Bernd Dörries – Hölle Alaaf (SZ Magazin Nr 6 – Februar 2015)

HölleAlaaf01ADiesen Beitrag des „Süddeutschen Zeitung Magazins“ (06. Februar 2015) fand ich so bemerkenswert, dass ich ihn hier gerne präsentieren wollte, bevor er wieder in der Flut all dieser Texte verschwindet:

„Am Rosenmontag schunkelt wieder gut eine Million Menschen durch Köln. Hinter dem Massenauflauf steht eine Industrie, in der man Millionär werden kann – und Burn-out-Patient.“

In dem Artikel geht es auch um den Bütten-Redner Marc Metzger:

„Wisst ihr, dass so viele Senioren im Internet verschwinden, weil sie die Tasten ›Alt‹ und ›Entfernen‹ drücken?« Der Saal jubelt, rund 3000 Frauen auf Sekt und Weinchen. Marc Metzger steht in seinem arg karierten Kostüm auf der Bühne und schaut mal, wie weit er gehen kann. Er erzählt von seiner Frau, die immer wieder Probleme hat mit der neuen Technik, es aber immer wieder probiert. »Sie gibt sich Mühe, hat aber Pech mit dem Denken.« Das Publikum ist glücklich. Nach 25 Minuten geht Metzger von der Bühne, zieht sich seinen Parka über das Gesicht und setzt sich in ein Restaurant, kleine Pause vor dem nächsten Auftritt. »Zieht es hier? Ich merke das ja gar nicht mehr«, fragt Metzger besorgt.

Das Produkt des Kölner Karnevals, also das, was er verkauft, ist Ausgelassenheit, doch das Leichte ist das Schwere, und das trifft nicht nur auf Marc Metzger zu, der ein Gigant unter den Büttenrednern ist und dafür dauernd so tun muss, als wäre die Arbeit ein Spaß. »Manche denken, es gehe nur darum, auf die Bühne zu gehen und ein paar Betrunkenen ein paar Witze zu erzählen«, sagt er. »Früher dachte ich auch, die Leute müssen von vorne bis hinten durchbrüllen.« Und wenn sie einmal nicht so laut lachten, bekam er Probleme. Vor zwei Jahren brach Metzger zusammen, Burn-out. Er sei wie eine abgebrannte Kerze gewesen. Bis zu elf Auftritte am Tag, elf Mal lustig sein und hoffen, dass die Leute klatschen: Das war zu viel. Nun ist er wieder dabei, will aber weniger machen, na ja, also eben acht Auftritte. Die Leute in Köln haben sich gefreut, dass Metzger zurückkam, weil er eben der Lustigste ist. Er macht diese Zeit nicht zum Thema seiner Auftritte, das passe nicht. Niemand wolle was vom kaputten Clown hören.“

Eine ganz kleine Präsentation (0 Seiten) – aber passend zur närrischen Zeit.

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Bernd Dörries

Bernd Dörries

Verschiedene Interpreten – Das grosse Stimmungsfass – Ein Riesenspass (1965)

FrontCover1Wenn das Plattenlabel „Fass“ heißt, dann kann man sich natürlich mit dem Titel „Das grosse Stimmungsfass“ ein nettes Wortspiel leisten. Und ich gestehe: Fast hätte ich es vergessen, was der 11.11. für viele Menschen in unserer Republik bedeutet. Wäre da nicht so eine Kollegin, die ich sehr schätze, die mich vor ein paar Jahren mal als rheinische Frohnatur keck-jeck anblinzelte und mich augenzwinkernd daran erinnerte … dass am 11.11. ja die Karnevals-Saison eingeläutet wird.

Nun denn, dann will ich mal nicht so sein, und natürlich auch dieses Großereignis hier entsprechend würdigen, denn der nächste 11.11. kommt bestimmt ….

Dieser „Riesenspass“ („Ein großes Potpourri voller Stimmung, Schwung und guter Laune“) besteht aus insgesamt 46 Gassenhauern, die im damaligen Medley-Stil wie Perlen auf einer Kette aufgereiht ohne Pause oder sonstwas durch die Boxen knallen, auf das ja keine Verschnaufpause eintreten könnte.

