Projektgruppe Evaluation (Arbeitskreise Frauen im Museum der Arbeit) – Ansichtssache – Zur Wirkungsweise des Ersten Hamburger Frauenwandbildes (1992)

Frauenwandbild01AOkay, okay, Titel wie der Name der Autorinnengruppe sind arg sperrig, das ändert aber nichts daran, dass in Hamburg 1989 ein spannendes Projekt angestossen wurde, das bis heute seine Kreise zieht. Die Rede ist vom „ersten Hamburger Frauenwandbildes“, das dann Um was geht´s da eigentlich ?

„Vorgängerin der FrauenFreiluftGalerie war das 1994 abgerissene Erste Hamburger Frauen-Wandbild zum Thema „100 Jahre Frauenarbeit im Hafen“ mit anfangs 1.000 qm Wandfläche. Es wurde 1989 im Rahmen des Museums der Arbeit vom „Arbeitskreis Frauen im Museum der Arbeit“ an der Nordfassade des sog. Fischmarktspeichers, ein ehemaliger Getreidespeicher, in der Großen Elbstraße 39, realisiert.

Der Anlass für das Wandbild waren die für das Jahr 1989 geplanten Feierlichkeiten zum 800. Hafengeburtstag. Dafür wollte der Arbeitskreis ein Gemälde visualisieren, das Unsichtbares sichtbar werden lässt, nämlich die bis dahin meist unbeachteten Tätigkeiten und Berufe von Frauen im Hafen, einem als „Männerdomäne“ geltenden Bereich.

Als Bilder der anderen Hälfte der Hafenwelt sollte eine gemalte Collage an einer Mauer direkt im Hafen Bild-Szenen hafenbezogener Frauenarbeit in den öffentlichen Blick rücken.

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Wandbild von 1989

Für dieses umfangreiche Unterfangen hatte sich der Arbeitskreis Frauen im Museum der Arbeit drei Jahre zuvor, im Jahr 1987, erweitert auf über zwanzig Frauen zwischen 25 und 77 Jahren, unter ihnen Historikerin, Rentnerin, Studentin, Hausfrau, Sozialwissenschaftlerin, Büroangestellte, Medienfrau wie Grafikerin, Filmemacherin, Malerin. In Art einer interdisziplinären Frauen-Geschichtswerkstatt in Kooperation mit dem in Gründung befindlichen Museum der Arbeit wurde geforscht, recherchiert, künstlerisch gearbeitet und um den attraktiven Standort des Wandgemäldes am Fischmarkt gerungen.

Die Gruppe definierte ihre Arbeit als Frauen-Forschungs-Kultur-Politik-Projekt. Denn es galt zum einen, die unbekannten Ecken der Stadtgeschichte auszuleuchten und zu bearbeiten, war doch weibliche Wirtschaftskraft im Hafen Mitte der 1980er ein kaum erforschtes Feld. Zum anderen war die geplante Umsetzung der Recherche-Ergebnisse in ein Wandgemälde eine Novität.

Eingebettet in die damals virulenten Ideen der feministischen Platzgewinnung im öffentlichen Raum, verstand sich das Wandbild-Projekt als ein Experiment einer Open Air-Einschreibung  bzw. -„Einmalung“ von Bildern, die in der Stadt über Frauenalltag und von Geschlechterverhältnissen erzählen. Auch eingedenk der Praxis des Künstlers Josef Beuys, Forschung und Kunst nicht nur als wissenschaftlichen und ästhetischen, sondern auch als sozialen Prozess zu begreifen.

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Einige Frauen aus dem Arbeitskreis
„Frauen im Museum der Arbeit“

Besonders deutlich wurde dies, da die Recherchen keineswegs nur in Archiven stattfanden, sondern als Oral-History-Recherche an den Arbeitsorten selbst: So kamen über 100 Interviews mit Zeitzeuginnen zusammen, die einst und jetzt im Hafen ihr Geld verdienten, aber auch mit „unsichtbarer“ Arbeit in Familie oder Haushalt dafür sorgten, dass auch im Hafen alles rund läuft.

Schon während der frühen Recherche-Phase stieß die Hamburger Malerin Hildegund Schuster zur Projektgruppe. Zwei weitere Künstlerinnen, Wiebke Hohrenk  und Gisela Milse, kamen später zum Malen des Bildes Anfang 1989 hinzu.

In knapp drei Monaten gelang den Malerinnen das 1.000 qm-Werk. Zuvor hatte der Arbeitskreis Frauen im Museum der Arbeit öffentlich zum „Fest des Ersten Pinselstrichs“ im großen Kreis von Zeitzeuginnen und Unterstützern am 1. Mai 1989 geladen, ein gut besuchter Auftakt der Malarbeit und zugleich den Maifeierlichkeiten eine besondere Note verleihend. Und im Sommer gab die freie Sicht auf das fertige Gemälde Anlass für das „Entrüstungsfest“ am 29. Juli 1989.

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Das Frauen-Forschungs-Kultur-Politik-Projekt  kann republikweit als Experiment und als Novität gelten: zwischen Zustimmung und Widerspruch á la „Feministischer Realismus“, auf alle Fälle war es Gesprächsanlass in der Stadt und weit über Hamburg hinaus.“ (Quelle: frauenfreiluftgalerie.de)

1993 erfolgte dann die Erstellung des zweiten Hamburger Frauenwandbildes usw. Und heute gibt es das Projekt „Frauen FreiLuftGalerie“, das sich ganz sicher bunesweit einen guten Namen gemacht hat.

Aber zurück zum eigentlichen Projekt: Als dieses dann erfolgreich abgeschlossen wurde, etablierte sich eine Projektgruppe Evaluation, die sich an die Arbeit machte, die „Wirkungsweise“ dieses damals einmaligen Projekt zu erforschen.

Herausgekommen ist dann dieser Band (54 Seiten) in dem ausführlich und detailliert über Entstehungsgeschichte sowie das Ergebnis einer ausführlichen Befragung. Befragt wurden 82 Männer und Frauen, die das Wandbild mindestens einmal gesehen haben. Man kann vielleicht einwenden, dass diese Probndengruppe ein wenig klein ist, zumal bei einem Bild, das öffentlich mehr als leicht zugänglich war.

Ändert aber nichts daran, dass ich hier ein wirklich spannende Projekt samt Auswertung eben auf die Wirkungsweise von Kunst dieser Art imöffentlichen Raum.

Hier einpaar Endrücke von der Broschüre und dann geht´s ab zu Präsentation:

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Beigefügt habe ich noch ein Radio-Interview des Senders „Radio Freies Sender Kombinat, Hamburg (FSK)“ mit Elisabeth von Dücker und Hildegrund Schuster aus dem Jahr 2011. Darin geben beiden Auskunft über die Geschichte und die aktuellen Ansätze des Projektes „“Frauen FreiLuftGalerie“

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Die Schweißerinnen Elvira Vierke (li.) und Inge Lüde beim Fest des Ersten Pinselstrichs mit ihrem Interviewbeitrag im Katalog-Buch (den ich leider nicht mein eigen nennen kann)

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Museum Brandhorst – Forever Young – 10 Jahre Museum Brandhorst (2019)

TitelKinder, wie die Zeit vergeht …

In Gestalt eines bunten Kunstbaus in der Theresienstraße, mitten im Münchner Kunstareal, präsentiert das Museum Brandhorst über 700 Werke zeitgenössischer Künstler wie Cy Twombly, Damien Hirst oder Andy Warhol. Das von Anette und Udo Brandhorst initiierte Ausstellungshaus rückt nicht nur die Kunstwerke, sondern auch ihre Erschaffer ins richtige Licht.

