Udo Lindenberg & Das Panik-Orchester – Sister King Kong (1976)

FrontCover1Wird wieder mal höchste Zeit den Udo Lindenberg aus der Ecke zu kramen … denn, wie schon mehrfach erwähnt, die deutsche Rockmusik wäre ohne Lindenberg kaum vorstellbar. Und 1976 war schon ein ziemlich erfolgreiches Jahr für ihn.

1976 war für Lindenberg ein arbeitsreiches Jahr. Seine Fans beglückte er gleich mit
mehreren LP-Veröffentlichungen. Eine wie Sister King Kong ist wieder ein hervorragendes
Album geworden.
Nach einer balladenhaften Einführung (Die Bühne ist angerichtet) geht es dann mit
„Emanuel Flippmann und die Randale-Söhne“ richtig rockig zur Sache. In „Rätselhaftes
Bielefeld“  beschreibt uns Udo den durch eine Haifischrangelei verursachten
Höllen – und Himmelstrip. Da er zum Schluss des Liedes zur Venus fliegt wird klar das
es dort „…geiler als in Bielefeld“ ist. Nach „Satellit City Fighter“ folgen drei rockige Songs hintereinander. Das Thema Exorzismus wird in „Der Teufel ist los“ abgehandelt. Sensationslüstern „..wurden Millionen Wecker gestellt..“ um die modernen
Gladiatorenkämpfe in Original mitzuverfolgen. Das wird alles im Titelsong „Sister King
Kong“  der CD tierisch bejubelt. Jenny  ist eine 16-jährige Schulbummelantin und weil es wie im Song geschildert sich bis heute nicht viel geändert hat dürfte es auch gegenwärtig noch so manche „Jenny“ geben. “ Meine erst Liebe“ ist Udos über 6 Minuten langes Liebesepos vom ersten Treffen bis zur Trennung. Selbst der Trennungsschmerz wird positiv verarbeitet und es erfolgte kein Selbstmord wie folgendes Textzitat „…aber mein Mut und das war sehr gut- hat dann doch nicht mitgemacht…“ belegt.

Alles in allem kann man zu dieser Scheibe sagen das Gasgeben seines Panik-
Orchesters hat sich gelohnt. Wenn durch seine frühere Arbeiten der Eindruck entstanden wäre, er sei ein verrockter Liedermacher hat er das hiermit glänzend widerlegt. (ein Amazon Kunde)

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Eigentlich sind nur 3 Klassiker von Lindi enthalten. `Sister King Kong`, `Rock `n` Roll Arena in Jena` und natürlich `Meine erste Liebe`. `Meine erste Liebe` (mit der tollen Jutta Weinhold; hier irrt der Schreiber, es war Ulla Meinecke, die da im Duett mit Udo singt) ist sein vielleicht bestes Lied überhaupt? Es wird sicher Leute geben, die den Song kitschig finden, ich finde ihn genial und leide jedesmal wieder mit.

`Jenny` ist auch ein gutes Stück. Bei `Rätselhaftes Bielefeld` ist der Text wieder mal genial. Gewisse Textzeilen kann eben nur `Uns Udo` verfassen. Bei `Udo on the rocks` erfindet er die Disco-Musik. Es ist schon fast unglaublich, dass hier Sounds vertreten sind, die eigentlich erst im Jahr 1977 richtig angesagt waren. (Double Trouble)

Was der Lindenberg damals drauf hatte, lässt sich z.B. an diesem brutal starkem Übergang von „Die Bühne ist angerichtet“ „Emanuel Flippmann und die Randale-Söhne“ demonstrieren .. .da stellen sich einem doch glatt die Zehennägel auf auch wenn´s dann später ein wenig albern wurde.

Und auch „Jenny“ geht tierisch ab … textlich wie musikalisch …

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Und das Lied „Meine erste Liebe “ rührt mich heute noch zutiefst, denn hier singt der Udo Lindenberg auch meine Geschichte … von damals …

Und mit dem stillen „Rock’n Roll-Arena in Jena“ zeigt er, dass ihm bereits damals die Teilung Deutschland alles andere als gleichgültig war:

Ich würd‘ so gerne bei euch mal singen
meine Freunde in der DDR
’ne Panik-Tournee, die würd’s echt bringen
ich träume oft davon, wie super das doch wär‘

Doch die Funkionäre sind noch unentschlossen
diese „westliche Müllkultur“ sei nichts für die Genossen
wann sehen die Herren endlich mal klar
und bauen die Rock ’n‘ Roll-Arena in Jena?
(… oder bleibt die DDR
in Sachen Kulturaustausch weiterhin
die „Deutsche Desillusions Republik?“)

Ganz sicher nicht dass beste Udo Album (und was ist bitteschön das „beste Album“ von ihm ?) … und dennoch zeigt es, was für ein Potential der Bursche damals hatte …

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Besetzung:
Gottfried Böttger (piano)
Bertram Engel (drums)
Thomas Kretschmer (guitar)
Jean-Jacques Kravetz (keyboards)
Udo Lindenberg (vocals, percussion, bass, keyboards)
Paul Vincent (guitar)
+
Curt Cress (drums)
Claas Juster (keyboards)
Dave King (bass)
Thomas Immanuel Kuckuck (Tierstimme)
Olaf „Kicher“ Kübler (saxophone)
Ulla Meinecke (vocals bei 08.)
Kristian Schultze (keyboards)
Rico Vulkano (percussion)
Jutta Weinhold (vocals bei 03.)
+
vocals:
Christian – Inge Wellmann – Rale Oberpichler – Tobias – Udo Gerhard – Victor

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Titel:
01. Die Bühne ist angerichtet (Lindenberg) 2.40
02. Emanuel Flippmann und die Randale-Söhne (Lindenberg) 4.29
03. Rätselhaftes Bielefeld (Lindenberg) 5.12
04. Satellit City Fighter (Königstein/O’Brien-Docker/Lindenberg) 4.07
05. Der Teufel ist los (Lindenberg) 4.32
06. Sister King Kong (Lindenberg) 4.11
07. Jenny (Kretschmer/Lindenberg) 4.08
08. Meine erste Liebe (Lindenberg) 6.09
09. Udo On The Rocks (Cress/King/Schultze/Kübler/Vincent/Lindenberg) 4.57
10. Rock’n Roll-Arena in Jena (Kravetz/Lindenberg) 1.10

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Udo Lindenberg „undercover“: 1976 mit Achim Mentzel (* 15. Juli 1946 in Berlin; † 4. Januar 2016 in Cottbus) im damaligen „Lindencorso“ Unter den Linden. Lindenberg reiste als Tourist ein.

Udo Lindenberg – Rock `n`Roll und Rebellion – Ein panisches Panorama (1981)

Es mag ja sein, dass der Udo Lindenberg mehr als einmal ne rechte Labertasche war.

Aber genauso richtig ist, dass der Udo Lindenberg mehr als einmal wichtige, wesentliche und richtige Statements zum Zustand unseres Landes gab.

So auch auf dieser EP, die als Beilage zu dem wirklich großartigem gleichnamigen Lindenberg Buch aus dem ambitioniertem Syndikat Verlag, Frankfurt, erschien.

Und darum geht es in dem Buch:

Wer die Geschichte des Rock’n’Roll erzählen will und es unterlässt, die Revolten der Jugend zu beschreiben, die Rock’n’Roll erst zu ihrer Musik machten, der verfälscht die Geschichte. (Günter Amendt)
Man ist wieder dabei, diese Zeit zu verfälschen, aber keine Panik: Wir haben ja Udo Lindenberg, der Anfang der 80er Jahre mit dem Syndikat Verlag ein Panorama der fünfziger und sechziger Jahre entwickelte, das in der Zuordnung seiner Texte zu eindrucksvollen Bildbeispielen die Panik deutlich machte, die die Adenauersche Spießergesellschaft ergriff, als die aus Amerika kommende Musik Bill Haleys, Elvis Presleys oder Mick Jaggers die deutsche Jugend in Ekstase versetzte. Diese Chronik einer Revolte liegt jetzt wieder vor mit einer Laudatio auf den homo panicus als solchen von Bazon Brock. (Werbetext)

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Und getreu dem Hinweis von Günter Amendt können wir hier 4 Lieder des politischen Udo Lindenbergs hören, leider wieder hochaktuelle Lieder (nicht nur Wozu sind Kriege da ?“)

Dass der Udo Lindenberg so seine ganz eigene Sprache entwickelte ict bekannt und auch hier finden wir viele seiner knackig-schnoddrigen Formulierungen und ja, ich mag diese direkt-unverblümte auf-den-Punkt kommende Kommentierung, gerade wenn es um all die widerwärtigen Themen geht, die einen schon ganz schön deprimieren können.