Wem das dann noch nicht reicht, kann sich auf der Rückseite über allseits beliebte Partyspiele informieren, die dann z.B. „Das musikalische Wanderspiel“, „Der Huttanz“ oder auch Das Frage- und Antwort-Spiel“ heißen. Da kommt dann bei mir als bekennenden Party- und Faschingsmuffel besonders gut an. Und Titel wie „O alte Burschenherrlichkeit“ lösen bei mir geradezu größte Heiterkeit aus …

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So lustig kann der Karneval sein …

Sie´s drum: ‚Allen Jecken und Narren und die, die es noch werden wollen, wünsche ich mit dieser Stimmungsplatte viel Vergnügen und natürlich wird dies nicht die einzige bleiben, die das närrische Treiben 2014/15 hier begleiten wird.

Aber noch ein Wort zu diesem für mich eher rätselhaftem Label.

Ein gewisser „sif“ gestaltete auf der informativen Seite „rateyourmusic.com“ die Fass-Label-Discographie“ Seite. Und dort steht dann zu dieser LP „Das ist meines Wissens nach die erste FASS LP. Und wegen der Pedanterie: auf dem Cover ist als Best.Nr. „stereo 1431 FASS“ angegeben, auf dem Label steht „1431 FASS“.

Die zweite bekannte FASS LP ist dann nach Weihnachts-LP, die dritte (und hier wird das Jahr 1966) angegeben wiederum eine Stimmungsplatte. Ich vermute daher, dass diese LP so ca. im November 1965 (also passend zum Auftakt der närrischen Zeit) erschienen ist. Aber genaueres weiss man ja bei diesen Billig-Labels eh nie so genau.

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Karnevals-Veranstaltung (1965) mit Jupp Schmitz

Und über einen der Mitwirkenden, Erwin Hartung habe ich auch noch ein paar biographische Informationen gefunden:

Erwin Hartung (* 4. März 1901 in Bromberg (damals: Provinz Posen); † 25. Januar 1986 in Düsseldorf) war ein deutscher Sänger. In den 1930er Jahren war er einer der meistbeschäftigten Refrainsänger auf deutschen Schallplatten.

ErwinHartungVon Hause aus war er Schauspieler und Operettenbuffo, sein Rollenfach war der »singende Bonvivant«. Er begann seine Laufbahn 1920 an den Städtischen Schauspielen in Bayreuth, bevor er nach weiteren Engagements in Konstanz und Breslau 1925 nach Berlin kam. Hier gehörte er (nach verschiedenen kleineren Engagements) seit 1926/27 dem Ensemble des Theaters im Admiralspalast an und wirkte dort in den Haller-Revuen mit. 1929 wurde er von dem Orchesterleiter Paul Godwin für die Schallplatte entdeckt. Seitdem riss die Serie der Schallplatten-Aufnahmen mit ihm als Refrainsänger nicht ab, zum Teil unter Pseudonym (oft als Ernst Harten oder Hans Horsten). Es gibt mindestens 3000 Aufnahmen mit ihm, wahrscheinlich über 5000. Von 1939 bis 1946 war er mit der erfolgreichen Operettensängerin Mara Jakisch verheiratet. Aus dieser Ehe ging ein Sohn, Götz Hartung, hervor.

Neben seiner Schallplatten-Tätigkeit wirkte er auch weiter als Schauspieler auf der Bühne und in Filmen mit. In dem Film »Husarenliebe«, einem Militärschwank von 1932, spielte er eine Hauptrolle.

Weitere Filme: Kind, ich freu mich auf dein Kommen (1933, Regie: Kurt Gerron) + Heiratsinstitut Ida & Co. (1937) und andere.

Schon 1936 trat er (mit Emanuel Rambour und seinem Orchester) auch im Fernsehen auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat Hartung als Interpret von Stimmungsliedern hervor und spielte bis in die 1970er Jahre vereinzelt kleine Rollen am Theater und im Fernsehen. (Quelle: wikipedia)

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Besetzung:
Erwin Hartung, dem „Trio Sorrento“, den „Ping-Pongs“, vielen anderen und einem Stimmungs-Orchester.

