Herta Talmar + Sándor Kónya – Paganini (Franz Lehar) (Querschnitt) (1961)

FrontCover1Diese  Operette in drei Akten von Franz Lehár, Text von Knepler und Jenbach wurde am 30. Oktober 1925  uraufgeführt. Und zur Handlung lässt sich folgendes berichten:

Der berühmte Geiger Paganini lernt in einer Waldschenke Fürstin Anna, die Schwester Napoleons, kennen. Beide entbrennen in Liebe zueinander. Am Hof der Fürstin leben sie ihrer Leidenschaft. Da erfährt der Kaiser davon und droht Paganini mit Verhaftung, wenn er nicht sofort verschwindet. Anna ist entschlossen, ihrer Liebe alles zu opfern. Da zeigt ihr die eitle Sängerin Bella eine ihr selbst von Paganini gewidmete Romanze. Anna fühlt sich hintergangen. Sie überläßt Paganini seinem Schicksal. Beim Abschiedskonzert am Abend spielt Paganini so hinreißend und versöhnt damit die Fürstin versöhnt. Nach schwerem inneren Kampf trennt sich die Fürstin von Paganini und gibt ihn der Welt und seiner Kunst zurück. (Quelle: operettenfuehrer.de)

Und zwei Sänger/innen stehen im Mittelpunkt dieser Operette von Franz Lehar:

Herta Talmar (* 4. Juli 1920 in Salzburg; † 24. Juni 2010 ebenda) war eine österreichische Operettensängerin und Schauspielerin.

Herta Talmar stand im Alter von elf Jahren erstmals auf einer Theaterbühne; in der Operette Die Kaiserin von Leo Fall am Salzburger Landestheater. Ihre Gesangsausbildung erhielt sie am Salzburger Mozarteum. 1952 trat sie am Landestheater Salzburg als Gast in der Operette Ballnacht in Florenz von Edwin Burmester (Musik nach Motiven von Johann Strauß) auf; daraufhin wurde sie dort fest engagiert. Von 1952 bis 1957 war Talmar dann Ensemblemitglied am Salzburger Landestheater. Sie trat dort in zahlreichen Operettenproduktionen auf, unter anderem in Die gold’ne Meisterin (1953), Abschiedswalzer von Ludwig Schmidseder (1953, mit Hubert Marischka als Partner), Marietta von Walter Kollo (1953), Ihr letzter Walzer von Oscar Straus (1954) und im August 1956 mit Johannes Heesters in Franz Lehárs Operette Die lustige Witwe. Ab 1957 war Talmar freischaffend tätig, gab Gastspiele und sang hauptsächlich für den Rundfunk. Ihr Repertoire umfasste schwerpunktmäßig die Operette, jedoch auch das Musical, das Volkslied, volkstümliche Wiener Lieder und Schlager.

HertaTalmarBekannt wurde Talmar insbesondere durch ihre zahlreichen Operettenquerschnitte, die in den 1950er und 1960er Jahren entstanden und exklusiv bei Polydor auf Schallplatten veröffentlicht wurden. Aufgenommen wurde fast das gesamte, gängige Operettenrepertoire, unter anderem Wiener Blut, Der Bettelstudent, Gasparone, Der Vogelhändler, Die lustige Witwe, Der Graf von Luxemburg, Der Zarewitsch, Das Land des Lächelns, Paganini, Die Csárdásfürstin, Gräfin Mariza, Die Zirkusprinzessin, Die Dollarprinzessin, Ein Walzertraum, Der Vetter aus Dingsda, Schwarzwaldmädel, Im weißen Rößl, Saison in Salzburg, Viktoria und ihr Husar und Die Blume von Hawaii. Talmar sang in diesen Aufnahmen, unter der musikalischen Leitung des Operettendirigenten Franz Marszalek, stets die Sopran-Partie mit wechselnden Tenor-Partnern wie Sándor Kónya, Fritz Wunderlich, Franz Fehringer und Reinhold Bartel; weitere Interpreten waren häufig Peter Alexander, Willy Hofmann, Rita Bartos und Renate Holm. Darüber hinaus entstand in den 1950er Jahren bei Polydor eine Reihe von sog. Komponistenbildern. Hier bildete Herta Talmar oft ein Sängerpaar mit Herbert Ernst Groh. Mit dem Orchester Kurt Edelhagen wurde auch ein Querschnitt des Musicals My Fair Lady produziert, in dem Talmar allerdings nur die Lady Eliza sang, während das Blumenmädchen Eliza von der Kabarettistin und Diseuse Cissy Kraner interpretiert wurde.