Also: schon fast eine Pflichtscheibe, die eine Sammlung von wesentlichen Beiträge des Udo Lindenberg enthalten.

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Besetzung:
Udo Lindenberg (vocals, piano)
+
Das Panikorchester
+
Pascal Kravetz (vocals bei 02.)

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Titel:
01. Grande Finale (Lindenberg/King) 5.13
02. Wozu sind Kriege da? (Lindenberg) 3.55
03. Big Brother’s Töchter (Lindenberg/Dostal) 3.22
04. No Future? (Lindenberg) 3.55

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Tommy Fortmann & Beat Hirt – Tell ! (Original Schallplatten-Fassung des Musicals) (1977)

FrontCover1Ich kann mich noch relativ gut an den Hype erinnern, als dieses Musical 1977 veröffentlicht wurde, denn allein die Mixture der Gastsänger ist irgendwie atemberaubend, schwindelerregend: Jürgen Drews, Alexis Korner, Udo Lindenberg, Su Kramer, Jackie Carter und Romy Haag gemeinsam auf einem Album … wann gab´s das denn schon mal ?

Aber: In der Sprache der Arbeitszeugnisse müsste man diesen Hype mit den Worten „man gab sich Mühe“ charakterisieren.

Ich weiss gar nicht, wo ich da aufangen und wo ich da aufhören soll.

Da ist ein Udo Lindenberg, der seinen gewohnt schnodrigen Gesangsstil zelebriert und sich insgeheim vor Lachen in die Hose machte, da ist ein Jürgen Drews, dem man – ausgerechnet ihm – den „besten“ Song des Albums geb („Amigo).

Und da ist ein Alexis Korner, der sich mal als Schlagersänger ausprobieren durfte … gar nicht so übel, wenn´s nicht so arg wehtun würde …

Neben eher simplen Rocksongs wurde natürlich auch der damalige Disco Sound der „Munich Scene“ zelebriert … damals wie heute mein bevorzugtes Abführmittel …

Und wenn man liest, dass sich Musiker wie Curt Cress, Kristian Schultze oder Frank Diez bereitschlagen ließen, an dieser Produktion mitzuwirken, dann könnte einem der Hut hochgehen ! Und wenn man bedenkt, dass Tommy Fortmann entscheidenden Anteil an der schweizerischen Rockband Demon Thor hatte (die nun wirklich eine gute Band waren), versteht man die Welt nicht mehr.

ImStudio

Tommy Fortmann, Beat Hirt & Dieter Dirks (Produzent)

Und dann die message dieses Musicals … Ich zitiere im Original:

„Tell ist ein junges, popiges Musical aus der Feder der beiden Schweizer Tommy Fortmann (Musik) und Beat Hirt (Text). Das Werk entstand in mehrjähriger Zusammenarbeit der Autoren. Hirt ist 37 Jahre alt, Fortmann 26jährig. Tell ! ist ihr Erstling.

Es geht im Musical Tell ! nur bedingt um Wilhelm Tell, es geht vielmehr zum Beispiel um Wilhelm Tell. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der menschliche Hang zur Glorifizierung von Helden, seien diese nun in der Sportwelt, derf Politik oder eben in der Geschichte zu Hause.

Am Beispiel Tells wird gezeigt, daß Helden auch menschliche (oder un-menschliche) Seiten und Schwächen haben. Daß sie sich in schillernden Heldenrollen nur bedingt wohlfühlen können, weil sie ihre eigenen Schwächen kennen.

Trotz der Infragestellung der Tellenfigur (auch aus der Sicht historischer Quellen) wird Tell nirgends heruntergemacht. Er wird nicht als Tölpel hingestellt. Im Gegenteil: er soll sympathisch und menschlich sein. Wir allen sollen uns im teilweise gequälten Erfolgsstrebens Tells wiedererkennen.“

Aha, alles klar !

Programmheft

Programmheft (Auszug)

Zu ergänzen wäre noch, dass dieses Musical tatsächlich auch live aufgeführt wurde (wie oft, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis); von den auf diesem Album mitwirkenden Musiker konnte allerdings nur Alexis Korner überredet werden, mitzuwirken.

TellLive1

Tell live, mit Alexis Korner

Nun … reinhören lohnt sich dennoch … mit einer gewissen Prise Humor kann das durchaus amüsant sein: Ich vermute, dies ist die einzige Aufnahme, in der Alexis Korner deutsch singt. Und als Rarität kann man dieses Album durchaus bezeichnen … Und so kommt´s auch, dass Lindenberg auf seinem Raritäten Album auch den Song „Gitarrenlied“ aufgenommen hat …

CoverIllustration

Besetzung:
Jackie Carter (Gertrud Stauffacher)
Jürgen Drews (Wilhelm Tell)
Romy Haag (Werner Stauffacher)
Alexis Korner (Landvogt Gessler)
Su Kramer (Hedwig Tell)
Udo Lindenberg (Gitarrist)
+
Besetzung

Titel:
01. Intro (Wilhelm Tell-Melodie)
02. Sag uns 2.15
03. Gitarrenlied (Udo Lindenberg) 3.38
04. Amigo (Jürgen Drews) 2.40
05. Helden (Su Kramer) 2.58
06. Rock Tell 2.33
07. Tellenlied (Jürgen Drews) 3.10
08. Schüsse (Alexis Korner) 2.23
09. Unsere Welt will immer nur Gewinner sehen (Jackie Carter) 2.42
10. Tells Flucht 3.09
11. Tell, was wär´ passiert ? (Udo Lindenberg / Jürgen Drews) 2.48
12. Weiberrock (Romy Haag) 2.43
13. Liebeslied (Jürgen Drews / Jackie Carter) 4.30
14. Gesslerlied (Alexis Korner) 3.14
15. Hallo Uri Uno ! (Jürgen Drews / Udo Lindenberg) 2.13
16. Wilhelm Tell (Udo Lindenberg / Alexis Korner / Jackie Carter) 4.03

Musik: Tommy Fortmann
Text: Beat Hirt

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SpiegelKritik

Der Spiegel 33/1977 (08. August 1977)

Verschiedene Interpreten – Greenpeace (1984)

FrontCover1Es gab ja nicht nur diese Benefiz-LP´s der Aktion Sorgenkind & Co. Nein, auch die alternative, die linke „Szene“ hatte ihre Ideale, die es auch musikalisch zu unterstützen galt.

Die aufkeimenden Umwelt- und Ökobewegung (die „Grünen“ waren mittlerweile im Bundestag zu Bonn und verblüfften mit ihrem alternativen Verhaltensweisen die traditonellen Partein … und ich saß damals feixend vor dem Fernseher) hatte natürlich mit dem Flaggschiff „Greenpeace“ seine Helden.

Und das zu recht ! Mit ihren „radikalen“ Aktionen sorgten sie für die notwendige Aufmerksamkeit für den Zustand unserer Erde … Und diese Album sollte den Kauf eines Schiffes für Greenpeace unterstützen … immerhin 3 DM pro LP sollte Greenpeace zweckgebunden zufließen …

Fast 30 Jahre später macht dieses Album insofern weiterhin Freude, weil man damit auch einen Querschnitt der damaligen deutschsprachigen Rockmusik zu hören bekommt und erfreulich und überraschend kommt es mir vor, dass die meisten der damaligen Künstler sich bis heute halten konnten, bzw. bis heute nicht vergessen sind. Von BAP (mit ihrem brillianter „Kristallnaach“ über den gewohnt schnodrigen Udo Lindenberg bis hin ja, auch bis hin zu Peter Maffay, der durchaus was zu sagen hatte.