(Eine Zuordnung der Interpreten ist nicht möglich)

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Titel:

Seite 1:  Das grosse Stimmungsfass – Ein Riesenspass (Teil 1) (18.15):
01. Ein Prosit der Gemütlichkeit
02. Schon wieder eine Seele vom Alkohol gerettet!
03. O, du lieber Augustin
04. Die Vogelhochzeit
05. Aus der Jugendzeit
06. Alle Vögel sind schon da
07. Ein Jäger aus Kurpfalz
08. Waldeslust
09. Wir sind die Sänger von Finsterwalde
10. Warum weinst du, holde Gärtnersfrau
11. Lang, lang ist’s her
12. Drunten im Unterland
13. Es geht ein Rundgesang
14. Das Lieben bringt groß‘ Freud‘
15. Mein Herz, das ist ein Bienenhaus
16. Schön ist die Jugend
17. Ach, wie ist’s möglich dann
18. Im Wald, im grünen Walde
19. Mädle, ruck, ruck, ruck
20. Auf de schwäbsche Eisebahne
21. Mein Hut, der hat drei Ecken
22. Muß ich denn zum Städtele hinaus
23. Es war einmal ein treuer Husar

Seite 2:  Das grosse Stimmungsfass – Ein Riesenspass (Teil 2) (18.28):
24. Horch, was kommt von draußen rein
25. Du, du liegst mir im Herzen
26. Schwarzbraun ist die Haselnuß
27. Ein Heller und ein Batzen
28. Lustig ist das Zigeunerleben
29. O alte Burschenherrlichkeit
30. Guter Mond, du gehst so stille
31. Ich bin ein Musikante
32. Eine Seefahrt, die ist lustig
33. Hamburg ist ein schönes Städtchen
34. Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein
35. Im tiefen Keller sitz ich hier
36. Drum, Brüder, wir trinken noch eins
37. Denn wir hab’n den Kanal noch lange micht voll
38. Bier her, Bier her
39. Keinen Tropfen im Becher mehr
40. Alt-Heidelberg, du feine
41. O wie wohl ist mir am Abend
42. Freut euch des Lebens
43. Das Wandern ist des Müllers Lust
44. Du bist verrückt, mein Kind
45. Daß du mich liebst, das weiß ich
46. O du wunderschöner deutscher Rhein

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Heinz Winkel + Großes Blasorchester – Unsterblicher Karneval (1954)

FrontCover1Na denn, dann spendier´ ich noch ne Runde Karneval und pack  mal die Single „Unsterblicher Karneval“ aus. Gespielt von einem großem Blasorchester unter der Leitung von Heinz Winkel:

Heinz Winkel (* 19. April 1914 in Schönwalde; † 5. Februar 1962) war ein deutscher Orchesterleiter des Musikkorps der Schutzpolizei Berlin und Obermusikmeister.

Heinz Winkel studierte von 1940 bis 1943 am Konservatorium Berlin Musik mit der Abschlussprüfung zum Musikmeister. Von 1943 bis Kriegsende leitete er das Polizei-Einsatzmusikkorps 1 in Breslau.

Winkel trat im November 1945 in den Berliner Polizeidienst als Hauptwachtmeister im Straßenaufsichtsdienst des Polizeireviers 31/ Polizeiinspektion Tiergarten. Auf seine Intervention beim Polizeipräsidenten von Berlin gelang ihm die Bildung eines Polizeiorchesters.

Bei den Pfingstkonzerten im Berliner Zoo und den großen Polizeischauen im Berliner Olympiastadion erspielte sich das Musikkorps der Schutzpolizei Berlin einen hohen Rang. (Quelle: wikipedia)

Ursprünglich erschien dieses Potpourri auf einer Schellackplatte mit noch 78 Umdrehungen pro Minute. Mein Exemplar ist da schon moderner, keine Ahnung, wann die veröffentlicht wurde.

