Rundfunk-Sinfonie-Orchester Berlin u.a. – Feuerwerksmusik (Händel) (1978)

FrontCover1An Festtagen wie diesen erfreue ich mich über die Klassiker der Barockmusik, wie sie eben auch die sog. „Feuerwerksmusik ist:

Die Music for the Royal Fireworks (HWV 351) ist eine 1748 von Georg Friedrich Händel komponierte Suite. Das Werk wurde am 27. April 1749 (nach julianischem Kalender) bei einem Feuerwerk uraufgeführt. Es ist eine Gelegenheitsmusik von gigantischem Ausmaß.

Aufbauten zur Feuerwerksmusik im Green Park in London

Wie auch die Wassermusik, die 1717 aus Anlass der Beendigung des Spanischen Erbfolgekriegs im Auftrag des Königs Georg I. entstanden war, ist die Feuerwerksmusik 1748 anlässlich eines ähnlichen Friedensschlusses entstanden. Sein Nachfolger Georg II. wollte wegen des im Oktober 1748 geschlossenen Aachener Friedens zur Beendigung des Österreichischen Erbfolgekriegs eine riesige Feier mit großem Feuerwerk und Musik veranstalten. Er beauftragte Händel damit, eine „Feuer-Musik“ für den festlichen Anlass zu schreiben. Das gab dem Stück den englischen Originaltitel Music for the Royal Fireworks.

Die Feier sollte im Londoner Green Park stattfinden, daher ging Händel von einem großen Freiluft-Orchester mit einer typischen Bläser-Streicher-Besetzung aus. König Georg jedoch wollte ein Orchester ausschließlich mit Bläsern und Pauken. Händel aber wollte zusätzlich auch Streicher haben, da dies zum Erfolg der Wassermusik beigetragen hatte.

Aus den Briefen des Grafen von Montague vom April 1749 geht hervor, dass sich Händel erst ganz spät dem Willen des Königs beugte.

FeuerwerkLondon

Feuerwerk auf der Themse am 15. Mai 1749, anlässlich des Aachener Friedens zum Ende des Österreichischen Erbfolgekrieges; Händel komponierte dazu die Feuerwerksmusik

Die große Friedensfeier und damit die Uraufführung der Feuerwerksmusik fand am 27. April 1749 statt. Es waren 101 Salutschuss als Startsignal für das Feuerwerk und die damit gleichzeitig einsetzende Musik geplant. Die Salutschüsse kamen jedoch nicht wie geplant, und so begann die Ouvertüre schon vor dem Feuerwerk. Es ist auch nicht klar, ob die übrigen Sätze wie geplant als Begleitmusik zum Feuerwerk gespielt wurden oder separat, denn das Feuerwerk selbst war ein kläglicher Misserfolg: Zum einen hatte es schon den ganzen Nachmittag geregnet, und zu allem Überfluss geriet dann auch noch ein Teil der Bühnenkonstruktion in Brand. Der einzige Grund, dass die Feier nicht zu einem Fiasko wurde, war Händels Musik.

Ein Chronist berichtet, dass das Orchester sogar 112 Musiker umfassen sollte: 40 Trompeten, 20 Hörner, 16 Oboen, 16 Fagotte, 8 Paar Kesselpauken und 12 Trommeln, wohingegen andere Quellen von 100 Musikern berichten. Diese Zahlen dürften allerdings nicht erreicht worden sein. Tatsächlich waren wohl rund 57 Bläser und Trommler beteiligt.

Einzelne Stücke der Feuerwerksmusik:
Ouverture
Die Ouverture ist der Kern der gesamten Komposition und in einer dreiteiligen Da-capo-Form gehalten. Sie ist in D-Dur geschrieben und besteht aus zwei unterschiedlichen Themen, die aus zwei ursprünglich vorher komponierten Ouvertüren (F-Dur und D-Dur) stammen. Der erste Teil ist ein Adagio, in einem 4/4-Takt geschrieben und erinnert an eine feierliche Prozession. Der zweite Teil ist in einem lebhaften Allegro, das von einem 3/4-Takt unterstützt wird. Die beiden ersten Teile sind durch eine mehrtaktige Kadenz getrennt. Nach den im Allegro „jubilierenden Fanfaren und energisch punktierten Rhythmen“[4] kommt die Überleitung zum dritten Teil – ein in der Paralleltonart h-Moll gehaltenes Lentement. Darauf folgt wieder der Anfang des Allegros als dritter Teil der Da-capo-Form.

Bourrée:
Die Bourrée ist eine kleinbesetzte (trioartige) Komposition, die vor allem beim Tanzen gespielt wurde. Man kann allerdings nicht mehr sagen, ob sie zum Tanzen oder zum Feuerwerk gespielt wurde. Sie steht in d-Moll.

La Paix:
La Paix (Der Frieden) soll als Largo alla Siciliana gespielt werden. Der 12/8-Takt ist der Lieblingstakt von Händels Jugendfreund, dem Neapolitaner Alessandro Scarlatti. Allerdings ist die Melodik nicht durch Neapolitaner gekennzeichnet. Die Tonart D-Dur verweist wieder auf die Ouverture.

La Réjouissance:
La Réjouissance (hier: scherzhafter Suitensatz) ist als Kontrastprogramm zu den anderen Teilen der Komposition gedacht. Es ist als fröhliche (D-Dur) Militärmusik gedacht. Durchzogen wird das Stück vor allem von herausstechenden Trompetensignalen und Reitermarschmelodien. Es war der Lieblingsteil von König Georg.

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Menuett I und Menuett II:
Menuett I wird bewusst sparsam gehalten und ist deshalb auch in d-Moll gehalten. Menuett II ist dagegen in D-Dur und deswegen auch deutlich majestätischer. Es wird dreimal gespielt. Während im ersten Durchlauf Trompeten, Streicher und Pauken spielen, sind es im zweiten nur Hörner, Oboen und Fagotte. Dadurch klingt dieser Teil auch sensibler als der erste. Beim abschließenden dritten Durchlauf spielen alle zusammen. (Quelle: wikipedia)

Auf der B-Seite hören wir dann weitere Kleinode aus dem Schffen von Georg Friedich H#ndel und das Ende diese Seite hat es mir besonders angetan, da hier mal wieder Waldhörner als Solo-Intrumente zu hören sind.

Also … festliche Musik wird geboten ! Triumphal und eindrucksvoll !

Helmut Koch

Helmut Koch

Besetzung:
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Helmut Koch (bei 01 . – 05.)
Kammerorchester Berlin unter der Leitung von Helmut Koch (bei 07. – 14.)
+
Herbert Auerbach (horn)
Christian Funke (violin)
Fritz Gräfe (horn)
Wolf-Dieter Hauschild (harpsichord)
Hans-Werner Wätzig (oboe)

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Feuerwerksmusik:
01. Ouvertüre 9.46
02. Bourrée 1.05
03. La Paix 4.06
04. La Réjouissance 2.14
05. Menuett I 0.48
06. Menuett II 1.18

Konzert G-Moll für Oboe und Orchester:
07. Grave 2.39
08. Allegro 1.46
09. Sarabande 2.17
10. Allegro 1.59

Konzert B-Dur für Violine und Orchester:
11. Andante 2.52
12. Adagio 2.00
13. Allegro 4.29

Konzert F-Dur für zwei Hörner und Orchester:
14. Largo 2.21

Kompositionen: Geoprg Friedrich Händel

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