Und auf der Rückseite dieser LP kann man dann folgenden Text lesen:

Warum ...
Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2017:

In Duschgels, Peelings oder Make-up finden sich winzige Plastikpartikel, beispielsweise als Schleifmittel, Filmbildner oder Füllstoff. Aber auch flüssige und wachsartige Kunststoffe werden in Kosmetik- und Körperpflege-Produkten eingesetzt. Mit dem Abwasser gelangen die vermeintlichen Helfer in Flüsse und Meere, kein Klärwerk kann sie vollständig aufhalten.

Die Folgen: Zanderlarven futtern Mikroplastik statt Plankton. Im Kot von Seehunden und Kegelrobben, in den Därmen von Dorschen und Makrelen, in den Körpern von Miesmuscheln und Nordsee-Garnelen – überall haben Wissenschaftler den quasi unverrottbaren Werkstoff bereits nachgewiesen. Im Mittelmeer ebenso wie in der Nordsee, selbst in den entlegenen Gewässern der Arktis und der Antarktis.

Microplastics Found in Fish

Mit Ihrer Hilfe kann Greenpeace Industrie und Politik zum Handeln auffordern: Studien und Laboranalysen beweisen den Einsatz von Plastik in der Kosmetikherstellung. Die freiwilligen Selbstverpflichtungen von L’Oréal und Co., auf Plastik zu verzichten, entlarvt Greenpeace als Lippenbekenntnisse und setzt sich für ein gesetzliches Verbot in Deutschland ein. Mit unserem weltweiten Netzwerk unabhängiger Greenpeace-Büros arbeiten wir daran, grenzüberschreitende Lösungen für eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit zu finden: die schleichende Vergiftung des Meeres und aller Lebewesen, die aus ihm hervorgehen, mit Plastik.(Quelle: Greenpeace.de)

Der Kampf geht weiter ! Und ab dem heutigen Tage bin ich nun Mitglied bei Greenpeace.

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Titel:
01. BAP: Kristallnaach (BAP/Niedecken) 4.56
02. Udo Lindenberg: Commander Superfinger (Lindenberg/Kübler) 4.10
03. Ulla Meinecke: Zauberformel (Evans/Meinecke) 3.44
04. Novalis: Kleinwenig Mehr (live) (Job/Mühlböck) 3.15
05. Bots: Diese Nacht (Sanders/Lindenberg/Heirei/Walraff) 3.45
06. Konstantin Wecker: Noch lädt die Erde ein (Wecker) 3.03
07. Peter Maffay: Der Baum des Lebens (Schirmann/Zuckowski) 3.22
08. Ina Deter Band: Mit Leidenschaft (Deter) 3.39
09. Hans Hartz: Vor meinem Fenster steht ein Baum (Hartz) 3.08
10. Georg Danzer: Atlantis (Leitch/Danzer) 4.25
11. Ludwig Hirsch: Hobellied (Kreutzer/Raimund/Hirsch) 3.33
12. Marius Müller-Westernhagen: Laß uns leben (Müller-Westernhagen) 4.20
13. Hannes Wader: Reine Natur (Wader/Hoop) 3.13
14. Trio: W. W. W. (Wir wollen watt) (Remmler/Kralle/Czukay) 3.46

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PlastikmüllImMeer

Ohne Worte …

Band für Afrika – Nackt im Wind (1985)

FrontCover1Diese Aktion hat damals für ganz viel Furore gesorgt:

Die Band für Afrika war ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener deutscher Künstler, mit dem Ziel Spendengelder für Afrika zu sammeln. Vorbild dafür war das britische Projekt Band Aid, das Bob Geldof und Midge Ure 1984 in England organisierten.

Das Projekt wurde im Jahr 1985 initiiert. Der Text des Liedes Nackt im Wind stammt von Wolfgang Niedecken (BAP). Im Januar 1985 wurde in den Studios der FSM ein Videoclip für die Fernsehsendung Formel Eins aufgenommen. Alle beteiligten Künstler und Plattenfirmen verzichteten auf ihre Gage. Der Song erreichte Platz drei der Hitparade.

Band für Afrika trat am 13. Juli 1985 anlässlich des Live-Aid-Konzerts in Köln live auf, der Titel Nackt im Wind wurde weltweit übertragen. Außerdem wurde noch Deserteure von Wolf Maahn gemeinsam gesungen, was 1987 anlässlich der damals letzten Rockpalast-Nacht in der ARD gesendet wurde.

Nackt im Wind ist der Name eines 1985 von Herbert Grönemeyer und Wolfgang Niedecken geschriebenen Liedes. Es entstand für das Projekt Band für Afrika, das zum Ziel hatte, nach dem Vorbild des Band-Aid-Projektes um Bob Geldof (1984) ein vergleichbares deutsches Musikprojekt zu initiieren, um Geld für die Opfer der Hungersnot in Äthiopien 1984–1985 zu sammeln.

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Alternatives Frontcover

Um zu vermeiden, dass zu viel des eingenommenen Geldes durch die GEMA an einzelne Künstler gezahlt werden müsse (wodurch die für Spenden zur Verfügung stehende Summe gesunken wäre), kam der Song mit seinen Autoren unter dem Namen „Band für Afrika“ heraus. Tatsächlich hatten jedoch Herbert Grönemeyer (Musik) und Wolfgang Niedecken (Text) das Lied konzipiert. Niedecken hatte den Text ursprünglich für BAP geschrieben, als die Anfrage kam, ob er sich an dem Projekt beteiligen wolle. Er fand den Text passend und bot ihn bei einem Treffen in Frankfurt am Main an. Grönemeyer schrieb dann die Musik dazu.

Niedecken äußerte sich später kritisch zu seinem Text:

„Ich denke, dass man die eine oder andere Zeile überarbeiten müsste. Damals war der Text sehr stark festgemacht an den Sünden unserer Ahnen. Man kann aber auch nicht alles auf die Kolonialzeit zurückführen, was an Problemen vorhanden ist. Das ist der Kardinalfehler dieses Textes. Wenn ich ihn heute noch mal neu schreiben würde, würde ich wahrscheinlich ganz anders herangehen!“

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An den Aufnahmen beteiligten sich Künstler, die zu dieser Zeit eine besondere Popularität in Deutschland genossen. Hierzu zählten Alphaville, BAP, Ina Deter, Extrabreit, Geier Sturzflug, Herbert Grönemeyer, Gitte Haenning, Hans Hartz, Heinz Rudolf Kunze, George Kranz, Klaus Lage, Udo Lindenberg, Wolf Maahn, Peter Maffay, Ulla Meinecke, Marius Müller-Westernhagen, Münchener Freiheit, Nena, Rheingold, Rodgau Monotones, Spider Murphy Gang, Spliff, Trio und Juliane Werding.

Um dem Zweck der Platte zu dienen, verzichteten alle Beteiligten auf ihre Gagen und Tantiemen. Die Initiatoren gingen sogar noch einen Schritt weiter, indem sie durch einen besonderen Aufdruck auf der Schallplattenhülle auch den Handel in die Pflicht nahmen:

„Die Künstler legen Wert auf die Feststellung, daß wirklich niemand außer den Spendenempfängern an dieser Schallplatte profitiert. Komponist, Texter, Musiker, Produzent, Schallplattenfirma und Verlag verzichten auf jeglichen Verdienst und führen mindestens 2,00 DM pro Single (plus nachträglich anfallende GEMA-Lizenzen) als Spende auf die o.a. Konten ab. Der Schallplattenhandel wird gebeten, diesem Beispiel zu folgen.“

Nackt im Wind wurde am 21. Januar 1985 als Single und Maxi-Single veröffentlicht, die jeweils die gesungene und eine Instrumentalversion des Liedes enthielten, und erreichte akzeptable bis gute Platzierungen in den Hitlisten in Österreich (Platz 18), der Schweiz (Platz 21) und Deutschland (Platz 3). (Quelle: wikipedia)

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Da sitzen sie … alle auf einen Haufen

Wie sähe es aus, wenn Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer, Marius Müller-Westernhagen und Peter Maffay zusammen einen Song machen würden? Vor allem, wenn sie dabei von BAP, Klaus Lage, Nena, der Münchner Freiheit und Trio begleitet werden? kann man sich gar nicht vorstellen?

