Jochen Wiegandt & Lilienthal – Haltet stets zusammen (1988)

FrontCover1Ok, es mag ja sein, dass es nicht mehr „in“ ist, am 1. Mai mal ein wenig inne zu halten und sich wieder mal bewusst zu werden, welch verdammt wichtige Funktion die Gewerkschaften über all die Jahrzehnte für uns alle hatten und haben ! Aber da bin ich doch nur zu gerne altmodisch. Ohne die Gerwerkschaften würde unser Leben heute aber sowas von anders ausschauen …

Weiterführende Informationen gibt es natürlich wie Sand am Meer. Ich verweise mal auf einen Beitrag in diesem blog und der findet sich dann hier.

Und für den heutigen 1 Mai habe ich mir eine Scheibe ausgesucht, die ganz in dieser Tradition steht. Veröffentlicht wurde sie von Gewerkschaft IG Bau-Steine-Erden und für die Präsentation dieser alten „Lieder der Handwerksgesellen und der Arbeiterbewegung“ konnte man nun wirklich kompetente Musiker mit an Bord holen:

Da ist zum einen der Jochen Wiegandt:

Jochen Wiegandt (* 1947 in Güstrow) ist ein deutscher Volkssänger, Liedermacher und Unterhaltungskünstler.

Bereits als Kind kam Jochen Wiegandt mit seiner Familie nach Westdeutschland, wo sie nach mehreren Ortswechseln 1964 schließlich in Hamburg ansässig wurde. Ab Mitte der 1960er Jahre begann Wiegandt Musik zu machen, er spielte in einem Posaunenchor, einer Jazzband und einer Skiffle-Group, bevor er 1969 mit Freunden die Irish Folk-Gruppe Tramps & Hawkers gründete. 1975 folgte gemeinsam mit Anselm Noffke und Jörg Ermisch die Gründung der norddeutschen Folkgruppe Liederjan. 1980 begann er mit dem Schreiben eigener Songs und gastiert seit 1983 mit Soloprogrammen in unterschiedlichen Einrichtungen. Einen Teil seines Schaffens bezeichnet er selbst scherzhaft als „Liederatur“.

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Liederjan, 1978

Neben CDs mit plattdeutschen Volksliedern veröffentlicht Jochen Wiegandt, der sich selber als Lieder-Sammler und Geschichten-Jäger bezeichnet, Liederbücher mit Texten, Noten und Lexika aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Gemeinsam mit dem Hamburger Abendblatt, NDR 90,3 und dem NDR Hamburg Journal entstand auf der Grundlage von Hörer- und Leserpost 2013 das Buch Singen Sie Hamburgisch?.

Jochen Wiegandt arbeitet auch für Hörfunk und Fernsehen. Von 1994 bis 2001 war er Gastgeber der N3-Musiksendung Bi uns to Hus. Weiter trat er in verschiedenen Fernsehformaten als Sänger auf. Wiegandt moderierte im Wechsel mit anderen Kollegen die von NDR 90,3 ausgestrahlte Hörfunksendung Sonntakte und ist dort in den Sendungen Wi snackt Platt und dem Hamburger Hafenkonzert zu hören.

Am 23. November 2015 sang er bei der Trauerfeier für Helmut Schmidt in der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis, sich selbst auf der Gitarre begleitend, das Lied Min Jehann, ein Gedicht von Klaus Groth.

Der mit einigen Preisen ausgezeichnete Künstler lebt in Hamburg. (wikipedia)

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Na und dann noch die Gruppe Lilienthal:

Lilienthal war eine deutsche Folkband, die in den 1970er Jahren gegründet wurde.

Die Band entstand im Jahr 1976 in Göttingen aus den Irish-Folk-Bands Rakish Paddy und Kith and Kin’. Entdeckt wurde sie in Göttingen vom Folk-Produzenten Carsten Linde, der bald zur ersten Langspielplatte verhalf. Die Band spielte deutsche Volkslieder in ungewöhnlicher Instrumentierung. Lilienthals Vorbilder waren die Folkbands Planxty und Fairport Convention. Einen Teil ihres Materials erhielten sie aus den Volksliedsammlungen von Wolfgang Steinitz. Neben deutschen Texten sangen sie in mittelniederdeutscher Sprache (Heio) und spielten Instrumentalstücke, vor allem modern arrangierte Renaissancetänze.

