Gewandhaus Orchester Leipzig -Sinfonie Nr. 5 (Beethoven) (1960)

FrontCover1Also, da haben wir zum einen  das altehrwüdige Gewandhausorchester Leipzig:

Das Gewandhausorchester (früher selbst als Gewandhausorchester Leipzig bezeichnet) ist ein Sinfonieorchester mit Sitz in Leipzig. Es gehört international zu den führenden Orchestern und gilt mit derzeit etwa 185 Berufsmusikern als weltweit größtes Berufsorchester. Zugleich ist es das älteste bürgerliche Konzertorchester im deutschsprachigen Raum. Die Chefdirigenten des Gewandhausorchesters tragen traditionell den Titel „Gewandhauskapellmeister“. Seit Februar 2018 ist Andris Nelsons Gewandhauskapellmeister. (wikipedia)

Ankunft des Orchesters auf dem Flughafen Tokio am 12. April 1961, der Beginn einer vierwöchigen Konzertreise in Japan

Gewandhausorchester in Japan

Ankunft des Orchesters auf dem Flughafen Tokio am 12. April 1961, der Beginn einer vierwöchigen Konzertreise in Japan

Und deren damaliger Dirigent hieß Franz Konwitschny:

Franz Konwitschny (* 14. August 1901 in Fulnek, Mähren, Österreich-Ungarn; † 28. Juli 1962 in Belgrad, Jugoslawien) war ein deutscher Dirigent.

Konwitschny entstammte einer Musikerfamilie. Von 1920 bis 1923 nahm er zunächst Geigenunterricht an der Akademie des Musikvereins in Brünn, bevor er von April 1923 bis 1925 Schüler von Hans Bassermann (* 1888) am Konservatorium der Musik in Leipzig wurde. Dort gehörte auch der Musikpädagoge Fritz Reuter zu seinen Lehrern.[1] Während dieser Zeit war er aushilfsweise als Geiger und Bratscher im Gewandhausorchester beschäftigt. 1925 wurde Konwitschny als Bratscher Mitglied des 1894 gegründeten Fitzner-Quartetts in Wien; 1927 ging er nach Stuttgart, zunächst als Korrepetitor, ab 1930 als Erster Kapellmeister am Staatstheater. Mit Beginn der Spielzeit 1933/34 wurde er musikalischer Oberleiter des Philharmonischen Orchesters Freiburg in Freiburg im Breisgau, wo er 1934 zum Generalmusikdirektor ernannt wurde. 1938 übernahm er die Position Musikdirektor und musikalischer Leiter der Oper in Frankfurt am Main.

Konwitschny trat am 1. Juli 1923 in Fulnek erstmals der NSDAP bei (Mitglieds-Nummer 2.756). Seine damalige politische Überzeugung kam auch in einer Freiburger Fidelio-Aufführung von 1934 zum Ausdruck, wo er anlässlich Hitlers Geburtstag SA-Männer und SA-Fahnen auf die Bühne bringen wollte, was aber von der Intendanz untersagt wurde. Andererseits dirigierte er im November desselben Jahres in einem Abonnementskonzert die Sinfonie Mathis der Maler des verfemten Komponisten Paul Hindemith. Zum 1. August 1937 trat Konwitschny erneut in die NSDAP ein (Nr. 5 508.995). Am 16. Oktober 1937 dirigierte Konwitschny bei der Schlusskundgebung der unter dem Motto „Rasse und Kultur“ stehenden 2. Badischen Gaukulturwoche vor der Rede Alfred Rosenbergs den Germanenzug von Bruckner. Im Dezember 1942 war Konwitschny Gastdirigent in der Ghetto-Stadt Łódź, wobei nach der Litzmannstädter Zeitung vom 17. Dezember 1942 der „von stärkster Vitalität getragene Musizierstil“ faszinierte.

