Dieter Kropp & The Fabulous Barbeque Boys – Herzensbrecher (2005)

FrontCover1Man mag es erstmal gar nicht glauben: Blues-Maniac Dieter Kropp ist jetzt seit bald über 30 Jahren als Bluesmusiker in deutschen Landen unterwegs.

Hier seine Biographie, so wie er sie selbst wohl sieht:

Die Liebe zur Musik und ganz speziell zum Rock’nRoll, Rhythm’n’Blues und Blues brachte den 1961 in Barntrup/Lippe geborenen Dieter Kropp zur Mundharmonika. Seit 1986 Profi, wurde er schon früh als „einer der besten deutschen Blues Harp-Spieler“ bezeichnet.

CD-Veröffentlichungen wie „Red Hot Cookin’“ – eingespielt mit US-Band – brachten Kropp auch internationale Reputation. Als Protagonist in Sachen Blues war er von Januar 1991 bis Juni 2004 Moderator einer monatlichen Blues Radio Show für RADIO BREMEN. Seit 1989 vermittelt er seine instrumentalen Fertigkeiten in zahlreichen Blues Harp-Workshops. Anfang der 1990er Jahre erschien im Hohner Verlag das Lehrwerk „Blues Harping“.

2006 veröffentlicht der renommierte Bonner Voggenreiter Verlag „Dieter Kropp’s Blues Harp Songbook“. 2009 folgt die „Blues Harp Schule“. „In Anbetracht seines hervorragenden musischen Schaffens auf dem Gebiet der Bluesmusik“ ist Dieter Kropp 1995 mit dem Kulturpreis des Landesverbandes Lippe ausgezeichnet worden.

Seine CD „Herzensbrecher“ wurde von den Platten-Kritikern des bluesnews-Magazins als „Bestes nationales Blues Album des Jahres“ ausgezeichnet. Das aktuelle Album «Schönen Gruß vom Blues!» wurde im Veröffentlichungsjahr 2010 zum «Besten Rhythm’n’Blues Album» (Deutscher Rock und Pop Preis) gewählt und in 2011 nominiert für einen ersten Preis beim German Blues Award.

Der erste Preis in der Kategorie «Bestes Blasinstrument» beim Deutschen Rock und Pop Preis 2010 sowie die regelmäßigen Nominierungen in der Kategorie „Best European Blues Harmonica Player“ bei den TROPHEES FRANCE BLUES, untermauern es: „Einer der interessantesten, kompaktesten europäischen Harpspieler. Kraftvoll, stilecht und fantasievoll.“

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Und hier sein Album „Herzensbrecher“ das ihm damals, also 2005 zumindest ein wenig (verdiente) Aufmerksamkeit einbrachte … Die Fachpresse jedenfalls stand Kopf:

“[…] Die Texte sind dabei metrisch sauber, amüsant und gekonnt formuliert sowie thematisch klar – so zu texten ist eine Kunst, die wahrlich nicht jedem gegeben ist, weswegen die meisten sich bei deutschen Texten im Blues zu Recht mit Grausen abwenden. Hier jedoch ist der Nagel in jeglicher Hinsicht so voll auf den Kopf getroffen, dass man vielleicht sagen darf: Das ist in der Tat die erste echte deutsche Bluesscheibe aller Zeiten geworden – brillant gespielt, mit einem sehr amüsanten Cover versehen und zudem mit Leichtigkeit und Humor gesungen. […]“

Dieter Kropp ist witzig, virtuos, authentisch. Der Entertainer und Blues Harp – Spieler aus dem Westfälischen legt mit seinem deutschsprachigen Album “Herzensbrecher” ein großartiges Werk jenseits enger stilistischer Schubladen vor: Die selbstironischen Texte der CD kombiniert Kropp mit Rock ‘n’ Roll, Blues, Country & Rockabilly vom Feinsten.

Dieter Kropp hat sich in den letzten zehn Jahren vom Szene-Tipp durch ständige Live-Performance und Plattenproduktionen zum Allround-Sänger und Musiker entwickelt, der es versteht mit seinen “Fabulous Barbecue Boys” jeden Saal zum Kochen zu bringen.

Michael von Merwyk

Michael von Merwyk

Erinnerungen kommen auf an die unbändige Energie des frühen Westernhagen oder die lässige Schnoddrigkeit, mit der Lindenberg oder Grönemeyer ihren Weg begonnen haben.