Hinweis

Besetzung
Großes Blasorchester unter der Leitung von Heinz Winkel

SchellackLabel

Die Schellack Version (78 Umdrehungen pro Minute)

Titel:
01. Unsterblicher Karneval (Medley, Teil 1):
Es war einmal ein treuer Husar – Kornblumenblau – Kleine Winzerin vom Rhein – Heidewitzka, Herr Kapitän!
Wir kommen alle in den Himmel – Wer soll das bezahlen? 3.24

02. Unsterblicher Karneval (Medley, Teil 2):
Einmal am Rhein – Der schönste Platz ist immer an der Theke – Trizonesien-Song
Hätten wir lieber das Geld vergraben – Rheinlandmädel 3.19

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Gerhard Polt – Kehraus (1981 – 2009)

FrontCover1Keine Frage … ein weiterer Klassiker aus der Feder des Gerhard Polt, passend zum Faschingsdienstag:

Gabelstaplerfahrer Ferdinand hat sich von einem Vertreter zahllose Versicherungspolicen aufschwatzen lassen, die er weder braucht noch bezahlen kann. Aber da sein Termin bei der Bavaria Assekuranz ausgerechnet auf den Faschingsdienstag fällt, gerät seine Suche nach einem Ansprechpartner zu einer absurd-komischen Odyssee durch die Korridore der Versicherungsbürokratie … diese endet dann in einem eher absurden Faschingsfest …

Hier die ursprüngliche Hörspiel-Version, erstmalig ausgestrahlt vom Bayerischen Rundfunk im Jahr 1981. Diese Hörspiel-Fassung unterscheidet sich z.T. erheblich von der dann 1983 erschienen Filmversion (dringend empfehlenswert !)

Regisseur Hanns Christian Müller hat mit „Kehraus“ eine Farce voll geschliffener Pointen und seinem Spezl Gerhard Polt eine Paraderolle auf den Leib geschrieben.

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… und das Lachen bleibt einem mehr als einmal im Hals stecken …

oder: Kehraus ist eine Komödie am Abgrund: Kaum lacht man, fällt man auch schon hinein (Ponkie, Abendzeitung)

Und heut´ habe ich die Beerdigung meiner Schwiegermutter quasi im bayerischen Oberland erlebt … wäre der Polt dabei gewesen … er hätte genug Material für ein neues Programm gehabt …

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Besetzung:
Hans Brenner (Böhm)
Rainer Buck (2. Telefonstimme)
Malis Compere (1. Telefonstimme)
Josef Dobler (2. Kellner)
Ruth Drexel (Brezner)
Hans Drahn (von Mehling)
Erich Hallhuber (Wandrey)
Monika John (Jessike)
Karl Obermayer (Deutelmoser)
Mario Piras (1. Kellner)
Gerhard Polt (Ferdinand Weitl)
Petra Restaly (Telefonansagerin)
Maria Singer (Anna Gierl + jugoslawische Putzfrau)
Gisela Schneeberger (Waguscheit)
Hans Stadtmüller (Bemmerl)

Musik und Regie: Hanns Christian Müller
Redaktion: Maria Fuss

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Titel:

CD 1:
01. Kapitel 01 / 4.58
02. Kapitel 02 / 5.11
03. Kapitel 03 / 4.52
04. Kapitel 04 / 4.58
05. Kapitel 05 / 4.58
06. Kapitel 06 / 5.01
07. Kapitel 07 / 4.59
08. Kapitel 08 / 5.01
09. Kapitel 09 / 4.17

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CD 2:
01. Kapitel 10 / 4.58
02. Kapitel 11 / 5.00
03. Kapitel 12 / 5.13
04. Kapitel 13 / 4.53
05. Kapitel 14 / 4.53
06. Kapitel 15 / 5.05
07. Kapitel 16 / 4.58
08. Kapitel 17 / 4.56
09. Kapitel 18 / 4.13

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Die Kölner Ratsbläser – Karnevals – Märsche (1971)

FrontCover1Ok, so ganz will ich nun den Karneval nicht auslassen, wenngleich mir heuer der Sinn dafür ja überhaupt nicht steht.

Hinsichtlich der rheinischen Karnevalsmusik wird es jetzt richtig klassisch.

Als diese LP so gegen 1971 erschien hatten die „Kölner Ratsbläser“ schon etliche Jahre auf dem Buckel.

Seit Ihrer Gründung im Jahr 1954 durch den  ersten Kommandanten Hans Oepen steht der  Name ‚Kölner Ratsbläser‘ für schmissige Blasmusik von hoher Qualität im Kölner Karneval.
Ihr unverwechselbarer Musikstil vereint die bekannten Elemente der Blasmusik mit denen der Unterhaltungsmusik.

