Hermann Prey und der Bielefelder Kinderchor – In die weite, weite Welt – Lieder zu Lande und zu Wasser (1967)

FrontCover1Hier eine eher seltene LP von Hermann Prey, dem großen Bariton-Star der klassischen Musikszene:

Hermann Oskar Karl Bruno Prey (* 11. Juli 1929 in Berlin; † 22. Juli 1998 in Krailling) war ein deutscher Bariton.

Hermann Prey war der Sohn von Hermann und Anna Prey. Er wurde nach seinem Vater und Großvater benannt. Bereits als Zehnjähriger sang Prey im Mozartchor seiner Heimatstadt, damals noch als Knabensopran. In dieser Zeit reifte in ihm der Wunsch, Sänger zu werden. Da seine Eltern ihm ein Studium nicht ermöglichen konnten, finanzierte Prey es sich durch Auftritte mit einer Tanzmusikkapelle in Nachtclubs und Bars und gelegentliche Aufnahmen für den RIAS.

Nach dem Studium an der Hochschule für Musik in Berlin (als Schüler von Jaro Prohaska, Günther Baum und Harry Gottschalk) feierte Prey im Jahr 1952 einen ersten Erfolg beim Wettbewerb Meistersinger von Nürnberg. Ein früher Höhepunkt in seiner Karriere war 1960 seine Interpretation des Wolfram in Wagners Tannhäuser an der Metropolitan Opera in New York. Fünf Jahre später sang Prey diesen Part bei den Bayreuther Festspielen.

In den 1970er Jahren wurde Prey dem breiten Publikum vor allem durch seine Unterhaltungssendung Schaut her, ich bin’s bekannt, in der er viele Prominente der Opernszene präsentierte (unter anderem den jungen Plácido Domingo, der in der Sendung sein Debüt im deutschen Fernsehen gab). Eine enge Freundschaft verband ihn mit dem Tenor Fritz Wunderlich, der oft mit ihm auf der Bühne stand.

Autogrammkarte, 1965

Der Komponist Franz Schubert hatte es Hermann Prey besonders angetan. Er gründete die Schubertiade im Wiener Musikverein, wo er seinen Lebenstraum, die Aufführung sämtlicher Werke Schuberts in chronologischer Reihenfolge, verwirklichte. Auch die Schubertiade in Vorarlberg ist eine Idee Preys, die dann Gerd Nachbauer dort zu einem seit 35 Jahren erfolgreichen Musikfestival ausbaute.

1981 veröffentlichte er seine Autobiographie Premierenfieber. 1982 begann er an der Musikhochschule Hamburg , heute Hochschule für Musik und Theater Hamburg, Meisterklassen zu geben. Bei seinem letzten Auftritt bei den von ihm mitbegründeten Herbstlichen Musiktagen in Bad Urach sang Prey am 4. Oktober 1997 erstmals eine von Yukikazu Suzuki für Orchester bearbeitete Fassung von Schuberts Winterreise. Begleitet wurde er vom Orchestra Ensemble Kanazawa unter der Leitung von Hiroyuki Iwaki.

Hermann Prey starb wenige Tage nach seinem 69. Geburtstag an den Folgen eines Herzinfarkts, nachdem er noch am 12. Juli 1998 einen Liederabend im Prinzregententheater in München gegeben hatte. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Krailling (bei München). (Quelle: wikipedia)

Hier gibt er gemeinsam mit dem „Bielefeld Kinderchor“ „Lieder zu Lande und zu Wasser“ zum besten. Nachdem ich wahrlich kein Experte für solche Musik bin, glaube ich einfach mal, dass der Hermann Prey ein wirklicher Könner seines Fachs war und von daher sind seine Interpretationen dieser Volksweisen sicherlich hochwertig.

Darum genieße, wer genießen mag. Und: man mag diese Musik nicht mögen, aber irgendwie empfinde ich Respekt vor einer LP,  bei der wirklich unbekannte Lieder wie Volksweisen aus Mährend und Niederbayern, Volksweisen die „um 1826“ ihre Ursprung haben … und wer sich mit Geschichte deutscher Volksweise beschäftigen mag, ist hier mehr als gut bedient !

Und: er singt nicht gar so gekünstelt, wie man das Meistern seines Fachs üblicherweise gewohnt ist.

Prey

 

Besetzung:
Hermann Prey (vocals)
+
Bielefelder Kinderchor unter der Leitung von Friedrich Oberschelp
+
Der Jugendkammerchor Bielefeld unter der Leitung von Friedrich Feldmann
+
Heinrich Alfing (horn)
Konrad Alfing (horn)
Josef Bähr (horn)Karl Engel (piano)
Willy Neugebauer (trumpet)
Erich Penzel (horn)
Mechthild Rohrmus (harp)
Friedrich Scherz (timpani)
Kurt Schmidt (trumpet)
Irma Stender-Rost (guitar)
Dora Wagner-Gärtner (harp)

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Titel:
01. Wem Gott will rechte gunst erweisen (Fröhlich/v.Eichendorff) 1.22
02. Der Mai ist gekommen (Lyra/Geibel) 1.34
03. Auf, du junger Wandersmann (Volkslied aus Franken) 1.53
04. Waldhornlied (Schubert) 0.42
05. Mit dem Pfeil, dem Bogen (Weber(v.Schiller) 1.25
06. Das Wandern ist des Müllers Lust (Zöllner/Müller) 3.05
07. Bodenseelied (Volksweise aus dem Schweizer Liederbuch Freiburg) 2.10
08. An der Saale hellem Strande (Fesca/Kügler) 1.10
09. Auf, auf zum fröhlichen Jagen (Hancke) 1.34
10. Das Schiff streicht durch die Wellen (Volksweise/Brassler) 2.54
11. Geh‘ aus, mein Herz, und suche Freud‘ (Harder/Gerhardt) 2.20
12. Sonntags am Rhein op. 36 nr. 1 (Schumann/Reinick) 2.33
13. Wer geht mit, juchhe, über See (Altniederländische Volksweise) 1.05
14. Bin i net a lustiger Fuhrmannsbue (Volkswseise aus Niederbayern) 1.26
15. Jetzt kommen die lustigen Tage (Volksweise aus Mähren) 1.13
16. Es, es, es und es (Volksweise um 1826) 2.32
17. So scheiden wir mit Sang und Klang (Volksweise/v.Fallersleben) 2.20
18. Der Mond ist aufgegangen (Schulz/Claudius) 2.29

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