Gab es aber! Initiert von Herbert Grönemeyer fanden sich 1985 über 30 deutsche Popmusikerinnen zusammen, um nach Bob Geldofs Vorbild ein Hilfsprojekt für Afrika einzusingen. komponiert von Grönemeyer und getextet von Wolfgang Niedecken erreichte „Nackt im Wind“ der Band für Afrika immerhin Platz 3 in den Charts. schwer vorstellbar, dass sich diese Musiker heute noch einmal zusammen finden würden, aber damals scheint es zumindest laut beobachtung des Zeit-Journalisten Tom R. Schulz geklappt zu haben:

„Selbst Nena, die gelangweilt wie eine unterbeschäftigte Verkäuferin in der Sportabteilung eines Warenhauses in die Pedalen eines Hometrainers trat, wenn es nichts für sie zu singen gab, oder Peter Maffay, der schweren Schritts im Cowboyanzug umherstapfte, fügten sich in die Gemeinschaft ein.“

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Gitte beim „Live-Aid“ Konzert in Köln, 1985

Ein solches Starensemble der deutschen Popmusik kann nur von einem angekündigt werden: Ingolf Lück präsentierte die Band für Afrika in der „Formel eins“-Show:

Das Highlight ist aber die Live-Version zum Live Aid-event ’85. der britische Moderator von Radio One schaltet stilecht zum Kölner Dom, wo die beiden Türme erst langsam verschwinden und auf die Bühne geschnitten wird. dort kündigt eine Moderatorin an, dass die 30 Musiker gestern nacht lange zusammen gesessen hätten, um eine Erklärung zu formulieren, die Udo Lindenberg vorträgt, „wir wollen das heute mal ein bisschen konkreter und nicht nur ein paar fromme Sprüche und deswegen steht das hier auf dem Zettel.“:

Als Ergänzung habe ich eine Interview mit Wolfgang Niedecken aus dem Jahr 2010 beigefügt, in dem er u.a. auch über dieses Projekt berichtet.

Ach ja … musikalisch finde ich „Nackt im Wind“ eher dürftig … aber was soll´s… wenn die Einnahmen tatsächlich ein wenig geholfen haben … dann soll´s mir recht sein.

Besetzung;
Alphaville – BAP – Extrabreit – Geier Sturzflug – George Kranz – Gitte Hænning – Hans Hartz – Heinz Rudolf Kunze – Herbert Grönemeyer – Ina Deter – Juliane Werding – Klaus Lage – Marius Müller-Westernhagen – Münchener Freiheit – Nena – Peter Maffay – Rheingold – Rodgau Monotones – Spider Murphy Gang – Spliff – Stefan Waggershausen
Trio – Udo Lindenberg – Ulla Meinecke – Uwe Fahrenkrog-Petersen – Wolf Maahn – Richard Wester

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Titel:
01- Nackt im Wind (Grönemeyer/Niedecken) 5.11
02. Nackt im Wind (Instrumental Version) (Grönemeyer) 4.10
+
03. 03 – Interviw mit Wolfgang Niedecken – Gesellschaftspolitik, unbequeme Wege und Solidarität (2010) 23.57

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Verschiedene Interpreten – 50 Jahre Oberschwabenhalle Ravensburg (2009)

Album1Er hat´s ja angekündigt, der Hermann … und er hat´s nicht nur angekündigt, er hat´s dann auch wahr gemacht.

Und ich gestehe: ich staunte nicht schlecht, als ich dieses Päckchen dann auf meinem Schreibtisch fand … oder anders ausgedrückt: mir blieb die Spucke weg !

„50 Jahre Oberschwabenhalle Ravensburg“ … eine liebevolle Würdigung dieser Konzerthalle in der Stadt Ravensburg.

In der Oberschwabenhalle waren sie alle zu Gast: Die Schlagerlegende Udo Jürgens genauso, wie die australische Hard-Rock-Formation AC/CD oder Die Fantastischen Vier. Am 09. Oktober 2009 feiert die Oberschwabenhalle ihren 50. Geburtstag, natürlich mit einem umfangreichen Festprogramm. Für die geladenen Gäste an diesem Abend halten die Veranstalter ein besonderes Schmankerl parat: die Premierenvorführung einer Film-Doku, die derzeit erstellt wird.

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Die Geschichte der Oberschwabenhalle ist eng verbunden mit der Entwicklung des Messerstandorts Ravensburg. Beim ihrem Bau 1959 war die Oberschwabenhalle die zweitgrößte Veranstaltungshalle in Baden-Württemberg. Überregional bekannt geworden ist sie in den ersten Jahren vor allen Dingen durch die Ausrichtung der Oberschwabenschau. Seit den frühen 60er Jahren wird die große Landwirtschafts- und Verbrauchermesse regelmäßig in Ravensburg veranstaltet und lockt bei jeder Auflage mehrere zehntausend Besucher. Neben der Traditionsmesse komplettieren heute die Baumesse hausplus und Oldtimershow motoMarkt das Messeportfolio der Oberschwabenhalle.

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„In den 70er Jahren hat sich Ravensburg außerdem als erstklassiger Kulturstandort etabliert“, so Willi Schaugg, Geschäftsführer der Oberschwabenhallen Ravensburg GmbH. Zahlreiche national und international bekannte Künstler sind seither in Ravensburg aufgetreten. Die Bandbreite des kulturellen Angebots reicht von Heintje, Boney M. und Benny Goodman über Reinhard Mey und Udo Jürgens bis hin zu den Egerländer Musikanten und Heino.

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Ein wichtiger Entwicklungsschub war die Modernisierung der Halle im Jahr 2002. Zehn Millionen Euro wurden damals investiert und die neu gegründete Oberschwabenhallen Ravensburg GmbH mit der Vermarktung betraut. Seither werden vielseitigen Möglichkeiten, der Halle für unterschiedlichste Veranstaltungen genutzt. Konzerte, Musicals und Aufführungen klassischer Musik finden hier genauso ein professionelles Umfeld wie Sportveranstaltungen und Firmenevents. Regelmäßig gehen in der Oberschwabenhalle auch logistisch aufwendige Fernsehaufzeichnungen über die Bühne.

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Die große Jubiläumsgala findet am 9. Oktober im Modenschauzelt statt. Dann wird auch zum ersten Mal der Jubiläumsfilm gezeigt. Erinnerungen, Eindrücke und Erlebnisse stehen im Mittelpunkt des Oberschwabenhallen-Films. „Schon jetzt haben wir rund fünf Stunden Filmmaterial beisammen“, zieht Ulf Nürnberger ein Zwischenfazit. Nürnberger ist Geschäftsführer der Firma UN.Media, die mit den Dreharbeiten und der Aufbereitung des Films beauftragt ist. Viele Sunden und Tage hat das Team bisher damit verbracht, nach historischem Bildmaterial zu recherchieren, Zeitzeugen zu interviewen und bei den Filmaufnahmen die bestmöglichen Motive und Hintergründe in Szene zu setzen. „Hier wollen wir in erster Linie Zeitzeugen zu Wort kommen lassen. Alle Menschen in der Region, die eine persönliche Geschichte mit der Oberschwabenhalle verbinden, sind aufgerufen sich mit uns in Verbindung zu setzen“, sagte Willi Schaugg, Geschäftsführer der Oberschwabenhallen Ravensburg GmbH.

