Les Humphries Singers And Orchestra – Live In Europe (1973)

FrontCover1Die 73er Europa-Tournee der Les Humphris Singers gilt als legendär, denn – damals auf dem Zenit ihres Erfolges – sahnten sie ab, was abzusahnen war … spielten stets in ausverkauften Häusern … Die Bilanz:

„37 483 Kilometer, 23 Fernsehauftritte, 68 Rundfunk-Interviews in Deutschland, Dänemark, Holland, Belgien, Frankreich, Österreich, Schweiz und England – die Les Humphries Singers eroberten in knapp 4 Monaten Europa.“ (Hüllentext)

Und naürlich hören wir eine perfekte Show … mit einem launigem Les Humphries, der vergnügt durch das Programm führt.

Durchaus interessant, welche Sänger/innen hier mitgewirkt haben … Les Humphries sagt sie auch immer brav an … und so nenne ich mal so unterschiedliche Charaktere wie Jürgen Drews, Barry St. John und John Lawton !

So ist hier ne fröhlich-fidele Party im Gange … was die damaligen Feuilletonisten der bürgerlichen Presse irgendwie ratlos zurück ließen.

Aber der damaligen Außenminister Walter Scheel freute sich über den Erfolg der Gruppe und tat dies auch schriftlich als Hüllentext kund.

Walter Scheel
Ungewöhnlich wohl auch, dass der Konzertveranstalter deutlich und mehrfach genannt wurde und zwar die legendäre Agentur „Lippmann & Rau“.

Dafür gibt es keinerlei Informationen über das Orchester bzw. die Begleitband … ärgerlich und ist schlicht und ergreifend Ausdruck einer Respektlosigkeit … denn der Sound, die die Jungs da produzieren ist schon erwähnenswert.

Und wenn auch der Les Humphries Sound bis heute an Faszination nichts verloren hat (zumindest für mich) … so wanderten meine Gedanken mehr als einmal zu den z.T. desaströsen Lebensläufen von einigen der damals Beteiligten:

Puppa

Quelle: musikworld.de

Und so ist diese LP ein weiteres Beispiel für Illussion und Realität … warum das so sein muss … ich weiss es nicht … hat vielleicht damit zu tun, dass es manchmal verdammt schwer ist, authentisch zu leben …

Und da drängt sich schon wieder der Helmut Kohl und seine Familie dazwischen … Man lese dazu Kohl und seine Familie – Eine öffentliche Tragödie

Kalt, kälter … Helmut Kohl

Und schon sind wir wieder bei Les Humphires … und es schließt sich der Kreis … Menschen … wie sie nach außen wirken und wie sie innerlich zu seelischen Krüppeln verkommen …

LesHumphries01

Besetzung:
Les Humphries Singers
+
Orchester

BackCover1

Titel:
01. Intro (Humphries) 0.28
02. Jimmy Bilsbury: I’m From The South, I’m From Ge-O-Orgia (Traditional) 3.16
03. Elvira Herbert („Puppa“): Take Care Of Me (Humphries/Reinecke/Allcott) 3.29
04. Dem Bones (Traditional) 3.44
05. John Lawton: Mama Loo (Humphries) 6.41
06. Fade Out (Humphries) 0.22
07. Intro (Humphries) 1.02
08. Barry St. John: Jesus rist Superstar (Webber/Rice) 3.36
09. Jürgen Drews: Sylvia’s Mother (Silverstein) 5.17
10. Victor Scott: You’ve Done Something To Me (Scott) 3.11
11. Earl Jordan: Ol‘ Man River (Rodgers/Hammerstein) 4.44
12. Mexico (Traditional) 3.47
+
13. Live In Europe (Teil 1 – ungeschnitten) 18.08
14. Live In Europe (Teil 2 – ungeschnitten) 22.04

LabelB1
*
**

 

Wer an weiterführenden Informationen, die zur Vertiefung
der einzelnen blog-Beiträgen dienen, interessiert ist,  benötigt ein Passwort.
Dazu schreibe man an

post-fuer-sammelsurium@gmx.net

Aber auch das gehört zur Geschichte des Les Humphries:

DunjaRaiter

Dunja Rajter erinnert sich … (Quelle: welt.de)

 

 

Les Humphries Singers – Rock My Soul (1970)

FrontCover1Leslie Humphries: Er war wohl einer der schillerndsten Figuren der fröhlich-fideln Popmusik Anfang der 70er Jahre … der Absturz erfolgte dann allerdings etliche Jahre später.

