Crazy Chris Kramer – Chicago Blues (2010)

FrontCover1Also, dieser Crazy Chris Kramer ist schon wirklich ne ganz besondere Erscheinung in der deutschen Blues-Szene:

Christian „Chris“ Kramer (* 1970 in Marl) ist ein deutscher Bluesmusiker.

Kramer lernte von seinem Vater die ersten Töne auf der Harp. Mit 18 Jahren begann er dann als Bluesmusiker aufzutreten. Zunächst mit der Harp, später auch als Sänger und Gitarrist. Mit der Gründung der Gruppe „Crazy Chris Kramer and his Groovehands“ (mit dem Violinisten Bernd Kullack, dem Bassisten Wolfgang Engelbertz und dem Gitarristen Mirko van Stiphaut) erfüllte er sich einen Traum von einer stilistisch offenen Band. Sie präsentierten dem Publikum unterschiedliche Stile und Rhythmen und verbanden Musikrichtungen wie Blues, Funk, Bossa Nova, Klezmer, Jazz, Zigeunerswing, Country, Bluegrass sowie originelle Coverversionen von Pop- und Rockklassikern miteinander.

Kramer trat in mehreren unterschiedlichen Besetzungen auf. Mit Christoph John trat er als das Blues-Duo Bluebyrds auf. Er arbeitete auch mit den Gitarristen Manfred Portugall und Dirk Edelhoff und dem Schlagzeuger Josef Kirschgen zusammen.

2010 nahm ihn Peter Maffay mit auf seine Jubiläums-Tour „Tattoos 2010/2011“ und auch auf dem dazugehörigen Album ist Kramers Harp zu hören.

KramerChris Kramer hat bisher vier Fachbücher für das Harp-Spiel geschrieben und bei einem Buch über das Erlernen des Didgeridoo-Spiels mitgeschrieben. Kramer hat 17 Jahre lang Harp-Workshops gegeben und dabei etwa 12.000 Menschen das Mundharmonikaspiel beigebracht. (Quelle: wikipedia)

Und 2010 brachte er dann ein weiteres Album heraus, das einerseits traditionellen Chicago-blues auf höchstem Niveau darbot aber andererseits auch mit deutschen Texten glänzte … und seine Crew ist bemerkenswert !

Das Internet_Magazin „Rocktimes“ schreibt über dieses Album dann auch folgendes:

Mit …unterwegs hat der Harper ‚Crazy‘ Chris Kramer aus dem »Ruhr-Gebeat«, wie er es lieber nennt, eine weiteren großen Schritt in seiner Karriere gemacht. Beim Deutschen Rock und Pop Preis hatte er es gleich in mehreren Kategorien geschafft, aufs Treppchen zu kommen: Gold in der Sparte bester Instrumentalsolist und Silber für das beste Blues-Album sind die Spitzenpositionen.
»Es mag verrückt klingen, aber je mehr ich mich von meinen Vorbildern löste und je stärker mein eigenes Profil wurde, desto größer wuchs der Wunsch in mir eine wirklich traditionelle Blues Platte aufzunehmen.«

Dann hat es der Dortmunder Harper perfekt gemacht, denn er ist für die Aufnahmen nicht nur nach Amerika gereist, sondern hat mit Pinetop Perkins, Willie ‚Big Eyes‘ Smith sowie Bob Stroger eine schillernde Begleitband für seinen „Chicago Blues“ ausgesucht. Allesamt Leute, die mit Muddy Waters groß wurden oder bei ihm gespielt haben. In einem Atemzug muss auch der Vertreter an der Gitarre genannt werden: Frank Karkowski. Hinzu kommt noch, dass auf Mick Taylor in die Saiten greift und Riley Osborne (Mike Morgan, Guitar Shorty, Townes Van Zandt) einmal die Orgel spielt.