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In Sachen Kultur erlebt die Oberschwabenhalle einen heißen Herbst, denn zum Jubiläum wird ein buntes Feuerwerk hochkarätiger Kulturevents gezündet. Unter anderen kommen Udo Jürgens, Michael Mittermeier, Marc Medlock, Gotthard & Europe, The BossHoss, ADORO, Host Lichter, Moscow Circus on Ice, Best of Irish Dance und ABBA MANIA nach Ravensburg in die Oberschwabenhalle.

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Und diese Dokumentation besteht aus drei 20.38Teilen:

  • eine DVD mit dem Titel „50 Jahre Oberschwabenhalle“ (20.38)
  • Ein ausführliches Begleitheft (30 Seiten)
  • eine CD mit Hits und Schlagern von Künstlern, die in der Oberschwabenhalle aufgetreten sind.

Nun, die DVD ist eine liebevolle Dokumentation mit vielen Interviews der Hallenbetreiber, Konzertverstalterns, usw. (und gleich zwei Oberbürgermeister wissen auch was zu berichten …) und ein gewisser Ian Anderson bläst dann auf seine Querflöte am Ende der DVD ein Geburrtstagsständchen … bin mir nicht sicher, wieviele „hardcore“ Jethro Tull Fans von dieser Aufnahme wissen.

Und die alten und neuen Aufnahmen der „Old Town Dixie Promenaders“ sind einfach nur rührend …

Nun, das Begleitheft ist eine ausführliche fotographische Zeitreise durch die einzelnen Jahrzehnte … das war ne Fleißarbeit, all die Materialeien zusammenzustellen Respekt !

Und nun, die CD ist eine abenteuerliche Mischung aus allen nur denkbaren Musikrichtungen … und passt von daher verdammt gut in diesen blog (der ja auch ein wenig – hinsichtlich der hier präsentierten Artefakte – abenteuerlich ist …., s. Titelliste)

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Was kann, was soll ich sonst noch schreiben:

Nun, viel liebevoller kann man eine solche Konzerthalle als Ausdruck regionaler Kultur nicht würdigen … und so sehr ich ein überzeugter Europäer bin … Ein Europa ohne Respekt vor den einzelnen Regionen und den dort lebenden Menschen, kann nicht überleben … Und hier haben wir ein prachtvolles Beispiel gelebter regionaler Aspekte.

Nund, und was muss ich jetzt noch schreiben:

Ein ganz herzliches Dankeschön an Hermann (den ich jetzt einfach mal zu den treuen Lesern dieses blogs zähle) …. Ein viel schöneres Geschenk konntest Du mir nicht machen … vielen, vielen Dank !

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Titel:
01. Conny Froboess: Pack die Badehose ein (Bradtke/G.Froeboess) 3.16
02. Heidi Brühl: Wir wollen niemals auseinander gehn (Jary/Balz/de Voss) 3.02
03. Ernst Mosch + seine Original Egerländer: Wir sind Kinder von der Eger (Mosch/Zwinger) 2.42
04. Wiener Sängerknaben: Edelweiss (Rodgers/Hammerstein) 3.10
05. Benny Goodman: Memories Of You  (Razaf/Blake) 3.22
06. Deep Purple: Smoke On The Water (Blackmore/Gillan/Glover/Lord/Paice) 3.48
07. Roy Black & Anita: Schön ist es auf der Welt zu sein (Twardy/Lilibert) 3.28
08. Heino: Blau blüht der Enzian (v.Kleebsattel) 4.10
09. Slavko Avsenik + seine Original Oberkrainer: Trompeten-Echo (Avsenik) 2.38
10. Udo Lindenberg: Alles klar auf der Andrea Doria (Lindenberg) 3.50
11. Freddy Quinn: Junge komm bald wieder (Olias/Rothenburg) 3.17
12. Howard Carpendale: Ti amo (Jay/Bigazzi/Tozzi) 4.07
13. Gary Moore: Over The Hills And Far Away (Moore) 5.23
14. Karl Moik: Servus Pfueat Gott und Auf Wiederseh’n (live im Musikanentenstadl) (Moik(Kefeder) 2.40
15. Dieter Thomas Kuhn: Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben (Kuhn/Schneider/Feldtkeller) 3.51
16. Hansi Hinterseer: Wenn die Berge mich rufen (White/Hammerschmidt) 3.26
17. Jethro Tull: A New Day Yesterday (Anderson) 4.11
18. Stadtorchester Ravensburg + Konstanze Niedung: Ravensburger Heimatlied (Traditional/Mayer) 2.22
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DVD 50 Jahre Oberschwabenhalle 20.38

Overview1

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NotenRavensburgerHeimatlied.jpg

Verschiedene Interpreten – Ein Herz aus Stein – Rolling Stones Songs auf deutsch (2006)

FrontCover1Vorbemerkung 1: Mit so einer Scheibe fängt eigentlich jedes Wochenende gut an …

Vorbemerkung 2: Bei der zentralsten Frage aller Fragen „biste für die Stones oder die Beatles“ war meine Antwort stets eindeutig. Für die Stones !

Und hier eine prachtvolle Sammlun von Rolling Stones Titel … auf deutsch gesungen … Da lacht das Herz und der Schmunzelfaktor – man kann es sich denken – ist extrem hoch.

Auf diesem Tribute-Album werden also 23 Songs der Rolling Stones von verschiedenen Künstlern und Bands in deutscher Sprache interpretiert. Von Schlagerstars, wie Karel Gott, bis Beat-Bands der 1960er und 1970er Jahre reicht das Spektrum der Interpreten.

Erwähnenswert ist vor allem die Theo Schumann Combo, dessen Rolling Stones Cover von der stattlichen Zensur der DDR verboten wurde.

Single02

 

Ein wenig humorlos ist folgende Besprechung:

„Im Gegensatz zu den Beatles wurden die Stones von fremdsprachigen Coverversionen eher verschont. Aber natürlich hat das Team von Bear Family immer noch genügend Perlen und Peinlichkeiten in den Archiven deutscher Schallplattenfirmen entdeckt, um einen gut 80-minütigen Sampler zu füllen. Mit dabei ist das schon fast legendäre „Rot und Schwarz“ (Paint It Black) von Karel Gott oder auch das bei Sixties Parties immer mal gerne zur Abwechslung aufgelegte „Ich frag dich noch einmal“ (The Last Time) von den wirklich guten Black Stars aus Bremerhaven. Die selbe Melodie wird gleich noch zweimal als „Das kann doch nicht wahr sein“ präsentiert. Wobei die DDR-Version der Theo Schumann Combo vor Holger Thomas aus Wilhelmshaven klar nach Punkten gewinnt.

SinglePack1

Weitere Highlights – und das meine ich ganz frei von Ironie – sind The Tonics mit „Ein Mädchen in der Stadt“n (That Girl Belongs To Yesterday, von Jagger/Richards für Gene Pitney geschrieben), Drafi Deutscher und „Es ist besser du gehst“ („You Better Move On“) und Ulla Meinecke mit „Die Zeit wartet auf niemand“ (Time Waits For Noone). Kuriositätenwert haben Bernd Apitz mit „Baby, du kommst viel zu spät“ (Out Of Time) oder die österreichische Seventies Band Magic mit „Feuerreiter“ (I Am Waiting).

Booklet15A

Der Rest ist mehr oder weniger peinlich bis ärgerlich. Aber natürlich sollte man diese Versionen in keinem Fall an den Originalen messen. Man kann jedenfalls sehr schön überzeugte Stones-Fans auf der Halloween oder Silvester-Party mit diesem Sampler erschrecken. Und wer die anderen Bear-Family Sammlungen mit deutschen Versionen angloamerikanischer Hits goutierte, wird auch hier Spaß und Freude haben. Die Linernotes von Bernd Matheja sind gewohnt volkstümlich und jovial.