Les Humphries, eigentlich John Leslie Humphreys, (* 10. August 1940 in Croydon, London; † 26. Dezember 2007 in Basingstoke) war ein englischer Popmusiker, der in Deutschland mit seiner Gruppe Les Humphries Singers bekannt wurde. Von Anfang der 1970er Jahre bis zur Auflösung seiner Gruppe 1976 verkaufte Humphries rund 48 Millionen Tonträger.
Les Humphries wuchs vaterlos in einfachen Verhältnissen auf. Der Vater fiel 1942 im Zweiten Weltkrieg. Nach Kriegsende zog die Familie Humphries nach Alton in ein Reihenhaus, in dem Humphries bis zu seinem Tode wohnte. Humphries bekam früh Klavierunterricht, und mit 13 Jahren wechselte er auf die Marineschule in Deal (Grafschaft Kent). Später trat er in das Musikkorps der britischen Royal Navy ein. 1958 wurde er aus 5000 Jungmusikern der Royal Navy zum „Besten Jungmusiker des Jahres“ gewählt, worauf er dann im Buckingham Palace der Queen Mum am Klavier vorspielen durfte. Er verließ die Navy 1964 mit dem Dienstgrad „Master Band Sergeant“.

Humphries021966 gründete Humphries die Gruppe The Summer Set. Neben vielen Auftritten in England folgten auch Gastauftritte in Hamburg. Von da an waren Humphries‘ Kontakte zum deutschen Musikmarkt geknüpft. Er trat 1968 als Organist in Achim Reichels Band Wonderland ein. Schon 1969 verließ er die Gruppe, um seine eigene Gruppe zu gründen. Inspiriert durch die Edwin Hawkins Singers gründete er Mitte 1969 zusammen mit Jimmy Bilsbury die Gruppe The Les Humphries Singers, die sehr erfolgreich wurde und viele Hits produzierte wie z.B. Mama Loo (1973), Mexico und Kansas City.

Eine seiner bekanntesten Kompositionen ist die Titelmelodie der Krimiserie Derrick. Koautor, wichtigster Partner für viele Lieder sowie bedeutendster Solosänger der Gruppe war Jimmy Bilsbury; zu ihm hatte Humphries ein eher schwieriges und gespanntes Verhältnis bis hin zu schweren Prügeleien nach Alkoholkonsum.

Humphries01

Dunja Rajter und Les Humphries

1972 heiratete er die Schlagersängerin Dunja Rajter in der Dorfkirche des kleinen niedersächsischen Ortes Undeloh in der Lüneburger Heide. Sie haben einen gemeinsamen Sohn, Danny Leslie Humphries (* 1974; er trat in der Band Glow – ebenfalls als Sänger und Gitarrist – in Erscheinung); die Ehe wurde 1976 geschieden. Humphries setzte sich aufgrund von Steuerschulden Ende der 1970er Jahre in seine englische Heimat ab und kehrte erst nach Verjährungseintritt nach Deutschland zurück.

1991 lud Les Humphries seine Gruppe nach Hamburg in die NDR Talkshow. Nach dieser Sendung bekamen die Les Humphries Singers einen Plattenvertrag und gingen 1992 als Vorgruppe von Howard Carpendale auf Deutschlandtournee. Es folgten Fernsehsendungen wie Goldene Schlagerparade und Wetten, dass..?. Humphries war zuletzt mit Dagmar Frederic in der MDR-Sendung Meine Show zu sehen. „Der Meister ist leider krank, doch die Truppe steht“, lautete die Ansage der Moderatorin; Humphries hatte bei einem Sturz Prellungen an der Wirbelsäule erlitten.

Mehrere Versuche zu einem Comeback blieben erfolglos. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er sehr zurückgezogen und hatte nicht einmal mehr Kontakt zu seiner früheren Frau Dunja Rajter und seinen drei Kindern. In die Schlagzeilen brachte er sich selbst noch einmal 1998, als er seine eigene Todesmeldung veröffentlichen ließ: Telefonisch gab er sich als sein eigener Zwillingsbruder aus und meldete den angeblichen Tod des Bruders. Darauf fiel Jürgen Drews, Sänger und ehemaliges Chormitglied der Les Humphries Singers, herein: In Unkenntnis des wahren Sachverhalts sprach Drews auf eine Anfrage des Bayerischen Rundfunks live einen Nachruf auf Humphries in Bayern 3.