Klassische Karnevalsschlager wechseln sich in den Potpourris mit aktuellen Hits der Charts und Titeln populärer Kölner Gesangsgruppen ab. (Vogel Entertainment)

Und die Kölner Ratsbläser gibt es heute noch und sie sehen sich ganz in der Tradition vergangener Jahrhunderte:

„Schon 1374 werden „…Gelder für 2 Trompeten“ ausgezahlt, man schafft wieder „eine solche für einen Wachtturm an und bezahlt „pro cornibus trompettis 8 Mark“.

Die Ratsmusiker hatten außerdem die Militärmusik zu bestreiten. Darüber hinaus wurde vor jeder Ratssitzung in der Ratskapelle eine Messe gelesen, die sehr häufig auch von den Ratsmusikern gehalten wurde.

1576 wurde König Heinrich von Liegnitz empfangen. „Wann der Rath den Wein schicket, so schicket he auch dabei die schönste Musik“.

Somit besteht zwischen dem Rat der Stadt „Coeln“ und Ihren Musikern eine lange Tradition. Diese Tradition führen die Kölner Ratsbläser fort.

Auch heute noch sind Hinweise auf die historischen Wurzeln der Kölner Ratsbläser sichtbar. Der Ratsturm zu Köln, im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört, wurde von 1950 – 70 bis auf die ursprüngliche Höhe des Turms wieder aufgebaut. Die Turmspitze wurde sogar mit einer neuen Helmspitze nachhistorischem Vorbild bekrönt. Der Bildhauer Elmar Hillebrand schuf die Wetterfahne, die einen Ratsbläser darstellt.“ (Selbstdarstellung)

Nun aber zur Musik dieser Schallplatte: Es geht los mit einer Instrumentalfassung des alten Gus Backus Schlagers „Da sprach der alte Häuptling der Indianer“ und dann folgt einer „Knaller“ dem anderen. Den klassischen Karnevalskomponisten Willy Ostermann und Jupp Schlösser widmen sie entsprechen Potpourris und auch Hans Rudolf Knipp („Der wohl erfolgreichste Textautor und Komponist Kölscher Lieder …“ ) kommt mit drei Kompositionen musikalisch zu Wort.

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Die aktuelle website

Und diese Musik errinert mich schon fast zwangsläufig an das Jahr 1972. Damals veranstaltete unsere Schule eine große Faschingsparty und einer der Höhepunkte war wohl der Einmarsch einer karnevalistischen Marschkapelle (einschließlich einem hopsenden Funkenmarichen). Und unsere Clique beschloss, ein Zeichen gegen die „Militarisierung des Faschings“ zu setzen und so setzen wir uns einfach auf jene Fläche, die für die Musikanten vorgesehen war. D.h. die Kapelle trat auf der Stelle und der empörte und perplexe Lehrkörper fuchtelte wild mit den Händen und Armen … Na ja, irgendwann – wir wollten es ja nicht übertreiben – räumten wir den Platz, verzogen uns in den hintersten Winkel des Saales und zischten uns feixend – ob unserer Heldentat – ein kühles Bier rein … those where the days, my friend.

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Die Kölner Ratsbläser (2011)

Besetzung:
Die Kölner Ratsbläser unter der Leitung von Hans Oepen

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Titel:
01. Da sprach der alte Häuptling (Einzugsmarsch Kölner Ratsbläser) (Scharfenberger) 1.19
02. Altstädter Mariechentanz (Die Hüs’cher Bunt Om Aldermaat) (Jussenhoven/Schlösser) 2.27
03. Mit Ostermann Am Rhein (Potpourri) (6.37)
03.1. Rheinische Lieder
03.2.Da, wo die sieben Berge
03.3. Und sollt‘ ich im Leben
03.4. Wenn du eine Schwiegermutter hast
03.5. Wenn du wüßtest, mein Kind
03.6. Denn was du heute kannst besorgen
03.7. Einmal am Rhein (Ostermann)
04. Prinzengarde-Marsch (Mania) 2.12
05. Mit Jupp Schlösser am Rhein (Walzer-Potpourri) (3.42)
05.1. Gib acht auf den Jahrgang
05.2. Schau nicht auf die Uhr
05.3. Das sind die gefährlichen Jahre
05.4. Immer wieder neue Lieder
05.5. Kornblumenblau (Jussenhoven/Schlösser)
06. Jan Van Werth-Marsch (Frantzen) 2.14
07. Reitermarsch Kölner Ratsbläser (Jussenhoven/Stein) 3.05
08. Der treue Husar (Traditional) 4.16
09. Roter-Funken-Marsch (Kipper/Fleutebein/Fellenberg) 2.48
10. Karnevals-Schlager Heute (Potpourri) (2.55)
10.1.  Mir schenke der Ahl e paar Blömcher (Knipp)
10.2. Freu‘ dich, wenn du noch jet laache kannst (Knipp)
10.3. Ne Besuch em Zoo (Knipp)
11. Amboss-Polka (Parlow/Bähr) 3.56
12. Ehrengarde-Marsch (Reuter) 2.09

