Klee – Aus lauter Liebe (2011)

FrontCover1Also Klee, wurde von mir erst neulich entdeckt und wieder mal so eine Gruppe, die mir durchaus zusagt, die durchaus ihren eigenen Stil entwickelt hat.

„Wer bereits auf dem Vorgänger „Berge Versetzen“ Gefahr lief, im samtweichen Bad aus Hoffnung, Verzweiflung und Liebe zu ertrinken, der sollte sich für das neue Klee-Album „Aus Lauter Liebe“ vorsorglich ein Paar rosarote Schwimmflügel besorgen. Denn zwischen Eiffelturm und Croissanterie, der Champs-Élysées und seidener Bettwäsche regiert die Liebe.

Das Album Nummer fünf des Kölner Pop-Duos atmet die Luft des französischen Films der fünfziger Jahre, filtert den Spirit und den schmachtenden Charme dieser Dekade und bildet daraus ein bittersüßes Pop-Potpourri aus Luftschlössern und Realität. Samtig hauchend skizziert Sängerin Suzie Kerstgens im Opener „Fliegen“ die Angst vor der Selbstfindung. Minimalistisch instrumentiert baut sich ein Gefühl von Hoffnung und Mut zusammen.

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Passend zur Poesie des Albums betten sich zwei Drittel der dreizehn Liebesperlen in zartem musikalischen Gewande. Doch sobald sich die Sehnsucht in Glück verwandelt und die Schmetterlinge im Bauch zu fliegen beginnen, erhöhen die Rheinländer die Schlagzahl und bieten wie auf „Außer Atem“, „Schmetterlingsflügelschlag“ oder „Nimm Dein Leben In Die Hand“ kantenfreien aber dennoch hochwertigen Pop zum Mitwippen.

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Gegen Ende wird es mit „Puls Und Herzschlag“ sogar richtig funkig, wenn Klee die glitzernden Disco-Kugeln auspacken. Insgesamt ummantelt sich „Aus Lauter Liebe“ aber hauptsächlich mit balladesken Klängen, und so geben sich zartes Akustikgitarren-Gezupfe, melodiöse Keyboardlinien und spärliche Rhythmusansätze die Klinke in die Hand und hüllen das Gesamtpaket ein in sehnsuchtstrunkene Melancholie.

Dass das ganze Werk letztlich nicht in einem Wust aus Kitsch, Naivität und Blauäugigkeit in sich zusammenfällt, verdankt das Album vor allem seinen Texten. Die beiden liebeshungrigen Kölner verstehen es nahezu perfekt, dem Thema Liebe die triefenden Klischees zu entziehen. Mit einfacher, direkter und offener Wortwahl nehmen Klee die Unentschlossenen, Mutlosen und Verliebten an die Hand und bieten ihnen den hoffnungsgebenden Soundtrack ihrer Gefühle.

Die Magie des Augenblicks steht im Vordergrund. Im Hier und Jetzt duellieren sich essentielle Fragen rund um die Zweisamkeit mit lyrischen ‚Gehhilfen‘ für Verunsicherte. Homogen und in sich stimmig präsentieren Klee mit „Aus Lauter Liebe“ den bisherigen Höhepunkt ihres Schaffens. Glückwunsch!“(Kai Butterweck)

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Besetzung:
Suzie Kerstgens (vocals)
Sten Servaes (keyboards, vocals, vibraphon, marimbaphon)
+
Daniel Brandl (cello)
Daniel Klingen (drums, percussion)
Benedikt Filleböck (piano, guitar, bass)
Stefan Pele Götzer (bass, guitar, vocals)
Naima Husseini (vocals)
Alex Jedinsky (drums, percussion)
Desire Kläukens (guitar)
Moritz Krämer (guitar, piano)
Dragan Mitrovic (accordeon)
Jochen Naaf (synthesizer, guitar, organ, marimabaphon)
Boris Rodowski (guitar, mandolin, ukulele, banjo, piano)
Harald Ziegler (trumpet, horn)
+
Chor

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Titel:
01. Willst du bei mir bleiben (Kerstgens/Servaes) 3.27
02. Vergiss nicht (Kerstgens/Servaes/Filleböck) 3.54
03. Nimm dein Leben in die Hand (Kerstgens/Servaes/Liwa/Deininger) 3.16
04. Außer Atem (Kerstgens/Servaes/Deininger) 3.58
05. Natalie (Kerstgens/Servaes/Liwa/Deininger) 3.06
06. Schmetterlingsflügelschlag (Kerstgens/Servaes/Deininger) 3.53
07. Adieu (Kerstgens/Servaes/Liwa/Filleböck) 3.17
08. Meilenweit (Kerstgens/Servaes/Deininger) 3.26
09. Stell dir vor (Kerstgens/Servaes) 3.25
10. Puls und Herzschlag (Kerstgens/Servaes/Götzer) 3.05
11. Ich will nicht gehen wenn’s am schönsten ist (Kerstgens/Servaes) 3.19
12. Wir beide (Kerstgens/Servaes/Filleböck) 2.23
13. Fliegen (Kerstgens/Servaes/Kläukens) 4.08

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