Talmar nahm in den 1950er und 1960er Jahren beim Rundfunk zahlreiche Gesamtaufnahmen von Operetten und musikalischen Lustspielen auf, meistens beim Westdeutschen Rundfunk mit Franz Marszalek. Unter der musikalischen Leitung von Marszalek entstanden Operettengesamtaufnahmen wie Der fidele Bauer (1954), Die Försterchristl (1955), Ein Walzertraum (1954), Adrienne (1956), Gasparone (1956) und Auf der grünen Wiese von Jara Beneš (1959). Aufgrund ihrer angenehmen Sprechstimme und ihres schauspielerischen Talents übernahm Talmar immer auch die Sprechrolle der jeweiligen Partie; häufig wurden in vergleichbaren Produktionen für Sänger und Schauspieler getrennte Interpreten verpflichtet. Daneben wurden unzählige Einzeltitel aus Operetten aufgenommen. Darunter finden sich viele Raritäten.

Talmars Rundfunkaufnahmen beim Westdeutschen Rundfunk wurden, soweit sie erhalten sind, in den letzten Jahren weitgehend, teilweise auch auf mehreren Labels (Line Music, Membran, Hamburger Archiv für Gesangskunst), auf CD veröffentlicht. 1958 entstand beim Westdeutschen Rundfunk mit Talmar auch eine Aufnahme von Lehárs Die Lustige Witwe mit Fred Liewehr als Danilo.

HertaTalmar2Im Februar 1955 entstand beim Bayerischen Rundfunk eine Rundfunkaufnahme des musikalischen Lustspiels Das kleine Café von Robert Stolz, in dem Talmar neben Christl Mardayn und Peter Alexander sang. Im Juli 1955 folgte mit Talmar, ebenfalls beim Bayerischen Rundfunk in München, ein musikalisches Potpourri mit Musik aus dem Film Die Deutschmeister; unter der musikalischen Leitung von Robert Stolz sangen neben Talmar die Tenöre Herbert Ernst Groh und Ferry Gruber. Ende 1955 entstand in Wien beim Österreichischen Rundfunk eine Aufnahme der Operette Venus im Grünen von Oscar Straus, in der Waldemar Kmentt Talmars Tenor-Partner war.

In den 1960er Jahren wirkte Talmar bei einigen Operettenverfilmungen (Die Kaiserin, Der Vetter aus Dingda, Der Bettelstudent, Gasparone, Paganini, Eine Nacht in Venedig) mit, die für das Fernsehen entstanden. Sie lieh dabei ihre Gesangsstimme unter anderem den Schauspielerinnen Gerlinde Locker, Birgit Bergen und Gardy Granass.

Nach Beendigung ihrer Gesangskarriere Mitte der 1960er Jahre trat Talmar als Schauspielerin auf, unter anderem 1968 am Münchner Volkstheater. Talmar lebte zuletzt in Salzburg, wo sie im Juni 2010 kurz vor ihrem 90. Geburtstag verstarb. (Quelle: wikipedia)

Und dann war da noch der Sándor Kónya:

Sándor Kónya (* 23. September 1923 in Sarkad; † 20. Mai 2002 auf Ibiza) war ein ungarischer Opernsänger und Hochschullehrer.

Kónya studierte Gesang zunächst bei Ferenc Székelyhidy an der Franz-Liszt-Akademie in Budapest. Das Studium hat er sich über eine Arbeit beim Schlachthof finanzieren müssen. Im Zweiten Weltkrieg wurde er ungarischer Soldat. Nach Kriegsende 1945 kam er nach Westdeutschland und wurde mit anderen ungarischen Soldaten im Internierungslager Hamm gefangen gehalten. In Ostbevern gab er 1946 in der Gaststätte Sendker mit einer kleinen ungarischen Varieteegruppe einen bunten Abend. Der Volksschullehrer Anton Giesert und Alfons Lehmkuhle sprachen ihn, durch einen Begleitoffizier, der dolmetschen musste, wegen seines Talentes an. Sie prophezeiten ihm, dass er mal Wagner-Arien singen könne.