Die Ausstellungsfläche von 3.200 Quadratmetern ist eine Bereicherung für das Kunstareal München. Gemeinsam mit der Pinakothek der Moderne zeigt das Museum Brandhorst die Arbeiten von Künstlergrößen des 20. und 21. Jahrhunderts. 700 Werke aus der Sammlung von Anette und Udo Brandhorst und wechselnde Ausstellungen moderner Arbeiten sind in dem Museumsbau ausgestellt. Die Besucher können sich unter anderem auf Kunst von Andy Warhol, Damien Hirst, Pablo Picasso, Sigmar Polke, Cy Twombly und Günther Förg freuen.

Den Schwerpunkt im Museum Brandhorst bilden die Werke des Amerikaners Cy Twombly. Seine Arbeiten prägten den abstrakten Expressionismus. Dazu gehören Malereien, Zeichnungen, Fotografien und Objekte – groß oder klein. Im Museum zu sehen sind zum Beispiel die 12 Bilder aus Twomblys Reihe „Lepanto“. Der Saal, in welchem sie ausgestellt sind, wurde nach den Wünschen des Künstlers höchstpersönlich eingerichtet. Das Museum Brandhorst ist sehr stolz auf diese umfangreiche Cy Twombly Sammlung, die außerhalb der USA als einmalig und am bedeutendsten gilt.

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Bereits die Fassade des Museum ist beeindruckend

Das Vorhaben Museum Brandhorst basiert auf der Sammelleidenschaft des gleichnamigen Ehepaares. Die Einrichtung selbst wird von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen betrieben. Die Eröffnung des Museums fand im Mai 2009 statt. Realisiert wurde der 46 Millionen Euro teure Bau durch das Berliner Architekten-Büro Sauerbruch Hutton in enger Zusammenarbeit mit dem Freistaat Bayern und Udo Brandhorst selbst. Die Außenfassade des etwa 15 Meter hohen Baus zieren 36.000 Keramikstäbe in 23 Farben. Je nach Perspektive des Betrachters, scheint sich die Oberfläche des Gebäudes in Materialität und Struktur zu verändern. Durch diese spezielle Konstruktion gelangt außerdem ein Maximum an Tageslicht ins Gebäudeinnere.

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Udo und Anette Brandhorst in frühen Jahren

Dem Kunstsammler-Paar Anette und Udo Brandhorst ist es zu verdanken, dass das heutige Museum mit internationalen Kunstwerken reich gefüllt ist. Seit den 70er Jahren sammelten die beiden zeitgenössische Kunst. So zählten sie am Ende bis zu 1.000 Werke. Darunter befinden sich hauptsächlich Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen. Fotografien, Medienarbeiten und Installationen vervollständigten erst später die Sammlung und bilden nur einen kleinen Anteil. Als besonders beeindruckend und weltweit unvergleichbar gelten die rund 100 Pop-Art-Arbeiten von Andy Warhol und die 170 Werke von Cy Twombly.t

Seit 1. November 2013 ist Achim Hochdörfer neuer Chef des Museums – er ist jünger als sein Vorgänger Armin Zweite und hat frische Akzente eingebracht. Das Erdgeschoss bringt seither Werke von Andy Warhol, Robert Gober, Jeff Koons und anderen in spannungsreiche Konstellationen. Im Obergeschoss hat Hochdörfer, der während seines Studiums persönlich mit dem Künstler Cy Twombly arbeiten konnte, dessen Arbeiten in einen Zusammenhang mit Skulpturen von Franz West gestellt. (Quelle: muenchen.de)

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Bemerkenswerte finde ich übrigens die Eintrittsgestaltung:

Normaler Eintritt: 7 Euro – Ermäßigt: 5 Euro
Sonntags: 1 Euro
Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr haben freien Eintritt.

Und nun feiert man den 10. Geburtstag und die Macher dieses Museums wären nicht die Macher dises Museums, hätten sie sich da nicht was ganz besondereseinfallen lassen:

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Und zur Feier des Tages spendierte man zum Auftakt auch diese Broschüre, die z.B. kostenlos der Süddeutschen Zeitung“ beilag.

Ich leite diese Broschüre also quasi einfach mal weiter.

Und ich gestehe freimütig, dass es vor allem meiner geschätzten Frau Gemahlin zu verdanken ist, dass ich immer wieder mit der Nase auf Aspekte der aktuellen Kunstszene gestupst werde.

Am Eröffnungswochenende werden wir das Museum allerdings nicht besuchen können (wird eh zu viel Rummel sein), da wir in Essen sind, aber unser Weg wird uns heuer ganz sicher noch dahin führen.

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Ich bin gespannt ob die Ausstellung diesem Anspruch auch gerecht wird

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Also, den Namen dieser Künstlerin – Jacqueline Humphries – werd´ ích mir merken

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Franz Smola – Werner Berg zum 100. Geburtstag (2004)

TitelBis gestern kannte ich ihn gar nicht, den Expressionisen Werner Berg. Aber gestern war ich in einer Ausstellung im bemerkenswerten Museum in Penzberg/Oberbayern („Sammlung Campendonk“) und da hae ich nicht schlecht gestaunt, ob des Lebenswerkes des Werner Berg … hier bei uns so ziemlich in Vergessenheit geraten, in Österreich hingegen ist er bis heute bekant und geschätzt, dabei wurde er ja eigentlich in Elberfeld (Wuppertal) geboren:

Werner Berg wurde am 11. April 1904 in Elberfeld (Wuppertal) in Deutschland, geboren. Obwohl er schon als Kind Maler werden wollte, zwangen ihn die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse nach dem 1. Weltkrieg zunächst eine Handelslehrte und anschließend ein Studium der Staatswissenschaften zu absolvieren; seit 1923 in Wien, wo er seine Studienkollegin Amalie Kuster kennenlernte, die er später heiratete.

Nach seiner Promotion begann Berg mit dem Studium der Malerei, 1927–29 an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Karl Sterrer und 1929-31 an der Münchner Akademie bei Karl Caspar. 1930 erwarb er gemeinsam mit seiner Frau den Rutarhof, einen Bergbauernhof im Kärntner Unterland nahe der slowenischen Grenze, auf dem er mit seiner Familie und dem befreundeten Dichter Curt Sachsse im März 1931 einzog.