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Franz Konwitschny mit dem Gewandhaus Orchester Leipzig

Er wirkte auch an der Staatsoper in Hamburg und war in den Kriegsjahren 1943/44 Chefdirigent des Orchesters in Ludwigshafen, der heutigen Staatsphilharmonie

Konwitschny setzte seine Karriere nach 1945 unbeschadet fort, 1946 berief ihn die Stadt Hannover als musikalischen Oberleiter von Oper und Konzert (bis 1949). Von 1949 bis 1962 wirkte er als Gewandhauskapellmeister in Leipzig. Gleichzeitig besetzte er von 1953 bis 1955 das Amt des Generalmusikdirektors der Dresdner Staatsoper sowie von 1955 bis 1962 das Amt des Generalmusikdirektors der Deutschen Staatsoper in Berlin. 1951 wurde ihm der Professoren-Titel verliehen. 1957 erhielt er den Arthur-Nikisch-Preis. 1951, 1956 und 1960 wurde er mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet. Am 14. August 1961 wurde er Ehrenmitglied des Gewandhausorchesters.

Franz Konwitschny verstarb während einer Konzertreise am 28. Juli 1962 in Belgrad. Er wurde in einem Ehrengrab auf dem Leipziger Südfriedhof beigesetzt.

Besonders bekannt wurde Konwitschny als Dirigent der Opern von Richard Wagner und von Konzerten mit Werken von Ludwig van Beethoven, Richard Strauss, Max Reger und Anton Bruckner. (wikipedia=

Na ja und dann: ta, ta ta taaaa !

Anfangsmotiv

Ludwig von Beethoven mit seiner Sinfonie Nr. 5 C-moll Op. 67. gemeinhin als Schicksalsmelodie bekannt:

Ludwig van Beethovens 5. Sinfonie (c-Moll, Opus 67) gehört zu seinen berühmtesten Werken und ist eines der populärsten Stücke der klassischen Musik. Sie ist auch unter der Bezeichnung Schicksalssinfonie bekannt. Die Spieldauer beträgt je nach Interpretation knapp 31 bis etwas mehr als 39 Minuten.

Die ganze viersätzige Sinfonie wird vielfach mit dem prägnanten Anfangsmotiv identifiziert, mit den drei markanten Achteln auf G, denen in derselben Dynamik (fortissimo) ein langgezogenes Es folgt.

Notensatz

In der sogenannten romantischen Beethoven-Rezeption, die bis in das 20. Jahrhundert reichte, wurde Beethovens „Fünfte“ im Sinne eines Schicksalsdramas als eine musikalisch objektivierte Erzählung von Niederlage und Triumph, vom ewigen menschlichen Schicksalskampf, von Leid und Erlösung interpretiert.[2] Ähnlich wie die 9. Sinfonie mit ihrer „Ode an die Freude“ behandelt sie dieser Deutung zufolge mit ihrem per aspera ad astra, ihrem Weg durch Nacht zum Licht, von c-Moll nach C-Dur einen grundlegenden Gedanken der europäischen Kultur. Auch wenn diese Deutung in der heutigen Zeit manchmal als pathetisch angesehen wird, kann auf jeden Fall festgestellt werden, dass Beethovens Fünfte zusammen mit der 3. Sinfonie, in deren Paralleltonart sie steht, und mehr noch der 9. Sinfonie das sinfonische Schaffen des 19. Jahrhunderts maßgeblich beeinflusst hat – von Franz Schubert und Johannes Brahms über Pjotr Iljitsch Tschaikowski und Anton Bruckner bis hin zu Gustav Mahler. Sie ist außerdem eines der Werke, die sowohl den Liebhaber klassischer Musik als auch Menschen, die sonst kaum der klassischen Musik zugeneigt sind, immer wieder in ihren Bann zu ziehen vermögen, nicht zuletzt durch ihre rhythmische Kraft, die schon im Anfangsmotiv mittels des Unisono der Streicher besonders prägnant in Erscheinung tritt. (wikipedia)