SandorKonya01„Da reifte in Giesert und mir der Gedanke, einem so jungen Talent zu helfen. […] Wir rieten Kónya, er solle bei passender Gelegenheit aus dem Hammer Internierungslager fliehen und dann zu uns nach Ostbevern kommen. Eines Tages stand er als „Flüchtling“ vor der Tür. Wir nahmen ihn auf, und er half in der Landwirtschaft und verrichtete gekonnt alle anfallenden Arbeiten.“ (Alfons Lehmkuhle)

Da der Rücktransport nach Ungarn drohte, nutzte er eine günstige Gelegenheit zur Flucht und lebte als Displaced Person illegal in Ostbevern und lernte dort Deutsch. Heinz Dressel dem er in Münster vorsang, vermittelte ihn an den Gesangspädagogen Professor Frederick Husler in Steinhude, auf dessen Grundstück er sich zunächst häuslich niederließ und auch seine Frau Anneliese kennenlernte. So setzte er seine Gesangsausbildung ab 1946 an der Nordwestdeutschen Musikakademie Detmold bei Professor Husler fort.

Die erste Karrierestation des jungen lyrischen Tenors war Bielefeld, wo er einige Jahre blieb. Dort debütierte er 1951 als Turiddu in der Oper „Cavalleria rusticana“. Dort sang er auch später seinen ersten Lohengrin mit riesigem Erfolg. Einige Jahre lang trat er unter dem Namen Alexander Kónya auf. 1955 gelang ihm der Sprung an die Städtische Oper in Berlin. Es dauerte nicht lange und er sang auch als Gast in Hamburg, München und Stuttgart. 1958 holte Wieland Wagner ihn als „Lohengrin“ nach Bayreuth, den er noch und wie kein anderer, mit lyrischem Ansatz sang, wofür er Weltruhm erlangte. Sandor Konya gestaltete diese Titelpartie in Richard Wagners Oper im Laufe seiner weltweiten Karriere in mehr als 300 Aufführungen. Seine Stimme entwickelte sich langsam zum lyrischen Heldentenor. Die Stimmfarbe dunkelte nach, behielt aber ihre Strahlkraft und Fülle. Im Rahmen der Bayreuther Festspiele übernahm er auch die Rolle des Walter von Stolzing in Wagners Die Meistersinger von Nürnberg und, 1960, den Parsifal. Im selben Jahr gab Konya sein Debüt an der Mailänder Scala und ein Jahr später an der New Yorker Met.

SandorKonya02Die Ausdruckskraft seiner Stimme ist dokumentiert auf vielen Platten und CDs. Das gilt auch für eine Reihe von Operettenaufnahmen der Firma Polydor. Unter dem Dirigat von Franz Marszalek sang Kónya die dankbaren Tenorpartien in „Das Land des Lächelns“, „Paganini“, „Ein Walzertraum“, „Die Fledermaus“, „Der Zigeunerbaron“, „Wiener Blut“ und „Viktoria und ihr Husar“. Das italienische Fach spielte Konya zum großen Teil damals auf Deutsch ein, wie es seinerzeit üblich war.

Im späteren Verlauf seines Lebens hat Sándor Kónya sein Können und seine Erfahrungen als Professor an der Stuttgarter Musikhochschule an viele junge Sängerinnen und Sänger weitergegeben.

Lange Zeit hatte er seinen Wohnsitz in Steinhude am Steinhuder Meer.

Auf Ibiza, wo er die letzten Jahre seines Lebens verbrachte, war er Mitbegründer und Präsident des Kulturvereins „Pro Arte“, der wesentlich zum Aufbau einer klassischen Musikkultur auf Ibiza beigetragen hat.

Im Alter von 78 Jahren starb er auf Ibiza. (Quelle: wikipedia)

Tja, zwei Biogaphien von Operetten/Opernsängern aus der 2. Reihe, denn einen Status wie ihn z.B. Anneliese Rothenberger oder Rudolf Schock hatten, erreichten sie nie.

Hier aber nun der allseits beleibte Queschnitt einer ach so tragischen Operette und mit Titeln wie „So ein Mann ist eine Sünde wert“ oder „Gern hab‘ ich die Frau’n geküsst“ kann man sich auf eine anrüchig-frivole Operette freuen.

AlternativesFront+BackCover

Alternatives Front+BackCover aus dem Jahre 1964

Besetzung:
Sándor Kónya (vocals)
Herta Talmar (vocals)
+
Grosser Chor und Grosses Operetten-Orchester unter der Leitung von Franz Marszalek

BackCover1

Titel:
01. Einleitung + Schönes Italien 2.27
02. Wenn ich spiel‘ 1.31
03. So ein Mann ist eine Sünde wert 0.56
04. Niemand liebt dich so wie ich 2.11
05. Gern hab‘ ich die Frau’n geküsst 3.13
06. Wer will heut‘ nacht mein liebster sein 1.16
07. Deinen süssen Rosenmund 0.53
08. Liebe, du Himmel auf Erden 2.12

Musik: Franz Lehár
Text: Paul Knepler und Bela Jenbach

LabelB1

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