SinglePack2

Und um noch ein bisschen Namedropping zu betreiben, Frank Farian, Udo Lindenberg, Juliane Werding, Jürgen Zeltinger, Truder Herr & Wolfgang Niedecken sind auch vertreten. Die Ilustrationen im Booklet und das Cover wurden übrigens von Reinhard Kleist gezeichnet, der ja gerade seine Comic Biographie zu Johnny Cash veröffentlicht hat. Eine Wertung für diese Zusammenstellung ist nicht wirklich möglich.“(Quelle: Guitars Galore)

SinglePack3

Also, die Linernotes von Bernd Matheja sind natürlich vor allem sehr kenntnisreich und fundiert ! Ein weiteres Lob gilt natürlich dem Begleitheft (40 Seiten !) … vorbildlicher geht es nicht mehr.

Und Bernd Matheja schreibt dann über die Qualität der Songs folgendes:

Hüllentext1

So isses … aber es gibt schon auch wahre Perlen ….

Wie z.B. die deutsche Angie-Fassung (getextet von Christian Heilburg) – gibt´s hier gleich in 2 Fassungen und ja … solche Angies, wie sie m Text beschrieben werden … ja, die habe ich im Laufe des Lebens auch getroffen … die meisten sind mittlerweile verglüht …

Die Songs der Kölner Fraktion haben auch viel eigenständiges … Udo Lindenbergs Sympathie für den Teufel ist über jeden Zweifel erhaben (Co-Texte: Horst Königstein !).

Der Peter Schleicher hat ja gleich ein ganzes Album mit Stones Lieder auf österreichisch veröffentlicht; hier hören wir 2 dieser Titel.

Ja natürlich dann noch der Karel Gott mit seiner Fassung von „Paint It Black“ … ein Brüller … anders kann man es nicht sagen … so ekstatisch war er wohl selten *ggg*

Booklet03A

Frank K. dürfen noch mal zeigen, was sie eigentlich darauf gehabt hätten. Ihr „Geh zum Teufel“ … man möge es bitte sehr laut hören … da kommt dann die pure Energie zum Vorschein.

Der Text von „Das kann doch nicht wahr sein (gesungen von Holger Thomas) ist ein weiterer eher humoristischer Höhepunkt.

Und dann natürlich das Theo Schumann Combo: Die beiden bis dato unveröffentlichten Stones aus dem Jahr 1965 sind sowas von verblüffend gut gelungen … (klar, diese Aussae betrachte man bitteschön auf dem Hinterrund der damaligen Zeit). Schön, dass wir sie jetzt endlich hören können.

Summa summarum: Dieses Album … ist ne Wucht …

Booklet17A

Titel:
01. Karel Gott: Rot und Schwarz (Paint It Black) (Korn) 3.10
02. Holger Thomas: Das kann doch nicht wahr sein (The Last Time) (Hammerschmidt) 3.40
03. Minou: Ruby Tuesday (Loose) 4.47
04. Die Dorados: Keine Klasse (I Can’t Get No) Satisfaction) (Feltz) 3.08
05. The Tonics: Ein Mädchen in der Stadt (That Girl Belongs To Yesterday) (Lüth) 3.03
06. Drafi Deutscher: Es ist besser du gehst (You Better Move On) (Loose) 2.46
07. Bernd Apitz: Baby, du kommst viel zu spät (Out Of Time) (Loose) 2.47
08. Anita Traversi: Es ist so schön verliebt zu sein (As Tears Go By) (Buschor) 2.38
09. Jack White: Die Mädchen zuhaus‘ (Honky Tonk Woman) (Holm) 2.36
10. Frankie Farian & Die Schatten: Ein Herz aus Stein (Heart Of Stone) (Reuther) 2.24
11. The Black Stars: Ich frag dich noch einmal (The Last Time) (Hee) 3.06
12. Theo Schumann Combo: Satisfaction (Gutsche) 3.52
13. Jasmine Bonnin: Angie (Heilburg) 4.25
14. Magic: Feuerreiter (I Am Waiting) (Bukowski) 3.13
15. Udo Lindenberg: Sympathie für den Teufel (Sympathy For The Devil) (Lindenberg/Königstein) 5.33
16. Peter Schleicher: Man rennt net min Kopf durch die Wand (You Can’t Always Get What You Want) (Schleicher) 3.55
17. Trude Herr & Wolfgang Niedecken: Die Hipp vum Nümaat (Beast Of Burden) (Herr) 3.26
18. Ulla Meinecke: Die Zeit wartet auf Niemand (Time Waits For No One) (Meinecke) 4.13
19. Franz K.; Geh zum Teufel (I Can’t Get No) Satisfaction) (Josefus) 4.16
20. Juliane Werding: Angie (Heilburg) 4.23
21. Jürgen Zeltinger: Waade Op Ne Fründ (Waiting For A Friend) (Niedecken) 3.35
22. Theo Schumann Combo: Das kann doch nicht wahr sein (The Last Time) (Gutsche) 3.01
23. Peter Schleicher: Das Salz Von Der Erd‘ (Salt Of The Earth) (Schleicher) 4.55

CD1

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Verschiedene Interpreten – Auf gut deutsch (2012)

FrontCover1Ein wirklich interessantes Projekt, das sich die Frauenzeitschrift „Brigitte“ da ausgedacht hat:

„Jedes Jahr erscheinen Tausende von neuen deutschen Songs. 39 der besten Stücke aus den letzten 30 Jahren, die an der Schnittstelle von Pop und Poesie liegen, haben wir auf dieser Doppel-CD zusammengetragen – Altmeister wie Udo Lindenberg und Rio Reiser, echte Stars wie Wir Sind Helden und Rosenstolz, neue Helden wie Tim Bendzko und Gisbert zu Knyphausen, Geheimtipps wie Cäthe und Philipp Poisel. Und es gibt Lied Nummer 40. Das ist neu. Und, zumindest ein bisschen, von mir.

Und von Naima Husseini. Die hat eine Melodie gemacht. Ich habe dafür den Text geschrieben. Warum? Weil ich wissen wollte, ob ich das kann. Wie sich das anfühlt. Und weil ich bei mir dachte: So schwer kann das für einen Profischreiber wie mich doch nicht sein, oder?

Kann es wohl. Ich habe gelernt, was für harte Arbeit es ist, einem Lied Worte zu geben. Denn es geht nicht nur um den Gebrauch von Sprache – ein guter Text ist in Worte gegossenes Gefühl. Wer Songtexte schreibt, muss seine Seele nach außen stülpen. Und manchmal an die Grenzen der Peinlichkeit und darüber hinaus gehen: So ein Text klingt gelesen selten gut. Aber in Kombination mit ein paar Akkorden wird oft ein Gedicht daraus.

BackCover
„Wenn du mich willst“ heißt das Stück, das Naima Husseini aufgenommen hat, die erste CD beginnt damit. Beim Text hat sie mir geholfen („Stephan, ‚Wund- und Heilsalbe‘ kann man wirklich nicht singen“). Ohne sie hätte ich es nicht so gut hinbekommen. Man hält es immer für selbstverständlich, dass ein Song einen Text hat. Glauben Sie mir: Das ist es nicht. Mein Respekt vor allen, die sich trauen, einen Song zu betexten, ist jedenfalls ins Unermessliche gewachsen. Und so sollten sie auch dieses Doppelalbum hören: respektvoll. (Stephan Bartels  – Redaktion BRIGITTE)

Deutschsprachige Musik dieser Art gibt es natürlich seit weit mehr als 30 Jahre … dennoch: ein gelungener Überblick über die Vielfalt, auch wenn einen ganz sicher nicht alles in der gleichen Intensität ansprechen kann. Die Stücke stammen allerdings überwiegend aus der Neuzeit und es sind jede Menge Namen dabei, die mir bis dato völlig unbekannt waren … ein weiterer Hinweis wie bunt die deutsche Musikszene inzwischen geworden ist …  auch wenn mir diese Musikszene eher fremd ist.