Humphries03

Les Humphries in den 90er Jahren

Les Humphries starb im Alter von 67 Jahren am 26. Dezember 2007 an einem Herzinfarkt nach einer Lungenentzündung im Krankenhaus in Basingstoke, England. Sein Tod wurde der Öffentlichkeit erst im Februar 2008 bekannt. Nach einem Streit der Hinterbliebenen über den Ort der Bestattung wurde seine Urne am 18. August 2008, acht BilsburyMonate nach seinem Tod, heimlich in seinem Heimatort Alton in der Grafschaft Hampshire neben seiner Mutter Kathleen Humphreys, die 1986 starb, beigesetzt (Quelle: wikipedia)

Aber auch der Jimmy Bilsbury konnte letztlich aus seinen zweifelsfrei vorhandenen Talente nichts anfangen:

„Seit Jahren schwer alkoholkrank, war der ehemalige Millionär Bilsbury am Ende verarmt und lebte von Sozialhilfe. 2003 wurde er in seinem 8 m² großen Zimmer eines Bonner Obdachlosenheims tot aufgefunden. Die Obduktion ergab, dass er drei Tage zuvor an Herzversagen verstorben war. Seine Leiche wurde kremiert und die Asche im Waldfriedhof von Gauting im Rahmen einer Zeremonie beigesetzt, bei der auch sein damals 16-jähriger Sohn anwesend war.“ (Quelle: wikipedia)

Singles

Single Veröffentlichungen

Wenn ich es recht überblicke ist dies das Debütalbum der Les Humphries Singers (das auch unter dem Titel „I Believe“ mit der gleichen Label-Nummer – SLK 16 650 – veröffentlich wurde).

AlternateFront+BackCover

Alternatives Front+Back Cover

Und wir hören lupenreinen Gospel, perfekt in Szene gesetzt … und bei diesen Aufnahmen geht´s  mir so, wie mit den damaligen Aufnahmen von Abba … Damals wurde diese Musik von mir spöttisch belächelt und heimlich habe ich mit dem Fuß gewippt) …

Nein … keine Frage, was da Les Humphries mit seinen Singers da vorgelegt haben, war und ist perfekte Gospel-Popmusik … muss man ja auch erstmal in dieser Perfektion hinbekommen.

Neben Klassikern der Gospelmusik (bei denen sich Les Humphries ziemlich dreist einfach als Komponist eintragen liess…. nun ja, die Tantiemen müssen ja schließlich fließen) hat man dann auch noch frank und frei Dylan´s „Blowing In The Wind“ in ein Gospelkleidchen gesteckt … nicht schlecht.

Und von daher reizt es mich, den musikalischen Werdeang dieser Truppe hier in diesem blog (oder anderswo, wer weiß das schon …) nachzuzeichnen … im Laufe der Zeit.

LesHumphriesSingers1970

Besetzung:
Jimmy Bilsbury (vocals)
Malcom Magaron (vocals)
+
background vocals:
Judy Archer – Enry David – Myrna David . Peggy Evers – Dornée Edwards – Henner Hoier -Heike Kloen („Goldie“) – Liz Mitchell – Victor Scott – Tina Werner
+
Les Humphires (piano)
+ ein kleiner Haufen unbekannter Studiomusiker

BackCover1

Titel:
01. I Believe (Drake/Graham/Shirl/Stillman) 2.43
02. Jesus Lover Of My Soul  (Traditional) 4.05
93. Nobody Knows The Trouble I’ve Seen (Traditional) 1.51
04. Listen To The Rain (Traditional) 2.03
05. If I Had A Hammer (Traditional) 2.09
06. To My Father’s House (Traditional) 3.21
07. Blowin‘ In The Wind (Dylan) 3.05
08. Gospel Train 2.28
09. Motherless Child 2.54
10. Rock My Soul (Tradional) 2.28
11. Joshua Fought The Battle Of Jericho (Traditional) 2.36
12. When The Saints Go Marchin‘ In (Traditional) 2.27

LabelB1
*
**

Wer an weiterführenden Informationen, die zur Vertiefung
der einzelnen blog-Beiträgen dienen, interessiert ist,  benötigt ein Passwort.
Dazu schreibe man an

post-fuer-sammelsurium@gmx.net

LesHumphriesSingers1970_2

Verschiedene Interpreten – Stimmen Sie sich ein ! (1975)

frontcove1Die Weihnachtszeit ist ja auch ne Zeit, in der man von „Geschäftspartnern“ mit Geschenken übrhäuft werden kann, vorausgesetzt man hat überhaupt solche Geschäftspartner.

Damals, also 1975 hatte ich solche Geschäftspartner, weil ich noch in irgendeiner Datei als Redakteuer einer Schülerzeitung gespeichert war. Und der Geschäftspartner hieß „TELDEC »Telefunken-Decca« Schallplatten GmbH“ mit Sitz in Hamburg.