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Für „…unterwegs“ war Kramer schon viel auf Achse und so gibt es jetzt ein schönes Wiederhören mit zwei guten Bekannten: „Es gibt gut, besser und es gibt mich“… selbstbewusst nimmt sich der Protagonist aufs Korn und man lässt es grooven bis dort hinaus. In „Ich beiß mich da jetzt durch“ geht es mit dem typisch stampfenden Chicago Blues zur Sache. Dieser Karkowski ist ein hervorragender Gitarrist im Umfeld dieser Produktion, die ja mehrere Generationen von gestandenen Bluesern zusammenbringt.
Los geht der brillante Reigen mit einem Instrumental namens „Harp Boogie“.
Nein, der Kramer ist hier nicht alleine zugange. Die erfahrenen Begleiter sind natürlich auch mit von der Partie und dass hier der Boogie auf geschickte Weise entstaubt wird, ist sonnenklar. Ein weiterer Song ohne Gesang macht ebenfalls Laune. Der für die Rhythmusabteilung bekannte Groove wird durch einen leckeren Shuffle getauscht. Im Slow Blues „Jedesmal“ sitzt zunächst Perkins im Spotlight. Sein Solo ist zugleich perfekt und irgendwie cool. Kramer lässt sich danach auch nicht lumpen und brilliert auch mit tollem Bending. Noch hält sich Karkowski im Hintergrund auf. Die Dinge ändern sich, seine Person betreffend allerdings ziemlich schnell. „Ich bat um einen Kuss zum Abschied“ rockt nicht nur, sondern hat abermals einen hinreißenden Groove. Nach einem furiosen Kramer-Solo kommt der Gitarrenmann zu Wort. Unglaublich, was dieser Musiker drauf hat! Auf diesem Album passt einfach alles zusammen…

Aus der Geschichte heraus definieren Künstler wie Perkins, Smith sowie Stroger den Blues und gemeinsam mit dem Harper und Sänger als auch Karkowski ist ein überragendes Ergebnis dabei heraus gekommen. In Kramers Texten geht es um vielschichtige Beziehungskisten und den Mann könnte man auch als Frauenversteher bezeichnen. Ein weiterer Slow Blues wie „Die Frau von meinem Vermieter ist krank“ mag das belegen. Zu Ehren des Chicago Bluesers Muddy Waters gibt es auf der Platte noch einen Bonus Video Track mit dem Titel „Manish Boy“. Den hätte ich gerne gesehen, allerdings befindet sich das Video nicht im Inhaltsverzeichnis der CD.
Scherz und Schmerz gehen beim Kramer ebenfalls zusammen. Der Akzente setzende „Froschkönig Blues“ groovt abermals toll und schon gehört diese Nummer zu meinen Lieblingen auf „Chicago Blues“. Highlights gib es en masse. Allerdings setzen Kramer & Co. mit „Viel zu lang gewartet“ ein dreifaches Ausrufezeichen. Diese Ballade ist eine Offenbarung der Gefühle. Dazu bedient sich Kramer der chromatischen Mundharmonika und im längsten Track der Platte ist dann auch sein Solo sehr ausladend.

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Mit „Chicago Blues“ hat sich ‚Crazy‘ Chris Kramer einen Traum erfüllt. Traumhaft gut ist das Album geworden und mit Stuart Sullivan saß eine Koryphäe hinter der Scheibe des Aufnahmeraums. Er stand schon in Diensten für Musiker wie Angela Strehli, Sue Foley, Duke Robillard, Candye Kane, Jimmy Rogers, Smokin‘ Joe Kubek oder den Butthole Surfers. Dieses Album ist nichts anderes als eine dicke Empfehlung. (Joachim ‚Joe‘ Brookes)

KramerPerkins

Pinetop Perkins & Crazy Chris Kramer

Besetzung:
Frank Karkowski (guitar)
‚Crazy‘ Chris Kramer (harmonicas, vocals)
Pinetop Perkins (piano)
Willie ‚Big Eyes‘ Smith (drums)
Bob Stroger (bass)
+
Riley Osborne (keyboards bei 12.)
Mick Taylor (guitar bei 05. + 11.)

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Titel:
01. Harp Boogie (Kramer) 2.41
02. Jedesmal (Kramer) 4.02
03. Ich bat um einen Kuss zum Abschied (Dulisch/Kramer) 4.00
04. Es gibt gut, besser und es gib mich (Kramer) 4.30
05. Die Frau von meinem Vermieter ist krank (Kramer) 5.37
06. Darf ich bitten Kramer) 3.16
07. Froschkönig Blues (Dulisch/Kramer) 3.37
08. Was geschehen ist, ist geschehen Kramer) 4.45
09. Ich beiss mich da jetzt durch (Kramer) 3.24
10. Ich sitz hier und warte (Kramer) 3.24
11. Ich wach heut morgen auf (Kramer) 4.32
12. Viel zu lang gewartet (Dulisch/Kramer) 7.08

Bonus Video-Track:
Manish Boy (Muddy Waters) (nicht im Päckchen enthalten)

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