Booklet

 

 

Titel:

CD 1:
01. Naima Husseini: Wenn du mich willst  3.25
02. Axel Bosse: 3 Millionen 4.13
03. Udo Lindenberg feat. Clueso:  Cello (MTV Unplugged Radio Atmo-version) 3.36
04. Joy Denalane:  Niemand (was wir nicht tun) 3.19
05. And.ypsilon: Sommerregen 4.42
06. Peter Licht:  Dein Tag (reise geht zurück an den Anfang) 4.23
07. Anna Depenbusch:  Wenn du nach Hause kommst 3.33
08. Adel Tawil: Vom selben Stern (Radio Edit) 3.41
09. Marcus Wiebusch:  Weil ich es niemals so oft sagen werde 3.37
10. Max Prosa: Visionen von Marie 3.07
11. Johannes Oerding: Reparier’n (Album Version) 3.59
12. Peter Plate: Ich bin ich (wir sind wir) (Album Version)  3.36
13. Jan Plewka: Ohne Dich (Single Version) 3.59
14. Patrick Reising:  Die Nacht ist jung  3.11
15. Michel Van Dyke: Schläfst du schon (Album Version) 3.24
16. Andreas Weizel: Wovon sollen wir träumen 3.27
17. Spliff: Heut‘ Nacht (Album Version) 4.13
18. Milan Martelli:  Alles kann besser werden (Album Version) 4.30
19. Ina Müller: Das wär dein Lied gewesen 3.54
20. Bernd Begemann:  Es wird noch ein sehr schöner Tag werden 4.38

CD  2:
01. Tim Bendzko:  Wenn Worte meine Sprache wären (Album Version) 3.30
02. Mieze Katz: Tanz der Moleküle (Single Version) 3.57
03. Vincent von Schlippenbach: Schwarz zu Blau 3.35
04. Wolfgang Stach: Still 3.57
05. Judith Holofernes:  Alles 4.19
06. Tobias Kuhn: Lat: 53,7 Lon: 9.11667 3.07
07. Tobias Levin: Ich bin Freund von Klischees und funkelnden Sternen 4.25
08. Jakob Sinn: Die Welt steht still 3.39
09. Frank Ramond: Wir nicht 3.56
10. Philipp Poisel:  Wie soll ein Mensch das ertragen 5.03
11. F. Kuruc: Weg von hier 3.31
12. Matthias Hass:  Ich atme ein (New Version) 3.29
13. Catharina Sieland: Ich muss gar nichts 2.53
14. Niels Frevert: Ich würde dir helfen, eine Leiche zu verscharrn, wenn’s nicht meine ist  4.26
15. Naima Husseini: Ohne dich 3.23
16. Axel Prahl: Wieso bist du immer noch da 5.04
17. Richard Pappik:  Weisses Papier 3.18
18. Ulf Leo Sommer:  Rette mich später 3.56
19. Udo Arndt: Für immer und dich (Album Version) 5.35
20. Clueso: Zu schnell vorbei (Radio Edit) 3.53

CD1A
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Udo Lindenberg & das Panikorchester – Alles klar auf der Andrea Doria (1973)

FrontCover1Tja, der Udo Lindenberg … hier ein paar Eckdaten … aus jener Zeit bevor er bekannt wurde:

Udo Lindenberg wurde am 17.05.1946 in Gronau, einer deutschen Kleinstadt nahe der holländischen Grenze, geboren.

Mitte der Fünfziger Jahre lernte er den Rock ’n’ Roll kennen. Von seinem Vater bekam er als Zehnjähriger ein Schlagzeug geschenkt und trommelte mit 13 bereits bei der Border Town Jazz Band.

Die Stationen vor seiner Solokarriere waren u. a.: The Mustangs, City Preachers, Motherhood, Klaus Doldingers Passport, Emergency (alle als Schlagzeuger).

Nach vielen mehr oder minder erfolgreichen Versuchen, sich als Berufsschlagzeuger durchzuschlagen, vertauschte er dann den Schlagzeughocker mit dem Mikrofon und schaffte 1973 mit seinem eigenen Album „Alles klar auf der Andrea Doria“ den Durchbruch als erfolgreicher Vertreter der deutschsprachigen Rock­musik.

Udo Lindenberg verfuhr immer nach dem Motto des Aktionskünstlers Josef Beuys: „Ich hab’s nicht gelernt, ich mach’s trotzdem“. Der gebürtige Westfale ist der Vorreiter, wenn es um deutschsprachigen Rock geht.

Lindenberg1968

Udo Lindenberg 1968 (mit den City Preachers)

Ohne ihn hätte es keinen Westernhagen, Grönemeyer oder die viele anderen gegeben. „Ob du einen Hit hast oder nicht, spielt keine Rolle. Wenn du solange dabei bist wie ich, bist du sowieso als Mythos unterwegs“, sagt Udo Lindenberg. Er selbst sieht sich als „Jahrhundertmaßnahme“, die auch heute noch kräftig in der Rockszene mitmischen möchte. Ein guter Song muss Udo überraschen, egal ob sein Inhalt, die Musik, das Arrangement, der Sound oder die Art des Singens. Kurzum: also, genau das, was Andrea Doria auszeichnet.

Kaum vorhersehbar zündete 1973 die neu gegründete „Panik-Rakete“, wie Udo sich selbst gern bezeichnet. Gemeinsam mit dem Panik­orchester und der LP „Alles klar auf der Andrea Doria“ schuf sich Lindenberg (zu der Zeit noch unwissend) ein Denkmal. Er wurde zum Pionier des deutschsprachigen Rock. Der Titelsong Andrea Doria geriet dabei zur Hymne. In den von Schlagerfloskeln und Politrock geprägten, frühen 1970ern sang Udo über das, was ihn damals bewegte: „Oh ja ! Damals war ich im Onkel Pö in Hamburg. Wir hatten überhaupt keine Ahnung in welche Richtung es gehen würde. Wir waren alle entweder Profis, Halbmusikanten oder Schluckspechte, keiner wusste so recht Bescheid, also echte Wanderer im Nebel.“

Lindenberg01
Das Onkel Pö war zu der Zeit die Szenekneipe in Hamburg: „Eine Art Schmelztiegel, eine experimentelle Bühne, wo sich damals alle trafen,“ ergänzt Udo. „Etwa Lonzo der berühmte Geiger, Gottfried Böttger mit seinem Honky-Tonky-Klavier, Karl an der Spacegitarre, also total unterschiedliche Stilrichtungen. Mal spielte dort eine Dixieland-Kapelle, dann gab es wieder Jazz, Modern Jazz oder Folk. Dann kamen die City Preachers. Alles ging ziemlich durcheinander, und das war total interessant!“

Udo Lindenberg und seine Kumpels hatten also damals im Onkel Pö Freude an der stilistischen Vielfalt. Er sagt: „Wir haben einfach rumexperimentiert und mal geguckt, wenn nicht nur jede Clique für sich selbst spielt, sondern sich auch für andere öffnet, was da an wunderbaren neuen Sachen entsteht.“

Genau so ist dann auch Udo Lindenbergs Klassiker Andrea Doria entstanden – mit seinem Dixieland-Sound basierend auf einem Rockschlagzeug. Der Künstler erinnert sich: „Ich hab einfach diese Crazy-Szene in diesem wunderbaren Laden beschrieben. Das war ein geiles Ding. Und dann haben wir mit ein paar Doppel-Körnern im Kopf das Ding gesungen. Ich wusste gar nicht genau, ob man das mit meiner Stimme aus dem Gulli überhaupt anbieten kann! Aber das war ja gerade der Trick! Ich habe ja nichts gelernt und es trotzdem gemacht! So erfuhren sie: Auf diese Weise läuft es genau richtig!

TVInterview

Bei einem TV Interview aus dem Jahre 1974

Mit Andrea Doria lieferte Udo Lindenberg 1973 nicht nur einen seiner wichtigsten Songs ab – es war der Urknall für deutschsprachigen Rock. Hatte Udo damit gerechnet, was er mit Andrea Doria damals in Gang setzen würde?

