde Quelle der Begeisterung zu bestehen.

Ein Beispiel dafür ist die Johnny Rieger Band aus Insheim in der Pfalz

Deutschland hat mit der Johnny Rieger Band einen Newcomer in der Blues-Szene, zumindest, was die Tonträgerveröffentlichungen angeht, denn vorliegendes Album ist das Debüt des Trios und erscheint bei dem Label Fuego. Die Gruppe hat in Teamarbeit alle Songs geschrieben und Timo Gross saß im Produzentenstuhl. Zusammen mit Andreas Schorpp war er auch für das Mixing zuständig. Dabei hat man für klare Verhältnisse bezüglich des Sounds der Scheibe gesorgt.

Karte

Der rote Pfeil weist auf den Ort Insheim/Pfalz

Alles unter Dach und Fach. Jetzt muss es nur noch mit der Musik hinhauen. Die Johnny Rieger Band hat es mit dem Blues und ihn gut studiert. Nein, so etwas reicht natürlich nicht. Alles nur Theorie. Davon abhängig ist begeisternder Blues nicht unbedingt, steht ihm aber auch nicht im Weg. Worauf es ankommt, sind die auf dem Papier befindlichen Noten so zu spielen, dass dem Hörer dieses bedeutungsvolle Feeling entgegenschwappt.
Da geht bei der Johnny Rieger Band die Saat über ins Keimen. Der Mann an der Gitarre und dem Gesangsmikrofon beeindruckt mit Frische, ohne die Tradition aus dem Blick zu verlieren und seine Stimmbänder sind sehr gut geölt. Ab und an vernimmt man einen gewissen Reibeiseneffekt und der hat überzeugende Wirkung.
Aus meiner Sicht ist das Titelstück „Come Closer“ eines der Highlights des Albums. Einerseits setzt es den Gesang mit den Backing Vocals von Michael Jochum bestens in Szene und andererseits kommen in diesem gleichermaßen die Akustische sowie E-Gitarre zum Zug. Durchgehend klasse ist Jan Becker an den schwarzen und weißen Tasten. Er ist für mich das vierte Bandmitglied. Die Rhythmusabteilung liefert einen tollen Groove dazu und schon ist die Freude des Hörers groß, aber bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht befriedigt.

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Johnny Riegers Gitarrenspiel ist voller Kraft und emotionaler Verführung auf sechs Saiten. Er hat sich die Meister sehr gut angehört und seine eigene Sache daraus entwickelt. In diese Lobhudelei passt auch die Erwähnung des Bottlenecks, das nicht unbedingt alle Bluesgitarristen einsetzen. Johnny Rieger stellt es in so manchem Track (zum Beispiel „Good For You“) prominent in den Vordergrund seiner Fingerakrobatik, bevorzugt auf der Dobro. Damit kreiert man ja immer eine besondere Atmosphäre, die einen unter anderem an das Mississippi Delta denken lässt.
Nicht nur das kollektive Songwriting bürgt für Qualität. Die Texte zeugen ebenfalls von der Klasse der Gruppe. Musikalisch bewegt sich bei der Johnny Rieger Band viel. Man findet auch zwischen den Spektralfarben des 12-Takters (Funk, Soul, Country) seine Spielräume, die hervorragend ausgenutzt werden. Der Wechsel von Strom-Gitarre und Akustischer ist sehr gut gelungen und so werden „Hey Boy“ oder „Free And Alive“ zu wunderschönen Akustik-Nummern. Bei dem hohen Standard des Songwritings kann man sich quasi schon bildlich vorstellen, wie die Johnny Rieger Band während einer Tour das eine oder andere Konzert als Acoustic Set ankündigt.