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Festring-Verkehrsverein München – 75 Jahre Münchner Faschingszug (1968)

Titel.jpgSo und jetzt mal diese „närrische Zeit“ aus der Sicht der Südstaaten …

Die Geschichte des Münchner Faschings:

Fastnachtsfeierlichkeiten gab es in München schon im Mittelalter, vermutlich seit Gründung der Stadt im Jahr 1158. Allerdings fanden diese über die Jahrhunderte nur unregelmäßig statt und man muss sie sich wohl gänzlich anders als die heutigen Feste, Bälle und Umzüge vorstellen. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in München eine richtige Faschingstradition. Es wurden damals die ersten Redouten gefeiert, also große Bälle mit ausgefallenen Kostümen.

Im Jahr 1893 wurde die „Carnevalsgesellschaft“ gegründet und dank großzügiger Spenden der großen Münchner Brauereien der erste Faschingsumzug abgehalten. Im darauf folgenden Jahr bestieg der Antiquitätenhändler August Humpelmayr unter dem Namen „Prinz Gustl I.“ als erster Faschingsprinz den Thron – allerdings noch ohne Prinzessin.

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Immer wieder gab es in jener Zeit Phasen ohne große Festivitäten oder Umzüge – zum Beispiel in den Jahren vor, während und nach dem ersten Weltkrieg. Erst 1925 wurde wieder ein großer Faschingsball im Salvatorkeller gefeiert. Zwischen 1970 und 2006 ruhte der Faschingsumzug ebenfalls, doch seitdem hat er sich äußerst lebendig zurückgemeldet.

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Das heutige Faschings- oder Karnevalsfest in den katholischen Ländern ist von seiner ursprünglichen Bedeutung weit abgerückt. Denn in früheren Jahrhunderten bestand der Zweck der „Fastnacht“ darin, vor Beginn der strengen Fastenzeit noch einmal alle Genüsse ausgiebig zu kosten. In den katholischen Ländern hielt man sich im Mittelalter noch strikt an die Regel, keine tierischen Produkte wie Milch, Butter, Käse oder Fett zu sich zu nehmen – und auch sexuelle Enthaltsamkeit zu praktizieren. Bevor es mit dem Fasten los ging, mussten die Vorräte aufgebraucht werden – dazu gab es bereits Tanzveranstaltungen. Später dehnte sich die Fastnachtszeit immer weiter nach vorne aus, bis der heutige Narrentag erreicht war, der 11.11.

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Der Brauch der Verkleidung kam übrigens erst im 15. Jahrhundert auf. In weiten Teilen der katholischen Welt geriet das Faschingsfest bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts aus der Mode, da der Klerus die ausgelassene Schlemmerei und besonders den Alkoholgenuss als Sinnbild der Sünde betrachtete. Erst in der Romantik entdeckte das Bildungsbürgertum das Fest wieder für sich. Ausgehend von der Fastnachts-Hochburg Köln setzte sich der Brauch der Faschingsprinzen durch, die während der tollen Tage symbolisch das Rathaus übernehmen.

Der Bezeichnung Fasching begegnet man vor allem im süddeutschen Raum und in Österreich. Sie leitet sich ab von der mittelhochdeutschen Zusammensetzung „vast-schanc“, die den Ausschank vor der Fastenzeit bezeichnet und damit ebenfalls auf die bevorstehende vorösterliche Bußzeit verweist. (Quelle: muenchen.de)

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Und mit dieser Broschüre (34 Seiten) zelebrierte man dann 1968 „75 Jahre Münchner Faschingszug“. (Meine Danksagung für dieses Präsent: siehe unten).