„Ich hab mir gedacht zu der Zeit, einer wird’s bringen, aber ich wusste nicht wer. Einer wird’s bringen mit deutschen Texten, gut crazy ja, aber auch ein wenig schlau, dass man singt über das, was das Leben so im Angebot hat, was du mitbekommst, dass du reflektierst, sowohl den ganzen Scheiß, als auch den wunderbaren Wahnsinn: Liebe, Drogen, Trallalla und alles was es gibt. Da habe ich gedacht, einer wird’s bringen, einer wird der ganz große Star, doch ich hatte noch keine Ahnung, dass ich derjenige sein würde. Okay, insgeheim habe ich es natürlich gehofft und begünstigt!“

Single

Andrea Doria ist ein Klassiker von dem es inzwischen einige Coverversion und Neuinterpretationen gibt, zum Beispiel eine überaus gelungene des 1996 verstorbenen Rio Reiser.

Lindenberg1972

Udo Lindenberg bei Dreharbieten zu dem Musik-Video „Lady Horror“ 1972.

Welche ist Udos persönlicher Favorit? „Genau, die find‘ ich wirklich ganz toll von Rio, den ich ja sonst auch sehr geschätzt habe. Wir waren ganz gute Kumpels und ich hab ja auch Lieder von ihm gesungen, tolle Dinger. Er war einer der ganz Großen. Ich fand’s sehr geil, wie er den Song Andrea Doria gebracht hat. Ja, ich höre Rios Fassung ab und zu immer noch ganz gerne.“

Auf Udo Lindenbergs 2003er CD Panikpräsident gibt es auch Andrea Doria in neuem Sound. Wie ist die Idee dazu entstanden?

„Ich find das Panikorchester ist ‘ne absolute Weltmeisterband und da es ja darum ging, die Band zum 30-Jährigen zu ehren und die Band zu feiern, haben wir uns gedacht, komm, diese Platte wird jetzt von der Band richtig eingespielt. Das heißt, wir machen so WG-mäßig! Sechs, sieben Wochen lang hingen wir in der Nähe von Hamburg, in so einem Rock’n’Roll-Hotel und ‘nem Studio, zusammen. Und ich finde, es ist wirklich ein Meisterwerk geworden!“ (Werner Köhler + Thomas Steinberg)

Und diese LP weckt einfach viele Erinnerungen, wie diese hier z.B._

„das war meine erste Scheibe von dem Mann, hat mich einiges an Hohn & Spott gekostet in unserer WG. Kurz darauf kamen nach intensiver Suche noch seine erste in englisch gesungene Scheibe und „Daumen im Wind“ dazu. Nach dem mainzer Konzert, war dann Ruhe in der WG und ab Ball Pompös hatte der Mann aus dem Norden mit den Schnoddertexten und dem Lockergehabe etliches an Steinen im Brett – bei mir übrigens bis heute.

Was die Andrea Doria betrifft: „Cello“ oder „Er wollte nach London“ wecken noch heute schöne Erinnerungen an eine tolle Zeit . . . etliches klingt heute müde und sehr dem Zeitgeist verpflichtet . . drei, vier Nummern bleiben allerdings Immergrüne . .“

Udo Lindenberg

Oder diese:
„1973…, da war ich gerade 6 Jahre alt, auf dem besten Weg am Ende des Jahres noch 7 zu werden.
Meine Mutter hat sich damals die Scheibe gekauft und ich in kürzester Zeit den Text von Alles klar auf der Andrea Doria gelernt.

Ich hab genau die Platte hier noch stehen, gehütet wie einen Augapfel. Aufgelegt wird nur noch die Remasterausgabe auf CD und immer wenn ich ihn höre, denke ich an jene Tage zurück und gröhle laut mit.

Abgesehen davon ist es eine wunderbare Scheibe. Udo´s schnoddriger, verwuschelter, nuscheliger Gesang passt doch wie die Faust aufs Auge.
Ich kann mich daran nicht satt hören. Ausser der ersten englisch gesungenen Platte steht hier alles von ihm.
Udo finnich gut, objektiv wie subjektiv.“

SingleFrontCover

Keine Frage: ein mehr als beachtliches Album … und mit dem Song „Wir wollen doch nur einfach zusammen sein (Mädchen aus Ostberlin)“ spricht er schon sehr, sehr früh das Thema der deutschen Teilung an … war damals in der Rockszene gar nicht so besonders üblich … und dann auch noch der Song „Er wollte nach London“ … es zeigt Lindenberg als aufmerksamen Chronisten von Lebensläufen, die nicht so geradlinig verlaufen … eine seiner vielen Stärken.

Oder ganz kurz und schmerzlos: Ein Klassiker !

Text

Besetzung:
Karl Allaut (guitar)
Gottfried Böttger (piano, bells, celesta)
Thomas Kretschmer (guitar)
Udo Lindenberg (vocals, drums)
Steffi Stephan (bass)
+
Peter Hesslein (guitar)
Jean-Jacques Kravetz (keyboards)
+
Streichquartett Lorenz Westphal
+
The Hot Owl Dixielandgebläse
+
u.v.a.

BackCover

Titel:
01. Alles klar auf der Andrea Doria (Lindenberg) 3.48
02. Boogie-Woogie-Mädchen (Lindenberg) 3.33
03. Nichts haut einen Seemann um (Lindenberg) 5.07
04. Ganz egal (Lindenberg/Allaut) 4.20
05. Du heisst jetzt Jeremias (Lindenberg) 2.55
06 Wir wollen doch nur einfach zusammen sein (Mädchen aus Ostberlin) (Lindenberg) 3.08
07. Dr. Chicago (Lindenberg) 3.02
08. Cello (Lindenberg) 2:58
09. Er wollte nach London (Lindenberg) 3:56
10. Die grösste Liebe (Lindenberg) 0.50
+
11 Tief im Süden (Lindenberg) 2.29
12. Rock’N’Roll Band (Lindenberg) 3.18

LabelB
*
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Und so sah das damals aus, wenn Lindenberg auf der Bühne war:

Steve Peinemann – Udo Lindenberg – Hinter all den Postern (1979)

TitelDeutschsprachige Literatur über Rockmusik war in meiner Jugend noch ne ziemliche Mangelware; das ändert sich dann so in der Mitte der 70er Jahre … und hier mag ich nun ein Buch präsentieren, das aus meiner Sicht geradezu vorbildlich ist … denn es zeigt den Lebensweg des Udo Lindenberg … und zwar nicht als Heldenepos, sondern vor jenem zeitgeschichtlichen  Hintergrund, der aus meiner Sicht nun auch notwendig ist, um Musik zu verstehen.

„Das erste Buch von und mit Udo Lindenberg. Die Geschichte und der Alltag eines Rockstars, dem der Erfolg noch nicht zu Kopf gestiegen ist. Udo erzählt von seiner Kindheit im Kleinstadtmief von Gronau, seiner abgebrochenen Kellnerlehre, seinem Drummer-Job in Tripolis, seinen großen Lieben, seinem Musikstudium, seinen Free-Lancer Jobs. Man erfährt von der Geburtsstunde der „Hamburger Szene“ im „Onkel Pö“ und vom „Panikorchester“.

Steve Peinemann läßt nicht locker; er fragt ihn aus. Auch nach seinen Träumen, Plänen Utopien“ (Klappentext)

Beispiel23

Und in der Tat: dieses Buch ist vorbildlich … eine Künstlerbiographie, wie man sie nicht allzu oft findet … Udo Lindenberg gibt viel persönliches von sich preis … auch seine Exzessen kommen zur Sprache und auch seine Unfähigkeit, längerfristige Bindungen mit Frauen einzugehen … und klar: Seine Sprache, schnoddrig wie eh und je … dahinter kann man sich auch ganz gut verstecken.

Und ich bin mir irgendwie ganz sicher: Udo´s Biographie ist auch – in Teilbereichen – unsere Biographie ….

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Beispiel10

Beispiel11

Beispiel12

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Beispiel14

Beispiel15

Beispiel16

Beispiel17

Beispiel18

Beispiel19

Beispiel20

 

Beispiel21

Steve Peinemann erzählt auf eine sehr persönliche Weise die Entstehung dieses Interview-Buches

 

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Beispiel22