JohnnyRieger2015

Johnny Rieger, 2015

 

Natürlich verstehen sich der Dreier sowie Jan Becker auch auf die rockige Variante des Blues. Dann heißt es zum Beispiel „Seven Month Out“ oder „Break Out“. In letztgenanntem Track zeigt der Frontmann, was es heißt, staubig-knackige Riffs an den Mann zu bringen. Matthias Scherer (Bass) sowie Schlagzeuger Michael Jochum bilden eine zupackende Rhythmusfraktion, die es versteht, im Slow Blues zusammen mit Johnny Rieger Ausrufezeichen zu setzen. Die Scheibe wird zur Dauerrotation im Player verpflichtet. Im souligen „Moon Wakes Up“ ist im Refrain die Rede von »light shines bright« oder »lucky guy«. Diese Zitate darf man ruhig auf die Johnny Rieger Band beziehen. Ein Trio und Jan Becker bahnen sich ihren Weg durch die südpfälzischen Swamps und werden bei ihren nationalen und internationalen Konzerten wahre Begeisterungsstürme entfachen.
Vielleicht wird man in fünf bis sechs Jahren und zirka drei weiteren Alben das Titelstück „Come Closer“ bereits als eine Art Klassiker in den Setlists zu den Konzerten und Auftritten bei Festivals zählen dürfen.

JohnnyRieger2013

Johnny Rieger Band, 2013

Musikalisch bewegt sich die Band,verstärkt durch Hammond-Orgel und Wurlitzer Piano, filigran zwischen den Stilen. Ob Südstaatenrock mit ZZ Top-Anmutung, akustischen Bluesballaden oder Bluesrock mit im Ohr bleibenden Melodieführungen – in jeder Note ist die Könnerschaft der Musik hörbar, die sich auch durch eine geschmeidige Leichtigkeit auszeichnet. „Spaß“ scheint das Motto der Künstler bei der Aufnahme gewesen zu sein. Bemerkenswert auch Riegers Stimme, die eine Tiefe erlangt, die man bei einem 30-jährigen nicht unbedingt vermuten würde. Wenn man auf der Suche nach einem runden, hochklassigen Album mit internationalem Potential wäre, dann könnte man nun die Suche einstellen,denn „Come Closer“ erfüllt diese Kriterien komplett. (timezone-records.com)

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Und obwohl diese Band mehr als wohlwollende Kritiken bekommen haben und obwohl die Band landauf, landab live gespielt hat, haten sie dennoch keinen durchschlagenden Erfolg … und so war dann um 2015 Feierabend, bis , ja bis …

,,, Vier Jahre lang war der Bluessänger und Gitarrist Johnny Rieger aus Insheim von der Bildfläche verschwunden. Mit neuem Sound und alten Freunden meldet er sich nun zurück. Am Freitag spielt sein Trio Nitrotrigger im Blues-Club in Baden-Baden. Bald soll auch die erste CD rauskommen.

NitroTrigger

„Nach 15 Jahren haben wir gemerkt, wir wollen woanders hin als der Mainstream, den Blues weiterentwickeln, modern spielen.“ So beschreiben Jonathan „Johnny“ Rieger und der Schlagzeuger Michael Jochum den Weg vom traditionellen Blues der Johnny Rieger Band zum modernen Blues-Rock, den sie im Trio mit dem Bassisten Moritz Grenzmann unter dem neuen Namen Nitrotrigger einschlagen wollen. Nitro soll für den neuen explosiven Sound stehen, Trigger für den Impuls, der die Fans begeistert vom Hocker reißen soll.

Deren Erstlingswerk kenne ch noch nicht, aber bereits ihr „Come Closer“ hat eine erstaunliche Reife … und ist wahrlich ein Gewinn … für all jene Ohren, die bluesgetränkte  Rockmusik zu schätzen wissen,

BackCover1

Besetzung:
Michael Jochum (drums, vocals)
Johnny Rieger (guitar, vocals)
Matthias Scherer (bass)
+
Jan Becker (keyboards)

Booklet1

Titel:
01. Road Trip 3.34
02. Good For You 4.12
03. I Want To Fly 4.12
04. Hey Boy 4.23
05. Closer To Me 4.02
06. Seven Months Out 3.15
07. Free And Alive 3.04
08. Butchery 5.09
09. Power Comes Back 3.53
10. Break Out 4.22
11. Moon Wakes Up 4.34
12. Sandy Ground 3.34

Musik und Texte: Michael Jochum – Johnny Rieger – Matthias Scherer

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