Lysistrara – Lysistrara (1979)

FrontCover1.jpgAlso ab Mitte der 70er Jahre gab es ne ganz spezielle Nische in der Rockmusik.

Und zwar diese Frauenbands, die neben ihre Musik auch gerne und laut  ihre sexuelle Orientierung und die war halt lesbisch, präsentierten.

Die erste diese Bands waren die „Flying Lesbians“: Die formierten sich bereits 1974 als erste feministische Frauenrockband Berlins. Die Gruppe spielte nur vor weiblichem Publikum, ihre 1975 aufgenommene LP gibt es auch nur in Frauenbuchläden zu kaufen. Aufgelöst haben die sich dann 1977.

Ihr Erbe hat dann  in Berlin die Frauengruppe Lysistrata angetreten, die mit dem gleichen Anspruch an Rockmusik, von Frauen für Frauen, arbeitet. Anfänglich waren die Frauenrockband noch auf technische Hilfe von Männern angewiesen, sie haben sich aber davon befreit. (Quelle: rockinberlin.de)

Und die Gitarristin Rita Eichelkraut erinnert sich an den Beginn dieser Band:

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Alle Texte und Melodien stammten von einer gewissen Viola Cellini, und nun ja, das steckt hinter dem Namen:

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Und _ das mag vielleicht den einen oder anderen Mann überraschen – hier spielen junge Frauen auf, und ihren (berechtigten) Zorn packen sie in eine Musik, die sich gewaschen hat. Dass dabei eine große Abgrenzung zu den Männern mehr als deutlich spür- und hörbar ist, ist einfach dem Geist jener Zeit geschuldet, als die Frauenbewegung ihre ersten Schritte unternahm.

Dabei hatten sie aber weitaus mehr Themen als man glauben möchte (siehe „‚Fortschritt“)

Und dass Schwule und Lesben damals noch ganz heftig diskriminiert wurden, brauche ich hier eigentlich auch nicht besonders erwähnen.

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Also: diese Musik hat Biss, den spielten Rockmusik (auch mit Blueseinflüssen) und das verdammt gut … aber das fanden nicht alle Frauen damals sonderlich gut:

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Also … auch bei mir herrschte anfangs eine gewisse Skepsis … verflogen ist sie, ganz und gar … Diese Aufnahmen sind natürlich ein Kind der damaligen Zeit, aber verdammt noch mal, das fetzt ganz schön und mit den Instrumenten Flöten, Saxophon und Orgel gibt es auch jede Menge interessanter musikalischer Farbtupfer.

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Besetzung:
Barbara Bauermeister (guitar)
Rita Eichelkraut (guitar)
Sylvia Kipp (organ)
Marianne Langfeld (vocals)
Christa Meyer (drums)
Christiane Oumard (bass)
Ulrike Sundermann (flute, saxophone)

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Titel:
01. Ich kann es nicht mehr hören 5.51
02. Gleich gegenüber 5.19
03. Coming Out 5.45
04. Oma Punk 3.28
05. Herbst 77 3.50
06. Fortschritt 6.31
07. Gaia 4.37
08. Rückwärts übern Rhein 2.56

Musik und Texte: „Viola Cellini“

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Die Textbeiträge von Rita Eichelkraut und Marianne Langfeld stammen aus dem Buch „Wir sind wie wir sind: Ein Jahrhundert homosexuelle Liebe auf Schallplatte … “ von Ralf Jörg Raber (2010, Hamburg)