Johann Mattheson – Das größte Kind (Weihnachtsoratorium) (2009)

FrontCover1Eine interessante Neuentdeckung aus der Epoche des Georg Friedrich Händel:

„Der Vollkommene Capellmeister“ (1739) heißt die wohl bekannteste musiktheoretische Schrift von Johann Mattheson. Er gilt als ein Universalgenie des Barock und machte nicht nur als Operntenor und begabter Musiker von sich Reden, sondern auch als Schriftsteller und herausragender Sprachenkenner.

Johann Mattheson (1681–1764) komponierte u.a. Opern, Kantaten und Oratorien, allerdings waren seine Partituren nach dem 2. Weltkrieg lange verschollen. Erst vor rund zehn Jahren gelangten sie aus Armenien nach Hamburg. Das Weihnachtsoratorium „Das größte Kind“ schrieb Mattheson 1720 während seiner Zeit als Hamburger Domkantor. Die Handlung spielt in Bethlehems Stall nach der Geburt Christi.

Die Meinung unserer Musikkritiker:

Johann Mattheson01

Johann Mattheson

Matthesons „Das größte Kind“ besticht durch seine feierlichen, lebendig fließenden Arien und Chöre. Und dazu tragen alle Mitwirkenden, sängerisch wie instrumental, bei.
(Claudia Dasche)

Zwar ist Mattheson im Vergleich zu seinem Hamburger Konkurrenten Händel aus heutiger Sicht der unbekanntere Komponist. Und man mag seine Äußerung, Händel habe sich vieles von ihm abgeschaut, im Nachhinein als Arroganz werten. Aber sein Weihnachtsoratorium beweist, dass er tatsächlich ein äußerst geschickter Dramatiker war, der seine Figuren lebendig werden ließ. Dem immer wieder etwas Neues einfiel, um seinem Publikum ausreichend Abwechslung zu bieten. Eine Neuentdeckung für mich, die sowohl spannende entstehungsgeschichtliche Fragen aufwirft und gleichzeitig sinnlicher Hörgenuss ist.(Haino Rindler)

»Das größte Kind« ist ein Oratorium im wahren Sinne, sprich ein vollständig gedichtetes Werk, dessen Text auf verschiedene handelnde Personen verteilt ist. Die formale Nähe zur zeitgenössischen Oper ist unüberhörbar. Bei dem Text handelt es sich nicht um eine Originaldichtung, sondern basiert auf einem Dialogus von der Geburt Christi. Das größte Kind gehört zu Matthesons am reichsten besetzten Partituren. Besonders auffällig ist die gleichzeitige Verwendung von Hörnern und Trompeten in den Chorsätzen, die sonst in keinem Werk Matthesons zu finden ist.

KölnerAkademie

Die „Kölner Akademie“

Die klingende Denkmäler-Reihe Musica sacra Hamburgensis 1600–1800 möchte ein nachhaltiges Interesse für diese Glanzzeit der Hamburger Kirchenmusik wecken. Anhand exemplarisch ausgewählter, oftmals unbekannter Kompositionen, dargeboten von renommierten Ensembles aus dem Bereich der Alten Musik, sollen die Vielfalt wie auch manche Besonderheiten der in Hamburg entstandenen Kirchenmusik von der frühen Neuzeit an bis zur beginnenden Romantik vermittelt werden. Die Reihe wurde von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius initiiert. Beratende Unterstützung erfährt sie von Seiten der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, weitere Kooperationspartner sind Deutschlandradio Kultur sowie das Klassiklabel cpo. (Quelle: jpc.de)

Michael Alexander Willens

Michael Alexander Willens

Besetzung:
Ulrich Cordes (Tenor)
Thilo Dahlmann (Bass)
Wolf Matthias Friedrich (Bass)
Nele Gramss (Sopran)
Melissa Hegney (Alt)
Susanne Rydén (Sopran)
Anne Schmid (Alt)
Gerd Türk (Tenor)
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Kölner Akademie unter der Leitung von Michael Alexander Willens

Booklet02ATitel:
01 Choral: Gelobet seyst du Jesu Christ (1. Teil) 2.32
02. Duett und Chor: Sey willkommen tausendmahl 2.36
03. Rezitativ: So ist durch mich das Heil der Welt 1.00
04. Arie und Chor: Israel! Freue dich 4.13
05. Rezitativ: Erstarre doch verfinsterte Natur 1.10
06. Arie: Heller Glanz von’s Vaters Licht 2.53
07. Choral: Das ewge Licht geht da herein 0.47
08. Duett: Wer kann dieses Recht erwegen? 3.21
09. Choral: Er kömmt aus Vaters Schooß 2.14
10. Choral: Er äußert sich all sein‘ Gewalt (2. Teil) 2.18
11. Rezitativ: O allerliebstes Kind 0.17
12. Arie: Weg, du Kostbarkeit der Erden 4.47
13. Rezitativ: Ist dies der Ort? 2.11
14. Terzett: Es klopft noch unsre volle Brust 3.46
15. Rezitativ: Ja, was noch mehr 0.31
16. Choral: In dulci jubilo 1.14
17. Arie und Chor: Großer Gott der du deine Allmacht neigest 2.17
18. Accompagnato: Gott hat mein Fleisch an sich genommen 1.08
19. Choral: O Jesu parvule 2.17
20. Accompagnato: Und will der Tod mir meine Augen brechen 0.42
21. Arie: Was schad’t mir der Tod 2.49
22. Choral: Ubi sunt gaudia 1.15
23. Rezitativ: O frohe Nacht 0.26
24. Arie: Komme dann erwehlte Seele 6.45
25. Rezitativ: So laßet uns der Herren Güte 0.44
26 Choral: Das hat er alles uns gethan 2.34

Musik: Johann Mattheson
Texte: unbekannt

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