Beethoven„So pocht das Schicksal an die Pforte!“ Beethovens Sekretär und Biograf Anton Schindler hat diesen Satz überliefert. Und obwohl niemand weiß, bei welcher Gelegenheit er ihn aufgeschnappt hat oder ob er ihn am Ende gar selbst erfunden und seinem Chef bloß in den Mund gelegt hat, prägt er seither das Bild Beethovens und seiner Fünften, der „Schicksals-Sinfonie“. Er passt ja auch so schön ins Bild des grimmigen Künstlergenies, das mit seiner aufkommenden Taubheit hadert und „dem Schicksal in den Rachen greifen“ will.
Worin besteht eigentlich Beethovens Genialität? Das „Klopfmotiv“ aus drei Achteln und einer Halben ist an sich ja nichts Besonderes: Haydn benutzte es schon 1765 in seiner 28. Sinfonie. Nun, die Genialität besteht darin, einen 500 Takte langen Satz ausschließlich aus diesem einen Motiv heraus zu entwickeln. Zu Beginn stellt Beethoven es einmal isoliert vor, bevor er es ineinandergreifen lässt und damit atemberaubende Konstruktionen auftürmt. Er komponiert, wie Kinder mit Bausteinen spielen. Die erste „Melodie“ beispielsweise entsteht nur durch das Aneinanderreihen des Motivs zu endlosen Achtelketten. Selbst die Begleitung des schlichten Gegenthemas gestaltet Beethoven mit dem Ausgangsmotiv. (wdr.de)

Und diese Fassung entstand zwischen dem 01. – 15. März 1960.

Und unabhängig von der mehr als suspekten Person des Dirigenten hat das Gewandhaus Orchester Leipzig hier eine furiose Einspielung vorgenommen.

Gelegentlich sogar atemberaubend … Prädikat: triumphal !

BackCover1

Besetzung:
Gewandhausorchester Leipzig unter der Leitung von Franz Konwitschny

Front+BackCoverOpera

Die westdeutsche Ausgabe auf dem Label „Opera“

Titel:
01. Allegro con brio
02. Andante con moto
03. Allegro
04. Allegro

Musik: Ludwig van Beethoven

LabelB1

*
**

LabelA+BOpera

 

Franz Konwitschny – Grosse Dirigenten der Vergangenheit (Werke von Brahms, Mozart und Beethoven) (1994)

FrontCover1Seine politischen Ansichten waren mehr als dubios (er trat bereits 1923 der NSDAP bei, da war er gerade mal 22 Jahre alt), sein Status als Stardirigent in der DDR der 50er Jahren war dennoch unumstritten.

Franz Konwitschny (* 14. August 1901 in Fulnek, Nordmähren; † 28. Juli 1962 in Belgrad) war ein deutscher Dirigent.

Konwitschny entstammte einer mährischen Musikerfamilie. Von 1920 bis 1923 nahm er zunächst Geigenunterricht an der Akademie des Musikvereins in Brünn, bevor er von April 1923 bis 1925 Schüler von Hans Bassermann (* 1888) am Konservatorium der Musik in Leipzig wurde. Während dieser Zeit war er aushilfsweise als Geiger und Bratscher im Gewandhausorchester beschäftigt. 1925 wurde Konwitschny als Bratscher Mitglied des 1894 gegründeten Fitzner-Quartetts in Wien;[1] 1927 ging er nach Stuttgart, zunächst als Korrepetitor, ab 1930 als Erster Kapellmeister am Staatstheater. Mit Beginn der Spielzeit 1933/34 wurde er musikalischer Oberleiter des Philharmonischen Orchesters Freiburg in Freiburg im Breisgau, wo er 1934 zum Generalmusikdirektor ernannt wurde. 1938 übernahm er die Position Musikdirektor und musikalischer Leiter der Oper in Frankfurt am Main.

Konwitschny trat am 1. Juli 1923 in Fulnek, Kreis Mährisch-Ostrau erstmals der NSDAP bei (Mitglieds-Nummer 2.756). Seine damalige politische Überzeugung kam auch in einer Freiburger Fidelio-Aufführung vom 1934 zum Ausdruck, wo er anlässlich von Hitlers Geburtstag SA-Männer und SA-Fahnen auf die Bühne bringen wollte, was aber von der Intendanz untersagt wurde. Andererseits dirigierte er im November desselben Jahres in einem Abonnementskonzert die Sinfonie Mathis der Maler des verfemten Komponisten Paul Hindemith. Zum 1. August 1937 trat Konwitschny erneut in die NSDAP ein (Nr. 5 508.995). Am 16. Oktober 1937 dirigierte Konwitschny bei der Schlusskundgebung der unter dem Motto „Rasse und Kultur“ stehenden 2. Badischen Gaukulturwoche vor der Rede Alfred Rosenbergs den Germanenzug von Bruckner. Im Dezember 1942 war Konwitschny Gastdirigent in der Ghetto-Stadt Łódź, wobei nach der Litzmannstädter Zeitung vom 17. Dezember 1942 der „von stärkster Vitalität getragene Musizierstil“ faszinierte.