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Werner Berg war auf dem Rutarhof als Bauer und Maler tätig. Kunst und Leben bildeten für ihn eine untrennbare Einheit. Seine Motive waren weitgehend vom bäuerlichen Alltag geprägt. Besonders in seinen frühen Bildern stellte Werner Berg auch häufig seine heranwachsenden fünf Kinder dar. Mit einigen Ausstellungen wurde Berg in Deutschland früh bekannt. Sein extrem knapper, geradezu primitivistischer Stil stieß jedoch bei den Nationalsozialisten auf Widerstand. 1935 wurde seine Ausstellung im Kölner Kunstverein polizeilich gesperrt. Seine Gemälde wurden auf der berüchtigten Schmähausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt. In den späten 1930er Jahren wurde seine Darstellungsweise dem Zeitstil entsprechend deskriptiver und entwickelte mehr Plastizität. Von 1942-45 war Werner Berg zur Landschaftsschilderung als Kriegsmaler in Skandinavien eingesetzt.

Beispiel18.jpgNach dem Krieg kehrte Werner Berg zu einem flächigen, nun oft die Konturlinien betonenden Stil zurück. Trotz seiner Tendenz zu Vereinfachung und Stilisierung beharrte Berg auf einer gegenständlichen Darstellungsweise. Vielen seiner Gemälde gingen Skizzen voraus, die Berg unmittelbar vor dem Motiv in Sekundenschnelle zu Papier brachte. Bereits in der Skizze legte Berg die Komposition bis ins Detail hinein fest. Berg wurde zum Chronisten der slowenisch-kärntnerischen Bevölkerung, der Bauern, Jahrmarktbesucher, Kirchgänger, Eisschützen, Busreisenden und Wartenden.

Zu einem Höhepunkt brachte Werner Berg das Prinzip der flächigen Darstellung auch in seinen zahlreichen Holzschnitten. Im Wechselspiel von hellen und dunklen Flächen erzielte er eine zwingende, auf höchste Konzentration bedachte Wirkung.

Nach dem Krieg folgten zahlreiche Ausstellungen. 1947 wurde Berg Mitglied des Art Club in Wien, 1950 war er Teilnehmer der Biennale von Venedig. 1956 folgte eine Ausstellung in der Österreichischen Galerie in Wien, 1957 in der Moderna Galerija Ljubljana und 1961 eine umfangreiche Schau im Münchner Lenbachhaus. 1968 wurde die Werner Berg Galerie der Stadt Bleiburg eingerichtet. Seit dem Tod des Künstlers 1981 als Stiftung geführt, zeigt diese nun als Museum ständig eine umfangreiche Werkschau Werner Bergs. (Quelle: wernerberg.museum)

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Ausstellungshinweis des Museums in Penzberg

Das ist allerdings nur ein ganz kurzer Abriss seines Lebens … ergreifend und spannungsreich wird es dann erst, wenn man wirklich ein paar Schichten tiefer schaut: Seine Freundschaft mit dem Maler Emil Nolde, seine verzweifelte und zum Scheitern verurteilte Liebschaft (Liebe ?) zur Schriftstellerin Christine Lavant (eigentlich Christine Habernig, geb. Thonhauser; * 4. Juli 1915 in Großedling bei St. Stefan im Lavanttal; † 7. Juni 1973 in Wolfsberg) …

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Werner Berg bei der Feldarbeit (1948) und mit seiner Ehefrau Mauki (1950)

Nolde und Lavant stehen stellvertretend für all die die Brüche in dem Leben des Werner Berg.

Über diese Brüche aber erst recht über sein Kunstverständnis gibt dieses pralle Buch (240 Seiten).

Es erschien anlässlich seines 100. Geburtstags im Jahre 2004.

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Der Rutarhof im Jahr 2015

Eine Besucherin der Ausstellung meinte, dass wir unseren Blick immer stets nach Westen ausrichten, den Osten hingegen eher ausblenden. Und meine Frau Gemahlin (der ich den Besuch dieser Ausstellung zu verdanken haben) ergänzte flüstern zu mir: „Weißt Du noch, als wir in Breslau waren, da haben wir ja auch jede Menge polnischer Expressionisten gesehen, die hier keiner kennt“.

Von daher: hier ein kleiner Beitrag meinerseits, um das ein wenig zu ändern.

Beestattet wurde er übrigens gemäß seinem Wunsch anonym auf dem Friedhof der Namenlosen in Salzburg. Mir scheint, viel besser kann es nicht zum Ausdruck bringen, dass er sich wohl auch ein ein entwurzelter Mensch erlebt hat, ein Mensch mit all seinen Brüchen …

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Christine Lavant (1950); eines der eindrucksvollsten Holzschnitte von Werner Berg; im Original sind dann diese Augen noch intensiver …

 

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Aus seiner Zeit als „Kriegsmaler“

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Ölgemälde und Skizze „Schlafender Landstreicher“ (1934)

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Selbstbildnis vor Orange (1936)

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Und nochmals: Christine Lavant

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Rhythmus der Bäume (1954)

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Nach dem Wiesenmarkt (1961)

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Thomasnacht (1964)

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Spieler (1964); für mich eines seiner eindrucksvollsten Werke

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Autobus (1965)

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Sonnenblume im Scheinwerferlicht (1971)

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Corina Toledo – Die Wahrnehmung von Frauen in westlichen und muslimischen Gesellschaften (2014)

TitelDer Untertitel dieser anspruchsvollen Ausstellung lautet dann noch: „Impulse des politischen Unbehagens – Eine interdisziplinäre und transkulturelle Kunstausstellung“.

Die einführenden Worte von Frau Dr. Corina Toleda bringen es dann sehr gut auf den Punkt, um was es in dieser Ausstellung geht:

Als Politikwissenschaftlerin scheint es auf den ersten Blick eine gewagte Herausforderung zu sein, sich mit der bildenden Kunst auseinanderzusetzen. Doch bei näherem Hinsehen ist Kunst schon immer nicht nur eng mit Politik verbunden gewesen, sondern stand oft sogar im Dienst der Politik.

Als ich vor acht Jahren auf Umwegen zur Malerei kam, begann ich ziemlich schnell, den kreativen Prozess als emotionalen Ausdruck – Impulse des politischen Unbehagens – wahrzunehmen. Die Interpretation des politischen Geschehens oder die Reaktionen darauf nahmen zunehmend konkrete Formen an. Begeistert und fasziniert erkannte ich zunehmend die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten der Malerei, die ich außerdem als ideales Instrument wahrnehme, um Sprachbarrieren zu überwinden.

Angeregt durch die mediale Präsentation und Politdiskurse in Bezug auf die Darstellung von Frauen entstand eine Sammlung von Werken in unterschiedlichen Formaten. Daraus entwickelte sich die Idee, eine Ausstellung zu machen unter dem Titel:

„Die Wahrnehmung von Frauen in westlichen und muslimischen Gesellschaften.“

Corina ToledoDamit führe ich die Frauenforschung im Kunstbereich weiter. Die Idee fanden diverse Künstlerinnen und Künstler aus Südamerika, Europa, Nordafrika und Vorderasien so interessant, dass sie an der Ausstellung mitwirken wollten. So entstand diese internationale Kunstausstellung.