Mit seinem ureigenen Timbre und seiner unglaublichen Virtuosität auf der Blues Harp und dem damit verbundenem Quentchen Extravaganza macht Kropp auf diesen 14 Tracks ganz “sein eigenes Ding” – unterhaltsam und respektlos an allen flüchtigen Musiktrends vorbei.“ (bluesnews magazin)

“Blues aus Deutschland kommt oft wie ein Versuch daher, authentischer als die Vorbilder aus den USA zu klingen. In Schweden oder Frankreich gibt es viele gelungene Beispiele, den Sound des Blues mit einheimischer Sprache zu verbinden. Und bei uns? Gut. Es gab und gibt Das Dritte Ohr. Der Band um Udo Wolff und Tom Schrader gebührt der Verdienst, erstmals US-amerikanische Bluestexte ins Deutsche übertragen zu haben. Und es gibt Dieter Kropp. Der Ostwestfale, Harmonica-Lehrmeister und Bandleader, wurde in der Vergangenheit für seinen wenig überzeugenden englischen Gesang kritisiert. Und nun zieht er die einzig richtige Konsequenz, verabschiedet sich von der englischen Sprache und schreibt und singt: deutsch. Was ich schon immer an Dieter mochte (neben seiner schlicht überragenden Harmonicatechnik) war sein ostwestfälischer Humor und die Fähigkeit, auch sich selbst ‘hochnehmen’ zu können. ‘Herzensbrecher’ ist die logische Fortsetzung seines musikalischen Weges. Technisch auf hohem Niveau, begleitet von seinen exquisiten und langjährigen Kollegen, dazu gelegentlich unterstützt von einem großen Bläsersatz, gelingt ihm lässig der gewagte Spagat zwischen der scheinbaren Ernsthaftigkeit des Blues und seinen persönlichen Texten. Auszug: ‘Härte zehn, Härte zehn. Du küsst mich ab und lässt mich steh’n.’ Geht doch, das mit dem Blues auf Deutsch. Gut gemacht, Dieter!” (Detlev Hoegen)

Kleiner Anspieltipp: „Straßenköter“ !

Man kann sich einfach nur wünschen … dass solche Hochkaräter weiterhin ihr Handwerk treiben …

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Besetzung:
Thomas Bornemann (drums)
Harald Fricke (bass)
Dieter Kropp (vocals, harmonica)
Michael van Merwyk (guitar)
+
Steve Thomas Erickson (drums)
Anatole Gomersall (saxophone)
Felix Janosa (keyboards, tambourine)
Jeremy E. Johnson (guitar)
Christoph Leo (trombone)
R.J.Mischo (harmonica)
Andrea Porten (background vocals)
Kurt Studenroth (saxophone)
Scot Sutherland (bass)

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Titel:
01. Elvis Autogramm 2.18
02. Herzensbrecher 2.35
03. Bouletten, Bier und Blues 3.08
04. Anspruchsvoll 4.13
05. Straßenköter 3.06
06. Sittich 3.29
07. Enge Buxen 2.22
08. Härte zehn 2.29
09. Mister Blues 2.51
10. Mein kleines Girl 2.42
11. Du raubst mir all meine Sinne 2.51
12. Gut, dass wir drüber gesprochen haben 3.30
13. Hömma hol Polizei 3.00
14. Springinsfeld 4.13

Musik: Dieter Kropp
Text: Felix Janosa

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Dieter Kropp – Eine schöne Bescherung (2012)

FrontCover1Und nun zum Abschluß meiner diesjährigen Advents- und Weihnachtpräsentationen ein ganz besonderes Schmankerl:  „Süßer die Glocken nie klingen“ auf der Blueshhamonika intoniert !

Und das ist nicht der einzige Knaller auf diesem quietschfidelen Weihnachts-Album. Da gibt es dann noch „O Tannenbaum“ als Rock N Roll Schmachtfetzen … und dann noch „Schneeflöckchen, Weißröckchen“, „Morgen, Kinder, wird’s was geben“ und natürlich ist auch „Stille Nacht, Heilige Nacht“ (als Blues-Instrumental) zu hören …

Hier weitere Gedanken zu dieser CD:

Sie alle haben es getan – von Elvis bis zu Billy Idol, und da darf Lippes Schmalztolle Nummer Eins natürlich nicht fehlen: Dieter Kropp hat eine Weihnachts-CD gemacht. „Eine schöne Bescherung …“ lautet der Titel.