Er wirkte auch an der Staatsoper in Hamburg und war in den Kriegsjahren 1943/44 Chefdirigent des Orchesters in Ludwigshafen, der heutigen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz.

Franz Konwitschny und Margarete Klose 1955.jpg

Franz Konwitschny und Sängerin Margarete Klose bei einem Gastspiel in Moskau (Dezember 1955)

Franz Konwitschny verstarb während einer Konzertreise am 28. Juli 1962 in Belgrad. Er wurde in einem Ehrengrab auf dem Leipziger Südfriedhof beigesetzt.

Original Cover

Besonders bekannt wurde Konwitschny als Dirigent der Opern von Richard Wagner und von Konzerten mit Werken von Ludwig van Beethoven, Richard Strauss, Max Reger und Anton Bruckner.

Sein Sohn Peter Konwitschny (* 1945) ist ein bekannter Opernregisseur. (Quelle: wikipedia)

Fest steht wohl, dass sein Tod in der Stadt Leipzig große Erschütterung ausgelöst hat …

Auf dieser CD sind seine letzten Einspielung zusammengefasst, sie entstanden 1 Monat vor seinem Tod und in der Originalveröffentlichung heißt diese CD dann auch „Die letzte Aufnahme des großen Dirigenten“

Nicht dass ich mich jetzt als wirklich guten Kenner dieser Musik ausweisen könnte: Dennoch eine für meine Ohren absolut überzeugende Aufnahmen, mit einer bestechenden Dynamik und einem z.T. atemberaubenden Klangvolumen. Kurzum: in Genuss, denn auch die Klanqualität ist beeindruckend (die Burschen von Eterna verstanden ihr Handwerk !)

Eine kleine Anekdote noch am Rande:

„Franz Konwitschny, 59, Generalmusikdirektor, Professor, Ehrendoktor, Chefdirigent der Ostberliner Staatsoper Unter den Linden und des Leipziger Gewandhaus – Orchesters, wurde in der Berliner Ausgabe der „Bild“-Zeitung durch ein wohlwollendes Konwitschny-Feuilleton („Er liebt die Musik und eine gute Küche“ – „Wunderknabe Franzl“ – „Papa Konwitschny“) nebst zweispaltigem Konwitschny-Photo geehrt, nachdem der Dirigent in Hamburg gegen „Bild“ Strafanzeige erstattete. „Bild“, das sich einige Wochen vorher mit Konwitschnys Trinkfreudigkeit beschäftigt hatte, ging einem lästigen Prozeß aus dem Wege und brachte nach einer Absprache der Rechtsanwälte die positive Konwitschny -Würdigung.“ (Spiegel 38/1960)

Ach ja, das Brahms Konzert wurde bereits 1962 (vermutlich kurz nach seinem Tode) in der DDR auf Eterna Schallplatten veröffentlicht (siehe unten).

 

FranzKonwitschny

Besetzung:
Gewandhaus-Orchester Leipzig unter der Leitung von Franz Konwitschny

Booklet1

Titel:

Johannes Brahms –  Symphonie No. 1 c-moll:
01. Un poco sostenuto – Allegro  14.00
02. Andante sostenuto 10.37
03. Un poco Allegretto e grazioso 5.12
04. Adagio – Allegro non troppo, ma con brio 18.30

Wolfgang Amadeus Mozart:
05. Adagio und Fuge c-moll KV 546 9.50

Ludwig van Beethoven:
06. Große Fuge B-Dur op. 133 17.34

CD1

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Das Brahms Konzert „Symphonie No. 1 c-moll“ auf Eterna Schallplatten, 1962