Mein Blick hatte sich auf das weibliche Dasein im Patriarchat der Moderne gerichtet, das heißt auf die Dominanz der Männer im Allgemeinen und auf die Herrschaft einer Handvoll weißer Männer über praktisch alle Lebensbereiche. Im 20. Jahrhundert schien es so, als sei das Jahrhundert der Frauen angebrochen: In vielen Ländern gelang es den Frauen, sich selbst als kämpferische, denkende und handelnde Subjekte wahrzunehmen und als solche wahrgenommen zu werden. Die mühsam erkämpfte juristische Anerkennung einiger wichtiger Rechte innerhalb der Nationalstaaten erlaubte es immer mehr Frauen auf der Welt, eigene Lebensentwürfe zu entwerfen und diese auch zu leben. Heute ist es de jure möglich, dass Frauen selbst höchste Ämter der männlich konzipierten und etablierten Dominanzstrukturen besetzen. Diese Möglichkeiten haben sich jedoch nicht in eine fundamentale Verbesserung der Lebensumstände der meisten Frauen umgesetzt. Im Gegenteil, de facto sind in den letzten Jahrzehnten Rückschritte in der Frauenbewegung festzustellen. Mehr als jemals zuvor ist die Armut weiblich; Prostitution und der damit einhergehende Frauenhandel wie auch private und öffentliche Gewalt gegen Frauen haben zugenommen.

Bei dieser androkratischen Dominanz konstatieren wir, dass in muslimischen Gesellschaften die Frau fast überall strengen religiösen Regeln unterworfen ist: Ihr Körper – als Objekt der Begierde – wird unter einer Verhüllung – Dschilbab, Tschador oder Burka – versteckt. Währenddessen hat „das frauenverachtende westliche Patriarchat (…) seine Tätigkeitsfelder von der Religion auf den Warenmarkt des Kapitals verlagert“, wie die Frauenforscherin Gudrun Nositschka erklärt.

AusstellungseröffnungUnd dem prägnanten Satz von Frau Prof. Dr. Claudia von Werlhof im vorliegenden Ausstellungskatalog entnehmen wir: „Die muslimische Frau wird als Gebrauchswert, die westliche bereits nur mehr als Tauschwert – als Ware wahrgenommen.“

In diesem Sinne angeregt, haben sich die hier vertretenen Künstlerinnen und Künstler mit kulturellen Wurzeln, Vorurteilen, Traditionen, Ritualen, Massenmedien, Religionen, Diskursen auseinandergesetzt. Sie haben Rolle, Funktion oder Darstellung von Frauen reflektiert, analysiert oder gefühlt. Somit sind in die präsentierten Kunstwerke die individuellen Perspektiven und Ideen, Emotionen und Erfahrungen eingeflossen.

All das Gelebte, Gefühlte oder Gedachte können die BesucherInnen plastisch in Bildern und Skulpturen sehen, wahrnehmen und fühlen. Auch die angebotenen Lesungen mit einer tunesischen und einer deutschen Schriftstellerin sind als auditive Wahrnehmungen dieses künstlerischen Reflexionsprozesses zu verstehen.

Damit wird in dieser internationalen Kunstausstellung wiederum ein anderer wichtiger Aspekt sichtbar: Die Migrationsgeschichte der in München, Bayern, Deutschland und Euro­pa lebenden Künstlerinnen und Künstler, die als denkende und handelnde Subjekte Anstö­ße für einen Bewusstseinswandel, ja gar für eine Erneuerung in dieser Gesellschaft geben.

Die individuelle Persönlichkeit jedes Menschen ist von Werten und Lebensvorstellungen geprägt. Die Teilhabe an solchen gemeinschaftlichen Aktivitäten und Interaktionen fördern die Integration und Partizipation in der neuen Gemeinschaft. So besteht die Möglichkeit, dass jede Person sich – ungeachtet ihres Geschlechts, ihrer Klasse, Rasse oder ihres Alters – entfalten kann. Aus dieser Perspektive folgt das Projekt einem interdisziplinären und transkulturellen Ansatz. In dieser Form gedacht, organisiert und konkretisiert ist so ein Frauenprojekt ein Novum. (Dr. Corina Toledo)

Der anspruchsvoll gestaltete Ausstellungskatalog regt nicht nur die optische Sinne an, sondern lädt auch zum Reflektieren über dieses wichtige Thema ein.

Diese Mischung aus aktueller Kunst, die sich einmischen will und begleitenden Texten hat mich von jeher immer wieder aufs neue begeistert. Warum das so ist, erschließt sich vielleich für manchen Betrachter genau bei diesem Ausstellungskatalog.

Wie immer bei Themen dieser Art gibt es jetzt erstmal ein paar Beispiele aus dem Katalog, bevor es dann weiter zur Präsentation geht:

 

Beispiel01

 

Beispiel02 (Gefangen)

Dr. Corina Toledo: Gefangen (2007)

Beispiel03 (Die Attentäterin)

Dr. Corina Toledo:  Die Attentäterin (2012)

Beispiel05 (Wer ist arm)

Vilma Sousa-Dimpfl: Wer ist arm ? (2014)

Beispiel06 (Hommage an Picasso)

Houschang Sanaiha: Hommage an Picasso (2013)

Beispiel07

Die Künstlergruppe
Vilma Sousa-Dimpfl, Katalin Bereczki-Kossack, Dr. Corina Toledo, Drago Druškovicˇ, Rita Mascis, Kaouther Tabai und Houschang Sanaiha

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Institut für Kunstpädagogik der Universität Leipzig – Siebte Schicht (2013)

TitelAusgesprochen gut gefällt mir dieser Ausstellungs-Katalog (79 Seiten) des Institutes für Kunstpädagogik der Universität Leipzig. Die Werke der Studierenden sind vielschichtig, facettenreich und anregend, nicht nur für das Auge. Ich zitiere mal aus dem Vorwort dieses Kataloges:

Zum siebten Mal jährt sich 2013 die Reihe der »schicht«- Ausstellungen des Institutes für Kunstpädagogik im Geschwister-Scholl-Haus.
Als wir vor sechs Jahren, im Jahr 2007, die Reihe »schicht« starteten, war es unser Ziel, einerseits die gestalterischen Möglichkeiten, Maßstäbe und Qualitäten der Studierenden unseres Institutes in der Auseinandersetzung mit bildkünstlerischen Prozessen zu würdigen, andererseits aber auch zu eigenem künstlerischen Handeln anzuregen und natürlich die Traditionen der damit verbundenen Ausstellungskultur zu bewahren.
Dieses Anliegen respektiert und dokumentiert die Freude am Wissen um Gestaltungsprozesse und dessen Realisierung im Kontext des stetigen Lernens. Das kann mit Mühen verbunden sein, ist aber ein besonderes Merkmal der Kunst in allen Lebensaltern ebenso wie ein enges, über Jahrhunderte Maßstäbe Institutsetzendes Beziehungsgefüge von Lernenden und Lehrenden.
Ein Merkmal dieser Ausstellungsreihe ist es, eine Mischung aus Abschlussarbeiten, d.h. Zeugnisse eines vorerst zum Abschluss gebrachten Studiums der Kunstpädagogik und aus Zwischenergebnissen verschiedener Unterrichtsbereiche sowie den »kleinen« Abschlussprüfungen, den Modulprüfungen am Ende jedes Semesters zu präsentieren.
So rückt diese Ausstellung vor allem den Schaffensprozess als solchen in den Mittelpunkt und lässt diesen Prozess in seiner zeitlichen Dimension und Entwicklung nachvollziehbar werden.
Jeder künstlerischen Äußerung geht eine geistige Auseinandersetzung mit dem Thema voraus, sei es die Beschäftigung mit Zufallsstrukturen, die Untersuchung von räumlichen Beziehungsgefügen, die Auseinandersetzung mit uralten fotografischen Techniken, das reine Naturstudium, die Interpretation persönlicher Befindlichkeiten oder die Gestaltung von e-learning-Programmen. Kunst ist Ausdruck menschlicher Kreativität. Und diese geht hervor aus dem Dialog des Künstlers mit der Natur und seiner Umgebung, aber auch aus dem Dialog mit dem eigenen Leben, der eigenen Persönlichkeit, der eigenen Entwicklung – Geist und Seele. Darüber hinaus geht es aber auch um die Aneignung und Beherrschung der künstlerischen Ausdrucksmittel. Es bedarf schon einer gewissen Kraftanstrengung (und nicht nur im physischen Sinne), eine 1,5 x 2 Meter große Leinwand zu füllen und dabei alle Elemente kompositorisch, kontrastreich und spannungsvoll zu einem harmonischen Ganzen zu vereinigen. Die schönsten Reihenkonzepte in strengem schwarz/weiß funktionierten nicht, wenn man das gewählte Material Linoleum nicht zu händeln wüsste – die materiellen Dinge.

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Das alles gehört zum Schaffensprozess. Diesen Schaffensprozess sichtbar machen heißt, das Ringen, das Scheitern, das Gelingen, den Erfolg und das Sich-Selbst-Offenbaren sichtbar zu machen und bei dem Ganzen den Akt der künstlerischen Entäußerung an sich in den Mittelpunkt zu stellen. Die »siebte schicht« zeigt uns das.

Da kann ich nur sagen: Anschauen und geniessen, reflektieren …

Hier ein paar Beispiel, bevor es dann zu Präsentation geht:

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Beispiel02

Beispiel03

Beispiel04

Beispiel05

Beispiel06

Beispiel07

Also ich kann mich da gar nicht satt sehen …

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Bilder einer Ausstellung (1): Brückenschlag: Gerlinger – Buchheim (Buchheim Museum, Bernried) (2017/2018)

TitelGestern war mal wieder ein Museumsbesuch angesagt … und da war ich doch sehr beeindruckt:

Mit seinem auf Ganzheit zielenden Sammlungsansatz bezieht Gerlinger neben Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Druckgrafiken auch Dokumente, Skulpturen und Kunsthandwerk der Brücke-Künstler mit ein. Die immer noch wachsende Sammlung umfasst mehr als 1.030 Titel, darunter derzeit 48 Gemälde.

Die Sammlungen Buchheim und Gerlinger ergänzen sich auf das Trefflichste. Buchheim kann mit glanzvollen frühen Hauptwerken der Brücke-Künstler punkten. Gerlinger erschließt das Thema systematisch in seiner gesamten historischen Tiefe und in der gesamten Breite der Gattungen. Durch die Zusammenführung der beiden Bestände wird die Bedeutung des Buchheim Museums als Hauptmuseum des deutschen Expressionismus in Süddeutschland – neben dem Lenbachhaus mit seinem Schwerpunkt zum Blauen Reiter – weiter ausgebaut. Es kann nun seinen Sammlungsschwerpunkt »Brücke« mit mehr als 2.000 Werken der 1905 in Dresden gegründeten Künstlergruppe belegen.

Mit dem Umzug der Sammlung Gerlinger nach Bernried wird das Buchheim Museum deutlich und nachhaltig an Anziehungskraft gewinnen. Die Ankunft der Sammlung Gerlinger soll noch in diesem Jahr mit der großen Auftaktausstellung Brückenschlag: Gerlinger – Buchheim vom 28. Oktober 2017 bis zum 25. Februar 2018 gewürdigt werden.

Die Sammlung von Hermann Gerlinger ist den Malern der Brücke gewidmet: den Gründungsmitgliedern Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl sowie den später beigetretenden Künstlern Emil Nolde, Hermann Max Pechstein, Cuno Amiet, Akseli Gallen-Kallela und Otto Mueller. In ihrer systematischen Geschlossenheit ist die Sammlung nahezu einzigartig. Auf höchstem qualitativem Niveau vereint sie Werke aus allen Schaffensphasen der Künstler – von den frühesten Anfängen über den gemeinsamen Gruppenstil bis zum individuellen Spätwerk. Insbesondere zu Karl Schmidt Rottluff konnte Gerlinger dank seines persönlichen Kontakts zu dem Künstler einen monografisch dichten Sammlungsstrang von erster Güte zusammentragen. Quantitativ und qualitativ ebenbürtig sind die Bestände zu Kirchner und Heckel.

Hermann Gerliner

Hermann Gerlinger

Mit seinem auf Ganzheit zielenden Sammlungsansatz bezieht Gerlinger neben Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Druckgrafiken auch Dokumente, Plakate, Einladungen, Exlibris, Jahresmappen, Skulpturen und Kunsthandwerk der Brücke-Künstler mit ein. Im Ganzen umfasst die immer noch im Wachsen begriffene Sammlung ungefähr 1.030 Titel. Darunter sind derzeit 48 Gemälde von Brücke-Künstlern. Auch Werke aus dem afrikanischen Kulturkreis gehören zu den Beständen, mit denen der Einfluss außereuropäischer Kunst auf die Brücke dokumentiert werden kann.

Von 1995 bis 2001 wurde die Sammlung Hermann Gerlinger im Museum Schloss Gottorf, dem Landesmuseum von Schleswig-Holstein, erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Danach kam sie in das Kunstmuseum Moritzburg in Halle an der Saale. Im November 2016 bot Prof. Gerlinger dem Buchheim Museum seine Sammlung als Leihgabe für zehn Jahre an. Eine Verlängerung ist möglich.