Inlet02AIm Booklet erklärt Kropp direkt seine ganz persönliche Beziehung zu Weihnachtsplatten. Da gab es zunächst die, die in der Familie aufgelegt worden sind – und bald schon fand Klein-Dieter, früh infiziert vom Rock’n’Roll-Virus, heraus, „dass so ziemlich alle Künstler, die ich mochte und schätzte, schon mal Weihnachtsplatten gemacht hatten.“ Später auch Götz Alsmann & The Sentimental Pounders. Und damit gelangt man direkt zum Kropp von heute, dem adventlich gestimmten, der deutsch singt und es dazu ganz uramerikanisch swingen lässt.

Viele Gastmusiker waren bei den Aufnahmen dabei: Mickey Meinert spielte Gitarre, Zacky Tsoukas auf einem Stück die Drums, Anette Gebauer singt mal mit – präsent sind ansonsten häufig Bläser-Sektionen, die Tom Müller arrangierte, und flotte Doo-Wop-Chöre, die Peter-Andreas Stolle organisiert hat.

Zu hören gibt es Klassiker wie „Süßer die Glocken nie klingen“, „Schneeflöckchen, Weißröckchen“, „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „Oh Tannebaum“ sowie moderne Klassiker wie „Rockin’ Around The Christmas Tree“ in der deutschen Version als „Wir tanzen um den Tannenbaum“, was auch für „Weißer Winterwald“ („Jingle Bells“) gilt, und Stücke aus der Feder von Mickey Meinert („Schöne Bescherung“) sowie Götz Alsmann („Der Weihnachtsumtausch“). Einige Nummern spielt Kropp als Instrumentals auf der Blues-Harp.

BookletFrontCover1Gut, gleich zum Auftakt klingt er da mit Glockengeläut bei „Süßer die Glocken…“ und beim Rauswerfer „Stille Nacht…“ arg traditionell, aber das ist gewollt, und man darf sich nicht davon in die Irre führen lassen. Dazwischen aber swingt es wie beim Brian-Setzer-Orchestra mit saftigen Bläsersätzen, da jammert Meinerts Slide-Gitarre mit Kropps Harp um die Wette. Stilistisch gibt es Swing, Blues, Country, Tex-Mex-Mambo und Rockabilly auf die Ohren – alles gespielt von versierten Musikern, und da ist das Lauschen schon eine wahre Freude. Ein Weihnachtsprogramm, das Spaß macht. (Sven Koch)

Eine weitere, ganz ausführlich Besprechung von Christian Reder habe ich dieser Präsentation beigelegt.

Also: ein ganz spezielles, besonderes Weihnachts – Album, das ich – kurz vor dem Ende meiner weihnachtlichen Entdeckungsreise durch deutsche Klänge dieser Art keinem vorenthalten wollte.

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Besetzung:
Dieter Kropp (vocals, harmonica)
Micky Meinert (guitar)
Jochen Reich (drums, percussion)
Dirk Vollbrecht (bass)
+
Annete Gebauer (background vocals)
Stefan Gössinger (trumpet)
Martin Grünzweig (trombone)
Dennis Koeckstadt (piano)
Achim Meier (organ)
Tom Müller (saxophone)
Peter Andreas Stolle (background vocals)
Athanasios Tsoukas (drums)

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Titel:
01. Süßer die Glocken nie klingen (Traditional) 1.54
02. Ein kleiner weißer Schneemann (Jingle Bells) (Piermont/Twardy) 2.04
03. Weißer Winterwald (Winter Wonderland) (Bernard/Schwielow) 2.10
04. Schöne Bescherung (Meinert) 2.48
05. Frohe Weihnacht, Baby (Meinert/Vollbrecht/Reich/Kropp/Janosa) 3.30
06. Schneeflöckchen, Weißröckchen (Traditional) 2.47
07. Morgen, Kinder, wird’s was geben (Hering/’Bartsch) 3.27
08. Oh Tannenbaum, Oh Tannenbaum (Traditional/Zarnack/Anschütz) 2.19
09. Weiße Weihnacht (White Christmas) (Berlin/Balz) 4.02
10. Leider nur ein Traum (Janosa) 2.58
11. Der Weihnachtsumtausch (Alsmann/Striepens) 3.03
12. Sonderangebote (Janosa/Kropp) 4.01
13. Rockin‘ Around The Christmas Tree (Wir tanzen um den Tannenbaum) (Marks) 2.36
14. Stille Nacht, Heilige Nacht (Gruber) 3.40

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