Diese Broschüre präsentiert natürlich nicht nur alle Teilnehmer des damaligen Faschingsumzuges, sondern – naürlich viel wichtiger – erzählt die Geschichte des Münchner Faschings … mit viel Liebe zum Detail.Garniert ist die Broschüre dann natürlich auch mit viel Werbung (gelegentlich dem Anlass entsprechend „humorvoll“) von Firmen und Betrieben der Stadt München.

Die historischen Fotografien stammen allesamt von Münchner Faschingszügen.

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Ein eher schlichtes „Werbe-Rätsel“ der Tageszeitung „Münchner Merkur“

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Weitere Teilnehmer des Faschingszuges (Drolligkeitsfaktor: Hoch !)

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Auch nicht unwichtig … vermutlich mussten etliche „Alkoholleichen“ behandelt werden

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Faschingswagen beim Umzug 1896 mit dem Titel „Zum Kamin“…

Diese Präsentation wäre ohne das großzügige Geschenk der Graugans nicht möglich gewesen. Die Graugans, das kann man ja ruhig mal erwähnen, kann nicht nur mit ihrem Mann großartige Parties organisieren, sondern hält auch stets die Augen offen, um dann wieder mal meinen Laden zu betreten und dann sagt sie: „Moanst, dös könnt´s braucha für dein Lod´n ?

Ein herzliches Dankeschön meinerseits !!!

Willy Millowitsch – Die Liebe ist vergänglich, der Durst bleibt lebenslänglich + Das sollte man als Huhn doch überhaupt nicht tun (1961)

FrontCover1.jpgNoch tobt ja die närrische Zeit weitere 4 Wochen und so habe ich noch ein wenig die Gelegenheit, weitere „lustige Karneval-Schlager“ zum Besten zu geben.

Und da kommt mir der Willy Millowitsch gerade recht.

Er ist wohl das Sinnbild rheinischer Fröhlichkeit und so kam es auch zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Köln:

Am 17. März 1989 bekam der Volksschauspieler Willy Millowitsch (8. Januar 1909 bis 20. September 1999) die Kölner Ehrenbürgerwürde verliehen.

In seiner Ansprache zur Verleihung der Urkunde hob Oberbürgermeister Norbert Burger insbesondere hervor, dass der Volksschauspieler in Deutschland und über Deutschland hinaus wohl der bekannteste Kölner überhaupt sei. Die Popularität Millowitschs als „wandelndes Wahrzeichen Kölns“ und als dessen Botschafter außerhalb des Rheinlands ist vor allem auf hunderte Fernsehproduktionen, zahllose Filme, mehrere Dutzend

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Juli 1960

Langspielplatten und mehrere Bücher zurück zu führen.

Die Grundlage für seinen Ruhm legte Willy Millowitsch durch das Volkstheater Millowitsch, welches mit Charme, Witz und bodenständigen Stücken die Entwicklung der kölschen Volkskultur repräsentiert. (Quelle: stadt-koeln.de)

Weitere Informationen über seinen Werdegang findet man dann hier.

Hier eine kleine Kostprobe seines Könnens:

Tja … ich bin halt kein Rheinländer und so fehlt mir vermutlich das entscheidende Gen … diese beiden Lieder sind sehr schlicht und die Texte passen in die Kategorie albern … und ja, sie sind auch tendenziell frauenfeindlich.

Aber gut … meine Single-Sammlung ist wieder um ein Exemplar ärmer … und diese närrische Jahreszeit kommt hier auch nicht zu kurz.

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In dem Film „Der Zigeunerbaron“ (1962)

Besetzung:
Willy Millowitsch (vocals)
+
Willy Hoffmann Orchester
+
Background vocals:
Die Sunnies & das Cornel-Trio

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Titel:
01. Die Liebe ist vergänglich, der Durst bleibt lebenslänglich (Hoffmann/Schwabach) 2.37
02. Das sollte man als Huhn doch überhaupt nicht tun (Korn) 2.44

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Das Willy Millowitsch Denkmal in Köln