Lothar-Günther Buchheim

Lothar-Günther Buchheim in seinem Museum

Prof. Hermann Gerlinger, 1931 geboren, in Würzburg lebend, begann seine Sammeltätigkeit in den frühen 1950er-Jahren während seines Ingenieurstudiums in München. In diesen Jahren lernte er auch Lothar-Günther Buchheim persönlich kennen. Nach dem Studium führte er einen mittelständischen Betrieb des Bereiches Heizungs-, Sanitär-, Klimatechnik weiter, den sein Vater 1930 gegründet hatte. Seine Sammelleidenschaft wird von seiner Frau Hertha mitgetragen. Dank einer immer konsequenter werdenden Fokussierung auf die Brücke und intensiver Kontaktpflege vor allem zu Karl Schmidt-Rottluff gelang Gerlinger der Erwerb vieler musealer Hauptwerke. 1995 erhielt Gerlinger aufgrund seiner Verdienste um die Erforschung der Brücke den Ernst-Ludwig-Kirchner-Preis des Kirchner Museums Davos.
Bedeutung des Zusammenschlusses der Sammlungen Gerlinger und Buchheim

Beide Sammlungen ergänzen sich auf das Trefflichste. Buchheim kann mit glanzvollen Hauptwerken der Brücke-Künstler aus den Zeiten des Bestehens der Künstlergemeinschaft und darüber hinaus bis in die 1920er Jahre hinein punkten. Gerlinger erschließt dagegen das Thema systematisch in seiner gesamten historischen Tiefe und in der gesamten Breite der Gattungen. Im Bereich der Druckgrafik sind beide Sammlungen von höchster Komplexität. Es gibt keine andere Privatsammlung, die das Buchheim Museum reicher und passender ergänzen könnte als die Sammlung Hermann Gerlinger.

Buchheim Museum

Das Buchheim Museum in Bernried am Starnberger See (südlich von München)

Dank des persönlichen Engagements der beiden Sammler Lothar-Günther Buchheim und Hermann Gerlinger sind zwei herausragende Sammlungen zum Thema »Brücke« entstanden. Vereint ergeben sie nun den bedeutendsten Bestand von Werken der 1905 in Dresden gegründeten Künstlerggruppe neben dem des Berliner Brücke-Museums. Durch die Zusammenführung der beiden Bestände wird die Bedeutung des Buchheim Museums als Hauptmuseum des deutschen Expressionismus in Süddeutschland – neben dem Lenbachhaus mit seinem Schwerpunkt zum Blauen Reiter – weiter ausgebaut. Es kann nun seinen Sammlungsschwerpunkt »Brücke« mit mehr als 2.000 Werken der 1905 in Dresden gegründeten Künstlerggruppe belegen.

Die Ankunft der Sammlung Gerlinger soll noch in diesem Jahr mit einer großen Auftaktausstellung gewürdigt werden. Brückenschlag: Gerlinger – Buchheim – so soll die große monografische Zusammenschau beider Sammlungen zum Thema Brücke heißen. Sie wird sich auf über 1.500 Quadratmeter erstrecken und den Expressionistensaal sowie den Sonderausstellungssaal des Buchheim Museums umfassen. Vom 28. Oktober 2017 bis zum 25. Februar 2018 wird dieses Fest der Vereinigung beider Sammlungen im Buchheim Museum zu erleben sein. (Pressemeldung)

Ausstellungseröffnung

Ausstellungseröffnung am 28. Oktober 2017

Nun, die Künstlergruppe „Die Brücke“ gehört für mich zu den wichtigsten kulturellen Ereignissen in Deutschland des letzten Jahrhunderts.

So gänzlich unerschrocken machten sie sich auf den Weg, um der Kunst eine weitere Dimension zu geben.

Urtext

Tja … und ein paar Jahrzehnte später wurde diese Kunstrichtung dann als „entartete Kunst“ gebrandmarkt und verfolgt.

Bei meinem Rundgang durch diese Aufstellung ist mir dann insbesondere der Maler Karl Schmidt-Rottluff aufgefallen. Von daher sind doch etliche der Bilder, die ich gestern „einfach mal so“ geschossen habe, von ihm.

Der Präsentation liegen neben den Fotos auch noch ein Flyer (13 Seiten) über die Ausstellung bei.

Rusische Landschaft mit Sonne (1919)1

Karl Schmidt-Rottluff: Russische Landschaft mit Sonne (1919)

Straße im Norden (1906)Karl Schmidt-Rottluff: Straße im Norden (1906)

Zwei Freunde im Gespräch (1914)1

Ernst Ludwig Kirchner: Zwei Freunde im Gespräch (1914)

Liebespaar+Bärtiger

Ernst Ludwig Kirchner: Liebespaar (um 1909) + Alter bärtiger Älpler in schwarzem Hut 

Afrikanische Schale (1926)1

Karl Schmidt-Rottluff: Afrikanische Schale (1026)

Bauernhof in Marschlandschaft (um 1914)1

Emil Nolde: Bauernhof in Marschlandschaft (um 1914)

Boot bei aufgehender Sonne (1948)1

Max Pechstein: Boot bei aufgehender Sonne (1948)

Boot im Schilf (1909)1

Emil Nolde: Boot im Schilf (1909)

Dorfweg (1910)1

Karl Schmidt-Rottluff: Dorfweg (1910)

Erzgebirgslandschaft (1928)1

Erich Heckel: Erzgebirgslandschaft (1928)

KarlSchmidt-Rottluff

Fehmarn + Küste

Ernst Ludwig Kirchner: Badende am Strand von Fehmarn (1913) + Max Pechstein: Küste bei Monterosso al mare

Landschaft im Mondlicht (1938)1

Karl Schmidt-Rottluff:  Landschaft im Mondlicht (1938)

Landschaft mit Bäumen (1909 - 1910)1

Karl Schmidt-Rottluff: Landschaft mit Bäumen (1909 – 1910)

Stilleben mit Porree (1948)1

Karl Schmidt-Rottluff: Stilleben mit Porree (1948)

Zwei Freunde im Gespräch (1914)1

Ernst Ludwig Kirchner: Zwei Freunde im Gespräch (1914)

Winterlandschaft (1948)1

Erich Heckel: Winterlandschaft (1948)

Na ja … und dann habe ich vor dem Museum noch zwei Motive gesehen … die mir auch gefielen:

Vor dem Museum01A

 

Vor dem Museum02A

 

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Straße im Norden (1906)1

Karl Schmidt-Rottluff: Straße im Norden (1906)

Erwin Mitsch – Egon Schiele (1975)

TitelEr war damals ganz sicher eine ganz gewaltige Provokation und so lässt es sich nicht vermeiden, dass auch dieser Beitrag durchaus provokativ ist.

Egon Leo Adolf Ludwig Schiele (* 12. Juni 1890 in Tulln an der Donau, Niederösterreich; † 31. Oktober 1918 in Wien) war ein österreichischer Maler des Expressionismus. Neben Gustav Klimt und Oskar Kokoschka zählt er zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der Wiener Moderne.

Schiele war das dritte Kind des Tullner Bahnhofsvorstands Adolf Eugen Schiele und dessen Gattin Marie (geborene Soukup, aus dem südböhmischen Krumau). Elvira, die älteste seiner drei Schwestern (Elvira, Melanie und Gertrude), starb bereits im Alter von zehn Jahren; die jüngste Schwester Gertrude heiratete später den Künstler und Freund Schieles Anton Peschka. Sie stand ihm in seiner Frühzeit Modell. Egon Schieles Vater verstarb am Neujahrstag 1905 an Syphilis. Daraufhin wurde Egons Taufpate Leopold Czihaczek (1842–1929) sein Vormund. Dieses Ereignis war prägend für Schieles Kunst.