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1984 spielten Maucksch, Beisert, Steymans und Schobeß mit dem kolumbianischen Tenor Jorge Lopez Palacio das Album Colombia paloma herida ein.

Am 11. Juni 2003 starb Steymans, und die Band löste sich auf. (wikipedia)

Und gemeinsam intonieren sie 12 von diesen alten Liedern auf gar wunderbare Weise … textlich z.T. rotzfrech, musikalisch hübsch zugerecht gemacht, so das es eine rechte Freude ist.

Und wie hieß es mal über Jochen Wiegandt:

Jochen Wiegandt sammelt, hört zu, schreibt auf, singt nach. Seit seinen
Liederjan-Zeiten fühlt er sich alten Liedern und Geschichten verpflichtet.
„Wenn wir sie nicht bewahren, bearbeiten, herausgeben, sind sie bald vergessen und verschollen! (Magazin der Hamburger Volksbühne, November 2015)

Und ein solches Statement ist zumindest mir natürlich zutiefst sympathisch.

BackCover

Besetzung:
Jochen Wiegandt (vocals, walsdzirther)
+
Wolfgang Beisert (guitar, mandolin, banjo, vocals)
Beo Brockhausen (accordeon, oboe, piano, vocals)
Hans-Jörg Maucksch (bass, vocals)
Herwig Steymans (vocals, guitar, violin, keyboards)

1919
Titel:
01. Lustig, lustig, ihr lieben Brüder (Traditional) 3.01
02. Ich bin Polier (Traditional) 2.42
03. Es, es, es und es (Traditional) 2.51
04. Es Ist mir wirklich zum Verdruss (Traditional) 3.27
05. Wir mischen eins zu eins (Traditional) 2.27
06. Brüder, zur Sonne, zur Freiheit (Scherchen) 1.33
07. Ade zur guten Nacht (Traditional) 3.56
08. Die Gedanken Sind Frei (Traditional) 2.30
09. Gesellenwoche (Traditional) 2.46
10. Hamburger Gesellenaufstand (Traditional) 3.26
11. Bet‘ und Arbeit‘ (Herwegh/Heinz) 2.24
12. Lippisches Zieglerlied (Traditional) 2.28
13. Wann wir schreiten (Claudius/Englert) 2.43
14. Haltet stets zusammen (Schöntges/Traditional) 3.12

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ErsterMai2020

Lilienthal – Lieder und Tänze (1977)

 

frontcover1Da wird´s einem Kerl wie mir ja ganz warum ums Herz:

Lilienthal war eine deutsche Folkband, die in den 1970er Jahren gegründet wurde.
Die Band entstand im Jahr 1976 in Göttingen aus den Irish-Folk-Bands Rakish Paddy und Kith and Kin’. Entdeckt wurde sie in Göttingen vom Folk-Produzenten Carsten Linde, der bald zur ersten Langspielplatte verhalf.
Die Band spielte deutsche Volkslieder in ungewöhnlicher Instrumentierung. Lilienthals Vorbilder waren die Folkbands Planxty und Fairport Convention. Einen Teil ihres Materials erhielten sie aus den Volksliedsammlungen von Wolfgang Steinitz. Neben deutschen Texten sangen sie in mittelniederdeutscher Sprache (Heio) und spielten Instrumentalstücke, vor allem modern arrangierte Renaissancetänze.
1984 spielten Maucksch, Beisert, Steymans und Schobeß mit dem kolumbianischen Tenor Jorge Lopez Palacio das Album Colombia paloma herida ein.
Am 11. Juni 2003 starb Steymans, und die Band löste sich auf.)Quelle: Wikipedia)
Lilienthal erkennt man gleich nach den ersten Tönen. Die Göttinger Folkband hat einen einzigartigen Akustik-Sound geprägt: mit Gesang, Harfe, Hackbrett, Krummhörner, Gitarren, Kontrabass, Saxofon und, und, und. Die Band war eine der wichtigsten Formationen des Deutsch-Folk-Revivals der 70er und 80er Jahre. Auch nach dem Abebben der Folkwelle ist die Gruppe zusammen geblieben und hat sich weiterentwickelt.
Es war ein mal eine deutsche Irish-Folk-Band … – so beginnen viele Geschichten über einstige Deutsch-Folk-Gruppen. Auch die der Göttinger Band Lilienthal. Sie entstand 1976, als sich Musiker der beiden Gruppen Rakish Paddy und Kith and Kin‘ zusammentaten. Sie erarbeiteten innerhalb von nur vier Stunden ein Programm aus deutschen und skandinavischen Volkstänzen, zogen in die Fußgängerzone Göttingens und brachten die Passanten zum Tanzen – Lilienthal war aus der Taufe gehoben. Ihren ersten regulären Auftritt hatte die Band kurz danach im legendären Göttinger Kellerclub „Nörgelbuff“.
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Gute Musik und gute Musiker reichten aber auch in den siebziger Jahren nicht aus, um so erfolgreich zu werden wie Lilienthal. Die sechsköpfige Band hatte eine gehörige Portion Glück. „Auf einem Stadtfest in Göttingen sah uns der Folk-Produzent Carsten Linde. Er hat uns entdeckt und gefördert. Schnell nahm er mit uns die Platte ‚Lieder und Tänze‘ auf – es war ja damals gar nicht so leicht, eine Schallplatte zu produzieren. So waren wir recht schnell auf dem Markt“, erzählt Wolfgang Beisert, Harfenist und Gitarrist von Lilienthal. Musikalisch zu Hause fühlte sich die Band in Norddeutschland. Hier suchten sie nach alten Liedern und Tänzen. Natürlich durchforsteten sie auch den „Großen Steinitz“ – die Bibel für politische deutsche Volkslieder. Im Hinterkopf waren jedoch auch immer die modernen Klänge der irischen Folk-Erneuerer von Planxty und von englischen Folkrockern wie Fairport Convention. Die Philosophie von Lilienthal beschreibt Sänger Herwig Steymans so: „Wir waren nie Traditionalisten. Bei Lilienthal kommt zeitlich und regional unterschiedliche Musik zusammen.“ (Udo Hinz)
Da wird´s einem Kerl wie mir ja ganz warum ums Herz:
Abseits der Hektik des Alltags träumt man dann schon man von wackeren Minnesängern, sonstigen Edelleuten, fahrenden Spielleuten und natürlich auch von holden (heimlichen) Königinnen … hach …. und natürlich auch von Mägden, die kein „Nönnlein“ werden wollten … warum wohl =
Und die Musik spielt dazu ! Und zwar sowas von gut !
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Besetzung:
Manfred Bartmann (vocals, Bouzouki, Zither)
Wolfgang Beisert (harp, violin, horn, Bouzouki, Zither, guitar)
Hans-Jörg Maucksch (flute, horn, bass)
Christine Schmidt (vocals, bodhràn, Percussion)
Rainer Schobeß (guitar, horn, dulcimer, organ)
Herwig Steymans (vocals, violin, horn, clavinet)

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Titel:
01. Matelotte (Traditional) 3.01
02  Heio (Traditional) 4.09
03. La Marisque/Richards Krönungsmarsch (Traditional) 2.32
04. Der liebste Buhle (Traditional) 2.31
05. Branle de Bourgonge (Traditional) 2.26
06. Ein welscher Tanz Wascha Mesa/Hupfauf (Traditional) 3.00
07. As ik weggung  (Traditional) 3.06
08. Alfelder Triolett (Traditional) 2.24
09. Plinn (Traditional) 2.26
10. Aus der Tiefe rufe ich (Traditional) 3.39
11. Benneckensteiner Tampet/Stoppgalopp (Traditional) 2.49
12. Ich sollt ein Nönnlein werden (Traditional) 1.58
13. Tourdion  (Attaignat) 3.05
14. Die Greuel des Krieges (Traditional) 2.48

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