Meine Schülerzeitungszeit war längst vorbei, aber natürlich sagte ich nicht nein, zu dieser Doppel-LP, die mir frei ins Haus flatterte.

„Die Teldec wünscht Ihnen einen besinnliches Weihnachten … und einen beschwingten Start in das neue Jahr“. war dann zu lesen ..

Musikalisch gab es zum einen die „Weihnachtsmischung“: Hier erklingt eine feine Mischung klassischer perlen von Vivaldi Beethoven, Chopin und Mozart … dakann man für den gepflegten Weihnachtsabend nichts falsch machen. Gott sei Dank verzichtete die Teldec damals darauf, sich es ganz einfach zu machen und Weihnachtslieder zu präsentieren.

Die 2. LP umfasste dann eine „Silvestermischung“. Und hier kann man sich nun mit der bundesdeutschen Schlagerherrlichkeit jener Jahre vertraut machen.

Und eine solche Mischung ist natürlich immer ne Gradwanderung des guten bzw. schlechten Geschmack.

illustrationen02a

Aber immerhin kann man Gilbert Becauds auf englisch singen hören,  während man andererseits feststellen muss, dass die Les Humphries Singers bereits aus den letzten Lööchern pfeiffen. Dafür standen dann Truck Stop in denn Startöchern (auch die singen hier noch englisch) und auch ein Peter Maffay machte sich daran, einSuperstar zu werden.
Maffay glänzt übrigens mit einem Lied, das man heute als köstliche Cowboy-Lagerfeuer Parodie interpretieren könnte.

Und eine Su Kramer verkaufte sich mal wieder unter Wert …

Dann hört man noch rätselthafte Gruppe wie „Please“ oder Teach-In“ … Tom Jones, Neil Diamond, Ray Charles & Co. waren da natürlich weitaus bekannter.

Und zum Schluß knarzt und knödelt dann noch Udo Lindenberg sein Lied vom „Malocher“ … Prost !

Für die Innenseiten des Doppelabums hatte man sich dann noch was ganz besonders einfallen lassen (Gimmick nennt man das wohl):

Auf jeder Seite fanden sich dann jeweils 64 Klebesticker, die man abziehen konnte und so als Dekoration für Geschenke oder Einladungskarten oder oder oder verwenden konnte. Ziemlich aufwendig für meinen Geschmack, aber die Teldec ließ sich halt nicht lumpen, wenn es darum ging, wichtige Geschäftspartner wie mich zu beglücken !

booklet1

Titel:

Weihnachtsmischung:
0
1. Concentus Musicus Wien: Concerto Für Oboe A-Moll (Vivaldi) 9.30
02. Mozarteum Orchester Salzburg: Rondo für Klavier und Orchester Nr. 1 D-Dur KV 382 (Mozart) 10:11
03. Vladimir Ashkenazy: Etüden Op. 10 (Chopin) 11.34
04. Chicago Symphony Orchestra: Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 (Beethoven) 14.05

Silvestermischung:
05. Jürgen Marcus: Ohne Ziel ist diese Liebe (White) 3.12
06. Tony Christie: If I Miss You Again Tonight (Black/Mareno) 2.39
07. Gilbert Bécaud: A Little Love And Understanding (Becaud/Amade/Stellman) 3.20
08. Telly Savalas: You’ve Lost That Loving Feeling (Spector/Mann/Weil) 3.03
09. Ray Charles: Sunshine (Newbury) 3.40
10. The Les Humphries Singers: Day After Day (Humphries) 3.21
11. Su Kramer: Nur wer das Leben liebt (Moroder/Bellotte/Hauptmann) 3.42
12. Tom Jones: Memories Don’t Leave Like People Do (Dean/Butler/Glover/Bristol) 3.00
13. Peter Maffay: Wilde Pferde (Maffay/Heilburg) 2.53
14. Teach-In: Goodbye Love (Versteeg) 2.58
15. Neil Diamond: Goldwater Morning (Diamond) 3.17
16. Engelbert: Forever And Ever (Canstantinos/Vlavianos) 3.37
17. Gilbert O’Sullivan: I’ll Believe It When I See It (O`Sullivan) 5.13
18. Please: The Photograph (David/Maria) 2.36
19. Truck-Stop: You’tt Find The Way (Bach) 2.56
20. Udo Lindenberg: Der Malocher (Lindenberg) 3.54

 

*
**

labela1

Wer an weiterführenden Informationen, die zur Vertiefung
der einzelnen blog-Beiträgen dienen, interessiert ist,  benötigt ein Passwort.
Dazu schreibe man an

post-fuer-sammelsurium@gmx.net

illustrationen01a