Schiele besuchte die Volksschule in Tulln, anschließend das Realgymnasium in Krems und später das Gymnasium Klosterneuburg wenige Kilometer nördlich von Wien. Der Kunstlehrer Ludwig Karl Strauch und der Klosterneuburger Künstler Max Kahrer entdeckten bereits dort seine außergewöhnliche Begabung und unterstützen ihn bei seiner Bewerbung für die Wiener Akademie der bildenden Künste, in die er 1906, im Alter von 16 Jahren, aufgenommen wurde. Dort lernte Schiele in der Malklasse bei Professor Christian Griepenkerl. Anfangs begeistert, doch dann des starren Akademiealltags müde, verließ Schiele bereits nach zwei Jahren die Akademie und gründete mit einigen Kommilitonen die Wiener Neukunstgruppe.

Beispiel021907 suchte Schiele den ersten persönlichen Kontakt zu Gustav Klimt. Auch bezog er in Wien sein erstes eigenes Atelier in der Kurzbauergasse 6 in der Leopoldstadt, am Rande des Wiener Praters. 1908 beteiligte sich Schiele zum ersten Mal an einer öffentlichen Ausstellung, und zwar im Kaisersaal des Stifts Klosterneuburg.

Erste Erfolge feierte Schiele 1909 mit der Ausstellung seiner Werke, die alle sehr an Gustav Klimts Stil erinnern, im Rahmen der Neukunstgruppe in der „Großen Internationalen Kunstschau“ in Wien. Neben Künstlern wie Gustav Klimt und Oskar Kokoschka konnte Schiele sich hier beim Kunstkritiker Arthur Roessler einen Namen machen, der in der Folgezeit durch seine exzellenten Kontakte für Schieles Fortkommen eine entscheidende Rolle spielte. Durch Roesslers Vermittlung lernte Schiele die Kunstsammler Carl Reininghaus und Oskar Reichel kennen, die seinen Einstand in der Wiener Kunstszene finanziell absicherten und ihn mit zahlreichen Auftragsarbeiten versorgten. Durch die kurze Freundschaft mit Max Oppenheimer entfernte sich Schiele vom dekorativen Jugendstil und wandte sich dem Expressionismus zu.

Vom Rummel in der Hauptstadt übersättigt, zog Schiele 1911 aus Wien weg. Gemeinsam mit Wally Neuzil (Wally = Walburga), seinem wohl bekanntesten Modell, übersiedelte er nach Krumau (tschechisch Český Krumlov), dem Geburtsort seiner Mutter. Dort begann für Schiele eine künstlerisch überaus produktive Periode. Die Altstadt Krumaus wurde zu dieser Zeit zu seinem beliebtesten Motiv. Doch die Bevölkerung bezeichnete Schieles Lebensstil als anstößig; Auslöser waren wohl die wilde Ehe mit Wally Neuzil und die Besuche von Kindern in Schieles Atelier.

Beispiel03

Titelblatt des Egon Schiele Heftes der Zeitschrift „Die Aktion“ (1916)

Gemeinsam zogen sie daher nach Neulengbach, wo er wegen angeblicher Entführung und Schändung eines Mädchens in Untersuchungshaft genommen wurde. Der Vorwurf der Entführung erwies sich als haltlos, dennoch verurteilte ihn das Gericht wegen „Verbreitung unsittlicher Zeichnungen“. Insgesamt verbrachte Schiele 24 Tage im Gefängnis, wo er einige Skizzen von seinem Aufenthalt zeichnete.

1912 kehrte er nach Wien zurück. Dank seines Gönners und väterlichen Freunds Gustav Klimt konnte er trotz seines schlechten Rufs, der ihm nach Wien vorausgeeilt war, schnell wieder Fuß fassen. Er feierte in der österreichischen Kunstszene erneut große Erfolge. Im Oktober 1912 mietete Schiele ein neues Atelier in der Hietzinger Hauptstraße 101, das er bis Juni 1918, fast bis zu seinem Tod behalten sollte.

1913 ernannte ihn der Bund Österreichischer Künstler, dessen Präsident Gustav Klimt war, zum Mitglied. Im März folgten einige Ausstellungen in Österreich und Deutschland. 1914 wurden ohne seine Genehmigung erstmals Gedichte von Schiele in der Wochenzeitschrift Die Fackel veröffentlicht. Bis 1916 reichte Schiele selbst mehrmals in Folge theoretische und literarische Texte bei der Berliner Zeitschrift Die Aktion ein. 1916 brachte diese ein eigenes Egon-Schiele-Heft heraus (Nr. 35/36).

Beispiel22Am 21. Juni 1915, also über ein Jahr nach Beginn des Ersten Weltkriegs, wurde Schiele als Einjährig-Freiwilliger des k. u. k. Infanterie-Regiments Nr. 75 in den militärischen Verwaltungsdienst eingezogen. Kurz vor seiner Versetzung nach Prag heiratete Schiele am 17. Juni 1915 seine langjährige Freundin Edith Harms; sie wohnte mit ihrer Schwester Adele und ihren Eltern gegenüber seinem Atelier, an der Adresse Hietzinger Hauptstraße 114. Edith forderte von Schiele den Bruch mit Wally Neuzil, den er schweren Herzens vollzog, nachdem beide Frauen ein Dreiecksverhältnis abgelehnt hatten.

Ab Mai 1916 diente Schiele als Soldat in der Provianturkanzlei des Kriegsgefangenenlagers Mühling bei Wieselburg und malte in dieser Zeit bei Purgstall ein einziges Ölbild, Die verfallende Mühle, die er im Erlauftal vorfand und deren Eigner, zum Kriegsdienst eingezogen, sich nicht um Reparaturen nach Hochwässern kümmern konnte.

Nach seiner militärischen Grundausbildung und den damit verbundenen Versetzungen innerhalb Österreichs wurde Schiele 1917 wieder nach Wien versetzt, wo er vorerst als Schreiber (militärischer Verwaltungsangestellter) der „k.u.k. Konsum-Anstalt für die Gagisten der Armee im Felde“ beschäftigt war. Stets traf er auf wohlwollende Vorgesetzte, die ihm auch die Gelegenheit zu künstlerischem Schaffen ermöglichten – „wo immer er war, sein Dienst war mehr als leicht“. Dennoch fühlte sich Schiele fehlbesetzt und stellte an die Armeeführung folgendes Ansuchen: „Meine Beschäftigung entspricht nicht meiner künstlerischen Qualifikation. Ich glaube, dass die Möglichkeit für mich bestünde, im Rahmen meines Militärdienstes im Heeresmuseum eine angemessene Beschäftigung und Verwendung zu finden, sodass meine Kräfte als Maler und Künstler nicht brach liegen müssen und ich im dem Vaterlande mit dem, was ich wirklich kann, nützen könnte.“

Beispiel23Für die Dauer von sechs Monaten wurde er am 29. April 1918[6] zum k. u. k. Heeresmuseum abkommandiert, wo er gemeinsam mit Anton Faistauer Kriegsbilderausstellungen organisierte und seiner Malerei nachgehen konnte.[7] Der dortige Direktor, Wilhelm John, räumte Schiele, der nach den bisher vornehmlich in Schreibstuben verbrachten Dienstjahren nun „darauf brannte, Versäumtes nachzuholen“, neben seinen geringen dienstlichen Pflichten auch hier den Freiraum für dessen künstlerisches Schaffen ein.

Mit dem Tod Gustav Klimts am 6. Februar 1918 stieg Schiele in der Wiener Kunstszene auf; so war etwa die 49. Ausstellung der Wiener Secession ihm gewidmet. Dabei stellte er 19 große Gemälde und 29 Zeichnungen aus. Weitere Ausstellungen und Erfolge folgten, auch seine Vorstellungen einer Kunstschule entstanden zu dieser Zeit.

Zuletzt wohnte und arbeitete Schiele seit Juli 1918 in Alt-Hietzing, 13., Wattmanngasse 6.[9] Gegen Ende des Krieges, im Herbst 1918, überzog die katastrophale Spanische Grippe die österreichische Hauptstadt. Edith Schiele, im sechsten Monat schwanger, erlag dieser Krankheit am 28. Oktober in der Wohnung in der Wattmanngasse. Auch Egon Schiele steckte sich an und verstarb, erst 28 Jahre alt, am 31. Oktober 1918 in der Wohnung der Familie seiner Frau in Wien 13., Hietzinger Hauptstraße 114. Er wurde in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Ober-St.-Veiter Friedhof (Gruppe B, Reihe 10, Nummer 15/16) in Wien neben seiner Frau beigesetzt. 1968 wurde auch seine Schwägerin Adele Harms, 78-jährig gestorben, hier bestattet.

1930 wurde in der 1928–1932 errichteten Siedlung Lockerwiese im Bezirksteil Lainz des 13. Wiener Bezirks die Egon-Schiele-Gasse nach dem Künstler benannt.

Am 24. April 1990 erschien die Österreichische 500-Schilling-Gedenkmünze Egon Schiele in Silber, gestaltet von Thomas Pesendorfer. Auf der Vorderseite sieht man das Porträt des Künstlers mit Namensnennung in Form seiner bekannten Signatur, auf der Rückseite eine Abbildung eines seiner späteren Werke „Mutter mit zwei Kindern“.

Beispiel26

Schieles Werke erzielen auf internationalen Auktionen heute Höchstpreise. In Museen weltweit sind seine Bilder hochbegehrt, denn sie finden ungeachtet seiner künstlerischen Genialität durch Schieles Ruf als „Frühvollendeter“ Bewunderung. Die größten Sammlungen von Schiele-Werken befindet sich in Wiener Museen, wie dem Leopold Museum, dem Belvedere und der Albertina. Neben den zahlreichen Selbstbildnissen ist Schiele vor allem für seine Akte, die fast ausschließlich Frauen und Kinder zeigen, bekannt. Aber auch seine Landschafts- und Städtebilder erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

1964 wurden Arbeiten von ihm auf der documenta III in Kassel in der Abteilung Handzeichnungen gezeigt. (Quelle: wikipedia)

Schieles Art, Menschen in ihrer Zeit darzustellen, drängt heute hinein in die Bilder- und Gefühlswelt unseres jungen 21. Jahrhunderts. Dieses hat noch nichts nennenswert Stärkeres entgegenzusetzen, wenn es darum geht, den eigenen Körper wenn nicht als Schlachtfeld, so doch als Spielfeld oder Tatort zu inszenieren. Diese präzise kalkulierte Selbstqual. Jede Gefühlsregung, von heftiger Verzweiflung bis zur apathischen Melancholie, wurde bei ihm Farbe, gebrochene Form oder Linie, Verfall, ausströmender Fleck auf der Fläche.

Wie wahnhaft war er auf Schenkel und Gesäß, auf weibliche wie männliche Geschlechtsteile fixiert, auf heterogene, schwule und lesbische Umarmungen. Die Geschlechter hat er gezeichnet und hernach koloriert wie überreife Früchte. Und sich stellte er dar als Heiligen, aber nackt und mit obszön erigiertem Liebeswerkzeug. Die Körper sind schmerzhaft ausgedünnt, vor zeitlos leeren Hintergründen, die zu Abgründen werden.

Um 1914 taumeln sie wie in Trance, ohne Halt und Ziel. Das liegt an der „Geometrie“, aus der Schiele die Gestalten schuf. Eine liegende Frau etwa konstruierte er aus zwei Dreiecken. Und dreieckig ist auch ihr Geschlecht. Schieles ganz aus dem Zeichnerischen kommende Mal-Inszenierungen des Obsessiven, des Abgründigen, des Morbiden, dabei aber zutiefst Menschlichen wirken heute magischer denn je. Diese fast wollüstig verdrehte und überspannte Körperkunst, durch die noch vage der Symbolismus und der Wiener Jugendstil durchscheinen, gilt heute als Identitätssuche eines Malers, der keineswegs, wie der Mythos es behauptet, ein Frühvollendeter war. Eher war Schiele wie ein sattgrünes Blatt, das der Sommerwind schon vom Ast gerissen hat.

Zu dem Trugschluss, er sei ein Frühvollendeter gewesen, trägt wohl bei, dass sein Stil sich so rasant änderte. Aber in den letzten Jahren verlangsamte sich die Stilistik. Der souveräne Naturalismus der letzten Frauen- und Selbstbilder spiegelt tatsächlich so etwas wie Notreife. In dem voluminösen Band erleben wir seinen Weg – von Freuds Lehre beeinflusst, von Rastlosigkeit gepeitscht, von Schuldgefühlen verzehrt. Das fast filmisch-sequenzhafte Vorgehen Schieles erweist sich gerade auch in Kindergestalten. Eckige Mädchen in der Pubertät, kleine verlorene Jungen, die er mitfühlend und mit ihrem „inneren Licht“, jedoch in dramatischen Posen zeigte. Dafür saß er 1912 knapp einen Monat lang in Haft – wegen „Verbreitung unsittlicher Zeichnungen“. Bis sich die Anschuldigungen als haltlos erwiesen.“ (Ingeborg Ruthe)

Und hier nun eine ausführliche Würdigung des Künstlers (mit 1982 Abbildungen), verfasst von Erwin Mitsch ( * Beispiel2125.04.1931 Linz, † 17. März 1995 Wien ). Der stud, ierte Kunst und Archäologie, promovierte dann 1958 zum Dr. phil. Bereits ein Jahr später wurde er dann der Leiter der Graphischen Sammlung Albertina in Wien.

Der Schwerpunkt seiner zukünftigen Arbeiten und Forschungen war dann der österreichische Expressionismus.

Mir behagen insbesondere seine weiblichen Akten nicht sonderlich und ganz bös muss ich schauen, wenn ich an all die nackten Mädchenzeichnungen denke … denn hier hat auch die Kunst seine Grenzen …

Aber dennoch hängt bei uns ein Kunstdruck von ihm in der Wohnung:

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Haus mit trocknender Wäsche (entstanden in seinen Zeit in Krumau), 1911

 

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Tote Stadt, 1911

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Die Rückseite des Buches